Inhaltsverzeichnis▼
- Was sind Pronomen? (Definition)
- Die 7 Arten der Pronomen im Überblick
- Personalpronomen und ihre Deklination
- Possessivpronomen: Besitz anzeigen
- Reflexivpronomen: sich und Co.
- Demonstrativ-, Relativ-, Interrogativ- und Indefinitpronomen
- Häufig verwechselt: Possessiv- vs. Reflexivpronomen
- Pronomen bestimmen: Übungen
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Was sind Pronomen? Definition und Funktion
Pronomen (Einzahl: das Pronomen), auf Deutsch Fürwörter, sind eine Wortart, die ein Nomen ersetzt oder näher bestimmt. Der Name kommt aus dem Lateinischen von „pro nomine", also „für ein Nomen". Pronomen vermeiden Wiederholungen, verweisen auf Personen oder Dinge und werden nach Kasus, Numerus und teils Genus dekliniert.
Statt ein Nomen ständig zu wiederholen, treten Pronomen an seine Stelle. Aus „Lena liest ein Buch. Lena mag das Buch" wird flüssiger: „Lena liest ein Buch. Sie mag es." Die Pronomen sie und es verweisen auf zuvor Genanntes und halten den Text kurz und verständlich.
Der Duden definiert das Pronomen als „(deklinierbares) Wort, das ein Nomen vertritt oder ein Nomen, mit dem es zusammen auftritt, näher bestimmt", zum Beispiel er, mein oder welcher. Diese Doppelfunktion ist wichtig: Manche Pronomen stehen allein für ein Nomen (stellvertretend), andere begleiten es.
Steht das Wort allein für ein Nomen, ist es ein Pronomen im engeren Sinn: „Das ist meiner." Steht es dagegen zusammen mit einem Nomen, sprechen moderne Grammatiken von einem Artikelwort oder Begleiter: „Das ist mein Heft." Traditionell zählen beide zu den Pronomen.
In der wissenschaftlichen Grammatik, etwa beim Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (grammis), ist „Pronomen" ein Sammelbegriff für mehrere Wortklassen, die formal und funktional recht unterschiedlich sind. Sie alle können in einer Äußerung selbstständig als Ergänzung stehen und werden dekliniert. Für die Schule genügt zunächst die klassische Einteilung in sieben Arten, die du gleich kennenlernst.
Die 7 Arten der Pronomen im Überblick
Die Schulgrammatik unterscheidet sieben Arten von Pronomen: Personalpronomen (ich, du, er), Possessivpronomen (mein, dein), Reflexivpronomen (sich), Demonstrativpronomen (dieser, jener), Relativpronomen (der, welcher), Interrogativpronomen (wer, was) und Indefinitpronomen (man, jemand, alle). Jede Art hat eine eigene Aufgabe im Satz.
| Art | Aufgabe | Beispiele |
|---|---|---|
| Personalpronomen | steht für eine Person oder Sache | ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie |
| Possessivpronomen | zeigt Besitz oder Zugehörigkeit | mein, dein, sein, ihr, unser, euer |
| Reflexivpronomen | bezieht die Handlung aufs Subjekt zurück | mich, dir, sich, uns, euch |
| Demonstrativpronomen | weist betont auf etwas hin | dieser, jener, der, derselbe |
| Relativpronomen | leitet einen Relativsatz ein | der, die, das, welcher |
| Interrogativpronomen | fragt nach Personen oder Dingen | wer, was, welcher, wessen |
| Indefinitpronomen | bezeichnet Unbestimmtes | man, jemand, alle, etwas, keiner |
Personalpronomen und ihre Deklination
Personalpronomen stehen für eine Person oder Sache: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie sowie die Höflichkeitsform Sie. Sie werden nach Kasus, Person und Numerus dekliniert. Beispiel erste Person Singular: Nominativ ich, Genitiv meiner, Dativ mir, Akkusativ mich.
Personalpronomen sind die häufigsten Pronomen überhaupt. Sie verweisen auf die sprechende Person (ich, wir), die angesprochene Person (du, ihr) oder auf Personen und Dinge, über die gesprochen wird (er, sie, es, sie). Wichtig für die Klausur: Auch Personalpronomen ändern je nach Fall ihre Form.
| Person | Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ |
|---|---|---|---|---|
| 1. Sg. | ich | meiner | mir | mich |
| 2. Sg. | du | deiner | dir | dich |
| 3. Sg. m. | er | seiner | ihm | ihn |
| 3. Sg. f. | sie | ihrer | ihr | sie |
| 3. Sg. n. | es | seiner | ihm | es |
| 1. Pl. | wir | unser | uns | uns |
| 2. Pl. | ihr | euer | euch | euch |
| 3. Pl. | sie | ihrer | ihnen | sie |
| Höflich | Sie | Ihrer | Ihnen | Sie |
An der Tabelle siehst du: Der Nominativ (ich, du, er) ist die Grundform, aber Dativ (mir, dir, ihm) und Akkusativ (mich, dich, ihn) sehen ganz anders aus. Der Genitiv der Personalpronomen (meiner, deiner) ist heute selten und begegnet dir fast nur in festen Wendungen wie „Wir gedenken ihrer".
Die Höflichkeitsform Sie und ihre Formen (Ihrer, Ihnen, Sie) werden immer großgeschrieben. So unterscheidest du sie im Schriftbild von der dritten Person Plural sie (Nominativ) und ihnen (Dativ).
Possessivpronomen: Besitz und Zugehörigkeit
Possessivpronomen zeigen an, wem etwas gehört: mein, dein, sein, ihr, unser, euer und ihr beziehungsweise die Höflichkeitsform Ihr. Sie richten sich nach dem Besitzer, ihre Endung nach dem Bezugsnomen. Beispiel: „Das ist mein Buch" (begleitend) und „Das Buch ist meins" (stellvertretend).
Jede grammatische Person hat ihr eigenes Possessivpronomen. In der dritten Person hängt die Grundform vom Geschlecht des Besitzers ab: sein Auto (er) gegenüber ihr Auto (sie). Diese Unterscheidung ist eine typische Fehlerquelle und wird gern abgefragt.
| Besitzer | Grundform | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | mein | mein Heft, meine Tasche |
| du | dein | dein Stift, deine Idee |
| er / es | sein | sein Buch, seine Jacke |
| sie (Sg.) | ihr | ihr Auto, ihre Katze |
| wir | unser | unser Haus, unsere Klasse |
| ihr | euer | euer Ball, eure Schule |
| sie (Pl.) / Sie | ihr / Ihr | ihr Zimmer, Ihre Adresse |
Wie beim Artikel unterscheidet man den begleitenden und den stellvertretenden Gebrauch. Begleitend steht das Possessivpronomen vor einem Nomen: „mein Fahrrad". Stellvertretend steht es allein und ersetzt das Nomen: „Ich brauche einen Stift. Du kannst meinen nehmen." Beim stellvertretenden Gebrauch bekommt es eine volle Endung (meiner, meins, meine).
Reflexivpronomen: sich und die rückbezüglichen Formen
Ein Reflexivpronomen bezieht die Handlung des Verbs auf das Subjekt zurück. Die wichtigste Form ist sich, dazu kommen mich, dir, uns und euch. Beispiel: „Er wäscht sich." Hier ist der Handelnde zugleich das Ziel der Handlung, das Subjekt und das Objekt meinen dieselbe Person.
Reflexivpronomen gehören oft zu reflexiven Verben, also Verben, die man nur mit einem solchen Rückbezugswort verwendet, zum Beispiel sich freuen, sich beeilen oder sich erinnern. In der ersten und zweiten Person sind Reflexiv- und Personalpronomen im Akkusativ und Dativ formgleich (mich, dich, uns, euch); nur in der dritten Person gibt es die eigene Form sich.
| Person | Akkusativ | Dativ | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1. Sg. | mich | mir | Ich freue mich. |
| 2. Sg. | dich | dir | Du merkst dir das. |
| 3. Sg./Pl. | sich | sich | Sie erinnert sich. |
| 1. Pl. | uns | uns | Wir beeilen uns. |
| 2. Pl. | euch | euch | Ihr trefft euch. |
Eng verwandt ist das Reziprokpronomen einander, das eine gegenseitige Handlung ausdrückt: „Sie helfen einander" bedeutet, dass sich beide gegenseitig helfen. Statt einander steht im Alltag oft sich: „Sie helfen sich" kann dasselbe meinen.
Demonstrativ-, Relativ-, Interrogativ- und Indefinitpronomen
Die restlichen vier Arten haben klar getrennte Aufgaben: Demonstrativpronomen weisen hin (dieser, jener), Relativpronomen leiten Relativsätze ein (der, welcher), Interrogativpronomen fragen (wer, was), und Indefinitpronomen bezeichnen Unbestimmtes (man, jemand, alle). Alle vier lassen sich an Beispielsätzen sicher erkennen.
Demonstrativpronomen
Demonstrativpronomen weisen betont auf etwas hin. Typisch sind dieser (für Nahes), jener (für Fernes) sowie betontes der, die, das und die Formen derjenige und derselbe. Beispiel: „Dieses Buch will ich lesen, nicht jenes." Sie beantworten die Frage „welcher genau?".
Relativpronomen
Relativpronomen leiten einen Relativsatz ein und übernehmen darin eine Satzgliedrolle. Die häufigsten Formen sind der, die, das, im gehobenen Stil auch welcher. Beispiel: „Der Mann, dem ich Geld schulde, schrieb mir." Achte auf die besonderen Genitivformen dessen und deren sowie den Dativ Plural denen.
| Kasus | Maskulin | Neutrum | Feminin | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | das | die | die |
| Akkusativ | den | das | die | die |
| Dativ | dem | dem | der | denen |
| Genitiv | dessen | dessen | deren | deren |
Interrogativpronomen
Interrogativpronomen, auch Fragepronomen, leiten eine Frage nach Personen oder Dingen ein: wer, was, welcher, wessen und was für ein. Beispiel: „Wer kommt mit?" oder „Welches Buch meinst du?" Das Fragewort wer wird ebenfalls dekliniert: wer, wessen, wem, wen.
Indefinitpronomen
Indefinitpronomen bezeichnen unbestimmte Personen oder Mengen, ohne sie genau zu benennen: man, jemand, niemand, etwas, alle, einige, keiner. Beispiel: „Jemand hat angerufen, aber niemand weiß, wer." Sie sind für alltägliche, allgemeine Aussagen unverzichtbar.
Häufig verwechselt: Possessiv- vs. Reflexivpronomen
Am häufigsten verwechselt werden Possessiv- und Reflexivpronomen sowie das Wort der in drei Rollen. Possessiv (sein, ihr) zeigt Besitz, Reflexiv (sich) zeigt zurück auf den Handelnden. Und der kann Artikel, Demonstrativ- oder Relativpronomen sein, je nach Satz.
„Er putzt seine Zähne" nutzt das Possessivpronomen (wessen Zähne? seine). „Er wäscht sich" nutzt das Reflexivpronomen (die Handlung geht auf ihn zurück). Frage nach dem Besitzer, dann erkennst du das Possessivpronomen.
Der Hund bellt: Artikel. „Der war es!": Demonstrativpronomen. „Der Hund, der bellt": Relativpronomen im Relativsatz. Nur der Kontext entscheidet über die Rolle.
ihr kann Personalpronomen (2. Person Plural: „Kommt ihr?"), Possessivpronomen („ihr Buch") oder Dativ von sie sein („Ich gebe ihr das Buch"). Die Höflichkeitsform Ihr schreibt man groß.
Pronomen bestimmen: Übungen zum Erkennen
Um ein Pronomen zu bestimmen, findest du zuerst das Wort, das ein Nomen ersetzt oder begleitet, und stellst dann die passende Frage: wer/was (Personal), wessen (Possessiv), welcher (Demonstrativ), wer (Interrogativ). So ordnest du jede der sieben Arten sicher zu. Probiere es an den Beispielen aus.
Possessivpronomen. Es zeigt an, wem das Fahrrad gehört (wessen Fahrrad? ihres). Es begleitet das Nomen „Fahrrad".
Reflexivpronomen. Die Handlung (freuen) bezieht sich auf das Subjekt (die Kinder) zurück; „freuen" ist ein reflexives Verb.
Das zweite „der" ist ein Relativpronomen, es leitet den Relativsatz ein. Das erste „Der" ist dagegen der bestimmte Artikel.
Indefinitpronomen. Es bezeichnet eine unbestimmte Person, ohne sie genau zu benennen.
Karteikarten zu den Pronomen
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Pronomen, das Wichtigste in Kürze
Pronomen (Fürwörter) ersetzen oder begleiten ein Nomen und werden dekliniert. Es gibt sieben Arten: Personal-, Possessiv-, Reflexiv-, Demonstrativ-, Relativ-, Interrogativ- und Indefinitpronomen. Mit den Fragen wer, wessen und welcher ordnest du jede Art sicher zu und bestehst die Klausur.
- Definition: Pronomen ersetzen ein Nomen oder bestimmen es näher.
- 7 Arten: Personal, Possessiv, Reflexiv, Demonstrativ, Relativ, Interrogativ, Indefinit.
- Personalpronomen werden nach Kasus, Person und Numerus dekliniert.
- Possessiv zeigt Besitz (sein, ihr), Reflexiv zeigt zurück (sich).
- Relativpronomen: Genitiv dessen/deren, Dativ Plural denen.
- Merke: das Wort „der" kann Artikel, Demonstrativ- oder Relativpronomen sein.
Häufige Fragen zu Pronomen
Pronomen (Fürwörter) sind Wörter, die ein Nomen ersetzen oder näher bestimmen. Der Duden beschreibt sie als deklinierbares Wort, das ein Nomen vertritt, zum Beispiel er, mein oder welcher. So vermeiden Pronomen Wiederholungen und machen Sätze kürzer.
Die klassische Schulgrammatik unterscheidet sieben Arten: Personalpronomen (ich, du, er), Possessivpronomen (mein, dein), Reflexivpronomen (sich), Demonstrativpronomen (dieser, jener), Relativpronomen (der, welcher), Interrogativpronomen (wer, was) und Indefinitpronomen (man, jemand, alle).
Ein Pronomen steht stellvertretend allein für ein Nomen (Das ist meiner). Ein Artikelwort oder Begleiter steht dagegen zusammen mit einem Nomen (Das ist mein Heft). Moderne Grammatiken trennen deshalb begleitenden von stellvertretendem Gebrauch.
Possessivpronomen zeigen Besitz an und richten sich nach dem Besitzer (sein Buch, ihr Auto). Reflexivpronomen (sich, mich, dir) beziehen die Handlung auf das Subjekt zurück (Er wäscht sich). Merksatz: Possessiv zeigt wem etwas gehört, Reflexiv zeigt zurück auf den Handelnden.
Relativpronomen leiten einen Relativsatz ein und beziehen sich auf ein Wort im übergeordneten Satz. Die häufigsten Formen sind der, die, das sowie welcher. Besonders sind die Genitivformen dessen und deren sowie der Dativ Plural denen.
Personalpronomen werden nach Kasus, Person, Numerus und teils Genus dekliniert. Beispiel erste Person Singular: Nominativ ich, Genitiv meiner, Dativ mir, Akkusativ mich. Auch die Höflichkeitsform Sie wird flektiert (Sie, Ihrer, Ihnen, Sie).
Indefinitpronomen bezeichnen unbestimmte Personen oder Dinge, ohne sie genau festzulegen. Dazu gehören man, jemand, niemand, etwas, alle, einige und keiner. Beispiel: Jemand hat angerufen, aber niemand weiß, wer.
Demonstrativpronomen weisen betont auf etwas hin. Typisch sind dieser (nah), jener (fern) und betontes der, die, das sowie derjenige und derselbe. Beispiel: Dieses Buch, nicht jenes. Sie beantworten die Frage welcher genau.
Quellen
Die grammatischen Angaben stützen sich auf autoritative Nachschlagewerke und ein wissenschaftliches Grammatik-Portal:
- Pronomen. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Pronomen. Duden, Rechtschreibung und Bedeutung. duden.de
- Pronomen (Systematische Grammatik). grammis, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache. grammis.ids-mannheim.de
- Personalpronomen. Wikipedia. de.wikipedia.org