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Der Trafikant

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Deutsch

"Der Trafikant" ist ein im Jahr 2012 veröffentlichter Roman des österreichischen Autors Robert Seethaler. Er erzählt die Coming-of-Age-Geschichte des Protagonisten Franz Huchel und spielt im Österreich der Jahre 1937/1938. Die Erzählung ereignet sich mithin in der Zeit des in Österreich erstarkenden Nationalsozialismus.

Zusammenfassung des Inhalts

Der Roman beschreibt ein Jahr im Leben des siebzehnjährigen Protagonisten Franz Huchel aus Nußdorf am Attersee. Er führt ein recht privilegiertes und unbekümmertes Leben, da er nicht, wie viele seiner gleichaltrigen Freunde, in einem Salzstollen oder einem Hof arbeiten muss, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Der Grund dafür ist, dass seine alleinstehende Mutter, als Geliebte des reichen Sägewerks- und Holzfabrikbesitzers Alois Preininger, regelmäßig finanziell unterstützt wird.

Als der reiche Fabrikbesitzer jedoch während eines Gewitters im Spätsommer 1937 in einem See ertrinkt, verändert sich die finanzielle Situation der Familie Huchel: Die Mutter ist als Kellnerin nicht mehr länger imstande ihren Sohn Franz zu ernähren und schickt ihn deshalb zum Arbeiten nach Wien.

Franz soll dort eine Lehre im Zeitungs- und Tabaktrafik eines alten Jugendfreundes der Mutter antreten. Der Jugendfreund der Mutter heißt Otto Trsnjek und ist ein Kriegsveteran aus dem Ersten Weltkrieg. Für den Protagonisten Franz Tuchel beginnt damit in Wien ein neuer Lebensabschnitt. Zeitgleich steht auch das Land Österreich zu dieser Zeit vor einer entscheidenden Veränderung, da das Land im Spätsommer 1937 kurz vor einem Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland steht.

Durch das Verlassen des mütterlichen Haushalts und die Teilnahme am Arbeitsleben erfährt Franz auch was es bedeutet, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Auch diese Erfahrung unterstreicht das übergeordnete Thema des Erwachsenwerdens in "Der Trafikant".

Als "Trafik" werden in Österreich kleine Läden bezeichnet, in denen Utensilien für Raucher*innen, sowie Zeitungen und Zeitschriften verkauft werden.

Bei seiner Arbeit in der Trafik von Otto Trsnjek ist eine seiner Aufgaben täglich alle Zeitungen zu lesen, die sie im Angebot haben. Auf diese Weise wird für ihn deutlich erkennbar, dass sich die politische Stimmung zu Ungunsten der Geistesfreiheit im Land verändert. Eine weitere Folge dieser Tätigkeit ist aber auch, dass er sich selbst zunehmend politisch positioniert und Otto Trsnjek zu seinem politischen Vorbild wird. Viele der Stammkund*innen des Trafiks sind jüdischer Abstammung. Zu ihnen zählt auch der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud. Besonders prägend erlebt Franz, als der Trafik eines Nachts vom Nachbarn und NS-Sympathisanten Roßhuber mit einer judenfeindlichen Parole beschmiert wird.

Sigmund Freud war ein am 06. Mai 1856 in Freiberg in Mähren geborener und am 23.September 1939 in London verstorbener, österreichischer Arzt, Neurophysiologe, Tiefenpsychologe, Kunsttheoretiker und Religionskritiker. Er gilt als Begründer der Psychoanalyse und als einer der einflussreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Die von ihm erdachten Konzepte und Therapiemethoden werden bis heute diskutiert und angewandt.

Eines Tages begibt sich Franz in den Wiener Prater und lernt dort die drei Jahre ältere Böhmin Anezka kennen. Er verliebt sich in sie und verbringt mit ihr in der Folge nicht nur viel Zeit, sondern macht mit ihr auch erste sexuelle Erfahrungen. Anezka geht tagsüber einer Tätigkeit als Haushaltshilfe nach. Nachts arbeitet sie als nackte Tänzerin im Hinterhofkabarett "Zur Grotte". Die Beziehung zu Franz ist für sie nicht mehr als ein angenehmer Zeitvertreib, weshalb sich zwischen dein beiden auch keine ernsthafte Beziehung entwickelt. Franz hingegen misst der Beziehung wesentlich mehr Bedeutung bei.

Der Wiener Prater ist ein weitläufiges, öffentliches Areal im Wiener Bezirk Leopoldstadt. Der größte Teil ist von durch die Donau entstandenen Aulandschaften geprägt. Wenn international vom Prater gesprochen wird, dann bezieht man sich meistens nur auf den Vergnügungspark, der sich auf dem Gelände befindet.

Hinsichtlich der ersten Erfahrungen mit Sexualität und Liebe erfährt Franz durch seine Beziehung zu Anezka einerseits Euphorie und allgemein positive Gefühle. Darüber hinausgehend lernt er auch mit Enttäuschung und Verletzung umzugehen, als sie die Beziehung mit ihm beendet und einen anderen heiratet.

Österreich wird im März 1938 Teil des NS-Reiches. Kurze Zeit später kommt es in Anwesenheit des Nachbarn Roßbubers zur Verhaftung von Otto Trsnjek durch die Gestapo. Er wird in der Wiener Gestapo-Zentrale eingesperrt und Franz versucht durch tägliche Vorsprache zu erfahren, wie es seinem Chef geht. Die Gestapo erteilt ihm jedoch keinerlei Auskunft und verweist ihn unter der Androhung, ihn selbst zu verhaften, des Gebäudes.

"Gestapo" bedeutet "Geheime Staatspolizei". Sie war die politische Polizei des nationalsozialistischen Regimes von 1933 bis 1945. Insbesondere hatte die Gestapo sehr weite Befugnisse bei der Bekämpfung politischer Gegner*innen und war bekannt für ihre gewaltvollen Foltermethoden.

Als Franz einige Wochen später über den angeblichen Herztod seines Chefs informiert wird, erhält er zeitgleich den Auftrag, die Trafik weiterzuführen. Er verdächtigt den Nachbarn Roßhuber die Verhaftung seines Chefs in irgendeiner Form begünstigt zu haben und konfrontiert Roßhuber eines Tages, um ihm eine Ohrfeige zu geben. Roßhuber nimmt das kommentarlos hin.

Anezka ist inzwischen mit einem SS-Mann verheiratet, woraufhin die Beziehung zwischen ihr und Franz endet.

"SS" ist die Abkürzung für "Schutzstaffel". Die Schutzstaffel war eine nationalsozialistische Organisation, die den Nationalsozialisten als Herrschaft- und Unterdrückungsinstrument diente. Insbesondere war die "SS" mit dem Betreiben und der Verwaltung der Konzentrationslager betraut.

Franz hat inzwischen die Trafik übernommen und befolgt täglich den Rat Freuds seine Träume aufzuschreiben. Eines Tages entschließt er sich die Notizen über seine Träume täglich an die Scheibe des Trafiks zu hängen, so dass die Kund*innen sie lesen können. Diese Praxis erfährt schnell große Zustimmung, da sie offenbar das Interesse der passierenden Kund*innen weckt.

Inhaltlich geht es in seinen Träumen um die Verarbeitung der aktuellen politischen Ereignisse in Österreich. Beispielsweise träumt er unmittelbar nach einem Briefwechsel mit seiner Mutter, in dem sie ihm die Veränderungen nach der nationalsozialistischen Machtergreifung in seinem Heimatort erzählt, von einem Mädchen in einem weißen Kleid, das vor einer Kulisse blinkender Hakenkreuze in einem Riesenrad über seinen Heimatort hinweg rollt und alles kaputt macht.

Im Juni 1938 emigriert Sigmund Freud mit seiner Familie nach London und Franz bleibt allein in Wien zurück. In einer Nacht begibt er sich zum Gestapo-Hauptgebäude und ersetzt eine der Hakenkreuz-Flaggen vor dem Gebäude durch eine einbeinige Hose seines verstorbenen Chefs. Die im Wind wehende Hose gleicht optisch dem Bild eines erhobenen Zeigefingers. Am nächsten Tag hängt Franz seinen letzten Traumzettel in die Scheibe und wird kurz darauf von der Gestapo in seinem Trafik verhaftet. Sein weiteres Schicksal bleibt offen.

Die Erzählung endet nach einem zeitlichen Sprung ins Jahr 1945. Anezka, die ehemalige Geliebte von Franz, versucht ihn in dem inzwischen verlassenen Trafik anzutreffen. Lediglich der von Franz kurz vor seiner Verhaftung aufgehangene Zettel befindet immer noch in der Scheibe. Anezka nimmt den Zettel an sich und hört über sich bereits die sich nähernden Bomberverbände (Verbände von Bombenflugzeugen) der Alliierten, die an diesem Tag einen Angriff auf Wien fliegen.

Charakterisierung der Figuren

Der Roman "Der Trafikant" hat nur wenige Charaktere. Die wichtigsten sind neben dem Protagonisten Franz Huchel die Mutter, Otto Trsnjek, Sigmund Freud sowie Anezka.

Franz Huchel ("Burschi")

  • geboren am 07. August 1920 in Salzkammergut, Österreich
  • wächst unter unprivilegierten Verhältnissen in einem Dorf als Einzelkind ohne Vater auf
  • hat eine sehr gute Beziehung zu seiner Mutter
  • entwickelt durch den Umzug nach Wien Selbständigkeit und orientiert sich politisch und moralisch
  • erfährt durch Otto Trsnjek Unterstützung, vor allem politisch als Leitfigur
  • arbeitet er für Otto im Trafik
  • entwickelt eine Freundschaft mit Sigmund Freud und konsultiert diesen in persönlichen Anliegen
  • verliebt sich in Anezka

Mutter Huchel

  • ist der Handlung schon recht alt und krank
  • kauft regelmäßig im Trafik von Otto Trsnjek ein
  • erkennt die aufkommende Bedrohung für Juden und damit ihn selbst durch das NS-Regime und emigriert deshalb nach London
  • findet Franz und seine jugendliche Offenheit sympathisch und führt regelmäßige Gespräche mit ihm

Anezka

  • ist Anfang zwanzig und hat blonde Haare
  • ist in Böhmen (heutiges Tschechien) geboren und hat einen entsprechenden Dialekt
  • lebt in Wien ohne Arbeitserlaubnis und schlägt sich mit Jobs als Tänzerin durch
  • wird die Geliebte und später auch Ehefrau eines Nazis, als deren Machtergreifung unausweichlich erscheint

Otto Trsnjek

  • Kriegsveteran des ersten Weltkriegs
  • nimmt Franz als Lehrling in seinen Trafik
  • ist ein guter Menschenkenner
  • ist gegenüber Franz und allen anderen direkt und offen
  • ist ein politisches Vorbild für Franz
  • äußert sich kritisch zum Nationalsozialismus und zum Krieg
  • wird von der Gestapo unter dem Vorwand, er habe pornografische Schriften verkauft, verhaftet

Sigmund Freud

  • ist Kunde des Trafik und wird Franz' Berater und Freund
  • mag den jungen Franz Huchel und seine neugierigen, kecken Fragen
  • gibt Franz Tipps in Liebesdingen
  • rät Franz, seine Träume aufzuschreiben
  • regt Franz an, über die Dinge die geschehen, nachzudenken und sich selbst ein Bild zu machen
  • hat einen klaren Blick auf die politischen Verhältnisse
  • am 4. Juni 1938 muss Freud Wien verlassen, weil die Gestapo nach ihm sucht

Analyse von Sprache und Aufbau

Sprachlich ist in erster Linie erkennbar, dass der Autor das düstere Thema "Nationalsozialismus" mit Leichtigkeit und einem Sinn für Humor behandelt. Er schreibt in einer einfachen Sprache, die für jede/n verständlich ist und benutzt dabei nicht selten österreichische Begriffe wie "Trafik".

Die Handlung wird aus der Sicht des Protagonisten in der dritten Person erzählt. Eine Besonderheit ist, dass die Handlung viele Dialoge enthält.

Ein Dialog ist ein Gespräch oder im weiteren Sinne auch eine schriftlich zwischen zwei oder mehreren Personen geführte Rede und Gegenrede.

Durch Dialoge ist es dem Leser möglich, Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der sprechenden Personen zu ziehen, da die Leser*innen die Figuren unverfälscht reden hören.

Robert Seethaler benutzt zudem viele Metaphern und bildhafte Vergleiche. Teilweise ist die dabei verwendete Sprache sogar sehr poetisch.

"Ein warmer Frühlingsregen, unter dem das Pflaster zu duften begann."

"Schulkinder purzelten herein und fragten nach Buntstiften."

Alle Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus Robert Seethaler’s “Der Trafikant” (2012, Zürich: Kein & Aber).

Hinsichtlich des Aufbaus ist erkennbar, dass der Roman nicht in Kapitel unterteilt ist. Er folgt dennoch einer chronologischen Reihenfolge. Den Beginn markiert dem Unfalltod von Alois Preininger, dem reichen Geliebten von Franz' Mutter. Am Ende des Romans steht die Verhaftung von Franz und es geschieht ein Zeitsprung: Anezka läuft am Trafik vorbei und über ihr nähern sich die Flugzeuge der Alliierten.

Außerdem enthält der Roman einige Rückblenden, in denen sich Franz an seine Kindheit erinnert.

In den Gesprächen, an denen Sigmund Freud oder Otto Trsnjek teilhaben, sind zudem häufig Vorausdeutungen erkenntlich. Diese beziehen sich auf die politische Entwicklung in Österreich bzw. Europa im Angesicht des erstarkenden Nationalsozialismus.

Die Briefwechsel zwischen Franz und seiner Mutter lassen ebenfalls Vorausdeutungen und Reflexionen der politischen Situation erkennen.

Rückblenden

Vorausdeutungen

Der Autor Robert Seethaler

Robert Seethaler wurde am 07. August 1966 in Wien geboren und ist Schauspieler, Schriftsteller und Drehbuchautor.

Er ist in Wien aufgewachsen und besuchte aufgrund einer angeborenen Sehschwäche (minus 17 Dioptrien) eine Schule für Blinde und Sehbehinderte.

Nach der schulischen Ausbildung absolvierte er ein Schauspiel-Studium am Wiener Volkstheater und wirkte anschließend auf verschiedenen, europäischen Bühnen.

Auf der Bühne des internationalen Films hatte Seethaler seine wichtigste Rolle als "Luca Moroder" in Paolo Sorrentinos "Die ewige Jugend" (2015).

Im Fernsehen ist seine Rolle als "Dr. Kneissler" in "Ein starkes Team" als hervorhebenswert.

2004 erhielt Seethaler den Tankred-Dorst-Preis für sein Drehbuch "Heartbreakin".

Seine literarischen Veröffentlichungen wurden mit einer Reihe von Stipendien und Preisen ausgezeichnet. 2016 stand sein Roman "Ein ganzes Leben" zum Beispiel auf der Shortlist für den International Booker Prize.

Er lebt in Berlin und Wien.

Interpretation und zentrale Motive

Dieser Abschnitt befasst sich mit den zentralen Motiven des Romans und erläutert die wichtigsten Interpretationsansätze.

Erwachsenwerden

Das Erwachsenwerden des Protagonisten Franz Huchel kann als übergeordnetes Motiv gesehen werden. Es begleitet die Handlung von Anfang bis Ende und beinhaltet Aspekte wie die Herausbildung eines politischen Bewusstseins genauso wie erste Erfahrungen mit Sexualität.

Hinsichtlich der Entwicklung eines politischen Bewusstseins lässt sich in "Der Trafikant" erkennen, dass Franz, insbesondere durch den Einfluss von Otto Trsnjek, zu einer kritischen Auseinandersetzung mit seiner Umwelt motiviert wird. Ihm wird nahegelegt regelmäßig Zeitung zu lesen und sein Mentor lebt ihm praktisch vor, was es bedeutet Zivilcourage zu zeigen.

Träume

Träume haben in Robert Seethalers Roman eine entscheidende Rolle. Nachdem Freud dem Protagonisten Franz dazu rät die eigenen Träume direkt nach dem Erwachen niederzuschreiben, kommt Franz diesem Vorschlag nach. Er schreibt jeden Morgen seine Träume auf und hängt seine Notizen anschließend in die Fensterscheibe des Trafiks, so dass Passant*innen sie lesen können.

Für Franz selbst hat die Auseinandersetzung mit den eigenen Träumen und folglich mit dem eigenen Unterbewusstsein einen positiven Effekt auf seine Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung seiner Umstände. Sein heranwachsendes, kritisches Bewusstsein für die politische Lage unter dem erstarkenden Nationalsozialismus hat nicht zuletzt auch damit zu tun.

Nationalsozialismus

Durch die Einbettung der Handlung in die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich, ist ein weiteres prägnantes Motiv erkennbar. Alle in der Handlung vorkommenden Personen müssen sich mit den Folgen eines erstarkenden, faschistischen Regimes in ihrer Heimat auseinandersetzen. Sie können nicht mehr länger sagen was sie wollen, verkaufen was sie wollen, lieben wen sie wollen und — so weit dies überhaupt möglich ist — denken was sie wollen.

Der Trafikant - Das Wichtigste

  • "Der Trafikant" ist ein im Jahr 2012 veröffentlichter Roman des österreichischen Autors Robert Seethaler. Er erzählt die Coming-of-Age-Geschichte des Protagonisten Franz Huchel und spielt im Österreich der Jahre 1937/1938.
  • Der Roman beschreibt ein Jahr im Leben des siebzehnjährigen Protagonisten Franz Huchel aus Nußdorf am Attersee. Dieser zieht nach einem Schicksalsschlag aus der Provinz nach Wien, um dort eine Lehre in einem Trafik zu machen. Sein Arbeitgeber ist ein Veteran aus dem 1. Weltkrieg und vermittelt Franz ein politisches Bewusstsein. Währenddessen ergreifen die Nazis in Österreich die Macht und Franz erlebt, wie sich das politische Klima um ihn herum verändert.
  • Sprachlich ist in erster Linie erkennbar, dass der Autor das düstere Thema "Nationalsozialismus" mit Leichtigkeit und einem Sinn für Humor behandelt. Er schreibt in einer einfachen Sprache, die für jede/n verständlich ist und benutzt dabei nicht selten österreichische Begriffe wie "Trafik".
  • Die Handlung wird aus der Sicht des Protagonisten in der dritten Person erzählt. Eine Besonderheit ist, dass der Roman viele Dialoge enthält.
  • Träume haben in Robert Seethalers Roman eine entscheidende Rolle. Nachdem Freud dem Protagonisten Franz dazu rät die eigenen Träume direkt nach dem Erwachen niederzuschreiben, kommt Franz diesem Vorschlag nach. Er schreibt jeden Morgen seine Träume auf und hängt seine Notizen anschließend in die Fensterscheibe des Trafiks, so dass Passant*innen sie lesen können.
  • Durch die Einbettung der Handlung in die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich, ist ein weiteres prägnantes Motiv erkennbar. Alle in der Handlung vorkommenden Personen müssen sich mit den Folgen eines erstarkenden, faschistischen Regimes in ihrer Heimat auseinandersetzen.
  • Das Erwachsenwerden des Protagonisten Franz Huchel kann als übergeordnetes Motiv gesehen werden. Es begleitet die Handlung von Anfang bis Ende und beinhaltet Aspekte wie die Herausbildung eines politischen Bewusstseins genauso wie erste Erfahrungen mit Sexualität.

Der Trafikant

"Der Trafikant" ist keine wahre Geschichte. Der zeithistorische Kontext ist jedoch der Realität entnommen, nämlich die Fremdherrschaft der Nationalsozialisten zwischen 1937-1945.

"Der Trafikant" spielt in der Zeit unmittelbar bevor und während die Nationalsozialisten aus Deutschland die Macht in Österreich ergreifen. Dies ereignete sich zwischen 1937 und 1945.

"Der Trafikant" endet mit einem Zeitsprung: Seit der Verhaftung von Franz ist einige Zeit vergangen und Anezka läuft am verlassenen Trafik vorbei, in dem Franz gearbeitet hat. Sie findet seine letzte Traumnotiz und in der Ferne sind die Flugzeuge der Alliierten zu hören, die im Begriff sind, Wien zu bombardieren.

Mit der Bezeichnung "Der Trafikant" ist wohl einerseits Otto Trsnjek gemeint, der ursprüngliche Inhaber des Trafiks, von dem Franz vieles lernt. Nach der Verhaftung von Otto Trsnjek wird der Protagonist Franz Huchel jedoch zum Trafikanten, da er den Trafik von diesem Zeitpunkt an allein betreibt.

Finales Der Trafikant Quiz

Frage

Wovon handelt "Der Trafikant"?

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Antwort

"Der Trafikant" erzählt die Coming-of-Age-Geschichte des jungen Mannes Franz Huchel und spielt im Österreich der Jahre 1937/1938. Er verlässt am Anfang der Handlung seinen provinziellen Heimatort und zieht nach Wien, um in einem Trafik (österreichisch für Kiosk) eine Lehre zu machen. Er entwickelt nicht nur Verantwortungsbewusstsein, sondern auch eine politische Haltung. Die politische Positionierung wird zum einen durch die Machtergreifung der Nazis in Österreich vorangetrieben, jedoch spielt sein Chef, der Trafikbesitzer, dabei auch keine unwesentliche Rolle. Er ist als Kriegsveteran aus persönlichen Gründen und aus erfahrenem Leid eher pazifistisch und gegen die Nazis eingestellt. 

Frage anzeigen

Frage

Wie alt ist Franz Huchel?

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Antwort

17 Jahre

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Frage

Wieso führt Franz eingangs ein recht unbeschwertes und privilegiertes Leben?

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Antwort

Franz führt ein recht privilegiertes und unbekümmertes Leben, da er nicht neben der Schule arbeiten muss um seine Familie finanziell zu unterstützen. Der Grund dafür ist, dass seine alleinstehende Mutter, als Geliebte eines reichen Unternehmers, regelmäßig finanziell unterstützt wird.

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Frage

Wie stirbt der reiche Geliebte (Alois Preininger) von Franz Mutter?

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Antwort

Er ertrinkt während eines Gewitters in einem See.

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Frage

Welche innenpolitische Veränderung ereignet sich in Wien im Spätsommer 1937?


Antwort anzeigen

Antwort

Die Nationalsozialisten ergreifen die Macht. 

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Frage

Was ist ein "Trafik"?


Antwort anzeigen

Antwort

Als "Trafik" werden in Österreich kleine Läden bezeichnet, in denen Utensilien für Raucher*innen, sowie Zeitungen und Zeitschriften verkauft werden.

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Frage

Welche tägliche Hauptaufgabe hat Franz im Trafik von Otto Trsnjek?

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Antwort

Er muss täglich alle Zeitungen lesen.

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Frage

Wer war Sigmund Freud?

Antwort anzeigen

Antwort

Sigmund Freud war ein am 06. Mai 1856 in Freiberg in Mähren geborener und am 23.September 1939 in London verstorbener, österreichischer Arzt, Neurophysiologe, Tiefenpsychologe, Kunsttheoretiker und Religionskritiker. 


  • Begründer der Psychoanalyse
  • einflussreicher Intellektueller des 20. Jh
  • Theorien und Konzepte Freuds finden bis heute Anwendung



Frage anzeigen

Frage

Wie lernt Franz Sigmund Freud kennen?


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Antwort

Viele der Stammkund*innen des Trafiks sind jüdischer Abstammung. Zu ihnen zählt auch der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud. 

Frage anzeigen

Frage

Wie wird Franz von Anezka, seiner Geliebten, genannt?


Antwort anzeigen

Antwort

Burschi

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Frage

Was ist der "Wiener Prater"?

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Antwort

Der Wiener Prater ist ein weitläufiges, öffentliches Areal im Wiener Bezirk Leopoldstadt. Der größte Teil ist von durch die Donau entstandenen Aulandschaften geprägt. Wenn international vom Prater gesprochen wird, dann bezieht man sich meistens nur auf den Vergnügungspark, der sich auf dem Gelände befindet.

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Frage

Was bedeutet "Gestapo"?

Antwort anzeigen

Antwort

"Gestapo" bedeutet "Geheime Staatspolizei". Sie war die politische Polizei des nationalsozialistischen Regimes von 1933 bis 1945. Insbesondere hatte die Gestapo sehr weite Befugnisse bei der Bekämpfung politischer Gegner*innen und war bekannt für ihre gewaltvollen Foltermethoden.

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Frage

Wovon handeln die Träume von Franz?

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Antwort

Inhaltlich geht es in seinen Träumen um die Verarbeitung der aktuellen politischen Ereignisse in Österreich.

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Frage

Warum wird Franz von der Gestapo verhaftet?

Antwort anzeigen

Antwort

In einer Nacht begibt sich Franz zum Gestapo-Hauptgebäude und ersetzt eine der Hakenkreuz-Flaggen vor dem Gebäude durch eine einbeinige Hose seines verstorbenen Chefs. Die im Wind wehende Hose gleicht optisch dem Bild eines erhobenen Zeigefingers.

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Frage

Aus welcher Sicht wird "Der Trafikant" erzählt?

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Antwort

Die Handlung wird aus der Sicht des Protagonisten Franz in der dritten Person erzählt.

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