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Dünndarm

Stell Dir vor, Du hast einen stressigen Tag, Du isst zu Mittag und kurz darauf wirst Du müde und bist weniger produktiv beim Lernen oder Arbeiten. Da hilft nur ein Verdauungspäuschen. Du schonst Dich, damit Dein Verdauungsapparat gründlicher arbeiten kann. Dabei ist diese Pause einem erheblichen Teil Deines Dünndarms geschuldet. Dieser hat nämlich eine wichtige Funktion als Verdauungsorgan, die Du…

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Dünndarm

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Stell Dir vor, Du hast einen stressigen Tag, Du isst zu Mittag und kurz darauf wirst Du müde und bist weniger produktiv beim Lernen oder Arbeiten. Da hilft nur ein Verdauungspäuschen. Du schonst Dich, damit Dein Verdauungsapparat gründlicher arbeiten kann. Dabei ist diese Pause einem erheblichen Teil Deines Dünndarms geschuldet. Dieser hat nämlich eine wichtige Funktion als Verdauungsorgan, die Du im Folgenden besser kennenlernst.

Dünndarm – Aufbau

Der Dünndarm (lat.: Intestinum tenue) ist der Teil des menschlichen Verdauungstrakt, der direkt an den Magenausgang anschließt. Dort finden sowohl der Endabbau der Nahrung, als auch die Resorption durch die Darmschleimhaut statt.

Der menschliche Dünndarm ist aus drei Hauptabschnitten aufgebaut:

  • Zwöffingerdarm (lat.: Duodenum)
  • Leerdarm (lat.: Jejunum)
  • Krummdarm (lat.: Ileum)

Dünndarm – Anatomie

Beim Dünndarm handelt es sich um den längsten Teil des menschlichen Verdauungstrakts und reicht somit vom Magenausgang bis zum Dickdarm. Die ersten beiden Abschnitte des Dünndarms, der Zwöffingerdarm (Duodenum) und der Leerdarm (Jejunum) befinden sich im linken Oberbauch. Der letzte Abschnitt des Dünndarms, der Krummdarm (Ileum) befindet sich im rechten Unterbauch.

In der Humanmedizin beschreibt die Anatomie den Aufbau und die Struktur des menschlichen Körpers. Dabei kann zwischen dem Aufbau der mikroskopischen und makroskopischen Anatomie unterschieden werden. Der makroskopische Aufbau beschreibt in der Anatomie die Strukturen, die man mit bloßem Auge erkennen kann. Die mikroskopische Anatomie hingegen beschreibt den Aufbau von Strukturen, die unter dem Mikroskop und nicht mit bloßem Auge erkennbar sind. In diesem Artikel wird vorrangig auf die makroskopische Anatomie des Dünndarms eingegangen.

Der Zwölffingerdarm (Duodenum)

Beim Zwölffingerdarm handelt es sich um den kürzesten der drei Abschnitte. Er liegt im rechten Oberbauch und beginnt dort, wo der Magen endet. Der Speisebrei kommt also direkt vom Magen in das Duodenum. Der Zwölffingerdarm hat die Form des Buchstaben C und windet sich damit um die Bauchspeicheldrüse herum. An seiner Windung (die Mitte des Cs) münden die Gänge von der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase in das Duodenum.

Die Bauchspeicheldrüse und die Gallenblase produzieren Verdauungssäfte, die dafür sorgen, dass die Nahrung in ihre Grundbausteine zerlegt werden kann.

Der Zwölffingerdarm geht anschließend bogenförmig in der sogenannten flexura duodenojejunales in das Jejunum über. Dabei kann man ihn in vier Abschnitte, vom Magen ausgehend, einteilen:

  1. Die pars superior erstreckt sich bis zur ersten Windung des Cs
  2. Die pars descendens verläuft sich am Rücken des Cs
  3. Die pars horizontalis reicht bis kurz vor die flexura duodenojejunales
  4. Die pars ascendens ist der Abschnitt an der flexura duodenujejunales bis zum Eintritt in das Jejunum

Der Leerdarm (Jejunum)

Der zweite Abschnitt des Dünndarms ist der Leerdarm. Dieser ist wesentlich länger als der Zwölffingerdarm. Dies ist auch seiner Funktion geschuldet, die im unteren Abschnitt erklärt wird. Der Leerdarm und auch der Krummdarm sind stark aufgefaltet, um möglichst kompakt im Bauchraum zu liegen.

Der Krummdarm (Ileum)

Das Ileum ist der letzte Abschnitt des Dünndarms und mündet letztlich durch die Ileozäkalklappe (auch Bauhin-Klappe genannt) in den Dickdarm. Sowohl das Ileum als auch das Jejunum sind an der hinteren Bauchwand durch eine Duplikatur des Bauchfells (Peritoneum) befestigt. In diesem laufen die Gefäße, welche für die Versorgung und damit der Funktion der Dickdarmabschnitte von Bedeutung sind.

In der Anatomie versteht man unter ein Duplikatur die Verdopplung einer Gewebestruktur. Diese kann, wie im Fall das Bauchfells, ein anatomisch normaler (physiologischer) Zustand sein. Einige Duplikaturen können jedoch gesundheitliche Probleme mit sich bringen, also pathologisch sein. Dazu zählt eine Duplikatur des Aortenbogens, die die Luftröhre umschließen kann.

Krummdarm und Leerdarm haben keinen strengen Übergang, man kann sie aber durch ein paar Gegebenheiten und ihrer Funktion voneinander abgrenzen:

  • Im Krummdarm liegt (unter dem Mikroskop betrachtet) mehr lymphatisches Gewebe. Seine Funktion ist die Abwehr durch das Immunsystem.
  • Die inneren Falten nehmen zum Krummdarm hin ab.
  • Die versorgenden Arterien sind in Richtung des Krummdarms weniger verzweigt.

Wie lang ist der Dünndarm?

Insgesamt ist der Dünndarm bis zu sechs Meter lang. Jedoch sind die Länge und Funktion der Dünndarmabschnitte ist sehr unterschiedlich. Der Zwölffingerdarm ist dabei ungefähr 24 bis 25 cm lang.

Du kannst davon ausgehen, dass der Zwölffingerdarm (Duodenum) danach benannt wurde, dass er ungefähr die Länge von zwölf nebeneinander gelegten Fingern hat. Wenn Du mit 2 cm für jeden Finger rechnest, kommst Du auf Deine 2 cm * 12 Finger = 24 cm.

Die anderen beiden Abschnitte hingegen sind deutlich länger. Man nimmt an, dass beide zusammen ungefähr fünf Meter Länge aufweisen. Dies liegt auch an ihrer Funktion. So ist das Jejunum etwas kürzer als das Ileum. Deswegen hat man festgelegt, dass ungefähr ⅖ der Länge auf das Jejunum und ⅗ auf das Ileum fallen. Natürlich sind dies nur Kennzahlen und die wirkliche Länge kann bei Menschen oft sehr variieren.

Dünndarm – Funktion

Hier siehst Du einige der wichtigsten Funktionen des Dünndarms im Überblick.

  • Oberflächenvergrößerung durch Mikrovilli
  • Neutralisation der Magensäure
  • Resorption der Nährstoffe durch Darmschleimhaut
  • Endabbau der Nahrung
  • Eindicken des Nahrungsbrei durch Wasserentzug

Dünndarm – Oberflächenvergrößerung

Die erste Funktion des Dünndarms hängt eng mit dem Aufbau seiner Wand zusammen. Damit der Speisebrei möglichst gut verwertet werden kann, braucht es eine große Oberfläche. Diese Funktion der Oberflächenvergrößerung kommt durch die gewundene Schleimhaut mit kleinen Ausstülpungen (Mikrovilli) und durch die Zotten und Krypten in der Dünndarmhaut zustande.

Mehr zum Aufbau der Mikrovilli erfährst Du in der Erklärung Mikrovilli hier auf der StudySmarter Seite.

Dünndarm – pH Wert

Im Magen herrscht ein pH-Wert von ungefähr 2. Im Zwölffingerdarm wird dieser auf einen pH-Wert von 4 – 6 gebracht. Diese Funktion wird durch sogenannte Bikarbonat-Ionen erreicht, welche stark basisch sind und somit die Magensäure neutralisieren.

Die Neutralisation des Speisebreis

Im Zwölffingerdarm kommt zunächst der saure Speisebrei vom Magen an. Damit diese Säure nicht in die weiteren Abschnitte gelangt und dort womöglich die Schleimhaut schädigt, wird der Speisebrei neutralisiert.

Die Resorption von Nährstoffen

In das Duodenum münden die Gallengänge und die Gänge der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Darin enthalten sind verschiedene Enzyme. Sie haben die Funktion, Bestandteile des Speisebreis zu spalten.

Enzyme haben die Funktion, verschiedene Reaktionen im Körper zu beschleunigen. Somit helfen sie, Reaktionen ablaufen zu lassen. In diesem Fall ist die Reaktion die Spaltung der Nährstoffe.

Im Jejunum und Ileum kann sich die Darmwand wellenförmig zusammenziehen (Peristaltik). Die Funktion dieser Peristaltik ist, dass der Speisebrei mit den entsprechenden Enzymen gut vermischt wird. Im Jejunum und Ileum werden die gespaltenen Nährstoffe über die Darmwand aufgenommen (Resorption) und können dann vom Körper verstoffwechselt werden.

Im Jejunum werden die meisten Nährstoffe, wie Zucker oder Fette aufgenommen. Im Ileum hingegen werden vorrangig Vitamine und Gallensäuren aufgenommen.

Dadurch, dass sich die Dünndarmwand in peristaltischen Wellen bewegt, um den Speisebrei durchzumischen, benötigen ihre Muskeln zur Zeit der Verdauung viel Energie. Dies ist der Grund, warum Du Dich nach einer ausgiebigen Mahlzeit oft müde fühlst und unkonzentriert wirst. Die Energie Deines Körpers wird in dieser Phase vorwiegend von der Dünndarmmuskulatur benötigt.

Dünndarm – Versorgung

Der Dünndarm wird aus verschiedenen Ästen der Bauchschlagader (lat. aorta abdominalis) versorgt. Der venöse Rückfluss erfolgt über Äste der unteren Hohlvene (lat. vena cava inferior). Dabei wird das längere Ileum von mehr Ästen versorgt, als das kürzere Jejunum. Wie oben schon erwähnt, verlaufen die Gefäße in einer Duplikatur des Bauchfells, um bei der Peristaltik nicht zu verrutschen oder sich zu verknoten.

Dünndarm – Erkrankungen

Da es viele unterschiedliche Strukturen im Dünndarm gibt, ist dieser auch anfällig für diverse Krankheiten. Dabei kommen manche nur an bestimmten Anteilen des Dünndarms vor, andere können sich über den gesamten Dünndarm ausbreiten.

Morbus Crohn

Eine häufige Erkrankung des Dünndarms ist Morbus Crohn. Dabei handelt es sich um eine Entzündung, die sich in der Wand des Dünndarms ausbreitet. Die Ursachen sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Erkrankte Personen klagen über Durchfall und können Nährstoffe weniger gut aufnehmen. Das führt häufig zum Gewichtsverlust und Nährstoffmangel.

Ulcus duodeni

Bei der Erkrankung Ulcus duodeni kommt es in der Wand des Zwölffingerdarms zu einem Geschwür (Ulcus). Dieses kann Schmerzen verursachen und zu Übelkeit und Erbrechen führen. Ohne eine Behandlung kann es durch eine Ausbreitung dazu kommen, dass verschiedene Arterien in Mitleidenschaft gezogen werden und es somit zu inneren Blutungen kommt. Meistens kann eine solche Erkrankung mit Medikamenten gut behandelt werden, ohne dass ein operativer Eingriff erforderlich ist.

Dünndarm – Das Wichtigste

  • Der Dünndarm grenzt mit seinem oberen Abschnitt an den Magen und mit seinem unteren Abschnitt an den Dickdarm an.
  • Unterteilen lässt sich der Dünndarm in drei Abschnitte: erstens in den Zwölffingerdarm. (Duodenum), dann in den Leerdarm (Jejunum) und zum Schluss in den Krummdarm (Ileum).
  • Das Duodenum ist der kürzeste Teil des Dünndarms, danach folgt das Jejunum und am längsten ist das Ileum.
  • Im Dünndarm wird der saure Speisebrei zunächst neutralisiert und danach in seine Bestandteile gespalten.
  • Nährstoffe werden vorrangig im Jejunum aufgenommen (resorbiert).
  • Der Dünndarm wird von verschiedenen Ästen der Bauchaorta versorgt. Der Rückfluss über Venen erfolgt in die untere Hohlvene.

Nachweise

  1. Prometheus LernAtlas der Anatomie: Innere Organe (2015). Thieme.
  2. Duale Reihe: Anatomie (2014). Thieme.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Dünndarm

Zum Dünndarm gehört der Zwölffingerdarm sowie der Krummdarm und der Leerdarm.

Der Dünndarm beginnt im rechten Oberbauch nach dem Magen und zieht danach vom linken Oberbauch bis zum rechten Unterbauch.


Die Hauptaufgabe des Dünndarms ist die Spaltung und Aufnahme von wichtigen Nährstoffen (Resorption). Zusätzlich neutralisiert der den Speisebrei, der nach dem Magen einen sauren pH-Wert besitzt.


Eine Erkrankung des Dünndarms ist Morbus Crohn. Bei dieser Krankheit ist die Wandschleimhaut entzündet, was zu einer mangelhaften Nährstoffaufnahme führen kann.

Finales Dünndarm Quiz

Dünndarm Quiz - Teste dein Wissen

Frage

Wie viele Abschnitte hat der Dünndarm?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Dünndarm hat 3 Abschnitte.

Frage anzeigen

Frage

Was ist der erste Dünndarmabschnitt?

Antwort anzeigen

Antwort

Der erste Abschnitt ist der Zwölffingerdarm.

Frage anzeigen

Frage

Was ist der zweite Abschnitt des Dünndarms?

Antwort anzeigen

Antwort

Der zweite Abschnitt ist das Jejunum.

Frage anzeigen

Frage

Was ist der dritte Abschnitt des Dünndarms?

Antwort anzeigen

Antwort

Der dritte Abschnitt ist das Ileum.

Frage anzeigen

Frage

Welcher Dünndarmabschnitt ist am längsten?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Ileum ist der längste Abschnitt.

Frage anzeigen

Frage

Woran grenzt das Ileum?

Antwort anzeigen

Antwort

Es grenzt an das Jejunum und den Dickdarm.

Frage anzeigen

Frage

Woran grenzt das Duodenum?

Antwort anzeigen

Antwort

Es grenzt an den Magen und das Jejunum.

Frage anzeigen

Frage

Was ist die Hauptfunktion des Dünndarms?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Hauptfunktion ist die Spaltung und Aufnahme der Nahrungsbestandteile.

Frage anzeigen

Frage

Wodurch wird der saure Speisebrei aus dem Magen neutralisiert?

Antwort anzeigen

Antwort

Er wird durch Bikarbonat Ionen im Duodenum neutralisiert.

Frage anzeigen

Frage

Wie heißt der Übergang vom Doudenum zum Jejunum?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Übergang ist die flexura duodenojejunales.

Frage anzeigen

Frage

Wie heißen die wellenförmigen Bewegungen, die der Dünndarm ausführt?

Antwort anzeigen

Antwort

Diese Bewegungen heißen Peristaltik.

Frage anzeigen

Frage

Wie heißt der Übergang vom Ileum zum Dickdarm?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Übergang heißt Ileozäkalklappe.

Frage anzeigen

Frage

Wie lang ist das Duodenum?

Antwort anzeigen

Antwort

Es ist ungefähr 24 bis 25 cm lang.

Frage anzeigen

Frage

Wie lang ist das Jejunum?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Jejunum ist ungefähr 2 m lang.

Frage anzeigen

Frage

Wie lang ist das Ileum?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Ileum ist ungefähr 3 m lang.

Frage anzeigen

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