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Migration Europa

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Migration Europa

Unter Migration verstehen wir Wanderungen von verschiedenen Gruppen von Menschen. Dies kann innerhalb eines Landes (Binnenmigration) oder über Landesgrenzen hinweg geschehen. Es gibt unterschiedliche Ursachen, warum Menschen oder auch Tiere migrieren. Migration ist ein natürlicher Prozess und findet seit Jahrtausenden statt.

Das Thema Migration gehört zum Themenbereich Europa und wird im Fach Geographie behandelt.

Viel Spaß beim Lernen!

Was ist Migration?

Migration sind Wanderungsbewegungen in einem Land oder zwischen Staaten.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Ursachenkomplexe für Migrationsbewegungen, die sowohl allein als auch in Kombination regionale oder grenzüberschreitende Wanderungen auslösen können.

Ursachen und Folgen von Migration

Natürliche Ursachen für Migration

Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Tsunamis, Dürren) und Klimaveränderungen (z. B. zur Zeit der Völkerwanderung am Übergang von der Antike zum Mittelalter) können Menschen dazu zwingen, ihre angestammte Heimat aufzugeben, wenn Gebiete dauerhaft oder zumindest temporär unbewohnbar werden oder die Tragfähigkeitsgrenze sinkt, wie derzeit an den Rändern der Sahara.

Politisch-militärische Ursachen für Migration

Flucht und Vertreibung durch Kriege, Bürgerkriege oder auch die Verfolgung ethnischer und religiöser Minderheiten sowie politischer Gegner waren und sind eine wichtige Ursache von Migration. 2009 zählte die UNO 43,3 Mio. Flüchtlinge, überwiegend in asiatischen und afrikanischen Ländern, die aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen mussten.

Diese Zahl umfasst nicht nur Flüchtlinge aus Kriegs- und Konfliktgebieten wie dem Irak und Afghanistan, sondern auch sogenannte Internally Displaced People, die vor regionalen Konflikten innerhalb ihres Landes in andere Regionen desselben Landes oder in lokale Flüchtlingslager geflohen sind, z. B. aus der Bürgerkriegsregion Darfur im Sudan. In einer besonders prekären Situation befinden sich die staatenlosen Flüchtlinge, z. B. die über 3 Mio. Flüchtlinge aus Myanmar, die in Thailand leben, aber von keinem dieser beiden Länder als Staatsbürger anerkannt werden.

Wirtschaftliche und soziale Ursachen für Migration

Der weitaus größte Teil der Wanderungsbewegungen findet aus wirtschaftlichen Gründen statt, wenn Menschen auf der Suche nach Arbeit, Ausbildung oder allgemein besseren Lebensbedingungen ihre Heimat verlassen. Dies gilt sowohl für die Emigration in andere Staaten als auch für die derzeit zahlenmäßig bedeutsamste Wanderungsbewegung vom Land in die Stadt in den Schwellen- und Entwicklungsländern.

Grundsätzlich sind Wanderungsbewegungen aus den ländlichen Räumen in nahe gelegene Städte oder Metropolen auch deshalb weitaus häufiger als internationale Wanderungen, weil v. a. interkontinentale Wanderungen z. B. aus Afrika nach Europa mit hohen Kosten für Transport und Schlepperbanden verbunden sind. Diese können sich die meist sehr armen Bevölkerungsgruppen in den Entwicklungsländern nicht leisten.

Anforderungen an Migrantinnen und Migranten

Migration erfordert ein hohes Maß an Risikobereitschaft und Flexibilität – je weiter die Entfernungen und je höher die politischen und kulturellen Barrieren sind, desto mehr. Aus diesem Grund sind die meisten Migranten junge alleinstehende Erwachsene mit überdurchschnittlichem Ehrgeiz und Bildungsstand. Erst wenn diese Pioniere Fuß gefasst haben, greifen soziale Netzwerke und es kommt zum Nachzug von Familienangehörigen und Bekannten.

Auswirkungen auf Quell- und Zielgebiete im Rahmen von Migration

Migration bietet für die jeweiligen Quell- und Zielgebiete sowohl Vor- als auch Nachteile.

Vorteile für die Quellgebiete:

  • Abbau des Bevölkerungsdrucks und der Arbeitslosigkeit und damit auch von sozialen Spannungen;

  • finanzielle Unterstützung der zurückgebliebenen Familienangehörigen durch die Abwanderer. Diese Zahlungen - auch Remittances genannt - sind für viele Länder und Regionen, in denen es kaum Erwerbsmöglichkeiten gibt, die wichtigste Einkommensquelle. Sie regen die lokale Wirtschaft an, indem sie Investitionen und Konsum ermöglichen;

  • Erwerb neuer Qualifikationen in den Zielländern und Transfer des neuen Wissens bei Rückwanderung;

  • Aufbau von überregionalen Netzwerken und Handelsbeziehungen zwischen Quell- und Zielgebieten.

Nachteile für die Quellgebiete:

  • Meist wandern die am besten qualifizierten und motivierten Arbeitskräfte ab, die damit der heimischen Wirtschaft und Gesellschaft fehlen (engl.: Brain Drain);

  • bei starker Abwanderung, v. a. in peripheren ländlichen Räumen, kommt es zu einer Überalterung der Gesellschaft und einer dauerhaften Schädigung der Wirtschaft, an deren Ende die Aufgabe ganzer Dörfer steht.

Vorteile für die Zielgebiete:

  • Zunahme der Zahl der Arbeitskräfte. Qualifizierte Arbeitskräfte und Personen, die bereit sind, Berufe zu ergreifen, für die es im Zielgebiet einen Mangel an Bewerbern gibt, erhöhen die Wirtschaftsleistung, das Steueraufkommen (wenn sie legalen Beschäftigungen nachgehen) und schaffen neue Arbeitsplätze, indem sie wirtschaftliche Engpässe beseitigen helfen;

  • Zunahme der Konsumenten und damit des Umsatzes im tertiären Sektor, was wiederum die Wirtschaftsleistung und die Zahl der Arbeitsplätze erhöht;

  • in zur Überalterung neigenden Industriegesellschaften führt Immigration zu einer Verjüngung der Bevölkerungsstruktur und damit zu einer Stabilisierung der Sozialsysteme.

Nachteile für die Zielgebiete:

  • Belastung der Infrastruktur (Wohnungen, Schulen etc.), v. a. bei raschem Bevölkerungszuzug in städtischen Regionen der Entwicklungsländer;

  • Konflikte durch mangelnde Integration und Segregation (Ghetto-Bildung) aufseiten der Zuwanderer sowie Angst vor Überfremdung, Kriminalität und Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt aufseiten der einheimischen Bevölkerung.

Migration: Pull-Factors

Grundsätzlich ist Migration aus wirtschaftlichen Gründen durch einen hohen Grad an Flexibilität gekennzeichnet. Wanderungsströme sind überwiegend auf Gebiete mit hoher Nachfrage an Arbeitskräften in wirtschaftlichen Boomzeiten ausgerichtet, während sich im Fall von Wirtschaftskrisen die Wanderungsströme sogar umkehren können und Migranten in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie ihre Arbeit verlieren oder in andere Länder weiterziehen.

In Spanien gab es eine starke Zuwanderung während der Boomjahre bis 2008. Es kam zur Wirtschaftskrise, die eine Nettoabwanderung zur Folge hatte.

Insofern befördern sowohl legale als auch illegale Wanderungsbewegungen die wirtschaftliche Entwicklung der Zielländer und Zielregionen, indem sie die in wirtschaftlichen Aufschwungphasen oder durch demographische Prozesse, wie die Überalterung in Deutschland, auftretenden Engpässe auf dem Arbeitsmarkt mildern.

Ängste der einheimische Bevölkerung

Ängste in der einheimischen Bevölkerung führen häufig dazu, dass legale Einwanderung nicht in ausreichender Zahl möglich ist. Migranten werden gezwungen unter hohem finanziellen Aufwand (Schlepperbanden) und unter Risiko für ihr Leben z. B. bei der Querung des Mittelmeers nach Europa oder der Wüste Arizonas in die USA illegal einzuwandern. Schätzungen gehen davon aus, dass allein in den USA mindestens 10 Mio. Menschen, meist aus Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern, illegal im Land leben und arbeiten.

Migration in Europa

Die einzelnen Länder in Europa sind unterschiedlich stark von Zu- und Abwanderungsprozessen geprägt. Aber wir können sagen, dass sich in fast jedem der Länder leichtere und stärkere Migrationsbewegungen feststellen lassen. Grundsätzlich wandern mehr Menschen nach Europa ein anstatt abzuwandern. Europa ist also ein Einwanderungskontinent.

Migrationsbewegung ab 2015/16 nach Europa

Wenn wir von Migrationsbewegungen und Europa reden, müssen wir auch die starke Zuwanderung von Menschen ab 2015/2016 ansprechen. Vor allem aus politischen-militärischen Motiven stellten in den Jahren 2015 und 2016 Menschen aus dem Irak, Afghanistan und Syrien mehr als die Hälfe aller Asylanträge in Europa. Die Menschen gelangten vor allem über drei Routen nach Europa:

  • Über die zentrale Mittelmeerrouten, die von Libyen nach Italien und Malte führt;
  • Über die östliche (und der folgenden Balkanroute) oder
  • über die westliche Mittelmeerroute.

Wir hoffen, dass dir dieser Artikel zur Migration geholfen hat. Wir haben noch weitere Lerninhalte, die dir Deutschland und Europa aus geographischer Sicht näherbringen. Schau doch mal bei den Artikeln zur Bevölkerung, den Minderheiten Europas oder zu den Disparitäten in Deutschland vorbei. Da ist auch bestimmt was für dich dabei!

Migration - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Migration hat unterschiedliche Ursachen
  • Bei den Ursachen unterscheiden wir zwischen:
    • Natürliche Ursachen

    • Politisch-militärische Ursachen

    • Wirtschaftliche und soziale Ursachen

  • Europa ist ein Einwanderungskontinent.
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