Synökologie - Alles zum Thema | Lernen mit der StudySmarter App

Synökologie

Save Speichern
Print Drucken
Edit Bearbeiten
Melde dich an und nutze alle Funktionen. Jetzt anmelden
Du hast bereits eine Erklärung angesehen Melde dich kostenfrei an und greife auf diese und tausende Erklärungen zu
Biologie

Die Synökologie wird auch Gemeinschaftsökologie genannt und untersucht die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Arten in einem Ökosystem. Hierbei können sowohl positive als auch negative Beziehungen zwischen Organismen untersucht werden. Der Begriff wurde im Jahre 1902, genau wie Autökologie, durch Carl Schroeter geprägt. Damals umfasste der Begriff auch die Populationsökologie, die heute aber gesondert betrachtet wird.


In der klassischen Synökologie wird die interspezifische Wechselwirkung in der Biozönose analysiert. Zu den wichtigsten Forschungsthemen in der Synökologie zählen deshalb die Wechselwirkung basierend auf einer Konkurrenz, einer Räuber-Beute-Beziehung, Herbivorie, Parasitismus und Mutualismus. In den folgenden Absätzen erläutern wir dir die einzelnen Forschungsthemen nochmal genauer.




Synökologie - Konkurrenz


Als Konkurrenz bezeichnet man in der Synökologie eine Verhältnisstruktur zwischen Organismen oder Arten, bei der beide um dieselben Ressourcen konkurrieren. Bei der interspezifischen Konkurrenz kommt es meist nur zu begrenzten Konkurrenzsituationen, da die verschiedenen Arten verschiedene Bedürfnisse haben. Je ähnlicher ihre Ressourcennutzung jedoch ist, desto schwieriger gestaltet sich das Zusammenleben der Spezies. Dies wird im Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip formuliert.


“Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip: Je ähnlicher die ökologischen Ansprüche der an einer Lebensgemeinschaft beteiligten Arten sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dauerhaft den gleichen Lebensraum besiedeln.”


Wenn Individuen von zwei verschiedenen Arten miteinander konkurrieren, beeinflussen diese sich gegenseitig mit einer Reihe von verschiedenen Resultaten. In Extremfällen beansprucht eine Art die komplette Ressource für sich, wodurch die andere Art entweder ausstirbt, oder auf Ausweich-Ressourcen umsteigen muss.


Konkurrenzverminderung


Wenn eine Art auf alternative Ressourcen umsteigt um so Konkurrenzeffekte zu minimieren, nennt man dies Konkurrenzverminderung. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Beziehung zwischen Zangenlibellen und Keiljungfern. Wenn beide Arten im selben Lebensraum in einem Fluss leben, verändert die Libelle ihr Verhalten und nutzt die anderen vorhandenen Ressourcen verstärkt. Wenn es bei solchen Ausweichstrategien kaum Überschneidungen gibt, leben sie in Koexistenz.



STARK: Abitur-Wissen Biologie Ökologie




Synökologie - Räuber-Beute-Beziehung


Ein weiteres wichtiges Forschungsfeld in der Synökologie, welches genauer die Interaktionen zwischen Individuen verschiedener Spezies betrachtet, sind die sogenannten Räuber-Beute oder Parasiten-Wirte-Systeme. Hierbei wird analysiert, wie die Veränderung der Population der Räuber sich auf die Population der Beutetiere auswirkt, und umgekehrt. 

Die Zusammenhänge einer solchen Beziehung werden in den Volterraschen Regeln zusammengefasst.

Gesetz periodischer Zyklen


Die Populationszyklen von Räubern und Beute verhalten sich bei konstanten Umweltbedingungen phasenverschoben.


Gesetz von der Erhaltung der Mittelwerte


Über einen langen Zeitraum hinweg schwanken die Zyklen jeweils um einen Mittelwert.


Gesetz von der Störung der Mittelwerte


Werden Räuber und Beute gleichermaßen negativ beeinflusst, so nimmt zunächst immer

die Zahl der Räuber ab und die der Beute zu.




STARK: Abitur-Wissen Biologie Ökologie




Synökologie - Parasitismus


Eine weitere wichtige Art der Beziehung zwischen zwei Organismen in der Synökologie ist der Parasitismus. Parasiten sind Organismen, die sich von Geweben, Körperflüssigkeiten oder Nährstoffe von anderen Organismen ernähren. Dabei werden üblicherweise die anderen Organismen, die in dieser Art der Beziehung als Wirte fungieren, geschädigt.


Synökologie - Fakultative Parasiten


Fakultative Parasiten sind Parasiten, die nur zeitweise auf ihren Wirten leben. Bei vielen Arten ist Parasitismus nur auf ein bestimmtes Entwicklungsstadium beschränkt. Zum Beispiel schädigen Flussmuscheln den Fischen in ihrer Umgebung nicht, jedoch haken sich ihre Larven in den Kiemen der Fische fest und saugen Blut.


Synökologie - Obligate Parasiten


Obligate Parasiten durchlaufen im Gegensatz zu den fakultativen Parasiten ihre komplette Entwicklung im Wirt. Diese Parasiten können aber auch im Laufe ihres Lebens den Wirt wechseln. Ein bekanntes Beispiel ist der Schweinebandwurm, bei dem das Schwein als Zwischenwirt fungiert während der Mensch den Endwirt darstellt.


Synökologie - Parasitoide


Parasitoide oder Raubparasiten sind Parasiten, die ihren Wirt nach Ablauf der Entwicklung immer töten.




Synökologie - Symbiose


Eine Symbiose ist eine weitere wichtige Art der Beziehung in der Synökologie. Eine Symbiose liegt dann vor, wenn Individuen von verschiedenen Arten in einer Lebensgemeinschaft leben und beide davon einen Nutzen ziehen. Auch hier unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Symbiose.


Synökologie - Obligater Mutualismus


Sind zwei verschiedene Arten von Lebewesen in einer Lebensgemeinschaft, bei der sie ohne den Partner nicht überleben können, nennt man dies obligater Mutualismus. Ein bekanntes mutualistisches System sind Flechten, eine Lebensgemeinschaft aus Pilzen und Algen. Der Pilz bietet den Lebensraum für die Algen, während die Algen organische Stoffe herstellen, die der Pilz wieder aufnehmen kann.


Synökologie - Protokooperation


Üblicherweise sind bei Symbiosen die Partner aber nicht so abhängig voneinander wie beim Mutualismus. Meistens kooperieren Arten nur für eine bestimmte Zeit, wie die Seeanemone und der Einsiedlerkrebs. Der Krebs wechselt den Standort für die Anemone, dafür beschützt die Anemone den Krebs solange sie sich auf seinem Rücken befindet. Diese Art der symbiotischen Beziehung nennt man Protokooperation.


Ein weiteres bekanntes Beispiel für eine Protokooperation sind Putzerfische und ihre Partner. Die Putzerfische erhalten ihre Nahrung durch das Säubern ihrer Partner, während die Partner eben gesäubert werden.


Synökologie - Das Wichtigste auf einen Blick


  • Die Synökologie ist neben der Autökologie und der Populationsökologie einer der wichtigen Untersuchungsbereiche der Ökologie


  • Bei der Synökologie werden die interspezifischen Beziehungen zwischen verschiedenen Lebewesen in einem Ökosystem analysiert. Hierbei gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Beziehungskonstrukten.


  • Zu den meist erforschten Arten der interspezifischen Beziehungen in der Synökologie gehören die Räuber-Beute-Beziehungen, Konkurrenzbeziehungen, Parasitismus und Symbiose. All diese Beziehungstypen haben verschiedene Merkmale, wodurch man sie erkennen kann. 



60%

der Nutzer schaffen das Synökologie Quiz nicht! Kannst du es schaffen?

Quiz starten

Über 2 Millionen Menschen lernen besser mit StudySmarter

  • Tausende Karteikarten & Zusammenfassungen
  • Individueller Lernplan mit Smart Reminders
  • Übungsaufgaben mit Tipps, Lösungen & Cheat Sheets
Finde passende Lernmaterialien für deine Fächer
Icon
Biologie
Icon
Chemie
Icon
Deutsch
Icon
Englisch
Icon
Geographie
Icon
Geschichte
Icon
Mathe
Icon
Physik
Hol dir jetzt die Mobile App

Die StudySmarter Mobile App wird von Apple & Google empfohlen.

Synökologie
Lerne mit der Web App

Alle Lernunterlagen an einem Ort mit unserer neuen Web App.

JETZT ANMELDEN Synökologie