1. Mendelsche Regel einfach erklärt.

Die Uniformitätsregel verständlich erklärt: von Mendels Erbsenexperimenten bis zum Kreuzungsschema – mit Übungsaufgaben, Karteikarten und Video für Klasse 9/10.

SS
Autor StudySmarter Biologie Redaktion
Erstellt 01.03.2024 · Aktualisiert 05.05.2026 · ⭐ 4,7 (1.893 Stimmen)
Mini-Quiz · 5 Fragen
🧬 Biologie 🎓 Klasse 9–10 ⏱ 10 Min. Lesezeit Gregor Mendel Uniformitätsregel Kreuzungsschema F1-Generation

Was ist die 1. Mendelsche Regel (Uniformitätsregel)?

Die 1. Mendelsche Regel, auch Uniformitätsregel (lat. uniformis = gleichförmig) genannt, ist eines der Grundprinzipien der klassischen Genetik. Sie beschreibt, was passiert, wenn man zwei reinerbige Individuen derselben Art miteinander kreuzt.

Kreuzt man zwei reinerbige (homozygote) Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind alle Nachkommen der F1-Generation phänotypisch und genotypisch gleich (uniform).

Das klingt zunächst einfach – aber was genau bedeutet das für die Praxis? Stell dir vor, du kreuzst eine Erbsenpflanze mit gelben Samen mit einer Erbsenpflanze mit grünen Samen. Nach der 1. Mendelschen Regel würden alle Pflanzen der nächsten Generation (der sogenannten F1-Generation) dasselbe Erscheinungsbild zeigen. Du bekommst kein Gemisch aus gelb und grün – sondern ausnahmslos einheitliche Nachkommen.

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Warum ist das wichtig?

Die 1. Mendelsche Regel erklärt, warum Lebewesen nicht einfach eine Mischung aus beiden Eltern werden. Sie bildet die Grundlage für das Verständnis von Erbkrankheiten, Züchtung und moderner Gentechnik – Prüfungsthema in Klasse 9 und 10.

Wichtig: Die Regel gilt nur unter bestimmten Voraussetzungen. Beide Elternteile müssen reinerbig (homozygot) sein, sich in genau einem Merkmal unterscheiden, und das Merkmal muss monogenetisch – also von einem einzigen Gen – gesteuert sein. Außerdem gilt sie nur für diploide Organismen (Lebewesen mit doppeltem Chromosomensatz).

Wie möchtest du
die 1. Mendelsche Regel lernen?

Wer war Gregor Mendel und wie entstand die 1. Mendelsche Regel?

Johann Gregor Mendel (1822–1884) war ein österreichischer Augustinermönch und Naturwissenschaftler, der im Klostergarten von Brünn (heute Brno, Tschechien) zwischen 1856 und 1863 systematische Kreuzungsexperimente mit Erbsenpflanzen (Pisum sativum) durchführte. Er gilt als Begründer der modernen Genetik.

Mendel wählte Erbsenpflanzen nicht zufällig: Sie wachsen schnell, lassen sich leicht kontrolliert bekreuzen, und viele ihrer Merkmale werden von einzelnen Genen bestimmt. Er untersuchte insgesamt 7 klar unterscheidbare Merkmale: Samenfarbe (gelb/grün), Samenform (rund/runzelig), Hülsenfarbe (grün/gelb), Hülsenform (glatt/runzelig), Blütenfarbe (violett/weiß), Blütenstellung (achsenständig/endständig) und Stängelhöhe (hoch/niedrig).

1822 Geburt Heinzendorf 1856–63 Erbsenexperimente 28.000+ Pflanzen 1865 Vortrag + Publikation Naturforschender Verein Brünn 1900 Wiederentdeckung 16 Jahre nach Mendels Tod
Von den Klosterexperimenten 1856 zur wissenschaftlichen Anerkennung 1900

Mendel veröffentlichte seine Ergebnisse 1866 in der Arbeit „Versuche über Pflanzenhybriden" – doch die wissenschaftliche Gemeinschaft ignorierte sie weitgehend. Erst im Jahr 1900, sechzehn Jahre nach Mendels Tod, entdeckten drei Biologen unabhängig voneinander seine Arbeit wieder: Hugo de Vries (Niederlande), Carl Correns (Deutschland) und Erich Tschermak (Österreich). Heute gilt Mendel als Vater der Genetik.

Prüfungstipp

In Klausuren wird oft nach den Voraussetzungen für Mendels Experimente gefragt. Merke: Erbsenpflanzen, 7 Merkmale, reinerbige Eltern, Kreuzungen über mehrere Generationen (P → F1 → F2).

Welche Begriffe musst du für die 1. Mendelsche Regel kennen?

Bevor wir die Regel in der Praxis anwenden können, musst du die wichtigsten genetischen Fachbegriffe kennen. Diese Begriffe tauchen in jeder Aufgabe zur 1. Mendelschen Regel auf.

BegriffDefinitionBeispiel
GenDNA-Abschnitt, der für ein bestimmtes Merkmal kodiertGen für Samenfarbe bei der Erbse
AllelVerschiedene Varianten desselben GensA (gelb) vs. a (grün)
GenotypGenetische Zusammensetzung eines OrganismusAA, Aa oder aa
PhänotypDas äußerlich sichtbare MerkmalGelbe oder grüne Samen
Homozygot (reinerbig)Beide Allele sind identischAA oder aa
Heterozygot (mischerbig)Die beiden Allele sind verschiedenAa
DominantAllel setzt sich im Phänotyp durchA (gelb) ist dominant gegenüber a (grün)
RezessivAllel wird durch das dominante Allel verdeckta (grün) ist rezessiv
P-GenerationElterngeneration (Parentalgeneration)Die reinerbigen Ausgangspflanzen
F1-GenerationErste Tochtergeneration (Filialgeneration)Direkte Nachkommen der P-Generation
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Häufiger Fehler

Phänotyp ≠ Genotyp! AA und Aa haben zwar denselben Phänotyp (gelbe Samen), aber unterschiedliche Genotypen. Das ist der Kern der 1. Mendelschen Regel: Alle F1-Nachkommen sind phänotypisch gleich, aber genotypisch mischerbig (Aa).

Die Schreibweise folgt einer Konvention: Dominante Allele werden immer mit Großbuchstaben geschrieben (z. B. A, B, C), rezessive Allele mit dem entsprechenden Kleinbuchstaben (a, b, c). Ein reinerbig dominanter Genotyp ist also AA, ein reinerbig rezessiver aa – und ein mischerbiger Aa.

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Wie funktioniert die dominante-rezessive Vererbung bei der 1. Mendelschen Regel?

Der häufigste Fall der Uniformitätsregel ist die dominante-rezessive Vererbung: Ein Allel ist dominant und setzt sich im Phänotyp vollständig gegen das rezessive Allel durch. Das klassische Beispiel aus Mendels Labor: gelbe Samen (dominant) × grüne Samen (rezessiv).

Mendels Erbsenexperiment mit Samenfarbe

Mendel kreuzte eine reinerbige Pflanze mit gelben Samen (Genotyp: GG) mit einer reinerbigen Pflanze mit grünen Samen (Genotyp: gg). Gelb ist das dominante Allel, grün das rezessive.

Kreuzungsschema: Dominante Vererbung P-Gen. Elter 1 GG × Elter 2 gg gelbe Samen (dominant) grüne Samen (rezessiv) Gameten G G g g F1-Gen. Gg Gg Gg Gg 100 % Gg → alle zeigen gelbe Samen (Uniformitätsregel!)
Punnettsches Quadrat: GG × gg → 100 % Gg in der F1-Generation

Das Ergebnis: Alle vier Felder des Kreuzungsschemas zeigen Gg. Die F1-Generation ist zu 100 % mischerbig (heterozygot). Im Phänotyp zeigen aber alle Pflanzen gelbe Samen – weil G dominant über g ist. Das rezessive Allel g ist zwar vorhanden, wird aber nicht sichtbar.

Das ist der Kern der Uniformitätsregel: Einheitliches Aussehen trotz mischerbigem Genotyp.

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Reziproke Kreuzung

Spannend: Es spielt keine Rolle, welche Pflanze Mutter und welche Vater ist. GG ♀ × gg ♂ und gg ♀ × GG ♂ liefern dasselbe Ergebnis (Gg). Das nennt man reziproke Kreuzung – und es zeigt, dass Mutter und Vater gleichwertige Erbinformationen beisteuern.

Was ist die intermediäre Vererbung bei der 1. Mendelschen Regel?

Nicht immer setzt sich ein Allel vollständig durch. Bei der intermediären Vererbung (auch unvollständige Dominanz genannt) entsteht in der F1-Generation eine Mischform aus beiden Elternmerkmalen. Keines der Allele ist dominant – beide werden anteilig exprimiert.

Das bekannteste Beispiel sind Löwenmäulchen (Antirrhinum majus): Kreuzt man eine reinerbige rote Pflanze (RR) mit einer reinerbigen weißen Pflanze (rr), entstehen in der F1-Generation ausschließlich rosa Pflanzen (Rr).

Kreuzungsschema: Intermediäre Vererbung P-Gen. Elter 1 (rot) RR × Elter 2 (weiß) rr rot – kein Allel dominant! weiß – intermediär Gameten R R r r F1-Gen. Rr Rr Rr Rr 100 % Rr → alle Nachkommen zeigen ROSA Blüten (Mischform)
Intermediäre Vererbung: RR × rr → 100 % Rr (rosa Mischform)

Wichtig: Auch bei der intermediären Vererbung gilt die Uniformitätsregel! Alle F1-Nachkommen sind gleich – nur eben nicht gelb oder grün, sondern rosa. Die Regel bleibt gültig, weil beide Eltern reinerbig waren. Die Form der Einheitlichkeit hängt vom Vererbungstyp ab.

VergleichDominante VererbungIntermediäre Vererbung
F1-PhänotypEntspricht dem dominanten ElternteilMischform zwischen beiden Eltern
F1-Genotyp100 % heterozygot (Aa)100 % heterozygot (Aa)
Uniformitätsregel✓ Gilt (alle gleich)✓ Gilt (alle gleich – andere Erscheinung)
BeispielErbse: gelb × grün → alle gelbLöwenmäulchen: rot × weiß → alle rosa
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Wie erstellt man ein Kreuzungsschema für die 1. Mendelsche Regel Schritt für Schritt?

Das Kreuzungsschema (auch Punnettsches Quadrat genannt) ist das wichtigste Werkzeug in der klassischen Genetik. Hier lernst du, wie du es in vier Schritten fehlerfrei erstellst.

  1. 1

    P-Generation aufschreiben: Notiere die Genotypen beider Elternteile. Achte darauf, dass beide reinerbig (homozygot) sind. Beispiel: Elter 1: AA (schwarzes Fell, dominant), Elter 2: aa (weißes Fell, rezessiv)

  2. 2

    Gameten ableiten: Jedes Elternteil gibt nur ein Allel an die Nachkommen weiter. Bei einem homozygoten Elternteil sind alle Gameten gleich: AA bildet nur A-Gameten, aa bildet nur a-Gameten.

  3. 3

    Punnettsches Quadrat zeichnen: Zeichne ein 2×2-Raster. Trage die Gameten des einen Elternteils in die obere Zeile, die des anderen in die linke Spalte ein. Kombiniere dann alle vier Felder durch Zusammenführen der Allele.

  4. 4

    F1-Generation ablesen: Alle vier Felder zeigen Aa. Schreibe das Ergebnis auf: 100 % Aa (mischerbig, heterozygot). Bei dominanter Vererbung zeigen alle F1-Nachkommen den dominanten Phänotyp (schwarzes Fell).

Klausur-Tipp: Das musst du immer angeben

Im Kreuzungsschema verlangen Lehrer typischerweise: (1) P-Generation mit Genotypen, (2) Gameten, (3) das ausgefüllte Punnettsches Quadrat, (4) Genotyp und Phänotyp der F1-Generation. Wer nur das Quadrat hinmalt, verliert Punkte!

Beispiel: Blütenfarbe bei Erbsen

Violette Blütenfarbe (V) ist dominant über weiße Blütenfarbe (v). Kreuzung: VV × vv

Gameten von VV: alle V — Gameten von vv: alle v

Alle F1-Felder ergeben Vv → 100 % Vv, phänotypisch violett

Die Uniformitätsregel ist erfüllt: alle F1-Nachkommen sind phänotypisch gleich (violett).

Wann gilt die 1. Mendelsche Regel nicht?

Mendels Regeln sind elegant – aber sie gelten nicht universell. Es gibt wichtige Ausnahmen, die du kennen musst.

1. Polygene Vererbung

Viele Merkmale werden nicht von einem einzigen Gen, sondern von mehreren Genen gleichzeitig kontrolliert. Körpergröße, Hautfarbe und Intelligenz beim Menschen sind typische Beispiele. Hier entstehen in der F1-Generation keine uniformen Nachkommen, sondern ein breites Spektrum an Ausprägungen.

2. Geschlechtsgebundene Vererbung (X-chromosomal)

Gene auf dem X-Chromosom werden anders vererbt als Gene auf Autosomen. Männer (XY) haben nur ein X-Chromosom und können rezessive Allele nicht durch ein zweites dominantes Allel kompensieren. Typische Beispiele: Rot-Grün-Blindheit, Bluterkrankheit (Hämophilie A). Hier gilt die Uniformitätsregel nur eingeschränkt.

3. Genkoppelung

Liegen zwei Gene sehr nah beieinander auf demselben Chromosom, werden sie häufig gemeinsam vererbt (Koppelung) statt unabhängig – das widerspricht der 3. Mendelschen Regel und kann auch die Ergebnisse der 1. Regel verzerren.

4. Epistase und Genwechselwirkung

Manchmal beeinflusst ein Gen die Ausprägung eines ganz anderen Gens. Dieses Phänomen nennt man Epistase. Beispiel: Das Gen für die Pigmentierung der Haare wird beeinflusst durch Gene, die steuern, ob überhaupt Pigmente produziert werden können.

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Wichtige Einschränkung

Die 1. Mendelsche Regel gilt nur für: (1) diploide Organismen, (2) monogenetisch vererbte Merkmale, (3) reinerbige Eltern, (4) keine Koppelung, keine Epistase. In der Klausur wird oft gefragt: „Sind die Voraussetzungen gegeben?" – immer zuerst prüfen!

Wie verhält sich die 1. Mendelsche Regel zu den anderen Mendelschen Regeln?

Mendel formulierte nicht nur eine, sondern insgesamt drei Regeln – die gemeinsam das System der klassischen Vererbungslehre bilden. Die 1. Mendelsche Regel ist dabei der Ausgangspunkt: Sie beschreibt die F1-Generation. Die 2. und 3. Regel erklären, was in der F2-Generation und bei mehreren Merkmalen gleichzeitig passiert.

Die drei Mendelschen Regeln im Überblick 1. MENDELSCHE REGEL Uniformitätsregel P-Gen: AA × aa F1: 100 % Aa (uniform) Alle F1 gleich Reinerbige Eltern nötig 1 Merkmal 2. MENDELSCHE REGEL Spaltungsregel F1 × F1: Aa × Aa F2: AA : Aa : aa = 1:2:1 F2 spaltet 3:1 auf F1-Geschwister kreuzen 1 Merkmal 3. MENDELSCHE REGEL Unabhängigkeitsregel AABB × aabb F2: 9:3:3:1-Verhältnis Merkmale unabhängig 2 Merkmale gleichzeitig keine Koppelung
Alle drei Mendelschen Regeln im direkten Vergleich

Die 2. Mendelsche Regel (Spaltungsregel) setzt dort an, wo die 1. Regel endet: Wenn man die uniformen F1-Nachkommen miteinander kreuzt (Aa × Aa), spalten sich in der F2-Generation die Merkmale in einem typischen 3:1-Verhältnis auf – 3 zeigen den dominanten Phänotyp, 1 den rezessiven.

Die 3. Mendelsche Regel (Unabhängigkeitsregel) beschreibt, was passiert, wenn man zwei Merkmale gleichzeitig betrachtet. Gene auf verschiedenen Chromosomen werden unabhängig voneinander vererbt – es entsteht ein charakteristisches 9:3:3:1-Verhältnis in der F2-Generation.

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    Teste dein Wissen mit fünf Aufgaben von leicht bis anspruchsvoll. Versuche zunächst, die Antwort selbst zu formulieren, bevor du die Lösung aufdeckst.

    Niveau 1 · Definition
    Was besagt die 1. Mendelsche Regel (Uniformitätsregel) in einem Satz?
    ✓ Lösung

    Kreuzt man zwei reinerbige (homozygote) Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind alle Nachkommen der F1-Generation phänotypisch und genotypisch gleich (uniform). Genotypisch sind alle F1-Nachkommen mischerbig (heterozygot, z. B. Aa).

    Niveau 2 · Kreuzungsschema
    Stängelhöhe bei Erbsen: Hoher Wuchs (H) ist dominant über niedriger Wuchs (h). Welche Nachkommen entstehen beim Kreuzen von HH × hh? Gib Genotyp und Phänotyp der F1 an.
    ✓ Lösung

    Eltern: HH (hoch, reinerbig) × hh (niedrig, reinerbig)
    Gameten: Elter 1 bildet nur H-Gameten, Elter 2 nur h-Gameten.
    F1-Genotyp: 100 % Hh (heterozygot, mischerbig)
    F1-Phänotyp: 100 % hoher Wuchs (H ist dominant über h)
    Uniformitätsregel bestätigt: alle Nachkommen sind gleich.

    Niveau 2 · Intermediär
    Blütenfarbe bei Löwenmäulchen: rote (RR) × weiße (rr) Pflanze. Was entsteht in der F1? Warum gilt dennoch die Uniformitätsregel?
    ✓ Lösung

    F1-Genotyp: 100 % Rr
    F1-Phänotyp: 100 % rosa Blüten (Mischform – intermediäre Vererbung, keines der Allele ist dominant)
    Warum gilt die Uniformitätsregel? Alle F1-Nachkommen zeigen denselben Phänotyp (rosa) – sie sind phänotypisch uniform. Die Uniformitätsregel verlangt nur, dass alle gleich sind, nicht dass sie wie ein Elternteil aussehen.

    Niveau 3 · Analyse
    Ein Biologe kreuzt zwei Tomaten: eine mit runden roten Früchten und eine mit länglichen gelben Früchten. Die F1 zeigt ausschließlich runde rote Früchte. Was kann der Biologe daraus schließen? Welche Allele sind dominant?
    ✓ Lösung

    Da alle F1-Nachkommen runde rote Früchte zeigen, sind beide Eltern reinerbig (homozygot) für ihre jeweiligen Merkmale. Aus der Uniformitätsregel folgt: Runde Form und rote Farbe sind die dominanten Merkmale, längliche Form und gelbe Farbe sind rezessiv. Der Genotyp der F1 ist Rr Aa (rund, rot, mischerbig). Achtung: Da hier zwei Merkmale betrachtet werden, gilt auch die 3. Mendelsche Regel, wenn man diese Merkmale weiter analysiert.

    Niveau 3 · Voraussetzungen
    Nenne vier Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit die 1. Mendelsche Regel gilt. Gib für jede Ausnahme ein biologisches Beispiel.
    ✓ Lösung

    1. Beide Eltern sind reinerbig (homozygot) – Ausnahme: Wenn ein Elternteil heterozygot ist, gilt die Regel nicht; man erhält kein einheitliches F1-Bild.
    2. Diploidie – Ausnahme: Haploide Organismen wie Moose bilden aus Kreuzungen keine Zygoten auf normalem Wege.
    3. Monogenetische Vererbung (1 Gen, 1 Merkmal) – Ausnahme: Körpergröße beim Menschen wird von vielen Genen beeinflusst (polygene Vererbung); keine einheitliche F1 möglich.
    4. Keine Genkoppelung – Ausnahme: Liegen zwei Gene nah auf demselben Chromosom, werden sie gekoppelt vererbt, was die Spaltungsverhältnisse verändert (Morgan'sche Regeln).

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    Video: Uniformitätsregel | 1. Mendelsche Regel | Grundlagen einfach erklärt! · BIOBYLUKE (YouTube)

    Zusammenfassung: Das Wichtigste zur 1. Mendelschen Regel

    • Die 1. Mendelsche Regel (Uniformitätsregel) besagt: Kreuzt man zwei reinerbige Individuen, die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind alle F1-Nachkommen phänotypisch und genotypisch gleich.
    • Gregor Mendel entdeckte die Regel durch Erbsenexperimente (1856–1863), veröffentlichte sie 1865 und wurde erst 1900 – 16 Jahre nach seinem Tod – anerkannt.
    • Wichtige Begriffe: Allel, Genotyp, Phänotyp, homozygot (AA/aa), heterozygot (Aa), dominant, rezessiv, P-Generation, F1-Generation.
    • Bei dominanter Vererbung: F1 zeigt den dominanten Phänotyp, Genotyp 100 % Aa.
    • Bei intermediärer Vererbung: F1 zeigt eine Mischform, Genotyp ebenfalls 100 % Aa.
    • Die Regel gilt nicht bei polygener Vererbung, X-chromosomaler Vererbung, Genkoppelung oder Epistase.
    • Die 2. Mendelsche Regel (Spaltungsregel) folgt: F1 × F1 → F2 mit 3:1-Aufspaltung. Die 3. Mendelsche Regel beschreibt die unabhängige Vererbung zweier Merkmale (9:3:3:1).
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    Die 1. Mendelsche Regel (Uniformitätsregel) besagt: Kreuzt man zwei reinerbige (homozygote) Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind alle Nachkommen der F1-Generation phänotypisch und genotypisch gleich (uniform). Genotypisch sind alle F1-Nachkommen mischerbig (heterozygot).
    Bei der dominanten Vererbung setzt sich ein Allel vollständig durch – alle F1-Nachkommen zeigen nur das dominante Merkmal. Bei der intermediären Vererbung entsteht eine Mischform: Weder Allel dominiert, sodass die F1-Generation ein Zwischenmerkmal (z. B. rosa statt rot oder weiß) zeigt. In beiden Fällen gilt die Uniformitätsregel.
    Für die 1. Mendelsche Regel müssen beide Elternteile reinerbig (homozygot) sein und sich in einem Merkmal unterscheiden. Außerdem gilt die Regel nur für diploide Organismen und nur für monogenetisch (durch ein einziges Gen) vererbte Merkmale ohne Genkoppelung oder Epistase.
    Nach der 1. Mendelschen Regel sind alle Nachkommen der F1-Generation genotypisch mischerbig (heterozygot, z. B. Aa). Sie tragen je ein Allel von jedem Elternteil. Bei dominanter Vererbung ist der Phänotyp trotzdem einheitlich dominant, weil das dominante Allel das rezessive verdeckt.
    Die 1. Mendelsche Regel gilt nicht bei polygenetisch vererbten Merkmalen (z. B. Körpergröße, Hautfarbe), bei Merkmalen auf dem X-Chromosom (z. B. Rot-Grün-Blindheit), bei Genkoppelung oder bei Epistase. In diesen Fällen entstehen in der F1-Generation keine einheitlichen Nachkommen.
    Gregor Mendel kreuzte reinerbige Erbsenpflanzen und untersuchte dabei 7 verschiedene Merkmale: Samenfarbe, Samenform, Hülsenfarbe, Hülsenform, Blütenfarbe, Blütenstellung und Stängelhöhe. Seine über 8 Jahre dauernden Experimente mit mehr als 28.000 Pflanzen bildeten die Grundlage der Vererbungslehre.
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