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Der "Freedom Trail" ist eine Route in der Nähe des Niagaraflusses, an der man historische Sehenswürdigkeiten sehen kann. Diese soll an die vielen Afroamerikaner*innen erinnern, die es genau dort geschafft haben, der Sklaverei durch Flucht zu entfliehen und in Freiheit leben zu können. Um herauszufinden, was der Freedom Trail ist, solltest du dir vorerst das Nordamerika des 19. Jahrhundert anschauen. In…
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Jetzt kostenlos anmeldenDer "Freedom Trail" ist eine Route in der Nähe des Niagaraflusses, an der man historische Sehenswürdigkeiten sehen kann. Diese soll an die vielen Afroamerikaner*innen erinnern, die es genau dort geschafft haben, der Sklaverei durch Flucht zu entfliehen und in Freiheit leben zu können.
Um herauszufinden, was der Freedom Trail ist, solltest du dir vorerst das Nordamerika des 19. Jahrhundert anschauen. In Nordamerika wurden hauptsächlich Afroamerikaner*innen zur Sklavenarbeit gezwungen. Unter unmenschlichen Bedingungen mussten die versklavten Menschen in den USA und Kanada arbeiten.
In den Nordstaaten, also die Staaten an der unmittelbaren Ostküste, war Sklaverei nicht weit verbreitet. Viele versklavte Menschen aus den Südstaaten flohen deswegen in den Norden, um nach Sicherheit und Freiheit zu suchen. Dadurch ging den Südstaaten viel Geld verloren. Um gegen die häufige Flucht von Versklavten etwas zu tun, haben die Südstaaten es geschafft, ein Gesetz durchzubringen: den Fugitive Slave Act of 1793.
Dieses Gesetz besagte, dass weggelaufene Versklavte legal in den Nordstaaten gefangen und zurück zum "Besitzer" transportiert werden dürfen. Dies brachte viele Kopfgeldjäger*innen mit sich, die regelmäßig Sklaven und Sklavinnen ausfindig machten und deportierten.
Abb.1 - Poster, das vor Kopfgeldjagd warnt
Dieses Gesetz wurde mit dem neuen Fugitive Slave Act of 1850 verschlimmert. In diesem Gesetz wurde das Verhelfen zur Flucht ebenfalls strafbar, was Freiheitssuchenden das Fliehen schwer machte.
Wie schlimm die Sklaverei in den USA war kannst du im zugehörigen Beitrag über die Sklaverei im Themenbereich Landeskunde USA nachlesen.
Am 1. August 1834 wurde der Slavery Abolition Act (also: Sklaverei-Abschaffungs-Gesetz) im Vereinigten Königreich verabschiedet, wodurch Sklavenarbeit illegal wurde. Dies galt auch für Kanada. Damit konnten versklavte Menschen in den USA nach Kanada zu flüchten, um Freiheit zu erhalten.
Das Gesetz wurde bereits 1833 von der britischen Regierung beschlossen, aber es brauchte nahezu ein ganzes Jahr, um verwirklicht zu werden. Gegner von Sklaverei haben lange protestiert, um diesen Beschluss zu erreichen.
Wenn du dein Wissen über Rechte von Afroamerikaner*innen in den USA erweitern willst, dann schau doch unseren Artikel zu "Martin Luther King" an!
Nach der Verabschiedung des Slavery Abolition Act entstand schrittweise die Underground Railroad, ein großes System, das den Freedom Trail beinhaltet.
Die Underground Railroad war ein System von Abolitionisten, die Safe Houses organisierten. Safe Houses waren Verstecke für geflohene Sklaven und Sklavinnen, die vorerst eine Bleibe mit Nahrung benötigten. Von Haus zu Haus wurden die ehemaligen Versklavten dann nach Kanada geschleust. Die Underground Railroad begann in den Südstaaten der USA und erstreckte sich über den Nordosten bis zu den Niagarafällen.
Abolitionisten wollten, dass Sklaverei abgeschafft werden sollte. Die meisten Bürger waren gegen Sklaverei, aber keine Aktivisten.
Underground Railroad heißt zwar übersetzt "Untergrund Eisenbahn", jedoch war es weder im Untergrund, noch waren Eisenbahnen involviert. Der Name kommt eher von der Idee, dass, wenn Geflohene sich in diesem System befanden, sie wie "vom Erdboden verschluckt" waren. Railroad wurde nur im Begriff verwendet, weil die Eisenbahn das Haupttransportationsmittel der Zeit war.
Die Abolitionisten, die beim Underground Railroad mithalfen, erhielten Spitznamen wie Conductor (Zugführer), um deren Identität zu schützen.
Auf dem ehemaligen Freedom Trail kann man heutzutage viele verschiedene Gedenktafeln und Sehenswürdigkeiten entdecken. Die berühmtesten dieser Sehenswürdigkeiten heißen The Crossing, Little Africa, Bertie Hall und Salem Chapel. Die folgende Karte fängt in der Kleinstadt Fort Erie an am Niagara River an und führt in den Norden zu der Stadt St. Catharines.
Abb. 2 - Eine mögliche Route des Freedom Trail, angeboten von einem Tourguide
Der Freedom Trail beginnt mit The Crossing (= "Die Überquerung"). Dies ist eine Gedenktafel, die die Stelle am Flussufer markiert, an der viele versklavte Menschen auf der Flucht den Niagara River überquerten, um von der amerikanischen Stadt Buffalo nach Fort Erie in Kanada zu kommen.
Harriet Tubman, eine Afroamerikanerin, die die Grenze zu Kanada dort auch überschritten hatte, erzählte im Nachhinein:
When I found I had crossed that line, I looked at my hands to see if I was the same person. There was such a glory over everything; the sun came like gold through trees, and over the fields, and I felt like I was in Heaven. (Quelle: nps.gov)
Es gab für die Freiheitssuchenden verschiedene Wege über den Fluss. Entweder wurden sie von politisch Gleichgesinnten mit einem Boot rüber geschmuggelt, oder sie schwammen über den Fluss. Meistens passierten diese Unternehmungen bei Nacht, um die Chancen zu reduzieren, entdeckt zu werden.
In der Nähe von The Crossing findet man ein altes Haus namens Bertie Hall. Es war eines der sogenannten Safe Houses in Fort Erie, in denen sich die ersten Ex-Sklaven*innen vorerst aufhielten, als sie in Kanada ankamen.
Sicher umherwandern konnten sie so nah an der Grenze nicht. Viele Kopfgeldjäger*innen, die die Ex-Versklavten fangen wollten, hielten sich an der Grenze auf und waren bereit, einen in Kanada legal freien Menschen wieder mitzunehmen.
Bertie Hall wurde ursprünglich als eine Lagerhalle für Güter genutzt. Im Keller wurden die Freiheitssuchenden untergebracht, bis es in Kanada – weit weg von der US-amerikanischen Grenze – Arbeitsplätze, Wohnungen, usw. für die ehemaligen Versklavten gab. Als es so weit war, haben Abolitionisten und generelle Unterstützer des Underground Railroad die Freiheitsuchenden zu den sicheren Städten begleitet.
Little Africa war im Fort Erie eine kleine Gemeinschaft von etablierten Afroamerikaner*innen. Sie war in den 1840er-Jahren nur von Ex-Sklaven*innen und deren Nachkommen bewohnt, die fast alle in der Schiff- und Hafenindustrie gearbeitet haben. Diese Gemeinschaft war ebenfalls ein Zulaufort für Menschen, die versklavt waren und eine Bleibe benötigten.
Im Gebiet, wo früher Little Africa war, gibt es heute einen Friedhof, der "The Coloured Cemetry" getauft wurde. Dieser Friedhof ist mit Grabsteinen von ehemaligen Sklaven und Sklavinnen bestückt und steht als Gedenken an die mutigen Freiheitssuchenden, die ihr Ziel in Kanada erreicht hatten.
Die British Methodist Episcopal Church, auch Salem Chapel genannt, war eine Kirche, die 1855 gebaut wurde. Die Kirche befindet sich in der Stadt St. Catharines, die zehn Stunden Fußweg von Fort Erie entfernt ist, und galt als Zentrum für Abolitionisten. Sie konnten sich dort treffen und Routen planen, um Ex-Sklaven*innen nach Kanada zu schleusen.
Die British Methodist Episcopal Church (= Britisch Bischöfliche Methodistenkirche) ist eine protestantische Kirche. Sie folgt der Lehre des Pfarrers John Wesley. Der Protestantismus ist eine christliche Konfession, die in der Zeit vom 19. Jahrhundert sehr verbreitet war und viele afroamerikanische Anhänger*innen hatte.
Willst du mehr über die diversen Religionen in Nordamerika wissen? Dann lies unseren Artikel zum Thema Religion USA!
Vor der Salem Chapel steht heutzutage eine Gedenktafel für Harriet Tubman. Die afroamerikanische Harriet Tubman wurde 1822 in Maryland als Tochter einer versklavten Familie geboren. Nach Jahren in Sklaverei hat sie sich 1849 dazu entschlossen, zu fliehen.
Nach einer kurzen Zeit in Freiheit merkte sie, dass sie nicht tatenlos zuschauen konnte, während weitere Afroamerikaner*innen Tag und Nacht schlecht behandelt wurden. Von 1851 bis 1858 plante sie mit anderen Abolitionisten in St. Catharines Routen und Wege, um weitere versklavte Menschen in die Freiheit zu führen.
Abb. 3 - Die politische Aktivistin Harriet Tubman
In der Zeit, in der sie aktiv war, machte sie sich auf 13 Missionen, um insgesamt 70 Versklavte zu retten. Sie verließ das sichere Kanada, um die Opfer der Sklaverei durch den Underground Railroad zur Freiheit zu führen. All dies tat sie, während ein Kopfgeld von $40.000 auf ihr lag.
Filmtipp: Im Film "Harriet" kannst du noch mehr über Harriet Tubman, ihre Flucht und ihre Rettungsaktionen erfahren.
Wegen ihres Mut und ihrer Beihilfe in vielen Missionen wurde sie Black Moses genannt. Vergleichbar mit der Geschichte Mose aus der Bibel – in der Zeit waren die meisten Afroamerikaner*innen in den USA und Kanada christlichen Glaubens – hat sie Teile eines Volkes in das "gelobte Land" geführt. Aus diesem Grund hatte sie sich bei den Afroamerikanern*innen diesen Titel verdient. Die Gedenktafel vor der Salem Chapel soll ihren Mut verewigen.
In der Hauptstadt von Massachusetts Boston gibt es eine berühmte Route, die ebenfalls Freedom Trail heißt und dabei historische Sehenswürdigkeiten abläuft. Hierbei geht es aber nicht um die Sklaverei in Nordamerika, sondern um die Anfangsgeschichte der USA.
Nicht zu verwechseln sind die Freedom Trails von Boston und Kanada mit dem Freedom Trail in North Carolina. Dieser existiert an sich nicht, denn er ist eine fiktive Kreation des Autors Colson Whitehead. In seinem Buch "Underground Railroad" geht es um eine fiktive Sklavin, die über einen Underground Railroad in North Carolina versucht, in die Freiheit zu gelangen.
Die Sehenswürdigkeiten auf dem Freedom Trail sind "The Crossing", "Little Africa", "Bertie Hall" und die "Salem Chapel".
Der Freedom Trail startet normalerweise an "The Crossing", die Stelle, wo Freiheitssuchende nach Kanada übertraten.
Der Freedom Trail führt einen zur Stadt St. Catharines hin, wo man am Ende die "Salem Chapel" begutachten kann.
Der Freedom Trail in Boston ist ein 4 Kilometer langer Route, auf der man Orte sehen kann, die in der Geschichte der USA wichtig waren.
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