Gentest – Definition
Ein Gentest, ob DNA-Test, RNA-Analyse oder Genanalyse, untersucht das Erbgut eines Menschen. Dadurch können Krankheiten oder auch Krankheitsursachen ausfindig gemacht und erforscht werden.
Des Weiteren werden Gentests auch im Bereich der Kriminalistik verwendet. Hier vorwiegend für die Strafverfolgung. Womöglich ist dem ein oder anderen auch der Begriff Vaterschaftstest geläufig, der auch eine Form des Gentests ist. Hierzu reichen häufig nur eine Haar- oder Speichelprobe zum Abgleich aus.
Gentests – Gründe
Es gibt verschiedene Gründe, die einen Menschen dazu bewegen, einen Gentest zu machen:
Erkennen von Krankheiten und Krankheitsursachen
Klärung von Verwandtschaftsverhältnissen
Auskunft über die Abstammung
Strafverfolgung in der Kriminalistik
Arten von Gentests
Wann ist ein Gentest sinnvoll? Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass ein Gentest bei gewöhnlichen Untersuchungen nicht durchgeführt wird. Es müssen spezielle Fragestellungen vorliegen oder ein Verdacht bestehen, der einen Gentest rechtfertigen würde. Dementsprechend gibt es verschiedene Arten von Gentests:
1. Diagnostischer Gentest:Diese Tests werden durchgeführt, wenn bereits Krankheiten oder Diagnosen vorliegen. Sie ermöglichen, die Krankheiten zu untersuchen sowie bereits bestehende Diagnosen zu bestätigen oder zu entkräften.
2. Prognostische (prädikative) Gentests:Solche Tests werden zur Feststellung für möglicherweise zukünftig ausbrechende, genetisch bedingte Erkrankungen genutzt. Ferner kann ein sogenannter Überträgerstatus ausgemacht werden. Das ist der Fall, wenn in der Familie oder Verwandtschaft bereits Erbkrankheiten bestehen. Dann möchten nicht erkrankte Familienmitglieder wissen, ob sie für diese Erkrankungen ebenso Veranlagungen besitzen.
Außerdem besteht auch die Möglichkeit, dass Paare mit Kinderwunsch – wenn bereits Fälle einer Erbkrankheit in der Familie aufgetreten sind – durch Tests nähere Informationen erhalten, ob die Wahrscheinlichkeit besteht, dass bestimmte Krankheiten an ihre Kinder weitervererbt werden.
3. Pharmakogenetische Tests:Durch diese Tests können Aussagen über die Wirksamkeit von Medikamenten getroffen werden. Dadurch kann bei bestimmten Patient*innen eine individuelle Anpassung der medikamentösen Therapie für die Krankheiten erfolgen.
Gentests – Ablauf
Nachdem eine Probe, beispielsweise eine Speichel- oder Haarprobe sowie eine normale Blutprobe, eingereicht wurde, wird diese an ein Labor weitergeleitet, wo sie dann ausgewertet wird. Zu dieser Auswertung wird das Erbgut aus den Zellen isoliert.
Mit bestimmten Verfahren wird, dann die Abfolge der chemischen Einzelteile, auch "Buchstaben" genannt, ausgelesen. Aus diesen Einzelteilen sind die Gene aufgebaut. Wenn diese mit dem gewöhnlichen Aufbau der Gene verglichen werden, können Unterschiede oder Veränderungen ausfindig gemacht werden. Bis zu einem Ergebnis kann es daher einige Wochen dauern.
Gentest – Erbkrankheiten
Du fragst Dich jetzt vielleicht, welche Formen von genetischen Krankheiten es gibt und was deren Ursachen sind. Genetisch bedingte Erkrankungen werden durch eine Veränderung des Erbgutes (DNA-Veränderungen) verursacht. Das wird als Mutation bezeichnet. Oft werden solche Krankheiten über eine elterliche Keimzelle (Ei- oder Samenzelle) vererbt. Deshalb werden genetische Krankheiten auch als Erbkrankheiten bezeichnet.
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Jedoch besteht auch die Möglichkeit, dass die Mutation in einer elterlichen Keimzelle neu entstanden ist. Somit wäre sie nicht vererbt worden. Auch während der Zellteilung können Mutationen entstehen, diese nennt man somatische Mutationen. Sie führen oder können zu genetisch bedingten Erkrankungen führen. Diese Gendefekte, -fehler oder Mutationen können durch Gentests ausfindig gemacht sowie bestätigt werden.