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Klimaschutz

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Biologie

sieglinde.sterbling@studysmarter.de

Alter Einleitungs- und Schlusssatz, Meta-Infos unvollständig, Keytakeaways ohne Formatvorlage, Bildunterschrift nicht nach aktuellen Vorgaben, z.T. zu wenig Text für Überschriften

15:29 27.12.2021

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In diesem Artikel geht es um den Begriff "Klimaschutz". Dieser ist in der Biologie ein Unterbereich des Umweltschutzes. In diesem Artikel erfährst du, was der Begriff überhaupt bedeutet, warum Klimaschutz wichtig ist, was man konkret dafür tun kann und wer sich für den Klimaschutz einsetzt. Da es sich bei dem Thema um ein hochkomplexes und wissenschaftliches Gebiet handelt, werden in diesem Beitrag ein paar Fachwörter fallen. Am Ende des Artikels haben wir daher die wichtigsten Fachwörter auf dem Bereich des Klimaschutzes für dich erklärt. 




Was versteht man unter Klimaschutz?


Unter den Begriff des Klimaschutzes fallen alle Maßnahmen, die dem Klimawandel und den damit verbundenen Folgeerscheinungen wie der Erderwärmung entgegenwirken oder diesen sogar ganz verhindern können.



Warum ist Klimaschutz wichtig?


Bereits seit den späten 1950er Jahren war es wissenschaftlich bewiesen, dass die stetig ansteigende Konzentration unterschiedlicher Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2) eine klimaerwärmende Wirkung mit sich bringt. Für diese stetig ansteigende Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre ist der Mensch durch die Nutzung von Kraftwerken, Autos, Flugzeugen oder Ähnlichem verantwortlich. 


In den Folgejahren gab es in der Wissenschaft noch unterschiedliche Ansichten zu den Folgen dieser ansteigenden Treibhausgaskonzentration sowie der Stärke der daraus resultierenden Erderwärmung und deren Folgen. Mittlerweile herrscht jedoch der wissenschaftlicher Konsens, dass sich der Mensch durch den Ausstoß von Treibhausgasen und dem daraus resultierenden Klimawandel, seine Lebensgrundlage auf lange Sicht zerstört. Institutionen wie das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) oder das PIK (Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung) können mittlerweile mit 66 prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, welche Folgen die menschengemachte Klimaerwärmung haben könnte. 


Insgesamt ist dabei zu beachten, dass die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bereits um 0,8 Grad angestiegen ist. Da der Mensch erst seit dem Beginn des industriellen Zeitalters (als seit ca. 1800) wesentliche Mengen an Treibhausgasen ausstößt wird dieser Zeitraum betrachtet, da der Temperaturanstieg in diesem Zeitraum anthropogen, also menschengemacht ist. 


1,5 Grad


Bei einer Erderwärmung von 1,5 Grad würden vor allem Extremwetterereignisse wie Hitzeperioden, Stürme oder Unwetter zunehmen. Rund 70 % der weltweiten Korallenriffe wären durch Ausbleichung bedroht. Zusätzlich dazu würde der Meeresspiegel bis Ende des 21. Jahrhunderts deutlich unter einen halben Meter ansteigen. Daher müssten die Bewohner*innen einiger flacher Inselstaaten umgesiedelt werden und die Deiche in Hochwassergebieten deutlich erhöht werden.  Insgesamt werden die Folgen einer solchen Erwärmung von der Wissenschaft noch als für den Menschen ertragbar eingestuft.


2 Grad


Bei einer Erderwärmung von 2 Grad würden sich Extremwetterereignisse weiter verstärken. Rund 98-99% der weltweiten Korallenriffe würden absterben. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnte der Anstieg des Meeresspiegels vermutlich noch unter einem halben Meter gehalten werden. Sicher ist dies allerdings nicht mehr. Durch den Anstieg des Meeresspiegels wären mindestens 250 Millionen Menschen in Küstenregionen direkt vom Klimawandel betroffen. Möglicherweise wäre durch eine Erwärmung von 2 Grad ein langsames Abschmelzen des grönländischen Eisschildes nicht mehr umkehrbar. Dies würde langfristig zu einem Anstieg des Meeresspiegels um etwa 7 Meter führen. Auch die Alpengletscher würden komplett abschmelzen. Die Arktis wäre im Sommer vermutlich eisfrei. Neuere Forschungen warnen zusätzlich vor einer beginnenden Destabilisierung der Westantarktis.


3 bis 4 Grad


Bei einer Erderwärmung von 3 bis 4 Grad würde sich globale Wetterphänomene grundlegend ändern. Hierzu zählen z.B. die Verteilung und die Stärke von Monsumwinden oder der Nordatlantikstrom. Schäden durch Extremwetterereignisse würden dadurch laut den Aussagen einiger großer Versicherungsanbieter nicht mehr absicherbar werden. Der Meeresspiegel würde bis Ende des Jahrhunderts über einen halben Meter ansteigen. Viele Küstenregionen wie Teile von Bangladesch oder den Niederlanden könnten nur mit sehr großem technischen Aufwand vor dem Versinken geschützt werden. 


Mindestens eine Milliarde Menschen wären direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen. Darunter die Bewohner großer Metropolen wie New York, Shanghai oder Hamburg.  Das Eisschild Grönlands schmilzt langfristig an, was eine Erhöhung des Meeresspiegels nach sich zieht. Durch das Erreichen einiger Kippelemente läuft die Menschheit Gefahr, auch bei der vollständigen Reduktionen aller Treibhausgasemissionen die Erderwärmung langfristig unumkehrbar zu machen. 


Mehr als 4 Grad


Bei einer Erderwärmung von mehr als 4 Grad steigt der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um einen Meter. Der Amazonas-Regenwald wird durch die klimatischen Veränderungen spätestens zu diesem Zeitpunkt komplett verschwunden sein. Durch das sichere Auftauen des wichtigen Kippelements beim Klima, der nördlichen Permafrostböden werden zusätzlich große Mengen an Methan freigesetzt. 


Viele Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Teile der Erde, wie zum Beispiel die Arabische Halbinsel werden durch die hohen Maximaltemperaturen für den Menschen unbewohnbar.  Mit der Zeit werden immer mehr Kippelmente des Klimawandels erreicht. Langfristig schmelzen die größten vorhandenen Eismassen der Erde in der Ost- und Westantarktis ab. Dies führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 50 Meter. Durch die unumkehrbar fortschreitende Erwärmung der Erde und den damit verbundenen Folgen, wird die Erde auf Dauer für den Menschen sowie die meisten derzeit existierenden Lebensformen unbewohnbar werden. 


Derzeitiger Stand


Wie du bereits oben erfahren hast liegt die derzeitige Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter laut dem IPCC bei 0,8 Grad. Für das Erreichen unterschiedlicher Erderwärmung haben Wissenschaftler sogenannte CO2-Budgets errechnet. Also die Mengen an Treibhausgasen, die maximal ausgestoßen werden dürfen um eine bestimmte Erderwärmung nicht zu überschreiten. Auf der CO2-Uhr vom MCC und PIK kannst du ablesen wie groß diese Budgets noch sind und wie viel Zeit wir bei unseren derzeitigen Emissionen noch bis zum Erreichen des jeweiligen Temperaturanstiegs haben.



Klimaschutz Maßnahmen


Die Politik hat das Problem des Klimawandels mehr oder weniger erkannt und daher bereits einige Maßnahmen gegen den Klimawandel und für den Klimaschutz getroffen. Eine Zusammenfassung der bedeutendsten internationalen Übereinkünfte für den Klimaschutz findest du in den folgenden Absätzen. 


Kyoto-Protokoll


1997 wurde mit dem Kyoto-Protokoll die erste internationale Vereinbarung zum Klimaschutz, die eine Reduktion der CO2-Emissionen festlegte, beschlossen. Das Kyoto-Protokoll wurde von 191 Staaten weltweit unterzeichnet. Die USA ratifizierten es nicht. Kanada gab 2011 den Ausstieg bekannt. Die teilnehmenden Industriestaaten verpflichteten sich ihre CO2-Emissionen zwischen 2008 und 2012 um mindestens 5,2% zu senken. Für Schwellen- und Entwicklungsländer gab es keine verbindlichen Emissionsminderungen. Deutschland und die EU kamen diesem Ziel nach.


Pariser Übereinkommen / Paris Agreement


2015 wurde mit dem „Paris Agreement“, welches im Deutschen auch Pariser Klimaabkommen genannt wird, die wohl bekannteste internationale Vereinbarung zum Klimaschutz beschlossen. Der wichtigste Teil dieses 30 Seiten langen Vertrages findet sich in Artikel 2a. Hier heißt es: 


„Dieses Übereinkommen zielt darauf ab, […] [dass] der Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau gehalten wird und Anstrengungen unternommen werden um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen […].“


Wenn du im ersten Teil des Artikels aufgepasst hast, wird dir hier auffallen, was das Ziel dieser Passage ist. Das Pariser Klimaabkommen versucht, das Ziel einer Obergrenze bei der Erderwärmung festzusetzen, um den Klimawandel nicht zu einem unumkehrbaren Prozess werden zu lassen.


In dem Abkommen stehen allerdings im folgenden Text keine internationalen Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels. Diese sollen von den Unterzeichnerstaaten des Abkommens für das jeweils eigene Land ausgearbeitet werden. 

Mittlerweile ist das Abkommen von allen Staaten der Welt unterzeichnet worden (zuletzt von Syrien und Nicaragua). Die USA sind in der Amtszeit von Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen. Nach der Abwahl von Donald Trump unterzeichnete jedoch der neue US-Präsident Joe Biden den Wiederbeitritt der USA als seine erste Amtshandlung. 


Klimagipfel von Joe Biden


Joe Biden spielte 2021 eine wichtige Rolle bei der Festlegung neuer Klimaschutzziele. Er brachte die USA nach dem Austritt untern dem vorherigen Präsidenten Donald Trump mit einem ambitionierten Klimaschutzplan zurück in das Abkommen. Außerdem lud er im April 2021 40 Staats- und Regierungschefs zu einem digitalen Klimagipfel ein, nach welchem einige westliche Industriestaaten ihre Klimaschutzziele erhöhten und Staaten wie Russland oder China sich zur Kooperation bereit erklärten. 



Klimaschutz in Deutschland


Über die Maßnahmen und Ziele in Deutschland rund um den Klimaschutz wird hierzulande viel gestritten und diskutiert. Daher hat sich in den letzten Jahren auch viel daran verändert. In den folgenden Absätzen haben wir probiert die wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst darzustellen. 


Klimaschutzplan 2050


Der 2016 beschlossene „Klimaschutzplan 2050“ war lange Zeit das Rahmenübereinkommen zur deutschen Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Dieser legte folgenden Emissionsminderungsziele im Vergleich zu den Emissionen aus dem Jahr 1990 fest:


  • 2020: 40% Reduktion
  • 2030: 55% Reduktion
  • 2040: 70% Reduktion
  • 2050: weitgehende Treibhausgasneutralität (85-95% Reduktion)


Mit einer Treibhausgasreduktion um ca. 40,8 % im Vergleich zu den Emissionen im Jahr 1990 erreichte Deutschland sein Klimaschutzziel von 2020. Verantwortlich dafür war ein Rekordrückgang um knapp 8,7 % im Vergleich zum Vorjahr 2019. Knapp ein Drittel dieses Rückgangs ist auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen. Daher hätte Deutschland seine Klimaziele mit einer Emissionsminderung von 39% im Vergleich zum Bezugsjahr 1990 ohne die Corona-Pandemie knapp verfehlt. Der Präsident des Umweltbundesamtes bilanzierte daher: 


"Wir sehen, klimapolitische Instrumente beginnen zu wirken, insbesondere der Ausbau erneuerbarer Energien und die CO2-Bepreisung. Doch ohne die Corona-Lockdowns mit den Einschränkungen bei Produktion und Mobilität hätte Deutschland sein Klimaziel für 2020 verfehlt."


Die Emissionsminderungsziele aus dem Klimaschutzplan 2050 und vor allem das Ziel für 2030 wurden als Grundlage für zahlreiche weitere Gesetze und Übereinkommen zum Klimaschutz, wie zum Beispiel das 2019 beschlossene Bundes-Klimaschutzgesetz verwendet. Für die ersten Jahr legte dieses Gesetz noch genaue Minderungsziele in den einzelnen Sektoren fest. Ab 2030 handelte es sich jedoch nur noch um sehr allgemein gefasste Absichtserklärungen.


Kohle-Ausstieg 


Die Expertenkommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ des Bundeswirtschaftsministeriums legte der Bundesregierung 2019 eine Beschlussempfehlung vor, nach der bis spätestens 2038 keine Kohle mehr verstromt werden sollte. Wenn möglich auch schon 3 Jahre früher. Diese Empfehlung wurde im Wesentlichen von der Bundesregierung übernommen und vom Bundestag und Bundesrat beschlossen. Von Umweltverbänden wurde dieses Ausstiegsdatum häufig als zu spät und nicht ausreichend betitelt. Zusätzlich wurden die hohen Entschädigungszahlungen an die Betreiber der Kohlekraftwerke kritisiert.


Klima-Paket (Klimaschutzplan 2030)


2019 wurde außerdem der aus 65 Einzelmaßnahmen bestehende und rund 55 Milliarden schwere Klimaschutzplan 2030 beschlossen, welcher in den Medien vor allem als Klima-Paket bezeichnet wurde. Die wichtigste Maßnahme dieses Beschlusses war, der damit eingeführte nationale Emissionshandel für fossile Brennstoffe, in den Sektoren Verkehr und Wärme. 


Dieser Emissionshandel wirkt ähnlich wie eine Steuer, nur das man einen bestimmten Preis zahlen muss, wenn man Treibhausgase emittiert. Der nationale Emissionshandel ist nur für die oben genannten Sektoren Verkehr und Wäre eingeführt worden, da in den anderen Sektoren wie z.B. der Energieerzeugung oder der Industrie bereits ein europäischer Emissionshandel existiert. Das langfristige Ziel des nationalen Emissionshandels ist es ihn in den genannten Sektoren auch auf europäischer Ebene umzusetzen.


Bundesverfassungsgerichts-Urteil 2021


Am 29. April 2021 stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass einige Punkte aus dem Bundes-Klimaschutzgesetz von 2019 unvereinbar mit den Grundrechten der kommenden Generationen sind. Gegen das Gesetz hatten zuvor einige vom Klimawandel zukünftig betroffene Jugendliche und junge Erwachsene sowie die Umweltorganisationen Greenpeace und Fridays For Future geklagt. 


Die Grundlage des Urteils des Bundesverfassungsgerichts bildete Artikel 20a GG:  


"Der Staat schützt auch in Verantwortung für künftige Generationen die natürliche Lebensgrundlage und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die Rechtsprechung."


Dieser Artikel verpflichtet Deutschland dazu, die natürliche Lebensgrundlage zukünftiger Generationen zu schützen. Dies muss Deutschland im Rahmen des Übereinkommen von Paris sowie den national beschlossenen Klimaschutzzielen tun. 

Im Urteil vom 29. April 2021 stellte das höchste deutsche Gericht jedoch fest, dass die derzeitig beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen für künftige Generationen ungerecht sein, da die bis 2030 beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen deutlich radikalere Emissionsminderungen nach 2030 voraussetzen würden um das Ziel von Paris einzuhalten. 


Da von einer solch radikalen Umwälzung praktisch alle Lebensbereiche und somit auch alle Grundrechte der kommenden Generation betroffen sein werden, wurde der Klage gegen das Gesetz in diesem Punkt recht gegeben. Außerdem muss die deutsche Regierung auch für die Jahre nach 2030 bekannt geben, wieviel CO2 nach aktuellem Stand in welchem Jahr und in welchem Bereich noch ausgestoßen werden darf, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Die Bundesregierung wurde also höchstrichterlich zu einer Nachbesserung der Klimaschutzziele verpflichtet, da die alten Regelungen als nicht ausreichend angesehen wurden.


Änderung des Klimaschutzgesetzes 2021


In Folge des Urteils des Bundsverfassungsgerichts, welches du gerade gelernt hast, musste die Bundesregierung eine Änderung des Klimaschutzgesetzes vornehmen. Die von der Bundesregierung vorgenommen Änderungen waren im Wesentlichen folgende: 


  • 2030: 55% Reduktion  65% 
  • 2040: 70%   88%
  • Treibhausgasneutralität: 2050   2045


Der Bundestag und Bundesrat stimmte den von der Bundesregierung vorgeschlagenen Anpassungen am Klimaschutz zu.



Wer setzt sich für den Klimaschutz ein?


Wichtige Institutionen


Wichtige Institutionen und Vereinigungen, die im Bereich des Klimaschutzes forschen sind zum Beispiel das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), MCC (Mercator Research Institut on Global Common and Climate Change), das PIK (Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung), IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies) oder Agora Energiewende. Mutmaßlichen Erkenntnissen und Aussagen rund um den Klimaschutz lohnt es sich oftmals kritisch zu betrachten, da auf diesem Bereich viele Falschinformationen kursieren. Bei den oben genannten Vereinigungen und Organisationen handelt es sich um die zuverlässigsten Informationsquellen. Sollte in Artikeln auf Studien von ihnen verwiesen werden kannst du davon ausgehen, dass es sich um valide Informationen handelt.     


                                                          


PIK Logo (links); Quelle via wis-potsdam.de und ipcc Logo (rechts); Quelle via wikipedia.de


Fridays For Future


Fridays For Future hat sich zu einer der bekanntesten Protestbewegungen unserer heutigen Zeit entwickelt. Vor allem junge Menschen gehen für die Bewegung jeden Freitag auf die Straße um für besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Hierfür versäumen viele Schüler*innen freiwillig den Unterricht, was häufig für große Kritik sorgt. Die Aktivist*innen der Bewegung konnten bereits einiges für den Klimaschutz erreichen, wie man zum Beispiel am oben beschriebenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts im April 2021 und dessen Folgen sehen kann. Beim globalen Klimastreik am 15. März 2019 gingen weltweit 1,8 Millionen Personen in 158 Ländern auf die Straße.


                                                                             

 Fridays for Future Logo; Quelle via fridaysforfuture-heidelberg.de



Greta Thunberg

 

Die am 3. Januar 2003 geborene Greta Thunberg ist die Gründerin der Fridays For Future - Proteste. Seit dem 20. August 2018 saß Greta Thunberg jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Zunächst war die Schwedin bei ihren Protesten allein. Über die sozialen Netzwerke wurde Ihre Idee jedoch weiterverbreitet und der Protest immer größer. 2019 wurde sie von der Time zur "Person of the Year" gewählt und in die Forbes-Liste der 100 mächtigsten Frauen aufgenommen.


                                                       

        Die Jungen kämpfen um ihre Zukunft; Quelle via Tagesspiegel


Luisa Neubauer


Luisa Neubauer gilt in Deutschland als eine der Hauptorganisator*innen der Fridays For Future-Proteste. Sie ist Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen und deren Jugendorganisation Grüne Jugend. 2020 reichte sie zusammen mit anderen deutschen Klimaaktivist*innen die oben beschriebene Verfassungsbeschwerde gegen das Bundes-Klimaschutzgesetz ein, welcher vom Bundesverfassungsgericht teilweise recht gegeben wurde.


                                                       

Klima-Aktivistin Neubauer hält "Verbot innerdeutscher Flüge für denkbar"; Quelle via SHZ


Was kann ich selber für den Klimaschutz tun?

 

Im Endeffekt sind wir als Verbraucher durch unseren Konsum und selbst für den Klimawandel verantwortlich. Das Argument, dass du als Einzelperson nichts gegen den Klimawandel tun kannst, zählt daher nicht. Solange nicht jeder sein eigenes Konsumverhalten überdenkt, werden wir nie zu dem gesellschaftlichen Umdenken kommen, das wir benötigen um effektiven Klimaschutz zu ermöglichen. 


Um deinen eigenen Konsum klimagerechter zu gestalten, empfehlen wir dir über den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes herauszufinden, in welchen Bereichen du aktuell am meisten Treibhausgase emittierst. Durch diesen könntest du beispielsweise überwachen, ob dein derzeitiger Konsum für das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele reichen würde, wenn jede Person in Deutschland sich so verhalten würde wie du. Dafür dürftest du in den folgenden Jahren ungefähr soviel Treibhausgase ausstoßen wie unten angegeben. 


2021: 8,7 t 

2022: 8,2 t 

2023: 7,9 t

2024: 7,5 t

2025: 7,1 t

2026: 6,7 t

2027: 6,3 t

2028: 5,9 t

2029: 5,6 t

2030: 5,3 t


Würde jeder Mensch weltweit in den oben genannten Jahren ca. soviel ausstoßen wie oben angegeben, könnte die Erderwärmung vermutlich auf deutlich unter 2 Grad begrenzt werden, nicht jedoch auf 1,5 Grad.


Top 5 Klimaschutzmaßnahmen


Sollte dein jährlicher Treibhausgasausstoß über den oben angegeben Werten liegen, oder solltest du deine Treibhausgasemissionen aus anderen Gründen weiter verringern wollen, empfiehlt es sich, Maßnahmen aus der Liste unten zu ergreifen. Natürlich gibt es noch tausende andere Möglichkeiten deinen Treibhausgasausstoß zu verringern. Man sollte allerdings bei jeder dieser Maßnahmen überprüfen, ob diese wirklich den gewünschten Effekt erzielen und es sich hierbei nicht nur um "Greenwashing" handelt.


1. Vermeidung von Flugreisen

2. Strom sparen und Umstieg auf Öko-Strom

3. Bewusster Konsum (regionale, saisonale und ökologisch wertvolle Produkte)

4. Reduktion des eigenen Fleischkonsums bzw. des Konsums von tierischen Produkten

5. Umstieg auf den ÖPNV oder das Fahrrad bei kurzen und mittleren Distanzen



Wichtige Begriffe rund um Klimaschutz


CO2-Äquivalente


Da alle Treibhausgase eine unterschiedliche Klimawirkung haben, also unterschiedlich schlecht für das Klima sind, wird die Einheit "CO2-Äquivalente" verwendet. Das Treibhausgas Methan hat beispielsweise die 30.000-fache Klimawirkung von CO2. 1 Gramm Methan ist für das Klima also genauso schlecht wie 30.000 Gramm CO2. Wenn beispielsweise ein Auto 10.000 Gramm CO2 und 1 Gramm Methan ausstößt, würde eine gesamte Emissionsmenge von 40.000 Gramm CO2-Äquivalente angegeben werden. Wenn du in Texten über das Thema Klimaschutz etwas von Treibhausgas- oder CO2-Reduktion oder Ausstoß liest, sind die Angaben meistens über die Einheit CO2-Äquivalente errechnet, auch wenn dies nicht explizit benannt wird.


Anthropogen


Das Wort "anthropogen" ist schlichtweg das Fachwort für menschengemacht. Im Bezug auf den Klimaschutz kommt das Wort oft als anthropogener Klimawandel vor.


Emission 


Als Emission wird der Ausstoß von z. B. Treibhausgasen bezeichnet.


Kippelemente


Kippelemente des Klimawandels sind natürliche Effekte, die den Klimawandel verstärken. Wenn sich die Erde beispielsweise soweit erwärmt, dass die Permafrostböden im Norden Russlands und Kanadas abschmelzen und dabei ihr gespeichertes Methan freisetzen, bezeichnet man dies also ein Kippelement des Klimawandels. 


Jahresmitteltemperatur 


Die Jahresmitteltemperatur bezeichnet die durchschnittliche Temperatur über ein Jahr hinweg. 



Klimaschutz - das Wichtigste auf einen Blick!


  • Klimaschutz bezeichnet alle Maßnahmen zur Abmilderung der Effekte des Klimawandels.
  • Klimaschutz ist wichtig, da wir ohne ihn Gefahr laufen uns unsere Lebensgrundlage zu zerstören.
  • Pariser Klimaabkommen: Begrenzung der maximalen Erderwärmung auf maximal 2 Grad, wenn möglich auf 1,5 Grad.
  • 1,5 Grad erreichen wir bei unseren derzeitigen Emissionen in 7 Jahren und 10 Monaten , 2 Grad in ca. 26 Jahren (Zahlen von August 2021).
  • Regierungen können nur die Rahmenbedingungen für den Klimaschutz setzen, im Endeffekt ist jeder als Verbraucher selbst für den Klimaschutz verantwortlich



FERTIG! 

Jetzt hast du einen Überblick zum Thema Klimaschutz erhalten und kannst Dir auf StudySmarter weitere Artikel zum Bereich Naturschutz durchlesen. Viel Erfolg beim Lernen!



Finales Klimaschutz Quiz

Frage

Seit wann ist es wissenschaftlich bewiesen, dass eine steigende Konzentration an CO2 eine erderwärmende Wirkung mit sich zieht?

Antwort anzeigen

Antwort

Der US-amerikanische Forscher Charles David Keeling konnte dies Ende der 1950er-Jahre (1958) nachweisen.

Frage anzeigen

Frage

Um wieviel Grad ist die durchschnittlich Jahresmitteltemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter durch den Klimawandel bereits gestiegen? (Stand: 2020)

Antwort anzeigen

Antwort

Sie ist bereits um 0,8 Grad gestiegen.

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Frage

Welche der Antwortmöglichkeiten sind sogenannte Kippelemente im Bezug auf den Klimaschutz?

Antwort anzeigen

Antwort

Abschmelzen der Permafrostböden 

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Frage

Was bedeutet "CO2-Äquivalente"?

Antwort anzeigen

Antwort

CO2-Äquivalente ist eine häufig verwendete Einheit, wenn es um den Ausstoß von unterschiedlichen Treibhausgasen geht. Mit ihr wird die Klimawirkung eines bestimmten Treibhausgases im Vergleich zu CO2 ausgedrückt. Da beispielsweise Methan die 30.000-fache Klimawirkung von CO2 hat, würde ein Kilogramm Methan beispielsweise als 30.000kg CO2-Äquivalente ausgedrückt werden. Die Einheit wird bei der Verrechnung von Emissionsmengen unterschiedlicher Treibhausgase wichtig.

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Frage

Was bedeutete der Begriff antrophogen?

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Antwort

menschengemacht

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Frage

Was sind die 3 in der Regel effektivsten Eigenmaßnahmen gegen den Klimawandel?

Antwort anzeigen

Antwort

Vermeidung von Flugreisen

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Frage

Wieviel Treibhausgase (in CO2-Äquivalente) dürfte ein deutscher Bürger bzw. eine deutsche Bürgerin 2021 ca. noch ausstoßen um einen gerechten Beitrag zum deutschen Klimaziel zu leisten?

Antwort anzeigen

Antwort

12,5 t CO2-Äquivalente

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Frage

Wofür steht "IPCC"; die Kurzbezeichnung für den Weltklimarat?

Antwort anzeigen

Antwort

International Parties against Climate Change

Frage anzeigen

Frage

Beim internationalen Klimastreik von Fridays For Future gingen am 15. März 2019 1,8 Millionen Menschen auf die Straße. In wie vielen Ländern gab es Unterstützer*innen?

Antwort anzeigen

Antwort

52

Frage anzeigen

Frage

In welchem Artikel ist der Klima- bzw. Umweltschutz auch im Grundgesetz geregelt?

Antwort anzeigen

Antwort

Artikel 20a GG

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Frage

Für welches Jahr plant Deutschland spätestens den Kohle-Ausstieg? (Stand August 2021)

Antwort anzeigen

Antwort

2038

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Frage

In welchem Jahr möchte Deutschland weitgehende Treibhausgasneutralität erreichen?


Antwort anzeigen

Antwort

Nach den Änderungen am Bundes-Klimachutzgesetz möchte Deutschland bis 2045 weitgehende Treibhausgasneutralität erreichen.

Frage anzeigen

Frage

Welches Ziel setzt sich die internationale Gemeinschaft mit dem Übereinkommen von Paris?


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Antwort

Eine Begrenzung der Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter 2 Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. 

Frage anzeigen

Frage

Was ist das Problem daran, wenn wir eine Begrenzung der maximalen Erderwärmung auf unter 2 Grad nicht erreichen?


Antwort anzeigen

Antwort

Das größte Risiko ist neben den kurzfristigen Folgen des Klimawandels, wie dem häufigerem Auftreten von Extremwetterereignissen, die Möglichkeit, dass sich der Klimawandel zu einem irreversiblen Prozess entwickelt. Dadurch würden langfristig alle ökologischen und sozialen Systeme kollabieren.

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Frage

Wann wird eine Erderwärmung von 1,5 Grad erreicht sein, wenn wir weiterhin so viele Treibhausgase emittieren wie bisher? (Stand: August 2021)

Antwort anzeigen

Antwort

in ca. 8 Jahren 

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