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Hungersnot Irland

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Hungersnot Irland

Die große Hungersnot in Irland ereignete sich von 1845 bis 1852. Auslöser dafür waren zahlreiche Missernten von Kartoffeln, die von einer neuen Kartoffelfäule befallen wurden. Bei der Kartoffelfäule handelt es sich um eine Art von parasitärem Pilz, also einem Pilz, der den Pflanzen und Gewächsen schadet.

Die Große Hungersnot in Irland Zusammenfassung

The Great Famine (deutsch: "die Große Hungersnot") in Irland 1845 hinterließ schwerwiegende Folgen und ging damit in die irische Geschichte ein. Doch wie kam es zu dieser Zeit des Hungerns und der Krankheiten?

Geschichte der Hungersnot in Irland

Seit 1541 stand Irland unter der Herrschaft der britischen Krone und Großbritannien war dementsprechend auch für die Gesetze und Organisation in Irland zuständig. In Irland benutzte man das System der Grundherrschaft. Das bedeutet, dass die Grundstücke sogenannten Großgrundbesitzer*innen gehörten, die es an kleine Bauer*innen verpachteten bzw. vermieteten. Im Gegenzug dafür gaben irische Bauer*innen ihnen zum Beispiel einen Teil ihrer Ernte ab. Die meisten Großgrundbesitzer*innen kamen aus England und forderten extrem hohe Abgaben.

1845 lebte rund 70% der Bevölkerung Irlands von der landwirtschaftlichen Arbeit, weshalb das verfügbare Pachtland immer weniger wurde. Die irischen Bauer*innen wären rechtlich gesehen in der Lage dazu gewesen, Land zu besitzen, aber sie hatten dafür nicht das nötige Geld. Zudem gab es auch keine anderen Berufe für die Bewohner*innen Irlands, da die Politik Englands keine Industrie zuließ.

Das Problem wurde noch durch die extrem schnell wachsende Bevölkerung in Irland verschlimmert: im Jahre 1760 waren es noch rund 1.5 Millionen Einwohner*innen, wohingegen diese Zahl im Jahre 1841 auf rund 8,1 Millionen anstieg. Mögliche Gründe für das schnelle Bevölkerungswachstum in Irland waren das frühe Heiraten und die Wichtigkeit, früh und viele Kinder zu bekommen, damit sie auch auf dem Feld aushelfen konnten.

Kartoffelernte

Die irischen Bauer*innen bepflanzten ihre Felder mit Getreide und Kartoffeln. Dabei diente Getreide sowie Vieh als Abgaben an den/die Großgrundbesitzer*in, sodass sie für sich selbst nicht mehr viel übrig hatten.

Die Kartoffel wurde sehr beliebt und galt irgendwann als das Grundnahrungsmittel der Iren und Irinnen, weil sie schnell, billig und einfach angebaut werden kann. Durch ihren sättigenden Charakter konnte sich eine Großfamilie bereits mit einem kleinen Feld an Kartoffeln versorgen.

Das ständige Bepflanzen der Felder mit den gleichen Pflanzen (= Monokultur) bringt viele Probleme mit sich. Felder brauchen normalerweise Erholungszeit. Das heißt, dass man für eine gewisse Zeit gar keine Pflanzen sät. Durch diese monokulturelle Bepflanzung, die in Irland stattfand, konnten sich allerdings Parasiten an die Bedingungen gewöhnen und den Boden verseuchen.

Abgesehen davon, führte der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im Jahr 1815 weltweit zu niedrigen Temperaturen und starken Regenfällen. Die optimalen Bedingungen für die Kartoffel waren nicht mehr gegeben, da der Regen den trockenen und sandigen Boden in Irland wegschwemmte. Das waren jedoch die optimalen Bedingungen für die Verbreitung des Pilzes, der besonders gut bei einem feucht-kalten Klima gedeiht und sich nach und nach ausbreitete.

Der Vulkan Tambora liegt auf der indonesischen Insel Sumbawa und gehört zu den aktiven Vulkanen. Durch den großen Ausbruch im Jahr 1815 wurde das "Jahr ohne Sommer" im darauf folgenden Jahr in Europa und Nordamerika ausgelöst. Dieses Jahr wurde so genannt, weil es extrem kalt war.

Der Pilz befiel allerdings nicht jede Art der Kartoffel. Zur Zeit der Hungersnot in Irland 1845 baute man in Irland jedoch genau zwei Kartoffelsorten an, die nicht gegen die Krankheit immun waren und dadurch verfaulten.

Hungersnot Irland Ursachen

The Great Famine hatte viele Ursachen. Denn neben den biologischen Aspekten, also wie sich der Pilz überhaupt verbreiten konnte, ist auch die Politik zu der damaligen Zeit Schuld. Die Kartoffelfäule trat in dieser Art das erste Mal im Jahre 1842 in Nordamerika auf, wo sie fast die gesamte Ernte verfaulen ließ. Von dort aus verteilte sich der Pilz in Irland und auch in anderen Ländern Europas, zum Beispiel in:

  • Frankreich
  • England
  • Belgien
  • den Niederlanden

Hungersnot in Irland 1845 Politik

Obwohl klar war, dass man in Irland etwas unternehmen musste, um die Katastrophe zumindest halbwegs abzuwenden, ergriff die englische Regierung nahezu keine Maßnahmen. Dieses Prinzip heißt Laissez-Faire-Politik.

Die Laissez-Faire-Politik ist eine Form des Liberalismus, die wiederum eine freiheitsorientierte politische Einstellung darstellt. Dabei gehen die Politiker*innen davon aus, dass man der Wirtschaft am besten helfen kann, indem der Staat nicht eingreift. Der Grundgedanke ist, dass sich alles von selbst richten wird.

Hätten die Engländer*innen den Export von Getreide und den erzeugten Lebensmitteln in Irland verboten, wären die Folgen der großen Hungersnot in Irland nicht so gravierend gewesen. Aus diesem Grund haben andere Länder das Verkaufen der Ware ins Ausland kurzzeitig verboten, damit das hungernde Volk noch genug Nahrung hatte.

Große Empörung brach im irischen Volk aus, als man herausfand, dass der größte Teil der Lebensmittel aus Irland nach England geliefert wurde. Im weiteren Verlauf der Geschichte schaffte die englische Regierung jegliche Form an Unterstützung für die Iren und Irinnen zunächst ab. Folglich spielte England eine große Rolle während des Great Famine in Irland 1845.

Möchtest du wissen, welche weiteren Einflüsse das Vereinigte Königreich auf Länder weltweit hatte? Dann schau dir den Beitrag British Empire oder Commonwealth an!

The Great Famine im weiteren Verlauf der Geschichte

1846 musste man nicht nur auf die Kartoffelernte verzichten. Die Weizen- und Haferernten fielen aufgrund des schlechten Wetters in Irland ebenfalls aus. Die Armut und das Hungersterben verschlimmerten sich, da die irischen Bauer*innen, die ihre Ernten nicht abgeben konnten, auf die Straße gesetzt worden sind.

Für Obdachlose waren sogenannte Armenhäuser in Irland die einzige Art von staatlicher Unterstützung. Dort konnten sie wohnen und erhielten Nahrung erhalten. Mit der Zeit gab es immer mehr Menschen, die auf engem Raum leben mussten, wodurch sich die hygienischen Umstände verschärften. Tödliche Seuchen wie Typhus brachen aus.

Bei Typhus handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch die Bakterienart Salmonellen ausgelöst wird. Diese Bakterien findet man manchmal in rohen Eiern oder in anderen verseuchten Lebensmitteln und Trinkwasser vor. Eine Beschwerde von Typhus ist unter anderem Durchfall.

Die Opferzahlen in Irland stiegen weiter an, als im Jahr 1847 auf einmal starke Schneefälle die obdachlosen Iren und Irinnen erfrieren ließen und große Teile der Bevölkerung so geschwächt waren, dass sie nicht mehr arbeiten konnte. Der englische Premierminister Russell geriet durch die hohen Todeszahlen in Irland unter Druck, weshalb er die Suppenküchen einrichtete. Diese Hilfe wurde durch Kredite und Spenden auf der ganzen Welt finanziert, was letztendlich drei Millionen Iren und Irinnen mit Essen versorgte.

Suppenküchen sind öffentliche Einrichtungen, die Essen an bedürftige Leute gratis oder vergünstigt ausgeben.

Ende der Hungersnot in Irland

The Great Famine in Irland wurde von der englischen Regierung im September 1847 als besiegt erklärt, weshalb die Suppenküchen nicht mehr vom Staat finanziert wurden und daraufhin schlossen. Später häufte sich die Zahl der Toten in Irland jedoch wieder, da in den darauf folgenden Jahren die Kartoffelernten erneut wegfielen.

Das offizielle Ende der Hungersnot wurde im Jahr 1849 erklärt, aber die Armut und der Hunger blieben. Trotz allem lagen in den späteren Jahren bis 1852 immer noch Stapel von Hungertoten auf den Straßen Irlands. In diesem Jahr begannen sich die Felder langsam zu erholen und Kartoffeln konnten wieder von irischen Landwirt*innen geerntet werden, sodass die Hungersnot in Irland eigentlich erst 1852 zu Ende ging.

Große Hungersnot in Irland Folgen

The Great Famine in Irland hinterließ massive Spuren und prägt die irische Kultur und die Iren und Irinnen bis heute. Das historische Ereignis wird auch oft in Liedern oder Geschichten als Motiv aufgegriffen, wie in dem Lied "Thousands are Sailing" der irischen Folk-Punk-Band "The Pogues". Dort thematisieren sie die zahlreichen Auswanderungen der irischen Bevölkerung in andere Länder.

Weitere Folgen siehst du hier:

  • Etwa 2 Millionen Iren und Irinnen sind z. B. nach Kanada, England, Australien und in die USA geflüchtet
  • Jährlich flüchteten immer mehr Iren und Irinnen nach der Hungersnot aufgrund von schlechten Lebensbedingungen
  • Die Sprache Irlands, also Gälisch, geriet in Vergessenheit
  • Hass gegen die englische Regierung verstärkte sich in Irland
  • Zunehmende Anzahl an Waisenkindern und Prostituierten
  • Widerstandsbewegungen zur Unabhängigkeit Irlands von England formten sich, z. B. Osteraufstand

Wenn du mehr über den Osteraufstand und seine Ziele erfahren möchtest, lese dir doch gerne die Zusammenfassung Osteraufstand durch.

Irland Hungersnot 1845 Tote

Man schätzt, dass über eine Million Iren und Irinnen an Hunger und weiteren Faktoren, wie Krankheiten, starben. Dadurch ist die Bevölkerung in Irland, die laut Prognosen eigentlich auf 9 Millionen ansteigen sollte, durch die Opfer und Auswanderer*innen auf rund 6,5 Millionen Einwohner*innen geschrumpft in dieser Zeit.

Doch nach der Großen Hungersnot in Irland 1845 hörten die Todesfälle nicht auf. Denn auf den Schiffen, die die Auswandernden in ihr neues Heimatland transportierten, trieben sich zahlreiche Seuchen herum und viele Iren und Irinnen starben. Dadurch kamen viele nie an ihren Zielort an.

Heutzutage leben fast 5 Millionen Menschen aus etwa 160 verschiedenen Nationalitäten im kulturell diversen Irland. Mittlerweile ist Irland nicht nur für die Hungersnot, sondern auch für traditionelle Musik und Stepptänze oder für den irischen Feiertag Saint Patrick's Day bekannt.

Falls du mehr über die irische Kultur wissen willst, kannst du dir gerne die Artikel Irland Kultur, St. Patricks Day oder Irische Musik ansehen!

Hungersnot Irland - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Große Hungersnot in Irland ist auch unter dem Namen The Great Famine bekannt und ereignete sich von 1845 bis 1852 bzw. 1849
  • Rund eine Million Iren und Irinnen sind in der Zeit gestorben
  • Verursacher der Hungersnot: Vulkanausbruch Tambora in Indonesien, schlechte Wetterbedingungen, Kartoffelfäule
  • Monokultureller Anbau der Kartoffeln führte zur Ausbreitung des parasitärem Pilzes
  • Laissez-Faire-Politik verstärkte negativen Effekt; englische Regierung kümmerte sich kaum um das Problem

Häufig gestellte Fragen zum Thema Hungersnot Irland

Die Große Hungersnot in Irland begann 1845 und endete offiziell im Jahr 1849, aber es lagen bis zum Jahre 1852 immer noch zahlreiche Hungertote auf den Straßen.

Die Große Hungersnot endete im Jahre 1852 damit, dass die Kartoffelernte und die Felder sich wieder erholten und die Menschen wieder Kartoffeln ernten konnten.

Bei der Großen Hungersnot in Irland starben rund mehr als eine Millionen Einwohner*innen und rund 2 Millionen Menschen sind ausgewandert.

Die Hungersnot in Irland war im ganzen Land. Jeder war in Irland von der Hungersnot betroffen. Die Kartoffelfäule breitete sich auch in andere europäische Länder, wie Frankreich, England, den Niederlanden und Belgien aus.

Finales Hungersnot Irland Quiz

Frage

Wie groß war der Anteil der irischen Bevölkerung, der 1845 in der Landwirtschaft tätig war?

Antwort anzeigen

Antwort

Rund 70% der irischen Bevölkerung war 1845 in der Landwirtschaft tätig.

Frage anzeigen

Frage

Wann ereignete sich die große Hungersnot in Irland?

Antwort anzeigen

Antwort

Die große Hungersnot ereignete sich von 1845 bis 1852.

Frage anzeigen

Frage

Was verursachte die große Hungersnot in Irland 1845?

Antwort anzeigen

Antwort

Die große Hungersnot wurde durch die Kartoffelfäule verursacht. Durch einen parasitären Pilz ist die Ernte verfault.

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Armenhaus?

Antwort anzeigen

Antwort

ein Haus für bedürftige Menschen

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Folge der großen Hungersnot in Irland?

Antwort anzeigen

Antwort

die Iren und Irinnen schworen den Engländern ihre Treue

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Menschen sind durch die große Hungersnot in Irland gestorben?

Antwort anzeigen

Antwort

Rund eine Millionen Menschen sind daran gestorben.

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Menschen sind während der großen Hungersnot ausgewandert?

Antwort anzeigen

Antwort

Rund 2 Millionen Menschen sind während der großen Hungersnot ausgewandert.

Frage anzeigen

Frage

In welche Länder sind die meisten Iren und Irinnen während der großen Hungersnot ausgewandert?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Kanada
  • England
  • Australien
  • USA
Frage anzeigen

Frage

Welches der folgenden Begriffe beschreibt eine Krankheit?

Antwort anzeigen

Antwort

Typhus

Frage anzeigen

Frage

Wie hieß die Politikform, die zur Zeit der großen Hungersnot zum Einsatz kam?

Antwort anzeigen

Antwort

Laissez-Faire Politik

Frage anzeigen

Frage

Warum wurde die Kartoffel das Grundnahrungsmittel der Armen?

Antwort anzeigen

Antwort

  • schnell, einfach und billig anzubauen
  • man brauchte wenig Feld für den Anbau
  • sättigend
Frage anzeigen

Frage

Wie nennt man es, wenn man auf einem Feld immer das Gleiche anbaut?

Antwort anzeigen

Antwort

monokultureller Anbau

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Kartoffelsorten pflanzte die Bevölkerung Irlands zur Zeit der großen Hungersnot?

Antwort anzeigen

Antwort

Zwei Kartoffelsorten wurden angepflanzt.

Frage anzeigen

Frage

Wie groß war die Bevölkerung Irlands im Jahre 1841?

Antwort anzeigen

Antwort

Irland hatte eine Bevölkerung von rund 8,1 Millionen Einwohner*innen im Jahre 1841.

Frage anzeigen

Frage

Aus welchem Land stammen die Großgrundbesitzer*innen in Irland?

Antwort anzeigen

Antwort

England

Frage anzeigen
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