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Obligate Parasiten

Während Bandwürmer immer nur im Darm und Gehirn verschiedener Wirbeltiere zu finden sind, können auch Viren nicht außerhalb eines anderen Lebewesens überleben. Denn sie haben eine Sache gemeinsam: Sie sind zum Leben und Überleben zwingend auf einen Wirt angewiesen. Sobald kein Wirt anwesend ist, sterben sie. Diese Art von Parasit wird auch als obligater Parasit bezeichnet. 

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Während Bandwürmer immer nur im Darm und Gehirn verschiedener Wirbeltiere zu finden sind, können auch Viren nicht außerhalb eines anderen Lebewesens überleben. Denn sie haben eine Sache gemeinsam: Sie sind zum Leben und Überleben zwingend auf einen Wirt angewiesen. Sobald kein Wirt anwesend ist, sterben sie. Diese Art von Parasit wird auch als obligater Parasit bezeichnet.

Obligater Parasit Definition

Zu den obligaten Parasiten zählen alle Parasiten, die ohne einen oder mehrere Wirte nicht vermehrungs- und entwicklungsfähig sind. Sie durchlaufen mindestens ein Entwicklungsstadium in oder auf ihren Wirten. Das Wort obligat stammt von dem lateinischen Begriff obligatio und bedeutet übersetzt "Verpflichtung".

Obligate Parasiten sind zur Ernährung und/oder Entwicklung auf die Stoffwechselprodukte beziehungsweise auf lebendes Gewebe des Wirtes angewiesen. Das bedeutet, dass sie sich biotroph ernähren. Aufgrund dieser Abhängigkeit töten sie ihre Wirte in der Regel nicht.

Gründe für die obligat parasitische Lebensweise

Obligate Parasiten sind häufig auf ihre Wirte angewiesen, da im Zuge der Koevolution eine starke Anpassung an Organismen stattgefunden hat. Dabei haben sich teilweise Organe der Parasiten zurückgebildet und/oder sie haben sich an spezifische Organismen angepasst. Das ist der Grund, weshalb Parasiten häufig wirtsspezifisch sind und ohne ihre Wirte nicht entwicklungs- beziehungsweise überlebensfähig sind.

Unter einer Koevolution wird innerhalb des Evolutionsprozesses eine wechselseitige Anpassung zweier Arten verstanden, die in einer Wechselbeziehung zueinander stehen. Einfach ausgedrückt bewirkt die Anpassung einer Art auch eine Anpassung der anderen Art.

Fakultativer und obligater Parasit im Vergleich

Fakultative Parasiten sind im Gegensatz zu obligaten Parasiten nicht zwingend auf ihren Wirt angewiesen. Sie werden nur zeitweise dort gefunden und können auch als Gelegenheitsparasiten bezeichnet werden. Einfach gesagt ist es den fakultativen Parasiten möglich, ohne einen Wirt zu existieren beziehungsweise sich zu entwickeln.

Wenn Du mehr über fakultative Parasiten erfahren möchtest, dann lies Dir doch gerne die Erklärung hierzu durch!

Beispiele obligater Parasiten

Zu den obligaten Parasiten können Bandwürmer, Nematoden, Bakterien, Pilze und Bakterien sowie Viren zählen. Folgende Beispiele zeigen Dir auf, warum obligate Parasiten so sehr auf einen Wirt angewiesen sind.

Bandwürmer als obligater Endoparasit

Bandwürmer zählen zu den Endoparasiten, da sie im Darm und Gehirn verschiedener Wirbeltiere leben. Jede Art von Bandwürmern durchläuft drei Entwicklungsstadien: beginnend als Eier, über ein Larvenstadium bis hin zu adulten Würmern.

Ihre Entwicklung ist außerhalb ihrer Wirte nicht möglich, weshalb sie zu den obligaten Parasiten zählen. Dabei kann jedoch auch ein Wirtswechsel stattfinden. Bei Bandwürmern, die den Menschen im Darm befallen, ist der Zwischenwirt entscheidend bei der Namensgebung gewesen. Deshalb heißt der Schweinebandwurm beispielsweise so, weil Schweine die Zwischenwirte sind.

Zu den Endoparasiten zählen diejenigen, die im Inneren ihres Wirtes leben, so auch der Bandwurm. Sie können das Gewebe verschiedener Organe, Hohlräume, Epithelien oder das Blut ihrer Wirte befallen. Die von ihnen ausgelösten Krankheiten werden Endoparasitosen genannt.

Wenn Du mehr über Bandwürmer erfahren möchtest, dann lies Dir doch gerne die Erklärung zum Bandwurm durch!

Nematoden als obligater Parasit

Es gibt auch einige Nematodenarten, die parasitisch leben und verschiedene Wirte zum Leben und zur Vermehrung benötigen.

Ein Beispiel hierzu sind die Trichinen, eine Gattung der Fadenwürmer. Hier dienen Säugetiere und Vögel als Zwischen- und Endwirte. Menschen können sich mit Trichinen infizieren und folglich an einer Trichinellose erkranken, wenn sie beispielsweise rohes oder halb gares, mit Larven kontaminiertes Fleisch essen.

Die eingekapselten Larven werden im Dünndarm aufgelöst, wodurch die Larven freigesetzt werden. Im Dünndarmepithel entwickeln sie sich dann zum adulten Tier. Die adulten Tiere können sich hier paaren und weitere Larven produzieren, wodurch der Kreislauf von Neuem beginnt.

Pilze als obligater biotropher Ektoparasit

Pilze können in verschiedene Wechselbeziehungen zu anderen Lebewesen stehen. Dazu gehören unter anderem symbiontische Beziehungen, bei denen beide oder sogar mehrere beteiligte Lebewesen profitieren.

Eine weitere Form ist die saprobiontische Lebensweise, bei der sich die Pilze von totem organischem Material ernähren. Hierzu gehören auch die fakultativen parasitären Pilze, die sowohl lebendes als auch abgestorbenes Pflanzengewebe befallen können.

Es gibt aber auch obligate parasitäre Pilzarten, welche auf die Ernährung von lebendem organischem Material angewiesen sind.

Zu den obligat parasitären Pilzarten zählt die Familie des echten Mehltaus (Erysiphaceae). Die Mehltauarten sind jeweils auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert und wachsen auf dem Blattgewebe. Sie sind somit obligat biotrophe Ektoparasiten.

Sobald die Pilzgeflechte das Blattgewebe befallen, bilden sie Haustorien aus. Mit solchen Saugorganen verankert sich das Pilzgeflecht in den Zellen der Epidermis. So kann sich der Pilz die Nährstoffe aus den Pflanzen holen. Es werden vom Pilz die Konidien vom Wind an weitere Pflanzen geweht, wodurch er an der nächsten Pflanze andocken kann.

Als Konidien wird eine bestimmte Form von Sporen bei den Pilzen bezeichnet. Sporen stellen ein bestimmtes Entwicklungsstadium dar, das sich asexuell vermehrt. Es handelt sich dabei also nicht um Gameten (= Geschlechtszellen).

Obligate intrazelluläre Parasiten

Obligate Zellparasiten sind auf ein Leben innerhalb von Zellen ihrer Wirte angewiesen. Hierzu gehören kleine Parasiten (Mikroparasiten) wie Viren, Bakterien, kleine Pilze und Einzeller (Protozoen).

Zu den obligaten intrazellulären Parasiten zählen unter anderem einzellige Eukaryoten der Gattung Plasmodium. Sie nutzen blutsaugende Insekten (Stechmücken) als Vektoren. Plasmodien sind die Krankheitserreger des Malaria-Fiebers.

Vektoren sind Organismen, die Erreger wie Bakterien, Viren oder Protozoen von einem Wirtsorganismus zum Nächsten transportieren. Vektoren dienen als Krankheitsüberträger.

Der Lebenszyklus von Plasmodien der Malaria beginnt bei den Sporozoiten. Sporozoiten entstehen aus der Verschmelzung von männlichen und weiblichen Gameten im Darm der Steckmücken. Von dort aus wandern sie dann in die Speicheldrüsen der Mücke. Wenn die Mücken nun Menschen aufsuchen, um an ihnen Blut zu saugen, gelangen die Sporozoiten in die Blutbahn des Menschen. Von dort aus wandern sie in die Leber und entwickeln sich innerhalb der Hepatozyten (Leberzellen) zu Schizonten. Danach zerfallen sie zu Merozoiten.

Anschließend werden die Merozoiten in den Blutkreislauf freigesetzt. Das Immunsystem reagiert nun auf die Eindringlinge, die in das Blutsystem gelangt sind. Deshalb kommt es zu Symptomen wie Fieberschüben beim Menschen. Plasmodien zählen deshalb zu obligaten intrazellulären Parasiten, weil sie sich in menschlichen Leberzellen, roten Blutkörperchen sowie im Körper der Anopheles-Mücke vermehren. Sie sind für ihre Entwicklung auf lebende Zellen ihrer Wirte angewiesen.

Viren als obligater Zellparasit

Viren sind zum Leben auf Zellen angewiesen, da sie zur Vermehrung auf Enzyme ihrer Wirtszellen angewiesen sind. Viren besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und können sich ebenso nicht eigenständig fortpflanzen.

Sie zählen aus diesem Grund ebenfalls zu den obligaten intrazellulären Parasiten, obwohl sie streng genommen keine Lebewesen im klassischen Sinne darstellen.

Als Virus wird nur das intrazelluläre Stadium bezeichnet. Sobald sich die Partikel mit der DNA außerhalb einer Zelle befinden, spricht man von einem Virion oder Virus-Partikel. Virionen beinhalten ein oder mehrere Nukleinsäuremoleküle. Diese sind häufig von einer Proteinkapsel, einem sogenannten Kapsid, umgeben.

Bakterielle als obligater Zellparasit

Die bakteriellen obligaten Zellparasiten zeichnen sich im Gegensatz zu allen anderen Bakterien dadurch aus, dass sie sich nur innerhalb einer Wirtszelle vermehren können.

Rickettsien sind ein Beispiel für obligat intrazellulär vermehrende Bakterien. Sie sind circa 0,3-2 Mikrometer groß und besitzen 1,12-1,6 Millionen Basenpaare. Da ihnen jedoch einige Gene für den Abbau von Zuckern und für die Synthese von Lipiden, Aminosäuren und Nukleotiden fehlt, sind sie zwingend auf eine Wirtszelle angewiesen.

Vektoren der Rickettsien sind Zecken, Läuse, Milben oder Flöhe, durch welche die Bakterien auf den Menschen übertragen werden können und das Fleckfieber auslösen. Die Bakterien befinden sich bei den Vektoren in den Zellen des Speichels oder im Kot.

Fleckfieber wird auch als "Läusefleckfieber" oder "Zecken-Fleckfieber" bezeichnet. Es ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Rickettsia prowazekii ausgelöst wird. Zu den typischen Symptomen zählen hohes Fieber bis zu 41 °C und ein Hautausschlag (Exanthem). Das Exanthem zeigt sich durch Flecken, die teils hochrot, lila oder rosa erscheinen.

obligate Parasiten – Das Wichtigste

  • Zu den obligaten Parasiten zählen alle Parasiten, die ohne einen oder mehrere Wirte nicht vermehrungs- und entwicklungsfähig sind.
  • Sie sind auf lebensfähiges Gewebe des Wirtes angewiesen.
  • Obligat parasitisch können Viren, Nematoden, Pilze, Bandwürmer und Bakterien sein.
  • Obligate Zellparasiten dringen beim Wirt in eine Wirtszelle ein.
    • Sie sind zum Überleben und zur Vermehrung zwingen auf eine solche Wirtszelle angewiesen.

Nachweise

  1. Richard Lucius, Brigitte Loos-Frank, Richard P. Lane (2018). Biologie von Parasiten. Springer Spektrum Berlin, Heidelberg.
  2. Friedrich Frischknecht (2020). Parasiten. Springer Spektrum Wiesbaden.
  3. Gernot Lysek (1987). Zoophage Pilze. Springer-Verlag.
  4. Nikolaus Deigendesch, Dirk Schlüter, Eberhard Siebert, Werner Stenzel (2019). Infektionen des zentralen Nervensystems durch Protozoen, Würmer und Pilze. Springer Medizin Verlag GmbH.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Obligate Parasiten

Ein temporärer Parasit beansprucht nur einen bestimmten Abschnitt innerhalb seines Lebenszyklus einen Wirt. Daher ist nur dieser Abschnitt parasitär.

Obligate Zellparasiten dringen beim Wirt in eine Wirtszelle ein. Sie sind zum Überleben und zur Vermehrung zwingen auf eine solche Wirtszelle angewiesen. Hierzu gehören beispielsweise alle Viren sowie einige Bakterien, Pilze und Protozoen.

Obligate Parasiten sind Parasiten, die ohne einen oder mehrere Wirte nicht vermehrungs- und entwicklungsfähig sind. Sie durchlaufen mindestens ein Entwicklungsstadium in Wirten. 

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