Login Anmelden

Select your language

Suggested languages for you:
StudySmarter - Die all-in-one Lernapp.
4.8 • +11k Ratings
Mehr als 5 Millionen Downloads
Free
|
|

Kreativität Psychologie

Kreativität Psychologie

Kreativität ist ein fester Bestandteil des menschlichen Lebens und jeder neuen Idee. Überall steckt Kreativität drin: Zum Beispiel war der Designer deiner Kleidung, die du gerade trägst, genauso kreativ wie der Architekt, der das Gebäude, in dem du gerade bist, entworfen hat. Und auch bei jeder wissenschaftlichen Innovation hatte jemand vorher einen neuen, kreativen Gedanken.

Kreativität – Definition

Die Kreativität umfasst nicht ausschließlich künstlerische und gestalterische Tätigkeiten, wie z. B. das Komponieren eines Musikstücks. Vielmehr beginnt die Kreativität bereits beim Denken. Auch das Ausdenken eines Witzes oder Ausprobieren eines neuen Rezeptes erfordert Kreativität.

Kreativität meint im psychologischen Kontext die Fähigkeit einer Person zur Erschaffung von originellen (neuen/ungewöhnlichen), nützlichen und produktiven Inhalten und Leistungen.

Die Kreativität ist meist abhängig von sozialen, kulturellen und politischen Bewertungen. Nicht alle neuen und originellen Ideen sind für jede*n von Nutzen und bringen einen Fortschritt mit sich. Grundsätzlich lässt sich auch festhalten, dass Kreativität im Auge des Betrachters bzw. der Betrachterin liegt. Nicht alles, was für eine Person neuartig und innovativ ist, ist dies auch für alle anderen Personen, wie das nachfolgende Beispiel zeigt:

Ein Bild in einer Kunstgalerie kann für die eine Betrachterin nützlich sein, indem es sie erfreut, inspiriert oder eine Diskussion anregt. Für einen anderen Betrachter kann das Werk völlig unbedeutend und nichtssagend sein. Auch kann eine Person, die jeden Tag ums Überleben kämpft, sich mit großer Wahrscheinlichkeit weniger über die Wirkung eines Bildes erfreuen, als eine Person, die wenig bis keine (finanzielle oder soziale) Sorgen hat.

Überdies kann es auch sein, dass die politische Lange in einem Land, das Betrachten und Verbreiten von Kunst unterbindet oder einschränkt, während andere Regierungen Kunst fördern.

Joy Paul Guilford

Der Grundstein der heutigen Kreativitätsforschung wurde im Jahr 1950 von dem US-Psychologen und Intelligenzforscher Joy Paul Guilford gelegt, als er den Begriff creativity zum ersten Mal als psychologischen Terminus verwendete. Er verstand unter der Kreativität eine spezielle Form des problemlösenden Denkens und unterschied dabei zwei Formen des kreativen Denkens:

  • das konvergente Denken
  • das divergente Denken

Konvergentes Denken

Das konvergente Denken (convergent thinking) meint das zielgerichtete und logisch-rationale Denken, das immer in eine Richtung auf eine einzige logische Lösung zusteuert.

Das konvergente Denken kommt immer dann zum Einsatz, wenn es sich um ein klar definiertes Problem handelt, bei dem eine richtige Antwort bzw. konkrete Lösung gefunden werden muss. Kurz gesagt kommt das konvergente Denken vorwiegend bei einfachen und alltäglichen Problemen zum Einsatz, wie z. B. dem Lösen einer Matheaufgabe:

Stelle Dir vor, Du sitzt gerade in einer Matheprüfung und musst eine logarithmische Gleichung lösen. Diese konkrete Aufgabe hast Du in deinem Leben noch nie gelöst. Du kennst zwar den grundlegenden Lösungsvorgang und weißt, dass es nur eine einzige Lösung gibt, die richtig ist. Du musst in diesem Fall dein konvergentes Denken aktivieren, um zur Lösung der Aufgabe zu gelangen.

Divergentes Denken

Oft wird Wolfgang Amadeus Mozart herangezogen, um eine enge Verbindung zwischen Kreativität und Intelligenz aufzuzeigen. Seine außerordentliche musikalische Begabung wird als Indikator hoher Intelligenz gesehen.

Verifikation (Überprüfung)

Abschließend muss die Einsicht (der Aha-Effekt) niedergeschrieben, umgesetzt und bewertet werden. Dafür müssen die Ideen konkretisiert und gegebenenfalls weiterentwickelt werden. Nicht jede aus der Einsicht gewonnene Idee ist in der Wirklichkeit auch brauchbar, z. B. aufgrund von Normen und Werten.

Vier-Phasen-Modell Beispiel

Wie genau Du Dir die vier Phasen kreativer Prozesse in der Praxis vorstellen kannst, soll Dir das folgende Beispiel verdeutlichen:

Deine Schule veranstaltet jedes Jahr den Erfinderwettbewerb "Die kreativen Köpfe". Dieses Jahr möchtest du gerne teilnehmen, benötigst aber noch die passende Idee. Um diese zu generieren, bedienst Du Dich den vier Phasen kreativer Prozesse:

  • 1. Phase: Um Inspiration zu sammeln, was Deine zukünftige Erfindung überhaupt sein soll, besuchst Du Museen. Im Technikmuseum bist Du hängen geblieben und setzt Dich intensiv mit den dort ausgestellten Robotern auseinander.
  • 2. Phase: Die Roboter haben Dich fasziniert und kaum bist Du wieder Zuhause, beginnst Du zu grübeln. Dein Unterbewusstsein schaltet sich ein und überlegt, was Du aus den gesehenen Robotern machen kannst, um diese noch innovativer zu machen.
  • 3. Phase: Du sitzt gerade im Unterricht und hast alle Gedanken an den Wettbewerb und Besuch im Museum beiseite geschoben, als plötzlich DER Einfall kommt. Dein Bruder hat eine Reihe verschiedener fernsteuerbarer Trucks. Diese können als eine Art Beine für den Roboter dienen und dafür sorgen, dass dieser sich schnell fortbewegen kann.
  • 4. Phase: Gleich nach der Schule setzt Du Dich an die Umsetzung deines Geistesblitzes. Du holst Dir einen der Trucks Deines Bruders und beginnst an ihm herumzutüfteln. Nach mehreren Tagen intensiver Arbeit und ein paar Rückschlägen kannst Du pünktlich zum Wettbewerb Deinen kleinen flinken Roboter präsentieren.

Kreativität messen

Kreativität kann nach J.P. Guilfords Auffassung auch erfasst bzw. gemessen werden. Dafür definiert er grundlegende psychische Merkmale von kreativen Menschen. Diese Merkmale setzt er wiederum für ein kreatives Denken voraus. Insgesamt unterscheidet er sechs Merkmale, die wie folgt lauten:

  1. Problemsensitivität: Erkennen und Lokation eines Problems
  2. Flüssigkeit: Produktion vieler Ideen in kurzer Zeit
  3. Flexibilität: Entwicklung neuer Sichtweisen und Einschlagen neuer Wege
  4. Re-Definition: Improvisation: Verwendung alter Objekte in einem neuen Kontext
  5. Elaboration: Anpassung und Modifikation der Idee an die Realität
  6. Originalität: Erschaffung neuartiger und außergewöhnlicher Ideen

Alternative Uses Task

Eine weitere sehr simple Methode, um Kreativität zu messen, ist der sogenannte Alternative Uses Task. Mithilfe des Tests wird versucht, die relative Kreativität einer Person zu erfassen, indem geschaut wird, wie viele originelle Ideen ihr zu einem Wort einfallen. Dafür werden ein paar Wörter (ca. ein bis vier), die gängige Alltagsgegenstände beschreiben, vorgegeben. Innerhalb von wenigen Minuten sollen so viele andere Wörter wie nur möglich, die ungewöhnliche Verwendungsformen für die Begriffe beschreiben, auf einem Blatt Papier notiert werden. Solche Alltagsgegenstände können unter anderem sein:

  • eine Gabel
  • ein Flaschenöffner
  • eine Kerze
  • ein Kleiderbügel

Wie weit die notierten Wörter vom eigentlichen Nutzen des Gegenstandes entfernt sind und wie viele neue Assoziationen gefunden wurden, entsprechen einem Messwert, der die relative Kreativität einer Person beschreibt. Mögliche Assoziationen auf den Alltagsgegenstand "Gabel" können sein:

  • Katapult
  • Bauernhof
  • Nachtisch
  • Strickhilfe
  • Hilfsgerät zum Perlen zählen
  • ...

Kreative Fähigkeiten und Eigenschaften einer kreativen Persönlichkeit

Menschen mit einer sehr ausgeprägten kreativen Persönlichkeit zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie in ihrem Denken von der Norm abweichen. Nur so können sie neue und innovative Ideen generieren. Doch sie haben meist auch eine Vielzahl anderer, ähnlicher Eigenschaften, wie zum Beispiel:

  • Flexibilität: Hiermit ist die geistige Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an neue Gegebenheiten gemeint, wie z. B. Talent für Perspektivenwechsel oder Improvisationstalent
  • Offenheit und Neugier: Personen, die gerne ausprobieren, experimentieren und stetig nach neuem Wissen streben, können leichter festgefahrene Gedankengänge verlassen
  • Spontanität: Anpassung an neue Gedankengänge und Blickwinkel
  • Risikobereitschaft: Mut, Neues zu wagen und ungewöhnliche Ideen zu verfolgen

Kreativität fördern

Die meisten Kreativitätsforscher*innen sind davon überzeugt, dass Kreativität nicht nur manchen Menschen vorbehalten ist, sondern durch bestimmte Faktoren und Methoden gefördert und unterstützt werden kann. Solche Faktoren und Methoden sind zum Beispiel:

  • Kreative Umgebung: Kreative Leistungen sind häufig das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Besonders in Gesellschaft von ähnlich denkenden Menschen, die einander unterstützen, können neue Ideen aufblühen
  • Fantasievolles Denken: Mithilfe von fantasievollem Denken können die eigenen und festgefahrenen Denkmuster durchbrochen werden
  • Brainstorming: Es werden neue Ideen durch freies assoziieren generiert. Kritik oder falsch gibt es nicht → kreatives Denken in Gruppen
  • Mindmapping: Es wird von einem bekannten Sachverhalt (Kern) auf verwandte Inhalte geschlossen und es entsteht eine Art Gedanken-Landkarte, die alle Ideen visualisiert
  • Perspektivenwechsel: Es kann sich in andere (neue) Sachverhalte hineinversetzt werden

Kreativität Psychologie - Das Wichtigste

  • Kreativität umfasst die Fähigkeit einer Person zur Erschaffung von originellen, nützlichen und produktiven Inhalten und Leistungen.
  • J.P. Guilford hat als Pionier der Kreativität die Begriffe divergentes und konvergentes Denken geprägt.
  • Kreative Prozesse können mithilfe von den vier Phasen Preparation, Inkubation, Illumination und Verifikation beschrieben werden.
  • Der Alternative Uses Task Test kann die relative Kreativität messen, indem untersucht wird, wie viele originelle Ideen einer Person in einem bestimmten Zeitraum zu einem Wort einfallen.
  • Kreativität kann mittels unterschiedlicher Methoden gefördert werden, wie z. B. durch Brainstorming, Mindmapping oder einen Perspektivenwechsel.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Kreativität Psychologie

Kreative Personen werden aus psychologischer Sicht dadurch ausgezeichnet, dass sie sehr sensitiv gegenüber Problemen sind. Das heißt, sie erkennen diese sehr schnell. Zudem ist ihr denken sehr flüssig. Das bedeutet, dass sie in kürzester Zeit sehr viele neue Ideen generieren können. Außerdem sind sie sehr risikobereit, d. h. sie trauen sich, Neues auszuprobieren, können sich aber auch sehr gut in neue Situationen bzw. Sichtweisen hineinversetzen.

Das divergente Denken kennzeichnet laut J. P. Guilford die Kreativität. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn es sich um unklare Problemstellungen handelt und/oder es mehrere Lösungsmöglichkeiten gibt.

Kreativität entsteht im Gegensatz dazu, wie früher angenommen, nicht durch göttliche Eingebungen, sondern viel mehr entsteht sie im Gehirn. Kreativität beginnt, wenn wir anfangen, divergent zu denken. Konkret bedeutet das, dass wir das rational-logische Denken hinter uns lassen und unsere mentalen Schranken überwinden, indem wir neue Denkpfade einschlagen. Das geschieht zum Beispiel durch Brainstorming oder Perspektivenwechsel.

Unter Kreativität versteht man die Fähigkeit einer Person, neues zu erschaffen, dass originell, innovativ und produktiv ist. Dabei werden traditionelle Denkweisen verlassen und neue Wege des Denkens eingeschlagen.

Finales Kreativität Psychologie Quiz

Frage

Wie heißt der US-Psychologe, der den Begriff creativity geprägt hat?

Antwort anzeigen

Antwort

J.P. Guilford

Frage anzeigen

Frage

Nenne die Phasen des Vier-Phasen-Modells nach Graham.

Antwort anzeigen

Antwort

  1. Preparation
  2. Inkubation
  3. Illumination  
  4. Verifikation

Frage anzeigen

Frage

In welcher der vier Phasen nach Graham tritt der bewusste Verstand in den Hintergrund und das Unterbewusstsein in den Vordergrund?

Antwort anzeigen

Antwort

Inkubation

Frage anzeigen

Frage

Was passiert bei einem sogenannten "Aha-Effekt" gemeint?

Antwort anzeigen

Antwort

Es kommt zu einem plötzlichen Lösungseinfall. 

Frage anzeigen

Frage

Nenne zwei bis drei Eigenschaften einer kreativen Person.

Antwort anzeigen

Antwort

  • Risikobereit
  • Spontan
  • Offen
  • Neugierig
  • Flexibel

Frage anzeigen

Frage

Wie heißt ein relativ einfacher Test zur Messung von Kreativität?

Antwort anzeigen

Antwort

Alternative Uses Task-Test

Frage anzeigen

Frage

Was ist kein von Guilford zur Messung von Kreativität definiertes Merkmal eines kreativen Menschens?

Antwort anzeigen

Antwort

Flüssigkeit

Frage anzeigen

Frage

Was meint Guilford mit dem Merkmal "Flüssigkeit"?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Produktion vieler Ideen in kurzer Zeit.

Frage anzeigen

Frage

Wie heißen die zwei Denkweisen, die durch Guilford im Zusammenhang mit der Kreativität geprägt wurden?

Antwort anzeigen

Antwort

  • konvergentes Denken
  • divergentes Denken


Frage anzeigen

Frage

Bis zu welchem IQ soll ein Zusammenhang zwischen Kreativität und Intelligenz bestehen?

Antwort anzeigen

Antwort

IQ von 120

Frage anzeigen

Frage

Bei welchem Denken können mentale Schranken überwunden werden?

Antwort anzeigen

Antwort

divergentes Denken

Frage anzeigen

Frage

Vervollständige den Satz:

Konvergentes Denken ist ...

Antwort anzeigen

Antwort

... zielgerichtet.

Frage anzeigen

Frage

Wovon ist Kreativität abhängig?

Antwort anzeigen

Antwort

Von sozialen, kulturellen und politischen Bewertungen.

Frage anzeigen

Frage

Wie genau lässt sich Kreativität definieren?

Antwort anzeigen

Antwort

Kreativität meint die Fähigkeit einer Person zur Erschaffung von originellen, nützlichen und produktiven Inhalten und Leistungen.

Frage anzeigen

Frage

Was gäbe es ohne Kreativität nicht?

Antwort anzeigen

Antwort

Fortschritt

Frage anzeigen

60%

der Nutzer schaffen das Kreativität Psychologie Quiz nicht! Kannst du es schaffen?

Quiz starten

Finde passende Lernmaterialien für deine Fächer

Alles was du für deinen Lernerfolg brauchst - in einer App!

Lernplan

Sei rechtzeitig vorbereitet für deine Prüfungen.

Quizzes

Teste dein Wissen mit spielerischen Quizzes.

Karteikarten

Erstelle und finde Karteikarten in Rekordzeit.

Notizen

Erstelle die schönsten Notizen schneller als je zuvor.

Lern-Sets

Hab all deine Lermaterialien an einem Ort.

Dokumente

Lade unzählige Dokumente hoch und habe sie immer dabei.

Lern Statistiken

Kenne deine Schwächen und Stärken.

Wöchentliche

Ziele Setze dir individuelle Ziele und sammle Punkte.

Smart Reminders

Nie wieder prokrastinieren mit unseren Lernerinnerungen.

Trophäen

Sammle Punkte und erreiche neue Levels beim Lernen.

Magic Marker

Lass dir Karteikarten automatisch erstellen.

Smartes Formatieren

Erstelle die schönsten Lernmaterialien mit unseren Vorlagen.

Melde dich an für Notizen & Bearbeitung. 100% for free.