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Brexit

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Brexit

Großbritannien ist nicht mehr Teil der Europäischen Union: Die Entscheidung zum EU-Austritt kam durch eine Volksabstimmung am 23. Juni 2016 zustande. Die Nachricht traf viele überraschend und schockierte. Wie kam es dazu? Und wie ist der Brexit dann wirklich umgesetzt worden?

Brexit: Definition

Das Wort "Brexit" setzt sich aus den Wörtern British und Exit zusammen. Übersetzt ins Deutsche heißt es "britischer Austritt".

Der Brexit meint den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Das Brexit-Austrittsdatum war der 1. Februar 2020. Seitdem gehört das Vereinigte Königreich nicht mehr zur EU.

Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Mitgliedstaat die EU verlassen hat. Durch den Brexit mussten viele wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen neu mit der EU verhandelt werden. Über einige dieser Punkte wird auch noch aktuell diskutiert.

Die Europäische Union, auch "EU" abgekürzt, und gründete sich als Friedensprojekt mit einer einheitlichen Währung, einheitlichen Regelungen, viel Zusammenarbeit und Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen. 27 Staaten gehören aktuell der EU an. 1972 trat das Vereinigte Königreich, das sich aus den Ländern England, Schottland, Wales und Nordirland zusammensetzt, der Europäischen Union bei.

Brexit-Ursachen

Viele Faktoren führten zu wachsenden Zweifeln bei der britischen Bevölkerung, ob die Europäische Union dem Vereinigten Königreich auf Dauer schaden könnte. Die Idee für eine Abstimmung zum Brexit wurde bereits 2013 angekündigt. Dir werden hier, einige Gründe für den Wusch aus der EU auszutreten, genannt:

Nationalistische Parteien

Einige Briten und Britinnen sind noch besonders stolz auf das ehemalige British Empire und all seine Errungenschaften. Durch die Unterordnungspflicht des Vereinigten Königreichs an gemeinsame EU-Regeln kam es immer wieder zu Interessenkonflikten und dem Wunsch nach Unabhängigkeit sowie Souveränität.

Wenn Du mehr zum Thema erfahren möchtest, schau Dir die Erklärung "British Empire" und ein Beispiel für britischen Kolonialismus unter "Colonialism in South Africa" an.

Parteien, die für den Brexit warben, waren besonders die Conservative Party (umgangssprachlich = Tories) sowie die UK Independence Party (Anti-EU-Partei UKIP). Diese versprachen den britischen Bürger*innen, durch den EU-Austritt, das Vereinigte Königreich wieder zu wahrem Reichtum verhelfen zu können. Beide Parteien erhielten immer mehr Zuwachs und Wähler*innenstimmen.

Wenn Du mehr über die britischen Parteien und deren Politik im Allgemeinen wissen willst, schau Dir gerne die Erklärung "Politisches System Großbritannien" und "Parteien England" an.

Angst vor Zuwanderung

Einige Briten und Britinnen hatten die Sorge, dass die zu vielen "Ausländer*innen" ihnen z. B. die Arbeitsplätze wegnehmen könnten und sich mit ihren anders kulturellen Normen nicht integrieren würden. Diese Debatte gelangte an ihren Höhepunkt, als Bilder der Flüchtlingskrise 2015 ein Jahr vor dem Volksentscheid durch die Medien gingen. Dadurch wurde die Angst vor einer "Lawine der Überfremdung" noch angeheizt.

Dann gab es aber auch direkt wegen der EU-Flüchtlingspolitik Beschwerden, welche zu EU-Austrittsforderungen führten. Es wurde insgesamt angeprangert, es seien zu viele Personen in die EU aufgenommen worden. Die EU hätte aber gar nicht die menschenwürdigen Ressourcen und organisatorischen Mittel zur Verfügung. So ein "Versagen" der EU-Politik wollten die Brexit-Befürworter nicht noch ein Mal erleben.

Fischfang

Der Fischfang in Großbritannien ist bedeutsam für die Wirtschaft sowie für die Herstellung des britischen Nationalgerichts Fish and Chips. Doch seit dem Beschluss der EU-Fangquoten läuft das Geschäft für die britischen Fischer*innen und Händler*innen immer schlechter und der Fisch-Ertrag sinkt.

Unter einer Fangquote versteht man eine festgelegte Menge an Wassertieren (Fischen, u. a.), die in einem festgesetzten Gebiet während eines Zeitraumes gefangen werden dürfen. Dies ist wichtig, um die Fischbestände zu erhalten und Nachhaltigkeit zu garantieren. Durch die gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der Europäischen Union werden Gemeinschaftsquoten nach einem festen Schlüssel auf die EU-Mitgliedstaaten aufgeteilt. So sollen allen Mitgliedstaaten gleiche Anteile an den maximal zulässigen Fangmengen zukommen.

Es heißt zwar, dass die Gewässer gleichberechtigt genutzt werden, jedoch fangen die EU-Fischereiflotten die Hälfte ihres Fisch-Ertrages in britischen Gewässern. Dabei fällt der Anteil des Vereinigten Königreiches am EU-Fischfang lediglich klein aus. Das heißt, die britischen Fischer können nicht mehr richtig in ihren eigenen Landesgewässern fischen und verdienen immer weniger. Dies ist einer der Ursachen für die Unzufriedenheit mit der EU. Großbritannien wollte mit dem Brexit wieder Kontrolle über seine Gewässer zurückerlangen und selbst über den Zugang seiner Gewässer bestimmen.

Brexit Austrittsdatum & Wahlergebnisse

In einem Referendum (Volksentscheid) am 23. Juni 2016 wurden die britischen Staatsbürger*innen dazu aufgerufen, abzustimmen, ob sie weiterhin in der Europäischen Union (EU) bleiben wollen oder nicht.

Bei einem Volksentscheid können wahlberechtigte Personen direkt über ein politisches Thema auf Landesebene abstimmen.

Mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent entschied sich das britische Volk für einen Austritt aus der Europäischen Union. 48,1 Prozent stimmten dagegen. Insgesamt beteiligten sich 72,2 Prozent der britischen Bevölkerung.

Um die Ergebnisse des Referendums besser verstehen zu können, kannst Du Dir die folgenden Auswertungen und Faktoren zum Brexit ansehen:

Brexit: England

Das Brexit-Wahlverhalten zeigte unter anderem auch regionale Spaltungen auf. Die Ergebnisse fielen in den einzelnen Länderteilen ziemlich unterschiedlich aus, und die Entscheidungen waren oft sehr knapp.

  • England und Wales stimmten für den Brexit
  • Grund sind u. a. sozial-ökonomische Faktoren:
    • ländlich/deindustrialisierte Gebiete mit hoher Erwerbslosigkeit stimmten eher für den Brexit
    • nur in wirtschaftlich besser gestellten Gegenden wie z. B. London, stimmten Bürger*innen gegen den Brexit

Brexit: Schottland

Seit der Wahl 2011 und dem Einzug der Schottischen Nationalpartei (SNP) wurden immer mehr Stimmen lauter, welche die Unabhängigkeit vom Königreich Großbritannien forderten.

Wusstest Du, dass Schottland und England lange eigene, voneinander unabhängige Königreiche waren? Über mehrere Jahrhunderte kam es viel zu Konflikten zwischen den beiden Königreichen bis zu dem Zeitpunkt, als der Act of Union ("Vereinigungsgesetz") 1707 beschlossen wurde. Durch dieses Vereinigungsgesetz wurden die Parlamente von London und Edinburgh zum Königreich Großbritannien zusammengeführt. Erfahre mehr dazu in der Erklärung "Rivalry between Scotland and England".

  • Am 18. September 2014 stimmten die schottischen Bürger*innen ab, ob Schottland ein unabhängiger Staat werden sollte. 55 Prozent der Wähler*innen stimmten für den Verbleib im Vereinigten Königreich.
  • 23. Juni 2016 Brexit-Referendum: die schottische Mehrheit stimtte mit 62 Prozent für den Verbleib in der EU. Schottland muss sich dem Mehrheitsentscheid des Vereinigten Königreichs unterordnen.
  • Am 6. Oktober 2019 fand in Edinburgh Massendemonstrationen für die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien statt.
  • Der Antrag auf ein neues Unabhängigkeits-Referendum wurde am 14. Januar 2020 vom britischen Premierminister Boris Johnson abgelehnt.

Brexit: Nordirland und Irland

Nordirlands stimmte mit rund 56 Prozent für den Verbleib in der EU.

Um Nordirlands und Irlands Rolle beim Brexit verstehen zu können, ist es von Vorteil für Dich zunächst einige historische Hintergründe zu erfahren.

Die Insel "Irland" ist seit 1922 in zwei Teile gespalten:

  • Irischer Freistaat (ab 1949: Republik Irland)
  • Nordirland

Vor dem Brexit gehörten beide Teile Irlands der EU an. Zu Großbritannien gehörte die Republik Irland jedoch schon seit 1922 nicht mehr. Wie die Spaltung Irlands genau abgelaufen ist und welche innerpolitischen Konflikte es gab, erfährst Du in den Erklärungen "Irland", "Nordirlandkonflikt" und "Karfreitagsabkommen".

Hier siehst Du genau aufgeteilt, welches Land nach dem Brexitentscheid welchen Bündnissen angehört:

Irland

Nordirland

EU angehörig

durch Brexit aus der EU ausgetreten

gehört nicht zu Großbritannien

gehört zu Großbritannien

  • Grenze zwischen Irland und Nordirland wurde durch den Brexit zur EU-Außengrenze
  • neue Verhandlungen zwischen Irland und Nordirland, z.B. Personen- / Warenverkehr, Zölle, etc.
  • Für die Verhinderung einer "harten Grenze" (Zölle, Passkontrollen) Backstop (Du erfährst unten mehr.)

Wahlbeteiligung nach Alter

Welchen Einfluss hatte das Alter der Wähler*innen auf ihr Wahlverhalten? Wirfst Du einen Blick auf die prozentualen Werte, kann Dir ein deutlicher Unterschied zwischen der jüngeren und der älteren Generation auffallen:

Altersgruppe

Prozentuale Stimmen für den Brexit

18 - 24

23 %

25 - 49

40 %

50 - 64

53 %

65+

59 %

Du kannst in der Statistik erkennen...

  • Je älter eine wahlberechtigte Person war, desto eher stimmte sie für den Brexit.
  • Jeder Dritte 18- bis 24-Jährige stimmte für den Verbleib in der EU.
  • Die 50- bis 65+ -Jährigen stimmten mit einer deutlichen Mehrheit für den Brexit.
  • Insgesamt nahmen mehr Menschen der älteren Generation als Jüngere an der Brexit-Abstimmung teil.

Somit hat die ältere Generation den Brexit beschlossen und die Jüngeren ihre Chance vertan.

Brexit: Verhandlungen

Was waren die zentralen Punkte der Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich?

Brexit Deal

Der Brexit Deal regelte den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU. Zunächst wurde das Brexit-Austrittsdatum auf den 29.03.2019 festgelegt. Aufgrund von Verhandlungen und Aufschüben, folgte der tatsächliche Brexit dann erst am 1. Mai 2021. Der Austritt musste innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Dir wird nun erklärt, was das Austrittsabkommen für Punkte enthält. Verhandelt wurde über Warenhandel, Arbeitsrecht, Kapitalmarkt, freie Niederlassung und vieles mehr.

Austrittsabkommen – Withdrawal Agreement

Das Austrittsabkommen The Withdrawal Agreement (übersetzt: Rückzugsvereinbarung) trat am 1. Februar 2020 in Kraft, nachdem es am 17. Oktober 2019 zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich vereinbart worden war. Es legt Regeln für einen geordneten Brexit fest sowie Vereinbarungen für Wirtschaft und Handel. Es umfasst mit dem "Backstop" auch ein "Protokoll zu Irland und Nordirland". Das Withdrawal Agreement galt für die Übergangsperiode bis zum entgültigen Brexit-Austrittsdatum 1. Mai 2021.

Backstop

Ein Knackpunkt des Withdrawal Agreements (WA) war, dass die EU forderte, es dürfe keine "harte" Grenze auf der Insel zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland geben. Daher wurde die Regelung einer "weichen" Grenze in einem Teil des WA unter dem Stichwort Backstop (Auffangmechanismus, Absicherung) festgelegt. Der Backstop sah vor, dass Großbritannien so lange Mitglied der EU-Zollunion bleibt, bis eine andere Lösung gefunden ist. Die Regelung galt daher auch nur für die Übergangszeit bis zum Brexit-Austrittsdatum 1. Mai 2021. Der irische Backstop gehörte mit zur größten Hürde bei den Brexit-Verhandlungen.

Backstop gestrichen – aktuell

Wie wurde der Backstop des "Protokolls zu Irland und Nordirland" umgesetzt? Wurde er überhaupt realisiert?

Theresa May scheiterte mit ihrem Backstop-Plan im Parlament in London mehrfach und kündigte dann ihren Rücktritt an. Der Backstop hatte vorgesehen, dass das Vereinigte Königreich in Binnenmarkt und Zollunion bleibt. Am 1. Januar 2021 verließ Großbritannien jedoch schließlich den EU-Binnenmarkt sowie die Zollunion.

Bereits am 17. Oktober 2019 wurde dann ein verändertes Brexit-Abkommen durch Boris Johnson vorgestellt, welches u.a. den Backstop nicht mehr enthielt. Die Änderung sah nun vor, für die EU bestimmte Güter, schon in Großbritannien zu verzollen und zu kontrollieren. Zudem trat an dessen Stelle eine nur für Nordirland gültige Sonder-Regelung, die auch trotz des EU-Austritts Großbritanniens weiter gilt.

  • Nordirland bleibt im EU-Binnenmarkt integriert. Großbritannien nicht. Der Warenverkehr von Großbritannien nach Nordirland soll Grenz-Kontrollen unterworfen sein.

Wie Du siehst, soll weiterhin sichergestellt werden, dass keine "harte" Grenze entsteht. Somit gelten EU-Regeln in gesamt Irland weiter. Stattdessen gibt es nun zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs Zollkontrollen.

Warum lehnten die britische Regierung den Backstop und damit den Verbleib in der Zollunion ab?

Großbritannien befürchtet so, ewig an die EU gebunden zu sein und keine eigenen Handelsabkommen mit Drittländern wie etwa den USA, China oder Kanada abschließen zu können. Der Backstop kann nicht einseitig aufgekündigt werden. Großbritannien hätte am liebsten das Beste aus beiden Welten: Verträge mit Drittländern, aber auch eine Zollunion mit der EU.

Warum bestand die EU auf den Backstop?

Die EU befürchtete einen ungerechten Wettbewerb. Durch einen "harten" Brexit und dem Verlassen der Zollunion könnte Großbritannien Waren nach Lust und Laune in die EU bringen, ohne Mindeststandards beachten oder Zölle zahlen zu müssen. Dies würde zu einem britischen Wettbewerbsvorteil gegenüber den EU-Ländern führen.

2. Februar 2022 - Streit um Brexit-Sonderregeln für Nordirland

Der Nordirischer Agrarminister Edwin Poots (seit Januar 2020 im Amt) ordnete an, dass Nordirland die Zollkontrolle von Waren einstellen wird. Begründet wird das nordirische Handeln: Die Versorgung Nordirlands würde unter den Grenz-Kontrollen zu Großbritannien leiden. Und tatsächlich kommt es durch die Zollkontrollen oft zu Problemen und wirtschaftlichen Belastung gesamt Irlands. Viele Nordiren prangern an, dass sie sich durch die Grenz-Kontrollen abgespalten fühlen von Großbritannien.

Die Republik Irland kritisiert dagegen das Vorgehen Nordirlands. Sie meinen, die Verhandlungen mit der EU seien nun gefährdet und der Brexit-Vertrag werde gebrochen. Die nordirische Regierung beharrt jedoch darauf, dass das was sie tun legal sei. Die Sorge besteht, dass der "Nordirland-Konflikt" wieder entfacht.

Britische Premierminister während Brexit

Zwischen dem Brexit-Referendum am 23. Juni 2016 und dem entgültigen Verlassen der EU am 1. Februar 2020 gab es drei verschiedene Premierminister. Weshalb zwei davon zurück traten, erfährst Du hier:

David Cameron

David Cameron war damaliger Parteivorsitzender der "Konservativen Partei" und Premierminister Großbritanniens (2010-2016). Er kritisierte EU-Reglungen und kündigte Neuverhandlungen der britischen EU-Verträge mit anschließendem Volksentscheid zur Frage des Verbleibs Großbritanniens in der EU an. Cameron betonte jedoch auch die durch einen EU-Austritt entstehenden gravierenden Konsequenzen für Großbritannien. Er hoffte, dass es nicht dazu kommen würde. Nach dem Brexit-Referendum und dem damit beschlossenen Austritt aus der EU, trat David Cameron im Oktober 2016 zurück.

Theresa May

Am 13. Juli 2016 wird Theresa May (2016-2019) Nachfolgerin und zur neuen Premierministerin ernannt. Die ursprüngliche Brexit-Gegnerin musste nun die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung umsetzen. Im März 2017 reichte Theresa May einen Antrag zum EU-Austritt beim EU-Ratspräsident Donald Tusk ein. Der Austritt musste nun innerhalb der folgenden zwei Jahre durchgezogen werden. In den langwierigen Verhandlungen bemühte sie sich vergeblich um Zugeständnisse der EU. Nachdem Mays ausgehandeltes Brexit-Abkommen (Withdrawal Agreement mit Backstop) in London dreimal gescheitert war, trat sie als Premierministerin und Chefin der "Konservativen Partei" am 24. Juli 2019 zurück.

Boris Johnson: Brexit

Das Parlament wählte am 24. Juli 2019 den Brexit-Hardliner Boris Johnson als neuen Premierminister ins Amt. Er ist Politiker der "Konservativen Partei" und versprach den Brexit so schnell wie möglich, und zwar unter allen Umständen (do or die), umzusetzen. Er schaffte dies jedoch nicht ganz so schnell wie gewollt und so wurde auch unter ihm das Austrittsdatum verschoben. 2019 mit einem neuen Entwurf für ein Austrittsabkommen hatte Johnson dann Erfolg und erlangte Zustimmung aus London sowie der EU. Somit verließ das Vereinigte Königreich unter Boris Johnson zum 01. Februar 2020 die Europäische Union.

Brexit: Auswirkungen

Der EU-Austritt hinterlässt immer noch wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie politische Spuren. Du findest hier einige Folgen genannt:

Wirtschaftliche Folgen

Der EU-Austritt hinterlässt immer noch wirtschaftliche Spuren im Vereinigten Königkreich. Viele aus Osteuropa stammende Fachkräfte, darunter auch LKW-Fahrer, verließen mit dem Brexit und aufgrund der strengeren Regeln für "Arbeiter aus EU-Staaten" das Land. Die Folge: Fahrer fehlten, die Tankstellen mit Benzin und Supermärkte mit Essen und Trinken belieferten.

Ein anderer Grund für die leeren Supermarktregale waren aber auch die strengeren Richtlinien für die Einfuhr von Lebensmittel aus der EU. Wer nach Großbritannien liefert und dort verkaufen möchte, muss nun vorher viele Formulare ausfüllen sowie mehr Geld und Zeit aufwenden. Es kam zu häufigen Lieferverzögerungen durch Grenzkontrollen. Aus dieser Warenknappheit heraus, schrumpft das Angebot und der Preis steigt.

Nach dem Brexit wurden auch die Auswirkungen auf den Fischhandel schnell negativ spürbar, da Großbritannien die Hälfte seiner Fischerträge in die EU exportiert.

Politische Folgen

Der Brexit brachte auch einige politische Auswirkungen mit sich: Das Europäische Parlament hat sich durch den EU-Austritt des Vereinigte Königreichs verändert. Es waren zunächst weniger Abgeordnete im Parlament (705 statt 751) und weniger Mitglieder im EU-Ministerrat. Was ist mit diesen frei gewordenen Abgeordneten-Sitzen passiert? 30 Sitze wurden auf andere Länder verteilt: Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande, Irland und weitere Länder entsandten zusätzliche Abgeordneten. Die restlichen 43 Sitze wurden vorerst nicht nachbesetzt.

Trotz dem EU-Austritt möchte das Königreich weiterhin eng mit der EU im Austausch stehen und zusammenarbeiten.

Das Vereinigte Königreich ist nicht mehr Teil des EU-Emissionshandelssystem, bleibt dem Pariser Klima-Abkommen und dem Nicht-Rückschritt beim Klimawandel und Kohlenstoffpreisen aber verpflichtet.

Gesellschaftliche Folgen

Bürger*innen Großbritanniens sowie auch der EU sind von den Brexit-Auswirkungen betroffen. Du findest hier einige Erklärungen zu den neuen Regelungen, an die sich die Bevölkerung nun anpassen muss.

Kein freier Personenverkehr mehr: Für kurze Besuchs- oder Geschäftsreisen brauchen EU-Bürger*innen kein Visum, jedoch wird der Reisepass benötigt. Der Personalausweis reicht nicht mehr aus. Wenn sich EU-Bürger*innen länger als sechs Monate in Großbritannien aufhalten möchten, brauchen sie jedoch ein Visum. EU-Bürger*innen, die im Vereinigten Königreich leben und arbeiten wollen, können unterschiedliche Visa beantragen.

Ein Visum ist eine Erlaubnis zur Einreise in ein bestimmtes Land in einem bestimmten Zeitraum. Es wird als Stempelabdruck im Reisepass abgebildet.

Viele Migranten hatten leere Arbeitsstellen besetzt. Durch den Brexit und dem Verlust ihres Aufenthaltsrechts, verließen diese Großbritannien und es kam zum erhöhten Fachkräftemangel. Ein großes Problem: Berufsqualifikationen werden nicht mehr automatisch anerkannt. Qualifikationen müssen in jedem EU-Mitgliedstaat neu beantragt werden. Dies verlangsamt den Arbeitsmarkt und Bewerbungsprozesse. Auch Staatsangehörige Großbritanniens haben nicht mehr die Freiheit, in der EU zu studieren, zu arbeiten, ein Unternehmen zu gründen oder in der EU zu leben.

Auch der akademische Austausch leidet. Durch die erschwerte Einreise und verschärften Aufenthaltsbedingungen ist die Organisation von Auslandssemestern komplizierter geworden. Bei einem Aufenthalt länger als 6 Monate muss ein Studierendenvisum beantragt werden.

Brexit aktuell

Das neue Handels- und Kooperationsabkommen zwischen Großbritannien und EU beruht nun im Grunde auf einem partnerschaftlichen Freihandelsabkommen, das weder Zölle noch Quoten vorsieht. Gerechte Rahmenbedingungen wurden durch Regeln vereinbart, um so einen fairen Wettbewerb zu garantieren. Dies betrifft Standards im Verbraucherschutz, Arbeitnehmerschutz, Umwelt- und Klimabereich sowie den Bereich der staatlichen Beihilfen. Die Bestimmungen sind seit dem 1. Mai 2021 gültig. Die Verhandlungen nach dem Brexit halten jedoch noch weiter an.

Neue Territorial-Konflikte mit Frankreich

Seit dem Brexit verweigert die britische Regierung den französischen Fischern den Zugang zu ihren ehemaligen Fischereigründen. Dadurch kam und kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen. Seit 2022 sieht der EU-Kommissar jedoch das Ende im Fischerstreit nah. Nach langwierigen Verhandlungen sei es gelungen, die meisten Lizenzen für französische Fischer zum Fang in britischen Gewässern zu erwirken.

Schottisches Unabhängigkeits-Bestreben

Nun hat die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon das ersehnte zweite Referendum bis Ende 2023 angekündigt – notfalls auch ohne Zustimmung der Zentralregierung in London. Dafür wurden schon erste Dokumente veröffentlicht, die dafür werben, dass Schottland außerhalb des Vereinigten Königreichs wirtschaftlich erfolgreicher sein würde. Weitere Informationen zu den Themen Handel, Steuern und Ausgaben, Währung, Verteidigung, Soziales sowie EU-Mitgliedschaft sollen demnächst folgen.

Brexit - Das Wichtigste

  • "Brexit" = Austritt des Vereinigten Königreichs aus Europäischer Union: erfolgte am 1. Mai 2021 endgültig
  • Ursachen: Nationalstolz, Angst vor Überfremdung, unzufriedene Arbeiter (z.B. Fischer)
  • 23. Juni 2016 erfolgte die Volksabstimmung zum Brexit
    • die Mehrheit der Wähler waren ältere Menschen aus ländlichen Gegenden
  • Verhandlungen über EU-Austrittsbedingungen dauerten monatelang
  • britische Premierminister während Brexit: David Cameron, Theresa May, Boris Johnson
  • Schottland: fordert die Unabhängigkeit von Großbritannien und den Verbleib in der EU
  • Irland und Nordirland: Grenzkonflikt, da Irland der EU angehört, aber nicht zu Großbritannien und Nordirland aus der EU durch den Brexit ausgetreten ist, aber zu Großbritannien gehört → Grenze zwischen Irland und Nordirland zur EU-Außengrenze
  • Withdrawal Agreement: Austrittsabkommen für Übergangsperiode bis entgültigen Brexit
    • Backstop: Vermeidung einer "harten" Grenze zwischen Irland und Nordirland durch andauernde britische Mitgliedschaft in der EU-Zollunion
      • Backstop gestrichen: Austritt aus Zollunion → In gesamt Irland gelten nun die EU-Regeln weiter. Stattdessen gibt es nun zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs Zollkontrollen. (D..h.: "weiche Grenze" zwischen Nordirland und dem Vereinigten Königreich mit Zollkontrolle)
  • Brexit-Auswirkungen:
    • belastet die Wirtschaft, Handel
    • beeinträchtigt politische Beziehungen, internationalen Austausch
    • höhere Bürokratie
    • Arbeitskräftemangel
    • kein freier Personenverkehr

Nachweise

  1. lpb-bw.de: Der Brexit. Der EU-Austritt Großbritanniens und seine Folgen. (23.06.2022)
  2. ec.europa.eu: The EU-UK Withdrawal Agreement. (23.06.2022)
  3. ec.europa.eu: Protokoll zu Irland und Nordirland. (23.06.2022)

Häufig gestellte Fragen zum Thema Brexit

Einfach erklärt beschreibt der Brexit den Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union.

"Brexit" setzt sich aus den Wörtern British und Exit zusammen. Es bedeutet übersetzt also so etwas wie "britischer Austritt" bzw. "Großbritannien tritt aus".

Der Brexit hat sowohl wirtschaftliche, politische als auch gesellschaftliche Auswirkungen auf Großbritannien und die EU.

Der Brexit trat am 31. Januar 2020 ein.

Finales Brexit Quiz

Frage

Was ist der Brexit?

Antwort anzeigen

Antwort

der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union 

Frage anzeigen

Frage

In welchem Jahr fand das Brexit-Referendum statt? 

Antwort anzeigen

Antwort

2016 (23. Juni) 

Frage anzeigen

Frage

Welche Ursachen führten zum Brexit?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Nationalstolz 
  • Angst vor Überfremdung
  • Unzufriedenheit mit der Wirtschaft (z.B. Fischerei) 
  • Zuwachs bei Anti-EU-Partei UKIP
Frage anzeigen

Frage

Wie lange hat ein Land Zeit sich auf den EU-Austritt vorzubreiten, nachdem der Antrag gestellt wurde?

Antwort anzeigen

Antwort

Zwei Jahre

Frage anzeigen

Frage

Welcher Premierminister scheiterte 3x mit seinem Vorschlag bei den Abstimmungen im britischen Parlament?

Antwort anzeigen

Antwort

Boris Johnson

Frage anzeigen

Frage

Was ist der Unterschied zwischen einer "weichen" und einer "harten" Grenze?

Antwort anzeigen

Antwort

bei einer "weichen" Grenze finden im Gegensatz zur "harten" Grenze, keine Pass- und Zollkontrollen statt

Frage anzeigen

Frage

Welches der folgenden Gebiete gehört nach dem Brexit noch zur Europäischen Union?

Antwort anzeigen

Antwort

Schottland

Frage anzeigen

Frage

Warum soll innerhalb der Insel Irland keine "harte" Grenze entstehen?

Antwort anzeigen

Antwort

um Unruhen aufgrund des "Nordirland-Konflikts" (1969-1998) zu vermeiden

Frage anzeigen

Frage

An welchem Datum verließ das Vereinigte Königreich die EU?

Antwort anzeigen

Antwort

01. Februar 2020

Frage anzeigen

Frage

Müssen Reisende nach Großbritannien jetzt ein Visum beantragen?

Antwort anzeigen

Antwort

Nein, nur wer in Großbritannien leben und arbeiten will, benötigt ein Visum.

Frage anzeigen

Frage

Wie viel Prozent stimmten für den Brexit?

Antwort anzeigen

Antwort

51,9 %

Frage anzeigen

Frage

Wann trat das Handels- und Partnerschaftsabkommen zwischen Großbritannien und der EU endgültig in Kraft?

Antwort anzeigen

Antwort

Am 01. Mai 2021

Frage anzeigen

Frage

Welcher Premierminister verhandelte den endgültigen Brexit-Deal?

Antwort anzeigen

Antwort

Margaret Thatcher

Frage anzeigen

Frage

Wieso wird in Schottland über ein zweites Unabhängigkeitsreferendum diskutiert?

Antwort anzeigen

Antwort

Schottland möchte der EU wieder beitreten.

Frage anzeigen

Frage

Welche Folgen bringt der Brexit mit sich? (Nenne drei Beispiele.)

Antwort anzeigen

Antwort

- erhöhter bürokratischer Aufwand

- neue Handelsverträge

- Einreise nur mit Reisepass möglich

- Arbeitskräftemangel

- belastet die Wirtschaft

Frage anzeigen

Frage

Was ist die Europäische Union (EU) und was ihr Ziel?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Eu ist ein Zusammenschluss von 27 europäischen Staaten. Gemeinsam wollen sie die Demokratie in Europa aufrechterhalten und für Wohlstand und Frieden sorgen. 

Frage anzeigen

Frage

Wofür setzt sich die Anti-EU-Partei UKIP ein?

Antwort anzeigen

Antwort

für die Unabhängigkeit des Vereinigten Königreich, forderte den EU-Austritt 

Frage anzeigen

Frage

Was ist der Brexit?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Wort "Brexit" beschreibt den Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union und setzt sich aus den Wörtern British und Exit zusammen. 

Frage anzeigen

Frage

In welchem Jahr fand das Brexit-Referendum statt? (exaktes Datum muss nicht angegeben werden) 


Antwort anzeigen

Antwort

Am 23. Juni 2016 

Frage anzeigen

Frage

Welche Ursachen führten zum Brexit? 

Antwort anzeigen

Antwort

  • Nationalstolz und Sehnsucht nach einem Global Britain
  • Angst vor Überfremdung durch Zuwanderer
  • Generationenkonflikt, da vorwiegend Ältere für den Brexit gestimmt haben


Frage anzeigen

Frage

Wie lange hat ein Land Zeit sich auf den EU-Austritt vorzubereiten, nachdem der Antrag gestellt wurde? 


Antwort anzeigen

Antwort

Zwei Jahre 

Frage anzeigen

Frage

Welche/Welcher Premierminister*in scheiterte 3x mit seinem/ihrem Vorschlag bei den Abstimmungen im britischen Parlament? 


Antwort anzeigen

Antwort

Theresa May

Frage anzeigen

Frage

Was ist der Unterschied zwischen einer "weichen" und einer "harten" Grenze? 

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einer "weichen" Grenze finden im Gegensatz zur "harten" Grenze, keine Pass- und Zollkontrollen statt.

Frage anzeigen

Frage

Welches der folgenden Gebiete gehört nach dem Brexit noch zur Europäischen Union? 

Antwort anzeigen

Antwort

Republik Irland

Frage anzeigen

Frage

Wieso soll in Irland keine "harte" Grenze entstehen? 


Antwort anzeigen

Antwort

Unruhen in diesem Gebiet aufgrund des "Nordirland-Konflikts" (1969-1998) sollen vermieden werden.

Frage anzeigen

Frage

An welchem Datum verließ das Vereinigte Königreich die EU? 


Antwort anzeigen

Antwort

1. Februar 2020

Frage anzeigen

Frage

Müssen Reisende nach Großbritannien jetzt ein Visum beantragen? 


Antwort anzeigen

Antwort

Nein, nur wer in Großbritannien leben und arbeiten will, benötigt ein Visum. 

Frage anzeigen

Frage

Wie viel Prozent der Bevölkerung stimmten für den Brexit? 


Antwort anzeigen

Antwort

51,9 % 

Frage anzeigen

Frage

Wann trat das Handels- und Partnerschaftsabkommen zwischen Großbritannien und der EU endgültig in Kraft? 


Antwort anzeigen

Antwort

Am 01. Mai 2021 

Frage anzeigen

Frage

Welche/Welcher Premierminister*in verhandelte den endgültigen Brexit-Deal? 


Antwort anzeigen

Antwort

Boris Johnson

Frage anzeigen

Frage

Wieso wird in Schottland über ein zweites Unabhängigkeitsreferendum diskutiert? 


Antwort anzeigen

Antwort

Es wird diskutiert, weil Schottland nach der Abspaltung Großbritanniens wieder der EU beitreten könnte. 

Frage anzeigen

Frage

Welche Folgen bringt der Brexit mit sich? (Nenne drei Beispiele.) 


Antwort anzeigen

Antwort

Folgen des Brexits sind zum Beispiel folgende: erhöhter bürokratischer Aufwand, neue Handelsverträge, Einreise nur mit Reisepass möglich. 

Frage anzeigen

Frage

Wie wird das Wort "Brexit" gebildet? 

Antwort anzeigen

Antwort

aus den Wörtern "British" und "Exit" 

Frage anzeigen
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