Schweigeminute Siegfried Lenz

Das Werk "Schweigeminute" des Autors Siegfried Lenz wurde erstmals im Jahr 2008 veröffentlicht und thematisiert die Liebesbeziehung eines 18-jährigen Jungen namens Christian und dessen Englischlehrerin Stella. Durch einen Segelunfall kommt die Lehrerin des Schülers ums Leben – ihre heimliche Liebe hält nur einen Sommer lang. Das nachfolgende Zitat entstammt der Novelle:

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsangabe

    Je länger ich dein Photo betrachtete, Stella, desto geheimnisvoller schien es sich zu beleben, manchmal glaubte ich, du zwinkertest mir zu in wortlosem Einverständnis, so, wie ich es erwartet hatte in der ersten Englischstunde nach den Sommerferien.1

    Eine Novelle ist eine Prosaform von mittlerer Länge und gehört zur Gattung der Epik. Eine Novelle behandelt stets ein oder einige wenige außergewöhnliche Ereignisse, die aber trotzdem realistisch sind. Wenn Du mehr über die Textart Novelle erfahren möchtest, sieh Dir doch die entsprechende Erklärung "Novelle" auf StudySmarter an!

    Eine kurze Zusammenfassung von "Schweigeminute" bieten Dir die folgenden Stichpunkte:

    • Das Werk "Schweigeminute" gehört zur Epoche der Postmoderne.
    • Eine Analyse der Novelle zeigt, dass darin ein besonderes Erzählverhalten zum Ausdruck kommt.
    • Eine mögliche Interpretation von "Schweigeminute" behandelt thematisch die Sehnsucht nach Dauer.

    Siegfried Lenz "Schweigeminute" – Zusammenfassung

    Eine Zusammenfassung von Siegfriend Lenz' "Schweigeminute" kann durch den Beginn der Handlung erfolgen.

    • "Schweigeminute" beginnt in der Aula des Lessing-Gymnasiums an einem fiktiven Ort namens Hirtshafen an der Ostseeküste.
    • Dort wird zugunsten der bei einem Segelunfall verstorbenen Stella Petersen eine Gedenkfeier in Verbindung mit einer Schweigeminute gehalten.

    Das Aufeinandertreffen von Christian und Stella

    Der Ich-Erzähler, dessen Name Christian Voigt lautet und der zugleich Schüler am Lessing-Gymnasium ist, nimmt diese Zusammenkunft in der Aula seiner Schule zum Anlass, seine Beziehung zu der Verstorbenen in Form einer Rückblende zu erzählen.

    Die Rückblende ist ein Erzählverfahren in literarischen Texten und wird häufig auch als Analepse bezeichnet. Bei der Rückblende wird von bereits vergangenen Ereignissen berichtet. Diese Ereignisse liegen zeitlich gesehen vor der Zeit, in der sich die erzählende Person befindet.

    Bereits zu Beginn werden die Lesenden darüber informiert, dass der Erzähler eine innige Beziehung zu der Verstorbenen hatte:

    Nach unserem Direktor sollte auch ein Schüler sprechen, sie forderten zuerst mich auf, wohl deswegen, weil ich Klassensprecher war, ich verzichtete, ich wußte, daß ich es nicht würde tun können nach allem, was geschehen war.1

    Die verstorbene Frau Petersen war die Englischlehrerin von Christian. Dieser erinnert sich – das auf dem Podium stehende Bild der Verstorbenen erblickend –, an sein erstes Aufeinandertreffen mit Stella außerhalb der Schule.

    • Es war in den Sommerferien, als Christian seinem als Steinfischer arbeitenden Vater half, Steine aus der Ostsee zu holen.
    • Diese wurden für den Bau eines Wellenbrechers in Hirtshafen genutzt.
    • Aus der Ferne beobachtete Stella die beiden dabei und bekundete Interesse für deren Arbeit.

    Als Steinfischer wird eine Person verstanden, die den ehemals vertretenen Beruf der Steinfischerei ausübte. Hierbei wurden größere Steine aus Gewässern geholt, um diese als Baumaterialien zu nutzen. Als Wellenbrecher wird eine aus Steinen erbaute Anlage verstanden, die anlaufende Wellen brechen soll, damit diese die Häfen und Schiffe nicht beschädigen.

    • Daraufhin bot Christian ihr an, ihr in den kommenden Tagen die Steinfelder unter der See zu zeigen.
    • Stella willigte ein.
    • Wenige Tage später tanzten Stella und Christian gemeinsam auf einem Fest am Strand.
    • Während der Gedenkfeier erblickt Christian Ole, der der Sieger einer Regatta der Optimist-Jollen in Hirtshafen war.
    • Dabei erinnert sich der Ich-Erzähler an ein Ereignis mit Georg Bisanz, dem Lieblingsschüler von Stella.
    • Nachdem die Jolle von Georg gekentert war, rettete Stella ihren Schüler vor dem Ertrinken.

    Eine Regatta ist eine Sportwettfahrt, die im Wasser stattfindet. Eine Optimist-Jolle ist ein kleines Segelboot, das speziell für Kinder und Jugendliche gefertigt wird.

    Am Tag des gemeinsamen Ausfluges zu den Steinfeldern im Meer zog ein Gewitter auf, sodass Stella und Christian schließlich vor der sogenannten Vogelinsel strandeten. In einer verlassenen Hütte eines Vogelwarts suchten sie Schutz und näherten sich zum ersten Mal körperlich an.

    • Zurück in der Stadt folgte Christian Stella in ihr Hotelzimmer im Hotel "Seeblick".
    • Dort verbringen die beiden die Nacht zusammen und küssen sich zum ersten Mal.

    Zurück in der Schule

    All dies erlebte das Liebespaar während der Sommerferien. Christian erinnert sich an die erste Schulstunde nach den Ferien. Sehnsüchtig wartete er auf ein Zeichen seiner Englischlehrerin nach der gemeinsam erlebten Intimität – Stella aber behandelte ihn wie alle anderen Schülerinnen und Schüler, schließlich trat sie ihrer Klasse immer autoritär entgegen:

    Ich suchte ihren Blick, doch sie übersah mich, strafte mich fast gleichgültig.1

    Nachdem sich Christian und Stella an einem "warmen, windstillen Nachmittag"1 ein spontanes Wettschwimmen lieferten, landeten sie "in der Mulde bei den Kiefern"1. Dort kommt es erstmals zum Liebesakt zwischen den beiden.

    • Zurück in der Gegenwart nimmt der Erzähler das auf dem Podium der Aula liegende Bild von Stella an sich.
    • Die Gedenkstunde ist vorüber.
    • Christian erinnert sich an seinen Besuch bei Stella zu Hause in Scharmünde.
    • Dort lebte sie gemeinsam mit ihrem Vater.
    • Stella schien Christians Besuch mit wenig Freude entgegenzusehen.
    • Sie bestand darauf, die intime Beziehung zu ihm strikt von ihrer Beziehung zu ihm als Lehrerin zu trennen.
      • Dies wird deutlich, als Christian Stella nach seiner misslungenen Arbeit fragt:

    Auf meine Frage: 'Wenn meine Arbeit mißlungen ist, kann ich wohl nicht viel erwarten?', zucktest du die Achseln und sagtest in einem Ton, der ein wenig zurechtweisend klang: 'Dies ist wohl nicht der Ort, um über Zensuren zu sprechen.'1

    Dies war die letzte Begegnung der beiden, denn Stella brach anschließend zu einer Reise mit dem Segelschiff, einem sogenannten Segeltörn, auf.

    Nach dieser Erinnerungsepisode gelangt Christian in eine Auseinandersetzung mit seinem Direktor Herr Block, der von ihm verlangt, das entwendete Bild von Stella zurückzugeben. Widerwillig stellt Christian das Bild neben weiteren Porträts von verstorbenen Lehrerinnen und Lehrern auf.

    • Im Anschluss erinnert sich Christian an einen gemeinsamen Sommertag mit Stella.
    • Dort hatten die beiden Fotos gemacht, insbesondere Christian von Stella.
    • Eines der Bilder zeigte die beiden zusammen und zierte später in einem Bilderrahmen hängend Christians Zimmer.
    • Die Mutter des 18-Jährigen vermutete daraufhin, dass sich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden abspielte.

    Die Tragödie

    Weiter in Erinnerungen schwelgend entsinnt sich Christian der Gedanken und Gefühle, die er hatte, nachdem er einen Brief von Stella erhalten hatte.

    • Stelle hatte den Brief von ihrem Segelausflug aus an ihn geschickt.
    • Daraufhin schmiedete Christian einen Plan, wie er und Stella gemeinsam leben könnten: in der verlassenen Hütte des Vogelwarts.
    • Er bat seinen Vater darum, ihn für seine Arbeit zu entlohnen.
    • Zuletzt ruft sich Christian den Tag in Erinnerung, an dem das Segelschiff, auf dem Stella an Bord war, den Hafen in Hirtshafen ansteuerte.
    • Ein Sturm machte dem Schiff zu schaffen und rammte es gegen die Mauer des Hafens.
    • Dabei wurden zwei Personen über Bord geworfen: Stella und ein junger Mann.
    • Christian sprang ins Wasser, um Stella zu retten.
    • Sie wurde ins Krankenhaus gebracht – dort erlag sie ihren schweren Kopfverletzungen.

    Eine Seebestattung folgte und Christian beschloss, die "Entdeckung"1 ihrer Liebe für sich zu behalten, denn vielleicht muss sie "im Schwiegen ruhen und bewahrt werden"1.

    "Schweigeminute" von Siegfried Lenz – Charakterisierung

    Eine Charakterisierung von Siegfried Lenz' zeigt, dass durch den thematischen Schwerpunkt der Liebesbeziehung insbesondere die beiden Figuren "Stella" und "Christian" thematisiert werden.

    Christian Voigt

    Die Figur Christian Voigt kann als 18-jähriger Schüler in die Handlung von "Schweigeminute" eingeordnet werden. Weitere Merkmale sind:

    • ist Schüler am Lessing-Gymnasium in Hirtshafen,
    • arbeitet bei seinem Vater auf dem Schiff "Katarina"
    • und verliebt sich in seine Englischlehrerin Stella Petersen.

    Stella Petersen

    Die Figur Stella Petersen kann als Englischlehrerin in die Handlung von "Schweigeminute" eingeordnet werden. Weitere Merkmale sind:

    • arbeitet als Englischlehrerin am Lessing-Gymnasium,
    • trägt gerne Strandkleider,
    • trägt gerne grün,
    • wirkt selbstbewusst und fröhlich,
    • zeigt ebenfalls Zuneigung gegenüber Christian,
    • aber möchte ihre Stellung als Lehrerin und das Verhältnis mit Christian voneinander trennen.

    "Schweigeminute" Siegfried Lenz – Analyse

    Eine Analyse von "Schweigeminute" zeigt, dass die darin enthaltenen Geschehnisse von einem Ich-Erzähler wiedergegeben werden. Im Folgenden erhältst Du Informationen über den Aufbau von "Schweigeminute" und erfährst Genaueres zur Sprache des Werks.

    Der Ich-Erzähler ist meist auch die Hauptfigur eines Werks. Wenn ein Text über einen Ich-Erzähler verfügt, dann wird direkt aus der Sicht dieser Person erzählt. Alles, was die Figur erlebt, erlebst auch Du als lesende Person. Du hast Einblick in die Gedanken und Gefühle der Hauptfigur, aber nicht in die Gedanken und Gefühle der anderen Figuren.

    Der Aufbau

    "Schweigeminute" folgt dem typischen Aufbau der Textart "Novelle" und verfügt dementsprechend über eine Aufteilung in Rahmen- und Binnenhandlung. Bei dieser Erzähltechnik wird das Hauptgeschehen in Form der Binnenhandlung in eine umfassendere Handlung, nämlich die Rahmenhandlung, eingebunden.

    Demnach stellt die Rückblende an die Zeit mit Stella des Ich-Erzählers die Binnenhandlung dar, während die Gedenkfeier an der Schule die Rahmenhandlung darstellt.

    Das Besondere an der Novelle ist, dass häufig eine bestimmte Erzähltechnik genutzt wird – die Rahmenerzählung. Das bedeutet, dass die eigentliche Erzählung der Novelle (Binnenhandlung) in eine andere umfassende Handlung (Rahmenhandlung) eingebettet wird. Diese andere Geschichte bildet dann den Rahmen der eigentlichen Erzählung der Novelle.

    Bei dieser Erzähltechnik handelt es sich um eine Sonderform des mehrschichtigen Erzählens. Die Handlung der Novelle beginnt mit der Rahmenhandlung. Darauf folgt dann die Binnenhandlung und zum Schluss wird wieder die Rahmenhandlung thematisiert.

    Wichtig ist dabei, dass der lineare Handlungsverlauf der Novelle dadurch nicht beeinflusst wird. Innerhalb der Novelle gibt es trotzdem nur einen einzelnen Handlungsstrang, da die Rahmenhandlung außerhalb der Novelle steht und sie "umrahmt", ohne den Handlungsverlauf der Novelle selbst in der Binnenerzählung zu verändern.

    In Bezug auf den Aufbau der Novelle fällt außerdem auf, dass in der Handlung keine genauen Jahreszahlen genannt werden. Aufgrund des erwähnten Radiogesangs von Benny Goodman und Ray Charles ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Handlung in der Nachkriegszeit, zwischen 1960 und 1970, abspielt.

    "Schweigeminute" Siegfried Lenz – Erzählverhalten

    Die Novelle "Schweigeminute" zeigt ein besonderes Erzählverhalten auf.

    • Der Ich-Erzähler verwendet eine abwechselnde Anredeform.

    Er spricht sowohl in der 2. Person Singular als auch in der 3. Person Singular zu seiner verstorbenen Geliebten und rekapituliert auf diese Weise seine Erlebnisse:

    Ich wartete darauf, daß sie sich zu mir setzte, doch sie tat es nicht, sie trat ans Fenster und blickte hinaus, gerade so, als suchtest du etwas, einen Zuspruch, eine Eingebung.1

    Des Weiteren fällt auf, dass Stella Christian auch außerhalb des Schulraums anspricht, als sei er lediglich ihr Schüler, und das, obwohl die beiden eine Liebesbeziehung haben. So zum Beispiel in der Szene, in der Christian von einem Wettschwimmen berichtet, an dem Stella aufgrund ihrer Teilnahme an "irgendwelchen Meisterschaften"1 nicht teilnehmen wollte, da dies gegenüber den anderen Teilnehmenden nicht fair sei:

    Ach, Christian, die Voraussetzungen müssen stimmen, wenn du ein stimmiges Ergebnis haben willst, müssen die Voraussetzungen stimmen.1

    Insbesondere die ständige Nennung seines Namens lässt dabei die Annahme zu, dass es sich nicht um irgendein Liebesverhältnis handelt, sondern um jenes zwischen Schüler und Lehrerin.

    Zuletzt ist die Art und Weise, wie der Ich-Erzähler von seinen Erlebnissen berichtet, auffällig: Er verzichtet auf jegliche Form von intimen Details, dennoch gelingt es ihm, die Intimität der Liebesbeziehung symbolhaft darzustellen:

    Es war kein doppelter Abdruck, den das Kopfkissen bewahrte, einmal wandten sich unsere Gesichert einander zu, kamen einander so nahe, daß nur ein einziger größerer Abdruck zurückblieb.1

    Hierbei ist das Kopfkissen ein Symbol, auf das der Erzähler auch im weiteren Verlauf seiner Geschichte zurückgreift.

    Was das Kopfkissen symbolisch ausdrücken kann, erfährst Du im Abschnitt der Interpretation.

    Siegried Lenz "Schweigeminute" – Interpretation

    Siegfried Lenz thematisiert in seiner Novelle "Schweigeminute" die heimliche Liebe zweier sich in anderen Lebensabschnitten befindenden Menschen: Es geht um den 18-jährigen Schüler Christian und die als Lehrerin arbeitende Stella.

    Die Novelle berichtet aus der Ich-Perspektive von der ersten Liebe eines jungen Menschen und dem plötzlichen und schicksalhaften Tod der geliebten Person. Im Folgenden findest Du eine Analyse und Interpretation von Lenz' "Schweigeminute":

    Die Sehnsucht nach Dauer

    Durch das bereits erwähnte Symbol des Kopfkissens, wird die Intensität der Liebe zwischen Stella und Christian herausgestellt:

    Ich sah das Kopfkissen vor mir, das Territorium, das wir für uns entdeckt hatten und das wir teilten.1

    Dass Christian nach seiner ersten Nacht mit Stella das Kopfkissen zum Symbol ihrer Liebe erhebt, zeigt, wie tief seine Gefühle zu ihr sind. Demnach ist das Kopfkissen das Symbol einer heimlichen Liebe, die weitergeführt eine "Entdeckung"1 für den jungen Mann darstellt:

    Ich begriff, daß ich diese Entdeckung nicht in der Schule preisgeben durfte, einfach, weil mit einer Preisgabe etwas aufzuhören drohte, das mir alles bedeutete – vielleicht muß ja im Schweigen ruhen und bewahrt werden, was uns glücklich macht.1

    In der Literatur werden Symbole zur vereinfachten Darstellung eines Sachverhalts verwendet. Symbole gelten als Stilmittel. Sie sind Zeichen, die für einen Sachverhalt stehen. Symbole wirken häufig etwas abstrakt, da nicht immer klar ist, was das jeweilige Symbol meint oder wofür es steht.

    Als Beispiel hierfür kann die blaue Blume in der Epoche der Romantik gelten. Gedeutet wird die blaue Blume als Symbol für die Sehnsucht des Unerreichbaren und Unendlichen sowie als Symbol der Verbindung zwischen Mensch und Natur.

    Gleichzeitig geht für den Jungen mit dieser Entdeckung die Gewissheit einher, dass er seine Liebe zu Stella nie weiter ausleben kann und erleben wird.

    • Die Liebe zu Stella bleibt lediglich eine Erinnerung für den nun trauernden Schüler.

    Dabei stellt sich für Christian die "Was-wäre-wenn-Frage", auf die er ebenfalls keine Antwort erhält. So muss er sich zuletzt eingestehen, dass seine Liebeserfahrung nur diesen einen Sommer lang währte, und er mit seiner Sehnsucht leben muss:

    Gestützt von der englischen Grammatik, stellte ich die Karte neben unser Bild und spürte einen unwillkürlichen Schmerz bei dem Gedanken, daß ich etwas versäumt hatte oder daß ich um etwas gebracht worden war, das ich mir mehr gewünscht hatte als alles andere.1

    Schließlich ist es die Sehnsucht nach Dauer, die sich der Erzähler mit der verstorbenen Stella gewünscht hatte:

    Wie selbstverständlich diese Sehnsucht nach Dauer aufkommt.1

    Denn während Christian zuvor eine Zukunft mit Stella plante, sieht er nun einer ungewissen Zukunft entgegen.

    "Schweigeminute" Siegried Lenz – Epoche

    Siegfried Lenz' Novelle "Schweigeminute" gehört zur literarischen Epoche der Postmoderne. Das Werk wurde im Jahr 2008 veröffentlicht.

    Die Postmoderne ist eine literarische Epoche, die in manchen Fällen in die Zeit zwischen 1968 und 2000, in anderen Fällen in die Zeit zwischen 1989 und 2011 eingeordnet wird. Die Autorinnen und Autoren der postmodernen Literatur wurden vermehrt von dem Gefühl geplagt, dass der Mensch orientierungslos durch die vielschichtig gewordene moderne Welt irrte. Die Epoche der Postmoderne wird daher nicht von einem roten Faden oder einem einheitlichen Leitgedanken durchzogen, stattdessen versuchten die Autorinnen und Autoren die Vielschichtigkeit der Welt sowie ihre kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen in ihren Werken zu erfassen und zu verarbeiten.

    • Daher sind auch die Themen der postmodernen Literatur nicht einheitlich.
    • Aufgrund dieser Vielfältigkeit wird auch heute noch kontrovers diskutiert, ob die Postmoderne überhaupt als Epoche bezeichnet werden kann.

    Sieh Dir doch die Erklärung "Postmoderne Literatur" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über die literarische Epoche der Postmoderne erfahren möchtest!

    Über den Autor Siegfried Lenz

    Der Schriftsteller Siegfried Lenz wurde im Jahr 1926 im ostpreußischen Lyck geboren und starb im Jahr 2014 in Hamburg. Seine Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt, wobei die gesamte Auflagenzahl bei mehr als 25 Millionen liegt. Zu seinen literarischen Werken zählen Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Essays und Rezensionen.

    Große Erfolge erzielte der Schriftsteller mit seinem Roman "Deutschstunde" (1968) sowie seiner Sammlung an Kurzgeschichten, die den Titel "So zärtlich war Suleyken" (1955) trägt.

    Thematisch beschäftigte sich Lenz wie in seiner Novelle "Schweigeminute" mit "zarten Liebesgeschichten"2. Gleichzeitig waren ihm menschliche Schicksale und aktuelle "gesellschaftliche Fragen"2, wie seinerzeit z. B. die deutsche Geschichte, ein großes Anliegen.

    Schweigeminute Siegfried Lenz - Das Wichtigste

    • Die Novelle "Schweigeminute" des Autors Siegfried Lenz wurde erstmals im Jahr 2008 veröffentlicht.
    • "Schweigeminute" – Zusammenfassung: Das Werk erzählt von der Liebesbeziehung eines 18-jährigen Jungen namens Christian und dessen Englischlehrerin Stella.
      • Durch einen Segelunfall kommt die Lehrerin des Schülers ums Leben – ihre heimliche Liebe hält nur einen Sommer lang.
    • "Schweigeminute" – Charakterisierung:
      • Christian Voigt:
        • 18 Jahre alt
        • Schüler
        • arbeitet bei seinem Vater auf dem Schiff "Katarina"
        • verliebt in seine Englischlehrerin Stella Petersen
      • Stella Petersen:
        • Englischlehrerin
        • trägt gerne Strandkleider
        • trägt gerne grün
        • selbstbewusst und fröhlich
        • zeigt ebenfalls Zuneigung gegenüber Christian
        • möchte ihre Stellung als Lehrerin und das Verhältnis mit Christian voneinander trennen
    • "Schweigeminute" Siegfried Lenz – Analyse: Die Novelle "Schweigeminute" folgt dem typischen Aufbau der Textart "Novelle": Die Aufteilung in Rahmen- und Binnenhandlung.
      • Demnach stellt die Rückblende an die Zeit mit Stella des Ich-Erzählers die Binnenhandlung dar, während die Gedenkfeier an der Schule die Rahmenhandlung darstellt.
    • "Schweigeminute" Siegfried Lenz – Erzählverhalten: Die Novelle "Schweigeminute" fällt erzähltechnisch besonders durch die abwechselnde Anredeform des Erzählers auf.

      • Dieser spricht sowohl in der 2. Person als auch in der 3. Person zu seiner verstorbenen Geliebten und rekapituliert auf diese Weise seine Erlebnisse mit ihr.

    • Siegfried Lenz "Schweigeminute" – Interpretation: Da die Novelle aus der Ich-Perspektive berichtet, geht es dabei im Wesentlichen um die erste Liebe eines jungen Menschen und der plötzlichen und schicksalhaften Unterbrechung dieser Liebe.

    • "Schweigeminute" Siegfried Lenz – Epoche: Siegfried Lenz' Novelle "Schweigeminute" ist der literarischen Epoche der Postmoderne zuzuordnen.


    Nachweise

    1. Lenz (2021). Schweigeminute. Hoffmann und Campe.
    2. www.ndr.de: Siegfried Lenz: Erfolgreich über den Tod hinaus. (19.07.2022)

    Woran ist zu erkennen, dass "Schweigeminute" der Textart "Novelle" zugeordnet werden kann?

    "Schweigeminute" verfügt über den typischen Aufbau der Textart "Novelle" und ist dementsprechend in eine Rahmen- und Binnenhandlung aufgeteilt. Bei dieser Erzähltechnik wird das Hauptgeschehen in Form der Binnenhandlung in eine umfassendere Handlung, nämlich die Rahmenhandlung, eingebunden.


    Die Rückblende in Form der Erinnerungen an die Zeit mit Stella stellen die Binnenhandlung dar, während die Gedenkfeier in der Schule die Rahmenhandlung darstellt. 

    Der Ich-Erzähler verwendet eine abwechselnde Anredeform. Er spricht sowohl in der 2. Person Singular als auch in der 3. Person Singular zu seiner verstorbenen Geliebten und rekapituliert auf diese Weise seine Erlebnisse.


    Das Kopfkissen beschreibt als Symbol die Intensität der Liebe zwischen Stella und Christian.

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    Häufig gestellte Fragen zum Thema Schweigeminute Siegfried Lenz

    Wie tritt Stella als Lehrerin gegenüber ihren Schülern auf?

    Stella tritt gegenüber ihren Schülerinnen und Schülern autoritär auf. 

    Wo liegt Hirtshafen?

    Hirtshafen ist ein fiktiver Ort, der in der Novelle "Schweigeminute" an der Ostseeküste angesiedelt ist.

    In welcher Zeit spielt "Schweigeminute"?

    In der Novelle "Schweigeminute" werden keine genauen Jahreszahlen genannt. Aufgrund des erwähnten Radiogesangs ist jedoch davon auszugehen, dass die Handlung in der Nachkriegszeit, zwischen 1960 und 1970, spielt. 

    Wer schrieb die Novelle "Schweigeminute"?

    Der Schriftsteller Siegfried Lenz schrieb die Novelle "Schweigeminute".

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    Wer verfasste die Novelle "Schweigeminute"?

    Worum geht es in "Schweigeminute"?

    Ich sah das Kopfkissen vor mir, das Territorium, das wir für uns entdeckt hatten und das wir teilten.1 Wie würdest Du das Kopfkissen als Symbol beschreiben?

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