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Standorttheorie

Standorttheorie
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Die Welt verändert sich andauernd. Neue Technologien werden geschaffen, neue gesellschaftliche Trends entstehen und auch neue politische Bewegungen entstehen. So beispielsweise die "Fridays for Future"-Bewegung, die für mehr Klimaschutz und auch für den raschen Kohleausstieg demonstrieren. Der Kohleausstieg ist auch ein Thema des Strukturwandels. Aber mehr dazu hier in der Erklärung!

Strukturwandel – Definition

Der Strukturwandel wird meist im wirtschaftlichen Sinne betrachtet. Im wirtschaftlichen Sinne beschreibt Strukturwandel entweder

  • die Veränderung der Wirtschaftsstruktur von Branchen, der intersektorale Strukturwandel,
  • die Veränderung der Wirtschaftsstruktur von Regionen, der regionale Strukturwandel oder
  • die Veränderung der Wirtschaftsstruktur der Beschäftigungsverhältnisse und Einkommensschicht, der Erwerbs- oder auch Beschäftigungsstrukturwandel.

Diese Begriffe werden dir weiter unten in der Erklärung noch genauer erklärt.

Strukturwandel ist das Ergebnis von sich langfristig verändernden Beziehungen zwischen einzelnen Wirtschaftssektoren einer Volkswirtschaft, auch Relationen einer Volkswirtschaft genannt. Die Wirtschaftssektoren kann man sich wie Zweige vorstellen, die zum Sozialprodukt des Landes beitragen. Man sagt dazu auch sektorale Struktur oder Produktionsstruktur.

Das Sozialprodukt eines Landes drückt die Gesamtheit aller Güter, die in einer Volkwirtschaft innerhalb eines bestimmten Zeitraums produziert wurden, in einem numerischen Geldwert aus.

Die Veränderungen sind mit der marktwirtschaftlichen Dynamik verbunden. Die Wirtschaft verändert sich dauernd, von Strukturwandel spricht man, wenn sich etwas grundsätzlich und überdauernd wandelt. Der Strukturwandel wird von neuen Technologien und dem internationalen Wettbewerb beeinflusst.

Strukturwandel – Grundbegriffe

Im Folgenden werden einige wichtige Grundbegriffe zum Verständnis des Strukturwandels erklärt.

Wirtschaftlicher Strukturwandel – Wirtschaftssektoren

Die Wirtschaftssektoren einer Volkswirtschaft unterteilen sich in Primärer Sektor, Sekundärer Sektor, Tertiärer Sektor und Quartärer Sektor. Der Primäre Sektor ist der Teil der Volkswirtschaft, der sich mit der Gewinnung von Rohstoffen beschäftigt. Beispiele für Branchen im Primären Sektor sind die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft oder die Fischerei.

Unter dem Sekundären Sektor der Volkswirtschaft werden Branchen gefasst, sie sich mit Rohstoff Ver- und Bearbeitung beschäftigen. Beispiele dafür sind die Branchen Energie- und Wasserversorgung und das Bauwesen.

Der Tertiäre Sektor der Volkswirtschaft umfasst den gesamten Dienstleistungsbereich. Darunter fallen beispielsweise Handel und personenbezogener Service.

Der Quartäre Sektor umfasst höherwertigere Dienstleistungen von Spezialisten, wie beispielsweise die Forschungsbranche, Entwicklung, Banken oder Steuerberatung.

In der Abbildung sieht man vier Kreisdiagramme zu den Anteilen unterschiedlicher Branchen an der Gesamtwirtschaft in den Jahren 1960, 1990, 2000 und 2015. Im Jahr 1960 nahm das produzierende Gewerbe, das zum Sekundären Sektor zählt, mehr als 50 Prozent der Gesamtwirtschaft ein, während öffentliche und private Dienstleister und Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister, also der Tertiäre Sektor, nur unter 25 Prozent Anteil an der Gesamtwirtschaft einnehmen.

Im Jahr 2015 sieht die Aufteilung der Branchenanteile deutlich anders aus. Der Tertiäre Sektor, also öffentliche und private Dienstleister, Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister, nimmt mehr als die Hälfte der Gesamtwirtschaft ein. Der Sekundäre Sektor ist noch immer recht anteilsstark, aber im Vergleich zu 1960 stark abgesunken auf nur noch etwa 30 Prozent Anteil an der Gesamtwirtschaft.

Sektoraler Strukturwandel

Die oben erklärten Wirtschaftssektoren sind wichtig, um den sektoralen Strukturwandel zu verstehen. Der sektorale Strukturwandel bezeichnet die Verschiebung der Bedeutung zwischen den Wirtschaftssektoren. Beispielsweise war vor 70 Jahren noch der Primäre Sektor, hauptsächlich die Landwirtschaft, der bedeutungsvollste Sektor in der Volkswirtschaft. Dann entwickelte sich die Technologie weiter, es kam zur industriellen Revolution und die Bedeutung des Primären Sektors hat sich hin zum Sekundären Sektor verschoben. Das ist ein Beispiel für den sektoralen Strukturwandel.

Strukturwandel Erwerbstätige Wirtschaftssektoren StudySmarterAbbildung 2: Die Verteilung der Erwerbstätigen auf die Wirtschaftssektoren

In der Abbildung erkennt man die Verschiebung der Wirtschaftssektoren auf den ersten Blick. Während die Anzahl der Erwerbstätigen im Primären Sektor immer weiter gesunken ist, steigt die Anzahl der Beschäftigten im Tertiären und Quartären Sektor (in der Abbildung zusammengefasst) seit etwa 1985 stark an. Die Anzahl der Beschäftigten im Sekundären Sektor ist seit 1970 relativ konstant geblieben.

Der sektorale Strukturwandel vom Primären Sektor zum Sekundären Sektor und zum Tertiären beziehungsweise Quartären Sektor ist seit dem 19. Jahrhundert in allen Volkswirtschaften beobachtbar. Die Gesellschaft hat sich von einer Agrargesellschaft, zu einer Industriegesellschaft und schließlich zu einer Informationsgesellschaft gewandelt. Über die Gesellschaftsbegriffe findest du in einem der folgenden Unterkapiteln mehr Informationen.

Der Strukturwandel ist durch die Industrialisierung und Mechanisierung im 19. Jahrhundert zu erklären. Die Landwirtschaft wurde effizienter, ein einzelner Landwirt schaffte es, mehr Menschen zu ernähren und somit sank der Bedarf an Bauern, während in den neuen Fabriken der Bedarf an Arbeitskräften stieg. Im 20. Jahrhundert folgten dann durch technologischen Fortschritt Automatisierungen und Roboter, die die Arbeit der Fabrikarbeiter übernahmen. Der Tertiäre und Quartäre Sektor nahmen an Bedeutung zu, während der Sekundäre Sektor an Bedeutung verlor.

Die Industrialisierung beschreibt die Ausbreitung des industriellen Sektors. Das bedeutet, dass Fabriken und Maschinen immer wichtiger werden und neue Erfindungen Arbeitsprozesse verschnellern und vereinfachen. Was genau die "Industrialisierung" ist, kannst du in der dazugehörigen Erklärung nachlesen.

Innersektoraler Strukturwandel

Es gibt zudem noch den innersektoralen Strukturwandel, bei dem sich die Bedeutung von Branchen innerhalb eines Wirtschaftssektors verschiebt.

Ein Beispiel dafür wäre die Verschiebung von Autos mit Verbrennermotoren hin zu von Elektromotoren angetriebenen Autos. Die Branchen der Autoproduktion von Autos mit Verbrennermotoren und mit Elektromotoren gehören beide zum Sekundären Wirtschaftssektor. Während die Branche der Autos mit Verbennermotoren immer mehr an Bedeutung verliert, steigert sich die Bedeutung der Branche Elektorautos.

Regionaler Strukturwandel

Schließlich gibt es noch den regionalen Strukturwandel. Dieser Teil des Strukturwandels beschreibt die Veränderung von Strukturen innerhalb einer Region.

Ein gutes Beispiel für den regionalen Strukturwandel ist das Ruhrgebiet. Dort ist aus dem ehemaligen Stahlwerk Phoenix Ost in Dortmund ein See mit umliegendem Wohn- und Naherholungsgebiet entstanden.

Strukturwandel Phoenix-Ost in Dortmund StudySmarterAbbildung 3: Das Stahlwerk Phoenix Ost in Dortmund vor der Umstrukturierung

Strukturwandel Phoenix See in Dortmund StudySmarterAbbildung 4: Phoenix See mit angrenzendem Wohn- und Naherholungsgebiet

Strukturwandel – Gesellschaftsbegriffe

Die Gesellschaft ist auch vom Strukturwandel betroffen und so gibt es gesonderte Bezeichnungen für Gesellschaften in denen bestimmte Güter besonders bedeutsam sind. In der Agrargesellschaft sind die bedeutsamsten Güter Arbeitskraft und Grund und Boden.

In der Industriegesellschaft sind effektive Güter und effiziente Maschinen bedeutsam. In der Informationsgesellschaft sind die wichtigsten Güter schließlich Wissen und Informationen. Diese bedeutsamsten Güter lassen auf die relevanten Wirtschaftssektoren in den verschiedenen Arten von Gesellschaften schließen.

Strukturwandel – Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist besonders vom Strukturwandel betroffen. Vor allem die Anzahl der Betriebe, deren Landflächen und ihre Effizienz haben sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Zuletzt spielt nun auch der Klimawandel eine Rolle für die Landwirtschaft, einige Betriebe stellen ihre Produktion daher auf ökologischere Formen der Landwirtschaft um.

In der Abbildung sieht man, dass 1960 etwa 1,5 Millionen Bauernhöfe angemeldet waren, 2019 liegt die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe nur noch bei circa 266.000. Die DZ Bank rechnet damit, dass die Anzahl der Höfe bis 2040 auf etwa 100.000 in ganz Deutschland sinken könnte. Gleichzeitig hat sich die Landfläche eines Betriebes von durchschnittlich 8,7 Hektar im Jahr 1960 auf etwa 62 Hektar im Jahr 2019 vergrößert. Auffällig ist auch, dass familiäre Kleinbetriebe immer mehr den Großbetrieben weichen, so dass aktuell circa 40 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche auf nur fünf Prozent der größten Betriebe entfallen.

Ursachen für den Strukturwandel in der Landwirtschaft

Die Ursachen für diesen Wandel in der Landwirtschaft liegen auch beim technischen Fortschritt. Maschinen, wie moderne Traktoren, Saat-, Pflug- und Erntemaschinen, für die Feldarbeit und automatische Melkmaschinen oder Fütterungsmaschinen, zur Versorgung des Viehs lösen harte körperliche Feldarbeit zumindest in Teilen ab und machen diese zudem deutlich effizienter. Das wird zum Beispiel an der Vervierfachung des Ertrags von Weizen in den letzten 120 Jahren deutlich.

Aber diese Maschinen zählen auch zu den deutlich teureren Produktionsgütern, die durch den technologischen Fortschritt entstanden sind. Dadurch geraten die Betriebe in eine wirtschaftliche Drucksituation, die sie durch eine Spezialisierung der Tier- und Pflanzenarten und eine Vergrößerung ihres Betriebs lösen.

Strukturwandel Landwirtschaftliche Betriebe Beschäftigte Deutschland StudySmarterAbbildung 6: Wandel der Effizienz eines Landwirts und Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und Erwerbstätigen in Deutschland

Die Spezialisierung auf eine Tier- oder Pflanzenart bringt den Betrieben vor allem, dass sie sich teure Landmaschinen nur speziell für ihre Tier- oder Pflanzenart kaufen müssen. Zusätzlich bringt eine Spezialisierung auch Erfahrung und damit eine Qualitäts- und Ertragssteigerung. Ein größerer Betrieb kann mehr Erträge einfahren, hohe Erträge sind zu den niedrigen Gewinnspannen von landwirtschaftlichen Produkten deutlich in ihrer Bedeutsamkeit gestiegen.

Wandel der Beschäftigungsstruktur in der Landwirtschaft

Der Primäre Sektor und besonders die Landwirtschaft sind in den letzten Jahrzehnten extrem in ihrer Bedeutsamkeit für die Volkswirtschaft gesunken. Heute sind nur noch etwa 1,3 Prozent aller Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig. Auch einen Nachfolger für die Leitung eines kleinen oder mittleren Hofs zu finden wird immer schwieriger.

Dazu kommt, dass viele aktuellen Hofleiter schon älter als 55 Jahre sind. Die Überalterung dieses Berufsstandes und die Schwierigkeit eine Nachfolge zu finden wird vermutlich dazu führen, dass mit dem Eintritt der Hofleiter ins Rentenalter, ein "Höfesterben" von kleinen und mittelgroßen Höfen in Deutschland ausgelöst wird.

Beitrag des Klimawandels zum Strukturwandel in der Landwirtschaft

Außerdem betrifft der Klimawandel die Landwirtschaft stark. Gerade durch die Spezialisierung vieler Höfe werden Äcker nur noch einseitig bepflanzt. Diese einseitige Bepflanzung ist allerdings sehr anfällig für Wetterextreme. Dadurch dass sich Wetterextreme durch den Klimawandel häufen, kommt es immer öfter zu Ertragsausfällen von Landwirten. Alternative Einkommensquellen werden also wichtiger und schon heute stützen sich viele Höfe auf ein zweites Standbein, wie beispielsweise der Erzeugung von erneuerbaren Energien oder Urlaubs- und Freizeitangebote auf dem Hof.

Um in dem Wettbewerb der Großbetriebe nicht unterzugehen, stellen außerdem viele Betriebe ihre Produktion auf den ökologischen Landbau um. Die Erträge sinken durch diese Produktionsweise zwar, aber für die erzeugten Produkte können zum einen höhere Preise verlangt werden und zum anderen wird der ökologische Landbau staatlich gefördert. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Anzahl an ökologischen Höfen verdreifacht.

Strukturwandel – Beispiele

Für den Strukturwandel gibt es auch heute noch gute Beispiele. Im Folgenden werden wir auf den Strukturwandel im Hinblick auf die Kohleindustrie, die Autoindustrie und die Digitalisierung näher eingehen.

Strukturwandel in der Kohleindustrie

Durch den Klimawandel wird die Verstromung mit Kohle immer unattraktiver. Im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels hält man die Kohleindustrie langfristig für nicht beständig. Stattdessen verschiebt sich der Fokus auf Verstromung durch erneuerbare Energien, wie beispielsweise Windenergie oder Solarenergie.

Mit Verstromung ist die Umwandlung von energiereichen Ressourcen, wie zum Beispiel Kohle, zu Elektrizität gemeint.

Dennoch wird die Umstellung auf die Verstromung ohne Kohle ein längerer Prozess sein. Die Energieversorgung muss erst auf erneuerbare Energien umgestellt werden, wozu der Ausbau und die Installation von erneuerbaren Energien nötig ist. Außerdem müssen für die Menschen, die in der Kohleindustrie arbeiten, Perspektiven geschaffen werden.

Arbeitsplätze in der Kohleindustrie werden verloren gehen und müssen durch neue Arbeitsplätze, wie beispielsweise in den neuen Strukturen der erneuerbaren Energien, oder durch Umschulungen ersetzt werden. In Kohleregionen ist dies ein gutes Beispiel für einen regionalen Strukturwandel.

Strukturwandel in der Autoindustrie

In der Autoindustrie wird der Trend hin zur Elektromobilität in den letzten Jahren immer deutlicher. Dadurch gehen einige Arbeitsplätze verloren, da Autos mit Elektromotoren wartungsärmer sind und die Produktion dieser Autos weniger aufwändig ist. Des Weiteren sind auch Zulieferer für Teile von Verbrennungsmotoren davon betroffen. Wenn die Nachfrage nach Teilen von Verbrennungsmotoren sinkt, werden auch hier Arbeitsplätze abgebaut. Andere Zulieferer profitieren allerdings von dem Trend zur Elektromobilität.

Ein Beispiel dafür sind Hersteller von Batterien. Diese werden durch den Trend immer mehr gefragt und benötigen daher auch mehr Arbeiter.

Außerdem muss eine Ladeinfrastruktur und auch eine Energieinfrastruktur für Elektroautos geschaffen werden, wofür ebenso mehr Arbeitsplätze notwendig sein werden. Auch die Autowerke, in denen Autos produziert werden, müssen vermehrt auf Elektroautos umgestellt und umgebaut werden und auch dafür werden Arbeiter benötigt. In der Autoindustrie ist also ein innersektoraler Strukturwandel mit einer Verschiebung hin zur Elektromobilität erkennbar.

Strukturwandel durch Digitalisierung

Ein weiteres wichtiges Thema, das ebenso den Strukturwandel betrifft ist die Digitalisierung. Durch die Digitalisierung wird eine ähnliche Veränderung erwartet, wie bei der Industrialisierung. Die Digitalisierung wird fast die gesamte Arbeitswelt verändern und verändert auch unsere Gesellschaft im Allgemeinen.

Digitalisierung bedeutet, die Umwandlung von analogen Techniken und Daten zu einer digitalen Form. Ein einfaches Beispiel dafür ist die Umwandlung von Musikstücken, die zunächst auf Kassetten oder Schallplatten gespeichert waren, auf Computer Disks (CD's).

Neue Branchen entwickeln sich, wodurch neue Berufe und Arbeitsplätze entstehen und bestehende Berufe erwarten Neuerungen und Veränderung. Die Digitalisierung lässt sich nicht nur auf eine Form des Strukturwandels beschränken. Sie beeinflusst sowohl die Verhältnisse zwischen den Wirtschaftssektoren, als auch die innersektoralen Beziehungen innerhalb und zwischen Branchen einzelner Wirtschaftssektoren.

Strukturwandel – Auswirkungen

Jede Art von Strukturwandel bringt viele Folgen mit sich. Oft sind die Auswirkungen nicht nur wirtschaftliche Bedeutungsverschiebungen, sondern verändern auch die Gesellschaft. Arbeitsplätze fallen weg, neue Arbeitsplätze kommen dazu und auch die Bedeutung verschiedener Berufe erhöht oder verringert sich.

Ein Beispiel für gesellschaftliche Veränderungen ist ein verändertes Konsumverhalten. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Anstieg von Menschen in den letzten Jahren, die sich vegetarisch oder vegan ernähren.

Teilweise verursacht ein verändertes Konsumverhalten Strukturwandel, aber es kann auch eine Folge davon sein, dass eine Branche oder ein Wirtschaftssektor an Bedeutung verliert.

Auch in unserer Bildung machen sich die Auswirkungen des Strukturwandels bemerkbar. In sehr vielen Ländern und besonders in Europa ist eine Tendenz hin zu höheren Bildungsabschlüssen bemerkbar. Das könnte daran liegen, dass im Tertiären Sektor, der aktuell sehr bedeutungsvoll ist und weiter an Bedeutung gewinnt, höhere Bildungsabschlüsse vorteilhafter, nicht selten auch Bedingung sind, um Arbeit zu finden.

Strukturwandel – Ursachen

Der Strukturwandel geschieht häufig nicht aus einer einzigen Ursache heraus. Meistens sind es Verbindungen aus mehreren Ursachen, die dazu führen, dass sich Relationen zwischen oder innerhalb von Wirtschaftssektoren verschieben oder sich regionale Strukturen verändern. Einige Ursachen für Strukturwandel sind

  • der technologische Wandel,
  • die Globalisierung,
  • veränderte Konsumpräferenzen der Bevölkerung, auch durch steigenden Wohlstand.
  • Auch die Demographische Entwicklung,
  • veränderte Qualifikationen von Erwerbstätigen und
  • Immigration tragen zum Strukturwandel bei.

Allgemeinere Ursachen sind beispielsweise ökologische Ursachen. Dabei geht es um die Umwelt und das Klima.

Beispiele dafür sind Überfischung, Waldsterben, Monokulturen oder auch Treibhausgase.

Auch politische Ursachen können zum Strukturwandel beitragen. Vor allem Subventionen und Anregungen zu Investitionen verleiten Wirtschaftsgrößen dazu, sich umzuorientieren. Die staatliche Förderung von ökologischem Landbau ist ein Beispiel für eine politische Ursache für den Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Auch wenn Strukturwandel sehr abstrakt klingen mag, ist er über aktuelle Beispiele doch sehr greifbar. Der Prozess des Strukturwandels passiert fast dauernd in den verschiedensten Bereichen, ohne dass wir ihn wirklich als diesen identifizieren. Mit dieser Erklärung verstehst du ihn aber sicher besser, wenn du das nächste Mal davon hörst.

Strukturwandel – Das Wichtigste

  • Ein Strukturwandel ist die Verschiebung zwischen der Bedeutsamkeit einzelner Wirtschaftssektoren: Primärer Sektor, Sekundärer Sektor, Tertiärer Sektor und Quartärer Sektor
  • Es wird zwischen Sektoralem Strukturwandel, Innersektoralem Strukturwandel und Regionalem Strukturwandel unterschieden.
  • Strukturwandel in Landwirtschaft führt dazu, dass immer weniger Höfe mit immer größerer Landfläche existieren
  • Auswirkung von Strukturwandel betreffen sowohl die Wirtschaft, als auch die Gesellschaft
  • Meist führen Kombinationen mehrerer Ursachen, vor allem technologischer Fortschritt, demographische Merkmale, ökologische und politische Ursachen zu einem Strukturwandel.

Nachweise

  1. Abbildung 3: Das Stahlwerk Phoenix Ost in Dortmund vor der Umstrukturierung (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baustelle_Phoenixsee.jpg) by Tbachner (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Tbachner) licensed by CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en).
  2. Abbildung 4: Auf dem alten Standort des Stahlwerks Phoenix Ost liegt nun der Phoenix See mit angrenzendem Wohn- und Naherholungsgebiet (https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dortmund_-_PO-Phoenix-See_%2B_H%C3%B6rde_(Kaiserberg)_02_ies.jpg) by Frank Vincentz licensed by CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de).

Häufig gestellte Fragen zum Thema Standorttheorie

Es gibt mehrere Standorttheorien. Zu den bekanntesten gehören beispielsweise die Standorttheorie nach Weber, auch als neoklassische Standorttheorie bekannt und die Standorttheorie nach Thünen.

Die Standorttheorie von Weber ist nur von 3 Standortfaktoren abhängig, jedoch ist die Wahl eines Standortes, gerade in der heutigen Zeit, von noch vielen anderen Standortfaktoren abhängig. Deshalb kann gesagt werden, dass die Standorttheorie nach Weber heutzutage nicht mehr allzu relevant ist, jedoch wichtige Aspekte zur Standortwahl nennt.

Standortfaktoren in der Geographie sind Kriterien, die helfen darüber zu entscheiden, welcher Standort für ein Unternehmen geeignet oder auch ungeeignet ist. Nach ihnen richtet sich die Standortwahl. Meistens werden die Standortfaktoren in weiche und harte Standortfaktoren unterschieden.

Weiche Standortfaktoren sind Standortfaktoren, die nicht gemessen werden können. Sie basieren auf subjektiven Einschätzungen.

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In der Standorttheorie von Weber werden nur die drei Standortfaktoren Arbeitskosten, _______ und _________  berücksichtigt. 

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Was sind die Kritikpunkte der Standorttheorie nach Thünen?

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  • die allgemeine Gültigkeit der Zonierung
  • die Durchbrechung der von Thünen´schen Ringen durch soziale Prozesse

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Wann beginnt in der Standorttheorie nach Thünen ein neuer konzentrischer Ring?

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Wenn die Transportkosten den Nettoerlös eines Landwirtes übersteigen

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