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Stell Dir vor: Du stehst vor einem Dir noch unbekannten Sachverhalt, z. B. einer Matheaufgabe und musst diese irgendwie lösen. Im ersten Moment fragst Du Dich, wie Du sie am besten angehen solltest, um zum richtigen Ergebnis zu kommen. Entscheidend ist, ob Du eine ähnliche Aufgabe schon einmal gelöst hast, oder ob es ein komplett neuer Ansatz ist, der lediglich…
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Jetzt kostenlos anmeldenStell Dir vor: Du stehst vor einem Dir noch unbekannten Sachverhalt, z. B. einer Matheaufgabe und musst diese irgendwie lösen. Im ersten Moment fragst Du Dich, wie Du sie am besten angehen solltest, um zum richtigen Ergebnis zu kommen. Entscheidend ist, ob Du eine ähnliche Aufgabe schon einmal gelöst hast, oder ob es ein komplett neuer Ansatz ist, der lediglich auf einer bereits gelernten Theorie basiert. In allen Fällen fordert die Aufgabe Deine Fähigkeit, schlussfolgernd zu denken.
Unter schlussfolgerndem Denken wird die Fähigkeit oder auch der Prozess verstanden, aus gegebenen Informationen neues Wissen abzuleiten. Grundsätzlich kann dies auf zwei Arten geschehen: deduktiv oder induktiv.
Konkret bedeutet das:
In einer Definition lässt sich das schlussfolgernde Denken wie folgt zusammenfassen:
Mithilfe von schlussfolgerndem Denken wird von etwas Gegebenem auf etwas Neues geschlossen oder eine Regelmäßigkeit abgeleitet.
Das Produkt einer Schlussfolgerung bzw. des schlussfolgernden Denkens wird als Schluss bezeichnet. Schlüsse sind somit vereinheitlichte Begründungen, die auf Basis einer oder mehrerer Annahmen zu einer Schlussfolgerung führen. Annahmen werden auch Prämissen genannt und eine Schlussfolgerung kannst Du auch mit Konklusion bezeichnen. Dieser Begriff kommt aus dem Englischen: conclusion.
Ein Schluss kann grundsätzlich gültig oder ungültig sein. Er ist gültig, wenn es unmöglich ist, dass trotz getätigten wahren Annahmen, die auf ihnen basierende Schlussfolgerung falsch ist. Das bedeutet, dass aus "Wahrem nur Wahres" folgen kann.
Ungültig kann ein Schluss hingegen sein, wenn von einer einzelnen Beobachtung, einem Einzelfall, auf eine Annahme oder Regelmäßigkeit gefolgert wird. Diese eine oder wenigen Beobachtungen reichen nicht aus, um einen sicheren Schluss über ihre Ursache und Wirkung zu ziehen.
Unabhängig davon, ob ein Schluss nun gültig oder ungültig ist, kann dieser auf zwei Arten erreicht werden. Wie bereits angedeutet, können zum schlussfolgernden Denken zwei verschiedene Methoden eingesetzt werden – das induktive und das deduktive Denken.
Neben dem deduktiven Schließen kann auch induktiv auf einen unbekannten Sachverhalt geschlossen werden. Durch induktives Schließen können neue Erkenntnisse gewonnen werden. Es geht demnach über die unmittelbar gegebenen Informationen hinaus.
Als induktives Denken oder auch induktives Schließen wird eine Art des Schlussfolgerns bezeichnet, die vom Konkreten auf das Allgemeine schließt. Erkenntnisse werden aus der Verallgemeinerung von Einzelphänomenen gewonnen.
Das induktive Schließen geht davon aus, dass, wenn sich etwas in einer Reihe von (beobachtbaren) Ereignissen als wahr erweist, es sich auch in zukünftig beobachtbaren Ereignissen bewahrheiten wird. Jedoch müssen und können nicht alle Schlussfolgerungen der Wahrheit entsprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schlussfolgerung sich als wahr bzw. richtig herausstellt, hängt dabei von der Anzahl beobachteter konkreter Ereignisse ab.
Das induktive Schlussfolgern folgt stets einem bestimmten und allgemeingültigen Schema. Das sieht wie folgt aus:
Da das ganze Schema noch etwas abstrakt wirkt, wird es in einem Beispiel auf Sokrates und dessen umstrittene Menschlichkeit angewendet:
1. Sokrates ist sterblich.
2. Sokrates ist ein Mensch.
3. Alle Menschen sind sterblich.
Es gibt natürlich noch viele weitere Beispiele für induktive Schlussfolgerungen. Ein sehr bekanntes ist das Schwan-Problem, das außerdem die Probleme von induktiven Schlüssen verdeutlicht:
Das ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass induktive Schlüsse nicht immer der Wahrheit entsprechen müssen und können. Die meisten Schwäne sind in der Tat weiß. Jedoch hat sich herausgestellt, dass es auch schwarze Schwäne gibt. Demnach sind alle Einzelbeobachtungen von weißen Schwänen zwar gültig, da die Schwäne tatsächlich weiß sind. Doch sind die vielen Beobachtungen weißer Schwäne irrelevant. Denn die Beobachtung eines schwarzen Schwanes reicht aus, um die These der weißen Schwäne zu widerlegen.
Deduktion heißt so viel wie "ableiten". Demnach können durch diese Denkart keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden, da lediglich aus bereits Bekanntem logische Schlussfolgerungen gezogen werden. Deduktive Schlüsse ermöglichen es, aus Annahmen logische Schlussfolgerungen zu ziehen. Des Weiteren können Hypothesen (Behauptungen) verworfen werden, falls die Schlussfolgerung nicht im Einklang mit der zuvor gezogenen Annahme steht.
Deduktives Denken wird auch als logisches Schließen bezeichnet. Dabei wird eine logische und allgemeingültige Regel erkannt und damit stets auf eine logische Konsequenz geschlussfolgert. Es wird vom Allgemeinen auf etwas Konkretes geschlossen.
Deduktives Denken erlaubt es, zuvor induktiv gewonnene Aussagen zu überprüfen, indem auf eine Wirkung (Konsequenz) schlussfolgert wird. Dafür macht das deduktive Denken sogenannte "Wenn-dann"-Annahmen. Bereits Aristoteles ging davon aus, dass logischer Erkenntnisgewinn auf dem Wechselspiel von Induktion und Deduktion basiert.
Aristoteles (384 v. Chr. bis 322 v. Chr.) war ein griechischer Universalgelehrter und Schüler des berühmten Platon. Er zählt heute zu den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen der Geschichte. Gerade im Bereich der Logik hat Aristoteles einen bahnbrechenden Beitrag geleistet.
Deduktives Schlussfolgern läuft ebenso wie das induktive Schließen grundsätzlich nach einem bestimmten Muster ab. Die Annahmen (Prämissen) stellen bestimmte Sachverhalte dar, aus denen in der Schlussfolgerung auf eine neue Verbindung zwischen diesen Sachverhalten geschlossen werden kann. Allgemein gefasst sieht das dann so aus:
Das wirkt im ersten Moment vielleicht noch etwas abstrakt. Im alltäglichen Leben werden die gegebenen Buchstaben (Sachverhalte) mit tatsächlichen Inhalten gefüllt. Das kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:
Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, das schlussfolgernde und logische Denken zu fördern. Generell gilt es, das Gehirn, wie jeden anderen Muskel auch, regelmäßig zu trainieren. Das kannst Du ganz entspannt von Zuhause aus tun, indem Du Deinen Wissenshorizont erweiterst und Deine Konzentrationsfähigkeit stärkst.
Dafür kannst Du Dein logisches und strategisches Denken zum einen durch unzählige herausfordernde Brettspiele, wie Schach oder Ubongo fördern, aber auch durch Gehirntraining oder das Lösen von kniffeligen Rate- und Verständnisaufgaben.
Die Entwicklung des schlussfolgernden Denkens ist Teil der kognitiven Entwicklung des Kindes. Diese untergliedert sich nach dem Schweizer Psychologen Jean Piaget in vier Stadien und erstreckt sich über die gesamte Kindheit.
In der Entwicklung erstreckt sich das sensomotorisches Stadium über die ersten 24 Lebensmonate. In diesen entwickelt das Baby, ausgehend von seinen angeborenen Reflexen, sensomotorische Schemata. Das sind Denk- und Verhaltensmuster, die als Art Handlungsregeln dazu dienen, die Welt zu erfahren und zu entdecken.
Die Rassel ist aus Holz und fühlt sich dadurch ganz anders an, wenn sie in den Mund genommen wird, als eine Puppe aus Plastik.
Zu dieser Zeit bildet sich auch die Objektpermanenz aus. Sie stellt die Fähigkeit dar, eine Vorstellung von einem Objekt aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Ein typisches Spiel, das den Erwerb der Objektpermanenz unterstützt, ist das Kuckuckspiel (Peek-a-boo). Kinder mit noch unausgebildeter Objektpermanenz reagieren auf das plötzliche Auftauchen und Verschwinden eines Gesichtes. Ist die Objektpermanenz schließlich ausgebildet, verliert das Kind häufig nach kürzester Zeit das Interesse an dem Spiel und zeigt nur eine sehr abgeschwächte Reaktion.
Auch die Vorstellung (Konzepte) von Raum, Zeit und Kausalität, also dem Zusammenhang von Sachverhalten oder Gegenständen, werden in diesem Stadium erworben. Jedoch beziehen sich diese Vorstellungen noch nicht auf das Denken selbst, sondern vorerst auf die Handlung. Dennoch ist das Wissen über die Existenz von Gegenständen, selbst wenn man sie nicht direkt sehen kann, von großer Bedeutung. Durch diese Fähigkeit der Objektpermanenz können schließlich Schlussfolgerungen aus Beobachtungen über allgemeine Zusammenhänge gezogen und somit induktives Denken ermöglicht werden.
Im Alter zwischen zwei und sieben Jahren bildet sich die sogenannte Symbolfunktion heraus. Diese erlaubt es Kindern, mentale Repräsentationen zu bilden und auch Sprache zu erwerben. In dieser Zeit ist das Schlussfolgern weder induktiv noch deduktiv. Vielmehr spricht Piaget von einem transduktiven Schließen.
Das Kind schließt von einem Einzelfall zu einem anderen Einzelfall und kann noch keine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung herstellen. Es schließt auf eine Beziehung zwischen Ereignissen, die normalerweise auf diese Art und Weise nicht zusammenhängen.
Das Kind hört das Bellen eines Hundes und anschließend die Haustürklingel. Deshalb schließt es, dass es klingelt, weil der Hund bellt.
Die Darstellung und Speicherung von Wissen im Gehirn wird als mentale Repräsentation bezeichnet. Du kennst sicherlich die Situation, wenn Du an etwas Vergangenes denkst und Du diese Erinnerung oder das Objekt vor Deinem "inneren Auge" sehen kannst. In diesem Moment hast Du ein "mentales" Bild bzw. Repräsentation in Deinem Kopf.
Das Stadium der konkreten Operationen erstreckt sich über das Alter von sieben bis elf Jahren und stellt einen Wendepunkt in der Entwicklung des logischen Denkens dar. Das System der sogenannten Gruppierung entsteht.
Einzelne Beobachtungen werden zusammengeschlossen und miteinander verbunden. Sie werden zu einer allgemeinen Annahme vereint. Jedoch fehlt Kindern noch immer die Fähigkeit, einen von der Handlung unabhängigen Schluss zu ziehen. Was das für das kindliche Denken bedeutet, zeigt dieses Beispiel:
Ein Kind kann in dieser Phase der Logik "A ist mehr als B" und "B ist mehr als C" folgen. Jedoch hat es noch Schwierigkeiten dabei, den Zusammenhang herzustellen, dass somit automatisch "A ist mehr als C" gilt.
Im Alter von elf bis zwölf Jahren geschieht in der Regel der Übergang vom konkreten Denken zum formal operativen Denken. Nun werden nicht mehr ausschließlich induktive Schlüsse gezogen, sondern auch deduktiv logische Schlussfolgerungen abgeleitet::
Das Kind bzw. der/die Teenager*in kann jetzt argumentieren und "Was-wäre-wenn" Szenarien, die nicht immer der Realität entsprechen und in dieser verwurzelt sind, nachvollziehen.
Falls Du mehr über die Entwicklung des Denkprozesses wissen möchtest, schaue Dir gerne die Erklärung "Kognitive Entwicklung" an.
Induktives Denken bedeutet eine Art des Schlussfolgerns, die vom Konkreten auf das Allgemeine schließt. Erkenntnisse werden aus der Verallgemeinerung von Einzelphänomenen gewonnen.
Schlussfolgerndes Denken ist die Fähigkeit oder auch der Prozess, dass aus gegebenen Informationen neues Wissen abgeleitet werden kann.
Deduktives Denken ist logisches Schließen. Das bedeutet, dass durch deduktives Denken eine logische Regel erkannt und damit auf eine logische Konsequenz schlussgefolgert wird. Es wird vom Allgemeinen etwas Konkretes geschlossen.
Der Unterschied zwischen induktiv und deduktiv ist, dass bei deduktiven Schlussfolgerungen von etwas Allgemeinem auf etwas Konkretes geschlossen wird. Dadurch können jedoch keine neuen Erkenntnisse getroffen werden. Bei induktivem Denken hingegen wird von Einzelbeobachtungen bzw. etwas Konkretem, auf etwas Allgemeines geschlossen. Dadurch können neue Erkenntnisse generiert werden.
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