Inhaltsverzeichnis▼
- Was ist das Präteritum?
- Die Personalendungen im Präteritum
- Schwache Verben: Stamm plus -te
- Starke Verben und der Ablaut
- Gemischte Verben als Zwischenform
- sein, haben und werden im Präteritum
- Wann verwendet man das Präteritum?
- Präteritum oder Perfekt?
- Typische Fehler bei der Präteritumbildung
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Was ist das Präteritum?
Das Präteritum ist eine Zeitform des Verbs, mit der du Vergangenes ausdrückst. Es wird auch Imperfekt oder erste Vergangenheit genannt, in Österreich Mitvergangenheit. Schwache Verben bilden es mit Stamm plus -te plus Endung, starke Verben ändern ihren Stammvokal. Es ist das Grundtempus des schriftlichen Erzählens.
Wenn du sagst Er lachte laut oder Sie ging nach Hause, benutzt du das Präteritum. Es ordnet ein Geschehen der Vergangenheit zu, ohne dass ein Hilfsverb nötig ist. Genau darin unterscheidet es sich vom Perfekt (Er hat gelacht), das aus einer Form von haben oder sein und dem Partizip besteht.
Die drei Bezeichnungen meinen dasselbe: In der Schule und in der modernen Sprachwissenschaft ist heute Präteritum üblich, Imperfekt stammt aus der lateinischen Grammatik, und erste Vergangenheit ist die umgangssprachliche Ordnung neben zweiter Vergangenheit (Perfekt) und dritter Vergangenheit (Plusquamperfekt). Sprachlich beschreibt das Präteritum ein Ereignis, dessen Betrachtzeit vor dem Sprechzeitpunkt liegt.
Im Deutschen unterscheidet man drei Gruppen von Verben, die das Präteritum unterschiedlich bilden: schwache (regelmäßige) Verben, starke (unregelmäßige) Verben und die kleinere Gruppe der gemischten Verben. Welche Regel gilt, hängt allein vom Verb ab. Auf dieser Seite lernst du alle drei Gruppen Schritt für Schritt kennen.
Die Personalendungen im Präteritum
Die Personalendungen im Präteritum lauten: ich -te, du -test, er/sie/es -te, wir -ten, ihr -tet, sie/Sie -ten. Auffällig ist: Die 1. und die 3. Person Singular sind gleich, anders als im Präsens. Bei starken Verben entfällt das -te, die Endung steht direkt am veränderten Stamm.
Bevor du dich um schwache und starke Verben kümmerst, lohnt sich ein Blick auf die Endungen selbst. Sie zeigen an, welche Person handelt, also wer etwas getan hat. Bei schwachen Verben stecken diese Endungen im vollständigen Signal -te plus Personalendung.
| Person | Endung (schwach) | Beispiel: fragen |
|---|---|---|
| ich | -te | ich fragte |
| du | -test | du fragtest |
| er/sie/es | -te | er fragte |
| wir | -ten | wir fragten |
| ihr | -tet | ihr fragtet |
| sie/Sie | -ten | sie fragten |
Wenn du unsicher bist: Im Singular sind ich und er/sie/es im Präteritum immer identisch. Sagst du ich fragte, dann heißt es auch er fragte, nie er fragt. Genau dieser Gleichklang verrät dir das Präteritum.
Schwache Verben: Stamm plus -te
Schwache (regelmäßige) Verben bilden das Präteritum, indem sie an den Verbstamm das Kennzeichen -te und die Personalendung hängen. Der Stamm bleibt dabei unverändert. Aus fragen wird so fragte, aus lachen wird lachte, aus arbeiten wird arbeitete.
Die schwachen Verben sind die größte und einfachste Gruppe. Du findest den Stamm, indem du beim Infinitiv (der Grundform) die Endung -en streichst: fragen → frag. An diesen Stamm hängst du -te plus Endung. So entsteht eine feste, vorhersagbare Kette:
Endet der Stamm auf -t oder -d (wie bei arbeiten oder reden), wird zur besseren Aussprache ein e eingeschoben: arbeit-e-te, red-e-te. Das nennt man Sprossvokal. Ohne diesen Einschub wäre die Form kaum sprechbar.
Starke Verben und der Ablaut
Starke (unregelmäßige) Verben bilden das Präteritum nicht mit -te, sondern durch einen Wechsel des Stammvokals, den sogenannten Ablaut. Aus fahren wird fuhr, aus nehmen wird nahm, aus gehen wird ging. An diesen neuen Stamm treten dann die Personalendungen.
Bei starken Verben verändert sich das Innere des Wortes. Der typische Vokalwechsel heißt Ablaut und muss für jedes Verb gelernt werden, weil es keine feste Regel gibt, welcher Vokal wohin wechselt. Deshalb gehören die starken Verben zu den unregelmäßigen Verben.
Wichtig: In der 1. und 3. Person Singular steht der starke Präteritumstamm ganz ohne Endung. Es heißt ich fuhr und er fuhr, nicht ich fuhre. Erst bei du, wir, ihr und sie kommen Endungen dazu.
| Infinitiv | Stammvokal | Präteritum | Beispielsatz |
|---|---|---|---|
| fahren | a → u | fuhr | Sie fuhr in die Stadt. |
| nehmen | e → a | nahm | Er nahm das Buch. |
| gehen | e → i | ging | Wir gingen nach Hause. |
| singen | i → a | sang | Der Chor sang laut. |
| schreiben | ei → ie | schrieb | Ich schrieb einen Brief. |
Ein voll durchkonjugiertes starkes Verb zeigt, dass sich nur die Endungen ändern, der neue Stamm aber gleich bleibt:
| Person | gehen → ging |
|---|---|
| ich | ging |
| du | gingst |
| er/sie/es | ging |
| wir | gingen |
| ihr | gingt |
| sie/Sie | gingen |
Gemischte Verben als Zwischenform
Gemischte Verben verbinden beide Bildungsweisen: Sie ändern wie starke Verben ihren Stammvokal und hängen zugleich wie schwache Verben die Endung mit -te an. Typische Beispiele sind bringen → brachte, denken → dachte und kennen → kannte. Sie sind eine kleine, aber wichtige Sondergruppe.
Diese Verben verhalten sich weder ganz schwach noch ganz stark. Sie bekommen einen eigenen Präteritumstamm durch den Vokalwechsel, behalten aber die vertrauten schwachen Endungen. Deshalb heißen sie gemischte oder unregelmäßige schwache Verben.
| Infinitiv | Stamm ändert sich | Endung wie schwach | Präteritum |
|---|---|---|---|
| bringen | bring → brach | + te | brachte |
| denken | denk → dach | + te | dachte |
| kennen | kenn → kann | + te | kannte |
| wissen | wiss → wuss | + te | wusste |
Frag dich: Ändert sich der Vokal (wie bei starken Verben)? Und steht trotzdem ein -te am Ende (wie bei schwachen Verben)? Wenn beides zutrifft, hast du ein gemischtes Verb vor dir, zum Beispiel rannte (rennen) oder nannte (nennen).
sein, haben und werden im Präteritum
Die Verben sein, haben und werden sind im Präteritum unregelmäßig und gehören zu den häufigsten Formen überhaupt: sein wird zu war, haben zu hatte, werden zu wurde. Weil sie ständig gebraucht werden, solltest du sie auswendig sicher beherrschen.
Diese drei Verben tauchen in fast jedem Satz auf, auch als Hilfsverben. Gerade in der gesprochenen Sprache bleiben sie im Präteritum üblich, während man sonst gern das Perfekt nutzt. Man sagt selbstverständlich ich war müde und nicht ich bin müde gewesen, wenn man einfach von gestern erzählt.
| Person | sein → war | haben → hatte | werden → wurde |
|---|---|---|---|
| ich | war | hatte | wurde |
| du | warst | hattest | wurdest |
| er/sie/es | war | hatte | wurde |
| wir | waren | hatten | wurden |
| ihr | wart | hattet | wurdet |
| sie/Sie | waren | hatten | wurden |
Achte auf die Feinheiten: Bei sein heißt es ihr wart (ohne e), bei haben dagegen ihr hattet mit doppeltem t. Solche kleinen Unterschiede werden in Klassenarbeiten gern abgefragt.
Wann verwendet man das Präteritum?
Das Präteritum ist das Grundtempus des schriftlichen Erzählens, also in Romanen, Berichten und der Geschichtsschreibung. In der gesprochenen Sprache erzählt man dagegen meist im Perfekt. Bei sein, haben, wissen und den Modalverben bleibt das Präteritum aber auch im Gespräch üblich.
Wenn du eine Geschichte oder einen Bericht schreibst, verwendest du fast durchgehend das Präteritum: Es war einmal ein König. Er lebte in einem großen Schloss und regierte weise. Das Präteritum hält die Erzählung zusammen und zeigt, dass alles in der Vergangenheit spielt. Dabei kann die Betrachtzeit fest an einem Punkt bleiben oder sich Schritt für Schritt vorwärtsbewegen.
In der Alltagssprache klingt reines Präteritum oft steif. Statt Gestern kaufte ich Brot sagt man beim Sprechen eher Gestern habe ich Brot gekauft, also Perfekt. Ausnahmen sind die Verben sein, haben, wissen, heißen, finden, denken und die Modalverben (können, müssen, wollen …): Hier klingt ich war, ich hatte, ich wusste oder ich konnte auch gesprochen völlig natürlich.
Es gibt einen regionalen Unterschied: Im Norden Deutschlands wird das Präteritum in der gesprochenen Sprache häufiger benutzt als im oberdeutschen Süden, wo das Perfekt fast überall dominiert. Für die Schriftsprache gilt aber überall dieselbe Regel.
Signalwörter des Präteritums
Bestimmte Zeitangaben tauchen oft zusammen mit dem Präteritum auf und können dir als Hinweis dienen:
- gestern – Gestern regnete es den ganzen Tag.
- damals – Damals lebten wir in Berlin.
- früher – Früher gab es hier einen Wald.
- letzte Woche, im Jahr …, als – Als ich klein war, spielte ich viel draußen.
Verlass dich aber nicht allein auf Signalwörter: Sie sind nur ein Anhaltspunkt, denn dieselben Wörter können auch beim Perfekt stehen.
Präteritum oder Perfekt?
Präteritum und Perfekt bezeichnen beide Vergangenes. Das Perfekt betont einen Bezug zur Gegenwart (Ich habe meinen Schlüssel verloren – er ist jetzt weg). Das Präteritum stellt das Geschehen dagegen als abgeschlossen und ohne Gegenwartsbezug dar. Oft sind beide Formen austauschbar, die Wahl hängt vom Textzusammenhang ab.
Die einfachste Faustregel für die Schule: Schreibst du einen Text, eine Geschichte oder einen Bericht, nimm das Präteritum. Erzählst du mündlich, was du erlebt hast, nimm das Perfekt. Nur die häufigen Hilfs- und Modalverben bleiben auch mündlich gern im Präteritum.
| Merkmal | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|
| Bildung | eine Verbform (lachte) | haben/sein + Partizip (hat gelacht) |
| typisch in | Texten, Erzählungen, Berichten | der gesprochenen Sprache |
| Bezug | abgeschlossen, kein Gegenwartsbezug | oft Bezug zur Gegenwart |
| Beispiel | Sie ging nach Hause. | Sie ist nach Hause gegangen. |
Geschrieben und erzählt: Präteritum. Gesprochen und alltäglich: Perfekt. Ausnahme in beiden Fällen: war, hatte, wusste, konnte und die anderen häufigen Verben stehen fast immer im Präteritum.
Typische Fehler bei der Präteritumbildung
Die häufigsten Fehler beim Präteritum: ein starkes Verb wie ein schwaches mit -te zu bilden (falsch: gehte), die 1. und 3. Person Singular unterschiedlich zu bilden, oder das Präteritum in der mündlichen Alltagssprache zu erzwingen. Alle drei tauchen in Deutscharbeiten immer wieder auf.
Starke Verben bekommen kein -te. Es heißt ging, nicht gehte, und fuhr, nicht fahrte. Prüfe immer erst, ob das Verb den Stammvokal ändert.
Im Präteritum sind die 1. und 3. Person Singular gleich. Richtig ist ich fragte und er fragte. Ein er fragt wäre Präsens, kein Präteritum.
Gemischte Verben brauchen den Vokalwechsel und das -te. Richtig ist brachte und dachte, nicht brang oder dank.
Karteikarten zum Präteritum
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Regeln des Präteritums, von der Bildung bis zur Abgrenzung vom Perfekt, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Präteritum, das Wichtigste
Das Präteritum ist die erste Vergangenheit (auch Imperfekt). Schwache Verben bilden es mit Stamm plus -te plus Endung, starke Verben durch Vokalwechsel, gemischte Verben mit beidem. sein, haben, werden sind unregelmäßig. Es ist das Erzähltempus der Schriftsprache, gesprochen nutzt man meist das Perfekt.
- Bezeichnungen: Präteritum = Imperfekt = erste Vergangenheit.
- Schwach: Stamm + -te + Personalendung (frag-te-st).
- Stark: Stammvokal ändert sich (fahren → fuhr, gehen → ging).
- Gemischt: Vokalwechsel und -te (bringen → brachte).
- Merke: 1. und 3. Person Singular sind gleich (ich/er fragte).
- Verwendung: Schriftsprache und Erzählungen; gesprochen meist Perfekt.
Häufige Fragen zum Präteritum
Schwache Verben bilden das Präteritum aus dem Verbstamm, dem Kennzeichen -te und der Personalendung, zum Beispiel frag-te-st. Starke Verben ändern dagegen den Stammvokal (Ablaut), etwa fahren zu fuhr oder gehen zu ging.
Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. Beide bezeichnen dieselbe Zeitform. Heute ist Präteritum üblich, in Österreich heißt sie auch Mitvergangenheit, umgangssprachlich erste Vergangenheit.
Das Präteritum ist das Grundtempus des schriftlichen Erzählens (Romane, Berichte). In der gesprochenen Sprache erzählt man meist im Perfekt. Bei sein, haben, wissen und den Modalverben bleibt das Präteritum aber auch mündlich üblich (war, hatte, wusste, konnte).
ich -te, du -test, er/sie/es -te, wir -ten, ihr -tet, sie/Sie -ten. Auffällig ist, dass die 1. und die 3. Person Singular gleich sind. Bei starken Verben entfällt das -te, die Endung steht direkt am veränderten Stamm.
sein wird zu war, warst, war, waren, wart, waren. haben wird zu hatte, hattest, hatte, hatten, hattet, hatten. werden wird zu wurde, wurdest, wurde, wurden, wurdet, wurden.
Gemischte Verben verbinden beide Bildungsweisen: Sie ändern wie starke Verben ihren Stammvokal, hängen aber wie schwache Verben die Endung mit -te an. Beispiele sind bringen zu brachte, denken zu dachte und kennen zu kannte.
Das Präteritum ist die erste Vergangenheit. Die zweite Vergangenheit ist das Perfekt (ich habe gefragt), die dritte das Plusquamperfekt (ich hatte gefragt).
Typische Signalwörter sind gestern, damals, früher, letzte Woche, im Jahr … oder als. Sie sind aber nur ein Hinweis, kein sicheres Erkennungsmerkmal, denn sie können auch beim Perfekt stehen.
Quellen
Die grammatischen Angaben stützen sich auf sprachwissenschaftliche Standardquellen:
- Präteritum. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Duden, Sprachratgeber: Perfekt vs. Präteritum. duden.de
- grammis, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache: Das Präteritum. grammis.ids-mannheim.de