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The Uncommon Reader

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The Uncommon Reader

You don't put your life into your books, you find it there.1

Dieses Zitat stammt aus Alan Bennetts Kurzroman "The Uncommon Reader" (dt. "Die souveräne Leserin"), der erstmals 2007 im "London Review of Books" erschien und 2008 als alleinstehende Novelle veröffentlicht wurde.

Novellen sind Erzählungen, die meist länger als eine Kurzgeschichte, aber kürzer als ein Roman sind, also meist eine mittlere Länge haben (ca. 100 Seiten). Da Novellen jedoch eher in sich geschlossene Geschichten sind und "The Uncommon Reader" ein offenes Ende hat, ist auch in literarischen Kreisen umstritten, wo "The Uncommon Reader" einzuordnen ist.

Der Autor selbst bezeichnet das Werk als eine Hommage an das Lesen und an die Königin des Vereinigten Königreichs. Denn "The Uncommon Reader" beschreibt eine fiktive Welt, in der die Queen anfängt zu lesen und so viel Freude daran findet, dass sie beginnt ihre königlichen Verpflichtungen zu vernachlässigen.

Eine Hommage ist eine Wertschätzung einer Person oder Sache. Es wird nicht explizit gesagt, dass die Queen tatsächlich Queen Elizabeth II. ist, doch Referenzen zu Prinzessin Diana und Elizabeths Vorfahren Henry VIII. oder Königin Victoria lassen den Zusammenhang erkennen. Wenn Du mehr über das echte Leben der Königin zwischen 1952 und 2022 wissen möchtest, lies Dir die Erklärung "Queen Elizabeth" durch!

"The Uncommon Reader" – Charaktere

Neben der Queen spielen besonders der Küchenjunge Norman und Sir Kevin eine Rolle in "The Uncommon Reader". Da sich der Roman außerdem mit dem Leben im königlichen Palast beschäftigt, lernst Du auch ein paar Angestellte dort kennen. Weitere Charaktere in "The Uncommon Reader", die Alan Bennett einige Male vorkommen lässt, sind zum Beispiel der französische und der britische Premierminister.

The Queen

The Queen, also die Königin, wird nicht explizit mit einem Namen genannt, doch es ist ersichtlich, dass Bennett sie stark an die lang regierende Monarchin des Vereinigten Königreichs – Queen Elizabeth II. – anlehnte (1952–2022). Ein Hinweis auf diese Verbindung sind zum Beispiel die Hunde der Queen, die es auch in der Realität gibt. Die Queen ist 79 Jahre alt.

Zu Beginn wird die Queen als doer beschrieben, also eine Person, die einfach Dinge tut, ohne es zu hinterfragen. Sie macht die Dinge, "weil man sie halt tut"1. So verhält es sich zu Beginn auch mit dem Lesen, zu dem sie erst im Laufe des Romans eine Liebe aufbaut. Später entdeckt sie, dass das Lesen keine Erinnerungen an sie zurücklassen wird, doch dass das Schreiben dies ändern könnte. Also beginnt die Queen selbst zu schreiben.

Die Queen sieht sich selbst außerdem als bodenständig an.

Beim Lesen gibt es verschiedene Lesetechniken, die es Dir ermöglichen, einen Text auf unterschiedliche Aspekte hin zu untersuchen. Die Queen skimmt ihre Texte zu Beginn des Romans nur, das heißt, sie hält nur nach den wichtigsten Punkten Ausschau. Wenn Du mehr zu verschiedenen Lesetechniken lernen möchtest, sieh Dir doch die Erklärung "Textverständnis Englisch" an.

Norman Seakins

Norman Seakins Alter wird nicht näher beschrieben, außer, dass er recht jung ist. Norman arbeitet zuerst als Küchenjunge im Palast und wird dann von der Queen zu ihrem persönlichen Literaturberater ernannt. Von anderen Angestellten, wie Sir Kevin, wird er als dünn und mit roten Haaren bezeichnet. Besonders hervorgehoben wird auch immer wieder seine Homosexualität und Liebe zu Büchern von Autor*innen, die ebenfalls homosexuell sind. Die Queen nimmt Norman außerdem wahr als:

  • offen
  • intelligent
  • natürlich

Sir Kevin Scatchard

Sir Kevin Scatchard ist der Privatsekretär der Queen. Er kommt ursprünglich aus Neuseeland und betrachtet Lesen als eine Pflicht, die möglichst effizient geschehen sollte. Im Roman stellt er so den Antagonisten der Geschichte dar, da er mit der Veränderung der Queen unzufrieden ist und möchte, dass sie wieder sorgfältiger ihren Pflichten nachgeht.

Ein Antagonist ist eine Person, die dem Protagonisten oder der Protagonistin, also dem Helden oder der Heldin der Geschichte, Hindernisse in den Weg legt.

"The Uncommon Reader" – Zusammenfassung

Auf einem alltäglichen Spaziergang fliehen die Hunde der Queen aus dem Park, sodass die Queen nach ihnen sehen muss. Die Corgis haben sich mit lautem Gebell einem Bücherbus (travelling liberary) genähert, der vor der Küche des Schloss Windsor steht. Um sich bei dem Besitzer zu entschuldigen, betritt die Queen den Bücherbus. Im Inneren befinden sich der Fahrer bzw. Bibliothekar und der Küchenjunge Norman Seakins.

Corgi ist die Kurzform für die Hunderasse Welsh Corgi Pembroke, einer kleinen Rasse mit kurzen Beinen. Die Queen besitzt neben Corgis auch Dorgis – sie sind eine Mischung aus Dackeln und Corgis. Im Sommer 2022 besaß Queen Elizabeth drei Hunde: Dorgi Ferguson, Dorgi Candy und Corgi Muick.

Die Queen entschuldigt sich für ihre lauten Hunde, doch bevor sie den Bücherbus verlässt, fühlt sie sich verpflichtet ein Buch auszuleihen, was sie auch tut. Das Buch ist von einer Autorin, die sie bereits kennengelernt hat, doch es ist eher träge zu lesen, sodass die Queen es aus Pflichtbewusstsein zwar zu Ende liest, jedoch keine wirkliche Freude daran empfindet.

Als sie das Buch zurückbringt, merkt sie jedoch, dass sie sich wieder verpflichtet fühlt, ein weiteres mitzunehmen. Dieses Mal fesselt sie das Buch, und zwar so sehr, dass sie eine Erkältung vortäuscht, um den ganzen Tag im Bett bleiben und lesen zu können.

Nachdem sie das Buch beendet hat, bittet die Queen ihren Privatsekretär Sir Kevin den Küchenjungen Norman zu ihr auf die Etage zubringen. Er war ihr im Bücherbus aufgefallen, da er nicht so schüchtern ihr gegenüber war, wie sie es von den meisten Angestellten im Palast kennt. Außerdem hatte er sich an der Konversation über Bücher beteiligt, sodass die Queen in ihm einen intelligenten jungen Mann sieht. Sie befördert Norman zu ihrem Literaturberater und schickt ihn zum Bücherbus, dort solle er das alte Buch zurückbringen und neue Bücher für sie mitbringen.

Im Palast fällt unterdessen auf, dass die Queen immer mehr Interesse am Lesen hat, statt sich um ihre täglichen Pflichten als Königin zu kümmern. So trägt sie zum Beispiel an zwei Tagen die gleichen Schuhe und ist häufiger einmal etwas zu spät, was früher nie der Fall war.

Die Angestellten vermuten schließlich sogar Alzheimer. Nach einigen Vorfällen, bei denen die Queen Besucher*innen Bücher empfiehlt, bekommt Sir Kevin vom Premierminister gesagt, dass er dafür sorgen solle, dass die Queen mit dem Lesen aufhöre und dass Norman verschwinden solle.

Sir Kevin bietet aus diesem Grund Norman ein Studium an einer Universität an, was dieser auch annimmt. Normans Abwesenheit hält die Queen jedoch nicht davon ab, weiterzulesen. Da ihr allerdings ein Gesprächspartner fehlt, beginnt sie ihre Gedanken und Ideen zu den Büchern, die sie liest, aufzuschreiben.

Schreiben statt lesen

Je mehr die Queen über das Schreiben nachdenkt, desto mehr kommt sie zu dem Schluss, dass Lesen und Schreiben unterschiedliche Dinge seien: Das Lesen öffne den Menschen und das Schreiben verschließe ihn.

Zum Wohlfallen ihrer Angestellten liest die Queen immer weniger und die Bücher wandern wieder zurück in Bibliotheken und ins Regal. Zuerst hält sie geheim, dass sie ein eigenes Buch schreiben möchte, doch der Wunsch verfestigt sich. Als sie eines Tages zu Besuch an einer Universität ist, trifft sie dort Norman wieder, der mittlerweile sein Studium abgeschlossen hat und von seinen Professoren und Professorinnen als zukünftiger Schreiber gelobt wird.

Die Queen erkennt, dass Sir Kevin für das Verschwinden Normans zuständig gewesen sein muss, da Norman nicht von allein gegangen wäre. Dies kristallisiert sich aus dem Gespräch mit Norman heraus und resultiert darin, dass die Queen ihren Privatsekretär entlässt. Zusätzlich stellt sie Norman wieder bei sich ein. Dieses Mal jedoch nicht, damit er ihr Bücher bringt, sondern, damit er ihr beim Schreiben hilft.

Zum Schluss gibt die Queen eine große Feier zu ihrem 80. Geburtstag, zu der sie alle ihre ehemaligen und aktuellen Berater*innen einlädt. Auf der Feier verkündet sie, dass es ihr Wunsch sei ein Buch zuschreiben, jedoch keine Autobiografie, sondern etwas, das mehr zum Denken anstößt.

Ihre Berater*innen sind nicht sonderlich begeistert von der Idee und versuchen zu betonen, dass noch kein*e Monarch*in je ein Buch geschrieben hätte. Daraufhin nennt die Queen ihre Vorfahren und Vorfahrinnen Henry VIII., Elizabeth I. und Queen Victoria, die alle geschrieben hatten.

Henry VIII. war von 1509 bis 1547 König von England, seine Tochter Elizabeth I. regierte von 1558 bis 1603. Von 1837 bis 1901 war Queen Victoria Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland. Wenn Du mehr zu britischen Monarch*innen lernen möchtest, sieh Dir die Erklärung "British Monarchy" an.

Der Premierminister, der ebenfalls anwesend ist, betont daraufhin, dass die genannten Personen jedoch alle ihr Amt niederlegten, bevor sie schrieben. Die Antwort der Queen lautet:

Oh, did I not say that? [...] But ... why do you think you're all here?1

"The Uncommon Reader" – Analyse der Erzählperspektive und Sprache

Nun, da Du weißt, um was es in "The Uncommon Reader" geht, kannst Du Dich mit der Analyse des Romans von Alan Bennett beschäftigen. Der Roman ist aus der Sicht eines auktorialen, also allwissenden, Erzählers geschrieben, sodass Du nicht nur die Gedanken der Queen mitbekommst, sondern auch alles, was andere Charaktere denken.

Auffällig am Werk ist, dass Alan Bennett schwarzen Humor nutzt und fast schon satirisch Kleinigkeiten zu einem großen Drama aufzieht. So machen sich zum Beispiel alle im Palast Sorgen, da die Queen an zwei Tagen die gleichen Schuhe trägt.

Die Sprache in "The Uncommon Reader" ist anspruchsvoll und es werden viele Fachbegriffe genannt, aber auch erklärt. So zum Beispiel im folgenden Zitat:

It could have been a syllogism [...]: Alzheimer's is common, the Queen is not common, therefore the Queen has not got Alzheimer's.1

Hier wird der Begriff syllogism verwendet, der eine logische Konklusion beschreibt. Wie in diesem Fall die Queen und Alzheimer: Da Alzheimer eine gewöhnliche Krankheit und die Queen keine gewöhnliche Person ist, kann es nicht sein, dass die Queen Alzheimer hat.

Alzheimer ist einer Krankheit, die häufig im Alter auftritt und den langsamen Verlust der Erinnerungsfähigkeit beschreibt.

Zusätzlich findest Du in "The Uncommon Reader" kleine Teile auf Französisch, wenn sich die Queen mit dem französischen Premierminister unterhält, wie Du am folgenden Zitat erkennen kannst:

"Bien sûr," said the president. "Il m'intéresse," said the Queen.1

Im Allgemeinen fällt auf, dass Alan Bennett viele Referenzen zu verschiedenen Autor*innen zieht. Jede*r Autor*in, von der die Queen ein Buch liest, wird auch namentlich genannt. Einige dieser Autor*innen und ihre Werke siehst Du im Folgenden, sie gab es auch in der Realität:

  • Jean Genet (1910 bis 1986): französischer Autor von z. B. "Notre Dames des Fleurs" (1944)
  • George Eliot (1819 bis 1880): englische Autorin von z. B. "Daniel Deronda" (1876)
  • Charles Dickens (1812 bis 1870): englischer Autor von z. B. "A Christmas Carol" (1843)
  • Jane Austen (1775 bis 1817): britische Schriftstellerin von z. B. "Pride and Prejudice" (1813)
  • Thomas Hardy (1840 bis 1928): britischer Schriftsteller von z. B. "A Pair of Blue Eyes" (1873)
  • Denton Welch (Normans Lieblingsautor, 1915 bis 1948): englischer Schriftsteller von z. B. "In Youth is Pleasure" (1945)

Wortspiele, sogenannte puns, benutzt Alan Bennett ebenfalls häufig. Zum Beispiel handelt es sich bei dem Titel des Romans bereits um ein Wortspiel. In der Literatur gibt es zwei Arten von Lesern und Leserinnen: die common reader ("gewöhnliche Leser*innen), die einen Text zum Vergnügen lesen, und die uncommon reader ("ungewöhnliche Leser*innen"), die ein Werk kritisch lesen, um Analysen durchzuführen.

Du liest "The Uncommon Reader" vielleicht, weil Du für die Schule eine Analyse erstellen musst. Die Queen hingegen liest im Roman für ihr eigenes Vergnügen, weshalb sie ein common reader wäre.

Allerdings steht im Englischen commoner auch für die bürgerliche Mittelschicht. Also eigentlich etwas, das die Queen nicht ist, da sie in der britischen Gesellschaft eine besondere Rolle einnimmt. Somit ist sie also auch ein uncommon reader.

Nicht nur in der britischen Gesellschaft spielte die Queen eine besondere Rolle. Sie war auch das Staatsoberhaupt von anderen Ländern, wie Kanada, Indien oder Australien. Sieh Dir mehr zu den Ländern in den Erklärungen "Kanada", "Indien" und "Australien Neuseeland" an.

Themen & Motive im Roman "The Uncommon Reader"

Alan Bennett beschäftigt sich in "The Uncommon Reader" hauptsächlich mit dem Lesen. Mit dem Blick auf das Lesen, spricht Bennett allerdings auch noch einige andere Themen an, die Interpretationsspielraum lassen. So zum Beispiel die Verpflichtungen einer Königin (Duty of a Queen). Auch Rollenmuster und das Ausbrechen aus solchen kann als Thema der Novelle betrachtet werden, da die Queen bis zum Zeitpunkt der Erzählung einem Bild ihres Umfelds entspricht und sich durch das Lesen plötzlich verändert.

Gegen Ende der Novelle stellt Alan Bennett schließlich die Themen "Lesen" und "Schreiben" einander gegenüber. Daraufhin schlussfolgert er, dass jede*r der/die liest, letztendlich anfängt zu schreiben, da Lesen die Basis für das Schreiben darstellt.

Lesen

Alan Bennett scheint mit "The Uncommon Reader" zum einen die schönen Seiten des Lesens hervorheben zu wollen. Zum anderen die kritischen Seiten. Zu Beginn hast Du eines der Zitate aus dem Roman kennengelernt, das besagt, dass man sein Leben in Büchern finden kann, eine positive Seite des Lesens also. Doch das nächste Zitat soll Dir verdeutlichen, was problematisch am Lesen gesehen werden kann. Oder zumindest, was von einigen der Charaktere im Buch als negativ wahrgenommen wird.

To read is to withdraw. To make oneself unavailable [...] selfish1

Diese Worte stammen von Sir Kevin, der der Queen vermitteln möchte, dass sie den Menschen ein falsches Bild von sich übermittelt. Eine Königin oder auch ein König sollte stets unparteiisch sein und sich für das Wohl ihrer Bürger*innen einsetzen, ohne Präferenzen zu zeigen. Doch genau solche Präferenzen entwickelt die Queen durch das Lesen, sodass Sir Kevin ihr vorwirft "selbstsüchtig" zu sein, also nur an sich zu denken.

To withdraw bedeutet außerdem, sich von einem Geschehen zu entfernen. Was die Queen immer mehr tut. So winkt sie den Leuten auf der Straße zwar noch zu, aber ist währenddessen damit beschäftigt zu lesen.

Vielleicht kennst Du das auch, wenn Du etwas tust, dass Du sehr liebst, dass Du dann Dein ganzes Umfeld vergisst. Vielleicht hast Du dann auch schon mal eine tägliche Aufgabe, wie das Spülmaschine-Einräumen vergessen? Nun stell Dir vor, Deine Pflichten (duty) gingen über Dein Zuhause hinaus und Du würdest ein Land repräsentieren.

Eine Gefahr, die also dem Lesen unterstellt werden kann, ist, dass es so viel Zeit einnimmt, dass Pflichten vernachlässigt werden. Ein Angestellter des Palasts – Sir Claude – fasst diese Erfahrung in den folgenden Worten zusammen:

I see no harm in reading itself, ma'am. It's when it's carried to extremes. There's the mischief.1

Du kannst erkennen, dass er nicht das Lesen per se verurteilt, doch die Queen ermahnt, dass das extreme Lesen, also viel und ständig, eine Gefahr birgt (mischief). Alan Bennett beleuchtet also beide Seiten des Lesens.

"The Uncommon Reader" Roman – Interpretation

Besonders relevant in "The Uncommon Reader" ist ein Austausch zwischen der Queen und Sir Kevin in etwa der Mitte des Romans. Nach einiger Zeit beginnt sie, ihre Besucher*innen zu fragen, welche Bücher diese lesen, was meist zu Verwirrung und Stille führt, wie Du am folgenden Zitat erkennen kannst:

"What are you reading at the moment?" To this very few of Her Majesty's loyal subjects had a ready answer [...].1

Bei einem Gespräch mit der Queen erwarten die wenigsten eine Konversation über Bücher, was Du daran erkennen kannst, dass nur wenige eine Antwort auf ihre Frage haben. Auch, wenn die Queen ihre Gespräche mit den Gästen meist im Privaten tätigt, finden die Angestellten des Palasts schließlich heraus, worüber sie redet. Die Angestellten sind nicht zufrieden damit, dass die Gäste der Queen in Verlegenheit gebracht werden. Ihrer Meinung nach liest selten noch jemand. Wenn Gäste der Queen jedoch mitteilen, dass sie nicht lesen, empfiehlt sie ihnen ein Buch, kramt in ihrer Tasche und gibt den Personen das Buch mit, das sie gerade dabei hat. Statt das Buch zu lesen, verkaufen viele der Gäste die erhaltenen Bücher auf Ebay.

An dieser Szene wird deutlich, wie verschieden das Lesen wahrgenommen wird in Alan Bennetts Lektüre. Für die Queen ist es etwas, dass ihr neue Möglichkeiten öffnet und ihr hilft, die Menschen zu verstehen. Doch die Menschen, die sie trifft, scheinen meist nichts damit anfangen zu können, sodass sie sich zunehmend von der Queen ausgeschlossen fühlen. Die Queen realisiert dies nicht, da sie nur das Gute im Lesen sieht.

Um die Queen wieder allen Bürger*innen zugänglicher zu machen, beginnen ihre Angestellten den Gästen Bücher im Vorhinein zu empfehlen und Sir Kevin schlägt ihr schließlich vor, eine Pressemitteilung herauszugeben, in der sie ihre Lesevorlieben teilen kann. Doch die Queen antwortet:

I don't see [...] why there is any need for a press release at all. Why would the public care what I am reading? The Queen reads. That is all they need to know.1

An diesem Zitat kannst Du erneut erkennen, wie anders sich die Queen selbst wahrnimmt. Für sie reicht es, dass die Leute wissen, dass sie liest. Dass sie in ihrer Buchwahl Menschen ausschließen könnte, ist ihr egal. Sir Kevin möchte jedoch, dass sie als die Queen zugänglich bleibt. Hier wirft er ihr deshalb auch vor, dass sie selbstsüchtig sei, wie Du im Zitat weiter oben lesen konntest. Doch auch er sagt, dass das Lesen einen Sinn haben könnte, wenn es Offenheit zeigen würde. Indem die Queen zum Beispiel ethnic classics1 lese. Es solle einen Mehrwert bringen, was er ihr auch mitteilt:

Were we able to harness your reading to some larger purpose – the literacy of the nation as a whole, for instance, the improvement of reading standards amoung the young...1

Für Sir Kevin hat das Lesen nur einen Zweck, wenn es etwas Größerem dient. Hier im Zitat erwähnt er, dass das Lesen der Queen dazu führen könnte, dass die ganze Nation mehr lesen könnte. Oder aber, dass das Lesen der Queen junge Leute dazu anhalten könnte, ihre Lesestandards anzuheben. So würde das gesamte Vereinigte Königreich einen höheren Bildungsstatus erreichen können. Du kannst erkennen, dass das Lesen per se nicht als etwas Schlechtes empfunden wird, sondern als etwas Nützliches. Doch die Queen möchte dem Lesen diese Nützlichkeit entziehen. So sind ihre Worte:

One reads for pleasure [...]. It is not a public duty.1

Wenn Du Dir noch einmal den Titel des Werkes heranführst, kannst Du mit diesem Zitat erkennen, dass die Queen eine common reader ist. Bennett beleuchtet auf diese Weise also, die zwei Möglichkeiten ein Buch zu lesen: kritisch und zweckerfüllend oder für den reinen Spaß. Mit der Queen und Sir Kevin stellt Alan Bennett zwei verschiedene Meinungen gegenüber.

"The Uncommon Reader" – Alan Bennett

Der Autor Alan Bennett wurde 1973 im englischen Leeds als Sohn eines Metzgers geboren. Er studierte Geschichte am Exeter College und war danach Juniorprofessor am Magdalen College in Oxford (1960 bis 1962). So sah der Autor in jungen Jahren aus:

The Uncommon Reader Alan Bennett StudySmarterAbb. 2: Alan Bennett

Bennetts erstes Werk "Beyond the Fringe" schrieb er 1962 als Bühnen-Revue und machte sich so den Weg frei als

  • Schauspieler,
  • Schriftsteller,
  • Dramatiker,
  • Regisseur und
  • Drehbuchautor.

Ein Bühnen-Revue ist eine Art des Musik-Theaters, das einem Musical ähnelt.

Für seine Werke erhielt Bennett drei Preise und für die Verfilmung seines Romans "The Madness of King George III." erhielt er 1995 sogar eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch". 2005 veröffentlichte Bennett seine Memoiren in Form des Romans "Untold Stories", da er an Krebs erkrankte. Seine Krankheit konnte jedoch geheilt werden und der Autor gibt heute Lesungen seiner Bücher und Tagebücher.

Weitere Werke Bennets sind:

  • "Kafka's Dick" (1986, Theaterstück)
  • "102 Boulevard Haussmann" (1990, TV-Serie)
  • "The Clothes They Stood Up In" (2001, Novelle)
  • "Keeping On Keeping On" (2016, Roman)
  • "The Lady in the Van" (2015, Film)

The Uncommon Reader - Das Wichtigste

  • "The Uncommon Reader" ist ein Kurzroman von Alan Bennett, der erstmals 2007 im "London Review of Books" erschien und 2008 als alleinstehende Novelle veröffentlicht wurde.
  • Inhalt: Die Queen beginnt durch Zufall zu lesen und verfällt in einen Leserausch, der dazu führt, dass sie ihre königlichen Pflichten vernachlässigt. Ihre Angestellten versuchen sie vom Lesen abzubringen, was ihnen schließlich gelingt. Doch statt zu lesen, beginnt die Queen selbst ein Buch zu schreiben.
  • Die Sprache in "The Uncommon Reader" ist satirisch und anspruchsvoll mit vielen Fachbegriffen, Wortspielen und schwarzem Humor.
  • Hauptthema des Romans ist das Lesen.
  • Außerdem werden das Schreiben, die Verpflichtungen einer Königin und Rollenmuster angesprochen.
  • Es werden die beiden Arten zu lesen einander gegenübergestellt:
    • common readers: Lesen zum Vergnügen
    • uncommon readers: Lesen als Verpflichtung

Nachweise

  1. Bennett (2008). The Uncommon Reader. Profile Books.
  2. Abb. 2: Alan Bennett (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Alan_Bennett_Allan_Warren.jpg) von Allan Warren Photography (https://www.allanwarren.com/) unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/?ref=openverse)

Häufig gestellte Fragen zum Thema The Uncommon Reader

In "The Uncommon Reader" geht es um die Queen, die anfängt zu lesen und so viel Freude daran findet, dass sie beginnt ihre königlichen Verpflichtungen zu vernachlässigen. Der Autor Alan Bennets bezeichnet das Werk als eine Hommage an das Lesen und an die Königin des Vereinigten Königreichs.

Am Ende von "The Uncommon Reader" versammelt die Queen all ihre Berater*innen zu einer Geburtstagsfeier um sich. Sie verkündet, dass sie ein Buch schreiben möchte und lässt offen, ob sie dafür abdankt, wie ihre Vorfahr*innen, die Bücher schrieben.

"The Uncommon Reader" kann den humoristischen Genres zugeordnet werden. 

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