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Roman

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Deutsch

Liest Du manchmal Bücher wie zum Beispiel Krimis, Abenteuergeschichten, Fantasy oder Science-Fiction? Sie alle haben eines gemeinsam – sie gehören zur literarischen Form des Romans. Auch im Deutschunterricht sind Dir bestimmt schon einige Romane begegnet, denn sie sind von großer Bedeutung für die Literaturgeschichte: Von allen literarischen Formen haben Romane die größte Verbreitung und werden am meisten gelesen.

Definition des Romans

Der Begriff "Roman" geht auf das altfranzösische Wort romanz zurück. Dieser Ausdruck stammt aus dem 12. Jahrhundert und bezieht sich auf damalige Literatur, die in der Volkssprache (und nicht auf Latein) geschrieben wurde. Im 17. Jahrhundert entwickelt sich der Roman als eigenständige literarische Form mit eigenen Merkmalen.

Bei einem Roman handelt es sich um eine literarische Gattungsform der Epik. Er ist eine fiktionale, in Prosa verfasste epische Großform. Die Handlung ist dabei komplex und kann aus mehreren Strängen bestehen.

Epik ist die Gattung der erzählenden Literatur in Prosa oder Versform, bei der das Geschehen durch eine Erzählinstanz vermittelt wird. Zur Kurzepik zählen unter anderem die Novelle, die Fabel oder die Anekdote. Zur Großepik gehören der Roman und das Versepos.

Prosa bedeutet freie, ungebundene Sprache, die keinem Rhythmus oder Versschema unterliegt.

Wenn Du mehr über die Themen "Epik" und "Prosa" erfahren möchtest, schaue gerne in die ensprechenden Erklärungen rein.

Merkmale eines Romans

Es gibt keine Standardform des Romans, sondern viele verschiedene Unterformen, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und gewandelt haben.

Da der Roman keinen strengen Regeln hinsichtlich des Aufbaus unterliegt, ist er zwar nicht so leicht zu klassifizieren, dennoch gibt es einige charakteristische Kennzeichen, die einen Roman ausmachen.

Zeit

Die erzählte Zeit im Roman ist meist länger als die Erzählzeit, das heißt, der Text eines Romans umfasst eine größere Zeitspanne – beispielsweise das gesamte Leben eines Protagonisten – während die Zeit des Lesens nur einige Stunden in Anspruch nimmt. In diesem Fall spricht man auch von einer Zeitraffung.

In Günter Grass' Roman "Die Blechtrommel" beläuft sich die Zeit der erzählten Handlung. Das heißt, die erzählte Zeit umfasst insgesamt 55 Jahre, nämlich von 1899 bis 1954.

Im Gegensatz dazu kann die Erzählzeit jedoch auch länger als die erzählte Zeit sein, wie das zum Beispiel bei ausführlichen Beschreibungen oder bei einer Figurenrede in Form eines Stream of Consciousness der Fall sein kann. Man spricht dann von einer Zeitdehnung.

Stream of Consciousness bedeutet übersetzt "Bewusstseinsstrom". Darunter versteht man eine spezielle Form des inneren Monologs einer Romanfigur, bei der sämtliche Bewusstseinsinhalte der Figur assoziativ und ungefiltert vermittelt werden.

Im Gegensatz zum inneren Monolog hat der Stream of Consciousness etwas Unmittelbares und Unstrukturiertes, was sich auch in der syntaktischen Struktur, also dem Satzaufbau, äußern kann. So können etwa Satzzeichen oder Funktionswörter wie Pronomen oder Konjunktionen fehlen.

Die Figurenrede des Stream of Consciousness kommt beispielsweise in James Joyce "Ulysses" (1922) vor.

Wenn sich Erzählzeit und erzählte Zeit decken, bezeichnet man dies als Zeitdeckung, was beispielsweise bei Dialogen oder bei der direkten Rede auftreten kann.

Des Weiteren kann das Geschehen entweder chronologisch erzählt werden oder diskontinuierlich in Form von Zeitsprüngen, die sich in Rückblenden oder Vorausdeutungen äußern können.

Umfang

Ein wichtiges Merkmal ist zudem der Umfang eines Romans. Im Gegensatz zu beispielsweise einer Kurzgeschichte ist der Umfang eines Romans in den meisten Fällen deutlich größer. So haben Romane meist zwischen 200 und 500 Seiten, wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt.

Der Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" des französischen Schriftstellers Marcel Proust hat ca. 2.400 Seiten. Er wurde in den Jahren 1923–1927 ursprünglich in sieben Bänden veröffentlicht.

Handlung und Figuren

Überdies ist die Komplexität der Handlung wichtig für die Definition eines Romans. Im Gegensatz zur Form der Novelle ist die Handlung eines Romans komplexer und kann aus mehreren Handlungssträngen bestehen.

Eine Novelle ist genau wie der Roman eine Erzählung in Prosaform. Jedoch ist sie gekennzeichnet durch einen geringeren Umfang und eine einsträngige Handlung, die weniger Nebenhandlungen und weniger Charaktere aufweist. Ein zentrales Element der Novelle ist ein Krisenmoment, das der Hauptfigur widerfährt und einen Wendepunkt des Geschehens darstellt.

Wenn Du das Thema der Novelle vertiefen möchtest, lies Dich gerne in die Erklärung "Novelle" rein.

Die Komplexität der Handlung eines Romans kann sich zudem in der hohen Zahl an Figuren äußern.

In dem Roman "Buddenbrooks" von Thomas Mann aus dem Jahre 1901 werden zahlreiche Figuren aus vier Generationen und komplexe Verwandtschaftskonstellationen dargestellt.

Erzählsituation

Der Roman gehört zur erzählenden Literatur. Das bedeutet, der Inhalt wird durch eine Erzählinstanz (Erzähler) vermittelt. Ein weiteres zentrales Merkmal des Romans ist daher die Erzählsituation, die sich aus der Erzählperspektive ergibt.

Wenn Du Dich über die Analyse von epischen Texten noch weiter informieren möchtest, schaue gern bei den Erklärungen "Analyse epischer Texte" oder "Erzähler" vorbei.

Die Erzählperspektiven können unterschieden werden in den auktorialen Erzähler, den Ich-Erzähler, den personalen Erzähler und den neutralen Erzähler. In einem Roman können sich die Erzählperspektiven auch abwechseln.

Der auktoriale Erzähler weiß alles über die Handlung und die Charaktere. Er/sie erzählt in der 3. Person und ist nicht Teil der Geschichte, sondern betrachtet sie von außen. Zudem kann der Erzähler auch eigene Kommentare einfügen.

Der Ich-Erzähler erzählt in der 1. Person (Ich) und ist Teil der Geschichte. Er/sie weiß alles über den eigenen Charakter. Der Ich-Erzähler ist der/die Protagonist*in (die Hauptfigur) der Geschichte, über dessen Innenleben der/die Leser*in unmittelbar informiert wird.

Der personale Erzähler erzählt aus der Perspektive einer bestimmten Romanfigur. Er/sie erzählt in der 3. Person und ist Teil der Geschichte.

Der neutrale Erzähler gibt nur wieder, was von außen wahrgenommen werden kann. Er/sie erzählt in der 3. Person und ist nicht Teil der Geschichte, sondern betrachtet sie von außen.

Schriftlichkeit und Fiktionalität

Im Gegensatz zu Legenden, Sagen und Märchen werden Romane nicht mündlich überliefert, sondern sind schriftlich fixiert. Das bedeutet, der Text eines Romans ist immer gleichbleibend und wird nicht verändert.

Darüber hinaus sind Romane fiktional. Damit ist der beschriebene Inhalt ausgedacht und es werden keine wirklich geschehenen Ereignisse darstellt.

Der Ausdruck "fiktional" kommt vom lateinischen fictio, was "Gestaltung" oder "Erdichtung" bedeutet.

Entwicklungsgeschichte des Romans

Die ältesten überlieferten Prosaromane finden sich bereits in der griechischen Antike. Diese antiken Romane handeln von Liebe sowie Abenteuern und wurden in den ersten Jahrhunderten nach Christus verfasst.

"Ephesiaka" ist ein Roman in Prosaform des griechischen Autors Xenophon. Er wurde ca. im 2. Jahrhundert nach Christus verfasst.

Nach der Zeit der Antike bestimmten vor allem mündlich überlieferte Epen und Heldensagen die literarische Bühne, wie etwa das Nibelungenlied oder die Artussage. Diese wurden in Versform von Sängern am Hofe vorgetragen.

Ein Epos ist eine Großform der Epik, die in Versen verfasst ist. In Epen geht es um die Taten von Helden, um Kriege und Götter. Die Stoffe werden über Jahrhunderte überliefert und sind von großer Bedeutung für ganze Gemeinschaften, sodass auch Jahrhunderte nach ihrer Entstehung Dichter und Autoren Bezug auf diese nehmen.

Die wichtigsten Epen der griechischen Antike sind die "Odyssee" und die "Illias" des Dichters Homer.

Berühmte Epen des Mittelalters sind zum Beispiel das Epos Beowulf (8. Jahrhundert) oder das Nibellungenlied (um 1200).

Höfischer Roman im Mittelalter

Eine Vorform des Romans ist der höfische Roman, der in Europa zur Zeit des Mittelalters (ca. 500 bis ca. 1500 n. Chr.) entstand. Er war oft noch in Versform gehalten, sodass die Unterscheidung zum Epos nicht immer eindeutig ist. Man bezeichnet diese Vorform des Romans auch als mittelalterlichen Versroman. Darin geht es vor allem um die Taten und Abenteuer von heldenhaften Rittern.

Die ersten Versromane gehen auf den französischen Dichter Chrétien de Troyes (12. Jahrhundert) zurück, der auf altfranzösisch zum Beispiel über die Ritter Lancelot oder Iwain geschrieben hat.

Roman als eigenständige Textsorte ab 17. Jahrhundert

In der Zeit des Mittelalters und zu Beginn der Frühen Neuzeit (15. bis 18. Jahrhundert) ist der Roman noch keine eigenständige literarische Form, da er häufig noch in Versform verfasst und eng mit dem Heldenepos verwandt ist. Erst im 17. Jahrhundert löst sich der Roman deutlich vom Epos, sodass sich der Roman zu einer eigenständigen Form mit eigenen Merkmalen und vielen Unterformen und Genres entwickelte.

Gattung und Genre

Diese Begriffe sind nicht immer einfach abzugrenzen und werden oftmals uneinheitlich verwendet. Lyrik, Epik, Dramatik werden grundsätzlich als literarische Gattung bezeichnet, die wiederum in weitere literarische Formen oder Typen (Genres) unterteilt werden können. So kann man etwa die Gattung des Dramas in die Dramentypen Bürgerliches Trauerspiel, Komödie, etc. unterteilen.

Der Roman ist eine Textform der Gattung der Epik und kann selbst in weitere Typen unterteilt werden, wobei dann häufig von Genres gesprochen wird, wie zum Beispiel vom Genre Kriminalroman, Bildungsroman oder Fantasy Roman. Oft sind die Grenzen zwischen den Begriffen jedoch unklar und so wird auch der Roman selbst häufig als literarische Gattung bezeichnet.

Im Jahre 1668 verfasste Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen "Der abenteuerliche Simplicissimus". Er gilt als der erste deutsche Prosaroman.

Die sich entwickelnden Unterformen hingen eng mit den zentralen Ideen und Menschenbildern der jeweiligen Epochen zusammen. So entstanden beispielsweise in der Epoche der von der Vernunft geprägten Aufklärung (um 1700) der Bildungsroman, in dessen Zentrum die geistige Entwicklung der Hauptfigur stand und der Abenteuerroman, der oft den Ausbruch eines Individuums aus geordneten Strukturen thematisiert.

Die Epoche der Aufklärung steht im Zeichen der Vernunft und der Bildung des Menschen. Die zentrale Idee der Aufklärung ist die Emanzipation des Menschen aus strukturellen Abhängigkeiten vom Adel und der Kirche mittels ihrer Fähigkeit, vernünftig und selbstständig zu denken.

Während der Bildungsroman auch in der Klassik (1786–1832) eine wichtige Rolle spielt, entwickelt sich beispielsweise in der Epoche des Realismus (ca. 1850 bis ca. 1890), die durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen beeinflusst ist, der Romantyp des Gesellschaftsromans.

Verschiedene Genres des Romans

Im Lauf der letzten Jahrhunderte entwickelten sich zahlreiche weitere Unterformen des Romans mit wiederum eigenen Charakteristika. Du kannst sie anhand unterschiedlicher Gesichtspunkte in Gruppen zusammenfassen:

  • So kann man Romane zum einen anhand ihres Inhalts oder der behandelten Themen klassifizieren, wie z. B. Liebes-, Arzt-, Gesellschafts-, historische oder Abenteuerromane.
  • Darüber hinaus kann man Romane anhand der angewendeten Schreibweise oder der Erzählweise einteilen, wie etwa Briefromane oder Montageromane.
  • Außerdem gibt es Romane, die bestimmte Zielsetzungen verfolgen, wie beispielsweise der Bildungsroman oder der Erziehungsroman.
  • Zuletzt können Romane aufgrund einer Wertung des Inhalts eingeteilt werden, man spricht dann beispielsweise von Trivialromanen oder Groschenromanen.

Beispiele für Romangenres

Nachdem sich der Roman im 17. Jahrhundert als eigenständige Form etabliert hat, ist er, im Vergleich zu anderen literarischen Formen, zu einer der beliebtesten und verbreitetsten Textarten geworden und erreicht (bis heute) eine große Menge an Rezipient*innen.

Der Begriff "Rezipient" kommt vom lateinischen recipere, was "aufnehmen, empfangen" bedeutet. Ein*e Rezipient*in ist also im weitesten Sinne der*die Empfänger*in einer Botschaft. Der Ausdruck bezieht sich somit auf Leser*innen, Zuhörer*innen, Zuschauer*innen oder auch auf eine*n Gesprächspartner*in.

Es entstand ein großes Spektrum an Unterformen, die jedoch nicht immer klar voneinander abgegrenzt werden können. So kann – je nach Sichtweise – etwa ein Bildungsroman gleichzeitig auch ein Gesellschaftsroman sein.

Abenteuerroman

"Der abenteuerliche Simplicissimus" von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen von 1668 gilt nicht nur als einer der ersten deutschen Prosaromane, sondern er wird zugleich dem Genre des Abenteuerromans und des Schelmenromans zugerechnet.

Ein Abenteuerroman zeichnet sich durch eine spannungsreiche Handlung und einer kettenartigen Anordnung von Ereignissen aus, die dem Helden/der Heldin widerfahren. Diese*r bricht dabei meist aus seinen/ihren eigenen geordneten Strukturen aus und muss sich in verschiedenen Herausforderungen behaupten.

Im Folgenden findest Du zwei Beispiele für typische Abenteuerromane:

"Robinson Crusoe" von Daniel Defoe erschien im Jahre 1719 und handelt von Robinson Crusoes Ausbruch aus der Gesellschaft, dessen abenteuerlichen Reisen und Leben auf einer einsamen Insel.

Der Roman "Die Abenteuer des Tom Sawyer" von Mark Twain wurde 1876 als Jugendbuch veröffentlicht. Er erzählt von den Erlebnissen der beiden Freunde Tom Sawyer und Huckleberry Finn.

Bildungsroman und Entwicklungsroman

Der Romantypus des Bildungsromans entwickelte sich im 18. Jahrhundert und ist eng verwandt mit dem Entwicklungsroman, die beiden Typen sind nicht immer klar voneinander abzugrenzen. Manchmal werden die Bezeichnungen "Bildungsroman" und "Entwicklungsroman" auch gleichgesetzt.

Der Bildungsroman ist ein Typus des Romans, in dem die Hauptfigur eine Weiterentwicklung und innere Reifung durchläuft, sodass sie am Ende der Handlung eine höhere Bildung erreicht hat. Diese Idee des Bildungsziels stammt aus der Epoche der Aufklärung, in der die Bildung und Erziehung des Menschen zu einem zentralen Ziel wurde.

Auch im Entwicklungsroman steht die Entwicklung einer meist jungen Hauptfigur im Mittelpunkt, wobei dieser Entwicklungsprozess im Gegensatz zum Bildungsroman nicht zwangsläufig mit dem Erreichen eines höheren Bildungsideals enden muss.

Das folgende Zitat stammt aus Goethes Bildungsroman "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Es wird von der Figur Jarno ausgesprochen und spiegelt das übergeordnete Ziel der Bildung in Goethes Werk wider:

Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten wenn sie begriffen, was fürchterlich ist.

Das Zitat stammt aus Johann W. v. Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" (2019, Berlin: Insel Taschenbuch).

Beispiele für einen Bildungsroman sind:

  • "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und "Wilhelm Meisters Wanderjahre" (1795/96) von Johann W. v. Goethe
  • "Heinrich von Ofterdingen" (postum 1802) von Novalis

Zu den Entwicklungsromanen zählen unter anderem:

  • "Die Blechtrommel" (1959) von Günter Grass
  • "Homo faber" (1957) von Max Frisch

Gesellschaftsroman

Die Form des Gesellschaftsromans entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Epoche des Realismus und im 20. Jahrhundert.

Im Gesellschaftsroman steht die Darstellung der gesellschaftlichen Strukturen, die zur Zeit des Autors vorherrschten, im Vordergrund. Diese Darstellung ist meist umfassend und stellt die verschiedenen Gesellschaftsschichten und ihre politischen sowie wirtschaftlichen Merkmale gegenüber. Die Handlung ist mehrsträngig und durch eine Vielzahl an Figuren geprägt.

In diesem Zitat aus Fontanes Werk "Effi Briest", welches zur Zeit des Realismus erschien, spricht die junge Effi Briest mit ihrer Freundin über ihren Verlobten, der wesentlich älter ist als sie:

Jeder ist der Richtige. Natürlich muss er von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen.

Das Zitat stammt aus Theodor Fontanes "Effi Briest" (2019, Stuttgart: Reclam)

Der Roman "Effi Briest" von Theodor Fontane wurde in den Jahren 1894/95 veröffentlicht. Er thematisiert realitätsgetreu die Wertevorstellungen der Gesellschaft zur Zeit der wilhelminischen Epoche am Ende des 19. Jahrhunderts.

"Buddenbrooks" (1900) von Thomas Mann ist ein weiteres Beispiel für einen Gesellschaftsroman. Darin wird die Geschichte der Kaufmannsfamilie Buddenbrook über vier Generationen hinweg erzählt.

Historischer Roman

Die Form des historischen Romans entstand im 19. Jahrhundert, wobei der Roman "Waverly" des schottischen Schriftstellers Walter Scott aus dem Jahre 1814 als der erste historische Roman angesehen wird. Auch in den Jahrhunderten zuvor waren historische Themen bereits zentraler Inhalt der Epen.

Die Form des historischen Romans zeichnet sich durch eine umfangreiche fiktive Handlung aus, die in eine historische Epoche eingebettet ist oder sich vor dem Hintergrund eines geschichtlichen Ereignisses der Vergangenheit abspielt.

Bei der Darstellung von historischen Begebenheiten ist das Merkmal der Fiktionalität begrenzt, da sie historischen Fakten unterliegen oder sich zumindest an diesen orientieren. Werden Änderungen von historischen Fakten vorgenommen, spricht man von einem Verfremdungseffekt.

Die folgenden Beispiele für historische Romane behandeln historische Themen, wie etwa den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) oder die Zeit des späten Mittelalters:

Der historische Roman "Wallenstein" (1920) von Alfred Döblin spielt sich in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ab.

"Der Name der Rose" (1980) von Umberto Eco ist ein historischer Kriminalroman, der im Jahre 1327 angesiedelt ist.

Romangenres des 19. und 20. Jahrhunderts

Bis heute ist der Roman die literarische Form, die am meisten gelesen wird und die größte Verbreitung hat. Auch im 19. und 20. Jahrhundert entstanden zahlreiche weitere neue Genres des Romans, wie beispielsweise der Nachkriegsroman, der Kriminalroman, der Fantasy Roman und der Science-Fiction-Roman. Diese können jedoch ihre Wurzeln wiederum in älteren Genres haben.

Nachkriegsroman

Nachkriegsromane entstanden in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945). Sie verarbeiteten die Kriegszeit und den Nationalsozialismus. Dazu zählen beispielsweise:

  • "Und sagte kein einziges Wort" (1953) von Heinrich Böll,
  • "Die Blechtrommel" (1959) von Günter Grass

Kriminalroman

Die literarischen Ursprünge der Kriminalromane gehen zurück auf Abenteuer-, Ritter- und Schelmenromane. Im Zentrum des Kriminalromans steht ein Verbrechen, die durch eine*n Ermittler*in oder Detektiv*in aufgeklärt wird.

"Das Parfüm" (1984) von Patrick Süskind ist ein Beispiel für einen historischen Kriminalroman.

Ein weiteres Beispiel ist "Der Richter und sein Henker" (1950/51) des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt.

Fantasy Roman

Fantasy Romane zeichnen sich durch die Darstellung einer Gegenwelt zur realen Welt aus, ähnlich wie im Märchen oder in der Science-Fiction Literatur. Zentrale Rollen spielen magische Requisiten und Figuren wie Zauberer*innen, Hexen, Drachen, Zwerge etc.

Ein Beispiel für einen Fantasy Roman ist "Der Herr der Ringe" (1954/55, englische Originalversion) von J.R.R. Tolkien.

Science-Fiction-Roman

Science-Fiction-Romane haben ihre Ursprünge bereits in der phantastischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Typischerweise stammen die Themen aus wissenschaftlich-technischen Bereichen und behandeln Motive wie etwa den Weltraum, Außerirdische, Zeitreise oder künstliche Intelligenz.

Hier wären als Beispiel George Orwells "1984" (1949) und auch "Eine schöne neue Welt" (1932) von Aldous Huxley zu nennen.

Roman - Das Wichtigste

  • Der Roman entwickelte sich im 17. Jahrhundert aus dem Versepos heraus zu einer eigenständigen Form der erzählenden Literatur.
  • Der Roman ist eine fiktionale, in Prosa verfasste epische Großform. Die Handlung ist dabei komplex und kann aus mehreren Strängen bestehen.
  • Die zentralen Merkmale des Romans sind die Vermittlung des Geschehens durch eine Erzählinstanz, die Schriftlichkeit und die Fiktionalität. Darüber hinaus ist die erzählte Zeit häufig länger als die Erzählzeit.
  • Hinzu kommen die Komplexität der Handlung und eine Vielzahl an Figuren.
  • Es entwickelten sich viele weitere Genres des Romans, die je nach Epoche eigene Schwerpunkte und Themen behandeln, wie etwa der Bildungsroman, der Gesellschaftsroman oder der Abenteuerroman.

Roman

Der Roman ist eine fiktionale, in Prosa verfasste epische Großform. Die Handlung und die Figurenkonstellationen sind dabei oft komplex und die Handlung kann aus mehreren Strängen bestehen.

Der Roman ist eine Untergattung der Epik. Innerhalb der Form des Romans gibt es zahlreiche weitere Genres, die beispielsweise nach Inhalt, Wertung, ihrem Erzählverfahren oder ihrer Zielsetzung unterteilt werden können. Verschiedene Genres sind z.B. der Bildungsroman, der Briefroman, der Abenteuerroman, der Kriminalroman oder der Gesellschaftsroman.

Die Merkmale eines Romans sind der große Umfang, die komplexe Handlung, die Sprache in Prosa, der Unterschied zwischen der langen erzählten Zeit und im Vergleich dazu kurzen Erzählzeit, sowie die Fiktionalität der Handlung.

Einen Roman macht aus, dass er ein epischer umfangreicher Text ist, der in Prosa verfasst ist. Außerdem ist die Handlung fiktional. Die erzählte Zeit ist oftmals länger als die Erzählzeit.

Finales Roman Quiz

Frage

Definiere den Begriff "Roman".

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Antwort

Ein Roman ist eine Untergattung der Epik. Er ist fiktional, in Prosa verfasst und zeichnet sich durch eine mehrsträngige komplexe Handlung aus.

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Frage

Zähle die wichtigsten Merkmale auf, die einen Roman kennzeichnen.

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Antwort

  • erzählte Zeit häufig länger als Erzählzeit
  • großer Umfang (epische Großform)
  • Komplexität der Handlung und zahlreiche Figuren
  • Schriftlichkeit und Fiktionalität
  • Erzählsituation
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Frage

Skizziere knapp die Entwicklung des Romans.

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Antwort

Erste Formen des Prosaromans existieren bereits zur Zeit der griechischen Antike. Im Mittelalter entwickelt sich der Roman aus höfischen Versepen heraus. Im 17. Jahrhundert wird der Roman zu einer eigenständigen literarischen Form, die sich wiederum durch eine große Vielfalt an Unterformen (Genres) auszeichnet.

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Frage

Welcher Roman gilt als der erste deutsche Prosaroman?

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Antwort

"Der abenteuerliche Simplicissimus" (1668) von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen gilt als der erste deutsche Prosaroman.

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Frage

Warum gehört der Roman zur erzählenden Literatur?

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Antwort

Das Geschehen in einem Roman wird durch eine Erzählinstanz (=Erzähler) vermittelt. Dieser kann das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven wiedergeben.

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Frage

Was bedeutet "fiktional"?

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Antwort

Fiktional bedeutet, dass der erzählte Inhalt ausgedacht ist und keine real geschehenen Ereignisse darstellt.

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Frage

Nach welchen Gesichtspunkten können Romane in Gruppen eingeteilt werden?

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Antwort

  • Inhalt (z.B. Abenteuerroman)
  • Schreibweise/Erzählweise (z.B. Briefroman)
  • Zielsetzungen (z.B. Bildungsroman)
  • Wertung des Inhalts (z.B. Trivialroman)
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Frage

Nenne zwei Beispiele für die Form des Abenteuerromans.

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Antwort

"Robinson Crusoe" (1719) von Daniel Defoe 

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Frage

Nenne fünf Beispiele für Romangenres.

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Antwort

  • Nachkriegsroman
  • Abenteuerroman
  • Bildungsroman
  • Historischer Roman
  • Gesellschaftsroman
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Frage

Welches Thema steht im Mittelpunkt eines Bildungsromans?

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Antwort

innere Reifung der Hauptfigur

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Frage

Erkläre die folgende Definition in deinen eigenen Worten: "Der Roman ist eine fiktionale, in Prosa verfasste epische Großform."

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Antwort

Der Roman ist eine Untergattung der Epik, also der erzählenden Literatur. Er zeichnet sich im Gegensatz zur Kurzgeschichte und zur Novelle durch einen großen Umfang aus. Die Handlung spiegelt keine realen Geschehnisse wider. Die Sprache eines Romans ist frei und ungebunden und nicht in Reim- oder Versform. 

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Frage

Was bedeutet Prosa?

Antwort anzeigen

Antwort

freie ungebundene Sprache, ohne Reim- und Versschema

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Frage

Welcher der folgenden Romane ist ein Beispiel für einen Gesellschaftsroman?

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Antwort

"Effi Briest" (1894/95) von Theodor Fontane 

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Frage

Welche Themen standen im Zentrum der mittelalterlichen Versromane?

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Antwort

Ritter

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Frage

In welcher Epoche entwickelte sich die Form des Gesellschaftsromans?

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Antwort

Realismus

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