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Tropischer Regenwald

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Biologie

Ein tropischer Regenwald ist ein immerfeuchter Wald, der in der tropischen Klimazone wächst. Tropische Regenwälder bilden sehr große Ökosysteme.



Verbreitung und Niederschlag im tropischen Regenwald


Der tropische Regenwald wächst in der Nähe des Äquators und ist dafür bekannt, dass es immergrün ist. Den tropischen Regenwald findet man überwiegend in Zentralafrika, auf den Inseln im Indischen Ozean, in Südostasien, im Nord-Osten von Australien und von Mittelamerika bis Brasilien. Der tropische Regenwald erstreckt sich also über diverse Kontinente.


Die Voraussetzung für das Wachstum des tropischen Regenwaldes ist ganzjährig hohe Temperaturen. Dadurch bleibt die Produktivität des Ökosystems sehr hoch.


Die Temperaturen im Regenwald sinken nie unter ca. 25 °C und die durchschnittliche Niederschlagsmenge ist mehr als 2000 mm pro Jahr. Es entsteht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, da es so viel regnet und die Temperaturen konstant 25°C sind. Das liegt daran, dass die Luft sehr viel Wasser aufnimmt. 


Die relative Luftfeuchtigkeit in einem tropischen Regenwald liegt in den bodennahen Schichten bei ungefähr 95 % und im übrigen Wald zwischen 75 und 80 %.


Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und hohe Niederschlagsmenge ist es den Pflanzen möglich, das ganze Jahr über Photosynthese zu betreiben. Dadurch, dass die Pflanzen ganzjährig Photosynthese betreiben können, haben die Tiere genügend Nahrung, um weiterzuleben und sich zu entwickeln. Durch die hohe Artenvielfalt, und allgemein hohe Zahl an Tieren, entsteht viel Biomasse.


Abbildung 1: Verbreitung der tropischen Regenwälder;
Quelle: wikipedia.de



Stockwerkbau im tropischen Regenwald


Jedes Stockwerk in dem Regenwald beeinflusst sowohl die übrigen Stockwerke als auch die darin lebenden Tiere und Pflanzen. Wie die Stockwerke unterteilt sind, kann man vor Ort mit bloßem Auge kaum erkennen. Das liegt daran, dass die Stockwerke ineinander übergehen und die Stockwerkeinteilung von Wald zu Wald variieren kann. 


In einem Regenwald werden verschiedene Etagen durch Pflanzen gebildet. Das Tageslicht erreicht kaum die untersten Schichten des Waldes. Da die größeren Blätter, die höher im Wald liegen, auch ein Teil des Lichts absorbieren, nimmt das Lichtangebot von oben nach unten immer weiter ab. An Tagen, wo nur die Sonne scheint, kann es am Boden des Regenwaldes ziemlich dunkel sein. Es herrscht dort nur Dämmerlicht.


Im tropischen Regenwald wachsen die Pflanzen sehr dicht nebeneinander in einer bestimmten vertikalen Staffelung, die auch als Stockwerkbau bezeichnet wird. Die Etagen eines Waldes kann man nicht immer voneinander trennen. Wie stark die einzelnen Stockwerke ausgeprägt werden, hängt von Wald zu Wald ab. Dieser Stockwerkbau lässt sich in vier bis sechs Etagen unterteilen:


  • Bodenschicht: besteht aus Brettwurzeln, holzzersetzende Pilze und Wuzelparasiten.
  • Krautschicht: hier wachsen Moose und andere Bodendecker, die nicht viel Licht brauchen.
  • Strauchschicht: kann bei Lichtmangel bis zu 8 m hoch wachsen und enthält kleine Bäume mit großen Blättern.
  • Schicht der niedrigen Bäume: hier befinden sich einzelne kleine Bäume und junge Pflanzen.
  • Kronenschicht: enthält die dichtbewachsenen Bäume, die 20 bis 40 m in die Höhe wachsen.
  • Überständer: Urwald- oder Baumriesen, die vereinzelt bis zu 65 m, aber auch bis zu 80 m, aus der Kronenschicht herausragen.


Abbildung 2: Stockwerkbau im tropischen Regenwald;
Quelle: wikipedia.de



Vegetation im tropischen Regenwald


In den tropischen Regenwäldern herrscht die größte Artenvielfalt der Erde. Die Regenwälder bedecken ca. 9 % der Erdoberfläche.


Die Flora im Regenwald weist eine enorme Artenvielfalt auf. Hier können die größten Bäume bis zu 80 m hoch werden und heißen daher auch Urwald- oder Baumriesen. Durch sogenannte Brettwurzeln können sich Urwaldriesen stützen. 


Brettwurzeln können sehr hoch wachsen. Diese Wurzeln sind sternförmig angeordnet.


Auf den Bäumen des tropischen Regenwaldes wachsen Epiphyten und Epiphylle.


  • Epiphyten 
    Epiphyten sind Aufsitzerpflanzen, wie zum Beispiel die Bromelien und Orchideen. Diese Pflanzen wachsen so lange die Bäume hoch, bis sie das nötige Licht erreicht haben. Epiphyten sind nicht mit dem Boden verwurzelt und können manchmal an Nährstoff- und Wassermangel leiden. Deswegen speichern Epiphyten Wasser in den Wurzeln oder sammeln Wasser durch die Blätter.

  • Epiphylle 
    Epiphylle wiederum sind Farne, Moose und Flechten, die auf Astgabeln, Blättern und Baumzweigen wachsen. Epiphyllen gehen dabei keine physiologische Verbindung mit dem Trägerbaum ein. Sie können die Pflanzen aber beschädigen, wenn sie die Blätter abschatten.


Kletterpflanzen, die man hier findet, sind unter anderem Lianen und Würgefeigen. 


Lianen sind Kletterpflanzen, die immer im Boden verwurzelt sind.



Tiere im tropischen Regenwald


Auch die Fauna in den tropischen Regenwäldern weist eine riesige Artenvielfalt auf. Es ist ein sogenannter "Hotspot der Artenvielfalt", weil verschiedene Tierarten zusammen leben. Es ist nicht ganz genau klar, wie viele Tierarten im tropischen Regenwald leben. Geschätzt variiert die Zahl zwischen 50 und 90 % aller bekannten Tierarten der Erde. 


Die meisten der hier lebenden Tiere gehören zu den Gliederfüßern, also Insekten, Spinnentiere oder Tausendfüßler. Aufgrund der natürlichen Selektion haben sich die Tiere immer besser an die ökologischen Bedingungen ihres Lebensraums angepasst. 


So leben zum Beispiel die sehr auffällig gefärbten Baumsteiger Frösche in den Baumkronen.  


Die im Regenwald lebenden Reptilien können ebenfalls sehr groß werden. 


Beispiele für diese sehr großen Reptilien sind die Anakonda oder Krokodile. Es gibt aber auch noch kleinere Reptilien wie zum Beispiel das Chamäleon.


Die hier lebenden Vögel fallen besonders durch ihr auffällig gefärbtes Gefieder auf. 


Beispiele hierfür sind der Kolibri und der Paradiesvogel. Der Kolibri ist insbesondere in Südamerika verbreitet, während der Paradiesvogel hauptsächlich in Australien und Neuguinea zu finden ist. 


In den Flüssen, die man im Regenwald findet, lebt eine Vielzahl von unterschiedlichen Fischarten. 


Diese Fische dienen zum Beispiel den hier lebenden Flussdelfinen als Nahrung.


Auch Säugetiere findet man in den tropischen Regenwäldern, obwohl sie nur eine relativ kleine Artengruppe darstellen. 


Man findet unter anderem einige Primatenarten, wie zum Beispiel Schimpansen und Gorillas. Auch Raubtiere wie Tiger und Jaguar leben in den Regenwäldern. Das vermutlich größte, im Regenwald lebende Säugetier, ist der afrikanische Waldelefant.


Nährstoffkreislauf im tropischen Regenwald


Obwohl der tropische Regenwald einer der artenreichsten Lebensräume der Erde ist, ist der Boden dort relativ unfruchtbar. Der Grund dafür ist der ständige Regen, der Nährstoffe wegspült. Die Pflanzen, die hier leben, haben sich daher einen perfekten Nährstoffkreislauf erschaffen, um ihr Überleben zu sichern. Fast alle Nährstoffe, die die Pflanzen benötigen, stecken oberhalb des Bodens in den lebenden und abgestorbenen Pflanzen. 


Der Nährstoffkreislauf funktioniert in jedem Wald ungefähr gleich:


  • Die herabgefallenen Blätter und abgestorbenen Pflanzenreste werden von Insekten, Würmern und Bakterien im Humus zersetzt.
  • Die Nährstoffe, die in abgestorbenen Pflanzen sind, werden freigesetzt.
  • Die freigesetzten Nährstoffe werden von den Wurzeln der Bäume am Boden aufgenommen.
  • Der Kreislauf läuft andauernd.


Die Mikroorganismen im tropischen Regenwald können aufgrund des tropischen Klimas besonders effektiv arbeiten. Daher gelangen die gelösten Nährstoffe fast vollständig durch das Wurzelwerk zurück in die Pflanzen. Das wird auch als kurzgeschlossener Nährstoffkreislauf bezeichnet. So bildet sich zwar nach und nach aus dem abgestorbenen Pflanzenmaterial eine kleine Humusschicht, diese enthält aber kaum noch Nährstoffe und ist meistens nicht dicker als 50 Zentimeter. Darunter liegen die unfruchtbaren, tiefgründig verwitterten und durch Metalloxide oft rot gefärbten Tropenböden.



Tropischer Regenwald - Das Wichtigste auf einem Blick


  • Tropische Regenwälder befinden sich immer in Äquatornähe, da dort ein tropisches Klima herrscht.
  • Wie andere Wälder auch lassen sich Regenwälder in Stockwerke einteilen.
  • In den tropischen Regenwäldern herrscht zudem die größte Artenvielfalt der Erde.
  • Da der Boden im Regenwald relativ unfruchtbar ist, haben sich die hier lebenden Pflanzen einen effektiven Nährstoffkreislauf erschaffen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Tropischer Regenwald

Tropische Regenwälder werden meist mit der dazugehörigen Ortsbezeichnung benannt. Zum Beispiel der zentralafrikanischer Regenwald, der südostasische Regenwald, der brasilianische Regenwald, usw.

Die Luftfeuchtigkeit liegt in den bodennahen Schichten bei ungefähr 95 % und im übrigen Wald zwischen 75 und 80 %. Aufgrund dieser speziellen Bedingungen ist es den Pflanzen möglich, das ganze Jahr über Photosynthese zu betreiben. Durch diese zeitliche Kontinuität des pflanzlichen Stoffwechsels ist auch die ganzjährige Entwicklung von Tierarten möglich. Dadurch kann im tropischen Regenwald sehr viel mehr Biomasse produziert werden als in einem mitteleuropäischen Laubwald.

Der immergrüne tropische Regenwald befindet sich in Äquatornähe. Dort findet man ihn überwiegend in Zentralafrika, auf den Inseln im Indischen Ozean, in Südostasien, im Nord-Osten von Australien und von Mittelamerika bis Brasilien. Der tropische Regenwald erstreckt sich also über diverse Kontinente.

In der tropischen Klimazone des Regenwaldes herrscht ganzjährig ein tropisches Klima mit hohen Temperaturen. Diese sinken nie unter 20 °C und die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1000 bis 2000 mm pro Jahr. Durch die enormen Niederschlagsmengen und hohen Temperaturen kommt es zu einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit, da warme Luft sehr viel Wasser aufnehmen kann.

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