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Rhesus System

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Rhesus System

Anna hatte einen Unfall und benötigt dringend eine Blutspende für ihre bevorstehende Operation. Anna kann jedoch von ihrer Mutter und ihrem Bruder keine Spende erhalten, weil sie beide A Rh+ sind. Anna ist allerdings A Rh-. Nun ist sie auf das Blut ihres Vaters angewiesen, der wie sie auch, die Blutgruppe A Rh- besitzt. Das liegt daran, dass jeder Mensch neben seiner Blutgruppe A, B, 0 oder AB, noch einen weiteren Faktor zur Blutgruppenbestimmung besitzt. Der Rhesusfaktor.

Rhesus-System – Definition Rhesusfaktor

Der Rhesusfaktor ist ein Teil der Bestimmung der Blutgruppen. Neben den Antigenen A, B und AB, gibt es noch ein weiteres Antigen, das es zu bestimmen gilt: der Rhesusfaktor. Wenn nun eine Person Rh+ ist, dann bedeutet das die Existenz des Rhesus Antigens im Blut. Wenn die Person allerdings keinen Rhesusfaktor besitzt, dann ist sie Rh-.

Falls Du nochmals eine kleine Auffrischung zum AB0-System brauchst oder generell zum Thema Blutgruppen, dann schaue doch gerne bei den dazugehörigen StudySmarter Artikeln vorbei!

Rhesus-System – Merkmale

Im Rhesus-Blutgruppensystem sind fünf Antigene bekannt: D, C, c, E und e. Allerdings ist das Hauptmerkmal der Rhesusfaktor D. Wenn nun ein Mensch diesen Faktor auf der Oberfläche seiner roten Blutkörperchen (Erythrozyten) trägt, wird er als Rhesus-positiv oder Rh+ bezeichnet. Falls dieser Faktor allerdings fehlt, so ist der Mensch Rh-.

Entdeckt wurde der Rhesusfaktor von Karl Landsteiner und weiteren Forschern beim Experimentieren mit Rhesusaffen – so erhielt der Faktor auch seinen Namen.

In den 1940er-Jahren wurde den Rhesusaffen Blut entnommen und daraufhin Meerschweinchen injiziert. Das Blut der Meerschweinchen wurde schlussendlich nochmals den Rhesusaffen verabreicht. Daraufhin konnte beobachtet werden, dass die Erythrozyten der Affen verklumpten. Diese Entdeckung ist auf die Antikörper im Blut der Nagetiere zurückzuführen, diese haben sie gegen die roten Blutkörperchen der Affen gebildet. Diese wiederum griffen die Erythrozyten der Affen an, als das Blutgemisch zurück injiziert wurde.

Wenn Du Dir die Begriffe Antigene und Antikörper nochmals genauer anschauen möchtest, dann schaue gerne bei dem passenden StudySmarter Artikel vorbei!

Rhesus-System – Vererbung

Das Antigen D ist das entscheidende Antigen im Rhesus-System – anders dargestellt, ist das der Rhesusfaktor. Die Vererbung des Rhesus Systems verläuft nach den mendelschen Regeln. Dementsprechend erhält jedes Kind von Vater und Mutter jeweils ein Allel mit Rhesus-positiver oder Rhesus-negativer Eigenschaft. In diesem Fall wird Rh+ mit D gekennzeichnet, weil dieses Allel dominant vererbt und Rh- mit d, da es rezessiv vererbt wird. Dominant bedeutet, dass dieses Merkmal das stärkere ist und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Ausprägung kommt, höher ist.

Dadurch ergeben sich die Genotypen DD, Dd oder dd. Da nun das Allel Rh+ dominant und das Allel Rh- rezessiv vererbt wird, kann lediglich der Genotyp dd zu der Ausprägung des negativen Rhesusfaktors führen. Somit muss ein Rh-positives Kind mindestens ein Rh-positives Elternteil haben.

→ dominantes Allel D

→ rezessives Allel d

Menschen mit dem Genotyp DD oder Dd bilden D-Antigene aus, sind also Rhesus-positiv.

Menschen mit dem Genotyp dd bilden keine Antigene aus, sind also Rhesus-negativ.

Du kannst Dir merken, dass Blutgruppen mit einem positiven Rhesusfaktor mit einem Zeichen versehen werden und Blutgruppen mit einem negativen Rhesusfaktor mit einem Zeichen.

An einer bestimmten Stelle eines bestimmten Chromosoms kann die DNA zwischen Individuen einer Spezies variieren. Die verschiedenen Varianten oder Ausführungen eines Gens werden Allele genannt. Die unterschiedlichen Allele bewirken auch unterschiedliche Ausführungen des Phänotyps:

Ein Vater und eine Mutter besitzen etwa beide das Chromosom, welches ihre Augenfarbe bestimmt. Allerdings bestimmt das Allel der Mutter, dass diese eine grün ausgeprägte Augenfarbe besitzt, während das Allel des Vaters eine braune Augenfarbe bestimmt.

Durch die 1865 von Gregor Mendel und nach ihm benannten mendelschen Regeln, wird nun die Weitergabe bei der Fortpflanzung beschrieben und erklärt. Dabei muss in Geno- und Phänotyp unterschieden werden.

Während der Genotyp beschreibt, welche Gene und Allele in der DNA des Menschen veranlagt sind, zeigt der Phänotyp lediglich die Merkmale, die nach außen sichtbar sind.

So kann ein Mensch beispielsweise von der Mutter das Allel für grüne (g) Augen vererbt bekommen und von dem Vater für braune (B). Da die grünen Augen rezessiv vererbt werden und die braunen Augen dagegen dominant, setzt sich als Phänotyp das Merkmal der braunen Augen durch – als Genotyp besitzt das Kind allerdings Bg.

Falls Du noch Fragen zum Thema mendelsche Vererbungslehre hast, kannst Du gerne das Thema nochmals in dem StudySmarter Artikel nachlesen!

Bedeutung des Rhesusfaktors während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft wird bei jeder werdenden Mutter die Blutgruppe bestimmt und in den Mutterpass eingetragen. Das wird nicht nur herausgefunden, um für unvorhersehbaren Komplikationen vorbereitet zu sein, falls die Schwangere viel Blut verlieren sollte, sondern auch aus einem anderen Grund.

Es kann vorkommen, dass Schwangere und deren Föten unterschiedliche Rhesusfaktoren aufweisen. Beispielsweise eine Rh- Mutter, die ein Rh+ Kind erwartet. In der Schwangerschaft kann es dann dazu kommen, dass Blutzellen des Kindes in das der Mutter gelangen. Die Rhesus-Antigene werden vom Blut der Mutter als Feinde identifiziert und sie bildet Antikörper. Diese können nun während der Schwangerschaft durch die Plazenta an den Fötus gelangen und sich dagegen richten.

Als Folgen können die roten Blutkörperchen des Kindes zerstört werden, zudem wird der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin, abgebaut. Wenn das Kind nun zur Welt kommt, leidet es unter akuter Blutarmut.

Bedeutung bei zweiter Schwangerschaft

Wenn während der Schwangerschaft keine Komplikationen bezüglich des Rhesusfaktors entstehen, so kann sich das Blut des Kindes dennoch während der Geburt mit dem der Mutter mischen. Das hat auf das jetzige Neugeborene keinen Einfluss mehr, allerdings kann es bei einer erneuten Schwangerschaft zu Problemen führen. Denn wird die Frau nun wieder schwanger, können die Antikörper das Kind erneut schaden. Das würde wie oben bereits erklärt ablaufen.

Anti-D-Prophylaxe

Heutzutage kann durch das Blut der Mutter herausgefunden werden, ob Rh- Mütter ein Kind mit gleichem oder positivem Rhesusfaktor erwarten. Falls sie nun ein Rh+ Kind erwarten, wird ihnen die sogenannte Anti-D-Prophylaxe verabreicht. Damit enthält das Blut der Schwangeren während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt Antikörper, die sich gegen die D-Antigene richten. Sie fangen schlussendlich die roten Blutkörperchen ab, sollten diese in das Blut der Mutter gelangen.

Solche Risiken sind bei dem AB0-System nicht zu erwarten, da die A- und B-Antigene zu groß sind, um über die Plazenta ins Blut zu gelangen.

AB0- und Rhesus-System – Unterschiede

Während im AB0-System das Augenmerk auf die Antigene A, B, und AB oder eben keine dieser Antigene (0) gelegt wird, ist es im Rhesus-System das Antigen D. Oder auch hier die Abwesenheit des Antigens. Neben den unterschiedlichen Bestandteilen ähneln sie sich jedoch enorm.

Beispielsweise in ihrem Erbgang: beide Systeme werden nach der mendelschen Erblehre vererbt. Zudem kommt beiden Systemen die gleiche Signifikanz zu. Ohne die Bestimmung des Rhesusfaktors kann keine Blutspende gelingen, allerdings gilt das gleiche auch für die Bestimmung des AB0-Antigens. Es lässt sich also sagen, dass die beiden Systeme zwar unterschiedliche Bestandteile haben, denen jedoch bei Angelegenheiten wie einer Blutspende, die gleiche Wichtigkeit zukommt.

In Deutschland besitzen etwa 85 % den Faktor Rhesus-positiv und 15 % den negativen Rhesusfaktor. Noch seltener kommt in Deutschland die Blutgruppe 0 vor. Somit ist die Blutgruppe 0 Rhesus-negativ, die auch weltweit am seltensten vorkommende Blutgruppe. Sie wird auch “goldenes Blut” genannt.

Heutzutage sind gerade einmal 43 Menschen mit dieser Blutgruppe bekannt. Aufgrund der Tatsache, dass diese Menschen jeder Blutgruppe Blut spenden könnten, gelten sie als Universalspender. Genau das macht die Blutgruppe so besonders.

In der Abbildung sind alle Spender und ihre möglichen Spenden aufgelistet:

Rhesus-System – Das Wichtigste

  • Rhesus-positive Menschen besitzen zusätzlich zu ihrem AB0-Antigen das Antigen D, Rhesus-negative nicht.
  • Der Rhesusfaktor wird nach den mendelschen Regeln vererbt:
    • dominantes Allel D
    • rezessives Allel d
  • In der Schwangerschaft kann es dann dazu kommen, dass Blutzellen des Kindes in das der Mutter gelangen.
    • Dies kann zu Komplikationen führen oder während der Schwangerschaft eines zweiten Kindes gefährlich werden.
  • Es gibt die Anti-D Prophylaxe Pille, die die Schwangere dafür einnehmen kann.
  • AB0-System und Rhesusfaktor werden zusammen benötigt, um Blut spenden zu können.
  • In Deutschland besitzen etwa 85 % den Faktor Rhesus positiv und 15 % den negativen Rhesusfaktor.
  • Die Blutgruppe 0 Rh- gilt als Universalspender.

Nachweise

  1. netdoktor.de: Rhesusfaktor. (06.06.2022)
  2. blutspende.de: Blutgruppen-Vererbung genau erklärt. (06.06.2022)
  3. quarks.de: Beeinflussen Blutgruppen, wie wir mit Infektionen fertigwerden? (06.06.2022)
  4. sbk.org: Goldenes Blut – das seltenste Blut der Welt? (06.06.2022)

Häufig gestellte Fragen zum Thema Rhesus System

Er wird nach den mendelschen Erbregeln vererbt.

Wenn man kein D-Antigen besitzt

Ja, das stellt besonders heutzutage kein Problem mehr da. Bei einem solchen Fall wird eine Anti-D Prophylaxe durchgeführt.

Er bestimmt mit, von welcher Blutgruppe man Blutspenden erhalten kann oder für wen man Blut spenden kann

Finales Rhesus System Quiz

Frage

Was bedeutet Rhesus positiv?

Antwort anzeigen

Antwort

Es bedeutet, dass man das Antigen D besitzt.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet Rhesus negativ?

Antwort anzeigen

Antwort

Es bedeutet, dass man das Antigen D nicht besitzt.

Frage anzeigen

Frage

Nach welchen Regeln läuft der Erbgang ab?

Antwort anzeigen

Antwort

Er läuft nach den mendelschen Regeln ab.

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Allel?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Teil auf dem Chromosom, der unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird das Allel Rh+ vererbt?

Antwort anzeigen

Antwort

Es wird dominant vererbt.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird das Allel Rh- vererbt?

Antwort anzeigen

Antwort

Es wird rezessiv vererbt.

Frage anzeigen

Frage

Wo befindet sich das D-Antigen?

Antwort anzeigen

Antwort

Es befindet sich auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen.

Frage anzeigen

Frage

Kann es aufgrund des Rhesusfaktors zu Komplikationen während der Schwangerschaft kommen?

Antwort anzeigen

Antwort

Ja, das kann passieren.

Frage anzeigen

Frage

Warum kann es aufgrund des Rhesusfaktors zu Komplikationen während der Schwangerschaft kommen?

Antwort anzeigen

Antwort

Weil sich Antikörper im Blut der Mutter gegen das eigene bilden können. Diese können sich entweder gegen den jetzigen Fötus richten oder bei einer folgenden Schwangerschaft Komplikationen auslösen.

Frage anzeigen

Frage

Wie gelangt das Blut des Fötus zu der Mutter?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch die Plazenta

Frage anzeigen

Frage

Welche Möglichkeit besteht, um eine Komplikation zu verhindern?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Anti-D Prophylaxe

Frage anzeigen

Frage

Was ist die Anti-D Prophylaxe?

Antwort anzeigen

Antwort

Damit enthält das Blut der Schwangeren während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt Antikörper, die sich gegen die D-Antigene richten. Sie fangen Schlussendlich die roten Blutkörperchen ab, sollten diese in das Blut der Mutter gelangen.

Frage anzeigen

Frage

Wie wurde der Rhesusfaktor entdeckt?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch Experimente an Rhesusaffen.

Frage anzeigen

Frage

Wer entdeckte den Rhesusfaktor?

Antwort anzeigen

Antwort

Er wurde von Karl Landsteiner entdeckt.

Frage anzeigen

Frage

Welche Blutgruppe wird als “goldenes Blut” bezeichnet?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Blutgruppe 0 Rh- wird so bezeichnet

Frage anzeigen

Frage

Warum ist die Blutgruppe 0 Rh- so besonders?

Antwort anzeigen

Antwort

Weil sie jeder anderen Blutgruppe Blut spenden kann.

Frage anzeigen
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