Monokulturen

Wenn man über Jahre nur die gleiche Pflanzenart auf einer Fläche anpflanzt, dann spricht man von einer Monokultur. Monokulturen bringen grundsätzlich sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich.

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsangabe

    Monokulturen Definition

    Wenn auf einer bestimmten Fläche nur die gleiche Pflanzenart über Jahre hinweg angebaut wird, dann spricht man von einer Monokultur (auch Reinkultur genannt). Sie kommt in der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft zum Einsatz.

    Monokulturen in der Landwirtschaft gibt es weltweit: Von Bananenplantagen über Reisfelder bis hin zu Kartoffel- und Maisfeldern sind sie in der ein oder anderen Form überall zu finden. Sie werden häufig verwendet, da es für Landwirt*innen praktischer ist, nur eine Pflanzenart pro Fläche zu bewirtschaften. Allerdings bergen Monokulturen für Tiere, Pflanzen und Menschen schwere Nachteile.

    In Deutschland gibt es seit einiger Zeit nur noch wenige reine Monokulturen in der Landwirtschaft, da die EU Landwirt*innen dabei spezielle Vorgaben macht. Diese geben eine Mindestanzahl unterschiedlicher Pflanzenarten vor, die auf einem Feld angebaut werden müssen.

    Vorteile von Monokulturen

    Wenn nur eine einzige Pflanzenart auf einer Fläche ausgesät wird, kann das aus einigen Gründen praktisch für die Landwirt*innen sein:

    • Es reicht aus, sich nur mit einer Pflanzenart auszukennen und sich auf diese zu spezialisieren.

    • Es wird Geld gespart, da sie keine unterschiedlichen Feldmaschinen oder andere Gartenwerkzeuge kaufen müssen.

    • Der Erntezeitpunkt bleibt immer gleich.

    • Die Landwirt*innen brauchen keine weiteren Flächen, auf die sie für andere Pflanzenarten mit anderen Bedürfnissen ausweichen müssen.

    • Beim Kauf von besonders viel Saatgut können die sie Geld sparen, da dieses in Massen meistens günstiger ist.

    • Die Landwirt*innen müssen sich nicht an neue Bedürfnisse anderer Pflanzenarten anpassen, sondern haben durchgehend den gleichen Pflegeaufwand.

    • Sie können sich auf die Pflanze spezialisieren, die in der Region am besten wächst, und so eine größere Ernte auf einmal vermarkten.

    Nachteile von Monokulturen

    Während die Vorteile vor allem aus wirtschaftlicher Sicht bestehen, sind die Nachteile von Monokulturen verheerend für die Nachhaltigkeit und die Umwelt. Monokulturen verursachen Probleme, die insbesondere die Tier- und Pflanzenwelt stark beeinträchtigen.

    Bodenqualität und Nährstoffmangel

    Durch Monokulturen nimmt die Bodenqualität ab, da der Boden jedes Mal auf die gleiche Art und Weise beansprucht wird. Die durchgehend angebaute Pflanzenart entzieht dem Boden immer wieder die gleichen Nährstoffe, bis der Boden diese Nährstoffe irgendwann nicht mehr bereitstellen kann. Das hat zur Folge, dass die Pflanzen nicht mehr genug versorgt werden und absterben.

    Um dem Nährstoffmangel entgegenzuwirken, werden häufig chemische Dünger verwendet, die gesundheitsschädigend sein können, da sie Boden und Grundwasser verunreinigen. Da den Pflanzen von Jahr zu Jahr weniger Nährstoffe zur Verfügung stehen, kommt es dazu, dass sich immer weniger Blüten und Früchte bilden. Ein Feld, das monokulturell bewirtschaftet wird, ist außerdem einem größeren Risiko für Bodenerosionen ausgesetzt.

    Mehr zur Problematik von Düngemitteln und deren Folgen findest du im Kapitel Überdüngung.

    Abbildung 2: Monokulturen führen zu ungesunden Böden, Quelle: pixabay.com

    Erhöhter Schädlings- und Unkrautbefall

    Pflanzen, die als Monokulturen angebaut werden, sind anfälliger gegenüber Erkrankungen und Schädlingen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich pathogene Bakterien mit der Zeit im Boden anreichern und die Pflanzenversorgung über die Wurzeln stören.

    Pathogen bedeutet so viel wie "eine Krankheit verursachend". Bei pathogenen Bakterien handelt es sich also um Bakterien, die eine Krankheit auslösen können. Bei Kulturpflanzen (von Menschen angebaute und gezüchtete Pflanzen) zeigt sich das meistens durch eine geringere Ernte.

    Häufig müssen Pestizide und Herbizide verwendet werden, die wiederum schädlich für das ganze Ökosystem sind. Zudem kann es bei vermehrtem Gebrauch von solchen Pflanzenschutzmitteln zur Bildung einer Resistenz kommen, was den Einsatz nutzlos macht.

    Zusätzlich werden natürliche Fressfeinde von Schädlingen und Nützlinge (bspw. Regenwürmer) von Monokulturen vertrieben. So können sich Schädlinge noch einfacher ausbreiten und die Pflanzen befallen. Der angegriffene Boden einer Monokultur wird schnell von Unkraut übersät, welches sich hartnäckig verbreitet und nicht nur den Pflanzen schadet, sondern auch den Boden weiter auslaugt.

    Beispiele für schädliche Monokulturen

    Im Folgenden werden ein paar Beispiele für schädliche Monokulturen genauer beschrieben. Darunter zählen Monokulturen im Wald, bei Obstbäumen oder auch bei Zwiebelgewächsen.

    Monokulturen im Wald

    Waldarten, in denen nur eine Baumart dominiert, haben eine deutlich geringere Artenvielfalt als Mischwälder. Besonders das Ökosystem Nadelwald weist Probleme hinsichtlich einer Monokultur auf, auch wenn diese für das Wachstum und den Erhalt des Waldes relativ natürlich ist.

    Da in Nadelwäldern meistens nur eine Nadelbaumart wächst, ist der Boden größtenteils mit den Nadeln der Bäume bedeckt. Diese Nadeln werden allerdings schwer in den Boden eingearbeitet und müssen langsam von Bakterien und Pilzen zersetzt werden. So bilden sich sogenannte Rohhumusauflagen. Dadurch können die neuen Nährstoffe kaum in den Boden gelangen und dieser wird schließlich sauer und nährstoffarm. Andere Pflanzen können unter diesen Umständen nur schwer heranwachsen.

    Als Humus bezeichnet man Bodensubstanzen, die aus abgestorbenen, organischen Materialien bestehen. Guter Humus sorgt dafür, dass Pflanzen mit verschiedenen Nährstoffen wie bspw. Stickstoff oder Phosphor versorgt werden. Rohhumus macht jedoch im Grunde das Gegenteil, da saure Böden den Abbau der organischen Substanzen nahezu verhindern und somit der Nährstoffaustausch gehemmt wird.

    Obstbäume

    Bei Obstbäumen und Obststräuchern kommt es häufig unumgänglich zur Entstehung einer Monokultur, da diese Pflanzen mehrjährig sind und es daher schwer ist, auf andere Pflanzenarten umzusteigen. Deswegen sind auch diese Pflanzen von den negativen Auswirkungen von Monokulturen betroffen. Dazu gehören ein hohes Risiko für Schädlingsbefall (insbesondere bei Apfelbäumen), zunehmend geringere Ernteerträge, die Früchte schmecken weniger gut und die Anzahl an ausgetrockneten Ästen und Trieben nimmt mit der Zeit zu.

    Zwiebelgewächse

    Werden Zwiebelgewächse monokulturell angepflanzt, entsteht bei ihnen eine besonders hohe Anfälligkeit für Schädlinge wie die Zwiebelfliege oder Fadenwürmer. Zwiebelfliegen schädigen nicht nur eine einzelne Ernte, sondern können dadurch, dass sie ihre Eier in der Erde ablegen, auch den nachfolgenden Anbau befallen. Fadenwürmer befallen Zwiebelgewächse über die Wurzeln und erhöhen das Risiko für Pilzinfektionen. So kann es zu einem Verlust von ungefähr 20 Prozent der Ernte kommen.

    Gegenteil von Monokulturen

    Mischkulturen stellen das Gegenteil zu Monokulturen dar. Bei dieser werden mehrere Pflanzenarten auf einer Fläche angebaut, die unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse haben. So wird nicht nur verhindert, dass der Boden ausgelaugt wird: Eine gelungene Mischkultur sorgt außerdem dafür, dass Schädlinge, Krankheitserreger und Unkraut von der Fläche ferngehalten werden.

    Man spricht von einer Mischkultur, wenn mehrere Kulturpflanzen zur gleichen Zeit auf der gleichen Fläche angebaut werden. Dabei werden oftmals Pflanzen miteinander kombiniert, die letztlich für eine ausgewogene Nutzung der im Boden vorhandenen Nährstoffe sorgen. Ziel ist es, das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen zu fördern und die Ernte möglichst positiv zu beeinflussen.

    Monokulturen - Das Wichtigste

    • Wenn auf einer bestimmten Fläche über Jahre hinweg die gleiche Pflanzenart angebaut wird, dann spricht man von einer Monokultur (auch Reinkultur genannt). Sie kommt in der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft zum Einsatz.
    • Die Vorteile einer Monokultur sind in erster Linie wirtschaftlicher Natur. Landwirt*innen können beispielsweise Geld sparen, da sie nicht so viele verschiedene Feldmaschinen kaufen müssen.
    • Andererseits sind Monokulturen sehr schädlich für die Nachhaltigkeit und die Umwelt. Die Bodenqualität nimmt ab, es kommt zum Nährstoffmangel und der Schädlings- und Unkrautbefall steigt.
    • Die Mischkultur stellt das Gegenstück zur Monokultur dar. Bei dieser werden mehrere Pflanzenarten auf einer Fläche angebaut, die unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse haben.
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    Häufig gestellte Fragen zum Thema Monokulturen

    Was sind die Vorteile einer Monokultur?

    Die Vorteile einer Monokultur sind in erster Linie wirtschaftlicher Natur. Beispielsweise müssen Landwirt*innen nicht so viele unterschiedliche Feldmaschinen und andere Gartenwerkzeuge kaufen und können sich ganz auf eine Pflanzenart spezifizieren.

    Wie kommt es zu Monokulturen?

    Wenn auf einer bestimmten Fläche nur die gleiche Pflanzenart über Jahre hinweg angebaut wird, dann spricht man von einer Monokultur (auch Reinkultur genannt). Sie kommt in der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft zum Einsatz.

    Was sind die Nachteile von Monokulturen?

    Die Bewirtschaftung von Monokulturen birgt viele Nachteile für die Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt. Die Böden werden geschädigt und es kommt zu einem Nährstoffmangel, der sich auf lange Sicht auch schlecht auf die Pflanzen auswirkt. Außerdem ist der Schädlings- und Unkrautbefall höher.

    Was ist eine Monokultur Landwirtschaft?

    Eine spezielle Art der Landbewirtschaftung, bei der nur eine Pflanzenart angebaut wird, und das über mehrere Jahre hinweg. Landwirt*innen nutzen diese Art der Landwirtschaft zum Beispiel, weil sie dadurch Geld sparen können, sich auf eine Art spezialisieren können und brauchen nur einen Satz von Maschinen.

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