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British Empire

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Englisch

In diesem Artikel findest du eine Übersicht zum British Empire. Was das British Empire war, welche Bedeutung es in der Weltgeschichte hatte und welche Länder unter der Kontrolle des British Empire standen, wird dir alles hier erklärt!


Dieser Artikel gehört zum Fach Englisch und erweitert das Thema Landeskunde.



British Empire – Definition


Als British Empire wurde das gesamte Herrschaftsgebiet des Vereinten Königreiches bezeichnet. Dazu gehörten Großbritannien und all seine Kolonien. The British Empire, auch als britisches Weltreich bezeichnet, war die bedeutendste Kolonialmacht der Geschichte.


Zum Höhepunkt der britischen Expansion erstreckte sich das British Empire über eine Fläche von rund 37 Millionen Quadratkilometern. Das bedeutet, dass ein Viertel aller Landflächen der Erde unter britischer Kontrolle standen. Neben Großbritannien gehörten dazu großflächige Gebiete im Osten und Süden Afrikas, Australien und Neuseeland, Teile Asiens, vor allem Teile Indiens, etliche Inseln und Inselgruppen sowie Kanada und auch Teile der heutigen USA. 


Um 1922 machte das British Empire mit rund 458 Millionen Einwohnern etwa ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung aus. Auch heute noch werden große Teile der Welt von den Überresten des British Empires beeinflusst, sei es durch die englische Kultur oder Sprache, oder durch den Zusammenschluss der ehemaligen Kolonien zum Länderbund des Commonwealth of Nations.


"The Empire on which the sun never sets" – Das British Empire wurde im 19. und 20. Jahrhundert auch "das Reich, in dem die Sonne nie untergeht" genannt. Da das Territorialgebiet des britischen Königreiches sich über den gesamten Globus erstreckte, hatte zu jeder Zeit mindestens einer der Kolonien Tageslicht.



Abbildung 1: Das Britische Empire im Jahre 1921
Quelle: commons.wikimedia.org


 

Beginn des British Empires


Wann genau das Zeitalter des britischen Weltreichs begann, ist umstritten. Während manche Historiker die Anfänge des Empires schon im 12. Jahrhundert vermuten, als die Normannen nach Irland zogen, wird für den eigentlichen Beginn des British Empires meist das Ende des 15. Jahrhunderts angegeben. 


Mit der Entdeckung Amerikas 1492 fingen nämlich europäische Großmächte (zum Beispiel Spanien oder die Niederlande) an, sich um Überseekolonien zu bemühen – vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Auch Großbritannien begann sein Herrschaftsgebiet durch Niederlassungen in Übersee zu erweitern. Dabei geriet es jedoch mit der Niederlande und vor allem der vorherrschenden Seemacht Spaniens in einen Interessenkonflikt, weswegen es mehrere Seekriege gab. Die Royal Navy (die britische Marine) gewann diese Kriege und Großbritannien sicherte sich die Vormachtstellung auf den Weltmeeren. Sprich sie hatten die Macht über die meisten Meere.


                                            Abbildung 2: Schlachtschiff der Royal Navy – HMS Mary (1677)  
Quelle: commons.wikimedia.org 


Fast alle der frühen britischen Überseeniederlassungen passierten ohne, dass die regierenden Monarch*innen zustimmten. Meist waren es Magnate und Handelsgesellschaften, wie die British East India Company, die für wirtschaftliche Zwecke und Nutzen Kolonien oder Handelsposten anlegten. Diese wurden zwar von Großbritannien überwacht, jedoch waren diese Niederlassungen größtenteils selbstverwaltet. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Handels- und Wirtschaftskolonien.


Die größte der britischen Handelsgesellschaften ihrer Zeit war die British East India Company. Die Handelsgesellschaft wurde am 31. Dezember 1600 gegründet, als eine Gruppe reicher englischer Kaufleute das Privileg erhielten, für 15 Jahre im Gebiet des Indischen und Pazifischen Ozeans den gesamten englischen Handel abzuwickeln. Dadurch wurden die Kaufleute zum Magnat des Indienhandels. Das bedeutet, dass sie die größte wirtschaftliche Macht in diesem Handelsbereich besaßen. Durch ihr Handelsmonopol wurde die British East India Company zur Grundlage der britischen Kolonialherrschaft in Indien.



Kolonialismus im British Empire


Generell kann man die Phasen des Kolonialismus im British Empire in den Wirtschafts-, den Siedlungs- und den Sträflingskolonialismus einteilen.


Wirtschaftskolonialismus


Mit der Entdeckung Amerikas wurde die erste Phase des British Empires eingeleitet: der Handels- und Wirtschaftskolonialismus. Neben anderen britischen Handelskompanien war die British East India Company mit ihrem Handelsmonopol in Indien die weitaus einflussreichste. Durch Handelsstützpunkte entlang der Küsten Asiens konnten das Britische Reich sein Einflussgebiet über den gesamten indischen Subkontinent ausbreiten.


Wenn eine Person oder ein Unternehmen ein Handelsmonopol hat, hat nur diese Person/dieses Unternehmen die Berechtigung Handel in einem bestimmten gebiet zu betreiben. Da nur eine Person oder ein Unternehmen handelt, gibt es keine Konkurrenz.


Indien war eine der wichtigsten Kolonien des British Empires. Mit den 40 Millionen Menschen, die durch die Kolonialisierung Indiens nun ebenfalls unter der Herrschaft der britischen Krone standen, konnte das British Empire große Gewinne für sich erzielen. Neben Steuereinnahmen nutzte Großbritannien auch die Bodenschätze, Naturalien und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Indien. Die indische Kolonie war eine wichtige Handelsquelle für Edelsteine und Edelmetalle sowie Tee, Gewürze und Seide.


Indien machte etwa ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen des British Empires aus. Anfang des 19. Jahrhunderts nahm das Empire rund 18 Millionen Pfund in der Kolonie Indiens nur durch Steuern ein.


Sklavenhandel im British Empire


Großbritanniens Handelsnetz erstreckte sich über den gesamten Globus, durch den Handel mit Naturalien wie Zuckerrohr, Tee und Gewürzen, sowie Edelsteine und andere Bodenschätze. Das gewinnbringendste Geschäft der britischen Handelsgesellschaften im 17. Jahrhundert war jedoch nicht der Handel von Gütern, sondern der Menschenhandel. 


Die Royal African Company wurde 1672 zum Monopol des Sklavenhandels für britische Kolonien, dessen Grundlage der transatlantische Dreieckshandel wurde. Britische Händler brachten einfachen Schmuck, Stoffgewebe oder andere europäische Produkte nach Afrika und tauschten diese dort gegen Sklaven ein. Diese deportierten sie in die britischen Kolonien in Nordamerika, von wo aus sie größtenteils Naturalien wie Baumwolle oder Zuckerrohr wieder nach Europa transportierten. 


Dreieckshandel einfach erklärt:


Die Briten brachten Ware (z. B. Schmuck) nach Afrika. Dort tauschten sie die Ware gegen Sklaven ein. Diese brachten sie dann in die britischen Kolonien in Nordamerika, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten. Die von den Sklaven angebauten Güter (wie Zucker, Baumwolle oder Kaffee) wurde dann wieder nach Großbritannien gebracht. Verfolgt man diesen Weg auf einer Landkarte, bilden die Fahrtwege ein Dreieck.


Abbildung 3: Transatlantischer Dreieckshandel
Quelle: klett.de


Schätzungen zufolge war Großbritannien für die Verschleppung von ca. 3,5 Millionen Sklaven von Afrika nach Nordamerika verantwortlich. Die gesamte Zahl der Sklaven, die über den Atlantik deportiert wurden ist jedoch noch viel größer. Insgesamt geht man von 12 Millionen verschleppten Sklaven aus. Offiziell wurde der Sklavenhandel von Großbritannien 1807 verboten.


Siedlungskolonien


Durch den Handel mit den Kolonien war Großbritannien wirtschaftlich sehr erfolgreich und konnte große Gewinne einbringen. Trotzdem hatte vor allem die Unterschicht der einheimischen Bevölkerung Englands mit Hunger und Armut zu kämpfen. Hinzu kam, dass die religiösen Minderheiten der Protestanten und Katholiken von der anglikanischen Kirsche unterdrückt wurden. Armut und Unterdrückung riefen im 17. Jahrhundert eine Auswanderungswelle hervor, in der tausende von Briten ihr Mutterland verließen. 


Viele der Auswanderer suchten in der "Neuen Welt" ihr Glück. Neben Australien und Südamerika wurde vor allem Nordamerika Ziel der Einwanderungswellen. So entstand unter anderem das British America und die Dreizehn Kolonien.


British America – Die Dreizehn Kolonien


Als British America werden die britischen Kolonien und Territorien der Briten in Nord- und Zentralamerika, sowie in der Karibik und in Guyana im Zeitraum von 1607 bis 1783 bezeichnet.


Neben der Gründung der East India Company hatte das British Empire seine Anfänge auch mit den Kolonien in Nordamerika und der Karibik. Dort kolonialisierte Großbritannien mehrere kleine karibische Inseln. Auch Nordamerika versuchte Großbritannien zu kolonialisieren, was zu Beginn jedoch scheiterte. 1607 schaffte Großbritannien es jedoch, die Kolonie Jamestown in Virginia zu gründen und aufrecht zu erhalten. Sie war die erste dauerhaft bestehende britische Siedlung in im Gebiet der 13 Kolonien. 


Bis 1670 hatten die Briten nach Jamestown, dreizehn Kolonien in Nordamerika gegründet:


NeuenglandkolonienMittlere KolonienSüdliche Kolonien
Massachusetts BayNew YorkMaryland
New Hampshire ColonyNew JerseyVirginia
Colony of Rhode Island and Providence PlantationsPennsylvaniaNorth Carolina & South Carolina

Colony of Connecticut


Delaware Colony


Georgia


Die Dreizehn Kolonien Amerikas wollten schon früher als andere Kolonien des British Empires unabhängig und selbstständig werden. Mit dem Unabhängigkeitskrieg und der Amerikanischen Revolution 1775-1783 konnten sich die Dreizehn Kolonien von der Kontrolle des British Empires lösen und schlossen sich zu einem unabhängigen und selbstverwalteten Staat zusammen. 


Die Zeitspanne von der ersten Besiedlung Nordamerikas im frühen 17. Jahrhundert bis zum Verlust der Dreizehn Kolonien im 18. Jahrhundert wird auch die Phase des "First British Empires" (Erstes Britisches Weltreich) bezeichnet.

                                                        Abbildung 4: Die Dreizehn Kolonien in Nordamerika, angedeutete Farbe ist das Gebiet der heutigen Bundesstaaten
Quelle: commons.wikimedia.org


Sträflingskolonialismus


Nachdem die Dreizehn Kolonien nun als Vereinigte Staaten Amerikas unabhängig waren, musste sich das British Empire auf die Suche nach neuen Kolonien machen, zu denen es seine Sträflinge schicken konnte.


Australien, das schon 1770 als New South Wales unter den Besitz der englischen Krone fiel, bot sich als Sträflingskolonie an. So wurde im Januar 1788 eine Flotte von rund 1000 Menschen nach Australien gesandt. Mehr als drei Viertel der Flotte bestand dabei aus Straftätern. Bis der Sträflingstransport 1868 zum Erliegen kam, wurden rund 162.000 Straftäter nach Australien gebracht.


Durch die harten Bedingungen fiel es der ersten Siedlung Sydney es schwer, sich selbst zu versorgen. Daher betrieben die Siedler Handel mit den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens. Mit der allmählichen Ausbreitung der Einwanderer wurden die Aborigines jedoch von ihrem Land vertrieben. Zudem schleppten die Siedler Krankheiten ein, wodurch viele der Aborigines ihr Leben verloren.


Kriege des British Empires


Das British Empire setzte seine deutliche Seemacht jedoch nicht nur zur Erkundung neuer Gebiete ein. Weil das British Empire einfach sehr starke Schiffsbesetzungen und eine große Anzahl an Schiffen hatte, konnte es sich noch mehr Macht über die Meere erkämpfen und verteidigen. Bis ins 20. Jahrhundert war das British Empire an rund 60 (See-)Kriegen beteiligt. Zwei der Kriege waren für das British Empire und vor allem für die heutige USA von großer Bedeutung:


  • French and Indian War (1754-1763): Auf deutsch der Siebenjährige Krieg in Nordamerika. Die Kolonialmächte Frankreich und das British Empire kämpften um die Vorherrschaft in Nordamerika, wobei beide Seiten Bündnisse mit den Einheimischen Nordamerikas schlossen. Mit dem Frieden von Paris 1763  gab Frankreich seinen Kolonialbesitz an das British Empire ab.


  • American War of Independence (1775-1783): Auseinandersetzung der Dreizehn Kolonien und ihrem Kolonialherren, dem British Empire. Die Unabhängigkeitsbewegung der Kolonien führte zu kriegerische Auseinandersetzungen, bei denen die Dreizehn Kolonien mit der Hilfe Frankreichs bei der Schlacht von Yorktown 1781 über die britischen Truppen siegen konnte. Mit dem Frieden von Paris 1783 wurden die Dreizehn Kolonien offiziell unabhängig, unter dem Namen der Vereinigten Staaten von Amerika.



Hochphase des British Empires


Seine Hochphase erreichte das British Empire nach dem Ersten Weltkrieg. Nicht nur Südafrika, der Sudan, Nigeria und Ägypten fielen dabei unter die Herrschaft der britischen Krone – dem British Empire wurden auch die ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika überlassen. 1922 war die Ausdehnung des British Empires am größten. Auf der Karte kannst du alle Kolonialgebiete sehen, die zu diesem Zeitpunkt zum Britischen Weltreich gehörten oder gehört hatten.


            Abbildung 5: Gebiete des British Empires
Quelle: commons.wikimedia.org



Ende des British Empires – The Commonwealth


Das British Empire brach nicht mit einem Mal auseinander. Mit der Zeit begannen die Kolonien Großbritanniens, nach Unabhängigkeit zu streben. Das bedeutet, sie wollen ein eigener Staat werden, der sich selbst verwaltet und nicht mehr unter der Kontrolle Großbritanniens steht. Um Unruhen oder weitere Kriege zu vermeiden, gab Großbritannien den Kolonien immer mehr Freiheit. 


Kanada wurde als erstes ein Dominion. Es stand also immer noch unter britischer Kontrolle, konnte sich aber schon selbst verwalten. Nach Kanada wurden immer mehr Kolonien zu Dominions, wodurch sie sich mehr und mehr von der Herrschaft des British Empires lösten. Andererseits blieben auch viele der Kolonien unter britischer Kontrolle, bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.


1931 wurden die selbstverwaltenden Dominions durch einen Vertrag der Briten schließlich zu eigenen, vollwertigen Staaten. Sie waren nun unabhängig vom British Empire. Die nun freien Staaten schlossen sich unter der Führung Großbritanniens zu einem Länderbund zusammen, was The Commonwealth genannt wurde. Dies geschah vollkommen freiwillig. Heute hat das Commonwealth 54 Mitgliedsstaaten. Mit der Commonwealth Charter, einer Sammlung von Prinzipien und Zielen, wollen die Mitgliedsländer das Leben der Bevölkerung des gesamten Commonwealths verbessern. 


Häufig gestellte Fragen zum Thema British Empire

Zur Hochzeit des British Empire standen ein Viertel aller Landflächen unter britischer Kontrolle, also rund 37 Millionen qm. Die Briten hatten Kolonien auf allen Kontinenten.

Das British Empire wird auch als britisches Weltreich bezeichnet und bezieht sich auf das gesamte Herrschaftsgebiet des Vereinigten Königreichs während dieser Epoche. 

Zum British Empire gehörten Großbritannien und all seine Kolonien, unter anderem in Kanada, Indien und Gebiete im Osten und Süden Afrikas.

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