Expressionismus Literatur

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Expressionismus Literatur (1910 - 1925)


In diesem Artikel geht es um die Literaturepoche Expressionismus. Dieses Thema ist in das Fach „Deutsch“ einzuordnen und gehört zum Grundwissen.


Wir bringen dir den historischen Kontext, die typischen Merkmale, die Sprache und Motive und die wichtigen Vertreter der Literaturepoche näher.




„Expressionismus“ – Um was geht’s? 


Die Epoche des Expressionismus geht von 1910 bis 1925. Die Epoche des Expressionismus folgt den Strömungen der Jahrhundertwende und wird von der neuen Sachlichkeit abgelöst. Der Erste Weltkrieg mit den vielen politischen Veränderungen prägte die Epoche. Die Expressionisten protestieren gegen Individualitätsverlust, Kulturverfall und sozialem Elend. 


Ziel ist es die innere Gefühlswelt, die innere Wirklichkeit, das Wesentliche an die Außenwelt zu tragen und zum Ausdruck zu bringen. Die Autoren haben eine Vorliebe für das negative Extrem mit Themen wie dem Tod, Verfall und der Zerstörung, aber sie glauben auch an einen Wandel zur Humanität. Das Thema des Ersten Weltkrieges wird immer wieder aufgegriffen, sie sprechen oft von dem Zerfall und dem Verlust des Ichs, aber auch von einem Neubeginn. Das Weltbild ist zerrüttet, die Menschen sind anfällig für Diktaturen. Berlin gilt als das Zentrum der Massenkultur.



Hintergrund der Epoche 


Woher hat der Expressionismus seinen Namen? 


Der Begriff Expressionismus kommt von dem lateinischen Wort „ex“ und „premere“. Es steht dafür, dass etwas von innen nach außen kehrt. Die Epoche des Expressionismus hat ihren Fokus darauf, dass man die innere Gefühlswelt an die Außenwelt trägt und über Gefühle redet.  


Der historische Kontext 


Der Erste Weltkrieg, das Ende des Kaiserreichs, der Zerfall des österreichischen Vielvölkerstaates, der Versailler Vertrag und die Krisenjahre der Weimarer Republik bilden den politischen Rahmen der Epoche. Industrialisierung, Bevölkerungswachstum und Verstädterung fördern eine Massengesellschaft, die die Individualität jedes Einzelnen erschwert. Der Verlust transzendenter Bindungen und tradierter Werte führt zu Verhaltensunsicherheit, verstärkt die Orientierungskrise und macht ihn für Diktaturen anfällig.


Das literarische Leben 


Die meisten Autoren wohnen in der Großstadt, hier finden sie ihre Verleger und ihr Publikum. In der Metropole Berlin ist die neue Massenkultur am deutlichsten zu spüren. Die Unterhaltungsindustrie gewinnt zunehmend an Boden. Gegenüber dieser Entwicklung nehmen die Expressionisten eine distanzierte Haltung ein. Es werden oft humoristische-satirische Texte als Lieder, Musik oder Kunst vorgetragen. Die Inhalte sind vor allem aktuelle und allgemein bekannte Themen. Einige Autoren schreiben auch Drehbücher, somit beeinflussen filmische Darstellungstechniken die Erzählweise und die Dramaturgie.



Themen und Motive des Expressionismus 


Die expressionistische Literatur ist eine Antwort auf die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen der Zeit. Kapitalismus, Industrialisierung, Autoritätsstrukturen und Scheinheiligkeit des wilhelminischen Bürgertums wird kritisiert. Man glaubt an die gefühlsbestimmten Möglichkeiten des Menschen und Ziel ist es, die innere Wirklichkeit und das Wesentliche zum Ausdruck zu bringen.


Alle Themen und Motive kreisen um vier Schwerpunkte:


  • Auflösung des Ich 

  • Neuer Mensch

  • Krieg

  • Großstadt




Sprache des Expressionismus 


Die Sprache drängt einerseits auf Verkürzung und Intensivierung, andererseits entlädt sie sich pathetisch, barock und hymnisch. Es finden sich viele Ausrufe, Antithesen, Hyperbeln, Satzbrüche und subjektiv ausgerichtete Metaphorik. Weiter Merkmale sind freie Rhythmik und Sprachexperimente.



Formen der Epoche 


Lyrik 


In der Lyrik konzentriert man sich auf die pathetischen Gefühle des Expressionismus, seine Sehnsucht nach Brüderlichkeit und Einheit, aber auch sein Erschrecken vor dem Dämonischen kommt zum Ausdruck. 


Drama 


Auch im Drama gelingt es, die Spannungen zwischen Unmenschlichem und Menschlichem darzustellen. So werden auf der Bühne Wandlungsfähigkeit, Opferbereitschaft und Aufbruchswille thematisiert. Zur Betonung des Typischen werden die Bühnenmittel stark reduziert.


Epik 


Die Epik tritt eher zurück. Sie ist meist auf kleinere Formen angelegt und bevorzugt Novelle und Erzählung. Mit Satire, Groteske und idealisierter Utopie versucht man der Zeit zu begegnen.



Bekannte Vertreter der Epoche des Expressionismus 


Wichtige Autoren 


  • Gottfried Benn (1886 – 1956)

  • Alfred Döblin (1887 – 1957)

  • Georg Heym (1887 – 1957)

  • Franz Kafka (1883 – 1924)

  • Heinrich Mann (1871 – 1950) 

  • Else Laker-Schüler (1869 – 1945)


Wichtige Werke 


  • Berlin Alexanderplatz (1929) - Alfred Döblin

  • Morgue und andere Gedichte (1912) - Gottfried Benn

  • Der Gott der Stadt (1910) - Georg Heym

  • Ein alter Tibetteppich (1910) - Else Laker-Schüler

  • Die Verwandlung (1912) - Franz Kafka

  • Der Proceß (1925) - Franz Kafka



Expressionismus Literatur – Alles auf einen Blick! 


  • Hintergründe: Verstädterung und Anonymisierung, technischer Fortschritt, erstarrte wilhelminische Gesellschaft, Funktionalisierung des Menschen 🡪 verschärftes Krisenbewusstsein, Sinnkrise, Erster Weltkrieg

  • Pathos des Aufbruchs und unbedingter Wille zum Ausdruck des Erlebens

  • Bedrohung des Subjekts durch Ich-Zerfall & Darstellung des Körpers in Verfallszuständen

  • Großstadt (v.a. Berlin) als Ort der Reizüberflutung, Anonymität, Orientierungslosigkeit und Verdinglichung des Menschen

  • Kriegsbegeisterung bei einigen Autoren, nach Kriegserfahrung häufig Pazifismus und Verarbeitung der Erlebnisse

  • Themen: Lebens- und Vitalkult, Krieg und Pazifismus, Weltende und Apokalypse, Krise des Ich, Tabus

  • Lyrik als präsenteste Gattung, die der schnellen Lebenswirklichkeit entspricht & Reihungsstil, elliptische Konstruktionen, Neologismen, Farbmetaphorik, Auflösung syntaktischer Regeln, Verdinglichung

  • Dramatik: Stationendrama mit lose aneinandergereihten Szenen, Wandlungsdrama mit Wandlung des Einzelnen als ersten Schritt zur Änderung der Welt



Unser Tipp für Euch 


Versuche die Jahreszahlen von wann bis wann eine Literaturepoche vorherrschte auswendig zu lernen. So kannst du schon mal grob einordnen, zu welcher Epoche das Werk gehört. 


!! Aber pass auf!! Manche Literaturepochen überschneiden sich ein paar Jahre. Die Epoche des Expressionismus folgt den Strömungen der Jahrhundertwende und wird von der neuen Sachlichkeit abgelöst. Im Expressionismus versuchen die Autoren die innere Gefühlswelt nach außen zu tragen.




Finales Expressionismus Literatur Quiz

Frage

Akkumulation

Antwort anzeigen

Antwort

Anhäufung von Wörtern ohne
Nennung eines Oberbegriffs

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Frage

Anapher

Antwort anzeigen

Antwort

Wiederholung eines Wortes/
einer Wortgruppe zu Beginn
aufeinanderfolgender Sätze,
Verse oder Strophen

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Frage

Antithese

Antwort anzeigen

Antwort

Gegenüberstellung von gegen-
sätzlichen Gedanken/Aussa-
gen/Begriffen

Frage anzeigen

Frage

Chiasmus

Antwort anzeigen

Antwort

Überkreuzstellung von Satz-
gliedern

Frage anzeigen

Frage

Ellipse

Antwort anzeigen

Antwort

unvollständiger Satz durch Aus-
lassung eines Wortes oder Satz-
teils

Frage anzeigen

Frage

Euphemismus

Antwort anzeigen

Antwort

Beschönigung, Verschleierung

Frage anzeigen

Frage

Hyperbel

Antwort anzeigen

Antwort

Übertreibung

Frage anzeigen

Frage

Inversion

Antwort anzeigen

Antwort

Umstellung von Satzgliedern,
abweichend vom normalen
grammatikalischen Gebrauch

Frage anzeigen

Frage

Metapher

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Antwort

sprachl. Bild, bei dem ein Aus-
druck durch einen anderen, meist
anschaulicheren Begriff mit ähnli-
cher Bedeutung ersetzt wird; oft
als verkürzter Vergleich, bei dem
zwei Vorstellungsbereiche ohne
„wie“ verbunden sind

Frage anzeigen

Frage

Neologismus

Antwort anzeigen

Antwort

Wortneuschöpfung

Frage anzeigen

Frage

Parallelismus

Antwort anzeigen

Antwort

gleichartiger Satzbau

Frage anzeigen

Frage

Personifikation

Antwort anzeigen

Antwort

Vermenschlichung eines Gegen-
standes

Frage anzeigen

Frage

Symbol

Antwort anzeigen

Antwort

bildhafter Ausdruck, der auf
etwas Abstraktes (einen Begriff,
eine Idee) verweist

Frage anzeigen

Frage

Vergleich

Antwort anzeigen

Antwort

Verknüpfung zweier Sachver-
halte oder Bildbereiche durch
Hervorhebung des Gemeinsa-
men (durch das Wort „wie“)

Frage anzeigen

Frage

In welchem Zeitraum war die Epoche der Romantik?

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Antwort

ca. 1795 bis 1830

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Frage

Welche historischen Ereignisse und Prägungen spielten sich während der Epoche der Romantik ab?

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Antwort

• teilweise parallel zu Klassik und Vormärz
• europäische Bewegung
• Gegenbewegung zum Nützlichkeitsdenken der Aufklärung und zur Verzwecklichung
des Menschen in der Industrialisierung
• geistesgeschichtlich die letzte Stufe des Idealismus (prägend: Kant, Fichte, Schelling)
• Gemeinsamkeit mit Klassik: hohe Einschätzung der Kunst („Kunstperiode“)
• weiterhin hohe Wertschätzung des Gefühls (wie im Sturm und Drang / in der Empfindsamkeit)
• weiterhin Hinwendung zur Volksliteratur
• drei Phasen: Frühromantik (1795 –1804), Hochromantik (1804 –15) und Spätromantik (1815 – 30)
• Bewusstsein für Verlust der Einheit der Welt, des Ich und von Mensch und Natur, Kunst und Leben – Ausrichtung auf Wiederherstellung dieser Einheit in der Literatur
• statt ästhetischer Erziehung (im Sinne Schillers) Poetisierung des Lebens und der Gesellschaft
• parallel zu Klassik / Romantik ohne klare Epochenzugehörigkeit: H. v. Kleist, J. Paul, Fr. Hölderlin
• Rückbesinnung auf verlorene Vergangenheit (bei manchen Autoren Hinwendung zum christlichen Mittelalter als „goldenem Zeitalter“, das es wiederzuerlangen gilt)
• Heinrich Heine als „letzter Dichter der Romantik“: Überwindung und Ironisierung der Romantik

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Frage

Von welchem Menschenbild geht die Epoche der Romantik aus?

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Antwort

• der Blick geht nach innen im Sinne einer Entdeckung des Unbewussten: zum einen fantastisch überformter Blick ins Innere als positive Gegenwelt, zum anderen Nachtseiten der Psyche
• Entgrenzung des Menschen – hin zum Traum, zum Wunderbaren, aber auch zum Wahnsinn
• Hochschätzung von Traum und Sehnsucht
• aufgrund realpolitischer Ohnmacht und gegen die Eintönigkeit des bürgerlichen Alltags: Fokus auf intensivem Erleben (und nicht mehr auf der vernunftgemäßen Veränderung) der Welt
• Suche des Menschen nach Wiederherstellung des verloren gegangenen Sinnzusammenhangs

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Frage

Autoren und Werke der Romantik

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Antwort

  • Ludwig Tieck: Der gestiefelte Kater (Komödie), Franz Sternbalds Wanderungen (Roman)
  • Novalis: Heinrich von Ofterdingen (Romanfragment), Hymnen an die Nacht (Gedichtzyklus)
  • Clemens Brentano / Achim v. Arnim (Hrsg.): Des Knaben Wunderhorn (Volkslied-Sammlung)
  • Joseph v. Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts (Novelle), Gedichte
  • Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen (Märchen-Sammlung)
  • E. T. A. Hoffmann: Die Elixiere des Teufels (Roman), Der Sandmann, Der goldne Topf (Novellen)
  • Karoline v. Günderrode: Gedichte
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Frage

In welchem Zeitraum war die Epoche des Vormärz und Jungen Deutschland?


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Antwort

ca. 1815 bis 1848

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Frage

Welche historischen Ereignisse und Prägungen spielten sich während der Epoche des Vormärz und Jungen Deutschlands ab?

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Antwort

• Vormärz: geschichtlicher Begriff für die Zeit zwischen der französischen Julirevolution (1830) und der deutschen Märzrevolution (1848) – im weiteren Sinne für die Zeit der politischen Restauration (nach dem Wiener Kongress 1815 bis 1848)
• parallel zur Biedermeierzeit
• Träger der Bewegung: junge Intellektuelle und liberales Bürgertum
• ideengeschichtlich: Abgrenzung gegen den Idealismus
• Verarbeitung der unruhigen Zeit: progressiv-demokratische Ausrichtung gegen reaktionär-restaurative Politik (gegen Zensur, Bespitzelung, Unterdrückung der Meinungsfreiheit)
• „ Junges Deutschland“: literarische Bewegung mit liberaler Gesinnung und politischem Engagement
• Kunst als Mittel des politischen Kampfes
• Büchner und Heine werden dem Vormärz zugerechnet, ragen aber über die Menge der Journalisten und zeitgebundenen Autoren und Autorinnen hinaus (durch ihre Bearbeitung allgemeinerer „humanistisch-literarischer“ Themen)
• Heine: „Ende der Kunstperiode“ (Ende der Klassik und der Romantik)

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Frage

Wie war das literarische Leben im Vormärz und Jungen Deutschland?

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Antwort

• durch Forderung nach Mitgestaltung: gesteigertes Informationsbedürfnis – bis zu 80 % der Bevölkerung als mögliche Leserschaft
• Leihbibliotheken eröffnen zunehmend Informationsmöglichkeit auch für ärmere Schichten
• steigende Auflagenzahlen: Zeitschriften, Zeitungen, Bücher
• publizistische Tätigkeit der Schriftsteller: Flugblätter, Streitschriften etc. – Präferenz für Tagesliteratur
• Ziel ist die Meinungsbildung: Presse als Kampfmittel
• Aufgabe der Literatur: Kampf gegen soziales Elend und Unterdrückung
• politische Zensur (Karlsbader Beschlüsse, 1819) erschwert publizistisch-literarische Arbeit
• „Junges Deutschland“ (u. a. Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Theodor Mundt, Ludwig Börne – Heinrich Heine wird auch dazu gezählt): lose Verbindung durch oppositionelle, revolutionäre
Ausrichtung, aber keine literarische Schule oder politische Gruppe im eigentlichen Sinne
• Büchner teilt die revolutionären Ziele der Jungdeutschen, distanziert sich jedoch von ihnen; kein Glaube an Umsturz durch Tagesliteratur – Büchner wird, wie viele andere mit diesem Gedanken-
gut, politisch verfolgt
• Verbot der Jungdeutschen 1835 als „staatsgefährdend“

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Frage

Sprache und Stil, Themen und Formen im Vormärz und Jungen Deutschland

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Antwort

• Literatur soll wirken: Themen und deren Aufbereitung bewusst populär
• populärer Stil, einfache und verständliche Sprache, z. T. der Umgangssprache angepasst, Benutzung von Dialekten
• insbesondere bei Heine: Ironie als Mittel der Kritik
• Themen: soziale, politische Missstände, Antihelden; kritischer Blick auf Deutschland (Heine)
• literarische Formen an der Grenze zur Publizistik: Reiseberichte, Briefe, politische Lyrik
• sonstige literarische Formen: Drama (v. a. Büchner); Gedichte; Versepen (v. a. Heine)

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Frage

Autoren und Werke im Vormärz und Jungen Deutschland

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Antwort

  • Ludwig Börne, Ferdinand Freiligrath, Georg Herwegh: Artikel, Streitschriften, Gedichte
  • Karl Gutzkow: Wally die Zweiflerin (Roman)
  • Heinrich Heine: Reiseberichte, Gedichte, Essays, Deutschland. Ein Wintermärchen, Atta Troll. Ein Sommernachtstraum (Versepen)
  • Georg Büchner: Woyzeck, Dantons Tod (Dramen), Lenz (Erzählung), Der Hessische Landbote (Flugschrift)
  • Christian D. Grabbe: Die Hermannsschlacht
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Frage

In welchem Zeitraum war die Biedermeier Epoche?

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Antwort

ca. 1815 bis 1848

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Frage

Welche historischen Ereignisse und Prägungen spielten sich während der Biedermeier Epoche ab?

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Antwort

• Biedermeier: Bezeichnung leitet sich her von der Spottgedichtesammlung Gedichte des schwäbischen Schulmeisters Gottlieb Biedermaier (1855 – 57)
• „Biedermeier“ auch als Stilbegriff für die bürgerliche Wohnkultur dieser Zeit gebräuchlich
• (zum Teil) parallel zur späten Romantik sowie zu Vormärz und Jungem Deutschland
• an Klassik (Humanität, Harmonie) und Romantik (Idee des Schönen) anknüpfend
• Aufgabe der Literatur: Erbe des Idealismus tradieren
• unpolitisch und wertekonservativ: Abwendung vom Zeitgeschehen bzw. eher zur Restauration tendierend
• biedermeierliches Lebensgefühl häufig von Schwermut, Resignation und Stille geprägt
• typisch biedermeierliche Haltung: der als gefährdet wahrgenommenen Lebenssituation durch
Ordnung und Vernunft begegnen
• Idyllisierung zur Überbrückung des wahrgenommenen Gegensatzes von Ideal und Wirklichkeit
• Landschaftsgebundenheit vieler Autoren
• in der Biedermeierzeit große Bandbreite der Literatur – von trivial-dilettantischer Literatur bis hin zu großen Werken wie Die Judenbuche von Droste-Hülshoff oder Der Nachsommer von Stifter

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Frage

Von welchem Menschenbild ging die Biedermeier Epoche aus?

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Antwort

• Erbe der Klassik: Entwicklung des Menschen als Bildung zur inneren Harmonie
• Unterschied zur Klassik: Absage an gesellschaftspolitischen Anspruch ästhetischer Bildung
• Erbe der Romantik: Ehrfurcht vor dem Schönen
• Unterschied zur Romantik: Aufgeben der Selbst-Entgrenzung und des radikalen Subjektivismus
• Werte der Selbstbescheidung und der Selbstgenügsamkeit
• Haltung der Mitte und des Maßes
• Kunstsinn, Familiensinn und Sinn für das Bescheidene bestimmen innere Entwicklung
• Spannung: Bedrohung des Idylls durch äußere und innere Kräfte

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Frage

Wie war das literarische Leben in der Biedermeier Epoche?

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Antwort

• Gründung des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler (1825) und Gesetze zum Schutz des Urheberrechts (1837 und 1845)
• Pflege der literarischen Tradition im Theater, im Zeitschriftenwesen, im Verlagswesen
• Weitergabe der Klassiker im Bildungswesen
• Sammlung von Werken in Ausgaben
• Träger der Biedermeier-Literatur: gebildetes Bürgertum
• anspruchsvolle Literaten der Biedermeierzeit: häufig gefährdete Charaktere (Schwermut,
Hypochondrie, Suizidgefahr, Hypersensibilität)
• private Zirkel mit Interesse für Wissenschaft, Literatur und Musik
• Trivial-Biedermeier: große Zahl von Belletristik mit Tendenzen zum Dilettantismus
• Literatur versteht sich als unpolitisch; hierbei: Fortwirken der Ästhetik der Klassik unter Wegfall der politischen Dimension
• keine ästhetische oder theoretische Programmatik (im Unterschied zur vorangehenden Romantik und zum nachfolgenden Realismus)

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Frage

Sprache und Stil, Themen und Formen im Biedermeier

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Antwort

• meist schlichte, verständliche Sprache; dabei Hochschätzung der Bildlichkeit
• Geringachtung der Form – stattdessen Vorliebe für Lebensnähe
• Detailgenauigkeit in der Beschreibung
• Themen: Familie, Ordnung und bürgerliche Beschaulichkeit, das Idyllische, Unterordnung unter das Schicksal, Verzicht und Entsagung
• Schaffen einer heilen poetischen Welt, die der Realität entgegengestellt wird
• Dramen: klassizistische Stücke, Lustspiele, Dramen für die Volksbühne
• Lyrik: häufig in Gedichtzyklen, Tendenz zur Volksliedhaftigkeit, Balladen eher mit epischen als mit dramatischen Zügen
• Epik: eher kleinere Formen – Novelle, Erzählungen, Märchen, Idylle; zum Teil aber auch größere Form des Romans (Entwicklungsroman)

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Frage

Autoren und Werke im Biedermeier

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Antwort

  • Heinrich Clauren: Mimili (Erzählung)
  • Eduard Mörike: Mozart auf der Reise nach Prag (Novelle), Auf eine Lampe (Dinggedicht), Gedichte
  • Adalbert Stifter: Der Hochwald (Erzählung), Brigitta (Erzählung), Der Nachsommer (Roman)
  • Annette v. Droste-Hülshoff: Die Judenbuche (Novelle), Der Knabe im Moor (Ballade), Gedichte
  • Franz Grillparzer: König Ottokars Glück und Ende (Tragödie), Der arme Spielmann (Novelle)
  • Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne (Novelle)
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Frage

Wozu war die Romantik die Gegenbewegung?

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Antwort

Gegenbewegung zum Nützlichkeitsdenken der Aufklärung und zur Verzwecklichung des Menschen in der Industrialisierung

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Frage

Wie viele Phasen der Romantik gibt es und wie werden diese gennant?

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Antwort

drei Phasen: Frühromantik (1795 –1804), Hochromantik (1804 –15) und Spätromantik (1815 – 30)

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Frage

Wie sah das Menschenbild in der Epoche der Romantik aus?

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Antwort

der Blick geht nach innen im Sinne einer Entdeckung des Unbewussten, Entgrenzung des Menschen – hin zum Traum, zum Wunderbaren, aber auch zum Wahnsinn, sowie Hochschätzung von Traum und Sehnsucht.

Aufgrund realpolitischer Ohnmacht und gegen die Eintönigkeit des bürgerlichen Alltags: Fokus auf intensivem Erleben (und nicht mehr auf der vernunftgemäßen Veränderung) der Welt

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Frage

Was sind Themen und Motive der Romantik?

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Antwort

Sehnsucht, Traum, Wahnsinn, Entgrenzung, Einsamkeit, Schwermut,
Vergänglichkeit, Reisen und Wandern; Nacht, Tal, Berg, Wunderbares und Fantastisches (thematisch gegen Philistertum und Bürgerlichkeit gerichtet)

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Frage

Welche literarischen Formen kamen in der Romantik vor?

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Antwort

Roman als universale Form, deren Teil die Lyrik ist – das Ganze im Fragment.

Vor allem Epik (Roman, Novelle, Erzählung/ Märchen) und Lyrik; kaum Dramen

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Frage

Was bedeutet der Begriff „Romantische Ironie“ in der Epoche der Romantik?


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Antwort

„Romantische Ironie“:

Brechungen der Abgeschlossenheit eines Werks und der universalen Weltschau im Paradoxen, im Grotesken und im metafiktionalen Erzählen

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Frage

Was ist die „Blaue Blume“ in der Romantik?

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Antwort

Die „Blaue Blume“ dient als Symbol für die metaphysische Sehnsucht nach dem Fernen / Unerreichbaren.

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Frage

Gab es in der Epoche der Romantik Einschränkungen für die Dichter?

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Antwort

Nein, es gab die absolute Autonomie des Dichters, die Aufhebung aller Regeln (gegen das Harmonieideal der Klassik)

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Frage

Was bedeutet Vormärz?

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Antwort

Vormärz: geschichtlicher Begriff für die Zeit zwischen der französischen Julirevolution
(1830) und der deutschen Märzrevolution (1848) – im weiteren Sinne für die Zeit der
politischen Restauration (nach dem Wiener Kongress 1815 bis 1848)

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Frage

Was verseht man unter „Junges Deutschland“?

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Antwort

„Junges Deutschland“: literarische Bewegung mit liberaler Gesinnung und politischem Engagement

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Frage

Was war die Aufgabe der Literatur im Vormärz/ Junges Deutschland?

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Antwort

Kampf gegen soziales Elend und Unterdrückung, mit dem Ziel der Meinungsbildung, also der Presse als Kampfmittel

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Frage

Welche Themen finden sich in der Epoche Vormärz/ Junges Deutschland wieder?

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Antwort

soziale, politische Missstände, Antihelden; kritischer Blick auf Deutschland

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Frage

Welcher sprachliche Stil wird im Vormärz/ Junges Deutschland benutzt?

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Antwort

populärer Stil, einfache und verständliche Sprache, z. T. der Umgangssprache angepasst, Benutzung von Dialekten

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Frage

Durch welches Lebensgefühl ist die Epoche des Biedermeier geprägt?

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Antwort

biedermeierliches Lebensgefühl häufig von Schwermut, Resignation und Stille geprägt

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Frage

Welchen Unterschied Biedermeier zur Romantik?

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Antwort

Aufgeben der Selbst-Entgrenzung und des radikalen Subjektivismus

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Frage

Welche Werte spielen im Menschenbild des Biedermeier eine wichtige Rolle?

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Antwort

Werte der Selbstbescheidung und der Selbstgenügsamkeit

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Frage

Welche Themen wurden in der Epoche Biedermeier angesprochen?

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Antwort

Familie, Ordnung und bürgerliche Beschaulichkeit, das Idyllische, Unterordnung unter das Schicksal, Verzicht und Entsagung

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Frage

Wie sahen die Dramen im Biedermeier aus?

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Antwort

klassizistische Stücke, Lustspiele, Dramen für die Volksbühne

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Frage

Wie sah die Lyrik im Biedermeier aus?

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Antwort

häufig in Gedichtzyklen, Tendenz zur Volksliedhaftigkeit, Balladen eher mit epischen als mit dramatischen Zügen

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Frage

Wie sah die Epik im Biedermeier aus?

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Antwort

eher kleinere Formen – Novelle, Erzählungen, Märchen, Idylle; zum Teil aber auch größere Form des Romans (Entwicklungsroman)

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Frage

Wie war die sprachliche Gestaltung im Biedermeier?

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Antwort

meist schlichte, verständliche Sprache; dabei Hochschätzung der Bildlichkeit

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