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Europäische Währungsunion

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Europäische Währungsunion

Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, kurz EWWU, ist eine Vereinbarung zwischen den Mitgliedstaaten der europäischen Union. Das Ziel der im Jahr 1990 gegründeten Vereinbarung ist es, die Länder der EU wirtschaftlich besser aufeinander abzustimmen.

Das Hauptziel der EWWU ist es, den europäischen Binnenmarkt durch eine gemeinsame Währung zu ergänzen, welche eine hohe Preisniveaustabilität aufweist.

Der europäische Binnenmarkt ist der gemeinsame Wirtschaftsraum der der EU-Mitgliedstaaten. Dieser Name existiert seit dem 01.01.1993 offiziell.

Preisniveaustabilität bedeutet, dass die Preise über einen langen Zeitraum unverändert bleiben. Sie gehört zu den wichtigsten wirtschaftspolitischen Zielen.

Verkürzt nennt man die EWWU auch Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) oder inoffiziell auch Europäische Währungsunion (EWU). Auf englisch bezeichnet man sie als Economic and Monetary Union (EMU).

In einem dreistufigen Prozess sollten wirtschafts- und währungspolitische Regelungen umgesetzt werden, welche die EU-Mitgliedstaaten besser miteinander verbinden sollten.

Die Phasen der EWWU – Geschichte

1. Phase

Die erste Phase dauerte bis 1993 an. In dieser Zeit wurde der freie Kapitalverkehr und eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den nationalen Zentralbanken vereinbart. Außerdem wurde die European Currency Unit (ECU) als europäische Verrechnungseinheit bestimmt.

  • Vollkommen freier Kapitalverkehr
  • mehr Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken
  • freie Verwendung des ECU
  • Verbesserung der wirtschaftlichen Konvergenz

2. Phase

In der zweiten Phase, welche bis 1998 dauerte, wurden Konvergenzkriterien für den Übergang zu einer neuen gemeinsamen Währung festgelegt. Was genau die Konvergenzkriterien sind, erklären wir Dir später noch.

1998 wurde außerdem die Europäische Zentralbank (EZB) gegründet. Vorläufer war das in 1194 gegründete Europäische Währungsinstitut (EWI).

  • Errichtung des Europäischen Währungsinstituts
  • Stärkung der wirtschaftlichen Konvergenz
  • mehr Koordinierung der Geldpolitik
  • Verbot der Gewährung von Zentralbankkrediten
  • Prozess der Einführung des Europäischen Systems der Zentralbanken beginnt

3. Phase

In der dritten und letzten Phase wurde dann der Euro als Gemeinschaftswährung eingeführt. Allerdings geschah dies erstmals in den Ländern, in denen auch die Konvergenzkriterien eingehalten wurden und deren Zentralbanken politisch unabhängig handeln konnten.

Stand 2017 befinden sich 19 der 27 Mitgliedstaaten in der Eurozone.

  • Einführung des Euro
  • Gemeinsame Geldpolitik durch das Europäische System der Zentralbanken
  • Stabilitäts- und Wachstumspaket tritt in Kraft
  • Wechselkursmechanismus II innerhalb der EU tritt in Kraft

Eurozone bezeichnet die Gruppe der EU-Länder, die den Euro als offizielle Währung haben.

Die Konvergenzkriterien der EWWU

Konvergenzkriterien sind fiskalische und monetäre Vorgabewerte. Alle Mitgliedstaaten der EU haben sich am 07.02.1993 zu diesen Kriterien verpflichtet.

In der zweiten Phase wurden diese Kriterien für den Übergang zu einer gemeinsamen Währung festgelegt. Diese lauteten:

  1. Preisstabilität
  2. langfristig stabile Zinsentwicklung
  3. stabilitätsorientierte Währungspolitik
  4. Begrenzung der nationalen Handelsdefizite auf 3% des BIP
  5. Begrenzung der öffentlichen Verschuldung auf 60% des BIP

Aufnahmekriterien

Neben den Konvergenzkriterien gibt es auch einige weitere Kriterien, die ein Land erfüllen muss, um Teil der EWU zu werden.

Grundvoraussetzung ist die Mitgliedschaft in der EU. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass finanzstabile oder -starke Länder außerhalb der EU kein Mitglied werden können.

Sollte ein Mitgliedsland eine der oben genannten Konvergenzkriterien nach der Aufnahme nicht mehr erreichen können, scheidet es aber nicht automatisch aus. Bisher ungeklärt ist der Fall Griechenlands. Die Frage ist nämlich, ob man dieses Land zwangsweise aus der EWU ausschließen kann, da es die Aufnahmekriterien nicht länger erfüllt.

EWWU Mitglieder – Länder

Die EWWU oder EWU bezieht sich auch das Bündnis der 19 europäischen Staaten, die zur EU gehören und den Euro als gemeinsame Währung besitzen.

Zu diesen Ländern gehören: Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.

Diese 19 Länder gehören alle zur Währungsunion. Dies bedeutet, dass alle Länder den Euro eingeführt haben. Allerdings gibt es noch weitere Länder, welche den Euro besitzen. In Europa sind dies Kosovo, Andorra, Monaco, Montenegro, San Marino und der Vatikan.

Es gibt außerdem unabhängige Gebiete der EU-Staaten, welche den Euro als Währung übernommen haben. Diese Gebiete gehören aber meistens nicht der EU an und auch nicht zur EWU. Dazu zählen zum Beispiel die niederländischen und französischen Überseegebiete in der Karibik, dem Indischen Ozean und dem Pazifik.

Währungsunion vs. Wirtschaftsunion – Erklärung

Bezüglich der Mitglieder ist es wichtig, nicht Wirtschafts- und Währungsunion zu verwechseln. Zur Wirtschaftsunion gehören neben den oben genannten Ländern nämlich auch noch alle anderen Staaten der Europäischen Union.

Dies sind: Bulgarien, Dänemark, Kroatien, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien, Ungarn und das Vereinigte Königreich.

Diese Länder gibt es eine Ausnahmeregelung. Sie gehören zwar der EWWU an, müssen aber nicht die dritte Phase - also die Euro-Einführung - durchlaufen.

Abhängige Außengebiete

Viele der genannten Mitgliedstaaten besitzen über von ihnen abhängige Außengebiete. Diese Gebiete sind keine unabhängigen Staaten, verfügen aber über eine wirtschaftliche und politische Autonomie.

Viele der Verträge der EWU treffen auch auf die Außengebiete zu. Dennoch werden die Länder oder Gebiete nicht als Mitgliedstaaten der EWU gezählt.

Einige dieser Außengebiete sind: Aruba, Bonaire, Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien, Guadeloupe, Martinique, Sankt Bartholomäus, Sint Maarten, St. Martin, Wallis und Futuna. Darüber hinaus gibt es noch weitere Außengebiete, welche oftmals in der Karibik oder in Nord- bzw. Süd-Amerika liegen.

Währungspolitische Regelungen

Die wichtigste Institution des Währungsausgleichs ist das Europäische System der Zentralbanken, kurz ESZB. Dieses System setzt sich aus den nationalen Zentralbanken der einzelnen Mitgliedstaaten und der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen.

Dieses System ist für die Steuerung der Geldpolitik im Euro-Währungsgebiet zuständig.

Preisstabilität

Die oberste Priorität der EZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass die Inflation möglichst niedrig sein soll.

In dieser Zielsetzung unterscheidet sich das ESZB auch von anderen Zentralbanksystemen. Im amerikanischen System werden noch weitere Ziele wie zum Beispiel eine geringe Arbeitslosigkeit oder niedrige langfristige Zinsen angestrebt.

Europäische Währungsunion - Das Wichtigste

  • Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, kurz EWWU, ist eine Vereinbarung zwischen den Mitgliedstaaten der europäischen Union.
  • Das Hauptziel der EWWU ist es, den europäischen Binnenmarkt durch eine gemeinsame Währung zu ergänzen, welche eine hohe Preisniveaustabilität aufweist.
  • In einem dreistufigen Prozess wurden wirtschafts- und währungspolitische Regelungen umgesetzt werden, welche die EU-Mitgliedstaaten miteinander verbinden sollten.
  • Um Mitglied der EWWU zu sein, muss man Mitglied der EU sein und die Konvergenzkriterien erfüllen.
  • Die EWU hat 19 Mitglieder. Es gibt außerdem Außengebiete und andere Länder innerhalb Europas die den Euro eingeführt haben.
  • Die wichtigste Institution ist das Europäische System der Zentralbanken und die EZB, welche die Geldpolitik steuern.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Europäische Währungsunion

Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, kurz EWWU, ist eine Vereinbarung zwischen den Mitgliedstaaten der europäischen Union.

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