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Great Depression

Weltweit führte die Great Depression zu einer wirtschaftlichen und damit auch zu einer sozialen Krise. Die Ursache lag im Börsencrash am Black Friday 1929 und beeinflusste Ideen der Gesellschaft, wie den American Dream. Die Schwere und das Ende der Great Depression oder auch Großen Depression war von Land zu Land unterschiedlich. Die Folgen waren jedoch auf der ganzen Welt zu spüren.

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Weltweit führte die Great Depression zu einer wirtschaftlichen und damit auch zu einer sozialen Krise. Die Ursache lag im Börsencrash am Black Friday 1929 und beeinflusste Ideen der Gesellschaft, wie den American Dream. Die Schwere und das Ende der Great Depression oder auch Großen Depression war von Land zu Land unterschiedlich. Die Folgen waren jedoch auf der ganzen Welt zu spüren.

Aber was versteht man eigentlich unter der Definition von Great Depression?

Great Depression – Definition

Für eine erste Idee, was die Great Depression war, sieh Dir diese Definition an.

Die Great Depression ("Große Depression") war eine schwere Wirtschaftskrise, die ihren Anfang in den USA nahm. Die Folgen machten sich schnell auf der ganzen Welt bemerkbar. Sie begann mit dem Börsencrash am 24. Oktober 1929 und dominierte die 1930er Jahre. Die Great Depression steht mittlerweile als Synonym für "Weltwirtschaftskrise".

Great Depression – Ursache

Die Ursache für die Great Depression wird zwar oft auf den Black Friday festgelegt, doch liegt sie bereits in den vorausgehenden Ereignissen. Der Great Depression ging Folgendes voraus:

  • Erster Weltkrieg (1914 bis 1918): USA unterstützte Frankreich, Russland und das UK erst nur mit Materialien
  • diese Staaten nahmen zur Bezahlung hohe Kredite auf
  • wachsender Güterbedarf und dadurch wachsende Wirtschaft
  • 1917: aktiver Eingriff in den Ersten Weltkrieg
  • 1920er: wirtschaftlicher Aufschwung
  • 1929: offizieller Beginn der Great Depression

Great Depression – American Dream

In den 1920er-Jahren erlebte die US-amerikanische Gesellschaft einen wirtschaftlichen Aufschwung und viele sahen dadurch ihre Chance, den American Dream zu verwirklichen.

Der American Dream ("amerikanische Traum") ist die Überzeugung, dass jeder/jede, egal welcher Herkunft, durch Entschlossenheit, harte Arbeit und Talent in den Vereinigten Staaten Amerikas seinen/ihren Traum von Reichtum und Erfolg erreichen kann.

Gründe für den wirtschaftlichen Aufschwung waren:

  • Soldat*innen kamen aus dem Krieg zurück und konnten wieder in Fabriken arbeiten, wodurch die Produktion gesteigert wurde
  • Europas Produktion war noch nicht wieder angelaufen, sodass die USA deren Bedarf auch deckte.
  • Mehr Menschen hatten Jobs (z. B. Frauen) und verdienten mehr Geld.

Die 1920er werden heute als Roaring Twenties (auch: Roarin' 20s) bezeichnet, was so viel bedeutet, wie "wilde", "tosende" oder "schwunghafte Zwanziger". Schau Dir gerne die Erklärung "Roaring Twenties" an, um mehr dazu zu erfahren.

Durch die hohe Beschäftigung wurden die US-amerikanischen Bürger*innen immer wohlhabender, sodass mehr Güter gekauft wurden, die zuvor nicht bezahlbar gewesen waren. Beliebte Produkte waren zum Beispiel:

  • Radios
  • Autos
  • Staubsauger
  • Waschmaschinen

Im Jahr 1929 hatte sich der Wohlstand im Vergleich zu 1922 verdoppelt.

Bis 1972 war das Modell T von Ford das weltweit meistverkaufte Automobil. Rund 15 Mio. Exemplare fertigte man zwischen 1908 und 1927 an. Umgangssprachlich wurde dieser Mittelklasse Wagen Tin Lizzie, also „Blechliesel“ genannt. Das weltweit meistverkaufte Automobil war in den Folgejahren – bis 2002 – der VW Käfer.

Durch den zum Greifen nahen Wohlstand sahen viele Menschen in naher Zukunft ihren American Dream in Erfüllung gehen oder lebten ihn schon in den Roaring Twenties.

Einigen Bürger*innen reichte der Lohn nicht, um die gängigen Konsumgüter zu bezahlen oder ihren American Dream zu leben, wodurch sich eine Spekulationsblase bildete. Bürger*innen nahmen günstig Kredite auf, um zum Beispiel die neue Waschmaschine zu bezahlen. Außerdem wurde es populär Kredite aufzunehmen, um an der Börse mit Aktien zu handeln, in der Hoffnung den eigenen Reichtum zu vergrößern.

Mit einer Aktie kannst Du einen Anteil an einem Unternehmen kaufen.

Als mehr und mehr Menschen auffiel, dass die gekauften Aktien gar nicht so viel wert sind, entstand wirtschaftliche Unsicherheit. Um dennoch etwas von ihren Aktien zu haben verkauften viele ihre Aktien auf einmal, was die Spekulationsblas zum Platzen brachte.

Bei einer Spekulationsblase steigt der Wert einer bestimmten Sache (hier Aktien) immer weiter an. Das liegt daran, dass davon ausgegangen wird, dass sich diese Sache für viel Geld weiterverkaufen lässt und kaufen unglaublich viel von ihr ein, obwohl diese Sache eigentlich nicht so viel wert ist.

Black Friday – Great Depression 1929

Wusstest Du, dass der Black Friday in den USA gar nicht der Black Friday war? Der 24. Oktober 1929 ist in den USA als Black Thursday, "Schwarzer Donnerstag" bekannt. Er markiert das Ende der Roaring Twenties und den Start für Massenarbeitslosigkeit und Armut. Durch die Zeitverschiebung wird in Europa allerdings vom Black Friday gesprochen.

Der Börsencrash hatte sich bereits im September angekündigt: Die Aktienkurse des bekanntesten Börsenindex der Welt sanken.

Ein Börsenindex zeigt Dir generell die Weiterentwicklung von Aktien. Der Dow-Jones-Index stellt die durchschnittliche Kursentwicklung der dreißig wichtigsten Aktien in den USA dar. Im Herbst 1929 verlor er mehr als 15 Prozent seines vorherigen Wertes und sank damit enorm.

Am Black Thursday ereignete sich Folgendes:

  • 1,6 Millionen Aktien wurden in den ersten 30 Minuten der Öffnung der Börse gehandelt.
  • Menschen gerieten in Panik
  • Tausende versammelten sich auf der Wall Street, um ihre Aktien zu verkaufen
  • insgesamt wurden 13 Millionen Aktien verkauft – ungefähr das vierfache eines gewöhnlichen Tages

Auf der Wall Street ("Wallstraße"), einer im Stadtbezirk Manhattan gelegenen Straße in New York, befinden sich viele Kreditinstitute sowie der New York Stock Exchange – die weltgrößte Wertpapierbörse. So nennt man eine Börse, an der Wertpapiere, wie Aktien gehandelt werden.

Great Depression – Folgen des Börsencrashs

Der Börsencrash war aber nur der Anfang, noch waren in der Realität die Folgen des Crashs nicht zu sehen. Es war die Panik und das Misstrauen gegenüber den Banken, was letztlich zur Great Depression führte. Die folgende Tabelle gibt Dir einen Überblick über die Folgen des Börsencrashs:

Folge des BörsencrashsErklärung
Bankenkrise
  • Bürger*innen vertrauten Banken nicht mehr und hoben ihre Ersparnisse ab.
  • Banken machten Verluste durch die gekauften Aktien und konnten Kredite und Geld nicht mehr auszahlen.
  • Banken gingen Bankrott und meldeten Insolvenz an.
  • keine Kreditvergaben mehr
Rückgang der Wirtschaftsleistung
  • Bürger*innen kauften weniger ein
  • Unternehmen produzierten weniger
  • Entlassungen von Arbeitskräften
weltweiter Handelsrückgang
  • hohe Zölle für ausländische Ware
  • hohe Zölle für Ware, die im Ausland verkauft werden sollte
  • Bürger*innen weltweit kauften weniger
soziales Elend
  • Massenentlassungen: 24,9 % Arbeitslosigkeit
  • Nahrungsmittel zu teuer
  • Mieten nicht bezahlbar: Obdachlosigkeit
    • Bildung von Shanty towns: Ansammlungen improvisierter Hütten in städtischen Vierteln, auch bekannt unter Hooverville
  • Radikalisierung der Gesellschaft

Eine Bankenkrise ist eine Unternehmenskrise eines oder mehrerer Kreditinstitute. Den Banken droht die Insolvenz, da ihnen Stabilität und Funktionsfähigkeiten fehlen. Durch die Verluste wird die Situation der Banken verschlechtert.

Great Depression – Ende

Das Ende der Depression wurde schließlich von Präsident Franklin Delano Roosevelt eingeläutet. Er symbolisierte einen neuen Kurs in der US-amerikanischen Politik, der sich um das soziale Elend kümmern sollte. Die US-Amerikaner*innen schöpften neue Hoffnung aus den von ihm versprochenen Sozial- und Wirtschaftsreformplänen, die Roosevelt versprach. Diese Reform wurde New Deal genannt.

Roosevelt wurde zu einem der bedeutendsten Präsidenten der USA. Er wurde bis zu seinem Tod 1945 dreimal wiedergewählt.In anderen Ländern sorgte die Great Depression, wie in Deutschland ebenfalls für einen politischen Umschwung und es etablierte sich eine Diktatur.

Great Depression – New Deal

Der New Deal definierte die Rolle der US-Regierung neu, denn er stellte einen großen Umbruch in der Wirtschafts-, Sozial- und Politikgeschichte der USA dar. Die Serie von Reformen versprach jedem/jeder ein ausreichendes Einkommen zu verdienen, sollte die Great Depression zu einem Ende bringen und dafür sorgen, dass es nicht erneut zu so einer Situation kommen würde.

Im Englischen gilt der Ausdruck New Deal als eine Redewendung für "Neuverteilung der Karten". Zuerst war New Deal 1932 nur ein Slogan von Roosevelt in seinem Präsidentschaftswahlkampf. Später setzte sich der Begriff dann für die Bezeichnung der Reformpläne durch.

Die Maßnahmen des New Deals werden heute unterteilt in drei Kategorien, die Du in der folgenden Tabelle siehst.

Bezeichnung
Nutzen
Umsetzung
Relief (Erleichterung)
Not lindern
monetäre Hilfe für Arbeitslose und Arme
Recovery (Erholung)
kurzfristig die Wirtschaft ankurbeln
z. B. Änderung der Geldpolitik, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
Reform (Reform)
langfristig und vorbeugend System reformieren
Regulierung der Finanzmärkte und die Einführung von Sozialversicherungen

Die Vereinigten Staaten investierten wieder Geld in die Wirtschaft, indem sie verschiedene Projekte finanzierten, die Arbeitsplätze schafften, wie zum Beispiel:

  • Bauprojekte
  • Ausbau der Infrastruktur
  • Kunst- und Kulturprojekte

Auch, wenn es mehr Arbeit gab und die Wirtschaft sehr langsam wieder in Schwung kam, war die Einkommens- und Vermögensverteilung noch nicht gerecht. Ein wichtiger Aspekt war aber durch die massive Interventionspolitik der Bevölkerung wieder neue Hoffnung zu geben.

Intervention bedeutet "in etwas eingreifen". Durch die Interventionspolitik wurde also so weit in das Leben der Bevölkerung eingegriffen, dass sich ihre Situation verbessern sollte. Der New Deal ist ein Beispiel für Interventionspolitik.

Gesetze 1933 & 1934 – Great Depression USA

1933 und 1934 wurde beschlossen Gesetze zur Regulierung des Bankensystems und des Wertpapierhandels zu erlassen.

Die folgende Tabelle gibt Dir einen Überblick über diese Gesetze:

GesetzInhalt
Glass-Steagall Act 1933
  • Gründung der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC)
  • Trennbankensystem: Geschäfte der Investmentbanken und Geschäftsbanken wurde getrennt
Securities Exchange Act 1934
  • Gründung der United States Securities and Exchange Commision (SEC)
  • Prüfung des Handels auf Ordnungsmäßigkeit
  • auch vierte Gewalt genannt
National Labor Relations Act (Wagner Act) 1935
  • Organisation von Gewerkschaftsgründungen
  • soziale Sicherheit
  • Unterstützung von Menschen mit Behinderung, Kindern, älteren Leuten und Arbeitslosen

Investmentbanken sind auf den Handel mit Investitionen, wie Aktien, spezialisiert. Geschäftsbanken tätigen eigentlich alle Bankgeschäfte und werden von Privatpersonen wie Dir genutzt. Die Deutsche Bank ist beispielsweise eine Geschäftsbank. In einer Gewerkschaft organisieren sich die Arbeitnehmer*innen, um ihre Interessen – wie Lohnerhöhungen – durchzusetzen.

Great Depression – Zweiter Weltkrieg

Die Bemühungen des New Deal linderten einigen das Leid, aber reichte nicht aus, um die Great Depression zu überwinden. Es gab noch weitere Pläne der Regierung, um dem Land wieder auf die Füße zu helfen. Allerdings begann 1939 der Zweite Weltkrieg.

Mit der Bombardierung Pearl Harbors, dem Hauptquartier der Pazifikflotte der US-Navy am 7. Dezember 1941 durch Japan, trat die USA in den Zweiten Weltkrieg ein. Durch die Rüstungskonjunktur erreichte die USA wieder Vollbeschäftigung und erholte sich somit von der Krise.

Rüstungskonjunktur ist wirtschaftlicher Aufschwung durch militärische Aufrüstung. Dabei werden viele Ressourcen, wie Geld, Zeit und Arbeitskräfte in die Produktion von Waffen und anderen kriegsrelevanten Aspekten gesteckt.

Great Depression - Das Wichtigste

  • Great Depression – Definition: schwere Weltwirtschaftskrise mit Ursprung in den USA zwischen 1929 und 1941.
  • Great Depression – Ursache:
    • wirtschaftlicher Aufschwung
    • American Dream für viele ein Grund zu kaufen und investieren
    • Platzen der Investitionsblase
  • Black Friday – Great Depression 1929:
    • in den USA Black Thursday (24. Oktober 1929) wegen Zeitverschiebung
    • insgesamt 13 Millionen verkaufte Aktien an einem Tag (vierfache eines normalen Tages)
  • Great Depression – Folgen des Börsencrashs:
    • Bankenkrise
    • Rückgang der Wirtschaftsleistung in den USA und weltweit
    • soziales Elend: Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Radikalisierung
  • Great Depression – Ende:
    • New Deal durch Roosevelt zum Ankurbeln der Wirtschaft
    • Gesetze 1933 und 1934 in den USA für ein Trennbankensystem & Prüfung des Handels
    • tatsächliches Ende durch Rüstungskonjunktur im Zweiten Weltkrieg

Häufig gestellte Fragen zum Thema Great Depression

Wann die Great Depression war, hängt vom Land ab. In den USA war sie von 1929 bis 1941.

Bei der Great Depression in den USA passierte Folgendes: 

  • Platzen der Investitionsblase
  • Bankenkrise
  • Massenarbeitslosigkeit durch weniger Produktion
  • soziale und wirtschaftliche Reformen durch Roosevelt

Zur Wirtschaftskrise in den USA kam es, weil die Spekulationsblase nach einem langen wirtschaftlichen Boom in den 1920er-Jahren platzte. Eine daraus folgende Bankenkrise sorgte für weitere Probleme. 

Die Folgen der Great Depression sind: 

  • Massenarbeitslosigkeit
  • soziales Elend
  • Armut
  • Rückgang der Wirtschaftsleistung

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