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Education System UK

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Dieser Artikel erklärt dir alles über das Bildungssystem des Vereinigten Königreichs. Du hast dich schon immer gewundert, wie das Schulsystem im Vereinigten Königreich funktioniert, wo die Unterschiede zu Deutschland liegen oder was es mit den Universitäten dort auf sich hat? Dann bist du hier genau richtig. 


Wichtige Stichworte im Überblick: 

  • Privilegien für die Oberschicht der Gesellschaft
  • Recht auf Bildung
  • Elementary Education Act
  • Verbeamtung für Lehrkräfte
  • Staatliche und öffentliche Schulen
  • Education Act
  • Nationaler Lehrplan
  • GCE-A-Levels & GNVQs
  • Oxford & Cambridge



Entwicklung der Grundschulbildung


Jahrhunderte lang war Bildung im Vereinigten Königreich ein Privileg für die Oberschicht der Gesellschaft, da es keine staatlichen Schulen gab. Der Staat hat sich nicht für die Einrichtung von Schulen verantwortlich gefühlt, sondern dies vollkommen der Kirche und der Privatwirtschaft überlassen. Privatorganisationen waren allerdings teuer und nur der reiche Teil der Gesellschaft konnte es sich für seine Kinder leisten, wodurch Kindern aus ärmeren Familien das Recht auf Bildung verwehrt wurde. Das ist für uns heute kaum vorstellbar, oder?


Zu den Zeiten der industriellen Revolution gab es nur wenige Institutionen in denen Kinder der Arbeiterklasse das Lesen und Schreiben gelernt haben. Diese Schulen wurden entweder von der Kirche oder Wohltätigkeitsorganisationen geleitet. 

Die Tatsache, dass die Kinder von Arbeiterfamilien keine Bildung erhielten, lag im Interesse vieler Fabrik- und Geschäftsbesitzer. Sie waren der Meinung, dass Bildung eine Unzufriedenheit der Armen mit ihrem Schicksal hervorrufen würde.


Andererseits wurde die Forderung danach, Bildung auch für die unteren Klassen zugänglich zu machen, von vielen einflussreichen Politikern unterstützt. Das größte Problem lag jedoch in der Finanzierung einer Grundschulbildung für alle Kinder. Es wurde schnell deutlich, dass die freiwilligen Organisationen nicht ausreichend Geld aufbringen konnten. Aus diesem Grund fing die Regierung 1833 an, diese Organisationen mit öffentlichen Geldern zu unterstützen.


Um sicherzustellen, dass die Gelder effektiv genutzt und nicht verschwendet werden, wurden jährliche Inspektionen durchgeführt. Zur Organisation der Finanzierung und Kontrolle wurden kleine zentrale Bildungsabteilungen eingerichtet - dies war der Anfang des Bildungsministeriums. 


1870 verabschiedete die Regierung den Elementary Education Act. Dieser sah die Gründung von Schulen an den Orten vor, an denen keine kirchlichen Schulen existierten.


Ab 1876 mussten zwar alle Kinder zwischen 5 und 10 Jahren zur Schule gehen, diese war jedoch noch immer nicht kostenlos. Daher konnten es sich viele Eltern nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Es dauerte noch bis 1891, bis die Grundschuldbildung für alle kostenlos war.



Schulen im Vereinigten Königreich heute


Staatliche und öffentliche Schulen


Das Bildungssystem im Vereinigten Königreich ist kein gewöhnliches. Das Ministerium für Bildung und Beschäftigung in London ist lediglich für England zuständig. Schottland, England und Wales haben ihre eigenen Richtlinien entwickelt. Zusätzlich können die lokalen Bildungsbehörden über viele bildungspolitische Aspekte entscheiden. Trotz der Unterschiede im Detail weisen die vier Länder jedoch einige Gemeinsamkeiten auf.

 

Fakten zu staatlichen und öffentlichen Schulen:


  • Unterricht in Vollzeit ist für alle Kinder zwischen 5 und 16 Jahren Pflicht - in Nordirland werden Kinder mit vier Jahren eingeschult
  • Etwa 93 % der britischen Schüler besuchen staatliche Schulen, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden 
  • Neben den staatlichen Schulen gibt es eine relativ kleine Gruppe von ca. 2.600 Schulen in freier Trägerschaft, die durch Elternbeiträge finanziert werden
  • Zu den unabhängigen Schulen gehören auch die berühmten öffentlichen Schulen: 
    • Charterhouse
    • Eton
    • Harrow
    • Rugby
    • Westminster
    • Winchester
  • Der Begriff "öffentliche Schulen" ist eher irreführend, da diese Schulen privat, exklusiv und somit ziemlich teuer sind
  • Im Gegensatz zu Deutschland sind Lehrer nicht verbeamtet und verdienen weniger als ihre Kollegen auf dem Kontinent
  • Es besteht ein starker Wettbewerb zwischen staatlichen und öffentlichen Schulen
  • Die Schüler an den unabhängigen Schulen schneiden bei den Prüfungen regelmäßig besser ab


Primär- und Sekundärbildung


Die Struktur des Bildungssystems im Vereinigten Königreich wie wir es heute kennen wurde 1944 mit der Verabschiedung des Education Act festgelegt. 


Dieses Gesetz ist auch als Butler Act bekannt - benannt nach Richart Austen Butler (1902-1982), der als Präsident des Board of Education hauptverantwortlich für die Entwicklung dieses umfassenden und revolutionären Gesetzes war.


Die beiden grundlegenden Reformen des Gesetzes von 1944 waren:

  •  Die Forderung nach einer verpflichtenden Sekundarschulbildung für alle
    • Hatte zur Folge, dass diese kostenlos angeboten werden musste
  • Die Aufhebung der früheren Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Schulbildung


Weitere Fakten zur Primärbildung- und Sekundärbildung:


  • Die Schulpflicht beginnt in England, Wales und Schottland im Alter von 5 Jahren, in Nordirland mit vier Jahren
  • Das übliche Alter für den Übergang zu den weiterführenden Schulen ist in England, Wales und Nordirland 11, in Schottland 14
  • Zwischen 11 und 16 Jahren besuchen nahezu alle Kinder Gesamtschulen
  • Danach können sie entweder auf diesen Schulen bleiben oder bis zum Alter von 18 Jahren ein College besuchen, um ihre Ausbildung auf einem höheren Niveau fortzusetzen
  • Die Schulpflicht endet mit 16 Jahren


Curriculum


Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern gab es in Großbritannien nie ein Nationales Bildungsprogramm, also einen Lehrplan, so wie man ihn bei uns in Deutschland kennt. Die Entscheidung, was an den Schulen gelehrt werden soll, trafen die Lehrer. Ein nationaler Lehrplan wurde erst 1986 in den staatlichen Schulen in England und Wales eingeführt. Dieser legte eindeutige Standards fest, die von allen Schulen erreicht werden müssen.


Schulleben


Das Schuljahr ist in drei Abschnitte unterteilt. Diese fangen jeweils zu Beginn der Monate September, Januar und April an. In der Mitte jedes Abschnitts haben Schüler und Lehrer für ein paar Tage bis zu einer Woche Ferien. 


Die Schule beginnt morgens um 9 Uhr. Für gewöhnlich startet der Schultag mit einer Versammlung und Gebeten. Zwischen 15 und 16 Uhr können die SchülerInnen dann für gewöhnlich nach Hause gehen.


Weiterbildung


GCE-A-Levels


Das General Certificate of Education (GCE) Advanced Level oder A-Level ist ein Schulabschluss im Vereinigten Königreich, der die SchülerInnen zum Besuch an einer Hochschule oder Universität befähigt. 


Möchten die SchülerInnen eine Universität besuchen, dann bleiben sie noch für zwei weitere Jahre in der Schule und absolvieren mit 18 die A-Levels. Die A-Levels kannst du mit dem Abitur in Deutschland vergleichen. 


Um einen Platz an der Universität zu bekommen, müssen die Prüfungen der A-Levels in drei oder mehr Hauptfächern bestanden werden. Das ist immer von den Anforderungen der Universität abhängig. Zum Verständnis für dich: Dies ist ähnlich zum Numerus Clausus in Deutschland. Der Unterschied ist jedoch, dass jede Hochschule selbst über die Zugangsvoraussetzungen entscheidet und nicht wie bei uns die Stiftung für Hochschulzulassung für manche Studiengänge.  


GNVQs


Die General National Vocational Qualification (GNVQ) war ein Abschlusszeugnis der beruflichen Bildung im Vereinigten Königreich.

Die GNVQs stellten eine Alternative zu den GCSE dar und wurden hauptsächlich von 16 bis 19 jährigen SchülerInnen absolviert. Sie sollten Wissen, Fähigkeiten und Verständnis in breiten beruflichen Bereichen vermitteln. Sie konnten zu Beschäftigung, weiterführender oder höherer Bildung führen. Mittlerweile wurden sie durch neue, jedoch ähnliche Prüfungen ersetzt. Diese werden von den Prüfungsausschüssen Oxford, Cambridge und RSA abgenommen. 



Hochschulbildung


Die Hochschulbildung ist im Vereinigten Königreich, so wie auch bei uns in Deutschland, freiwillig. Es gibt jedoch Mindestanforderungen, die erfüllt werden müssen. Den SchülerInnen stehen zur Auswahl:


  • Universitäten
  • Hochschulen
  • Institute für höhere Bildung


Die Höhe der Gebühren kann von den Einrichtungen frei festgelegt werden. Trotz Stipendien und Studiendarlehen ist ein Studium aber immer noch recht teuer.  


Im Gegensatz zu Deutschland müssen die Bewerbungen nicht an die Einrichtung direkt, sondern an den "Universities and Colleges Admissions Service" (UCAS) geschickt werden. Die Entscheidung darüber, welche der BewerberInnen zugelassen werden, liegt jedoch bei den Einrichtungen selbst. 

Der "Universities and Colleges Admissions Service" (UCAS) ist die zentrale Stelle für die Zulassung zum Studium. 

Seit 1971 können sich Erwachsene, die in der Schule kein Abitur gemacht haben, an der offenen Universität einschreiben. Für die Einschreibung gibt es keine akademischen Voraussetzungen, denn das Ziel dieser Universität ist es, die Bildungschancen für alle zu erweitern.


Hochschulförderung


Universitäten werden auf verschiedene Arten finanziert:

  • Gelder vom Staat
  • Vereinbarungen mit Industrieunternehmen, die zur Finanzierung beitragen
  • Gelder von Stiftungen oder Privatpersonen


Oxbridge


Die bekanntesten Universitäten mit der längsten Tradition sind Oxford und Cambridge

Oxford ist die älteste Universität in der englischsprachigen Welt (es gibt kein genaues Gründungsdatum, aber bereits in 1096 wurde dort gelehrt). 


Abb. 1: University Oxford

Quelle via Wikimedia Commons


Das Jahr 1209 wird im Allgemeinen als der Beginn der Universität in Cambridge angesehen. 


University Cambridge
Quelle: Wikimedia Commons

 


Sowohl Cambridge als auch Oxford genießen einen weltweiten Ruf für ihre herausragenden akademischen Leistungen. 



Aktuelle Schulprobleme

  • Zunehmendes Schule schwänzen
  • Störende Verhaltensweisen
  • Mobbing (auch außerhalb der Schule)


Um gegen das schwänzen des Unterrichts vorzugehen vergeben einige lokale Behörden den SchülerInnen, die während der Unterrichtszeit die Schule verlassen dürfen, einen eigenen Ausweis. Dieser beinhaltet den Namen des Kindes, die Schule, die Klasse und den Grund für die Abwesenheit. Wer einen Schüler oder eine Schülerin ohne Ausweis außerhalb der Schule sieht ist dazu angehalten, die Polizei zu rufen oder die Schule zu informieren. 


Auch die Sicherheitsmaßnahmen in der Schule wurden auf Grund eines Massakers seit 1996 verstärkt.  Die Zunahme des aggressiven Verhaltens der SchülerInnen ist jedoch nicht nur ein Problem der Schule, sondern ein allgemeines Problem unserer heutigen Gesellschaft.



Education in the UK - das Wichtigste auf einen Blick

  • Lange Zeit gab es im Vereinigten Königreich keine staatlichen Schulen - dadurch war die Bildung sehr teuer und galt als Privileg für die Oberschicht
  • Das größte Problem hinsichtlich der Bildung für alle lag in der Finanzierung, daher fing die Regierung an die Organisationen mit öffentlichen Geldern zu unterstützen
    • Die Kontrolle der richtigen Verwendung der Gelder stellte den Beginn des Bildungsministeriums dar
  • Der Elementary Education Act wurde 1870 verabschiedet
  • Seit 1891 ist die Grundschuldbildung kostenlos für alle
  • Der Unterricht in Vollzeit ist verpflichtend für alle Kinder zwischen 5 und 16 Jahren (in Nordirland ab 4 Jahren)
  • Im Vereinigten Königreich werden Lehrkräfte nicht verbeamtet
  • Es existieren staatliche und öffentliche Schulen
  • Der Education Act wurde 1944 verabschiedet 
  • Erst seit 1986 gibt es einen nationalen Lehrplan
  • Das Schuljahr ist in drei Abschnitte gegliedert
  •  Der Schultag dauert für die SchülerInnen von 9 Uhr bis 15 oder 16 Uhr
  • Die GCE-A-Levels befähigen zum Besuch an einer Hochschule oder Universität
  • GNVQs galten als Abschlusszeugnis der beruflichen Bildung, wurden jedoch mittlerweile durch ähnliche Prüfungen ersetzt
  • Die Hochschulbildung kann an Universitäten, Hochschulen oder Instituten für höhere Bildung absolviert werden und ist freiwillig
  • Oxford und Cambridge sind die bekanntesten Universitäten des Vereinigten Königreichs
  • Aktuelle Probleme in der Schule beziehen sich hauptsächlich auf das Schwänzen des Unterrichts, störende Verhaltensweisen und Mobbing



Häufig gestellte Fragen zum Thema Education System UK

In Großbritannien gibt es staatliche Schulen, die finanziell vom Staat unterstützt werden, oder öffentliche Schulen.

Das Abitur in England nennt man A-Levels.

Der Schulalltag beginnt morgens um 9 Uhr. Für gewöhnlich startet der Schultag mit einer Versammlung und Gebeten. Zwischen 15 und 16 Uhr können die Schüler*innen dann für gewöhnlich nach Hause gehen. 

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