Monokulturen: Definition, Vorteile & Nachteile | StudySmarter
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Monokulturen

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Biologie

Wenn man über Jahre nur die gleiche Pflanzenart auf einer Fläche anpflanzt, dann spricht man von einer Monokultur. Monokulturen bringen allerdings sowohl Vorteile, als auch Nachteile mit sich.



Monokulturen Definition


Wenn auf einer bestimmten Fläche nur die gleiche Pflanzenart über Jahre hinweg angebaut wird, dann spricht man von einer Monokultur (auch Reinkultur genannt). Sie kommt in der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft zum Einsatz.


Monokulturen in der Landwirtschaft gibt es weltweit: Von Bananenplantagen über Reisfelder zu Kartoffel- und Maisfeldern sind sie überall verbreitet. Sie werden deswegen häufig verwendet, da es für Landwirt*innen praktischer ist, nur eine Pflanzenart pro Fläche zu bewirtschaften. Allerdings bergen Monokulturen auch für Tiere, Pflanzen und Menschen schwere Nachteile.


Monokulturen Mais Anbau StudySmarterAbbildung 1: Mais wird oft in Monokulturen angebaut, Quelle: pixabay.com


In Deutschland gibt es seit einiger Zeit nur noch wenig Monokulturen in der Landwirtschaft, da sich Landwirt*innen an eine Verabschiedung der EU-Agrarpolitik halten müssen, die besagt, dass es ein Mindestmaß an unterschiedlichen Kulturarten geben muss. Trotzdem gibt es im Süden des Landes noch teilweise Maisfelder, die monokulturell angebaut werden.



Vorteile von Monokulturen


Wenn nur eine einzige Pflanzenart auf einer Fläche ausgesät wird, kann das aus einigen Gründen praktisch für die Landwirt*innen sein:


  • Es reicht für die Landwirt*innen aus, sich nur mit einer Pflanzenart auszukennen und sich auf sie zu spezialisieren.


  • Die Landwirt*innen sparen Geld, da sie keine unterschiedlichen Feldmaschinen oder andere Gartenwerkzeuge kaufen müssen.


  • Der Erntezeitpunkt für die Landwirt*innen bleibt immer gleich.


  • Die Landwirt*innen brauchen keine weiteren Flächen, auf die sie für andere Pflanzenarten mit anderen Bedürfnissen ausweichen müssen.


  • Beim Kauf von besonders viel Saatgut können die Landwirt*innen Geld sparen, da dieses in Massen meistens günstiger ist.


  • Die Landwirt*innen müssen sich nicht an neue Bedürfnisse anderer Pflanzenarten anpassen, sondern haben durchgehend den gleichen Pflegeaufwand.


  • Die Landwirt*innen können sich auf die Pflanze spezialisieren, die in der Region am besten wächst, und so eine größere Ernte auf einmal vermarkten.



Nachteile von Monokulturen


Während die Vorteile vor allem aus wirtschaftlicher Sicht bestehen, sind die Nachteile von Monokulturen verheerend für die Nachhaltigkeit und die Umwelt. Monokulturen verursachen Probleme, die insbesondere die Tier- und Pflanzenwelt stark betreffen.


Boden und Nährstoffmangel


Durch die Monokultur nimmt die Bodenqualität ab, da der Boden jedes Mal auf die gleiche Art und Weise beansprucht wird. Die durchgehend angebaute Pflanzenart entzieht dem Boden immer wieder die gleichen Nährstoffe, bis es schließlich irgendwann dazu kommt, dass der Boden diese Nährstoffe nicht mehr bereitstellen kann. Das hat zur Folge, dass die Pflanzen nicht mehr genug versorgt werden und absterben.


Um dem Nährstoffmangel entgegenzuwirken, werden häufig chemische Dünger verwendet, die gesundheitsschädigend sein können, da sie Boden und Grundwasser angreifen. Da den Pflanzen von Jahr zu Jahr weniger Nährstoffe zur Verfügung stehen, kommt es dazu, dass sich immer weniger Blüten und Früchte bilden. Ein Feld, das monokulturell bewirtschaftet wird, ist außerdem einem größeren Risiko für Bodenerosionen ausgesetzt.


Monokulturen Nährstoffmangel Boden StudySmarterAbbildung 2: Monokulturen führen zu ungesunden Böden, Quelle: pixabay.com


Erhöhter Schädlings- und Unkrautbefall


Pflanzen werden bei Monokulturen anfälliger gegenüber Erkrankungen und Schädlingen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich pathogene Bakterien mit der Zeit im Boden anreichern und die Pflanzenversorgung über die Wurzeln stören.


Häufig müssen Pestizide und Herbizide verwendet werden, die wiederum schädlich für das ganze Ökosystem sind. Zudem kann es bei vermehrtem Gebrauch von solchen Pflanzenschutzmitteln zur Bildung einer Resistenz kommen, was den Einsatz nutzlos macht.


Zusätzlich werden natürliche Fressfeinde von Schädlingen und Nützlinge (zum Beispiel Regenwürmer) von Monokulturen vertrieben. So können sich Schädlinge noch einfacher ausbreiten und die Pflanzen befallen. Der angegriffene Boden einer Monokultur wird schnell von Unkraut übersät, welches sich hartnäckig verbreitet und nicht nur den Pflanzen schadet, sondern auch den Boden noch weiter auslaugt.



Beispiele für schädliche Monokulturen


Monokulturen im Wald


Waldarten, in denen nur eine Baumart dominiert, haben eine deutlich geringere Artenvielfalt als Mischwälder. Besonders das Ökosystem Nadelwald weist Probleme auf, die eine, wenn auch relativ natürliche Monokultur für das Wachstum und den Erhalt des Waldes hat. 


Da in Nadelwäldern meistens nur eine Nadelbaumart wächst, ist der Boden größtenteils mit den Nadeln der Bäume bedeckt. Diese Nadeln werden allerdings schwer in den Boden eingearbeitet und müssen langsam von Bakterien und Pilzen zersetzt werden. So bilden sich sogenannte Rohhumusauflagen. Dadurch können die neuen Nährstoffe kaum in den Boden gelangen und dieser wird schließlich sauer und nährstoffarm. Andere Pflanzen können unter diesen Umständen nur schwer heranwachsen.


Obstbäume


Bei Obstbäumen und Obststräuchern kommt es häufig unumgänglich zur Entstehung einer Monokultur, da diese Pflanzen mehrjährig sind und es daher schwer ist, auf andere Pflanzenarten umzusteigen. Trotzdem sind auch diese Pflanzen von den negativen Auswirkungen von Monokulturen betroffen. Dazu gehören ein hohes Risiko für Schädlingsbefall (insbesondere bei Apfelbäumen), zunehmend geringere Ernteerträge, die Früchte schmecken weniger gut und die Anzahl an ausgetrockneten Ästen und Trieben nimmt mit der Zeit zu.


Zwiebelgewächse


Werden Zwiebelgewächse monokulturell angepflanzt, entsteht bei ihnen eine besonders hohe Anfälligkeit für Schädlinge wie die Zwiebelfliege oder Fadenwürmer. Zwiebelfliegen schädigen nicht nur eine einzelne Ernte, sondern können dadurch, dass sie ihre Eier in der Erde ablegen, auch den nachfolgenden Anbau befallen. Fadenwürmer befallen Zwiebelgewächse über die Wurzeln und erhöhen das Risiko für Pilzinfektionen. So kann es zu einem Verlust von mindestens 20 % der Ernte kommen.


Monokulturen Zwiebelgewächse Schäden StudySmarterAbbildung 3: In Monokulturen angepflanzte Zwiebelgewächse sind besonders anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen, Quelle: pixabay.com



Gegenteil von Monokulturen


Mischkulturen stellen das Gegenteil zu Monokulturen dar. Bei dieser werden mehrere Pflanzenarten auf einer Fläche angebaut, die unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse haben. So wird nicht nur verhindert, dass der Boden ausgelaugt wird: Eine gelungene Mischkultur sorgt außerdem dafür, dass Schädlinge, Krankheitserreger und Unkraut von der Fläche ferngehalten werden.



Monokulturen - Das Wichtigste 


  • Wenn auf einer bestimmten Fläche über Jahre hinweg die gleiche Pflanzenart angebaut wird, dann spricht man von einer Monokultur (auch Reinkultur genannt). Sie kommt in der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft zum Einsatz.
  • Die Vorteile einer Monokultur sind in erster Linie wirtschaftlicher Natur. Landwirt*innen können beispielsweise Geld sparen, da sie nicht so viele verschiedene Feldmaschinen kaufen müssen.
  • Andererseits sind Monokulturen sehr schädlich für die Nachhaltigkeit und die Umwelt. Die Bodenqualität nimmt ab, es kommt zu Nährstoffmangel und der Schädlings- und Unkrautbefall wird höher.
  • Die Mischkultur stellt das Gegenstück zur Monokultur dar. Bei dieser werden mehrere Pflanzenarten auf einer Fläche angebaut, die unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse haben.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Monokulturen

Die Vorteile einer Monokultur sind in erster Linie wirtschaftlicher Natur. Beispielsweise müssen Landwirt*innen nicht so viele unterschiedliche Feldmaschinen und andere Gartenwerkzeuge kaufen und können sich ganz auf eine Pflanzenart spezifizieren.

Wenn auf einer bestimmten Fläche nur die gleiche Pflanzenart über Jahre hinweg angebaut wird, dann spricht man von einer Monokultur (auch Reinkultur genannt). Sie kommt in der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft zum Einsatz.

Die Bewirtschaftung von Monokulturen birgt viele Nachteile für die Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt. Die Böden werden geschädigt und es kommt zu einem Nährstoffmangel, der sich auf lange Sicht auch schlecht auf die Pflanzen auswirkt. Außerdem ist der Schädlings- und Unkrautbefall höher.

Eine spezielle Art der Landbewirtschaftung, bei der nur eine Pflanzenart angebaut wird, und das über mehrere Jahre hinweg. Landwirt*innen nutzen diese Art der Landwirtschaft zum Beispiel, weil sie dadurch Geld sparen können, sich auf eine Art spezialisieren können und brauchen nur einen Satz von Maschinen.

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