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Die Verwandlung

Das literarische Werk "Die Verwandlung" des deutschsprachigen Autors Franz Kafka aus dem Jahr 1915 handelt von einem Tuchhändler namens Gregor Samsa, der sich über Nacht in ein Ungeziefer verwandelt. Daraufhin wird er von seiner Familie weggesperrt und kommt schließlich aufgrund der Vernachlässigung um.

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Das literarische Werk "Die Verwandlung" des deutschsprachigen Autors Franz Kafka aus dem Jahr 1915 handelt von einem Tuchhändler namens Gregor Samsa, der sich über Nacht in ein Ungeziefer verwandelt. Daraufhin wird er von seiner Familie weggesperrt und kommt schließlich aufgrund der Vernachlässigung um.

Eine kurze Inhaltsangabe von "Die Verwandlung" bieten Dir die folgenden Stichpunkte:

  • "Die Verwandlung" kann der Textsorte "Erzählung" zugeordnet werden.
  • "Die Verwandlung" gehört zeitlich zur Epoche des Expressionismus.
  • Eine Analyse von "Die Verwandlung" zeigt, dass die Sprache knapp, sachlich und nüchtern dargelegt wird.
  • Eine mögliche Interpretation der Erzählung "Die Verwandlung" erfolgt mithilfe von Motiven.
    • Die im Werk verwobenen Motive verdeutlichen die Gefühlswelt des Protagonisten Gregor.

"Die Verwandlung" – Zusammenfassung

Die Zusammenfassung von "Die Verwandlung" erfolgt nachfolgend durch die einzelnen Kapitel der Erzählung.

"Die Verwandlung" – 1. Kapitel

  • Zu Beginn werden die Lebensumstände von Gregor Samsa geschildert.
  • Er wohnt mit seinen Eltern und seiner Schwester zusammen, die als zentrale Personen im Buch aufgeführt werden.
  • Gregor ist mit seinem Beruf als Handelsreisender der Hauptversorger der Familie.

Ein ungewöhnlicher Morgen bestimmt schließlich die Ausgangssituation der gesamten Erzählung:

  • Gregor Samsa erwacht, und findet sich in ein ungeheures Ungeziefer verwandelt wieder.

An sein Bett gefesselt, sinniert der Vertreter über sein Leben und über seine Verantwortung gegenüber der Familie. Ihm wird die Ausweglosigkeit seiner Lage bewusst, da er seine Arbeit nur ausübt, um die Familie über Wasser halten zu können.

Sein Pflichtbewusstsein gegenüber seiner Familie hält ihn davon ab, seinen eigenen Weg zu suchen und sich selbst zu verwirklichen.

  • Ironischerweise ist er durch seinen neuen Körper vollkommen hilflos.
  • Er wird vom Hauptversorger der Familie zum pflegebedürftigen Sonderling.

Alle Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus Franz Kafkas "Die Verwandlung" (1916, Leipzig: Kurt-Wolff-Verlag).

"Die Verwandlung" – Inhaltsangabe 2. Kapitel

Im zweiten Kapitel muss die Familie eine Lösung für ihre finanzielle Notlage finden, da Gregor nach seiner Verwandlung unfähig ist, weiterzuarbeiten.

  • Der Vater sieht sich aufgrund seines schlechten körperlichen Zustandes als arbeitsunfähig.
  • Gregors Mutter hat, wie viele Frauen des 19. Jahrhunderts, nie etwas gelernt.
  • Sie sieht sich dazu verpflichtet, sich um den Haushalt und ihren kranken Mann zu kümmern.

Seine Schwester Grete hat bisher ein unbekümmertes Leben mit sämtlichen Freiheiten genossen, das von Gregor zusätzlich unterstützt wurde.

  • Sie wird nun damit beauftragt, sich um den verwandelten Bruder zu kümmern.
  • Sie und Frau Samsa räumen die Möbel in Gregors Zimmer weg, damit dieser sich mit seinem neuen Körper freier im Zimmer bewegen kann.
  • Als sie ein Gemälde von der Wand entfernen möchten, krabbelt Gregor darauf, um es zu schützen.

Allerdings führt Gregors missverständlich als Angriff interpretiertes Verhalten dazu, dass er von seinen Familienmitgliedern mehrfach körperlich verletzt wird. Durch sein neues Erscheinungsbild als "Ungeziefer" fällt es der Familie zunehmend schwerer, sich zu arrangieren und ihn auch weiterhin menschlich zu behandeln.

"Die Verwandlung" – 3. Kapitel

Im dritten Kapitel von "Die Verwandlung" wird beschrieben, wie Gregor immer weiter vernachlässigt wird. Seine Wunden verheilen nur schlecht und sein Zimmer füllt sich immer weiter mit Abfall und Dreck.

  • Der verwandelte Gregor hat kaum noch Bewegungsfreiheit.
  • Er wird immer weiter in seinem Zimmer isoliert, da die Familie einige Untermieter einquartiert hat, um Geld zu verdienen.
  • Als Gregor sich unerlaubt aus dem Zimmer schleppt, wird er von jenen Mietern entdeckt, die daraufhin schockiert ausziehen.

Gregors Familie macht die ganze Situation immer mehr zu schaffen und sie hegen allesamt den Gedanken, dass ihr Leben wesentlich einfacher wäre, wenn sie "das Ungeziefer" beseitigen würden.

  • Letztlich kommt Gregor ihnen zuvor und stirbt in der folgenden Nacht.
  • Sein schlechter Zustand und sein nicht mehr existenter Lebenswille haben schließlich zu seinem Ableben geführt.
  • Der Familie kommt das nur gelegen.
    • Sie entsorgen den verstorbenen Sohn sowie sämtliche Überreste seiner Existenz.

Über den verstorbenen Gregor Samsa wird kein Wort mehr verloren. Die Familie blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, mit dem Traum, eine neue Wohnung und einen Ehemann für Grete zu finden.

"Die Verwandlung" – Charakterisierung

In der nachfolgenden Charakterisierung von "Die Verwandlung" erfährst Du mehr über die Figuren der Erzählung und ihre Beziehung zueinander. Die Figurenkonstellation wird dabei

  • zum einen vor der Verwandlung Gregors
  • zum anderen nach der Verwandlung Gregors aufgeführt.

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Personenkonstellation vor der Verwandlung

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Personenkonstellation nach der Verwandlung

Gregor Samsa

Die Figur Gregor Samsa kann als ca. 25 Jahre alter Protagonist in die Handlung von Kafkas "Die Verwandlung" eingeordnet werden. Weitere Merkmale dieser Figur sind:

  • Arbeitet als Handlungsreisender,
  • ist unzufrieden mit dem Beruf als Tuchhändler,
  • lebt bei seiner Familie als Junggeselle,
  • Hauptversorger der Familie (vor der Verwandlung),
  • pflicht- und verantwortungsbewusst,
  • ist autoritär,
  • ist in der Zwickmühle zwischen dem Versorgen seiner Familie und dem Aufbau eines eigenen Lebens.

Der Vater (Herr Samsa)

Die Figur des Vaters, Herr Samsa, kann als ehemaliger Unternehmer, der verschuldet ist und vor der Verwandlung finanziell von Gregor abhängig, in den Handlungsstrang von Kafkas "Die Verwandlung" eingeordnet werden. Weitere Merkmale seiner Person sind:

  • Ist nach außen autoritär und patriarchalisch,
  • ist körperlich und geistig schwach,
  • wird gewalttätig Gregor gegenüber (nach Verwandlung),
  • übernimmt die Verantwortung für die Familie nach Gregors Verwandlung.

Die Mutter (Anna Samsa)

Die Figur der Mutter, Anna Samsa, kann als Ehefrau und Mutter in die Handlung von Kafkas "Die Verwandlung" eingeordnet werden. Außerdem verfügt Anna Samsa über folgende Merkmale:

  • Hat keinen Beruf erlernt,
  • setzt sich für Gregor ein,
  • ist psychisch schwach,
  • empfindet Gregors Verwandlung als Last.

Die Schwester (Grete Samsa)

Die Schwesterfigur, Grete Samsa, ist 17 Jahre alt und traditionell erzogen. Sie fällt durch folgende Eigenschaften in Kafkas "Die Verwandlung" auf:

  • Hat viele Freiheiten,
  • ist verwöhnt,
  • ist musikalisch,
  • steht in familiärer Rangordnung unter Gregor (vor der Verwandlung),
  • soll Gregor pflegen, hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm (vor seiner Verwandlung),
  • sieht Rolle in der Familie bald als wichtiger als die Pflege von Gregor an,
  • soll einen gut situierten Mann heiraten.

"Die Verwandlung" – Analyse

Die Analyse von "Die Verwandlung" ermöglicht, den Aufbau und die Sprache des Werks zu beleuchten. Die drei Kapitel der Verwandlung verfügen über drei Schwerpunkte der Erzählung:

  • Im ersten Teil wird Gregors Verhältnis zu seinem Beruf dargestellt.

  • Im zweiten Teil das Verhältnis zu seiner Familie und

  • im dritten Teil die Beziehung zu sich selbst.

Dass die Spannung der Erzählung mit zunehmender Kapitelzahl abfällt, kannst Du anhand der folgenden Tabelle erkennen:

Spannungsabfall in Kafkas "Die Verwandlung"
Kapitel 1
  • Im ersten Kapitel folgen viele verschiedene Ereignisse aufeinander.
    • Diese werden durch Gregors Verhalten und die Reaktion seiner Familie auf seine Verwandlung bestimmt.
Kapitel 2
  • Im zweiten Kapitel werden Gregors Gedanken und Beobachtungen ausführlich geschildert.
  • Ereignisse finden statt – wie z. B. das Ausräumen von Gregors Zimmer – rücken aber zunehmend in den Hintergrund.
Kapitel 3
  • Im letzten Kapitel fokussiert sich der Erzähler auf das Innenlebenvon Gregor Samsa.
    • Er schildert detailliert seinen immer schlechter werdenden Zustand.
  • Letzte Ereignisse sind der Ausbruchsversuch des Ungeziefers und der Auszug der Zimmerherren.

In Verbindung mit diesem Spannungsabfall wird deutlich, dass der Text insgesamt ruhig und träge wirkt. Dies steht in Verbindung mit Gregors Zustand, der stetig schlechter wird, und sein Tod daher unausweichlich erscheint.

"Die Verwandlung" – Gestaltung

"Die Verwandlung" zeigt aber auch noch weitere Gestaltungsmerkmale auf, die im Folgenden näher erläutert werden.

"Die Verwandlung" – Gestaltung

Verschiebung der Machtverhältnisse

Die drei Teile der Erzählung verdeutlichen eine Verschiebung der Machtverhältnisse innerhalb der Familie Samsa:

  • Im ersten Kapitel dominiert der Vater,
  • während im dritten Teil Gregors Schwester die zentrale Rolle übernimmt.

Änderung der Figurenkonstellation

In den beiden Randkapiteln stoßen Nebenpersonen zur Familie hinzu:

  • Im ersten Teil erkundigt sich der Prokurist nach Gregor Samsa.
  • Im dritten Kapitel kommen neue Personen hinzu – drei Zimmerherren ziehen bei Familie Samsa als Untermieter ein.

Parallelen zwischen Anfang und Ende

Anfangs- und Schlussszene der Erzählung weisen folgende Parallelen auf:

  • Gregor nimmt zu Beginn seinen Insektenkörper wahr.
  • Grete dehnt am Ende der Erzählung ihren Körper, wodurch der Fokus zu Beginn und am Schluss auf die körperlichen Merkmale und den Kontrast zwischen der jungen fitten Grete und dem unbeweglichen Ungezieferkörper von Gregor gelegt wird.

Zahlensymbolik

  • Eine wesentliche Rolle in "Die Verwandlung" spielt die Zahl 3.
  • Als eine Art Leitmotiv gibt sie die wesentliche Struktur der Erzählung vor:
    • Es gibt drei Kapitel,
    • drei weitere Familienmitglieder, die sich nach Gregors Verwandlung eine neue Anstellung suchen müssen,
    • drei verschiedene Verwandlungen, die Gregors Körper oder die Persönlichkeit des Vaters bzw. der Schwester betreffen,
    • drei Hausangestellte und
    • drei Zimmerherren.

Erzähltempo

  • Im ersten Teil der Erzählung dominiert die Zeitdeckung und auch die Zeitdehnung, da vor allem Gregor Samsas Verhalten und seine Gedanken als Ungeziefer geschildert werden.
    • Lesende sind nah am Geschehen und können sich in Gregors Lage versetzen.
  • Im zweiten Kapitel wird die Handlung über mehrere Wochen in geraffter Form geschildert.
  • Im dritten Kapitel gibt es sowohl Abschnitte mit einer Zeitdehnung, wie der letzte Ausbruchsversuch des Ungeziefers, doch insgesamt liegt auch hier eine Zeitraffung vor.

Bei der Zeitdeckung entspricht die Erzählzeit, die eine Person zum Lesen der Geschichte benötigt, etwa der erzählten Zeit. Das ist die Zeit, die innerhalb der Geschichte vergeht.

Bei der Zeitdehnung ist die Erzählzeit größer als die erzählte Zeit.

Von einer Zeitraffung spricht man, wenn die Erzählzeit kleiner ist als die erzählte Zeit.

"Die Verwandlung" – Sprache und Stil

Die Erzählung ist knapp, sachlich und nüchtern geschildert, wie es für Kafka typisch ist. Sie ist auf das Wesentliche beschränkt und in einer schnörkellosen, klaren Ausdrucksweise verfasst und daher auch heute noch leicht verständlich.

  • Auffällig ist, dass in einem Satz oft mehrere Hauptsätze durch Kommas aneinandergereiht werden.
  • Die Erzählung ist im Präteritum verfasst.

Der Leser bekommt trotz des sachlichen Stils das Gefühl, in die Handlung hineinversetzt zu werden, was durch innere Monologe sowie die erlebte Rede von Gregor unterstützt wird.

Die erlebte Rede ist eine Mischung aus direkter und indirekter Rede. Sie versetzt den Leser nah an das Geschehen, er betrachtet es aber trotzdem von außen. Sieh Dir doch die StudySmarter-Erklärung "Erlebte Rede" an, wenn Du mehr über diese erfahren möchtest!

Das folgende Zitat ist ein Beispiel für eine erlebte Rede und zeigt Gregor Samsas Gedanken, als er morgens verschläft:

Ja, war es möglich, dieses Möbel erschütternde Läuten ruhig zu verschlafen? Nun, ruhig hatte er ja nicht geschlafen, aber wahrscheinlich desto fester. Was aber sollte er jetzt tun? Der nächste Zug ging um sieben Uhr.

Beim inneren Monolog werden die Gedanken und Gefühle einer Figur direkt in der Ich-Form wiedergegeben. Der Erzähler wird auch hier nicht aktiv:

Die geschäftlichen Aufregungen sind viel größer, als im eigentlichen Geschäft zu Hause, und außerdem ist mir noch diese Plage des Reisens auferlegt.

Durch das "mir" wird im Zitat der innere Monolog Gregors deutlich.

Erzählverhalten – Kafka "Die Verwandlung"

Das Erzählverhalten in Kafkas "Die Verwandlung" fällt durch einen personalen Erzähler, der aus der Sicht von Gregor Samsa schildert, auf. Das bedeutet, dass der Erzähler Gregors gesamtes Innenleben kennt, jedoch nicht aus der Sicht der anderen Figuren schildern kann. Trotzdem blickt er von außen auf das Geschehen und spricht über Gregor in der dritten Person:

Erst in der Abenddämmerung erwachte Gregor aus seinem schweren, ohnmachtsähnlichen Schlaf. Er wäre gewiss nicht viel später auch ohne Störung erwacht, denn er fühlte sich genügend ausgeruht und ausgeschlafen, doch es schien ihm, als hätte ihn ein flüchtiger Schritt und ein vorsichtiges Schließen der zum Vorzimmer führenden Tür geweckt.

"Die Verwandlung" – Interpretation

Die Interpretation von Kafkas Werk "Die Verwandlung" kann anhand von einigen Motiven erfolgen, die Gregors Gefühlswelt verdeutlichen. Die wichtigsten werden im Folgenden erklärt.

"Die Verwandlung" – Motive: Das Motiv der Türen und Fenster

Das Zimmer von Gregor Samsa verfügt über ein Fenster und drei Türen, die ihm eine Verbindung zur Außenwelt ermöglichen. Besonders nach seiner Verwandlung verlässt Gregor sein Zimmer aber nur selten und die Türen werden von der Familie häufig abgeschlossen.

  • In diesem Werk stellen die Türen eine Abgrenzung zwischen dem verwandelten Gregor und der Familie Samsa dar.
  • Die verschlossenen Türen machen die Isolation von Gregor deutlich.
  • Zu Beginn ist die Tür von innen verschlossen, wodurch das gestörte Verhältnis der Familie ausgedrückt wird.
  • Gregor will dadurch verhindern, dass die Familie seine Verwandlung bemerkt.
  • Doch durch die verschlossene Tür als Barriere wird gleichzeitig auch die Kommunikation untereinander erschwert.

Später wird die Tür von außen abgeschlossen, um zu verhindern, dass Gregor aus seinem Zimmer kommt. Damit wird ihm die Teilnahme am Familienleben verweigert, denn nach der Verwandlung wird Gregor von seiner Familie ausgegrenzt und verachtet.

  • Das Fenster dient Gregor am Anfang der Erzählung kurzzeitig als Ablenkung, jedoch stimmt es ihn auch melancholisch.
  • Draußen regnet es, was die gedrückte Stimmung im Text verstärkt.

"Die Verwandlung" – Motive: Das Apfel-Motiv

Als Grete und ihre Mutter die Möbel aus Gregors Zimmer entfernen und die Mutter das Ungeziefer erblickt, fällt sie in Ohnmacht. Als der Vater von dem Vorfall erfährt, wirft er wütend Äpfel auf Gregor. Einer dringt tief in seinen Panzer ein und verletzt ihn schwer.

  • Das Motiv des Apfels kann auf die verbotene Frucht im Paradies bezogen werden.
  • In der Bibel essen Adam und Eva von dieser Frucht am Baum der Erkenntnis und müssen in der Folge aus dem Paradies fliehen.
  • Auch Gregor wird durch den Apfelwurf aus seinem Paradies vertrieben.
    • Er erkennt nun endgültig, dass er in seiner Familie nicht mehr erwünscht ist.
  • Auffällig ist, dass der Apfel tief in den Rückenpanzer eindringt, der offenbar instabil ist.
  • Dies könnte das Durchdringen einer emotionalen Schutzmauer darstellen.

Kafka "Die Verwandlung" – Bedeutung

Gregor Samsa wird nach der Verwandlung äußerlich wie folgt beschrieben:

Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch [...] Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine, flimmerten ihm hilflos vor den Augen.

  • Er verwandelt sich in ein "ungeheure[s] Ungeziefer", behält jedoch seine menschliche Größe bei.
  • Dadurch gehört er nicht mehr zu den Menschen, aber auch nicht zu den Tieren.
  • Er ist also ein Außenseiter.

Seine Einsamkeit und Entfremdung von sich selbst wird durch die Verwandlung nach außen gespiegelt. Ihn belastet die Verantwortung für seine Familie und um dieser Pflicht nachzukommen, übt er eine Tätigkeit aus, die ihn unglücklich macht.

Die Ursache für die Verwandlung wird jedoch im gesamten Text nicht genannt, sie wird einfach als Tatsache an den Beginn gestellt. Im Verlauf der Handlung nimmt Gregor immer mehr tierische Eigenschaften an und wird zu dem Ungeziefer, das die Familie in ihm sieht und verabscheut.

Kafka "Die Verwandlung" – Epoche

Kafkas Erzählung "Die Verwandlung" gehört zur Epoche des Expressionismus.

  • Das Werk ist 1912 entstanden und wurde 1915 das erste Mal veröffentlicht.
  • Diese Zeit war vor allem durch den Ersten Weltkrieg (1914–1918) und die zunehmende Verstädterung geprägt.
  • Das Leben in der Großstadt erschien vielen hektisch.
    • Es führte zu einer zunehmenden Anonymisierung des Einzelnen bis hin zum Identitätsverlust.

Diese Themen wurden unter anderem in den Texten des Expressionismus verarbeitet. Es wurden also vor allem die eigenen Gefühle, Ängste und Sorgen ausgedrückt, aber auch Kritik an der Gesellschaft ausgeübt.

Wenn Du noch mehr zu dieser Epoche erfahren möchtest, schau Dir doch die StudySmarter-Erklärung "Expressionismus Literatur" an!

Kafkas Werk "Die Verwandlung" wird zeitlich dem Expressionismus zugeordnet, weil Gregor Samsa sich im Werk auch von sich selbst entfremdet und Kafka so ein typisches Motiv der Expressionisten aufgreift. Allerdings passt der sachliche Stil, welcher für Kafka typisch ist, nicht in die Epoche des Expressionismus. Daher nimmt der Autor eine Sonderstellung in der Literaturgeschichte ein.

Franz Kafka – "Die Verwandlung"

Franz Kafka wurde im Jahr 1883 in Prag geboren und starb im Jahr 1924 in Wien. Als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie studierte er Germanistik und Jura.

  • Kafka gilt als einer der erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
  • Zu seiner literarischen Schöpfung zählen Romane, Erzählungen, Parabeln, Gedichte und Zeichnungen.
  • Obwohl Kafkas Werke zum Kanon der Weltliteratur gezählt werden, erschien ein Großteil seiner Werke postum.
  • Einschlägig für Kafkas Schaffen ist die Einzigartigkeit seiner Werke:
    • Sie weisen allesamt einen grotesken Stil auf und werden im bildungssprachlichen Bereich sogar durch das im Duden aufgeführte Adjektiv "kafkaesk" charakterisiert.

Das Adjektiv "grotesk" bezieht sich auf einen Sachverhalt, der durch Übersteigerung absonderlich, komisch, verzerrt oder sogar lächerlich wirkt. Das Adjektiv "kafkaesk" bezieht sich auf die rätselhafte Weise, für die Kafkas Werke mitunter bekannt sind. "Kafkaesk" beschreibt eine auf rätselhafte Weise unheimliche oder bedrohliche Schilderungsart.

Ursprünglich hatte Franz Kafka die Verbrennung seiner Texte nach seinem Ableben angefordert – sein enger Freund und Verleger Max Brod veröffentlichte die Werke von Kafka dennoch nach seinem Tod.

Die Verwandlung - Das Wichtigste

  • "Die Verwandlung" – Zusammenfassung: In der Erzählung "Die Verwandlung" geht es um den Tuchhändler Gregor Samsa, der sich über Nacht in ein Ungeziefer verwandelt, daraufhin von seiner Familie weggesperrt wird und schließlich aufgrund der Einsamkeit und Vernachlässigung umkommt.
  • Im ersten Teil wird Gregors Verhältnis zu seinem Beruf dargestellt, im zweiten Teil das Verhältnis zu seiner Familie und im dritten Teil die Beziehung zu sich selbst.
  • Die Spannung fällt stetig ab, da der personale Erzähler ausführlich die Beobachtungen und Gedanken von Gregor als Ungeziefer berichtet.
  • "Die Verwandlung" – Charakterisierung:
    • Gregor Samsa:
      • ca. 25 Jahre alt

      • arbeitet als Handlungsreisender

      • unzufrieden mit dem Beruf als Tuchhändler

      • lebt bei seiner Familie als Junggeselle

      • Hauptversorger der Familie (vor der Verwandlung)

      • pflicht- und verantwortungsbewusst

      • autoritär

    • Der Vater (Herr Samsa):

      • Ehemaliger Unternehmer
      • verschuldet und finanziell von Gregor abhängig (vor der Verwandlung)
      • nach außen autoritär und patriarchalisch
      • körperlich und geistig schwach
      • Gregor gegenüber gewalttätig (nach Verwandlung)
      • übernimmt Verantwortung für die Familie nach Gregors Verwandlung
    • Die Mutter (Anna Samsa):
      • Ehefrau und Mutter
      • keinen Beruf erlernt
      • setzt sich für Gregor ein
      • psychisch schwach
      • empfindet Gregors Verwandlung als Last
    • Die Schwester (Grete Samsa):
      • 17 Jahre alt
      • hat viele Freiheiten
      • verwöhnt und traditionell erzogen
      • musikalisch
      • in familiärer Rangordnung unter Gregor (vor der Verwandlung)
      • soll Gregor pflegen, hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm (vor seiner Verwandlung)
      • soll gut situierten Mann heiraten
  • "Die Verwandlung" – Motive: Die Zahl Drei ist ein Leitmotivder Geschichte:
    • Es gibt drei Kapitel,
    • drei weitere Familienmitglieder, die nach Gregors Verwandlung eine neue Anstellung suchen müssen,
    • drei verschiedene Verwandlungen (Gregor, Vater, Schwester),
    • drei Hausangestellte und
    • drei Zimmerherren in der Erzählung.
  • Kafka – "Die Verwandlung": Die Erzählung wurde 1915 das erste Mal von Kafka veröffentlicht, ist aber schon drei Jahre zuvor entstanden.
    • Franz Kafka (1883–1924) war ein deutschsprachiger Jude und lebte in Prag.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Die Verwandlung

Gregor Samsa stirbt aufgrund seiner zunehmenden Vereinsamung und weil er in dieser Folge aufhört zu essen und zu schlafen. 

"Die Verwandlung" gehört zur Epoche des Expressionismus. 

"Die Verwandlung" ist kein Roman, sondern eine Erzählung. 

"Die Verwandlung" ist eine Erzählung von Franz Kafka aus dem Jahr 1915. Es geht um den Vertreter Gregor Samsa, der als Ungeziefer verwandelt aufwacht und deshalb von seiner Familie ausgegrenzt wird. 

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