Meiose einfach erklärt.

Reduktionsteilung mit allen Phasen, Crossing-over und Vergleich zur Mitose — kompakt für die Bio-Klausur und das Abitur.

SS
AutorStudySmarter Biologie Redaktion
Erstellt 25.03.2023·Aktualisiert 03.06.2026·⭐ 4,7 (20.873 Stimmen)
Mini-Quiz · 5 Fragen
🧬 Biologie Genetik 🎓 Klasse 10–13 ⏱ 12 Min. Lesezeit Reduktionsteilung Crossing-over Keimzellen Abitur
⚡ Quick Reference Meiose auf einen Blick

Die wichtigsten Fakten zum Schnell-Nachschlagen — ideal für Klausur und Abitur.

Definition
Reduktionsteilung
Aus 2n entstehen 4 haploide Zellen (n).
Anzahl Teilungen
2 (Meiose I + II)
Reduktionsteilung + Äquationsteilung.
Tochterzellen
4 genetisch unterschiedlich
Alle haploid (n).
Zweck
Bildung von Keimzellen
Eizellen, Spermien.
Crossing-over
In Prophase I
Genetische Rekombination.
Vergleich Mitose
Mitose: 2 identische diploide Zellen
Meiose: 4 verschiedene haploide.

Was ist die Meiose?

Die Meiose ist eine Form der Zellteilung, bei der aus einer diploiden Mutterzelle (2n) vier genetisch unterschiedliche haploide Tochterzellen (n) entstehen. Sie dient der Bildung von Keimzellen und besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Teilungen — der Reduktionsteilung und der Äquationsteilung.

Die Meiose ist eine spezielle Form der Zellteilung, die bei sexuell sich vermehrenden Lebewesen ausschließlich in den Keimdrüsen stattfindet. Während die Mitose der Vermehrung von Körperzellen dient, ist die Meiose der Schlüsselprozess zur Bildung von Geschlechtszellen — Eizellen bei Frauen und Spermien bei Männern. Ihr Hauptzweck ist die Halbierung des Chromosomensatzes: Aus einer diploiden Mutterzelle mit doppeltem Chromosomensatz (2n = 46 Chromosomen beim Menschen) entstehen vier haploide Tochterzellen mit einfachem Chromosomensatz (n = 23 Chromosomen).

Warum die Meiose so wichtig ist

Diese Halbierung ist biologisch notwendig — denn bei der Befruchtung verschmelzen Eizelle und Spermium zu einer einzigen Zelle. Würden beide den vollständigen diploiden Chromosomensatz mitbringen, hätte die befruchtete Eizelle 92 Chromosomen statt der biologisch korrekten 46. Mit jeder Generation würde sich die Chromosomenzahl verdoppeln, was schon nach wenigen Generationen unmöglich wäre. Die Meiose verhindert das, indem sie den Chromosomensatz vor der Befruchtung halbiert.

Zwei Reifeteilungen

Die Meiose besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Teilungen, die nahtlos ineinander übergehen. Die erste Teilung — die Meiose I oder Reduktionsteilung — trennt die homologen Chromosomenpaare. Hier wird der Chromosomensatz von diploid auf haploid reduziert. Die zweite Teilung — die Meiose II oder Äquationsteilung — verläuft mechanisch wie eine Mitose: Die Schwesterchromatiden werden getrennt. Zusammen ergeben beide Teilungen aus einer diploiden Mutterzelle vier haploide Keimzellen.

Wie möchtest du
die Meiose lernen?

Wie läuft die Meiose ab?

Die Meiose läuft in zwei aufeinanderfolgenden Teilungen mit jeweils vier Phasen ab. Die Reduktionsteilung (Meiose I) trennt die homologen Chromosomenpaare und halbiert den Chromosomensatz. Die Äquationsteilung (Meiose II) trennt anschließend die Schwesterchromatiden und ergibt insgesamt vier haploide Tochterzellen.

Vor dem Beginn der eigentlichen Meiose durchläuft die Mutterzelle eine Interphase mit vollständiger DNA-Replikation. Jedes Chromosom besteht danach aus zwei Schwesterchromatiden, die am Centromer miteinander verbunden sind. Erst nach dieser Vorbereitung startet die Meiose I, gefolgt von der Meiose II ohne weitere Interphase oder DNA-Replikation zwischendurch.

Acht Phasen insgesamt

Insgesamt durchläuft die Meiose acht Phasen — vier in der Meiose I (Prophase I, Metaphase I, Anaphase I, Telophase I) und vier in der Meiose II (Prophase II, Metaphase II, Anaphase II, Telophase II). Während die Phasen ähnlich klingen wie bei der Mitose, gibt es entscheidende Unterschiede in dem, was in jeder Phase geschieht. Besonders die Prophase I unterscheidet sich grundlegend — sie ist mit Abstand die längste und biologisch interessanteste Phase der gesamten Meiose, weil hier das Crossing-over stattfindet.

Dauer der Meiose

Die Meiose ist deutlich langsamer als die Mitose. Beim Menschen kann die Meiose besonders bei Eizellen extrem lange dauern — sie beginnt schon vor der Geburt und wird erst bei der Reifung kurz vor dem Eisprung abgeschlossen. Eine Eizelle, die bei einer 35-jährigen Frau befruchtet wird, befindet sich seit 35 Jahren in der unterbrochenen Meiose I. Bei Spermien dagegen läuft die Meiose innerhalb weniger Tage durch und produziert kontinuierlich neue Keimzellen.

Was passiert in der Prophase I?

In der Prophase I — der längsten Phase der Meiose — finden zwei zentrale Ereignisse statt: Die homologen Chromosomenpaare lagern sich aneinander an (Synapsis) und tauschen DNA-Abschnitte untereinander aus (Crossing-over). Dieses Crossing-over ist die wichtigste Quelle genetischer Variation in den Keimzellen.

Die Prophase I ist die mit Abstand komplexeste und längste Phase der gesamten Meiose. Sie wird in fünf Unterphasen gegliedert: Leptotän, Zygotän, Pachytän, Diplotän und Diakinese. In jeder dieser Unterphasen passieren spezifische Vorgänge, die das Crossing-over vorbereiten und durchführen. Für die Schule muss man die Unterphasen nicht alle einzeln können — entscheidend sind die zwei großen Ereignisse: Synapsis und Crossing-over.

Synapsis: Paarung homologer Chromosomen

Die Synapsis ist die enge Aneinanderlagerung der homologen Chromosomen. Jedes Chromosom hat ein homologes Gegenstück — eines von der Mutter, eines vom Vater — mit denselben Genen an denselben Positionen. In der Prophase I finden diese Paare zueinander und legen sich Seite an Seite. Das entstehende Gebilde aus zwei Chromosomen mit jeweils zwei Chromatiden heißt Bivalent oder Tetrade (vier Chromatiden insgesamt).

Crossing-over: Austausch von DNA-Abschnitten

Während die homologen Chromosomen eng aneinanderliegen, kommt es zum Crossing-over — dem Austausch ganzer DNA-Abschnitte zwischen den nicht-Schwesterchromatiden der homologen Paare. Die Stellen, an denen sich Chromatiden überkreuzen, heißen Chiasmata (Einzahl Chiasma) und sind unter dem Mikroskop als X-förmige Strukturen sichtbar. Pro Chromosomenpaar entstehen meist ein bis drei Chiasmata, insgesamt also etwa 50 bis 80 Crossing-over-Ereignisse pro menschlicher Meiose.

🧬
Warum Crossing-over so wichtig ist

Crossing-over ist einer der drei Mechanismen, die für genetische Variation sorgen — neben der zufälligen Verteilung der homologen Chromosomen in der Anaphase I und der zufälligen Befruchtung. Ohne diese Variation wäre die Evolution unmöglich, weil alle Nachkommen genetisch zu ähnlich wären. Beim Menschen kann ein Elternpaar theoretisch mehr als 70 Billionen genetisch verschiedene Nachkommen zeugen.

Wie läuft die Meiose I ab?

Die Meiose I — die Reduktionsteilung — trennt die homologen Chromosomenpaare und halbiert den Chromosomensatz. Sie besteht aus Prophase I, Metaphase I, Anaphase I und Telophase I. Am Ende entstehen zwei haploide Tochterzellen, die noch Schwesterchromatiden tragen.

Die Meiose I ist die entscheidende Phase, in der der Chromosomensatz halbiert wird. Sie unterscheidet sich grundlegend von einer Mitose, weil hier nicht die Schwesterchromatiden, sondern die ganzen homologen Chromosomen getrennt werden. Nach der Prophase I, in der Synapsis und Crossing-over stattfinden, folgen die übrigen drei Phasen der ersten Reifeteilung.

Metaphase I: Anordnung der Bivalente

In der Metaphase I ordnen sich die Bivalente (homologen Chromosomenpaare) in der Äquatorialebene der Zelle an — anders als in der Mitose, wo einzelne Chromosomen liegen. Die Spindelfasern greifen an den Kinetochoren der jeweiligen Chromosomen an und ziehen sie leicht in entgegengesetzte Richtungen. Welches Chromosom des homologen Paars zum oberen und welches zum unteren Pol gerichtet ist, wird dabei zufällig festgelegt — was die zweite Quelle genetischer Variation darstellt.

Anaphase I: Trennung der Homologen

In der Anaphase I werden die homologen Chromosomen voneinander getrennt und zu den Polen gezogen. Die Schwesterchromatiden bleiben dabei zusammen am Centromer — anders als in der Mitose-Anaphase, wo genau diese Schwesterchromatiden getrennt werden. Jeder Pol erhält von jedem Chromosomenpaar nur ein Chromosom, also einen kompletten haploiden Satz aus 23 Chromosomen, die aber jeweils noch zwei Chromatiden tragen.

Telophase I: Bildung der Tochterzellen

In der Telophase I bilden sich um die beiden Chromosomensätze neue Kernhüllen, und die Zelle teilt sich durch Cytokinese in zwei Tochterzellen. Diese sind nun haploid (n), enthalten aber Chromosomen, die noch aus zwei Schwesterchromatiden bestehen — also doppelt so viel DNA wie eine voll ausgereifte Keimzelle. Zwischen Telophase I und Meiose II findet keine erneute DNA-Replikation statt; die Meiose II beginnt sofort.

Wie läuft die Meiose II ab?

Die Meiose II — die Äquationsteilung — trennt die Schwesterchromatiden und verläuft mechanisch wie eine normale Mitose. Sie besteht aus Prophase II, Metaphase II, Anaphase II und Telophase II. Aus den zwei haploiden Tochterzellen der Meiose I entstehen vier haploide Keimzellen.

Die Meiose II läuft in beiden Tochterzellen der Meiose I gleichzeitig ab und ähnelt mechanisch einer normalen Mitose. Der entscheidende Unterschied: Die Ausgangszellen sind bereits haploid, und die Schwesterchromatiden eines Chromosoms unterscheiden sich aufgrund des vorangegangenen Crossing-over geringfügig voneinander. Die Meiose II vollendet die Bildung der vier haploiden Keimzellen.

Prophase II und Metaphase II

In der Prophase II verdichten sich die Chromosomen wieder, und die Kernhülle löst sich auf, falls sie sich in der Telophase I überhaupt gebildet hatte. Ein neuer Spindelapparat bildet sich an den Polen. In der Metaphase II ordnen sich die einzelnen Chromosomen — wie in einer Mitose — in der Äquatorialebene an. Die Spindelfasern greifen an den Kinetochoren der Schwesterchromatiden an.

Anaphase II und Telophase II

In der Anaphase II werden die Schwesterchromatiden voneinander getrennt und zu den Polen gezogen — exakt wie in der Mitose-Anaphase. Jeder Pol erhält nun einen kompletten haploiden Satz aus einzelnen Chromosomen ohne Schwesterchromatiden. In der Telophase II bilden sich neue Kernhüllen, und die Cytokinese trennt die Zellen voneinander. Am Ende sind aus der ursprünglichen diploiden Mutterzelle vier haploide Tochterzellen entstanden — die fertigen Keimzellen.

Was ist der Unterschied zwischen Mitose und Meiose?

Die Mitose erzeugt zwei genetisch identische diploide Tochterzellen für Wachstum und Geweberegeneration. Die Meiose erzeugt vier genetisch unterschiedliche haploide Keimzellen für die sexuelle Fortpflanzung. Mitose hat einen Durchgang, Meiose zwei aufeinanderfolgende Reifeteilungen.

Der Vergleich Mitose vs. Meiose ist ein Klausur-Klassiker — er wird in praktisch jeder Bio-Klausur ab Klasse 10 mindestens einmal abgefragt. Beide Vorgänge sind Formen der Zellteilung und nutzen ähnliche Mechanismen, doch sie unterscheiden sich in Zweck, Ablauf und Ergebnis fundamental.

MerkmalMitoseMeiose
ZweckWachstum, RegenerationBildung von Keimzellen
Anzahl Teilungen12 (I + II)
Anzahl Tochterzellen24
ChromosomensatzDiploid (2n)Haploid (n)
Genetische IdentitätIdentisch zur MutterGenetisch unterschiedlich
Crossing-overNeinJa, in Prophase I
Synapsis homologer ChromosomenNeinJa
OrtAlle KörperzellenKeimdrüsen
Dauer~1 StundeTage bis Jahrzehnte

Der entscheidende konzeptionelle Unterschied liegt in der Meiose I: Hier werden die homologen Chromosomenpaare getrennt, nicht die Schwesterchromatiden. Genau dieser Schritt fehlt der Mitose komplett. Die Meiose II ähnelt zwar mechanisch einer Mitose, läuft aber mit bereits halbiertem Chromosomensatz ab — was zu vier haploiden Endzellen führt statt zu zwei diploiden.

Welche Bedeutung hat die Meiose?

Die Meiose hat zwei zentrale Funktionen: Sie halbiert den Chromosomensatz von diploid (2n) auf haploid (n), damit nach der Befruchtung der diploide Zustand wiederhergestellt wird. Zweitens sorgt sie durch Crossing-over und Rekombination für genetische Variation in den Nachkommen — die Grundlage der Evolution.

Die Meiose ist einer der wichtigsten biologischen Prozesse überhaupt, denn sie ist die Voraussetzung für sexuelle Fortpflanzung und die genetische Vielfalt aller höheren Lebewesen. Ohne Meiose wäre Evolution nicht möglich — jede Population wäre genetisch homogen und könnte sich nicht an veränderte Umweltbedingungen anpassen.

Halbierung des Chromosomensatzes

Die Halbierung von 2n auf n ist mathematisch notwendig, damit bei der Befruchtung der korrekte diploide Chromosomensatz entsteht. Beim Menschen liefert die Eizelle 23 Chromosomen, das Spermium ebenfalls 23 — zusammen ergeben sich die 46 Chromosomen einer normalen menschlichen Zelle. Würde die Meiose fehlen, würde sich die Chromosomenzahl mit jeder Generation verdoppeln, was schon nach wenigen Generationen biologisch unmöglich wäre.

Genetische Variation

Die Meiose erzeugt durch drei unabhängige Mechanismen Variation: Erstens das Crossing-over in der Prophase I, das DNA-Abschnitte zwischen homologen Chromosomen austauscht. Zweitens die zufällige Verteilung der homologen Chromosomen in der Anaphase I, die beim Menschen 2²³ ≈ 8,4 Millionen verschiedene Kombinationen ergibt. Drittens die zufällige Befruchtung, bei der eines von Millionen Spermien zufällig auf eine bestimmte Eizelle trifft. Zusammen ergeben diese drei Quellen mehr als 70 Billionen genetische Varianten pro Geschwisterpaar.

Grundlage der Evolution

Diese genetische Variation ist die Grundlage der natürlichen Selektion und damit der Evolution. Ohne Variation gäbe es keine Unterschiede zwischen Individuen, an denen die Selektion ansetzen könnte. Die Meiose ist also nicht nur ein einzelner zellbiologischer Vorgang, sondern ein zentraler Mechanismus, der die gesamte biologische Vielfalt ermöglicht. Ein Aspekt, der in Abitur-Klausuren besonders gerne im Zusammenhang mit Evolution gefragt wird.

Was passiert bei Fehlern in der Meiose?

Fehler in der Meiose — vor allem die Non-Disjunction (falsche Trennung von Chromosomen) — können zu Keimzellen mit zu vielen oder zu wenigen Chromosomen führen. Nach Befruchtung entstehen daraus Trisomien wie das Down-Syndrom (Trisomie 21) oder Monosomien wie das Turner-Syndrom.

Die Meiose ist hochkomplex, und Fehler kommen vor. Die häufigste Ursache genetischer Erkrankungen sind Meiose-Fehler, die zu Chromosomen-Fehlverteilungen in den Keimzellen führen. Da die Meiose-Fehler in den Keimzellen entstehen, betreffen sie alle Körperzellen des späteren Kindes — sie werden also auf zellulärer Ebene mitgegeben.

Non-Disjunction

Die Non-Disjunction ist die wichtigste Meiose-Panne. Dabei trennen sich die homologen Chromosomen in der Anaphase I (oder die Schwesterchromatiden in der Anaphase II) nicht korrekt — beide wandern stattdessen zum selben Pol. Als Ergebnis erhält eine Tochterzelle ein Chromosom zu viel, die andere eines zu wenig. Nach Befruchtung entsteht dann eine Zygote mit drei statt zwei Kopien eines Chromosoms (Trisomie) oder mit nur einer Kopie (Monosomie).

Trisomie 21 und andere

Die bekannteste Folge einer Non-Disjunction ist die Trisomie 21 (Down-Syndrom), bei der das Chromosom 21 dreifach statt zweifach vorliegt. Die Häufigkeit steigt mit dem mütterlichen Alter: von etwa 1:1500 bei 25-jährigen Frauen auf 1:30 bei 45-Jährigen. Andere wichtige Trisomien sind Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) und Trisomie 18 (Edwards-Syndrom), beide deutlich seltener und mit kürzerer Lebenserwartung verbunden. Bei den Geschlechtschromosomen führen Non-Disjunctions zu Turner-Syndrom (X0) oder Klinefelter-Syndrom (XXY).

Warum das mütterliche Alter eine Rolle spielt

Der Anstieg der Trisomie-Häufigkeit mit dem mütterlichen Alter erklärt sich aus dem besonderen Ablauf der weiblichen Meiose: Die Eizellen verharren seit der Geburt in einer unterbrochenen Prophase I. Mit zunehmendem Alter werden die Spindelfasern und Kontrollmechanismen anfälliger für Fehler, sodass die Trennung der Chromosomen in der späteren Anaphase I weniger zuverlässig läuft. Spermien dagegen werden ständig neu gebildet und sind im Durchschnitt deutlich jünger.

Häufige Klausuraufgaben zur Meiose

In Klausuren zur Meiose tauchen vier typische Aufgabentypen auf: Phasen identifizieren, Ablauf der Reduktion erklären, Vergleich zur Mitose und Anwendung auf Trisomien wie Down-Syndrom. Wer alle vier Typen sicher beherrscht, schreibt in der Regel über 80 % der Punkte.

Meiose-Aufgaben gehören zum Standard-Repertoire jeder Genetik-Klausur. Die typischen Fragestellungen wiederholen sich erstaunlich konstant — wer die vier Aufgabentypen kennt, ist gut vorbereitet.

Aufgabentyp 1: Phasen identifizieren

Hier zeigt dir die Klausur ein Mikroskop-Bild oder eine Schemazeichnung und fragt nach der gezeigten Phase. Schlüsselindikatoren sind: Bivalente (homologe Paare) → Prophase I oder Metaphase I. Einzelne Chromosomen mit Schwesterchromatiden in der Mitte → Metaphase II. Trennung ganzer Chromosomen → Anaphase I. Trennung von Schwesterchromatiden in haploider Zelle → Anaphase II.

Aufgabentyp 2: Crossing-over erklären

Eine klassische Aufgabe ist die Erklärung des Crossing-over und seiner Bedeutung. Schlüsselbegriffe sind: Synapsis, Bivalent, Chiasma, Rekombination, genetische Variation. Wer diese Begriffe richtig verwendet und in einen sinnvollen Zusammenhang stellt, holt fast immer die volle Punktzahl.

Aufgabentyp 3: Mitose vs. Meiose vergleichen

Die Vergleichsaufgabe ist Klassiker im Abitur. Hier wird oft eine Tabelle verlangt mit Kategorien wie „Anzahl Tochterzellen", „Chromosomensatz", „Zweck" und „Crossing-over". Wer die Vergleichstabelle aus diesem Artikel verinnerlicht hat, schreibt diese Aufgabe in wenigen Minuten herunter.

Aufgabentyp 4: Fehler-Folgen analysieren

Die anspruchsvollste Aufgabe ist die Analyse von Meiose-Fehlern. Klassische Themen sind Trisomie 21 (verursacht durch Non-Disjunction in der Meiose I oder II), das Alter der Mutter als Risikofaktor und der Vergleich verschiedener Trisomien. Wer hier den Bezug zwischen Meiose-Mechanik und realer Krankheit herstellen kann, beweist Verständnis auf Abitur-Niveau.

Übungsaufgaben zur Meiose

Fünf Übungen zur Meiose: von einfachen Phasenfragen bis zur Vergleichsaufgabe mit der Mitose. Klicke „Lösung", wenn du fertig bist.

Aufgabe 1 · Niveau 1
Wie viele Tochterzellen entstehen aus einer Meiose?
Lösung

Vier haploide Tochterzellen. Bei der Mitose wären es nur zwei diploide.

Aufgabe 2 · Niveau 1
In welcher Phase findet das Crossing-over statt?
Lösung

In der Prophase I, genauer im Pachytän. Dabei werden DNA-Abschnitte zwischen homologen Chromosomen ausgetauscht.

Aufgabe 3 · Niveau 2
Was wird in der Anaphase I getrennt — Schwesterchromatiden oder homologe Chromosomen?
Lösung

Die homologen Chromosomen werden getrennt. Die Schwesterchromatiden bleiben am Centromer verbunden und werden erst in der Anaphase II getrennt.

Aufgabe 4 · Niveau 2
Was passiert beim Down-Syndrom auf chromosomaler Ebene?
Lösung

Beim Down-Syndrom (Trisomie 21) liegt das Chromosom 21 dreifach statt zweifach vor. Ursache ist eine Non-Disjunction in der Meiose I oder II der Mutter (häufiger) oder des Vaters.

Aufgabe 5 · Niveau 3
Nenne drei Quellen genetischer Variation, die durch die Meiose entstehen.
Lösung

1. Crossing-over in der Prophase I. 2. Zufällige Verteilung der homologen Chromosomen in der Anaphase I (beim Menschen 2²³ ≈ 8,4 Mio. Kombinationen). 3. Zufällige Befruchtung einer Eizelle durch eines von vielen Spermien.

Karteikarten zur Meiose

Sechs Karteikarten zu Phasen, Crossing-over und dem Vergleich mit der Mitose. Klicke zum Umdrehen.

Karteikarte 1/6
Wie viele Phasen hat die Meiose insgesamt?
Klicke zum Umdrehen
Antwort
Acht Phasen: je vier in der Meiose I und Meiose II (Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase).
Klicke zum Umdrehen
1/6

Erklärvideo zur Meiose

Das Video von „TheSimpleBiology" erklärt die Meiose in unter 10 Minuten — mit allen Phasen, Crossing-over und Vergleich zur Mitose.

Meiose Erklärvideo

Meiose — Zusammenfassung

Die Meiose ist die Reduktionsteilung zur Bildung von Keimzellen. Sie läuft in zwei aufeinanderfolgenden Teilungen ab und ergibt vier haploide Tochterzellen. Crossing-over in der Prophase I und zufällige Verteilung der Chromosomen erzeugen genetische Variation.

Wer die Meiose in all ihren Facetten beherrscht — Phasen, Crossing-over, Vergleich zur Mitose und Fehler wie Trisomie 21 — hat einen der zentralen Bereiche der Genetik verstanden und ist für Klausur und Abitur gut gerüstet.

  • Phasen: 8 insgesamt (PMAT-PMAT)
  • Ergebnis: 4 genetisch unterschiedliche haploide Tochterzellen
  • Schlüsselereignis: Crossing-over in der Prophase I
  • Trennung in Meiose I: homologe Chromosomen
  • Trennung in Meiose II: Schwesterchromatiden
  • Fehler: Non-Disjunction → Trisomien (z.B. Down-Syndrom)
Wie hilfreich war diese Erklärung?

Häufige Fragen zur Meiose

Die wichtigsten Fragen zur Meiose auf einen Blick: Definition, Phasen, Crossing-over, Bedeutung, Mitose-Vergleich und Ort im Körper.

Die Meiose ist eine Form der Zellteilung, bei der aus einer diploiden Mutterzelle (2n) vier genetisch unterschiedliche haploide Tochterzellen (n) entstehen. Sie dient der Bildung von Keimzellen (Eizellen und Spermien) und besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Teilungen — der Reduktionsteilung und der Äquationsteilung.

Die Meiose hat acht Phasen, je vier pro Reifeteilung: Prophase I, Metaphase I, Anaphase I, Telophase I (Reduktionsteilung) sowie Prophase II, Metaphase II, Anaphase II, Telophase II (Äquationsteilung). Besonders wichtig ist die Prophase I, in der das Crossing-over stattfindet.

Crossing-over ist der Austausch von DNA-Abschnitten zwischen homologen Chromosomen während der Prophase I. Dabei werden Genvarianten neu kombiniert, was zu genetischer Variation in den Keimzellen führt. Es ist einer der drei Mechanismen der genetischen Rekombination.

Die Mitose erzeugt zwei genetisch identische diploide Tochterzellen für Wachstum und Geweberegeneration. Die Meiose erzeugt vier genetisch unterschiedliche haploide Keimzellen für die sexuelle Fortpflanzung. Mitose hat einen Durchgang, Meiose zwei aufeinanderfolgende Reifeteilungen.

Die Meiose hat zwei zentrale Funktionen: Sie halbiert den Chromosomensatz von diploid (2n) auf haploid (n), damit nach der Befruchtung der diploide Zustand wiederhergestellt wird. Zweitens sorgt sie durch Crossing-over und Rekombination für genetische Variation in den Nachkommen — die Grundlage der Evolution.

Die Meiose findet ausschließlich in den Keimdrüsen statt: bei Frauen in den Eierstöcken (Ovarien), bei Männern in den Hoden (Testes). Aus Urkeimzellen entstehen durch Meiose Eizellen bzw. Spermien — bei Männern lebenslang ab der Pubertät, bei Frauen bereits vor der Geburt mit späterer Reifung.

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