Inhaltsverzeichnis▼
- Was ist das Prädikat?
- Prädikat im Satzglieder-Überblick
- Prädikat bestimmen: Frage- und Umstellprobe
- Einteiliges und mehrteiliges Prädikat
- Die Prädikatsklammer im Satz
- Prädikativ mit sein, werden, bleiben
- Prädikat, Subjekt und Objekt unterscheiden
- Typische Fehler beim Prädikat
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Was ist das Prädikat?
Das Prädikat ist die Satzaussage. Es sagt aus, was das Subjekt tut oder was mit ihm geschieht, und besteht immer aus einem Verb oder mehreren Verbteilen. Der Kern ist das finite Verb, das sich in Person und Zahl nach dem Subjekt richtet.
Der Duden beschreibt das Prädikat als den Satzteil, der die Struktur des Satzes bestimmt und eine Aussage über das Subjekt macht. Im Beispiel „Der Bauer pflügt den Acker.“ ist pflügt das Prädikat: Es sagt, was der Bauer tut. Ohne Prädikat gibt es keinen vollständigen Satz, denn erst das Verb macht aus einer Reihe von Wörtern eine echte Aussage.
Grammatisch ist das Prädikat der Kernbestandteil, von dem die übrigen Satzteile abhängen. Es ist ein sogenannter Valenzträger: Das Verb entscheidet, welche Ergänzungen ein Satz braucht. „schlafen“ kommt mit dem Subjekt aus, „geben“ verlangt zusätzlich etwas, das man gibt, und jemanden, dem man es gibt. Wer das Prädikat findet, versteht deshalb sofort den Bauplan des ganzen Satzes.
Wichtig ist die Kongruenz: Das finite Verb stimmt mit dem Subjekt in Person und Zahl überein. Aus „der Hund bellt“ wird im Plural „die Hunde bellen“. Diese Anpassung ist ein sicheres Erkennungszeichen, denn nur das Prädikat verändert im Satz seine Form, wenn sich das Subjekt ändert.
Das Wort selbst kommt aus dem Lateinischen: praedicatum bedeutet „das Ausgesagte“, von praedicare für aussagen. Genau das leistet das Prädikat, es trifft die eigentliche Aussage über das Subjekt.
Prädikat im Satzglieder-Überblick
Ein Satz besteht aus Satzgliedern. Die beiden Kerne sind Subjekt und Prädikat, dazu kommen Objekte und adverbiale Bestimmungen. Das Prädikat ist dabei das einzige Satzglied, das immer aus einem Verb besteht und nicht weggelassen werden kann.
Um das Prädikat richtig einzuordnen, hilft ein kurzer Blick auf die wichtigsten Satzglieder und ihre Fragen. Jedes Satzglied lässt sich mit der Umstellprobe als Einheit verschieben, und genau das unterscheidet ein Satzglied von einem einzelnen Wort. Das Prädikat bleibt dabei der feste Bezugspunkt, um den herum sich der Rest ordnet.
| Satzglied | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Subjekt | Wer oder was? | Die Klasse schreibt. |
| Prädikat | Was tut das Subjekt? Was geschieht? | Die Klasse schreibt. |
| Objekt | Wen, was, wem, wessen? | Sie schreibt einen Test. |
| adverbiale Bestimmung | Wann, wo, wie, warum? | Sie schreibt heute. |
In dieser Reihe ist das Prädikat der Ausgangspunkt: Subjekt und Objekte hängen von ihm ab. Deshalb lohnt es sich, beim Bestimmen der Satzglieder immer zuerst das Prädikat, also das Verb, zu suchen. Von dort aus lassen sich die anderen Glieder leicht erfragen und abgrenzen.
Prädikat bestimmen: Frage- und Umstellprobe
Du bestimmst das Prädikat, indem du das finite Verb suchst und fragst: Was tut das Subjekt oder was geschieht? Zur Kontrolle dient die Umstellprobe. Alle Verbteile, die sich nur gemeinsam verschieben lassen, gehören zum Prädikat.
Der erste Schritt ist immer, das gebeugte Verb zu finden. Es ist die Verbform, die sich verändert, wenn du das Subjekt austauschst: „ich lese, du liest, wir lesen“. Dieses finite Verb ist der sichere Kern des Prädikats.
Danach hilft die Frageprobe. Du fragst „Was tut das Subjekt?“ oder bei Vorgängen „Was geschieht?“. In „Lena schreibt einen Brief.“ lautet die Antwort auf „Was tut Lena?“: sie schreibt. Damit ist schreibt als Prädikat erkannt.
Die Frageprobe hat allerdings eine Schwäche: Oft antwortet man mit einem ganzen Satz, nicht nur mit dem Verb. Deshalb ist die Umstellprobe zuverlässiger. Du verschiebst die anderen Satzglieder an den Satzanfang und beobachtest, welche Wörter fest mit dem finiten Verb verbunden bleiben. In „Lena hat den Brief geschrieben.“ lassen sich „den Brief“ und „gestern“ umstellen, aber „hat“ und „geschrieben“ bleiben als Verbklammer erhalten. Beide Teile sind also das Prädikat.
Die Frage „Was tut das Subjekt?“ verlangt oft einen ganzen Satz als Antwort und liefert nicht nur das Verb. Verlasse dich deshalb bei mehrteiligen Prädikaten auf die Umstellprobe: Was mit dem finiten Verb zusammenbleibt, gehört zum Prädikat.
Einteiliges und mehrteiliges Prädikat
Ein einteiliges Prädikat besteht aus einer einzigen finiten Verbform. Ein mehrteiliges Prädikat setzt sich aus mehreren Verbteilen zusammen, etwa aus Hilfsverb und Partizip, Modalverb und Infinitiv oder einem trennbaren Verb. Der finite Teil steht dabei getrennt vom Rest.
Beim einteiligen Prädikat trägt ein einziges Vollverb die ganze Aussage: „Du schläfst.“ oder „Die Band gab ein Konzert.“. Sobald aber Hilfsverben, Modalverben, ein Futur oder ein trennbares Verb ins Spiel kommen, wird das Prädikat mehrteilig und besteht aus zwei oder mehr Verbteilen.
| Art des Prädikats | Aufbau | Beispiel |
|---|---|---|
| einteilig | ein finites Vollverb | Du schläfst. |
| Hilfsverb + Partizip | finites haben oder sein plus Partizip II | Ich habe es gefunden. |
| Modalverb + Infinitiv | finites Modalverb plus Infinitiv | Wir dürfen heute ausschlafen. |
| trennbares Verb | finites Verb plus abgetrennte Vorsilbe | Sie steht früh auf. |
| Futur | finites werden plus Infinitiv | Es wird gleich regnen. |
In allen mehrteiligen Fällen gilt: Nur das finite Verb steht an zweiter Satzstelle, alle anderen Verbteile wandern ans Satzende. Genau daraus entsteht die Prädikatsklammer, die wir uns im nächsten Abschnitt genauer ansehen. Für die Klausur zählt vor allem, dass du wirklich alle Teile als ein Prädikat markierst und keinen Teil vergisst.
Die Prädikatsklammer im Satz
Bei mehrteiligen Prädikaten bilden die Verbteile eine Prädikatsklammer. Im Aussagehauptsatz steht das finite Verb an zweiter Stelle, der infinite Teil rutscht ans Satzende. Beide umschließen das Mittelfeld. Im Nebensatz rückt der ganze Verbalkomplex zusammen ans Ende.
Die Prädikatsklammer, auch Satzklammer genannt, ist eine Besonderheit des Deutschen. Der finite Teil des Verbs bildet die linke Klammer an Position zwei, der infinite Teil die rechte Klammer am Satzende. Dazwischen liegt das Mittelfeld mit allen anderen Satzgliedern: „Es hat gestern niemand den Hund spazieren geführt.“
Im Nebensatz verhält es sich anders. Dort rückt der ganze Verbalkomplex ans Ende, und das finite Verb steht ganz hinten: „…, weil gestern niemand den Hund spazieren geführt hat.“ Dieser Kontrast zwischen Haupt- und Nebensatz ist ein beliebtes Prüfungsthema, weil er zeigt, wie flexibel das Prädikat im Satz platziert wird.
Prädikativ mit sein, werden, bleiben
Bei den Verben sein, werden und bleiben reicht das Verb allein nicht aus. Zusammen mit einem Adjektiv oder Nomen bildet es die Aussage, zum Beispiel „Der Hund ist müde.“. Dieses Ergänzungsglied heißt Prädikativ oder Prädikatsnomen.
Die Verben sein, werden und bleiben nennt man Kopulaverben. Sie verknüpfen das Subjekt mit einer Eigenschaft oder einer Bestimmung. Sagt man nur „Der Hund ist.“, fehlt die eigentliche Aussage. Erst das Prädikativ vervollständigt sie: „Der Hund ist müde.“ oder „Mein Bruder wird Lehrer.“
Das Prädikativ kann ein Adjektiv (müde, glücklich) oder ein Nomen im Nominativ (Lehrer, Siegerin) sein. Zusammen mit dem Kopulaverb bildet es ein zusammengesetztes Prädikat und gehört inhaltlich fest dazu. Ein Beispiel aus einem Nebensatz: „…, obwohl ich mit dem Ergebnis zufrieden gewesen bin.“ Hier gehören „gewesen bin“ und „zufrieden“ zur Aussage.
Prüfe, ob der Satz mit sein, werden oder bleiben gebildet ist und ob nach dem Verb ein Adjektiv oder ein Nomen im Nominativ steht. Fällt dieses Wort weg, bleibt keine sinnvolle Aussage übrig. Dann handelt es sich um ein Prädikativ, das zum Prädikat gehört.
Prädikat, Subjekt und Objekt unterscheiden
Subjekt, Prädikat und Objekt sind verschiedene Satzglieder. Das Subjekt nennt den Handelnden (Wer?), das Prädikat die Handlung (Was tut er?) und das Objekt das Ziel der Handlung (Wen oder was?). Nur das Prädikat ist immer ein Verb.
Die häufigste Verwechslung betrifft Prädikat und Subjekt. Merke: Das Subjekt ist immer ein Nomen oder Pronomen und steht im Nominativ, das Prädikat ist immer ein Verb. Frage die beiden getrennt ab, zuerst „Wer oder was?“ für das Subjekt und dann „Was tut das Subjekt?“ für das Prädikat.
| Merkmal | Subjekt | Prädikat | Objekt |
|---|---|---|---|
| Frage | Wer oder was? | Was tut das Subjekt? | Wen, was, wem, wessen? |
| Wortart | Nomen oder Pronomen | Verb oder Verbklammer | Nomen oder Pronomen |
| weglassbar? | nein, Satzkern | nein, Satzkern | oft ja |
| Beispiel | Der Lehrer | erklärt | die Regel |
Ein vollständiger deutscher Satz braucht mindestens Subjekt und Prädikat. Beide stimmen in Person und Zahl überein. Ändert sich das Subjekt von Singular zu Plural, verändert sich auch die Form des Prädikats: aus „der Lehrer erklärt“ wird „die Lehrer erklären“.
Typische Fehler beim Prädikat
Die häufigsten Fehler beim Prädikat: Man markiert bei mehrteiligen Prädikaten nur das Vollverb und vergisst die Verbklammer, man verwechselt das Prädikat mit dem Subjekt, oder man verlässt sich blind auf die Frageprobe statt auf die Umstellprobe.
Bei mehrteiligen Prädikaten gehört die ganze Verbklammer dazu. In „Sie hat gewonnen.“ ist „hat gewonnen“ das Prädikat, nicht nur „gewonnen“. Auch abgetrennte Vorsilben zählen mit: In „Sie macht die Tür auf.“ bilden „macht“ und „auf“ zusammen das Prädikat.
Das Prädikat ist immer das Verb, das Subjekt ist der Wer-oder-was-Teil. Frage sie getrennt ab, dann kann nichts durcheinandergeraten. In „Der Hund bellt.“ ist „Der Hund“ das Subjekt und „bellt“ das Prädikat.
Die Frage „Was tut das Subjekt?“ liefert oft einen ganzen Satz und nicht nur das Verb. Sicherer ist die Umstellprobe: Was mit dem finiten Verb zusammenbleibt und sich nicht davon trennen lässt, ist das Prädikat.
Karteikarten zum Prädikat
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Punkten rund um das Prädikat, von der Definition über die Umstellprobe bis zur Prädikatsklammer. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und blättere mit den Pfeilen durch das Set.
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Prädikat, das Wichtigste
Das Prädikat ist die Satzaussage und immer ein Verb oder eine Verbklammer. Du findest es mit der Frage „Was tut das Subjekt?“ und sicherst es mit der Umstellprobe. Es kann einteilig oder mehrteilig sein und bildet dann eine Prädikatsklammer.
- Definition: Das Prädikat ist die Satzaussage, der Kern ist das finite Verb.
- Bestimmen: finites Verb suchen, Frageprobe stellen, mit Umstellprobe absichern.
- Arten: einteilig (ein Verb) oder mehrteilig (mehrere Verbteile).
- Prädikatsklammer: finites Verb an Position zwei, restliche Verbteile am Satzende.
- Prädikativ: bei sein, werden, bleiben gehört ein Adjektiv oder Nomen zum Prädikat.
- Merke: Das Prädikat ist immer ein Verb, das Subjekt ist der Wer-oder-was-Teil.
Häufige Fragen zum Prädikat
Das Prädikat ist die Satzaussage. Es besteht immer aus einem Verb oder mehreren Verbteilen und sagt, was das Subjekt tut oder was mit ihm geschieht. Der Kern ist das finite Verb, das sich nach dem Subjekt richtet.
Suche zuerst das gebeugte, finite Verb. Frage dann: Was tut oder was geschieht? Mit der Umstellprobe prüfst du, welche Verbteile dazugehören. Alles, was mit dem finiten Verb eine feste Einheit bildet, ist Teil des Prädikats.
Ein einteiliges Prädikat besteht aus einer einzigen finiten Verbform, etwa in „Lena liest.“. Ein mehrteiliges Prädikat besteht aus mehreren Verbteilen, zum Beispiel Hilfsverb plus Partizip in „Lena hat gelesen.“.
Bei mehrteiligen Prädikaten steht das finite Verb im Aussagesatz an zweiter Stelle als linke Klammer, die übrigen Verbteile stehen am Satzende als rechte Klammer. Beide umschließen das Mittelfeld. Man nennt das Prädikatsklammer oder Satzklammer.
Das Subjekt ist der Satzgegenstand, erfragt mit Wer oder was, und immer ein Nomen oder Pronomen. Das Prädikat ist die Satzaussage, erfragt mit Was tut das Subjekt, und immer ein Verb. Beide stimmen in Person und Zahl überein.
Das finite Verb steht im Aussagehauptsatz an zweiter Stelle. Im Nebensatz rückt der ganze Verbalkomplex ans Ende, in Fragesätzen und Aufforderungen kann das Verb vorn stehen. Die zweite Stelle gilt also nur für den Aussagehauptsatz.
Bei den Verben sein, werden und bleiben bildet ein Adjektiv oder Nomen zusammen mit dem Verb die Aussage, etwa in „Der Hund ist müde.“. Dieses Ergänzungsglied heißt Prädikativ oder Prädikatsnomen und gehört inhaltlich zum Prädikat.
Quellen
Die Erklärungen stützen sich auf sprachwissenschaftliche Standardquellen und ein Wörterbuch:
- Prädikat (Grammatik). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Prädikat, Wörterbucheintrag. Duden. duden.de
- Prädikat, systematische Grammatik. grammis, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS Mannheim). grammis.ids-mannheim.de