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Satzarten Latein

Beim Übersetzen von lateinischen Texten kann es manchmal kompliziert werden. Es ist sehr nützlich, wenn Du in der Lage bist, verschiedene Satzarten schnell zu erkennen. So weißt Du teilweise schon etwas über die Bedeutung des Satzes, bevor Du mit der Übersetzung der Wörter beginnst.

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Beim Übersetzen von lateinischen Texten kann es manchmal kompliziert werden. Es ist sehr nützlich, wenn Du in der Lage bist, verschiedene Satzarten schnell zu erkennen. So weißt Du teilweise schon etwas über die Bedeutung des Satzes, bevor Du mit der Übersetzung der Wörter beginnst.

Satzarten Latein erkennen

Grundsätzlich werden auch lateinische Sätze in Haupt- und Nebensätze unterteilt. Hauptsätze enthalten die Haupthandlung, während Nebensätze dem Hauptsatz untergeordnet sind und ihn ergänzen. Da sich Haupt- und Nebensätze im Lateinischen nicht durch ihre Wortstellung unterscheiden, erkennst Du Nebensätze vor allem an den Bindewörtern, mit denen sie eingeleitet werden. Dabei handelt es sich um Subjunktionen wie ut, cum oder si oder um die Relativpronomen qui, quae und quod.

In der Erklärung "Hauptsatz Nebensatz Latein" kannst Du mehr über die Unterscheidung von Haupt- und Nebensätzen erfahren.

In den folgenden Kapiteln erfährst Du, welche Satzarten im Lateinischen existieren und wie Du sie erkennen kannst.

Satzarten Latein – Formen des Hauptsatzes

Hauptsätze können in drei Formen auftreten: als Aussagesätze, Fragesätze oder Befehle beziehungsweise Aufforderungen. Die Satzarten des Hauptsatzes werden dementsprechend nach ihrer Aussageform bestimmt.

Aussagesatz (Latein)

Aussagesätze treten am häufigsten auf. Sie dienen dazu, eine Äußerung zu tätigen und so Informationen zu teilen. Aussagesätze stehen im Modus Indikativ, der auch Aussagemodus genannt wird:

Labore tibi adiuvo.

(Ich helfe dir mit der Arbeit.)

Die Erklärung "Aussagesatz Latein" bietet Dir eine genauere Erläuterung dieses Themas.

Du kannst die drei Formen des Hauptsatzes gut unterscheiden. Fragesätze werden mit einem Fragezeichen beendet und Aufforderungen mit einem Ausrufezeichen. Hinter Aussagesätzen steht meistens ein Punkt, es ist aber auch möglich, dass sie mit einem Ausrufezeichen beendet werden, wenn es sich um einen Ausruf handelt:

Tibi adiuvo!

(Ich helfe dir!)

Von Aufforderungen unterscheiden sich Aussagesätze aber zusätzlich im Modus, weil Aufforderungen im Imperativ stehen.

Neben der Grundform Indikativ und der Befehlsform Imperativ gibt es noch den dritten Modus Konjunktiv, der als Möglichkeitsform des Verbs bezeichnet wird. In dieser Erklärung erfährst Du auch, wie dieser Modus im Lateinischen verwendet wird. Ausführlichere Informationen findest Du in der Erklärung "Modus Latein".

Fragesatz (Latein)

Im Lateinischen gibt es drei Arten von Fragesätzen: Wortfragen, Satzfragen und Wahlfragen. Sie werden nach der Art ihrer Bildung beziehungsweise ihres Aufbaus unterschieden.

Wortfragen

Wortfragen werden so bezeichnet, da sie durch Fragewörter eingeleitet werden. Dabei handelt es sich um Interrogativpronomen oder -adverbien. Die Fragewörter beziehen sich auf die Information, die mit der Frage erlangt werden soll. Interrogativpronomen werden verwendet, wenn nach einer Person oder Sache gefragt wird. Sie können wie andere Pronomen auch dekliniert werden:

KasusInterrogativpronomen für PersonenInterrogativpronomen für Dinge
Nominativquiswerquidwas
Genitivcuiuswessencuiuswessen
Dativcuiwemcuiwem
Akkusativquemwenquidwas
Ablativquocuma quomit wemvon wemquodurch was / wodurch

Diese Interrogativpronomen werden als substantivisch bezeichnet. Adjektivische Interrogativpronomen beziehen sich auf ein Bezugswort und werden mit "welche / -r / -s" übersetzt:

Quem liberum legis?

(Welches / was für ein Buch liest du?)

Die adjektivischen Interrogativpronomen sind identisch mit den Relativpronomen, die hier im Kapitel "Nebensatzarten" genauer behandelt werden.

Mehr Informationen über die Interrogativpronomen sowie weitere Beispiele findest Du in der Erklärung "Interrogativpronomen Latein".

Mit den Interrogativadverbien kannst Du nach Informationen wie dem Grund, dem Ort oder Zeitpunkt einer Handlung fragen:

  • Ubi (Wo)

  • Quo (Wohin)

  • Unde (Woher)

  • Quando (Wann)

  • Quamdiu (Wie lange)

  • Quomodo (Wie / Auf welche Weise)

  • Cur (Warum)

Cur mihi non adiuvas?

(Warum hilfst du mir nicht?)

Satzfragen

Satzfragen kannst Du neben dem Fragezeichen am Ende an ihren Fragepartikeln erkennen. Das können Adverbien wie num (etwa, denn, doch) oder nonne (etwa / denn nicht) sein oder die Silbe "-ne". Diese wird an das erste Wort des Fragesatzes angehängt:

Mihine labore adiuvas?

(Hilfst du mir mit der Arbeit?)

Die Silbe "-ne" wird in der Übersetzung nicht berücksichtigt und kennzeichnet lediglich, dass ein Fragesatz folgt. Auch die anderen Fragepartikel stehen am Anfang des Satzes. So können Satzfragen schnell identifiziert werden:

Nonne mihi labore adiuvas?

(Hilfst du mir denn nicht mit der Arbeit?)

Wahlfragen

Satzfragen werden auch Entscheidungsfragen genannt, da sie mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden. Zu den Entscheidungsfragen gehört auch die dritte Art von Fragesätzen, die Wahlfragen. Bei Wahlfragen enthält der Fragesatz mindestens zwei Möglichkeiten, zwischen denen die antwortende Partei wählen kann:

Utrum placentam an pane cenamus?

(Essen wir Kuchen oder Brot?)

Die Fragepartikel für Wahlfragen sind zweiteilig. Am Anfang des Satzes steht das Adverb utrum oder die Fragesilbe "-ne", die Du schon von den Satzfragen kennst. Zusätzlich stehen zwischen den Wahlmöglichkeiten die Wörter an oder necne. Diese können mit "oder" und "oder nicht" übersetzt werden.

Lies Dir die Erklärung "Fragesätze Latein" durch, wenn Du mehr über diese Satzart erfahren möchtest.

Aufforderung (Latein)

Die dritte Form des Hauptsatzes ist die Aufforderung. Wie Du schon erfahren hast, stehen Aufforderungssätze im Modus Imperativ. Da es sich bei Aufforderungen immer um eine direkte Anrede handelt, existiert der Imperativ nur in der zweiten Person. Im Singular besteht er nur aus dem Verbstamm, im Plural wird zusätzlich die Endung "-te" angehängt:

Adiuva! (Hilf!)

Adiuvate! (Helft!)

Zu Aufforderungen zählen auch Befehle, Bitten, Ratschläge und Verbote:

Sodes mox proficisce!

(Bitte brich bald auf!)

Konjunktiv im Hauptsatz

Im Lateinischen können Verbote und Aufforderungen an die dritte Person mit dem Prohibitiv und Iussiv ausgedrückt werden. Dabei handelt es sich um spezielle Hauptsatzformen im Konjunktiv, die im Deutschen nicht existieren. Der Konjunktiv im Hauptsatz kann auf sieben verschiedene Weisen übersetzt werden, abhängig davon, welche Bedeutung der Satz hat und in welcher Tempusform das Prädikat steht:

  • Optativ: Drückt erfüllbare und unerfüllbare Wünsche aus.
  • Hortativ: Drückt eine Aufforderung auf, in die sich der Sprecher einbezieht.
  • Iussiv: Drückt eine Aufforderung an die dritte Person aus.
  • Prohibitiv: Drückt ein Verbot an die zweite Person aus.
  • Potentialis: Drückt eine Möglichkeit aus.
  • Irrealis: Drückt einen unerfüllbaren Sachverhalt aus.
  • Deliberativ: Drückt eine fragende Überlegung aus.

In der Übersetzung wird der deutsche Konjunktiv nur verwendet, wenn er grammatikalisch passt, die meisten dieser Konjunktivformen werden mit dem Indikativ übersetzt.

In der Erklärung "Konjunktiv im Hauptsatz Latein" findest Du eine Übersicht über die Übersetzung des Konjunktivs im Hauptsatz. Mehr Informationen zu den einzelnen Formen bieten Dir die Erklärungen "Optativ", "Hortativ", "Iussiv" usw.

Satzarten Latein – Nebensatzarten

Nebensätze werden hauptsächlich nach ihrer Satzgliedfunktion kategorisiert. In einer Kombination aus Haupt- und Nebensatz, auch Satzgefüge genannt, erfüllen Nebensätze in Bezug auf den Hauptsatz bestimmte Funktionen. Sie können Ergänzungen in Form von adverbialen Bestimmungen oder Attributsätzen darstellen und sogar das Subjekt des übergeordneten Satzes sein.

Wenn Du Dir mit den Begriffen der Satzglieder noch unsicher bist, lies Dir die Erklärung "Satzglieder Latein" durch.

Objekt- und Subjektsatz (Latein)

Objektsätze werden durch bestimmte Verben ausgelöst, die ein Objekt als notwendige Ergänzung fordern. Dazu gehören:

  • Verben des Forderns:

    • postulare (fordern)

    • imperare (befehlen)

  • Verben des Begehrens:

    • optare (wünschen)

    • orare (bitten)

  • Verben des Fürchtens:

    • timere (fürchten)

    • periculum est (es besteht Gefahr)

  • Verben des Hinderns:

    • prohibere / abstinere (abhalten)

    • deterrere (abschrecken)

  • Verben des Beschließens:

    • constituere (beschließen)

    • decernere (entscheiden)

Im Deutschen werden solche Sätze auch als dass-Sätze bezeichnet, da sie mit dieser Subjunktion gebildet werden. Die lateinische Subjunktion ut, mit der Objektsätze eingeleitet werden, wird ebenfalls mit "dass" übersetzt:

Hostes postulant, ut obsides reddantur.

(Die Feinde fordern, dass die Geiseln zurückgegeben werden.)

Bei diesem Beispiel handelt es sich um einen Begehrsatz. Du findest eine eigenständige Erklärung zu dieser wichtigen Gruppe der Objektsätze bei StudySmarter.

Wenn der Nebensatz verneint ist, wird ne statt ut verwendet. Bei Objektsätzen nach Verben des Fürchtens und Hinderns ist es allerdings umgekehrt: ut wird für einen verneinten Satz und ne für einen normalen Satz benutzt.

Wenn der Hauptsatz im Passiv steht, kann ein mit ut eingeleiteter Nebensatz auch sein Subjekt sein:

Ut obsides reddantur, postulatur.

(Dass die Geiseln zurückgegeben werden, wird gefordert.)

Objekt- und Subjektsätze stehen wie viele andere lateinische Nebensätze im Konjunktiv. Da sich der deutsche Konjunktiv seltener anwenden lässt, werden die Nebensätze häufig als Indikativ übersetzt.

Eine ausführlichere Erklärung zur Übersetzung des Konjunktivs in lateinischen Nebensätzen findest Du in der Erklärung "Hauptsatz Nebensatz Latein".

Consecutio Temporum

Nebensätze im Konjunktiv stehen in einem Zeitverhältnis zum Hauptsatz. Das bedeutet, dass die Tempusform des Nebensatzes eventuell als eine andere Tempusform übersetzt wird. Das Zeitverhältnis gibt an, ob die Handlung des Nebensatzes vor oder nach der Handlung des Hauptsatzes stattfindet oder ob sie gleichzeitig passieren. Die Zeitverhältnisse werden Vorzeitigkeit, Gleichzeitigkeit und Nachzeitigkeit genannt. Welche Tempusform im Nebensatz verwendet wird, ist davon abhängig, in welchem Tempus der Hauptsatz steht. Der Begriff für die zeitliche Abhängigkeit von Nebensätzen im Konjunktiv ist Consecutio temporum.

In der Erklärung "Hauptsatz Nebensatz Latein" findest Du eine genauere Erklärung sowie eine Tabelle zur Bildung der Zeitverhältnisse.

Adverbialsatz (Latein)

Die Adverbialsätze stellen eine große Gruppe der lateinischen Nebensätze dar. Sie nehmen im Satzgefüge die Funktion einer adverbialen Bestimmung ein und ergänzen die Handlung des Hauptsatzes um Informationen verschiedener Art:

SatzartErläuterungBeispiel
FinalZweck bzw. Ziel einer Handlung
  • Hostest territorium relinquunt, ut bellum finiatur.
    • Die Feinde verlassen das Gebiet, damit der Krieg beendet wird.
KonditionalBedingung einer Handlung
  • Si hostes vicerint, imperium peribit.
    • Wenn die Feinde siegen, wird das Reich zugrunde gehen.
KonzessivHindernis, trotz dessen die Handlung stattfindet
  • Quamquam periculum magnum fuit, tamen proelium non finiverunt.
    • Obwohl die Gefahr groß war, beendeten sie dennoch nicht den Kampf.
KonsekutivFolge einer Handlung
  • Mons ita altus erat, ut eum transire non possemus.
    • Der Berg war so hoch, dass wir ihn nicht überqueren konnten.
KausalGrund einer Handlung
  • Tibi adiuvo, cum labor difficilis sit.
    • Ich helfe dir, weil die Arbeit schwierig ist.
Temporalzeitliche Umstände einer Handlung
  • Cives carmina cantant, cum celebratio inceperit.
    • Die Bürger singen Lieder, nachdem die Feier begonnen hat.

Die einzelnen Adverbialsatzarten werden teilweise mit den gleichen Subjunktionen gebildet, die allerdings unterschiedlich übersetzt werden. Du findest zu jeder Satzart eine eigene Erklärung bei StudySmarter, in die Du Dich einlesen kannst.

Relativsatz (Latein)

Relativsätze treten meistens als Attributsätze auf. Das bedeutet, dass sie ein Wort im übergeordneten Satz genauer beschreiben. Sie werden mit Relativpronomen eingeleitet, die in Numerus und Genus mit dem Bezugswort kongruent sind. Der Kasus gibt wiederum an, welche Satzgliedfunktion das Relativpronomen im Nebensatz einnimmt:

Avem, quae carmen cantat, audio.

(Ich höre den Vogel, der ein Lied singt.

Relativpronomen = Subjekt des Relativsatzes

In cuius domo habitas, virum scio.

(Ich kenne den Mann, in dessen Haus du wohnst.)

Relativpronomen = Genitivattribut des Relativsatzes

Zwei Wörter sind kongruent, wenn sie in ihren Merkmalen Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen und so deutlich wird, dass sie in Verbindung stehen.

Die Relativpronomen werden folgendermaßen dekliniert:

MaskulinumFemininumNeutrum
KasusSingularPluralSingularPluralSingularPlural
Nominativquiquiquaequaequodquae
Genitivcuiusquorumcuiusquarumcuiusquorum
Dativcuiquibuscuiquibuscuiquibus
Akkusativquemquosquamquasquodquae
Ablativquoquibusquaquibusquoquibus

Relativsätze können auch ohne Bezugswort im übergeordneten Satz stehen. So können sie ebenfalls dessen Subjekt oder Objekt sein. In diesem Fall werden sie mit "wer" oder "was" übersetzt:

Postulo, quod constituimus.

(Ich fordere ein, was wir beschlossen haben.)

Manchmal ist von Relativsätzen mit bestimmten adverbialen Funktionen die Rede, wie etwa finalen Relativsätzen. Dabei erhalten die attributiven Relativsätze eine finale Bedeutung und stehen im Konjunktiv. Es ist möglich, sie dann als Finalsätze zu übersetzen und das Bezugswort zu vernachlässigen:

Hostes abitum imperant, qui bellum finiat.

(Die Feinde befehlen den Rückzug, damit der Krieg beendet wird.)

Da eine adverbiale Bedeutung manchmal nicht eindeutig zu erkennen ist, gehst Du jedoch auf Nummer sicher, wenn Du Relativsätze als solche übersetzt:

Hostes abitum imperant, qui bellum finiat.

(Die Feinde befehlen den Rückzug, der den Krieg beendet.)

Mehr Informationen zu Relativsätzen findest Du in der Erklärung "Relativsatz Latein".

Indirekte Fragesätze (Latein) und indirekte Rede (Latein)

Die letzte Nebensatzart sind die indirekten Fragesätze. Darin wird der Inhalt einer Frage als Aussage wiedergegeben. Indirekte Fragesätze werden durch Verben des Fragens, Sprechens und Denkens im Hauptsatz ausgelöst:

Mater rogat, quando gnati redeant.

(Die Mutter fragt, wann die Kinder zurückkehren.)

Auch indirekte Fragesätze werden mit dem Konjunktiv gebildet. Zudem werden sie durch die gleichen Fragewörter eingeleitet wie direkte Fragesätze. Die Fragesilbe "-ne" wird hier mit "ob" übersetzt:

Mater rogat, periculumne magnum sit.

(Die Mutter fragt, ob die Gefahr groß ist / sei.)

In manchen Fällen wie diesem Beispiel ist eine Übersetzung des Konjunktivs im Nebensatz als deutscher Konjunktiv I möglich.

Die Erklärung "Fragesätze Latein" liefert Dir auch ausführliche Informationen über indirekte Fragesätze.

Die indirekte Rede in Latein wird in Hauptsätzen meistens durch einen Accusativus cum Infinitivo (AcI) realisiert. Dabei handelt es sich um eine Satzkonstruktion, die im Deutschen nicht existiert und als Nebensatz übersetzt wird. Einen Überblick über den AcI und andere besondere Satzkonstruktionen erhältst Du im folgenden Kapitel.

Die verschiedenen Nebensatzarten kannst Du teilweise an den Wörtern erkennen, mit denen sie eingeleitet werden. Relativ- und Interrogativpronomen am Anfang eines Nebensatzes sind ein sicheres Zeichen für Relativ- oder Fragesätze. Da die anderen Nebensatzarten teilweise mit den gleichen Subjunktionen eingeleitet werden, musst Du dabei zunächst erfassen, welche Informationen der Nebensatz dem Hauptsatz hinzufügt. Zudem solltest Du auf auslösende Verben im Hauptsatz achten, um Objekt- und Subjektsätze zu erkennen.

Satzarten Latein – Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen

Da die lateinischen Infinitivkonstruktionen zu den Satzarten gezählt werden können und häufig als Nebensätze übersetzt werden, erhältst Du hier einen Überblick über zwei dieser Satzkonstruktionen.

AcI (Latein) und NcI (Latein)

Bei einem AcI enthält der Satz neben dem Prädikat ein Verb im Infinitiv, das mit einem Wort im Akkusativ verbunden ist. Mit dieser Kombination drückt der AcI indirekte Aussagen aus. AcI werden von bestimmten Verben ausgelöst, dazu gehören Verben des Sprechens, des Wissens und Wollens. Diese Verben stellen das Prädikat des Satzes dar, nicht den Infinitiv. Der Nebensatz, der in der Übersetzung konstruiert wird, ist ein dass-Satz:

Puellam mentiri scio.

(Ich weiß, dass das Mädchen lügt.)

Ein Beispiel für die indirekte Rede mit dem AcI sieht so aus:

Pater dixit se in theatro fuisse.

(Der Vater sagte, er sei im Theater gewesen.)1

Das Pronomen se stellt den Akkusativ des AcI dar. Es bezieht sich immer auf die Sprecherin oder den Sprecher.

Neben dem AcI gibt es den Nominativus cum Infinitivo (NcI). Dabei wird der Infinitiv mit einem Wort im Nominativ kombiniert. Der NcI tritt auf, wenn das Prädikat des Satzes im Passiv steht:

Pons rescindi esse iussus est.

(Es wurde befohlen, die Brücke abzureißen.)

Die Erklärung "AcI und NcI" bietet Dir eine ausführliche Erklärung dieser komplexen grammatischen Satzkonstruktionen.

Participium coniunctum

Partizipien sind eine Wortform, die aus einem Verb gebildet wird und nominale Eigenschaften (z. B. Deklination) besitzt. Im Lateinischen können sie in einem verbundenen Partizip, einem Participium coniunctum (PC) auftreten. Dabei ergänzen sie ein Bezugswort, mit dem sie auch kongruent sind. Bei der Übersetzung des PC als deutscher Nebensatz wird das Partizip zu einem finiten Verb umgewandelt:

Senatores consulturi conveniunt.(Die Senatoren versammeln sich, um sich zu beraten.)

Bei der Übersetzung eines PC als Nebensatz, kannst Du anhand seiner Bedeutung entscheiden, welche Nebensatzart am besten passt. Hier wurde ein Finalsatz gewählt, ein Temporalsatz wäre auch möglich gewesen.

Genauere Informationen zur Bildung und Übersetzung des PC findest Du in der Erklärung "Participium coniunctum".

Ablativus Absolutus

Eine weitere Satzkonstruktion, die nur im Lateinischen vorkommt, ist der Ablativus Absolutus. Dabei handelt es sich um ein Partizip, das kongruent zu einem Wort im Ablativ ist. Ansonsten ist der Ablativus Absolutus grammatikalisch unabhängig von dem Satz, in dem er steht. Er enthält eine Ergänzung, die als adverbiale Bestimmung oder zweiter Hauptsatz übersetzt werden kann. Eine Übersetzung eines Ablativus Absolutus als Adverbialsatz kann so aussehen:

Urbe capta incolae fugerunt.(Die Einwohner flohen, nachdem die Stadt erobert worden war.)1

Auch zum Ablativus Absolutus bietet Dir StudySmarter eine ausführliche Erklärung.

Satzarten – Das Wichtigste

  • Im Lateinischen existieren verschiedene Satzarten. Zunächst wird zwischen Hauptsatz und untergeordnetem Nebensatz unterschieden.
  • Hauptsätze treten in drei Formen auf. Aussagesatz (Latein), Fragesatz (Latein) und Aufforderung (Latein).
  • Die Nebensatzarten unterscheiden sich primär durch ihre Funktion im Satz. Sie können als Objekt- und Subjektsatz auftreten, als Adverbialsatz (Latein) oder attributiver Relativsatz (Latein).
  • Eine weitere Nebensatzart sind indirekte Fragesätze (Latein). Im Vergleich zu ihnen wird die indirekte Rede (Latein) durch eine Partizipialkonstruktion gebildet.
  • Im Lateinischen existieren Satzkonstruktionen, die im Deutschen als Nebensätze übersetzt werden. Dazu gehören AcI (Latein) und NcI (Latein), Participium coniunctum und Ablativus Absolutus.

Nachweise

  1. Techritz; Schmid (2012). Lingua Latina. Ernst Klett Sprachen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Satzarten Latein

Im Lateinischen wird wie im Deutschen zunächst zwischen Haupt- und Nebensätzen unterschieden. Hauptsätze treten als Aussagesätze, Fragesätze und Aufforderungen auf. Nebensatzarten sind unter anderem Objektsätze, Adverbialsätze, Relativsätze und indirekte Fragesätze.

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