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Macbeth

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Macbeth

Macbeth  Inhaltswarnung Thematisierung von Suizid, Gewalt, Rassismus und andere Formen von Diskriminierung, StudySmarter

Im mittelalterlichen Schottland begleitet Shakespeares berühmtes Drama "Macbeth" den Aufstieg und Fall des gleichnamigen Generals Macbeth. Das Stück wurde im Jahr 1606 veröffentlicht und spielt im 11. Jahrhundert in Schottland.

Als drei Hexen Macbeth vorhersagen, dass er eines Tages König von Schottland wird, verwandelt sich der General Macbeth in einen tyrannischen und skrupellosen Menschen. Seiner maßlosen Gier nach Macht fallen nicht nur viele Menschen aus seiner Umgebung, sondern auch er selbst am Ende zum Opfer.

Macbeth – Characters und Charakterisierung

Das Drama basiert auf realen Begebenheiten und Figuren aus der Geschichte Schottlands. Allerdings hat Shakespeare einige Figuren in seiner Tragödie anders dargestellt, als sie im realen Leben waren. So konnte er zum einen, das Wohlwollen des damaligen Königs erlangen, zum anderen aber auch die Handlung interessanter und spannender gestalten.

Neben den Hauptfiguren Macbeth, Lady Macbeth, den drei Hexen und Banquo spielen auch der König Duncan von Schottland, sein Sohn Malcolm, sowie der Sohn Banquos, Fleance, tragende Rollen. Der General Macduff tötet Macbeth schließlich.

Macbeth

  • Hauptperson
  • zu Beginn besonders tapfer & angesehen
  • zunächst Thane of Glamis (General der Region Glamis) des schottischen Königs Duncan, dann Thane of Cawdor (General der Region Cawdor) und schließlich King of Scotland (König von Schottland)
  • entwickelt sich zu einer hinterhältigen & grausamen Figur
  • tötet den König Duncan, um selbst den Thron zu besteigen

Thane of Glamis bedeutet so viel wie "General der schottischen Region Glamis". Die Bezeichnung thane ist ein schottischer Titel, der Männern von dem König/ der Königin verliehen wurde. Mit dem Titel erhielten die thanes außerdem ein Stück Land, über das sie walten sollten. Der thane-Titel wurde vor allem für außerordentliche Loyalität zur Krone verliehen und verpflichtete gleichzeitig das Königshaus militärisch zu unterstützen.

Lady Macbeth

  • Ehefrau Macbeths
  • grausame, hinterhältige Figur
  • strebt nach Macht
  • verleitet Macbeth zur Ermordung des Königs & unterstützt ihn dabei
  • wird aufgrund ihrer Schuldgefühle verrückt

Die drei Hexen

  • auch the Weird Sisters oder Wayward Sisters genannt
  • geben Prophezeiungen, die in Erfüllung gehen
  • weder wohlwollend noch böse

Banquo

  • tapferer und pflichtbewusster schottischer General
  • ursprünglich ein Freund von Macbeth
  • wird Macbeth gegenüber immer misstrauischer
  • Laut der Prophezeiung sollen seine Söhne sollen Könige werden, weshalb Macbeth ihn ermorden lässt.

Macbeth –Zusammenfassung der Handlung

Macbeth ist klassisch in fünf Akte gegliedert. Ein Akt ist im Drama mit einem Kapitel im Roman zu vergleichen. Auf der Bühne umfasst das Drama eine ungefähre Dauer von 2 Stunden.

Die drei Hexen – Akt I

Nach ihrem Sieg in einer Schlacht gegen Norwegen treffen Macbeth und der General Banquo auf drei Hexen. Diese Begegnung endet mit zwei Prophezeiungen. Zum einen soll Macbeth General von Cawdor (Thane of Cawdor) und dann König von Schottland (King of Scotland) werden. Zum anderen sagen die drei Hexen Banquo voraus, dass seinen Nachkommen ebenfalls die schottische Krone zukommen wird. Es bleibt zunächst unklar, wer genau den Thron besteigen wird.

Cawdor ist eine Region in den schottischen Highlands.

Wenig später bewahrheitet sich die erste Prophezeiung. Macbeth wird zum General von Cawdor (Thane of Cawdor) befördert, weil er erfolgreich die Schlacht gegen die norwegischen Feinde geführt hat. Macbeth glaubt nun immer mehr daran, dass die Prophezeiungen von den drei Hexen tatsächlich wahr werden können. Allerdings fragt er sich weiterhin, ob er auch wirklich König wird – immerhin war das Banquos Nachkommen auch vorhergesagt worden.

Lady Macbeth, die Frau von Macbeth, erfährt in einem Brief von der wahr gewordenen Prophezeiung und Macbeths Beförderung. Daraufhin will sie Macbeth mit allen Mitteln zum Thron verhelfen. Zudem erfährt sie, dass König Duncan Macbeth und sie in ihrem Schloss in Inverness besuchen möchte. Sie hegt sofort Mordgedanken gegen den König, um somit Macbeth zum Thronfolger zu machen. Als der König in ihrem Schloss ankommt, besprechen Lady Macbeth und ihr Mann den geplanten Mord.

Inverness ist eine Stadt in den Schottischen Highlands. Wenn Du mehr über diese erfahren möchtest, sieh Dir die Erklärung "Schottland Highlands" an.

Die Ermordung des Königs – Akt II

Lady Macbeth verabreicht den Wachen Duncans viel Alkohol und macht sie somit bewusstlos, damit der Weg zum König frei ist. Sowohl Lady Macbeth als auch Macbeth sind unruhig und nervös, da sie wissen, das der Mord am König kurz bevorsteht. Macbeth beginnt zu halluzinieren und sieht über seinem Kopf einen blutigen Dolch schweben. Er sieht dies als ein Vorzeichen für die bevorstehende Tat und macht sich schließlich auf den Weg zu dem schlafenden König Duncan. Er ermordet ihn. Lady Macbeth legt die Mordwaffen neben die Wachen Duncans, um es so aussehen zu lassen, als hätten die Wachen König Duncan ermordet.

Der General von Fife, Macduff, betritt das Schloss und wird von Macbeth zu den Gemächern des Königs begleitet. Als Macduff den toten König sieht, wird das gesamte Schloss geweckt und alle sind in Aufruhr. Es wird vorerst davon ausgegangen, dass die Wachen den König ermordet haben. Macbeth gesteht aus Wut wegen des Mordes am König die Wachen umgebracht zu haben. Die Söhne von König Duncan – Malcolm und Donalbain – fliehen, da sie fürchten, dass auch ihre Leben in Gefahr sind.

Fife ist ein Landkreis in Schottland.

Der neue König von Schottland – Akt III

Macbeth ist nach dem Tod von König Duncan inzwischen der neue König Schottlands. Aber ihn plagt Reue über seine Taten, denn er hat immerhin den ehemaligen König ermordet. Außerdem erinnert er sich an die zweite Prophezeiung, die besagt, dass die Nachkommen von Banquo ebenfalls den Thron von Schottland besteigen.

Daher befiehlt Macbeth zwei Auftragsmördern Banquo und dessen Sohn Fleance zu töten. Banquo fällt dem Attentat zum Opfer, Fleance aber gelingt die Flucht.

Vor seinem inneren Auge sieht Macbeth jedoch immer wieder die Geister von den Personen, die er ermordet hat. Diese Erscheinungen machen ihn nahezu verrückt.

Am Tag der Ermordung Banquos trifft Macbeth sich mit weiteren Adeligen im Bankett-Saal seines Schlosses. Er halluziniert schon wieder und glaubt, Banquos Geist auf einem der Stühle sitzen zu sehen. Macbeth schreit, er habe Banquo nicht ermordet. Die Adeligen sind verwirrt von Macbeths Auftreten. Lady Macbeth entschuldigt schließlich ihren Mann und lügt, dass er gelegentlich solche harmlosen Anfälle habe. Währenddessen wächst bei vielen Adeligen das Misstrauen gegenüber Macbeth weiter. Macduff und Malcolm, Duncans Sohn, suchen Hilfe bei König Edward von England.

Weitere Prophezeiungen und Mordversuche – Akt IV

In seinem Zustand geistiger Unruhe will Macbeth noch einmal von den drei Hexen hören, was auf ihn zukommen wird. Diesmal fällt die Prophezeiung so aus:

  1. Erstens soll Macbeth sich vor Macduff in Acht nehmen.
  2. Zweitens wird kein Mensch ihn töten können, der auf natürliche Weisegeboren ist.
  3. Drittens wird Macbeth so lange gesund und am Leben sein, bis der örtliche Wald Birnams auf den Hügel von Dunsinane gebracht wird.
  4. Außerdem stehe nach, wie vor fest, dass die Nachkommen Banquos ihn als König Schottlands ablösen werden.

Dunsinane ist ein Hügel und liegt in der Nähe des schottischen Collace.

Macbeth erfährt, dass Macduff nach England geflohen ist. Dies bringt Macbeth zu noch grausameren Taten: Er lässt die Familie Macduffs umbringen, während Macduff noch mit Malcolm in England ist. Erschrocken von Macbeths Grausamkeit beschließen Macduff und Malcolm, Macbeth zu töten. Das Königreich England unterstützt das Vorhaben und macht sich mit seinen Truppen auf den Weg nach Schottland.

Der Wald von Birnam – Akt V

Auch Lady Macbeths Geisteszustand verschlimmert sich stetig. Schuldgefühle plagen sie und sie beginnt zu schlafwandeln. Dabei wird sie von den Dienern beobachtet. Sie gibt wirres Zeug von sich und verrät sogar fast den Mord an Duncan und Macduffs Familie.

Die schottischen und englischen Truppen, die sich zusammengeschlossen haben, um Macbeth zu stürzen, treffen sich im Wald von Birnam. Malcolm befiehlt, dass die Soldaten sich einen Ast vor den Körper halten, um sich zu tarnen. Als Macbeth sich in seinem Schloss in Dunsinane, Schottland aufhält, erhält er die Nachricht, dass Lady Macbeth Selbstmord begangen hat.

Außerdem erfährt Macbeth, dass Holzstücke aus dem Wald Birnam in seine Richtung gebracht werden. Dadurch geht eine weitere Prophezeiung der drei Hexen in Erfüllung, da Macbeth nur so lange am Leben sein wird, bis der örtliche Wald Birnams auf den Hügel von Dunsinane gebracht wird. Er weiß, dass er sich in Lebensgefahr befindet.

Getarnt unter den Holzstücken nähert sich währenddessen Malcolms Armee. In der Schlacht zwischen Macbeth und Malcoms Armee bewahrheitet sich die nächste Prophezeiung: Macbeth wird von Macduff getötet. Dieser kann Macbeth umbringen, da er nicht auf natürliche Weise, sondern per Kaiserschnitt zur Welt kam. König Macbeth ist tot und Malcolm wird zum neuen König Schottlands ernannt.

Macbeth – Drama Analyse

Nun hast Du inhaltlich schon einmal einen Überblick bekommen. Um Shakespeares "Macbeth" noch besser zu verstehen, findest Du in diesem Abschnitt eine Analyse des Dramas in Bezug auf Aufbau, Sprache, Themen, Motive und Symbole.

Aufbau

Der Aufbau des Shakespeare-Werks ist chronologisch. Dementsprechend erfährst Du von den Geschehnissen in dem Moment, in dem sie stattfinden. Bei einigen Ausnahmen wird Dir jedoch auch etwas rückblickend erzählt, wie z.B. als Macbeth zum König gekrönt wurde.

Macbeth ist, wie es für Dramen typisch ist, in fünf Akte gegliedert. Außerdem enthält Shakespeares "Macbeth" auch eine für Dramen typische Spannungskurve.

Zunächst werden die Figuren vorgestellt und die Prophezeiung der Hexen wird ausgesprochen. Daraufhin steigt die Spannung kontinuierlich an. Die folgenden Ereignisse werden in der Spannungskurve des Dramas als Rising Action beschrieben:

  • Macbeth und Lady Macbeth töten den König; Macbeth wird zum neuen König von Schottland gekrönt.
  • Macbeth fürchtet sich vor Banquo und lässt ihn töten.
  • Die drei Hexen sprechen eine erneute Prophezeiung aus und bestätigen Macbeth in seiner Machtgier.
  • Macduff, Thane of Fife, überzeugt Banquos Sohn Malcolm für Schottland und gegen Macbeth vorzugehen.
  • Lady Macbeth wird vollends verrückt und stirbt.

An dieser Stelle im 5. Akt findet das Drama "Macbeth" seinen Höhepunkt. Malcolm, Banquos Sohn, der laut Prophezeiung den Thron übernehmen soll, führt die Truppen in die Schlacht gegen Macbeth. Hier endet Macbeths Aufstieg.

Indem Macduff Macbeth in der Schlacht tötet, beginnt die Spannungskurve nun nach dem Höhepunkt zu fallen. Das Drama resultiert darin, dass Malcolm Macbeths Platz als rechtmäßiger König Schottlands einnimmt.

Wenn Du mehr zum Aufbau eines Dramas erfahren möchtest, dann schaue Dir gerne die Erklärung zum Thema "Drama Englisch" an!

Sprache

Das Drama wurde im Englisch des 17. Jahrhunderts verfasst. Das heißt, dass oft alte Redewendungen oder Wörter verwendet wurden, die heute nicht mehr Teil des alltäglichen Sprachgebrauchs sind.

Außerdem unterscheidet Shakespeare durch den Sprachgebrauch im sozialen Stand der Figuren. Die Adeligen des Dramas sprechen zum Beispiel auffällig rhythmisch. So verwenden unter anderem Lady Macbeth oder König Duncan oft einen jambischen Pentameter. Ein jambischer Pentameter ist ein Vers, der aus fünf Versfüßen besteht. Diese gliedern sich in eine kurze, unbetonte Silbe, gefolgt von einer lang betonten Silbe. Schriftsteller verwenden ihn, um Texte mit einem Rhythmus zu versehen.

Ein Beispiel findest Du in diesem Zitat:

I heard the owl scream and the crickets cry.1

I heard ist hier einer der fünf Versfüße. Die erste Silbe bleibt unbetont, die zweite Silbe wird hingegen betont.

Möchtest Du mehr über den jambischen Pentameter und andere Versmaße erfahren? Dann schau in die Erklärung "Metrum Englisch"!

Die drei Hexen dagegen lässt Shakespeare in einem trochäischen Tetrameter sprechen. Ein trochäischer Tetrameter ist wieder ein anderer Verstyp, der aus drei Versfüßen besteht. Die erste Silbe wird betont, die zweite hingegen bleibt unbetont. Insofern bildet dies einen Gegensatz zum Jambus. Die betonten Silben erkennst Du in diesem Beispiel daran, dass sie unterstrichen sind:

When the hurlyburly's done, when the battle's lost and won.1

Wenn Du das laut vorlesen würdest, würde sich das leicht wie ein Lied anhören. Dafür sorgt auch der Paarreim ,,done-won“.

Ein Paarreim ist ein Reimschema, bei dem Verse aufeinanderfolgen und sich jeweils die letzten Worte des Vers reimen.

Die Nicht-Adeligen hingegen bedienen sich einer alltäglichen Sprache ohne Reim und ohne ein bestimmtes Versmaß. Dadurch betont Shakespeares den Unterschied zwischen den besser situierten Adeligen und den ärmeren Nicht-Adeligen.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass Shakespeare sich sowohl Prosa als auch rhythmischer Verse bedient. Mit diesen sprachlichen Merkmalen unterscheidet er den sozialen Stand seiner Figuren. Er schmückt die Sprache der Figuren mit einem niedrigeren sozialen Stand weniger aus, um ihr einfaches Leben zu untermauern. Im Gegensatz dazu wird die Sprache der Figuren mit einem höheren sozialen Stand mehr ausgeschmückt.

Unter Prosa verstehst Du Texte, die in Alltagssprache, also ohne Verse, Reime oder Rhythmus formuliert wurden.

Zuletzt kannst Du auch in "Macbeth" ein besonderes Kennzeichen des Dramas wiederfinden: Die Handlung ergibt sich lediglich aus Dialogen, beziehungsweisen Monologen und den vorgegebenen Bühnenanweisungen. Einen festen Erzähler gibt es daher nicht. Besonders die Monologe spielen in Macbeth eine bedeutende Rolle – sie bieten einen Einblick in die in diesem Stück besonders wichtige Psyche der Protagonisten*innen und entwickeln die zentralen Motive der Tragödie.

Themen und Motive

Es gibt einige Themen und Motive, die in Macbeth eine zentrale Rolle einnehmen. Dazu zählen die Prophezeiungen, mit denen die Geschichte beginnt. Am Anfang des Stücks prophezeien Macbeth die drei Hexen seine Zukunft, wie in diesem Zitat:

Macbeth shall never vanquished be until Great Birnam wood to high Dunsinane Hill shall come against him.1

Hier sagen die drei Hexen voraus, dass Macbeth so lange König sei, bis Holz aus Great Birnam zu seinem Schloss nach Dunsinane Hill gebracht wird. Die Prophezeiungen ziehen sich durch das gesamte Stück und bleiben während des ganzen Dramas auch präsent. Nicht nur Macbeth richtet sich nach ihnen, sondern auch Lady Macbeth und Banquo. Als Leser*in kannst Du Dir deshalb die Frage stellen, ob so viele Menschen hätten sterben müssen, wenn es die Prophezeiung niemals gegeben hätte.

Ehrgeiz

Ein weiteres Themengebiet ist der Ehrgeiz. Lady Macbeth erkennt diesen auch in ihrem Ehemann wieder:

Thou wouldst be great art not without ambition, but without the illness should attend it.1

Sie beschreibt ihn als jemanden, der Ehrgeiz besitzt. Doch ihm fehle das notwendige rücksichtslose Verhalten, seine Taten wirklich umzusetzen, um seine Ziele zu erreichen. Das Zitat zeigt, dass es Lady Macbeth war, die den Ehrgeiz in Macbeth erst richtig zum Vorschein bringen möchte. Später fühlt sich Macbeth von Banquo und seiner Familie nur deshalb so bedroht, weil er davon ausgeht, dass sie genauso ehrgeizig sind wie er und die Prophezeiungen auch wahr machen möchten. Es reicht Macbeth also nicht mehr, nur aus König geworden zu sein, er möchte es für immer bleiben.

Verrat, Machtgier und Manipulation

Die Versuchung, Erfolg mit dem Verrat von moralischen Werten wie Treue, Pflicht und Menschlichkeit zu erkaufen, ist ebenso ein zentrales Motiv, auf das Du in Shakespeares "Macbeth" triffst. Damit einhergehend wird besonders die Gier nach Macht und die Manipulation in der Tragödie thematisiert. Macbeth und Lady Macbeth sind für die Erlangung von Macht bereit, über Leichen zu gehen – Macbeth schreckt später selbst vor der Ermordung seines eigentlichen Freundes Banquo nicht zurück.

Als weiteres Motiv kannst Du daher die Schuld feststellen. Beide, Macbeth und seine Frau, werden nach ihren Gräueltaten von Schuldgefühlen geplagt. Macbeth äußert das so:

Will all great Neptune’s ocean wash this blood clean from my hand? No, this my hand will rather.1

Das Zitat zeigt, dass Macbeth immer wieder Schuldgefühle plagen. Er wünscht sich deshalb, seine Taten von seinen Händen waschen zu können. Lady Macbeth wird wegen ihrer Schuldgefühle sogar letztendlich wahnsinnig und begeht Selbstmord. Im Gegensatz dazu schafft es Macbeth irgendwann diese Schuldgefühle zu überwinden.

Symbole

Shakespeare verwendete in seinem Stück auch einige Symbole. Die wichtigsten Symbole aus "Macbeth" findest Du als Übersicht in dieser Tabelle:

SymbolBedeutung
Blut
  • Das Drama beginnt mit Erzählungen von vergossenem Blut während des Krieges (Schottland/Norwegen).
  • Blut klebt an den Händen von Macbeth und Lady Macbeth nach der Ermordung des Königs.
  • Lady Macbeth versucht sich beim Schlafwandeln Blut von ihren Händen zu schrubben.
  • Lady Macbeth beschwert sich oft über den Geruch von Blut.
  • Macbeth bittet darum, seine Hände vom Blut reinzuwaschen.
  • Blut steht in "Macbeth" für die begangenen Verbrechen und die Schuld.
Wetter
  • Die drei Hexen treten auf, als es blitzt und donnert.
  • Licht und Dunkelheit stehen immer in Zusammenhang mit Gut und Böse.
  • Während der Ermordung Duncans tobt ein Sturm und untermauert dadurch die Hinterlistigkeit.
Schlaf
  • Macbeth findet Ruhe im Schlaf, Lady Macbeth beginnt zu schlafwandeln.
  • Lady Macbeth wird von ihren schrecklichen Taten im Schlaf heimgesucht.
  • Lady Macbeth verrät beim Schlafwandeln fast das Geheimnis, die Ermordung des Königs.

Macbeth – Interpretation der Schlüsselstellen im Buch

In der Tragödie lassen sich einige Schlüsselstellen finden, die besonders wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung sind. Eine Interpretation von drei Schlüsselstellen findest Du in diesem Abschnitt.

Akt I, Szene 3: Die erste Prophezeiung

Für den gesamten Verlauf der Handlung in Macbeth wird die diese Prophezeiung der dritten Hexe aus der dritten Szene des ersten Aktes maßgeblich:

[...] Third Witch: All hail, Macbeth, thou shalt be king hereafter! [...] Thou shalt get kings, though thou be none: So all hail, Macbeth and Banquo! [...] 1

Die dritte Hexe prophezeit, dass Macbeth König sein wird. Etwas später fügt sie hinzu: Auch sie – Banquos Söhne sind damit gemeint – werden Könige, nicht aber Banquo selbst. Banquo zweifelt an der Wahrhaftigkeit der Prophezeiung und nimmt die Hexen nicht beim Wort. Macbeth hingegen glaubt daran, dass die Prophezeiung in Erfüllung gehen könnte. Er hegt bereits erste Pläne, den König zu ermorden.

My thought, whose murther yet is but fantastical, shakes so my single state of man...1

Hier erkennst Du das erste Mal im Stück Macbeths wahren Charakter: Er ist sehr ehrgeizig und strebt nach mehr Macht. Der Gedanke an Mord löst in ihm zwar ein unwohles Gefühl aus, doch entscheidet er sich letzten Endes trotzdem für die Ermordung des Königs.

Akt I, Szene 7: Die Nacht von Duncans Ermordung

Eine weitere zentrale Schlüsselstelle stellt die Nacht der Ermordung des Königs dar. Während Macbeth anfangs mit der Ermordung Duncans zögert, treibt ihn die Aussicht auf den Königstitel schlussendlich doch zum Mord. Einen wesentlichen Anteil daran trägt vor allem Lady Macbeth, die ihn zum Morden animiert:

From this time such I account thy love. Art thou afeard to be the same in thine own act and valour, as thou art in desire? Would'st thou have that which thou esteem'st the ornament of life,and live a coward in thine own esteem, letting "I dare not" wait upon "I would", like the poor cat i'th'adage? 1

In dieser Szene kristallisiert sich deutlich heraus, zu welchen Mitteln die Protagonisten*innen bereit sind, um an Macht zu gelangen. Lady Macbeth manipuliert ihren noch unsicheren Ehemann, indem sie durch Nutzung rhetorischer Fragen seine Männlichkeit anzweifelt und ihm Vorwürfe macht. Sie nennt ihn einen Feigling und vergleicht ihn mit einer armen Katze. Macbeth wird schwach bei der Aussicht auf den Thron, möchte sich aber auch als tapferer Mann beweisen, weswegen er letzten Endes den König ermordet.

Rhetorische Fragen sind Stilmittel, auf die Du in der Regel keine Antwort erwartest, sondern mit denen Du viel mehr Deine Meinung zum Ausdruck bringen möchtest.

Anhand dieser Schlüsselszenen kannst Du die Hauptaussage des Dramas erkennen: "Macbeth" thematisiert den Charakterverfall angesichts trügerischer Hoffnung auf mehr Macht und Ansehen. Während Banquo beispielsweise trotz der Aussicht darauf, dass seine Nachfahren den Thron besteigen werden, Charakterstärke wahrt, zeigt sich schnell und deutlich Macbeths Charakterlosigkeit.

Macbeth – Film

Das Drama "Macbeth" wurde schon mehrfach verfilmt. Die heute bekannteste Verfilmung von "Macbeth" wurde 2021 von Joel Coen unter dem Namen "The Tragedy of Macbeth" veröffentlicht.

Die Besonderheit des Films ist, dass, obwohl er neu verfilmt wurde, nur in schwarzweiß zu sehen ist. Darin spielt Denzil Washington die Rolle des machtgierigen Generals Macbeth. Schon zu Beginn des Films trifft er, wie im Original, auf die drei Hexen. Alle drei Hexen werden von Kathryn Hunter gespielt. Auch im Film prophezeien die Hexen Macbeth, dass er schon bald der zum nächste König Schottlands werden wird.

Die Verfilmung von Joel Coen ähnelt stark dem Originaltext von William Shakespeare. Trotzdem gibt es wenige Unterschiede zum Originalstück. Beispielsweise liegt das Alter von Denzel Washington und Francis McDormand bereits bei 60 Jahren. Im Originaltext erwähnt Shakespeare das Alter zwar nicht genau, jedoch ist davon auszugehen, dass Macbeth und Lady Macbeth gerade die Zeit verpasst hatten, in der es noch möglich war, Kinder zu bekommen. Während es am Anfang des Shakespeares Stück hieß, dass Lady Macbeth ein Kind entbunden hatte, wird am Ende verkündet, dass Macbeth keine Kinder hatte. Deshalb scheint es, dass Lady Macbeth zwar schwanger war, das Kind jedoch gestorben sein muss.

Einen weiteren Unterschied erkennst Du in der Schlussszene des Films. Dort kämpfen Macbeth und Macduff gegeneinander. Im Kampf verliert Macbeth seine Krone und versucht diese währenddessen wieder aufzuheben. Das gibt Macduff die Chance, Macbeth schlussendlich umzubringen. Diese Bewegung steht dafür, dass Macbeth die Krone immer wichtiger als alles andere war. Er war schon fast blind vor lauter Gier, König sein zu können. Doch durch diese Bewegung konnte Macduff ihm beides nehmen: sein Leben und die Rolle als König.

Macbeth – Shakespeare

William Shakespeare gehört zu den bekanntesten Autoren und Dramatikern der Weltliteratur. Kaum jemand vor und nach ihm hatte einen so großen Einfluss auf die englische Literatur wie er. Schon zu seinen Lebzeiten war er sehr wohlhabend und erfolgreich, nicht zuletzt auch wegen seines Talents als Geschäftsmann: so war er z. B. Mitbegründer des "Globe Theaters" in London.

Geboren wurde Shakespeare 1564 in England und er verstarb im Jahr 1616. Er wuchs in einer wohlhabenden Familie auf und besuchte vermutlich eine Grammar School in England und besuchte allerdings nie eine Universität. Als Shakespeare 18 Jahre alt war, heiratete er seine Ehefrau Anne Hathaway und bekam mit ihr drei Kinder.

Macbeth William Shakespeare Portait StudySmarterAbb. 3- Der Schriftsteller William Shakespeare.

Zu seinen Lebzeiten verfasste er über 30 Dramen und über 150 Sonette. Weitere bekannte Werke Shakespeares neben "Macbeth" sind seine Tragödien "Romeo and Juliet", "Hamlet" und "Othello". Seine Stücke werden auch heute noch auf Bühnen der ganzen Welt aufgeführt.

Weitere Erklärungen zu Werken von Shakespeare findest Du unter "Hamlet" und "Romeo and Juliet".

Macbeth - Das Wichtigste

  • Das Drama "Macbeth" wurde von dem englischen Schriftsteller William Shakespeare geschrieben und 1606 veröffentlicht.

  • Die wichtigsten Charaktere sind: Macbeth, Lady Macbeth, König Duncan, Banquo, die drei Hexen, Malcolm und Macduff.

  • Die Handlung von "Macbeth" kann folgendermaßen zusammengefasst werden:

    • Zu Beginn prophezeien drei Hexen, dass Macbeth nächster König von Schottland wird.

    • Nun ist Macbeth von Gier besessen und möchte unbedingt König werden.

    • Macbeth beginnt mit seiner Ehefrau Lady Macbeth Intrigen zu schmieden und Macbeth ermordet König Duncan.

    • Danach werden beide von ihrem schlechten Gewissen heimgesucht, weshalb Lady Macbeth Suizid begeht

    • Macbeth selbst wird schlussendlich in einer Schlacht gegen ihn und seine Machtgier von dem General Malcolm getötet.

  • Themen und Motive des Stücks sind Prophezeiungen, Ehrgeiz, Boshaftigkeit, Verrat und Schuld.

  • Unter anderem lassen sich in dem Drama "Macbeth" die Symbole Blut, Verbrechen, Schuld, Wetter und Schlaf finden.

  • Shakespeare bedient sich sowohl Prosa als auch rhythmischer Verse, um verschiedene gesellschaftliche Schichten darzustellen.

  • "Macbeth" wurde schon mehrfach verfilmt, doch die heute bekannteste Filmversion des Dramas wurde 2021 unter Joel Coen veröffentlicht.

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Nachweise

  1. Shakespeare (1986). Macbeth. Reclam Verlag.
  2. Abb. 3.- Public domain https://commons.wikimedia.org/wiki/File:William_Shakespeare_MET_DP860173.jpg

Häufig gestellte Fragen zum Thema Macbeth

Das Drama "Macbeth" spielt im 11. Jahrhundert in Schottland und England. 

Das Drama basiert teils auf realen Begebenheiten und Figuren aus der Geschichte Schottlands. Allerdings stellte Shakespeare einige Figuren anders dar, damit er das Wohlwollen des damaligen Königs erlangen und die Handlung interessanter gestalten konnte.

Macbeth stirbt durch die Hand von Macduff, der ihn aus Misstrauen tötet. Macbeth verrät sich durch seine Schuldgefühle. Viele Adelige werden deshalb ihm gegenüber immer misstrauischer. So auch Macduff, der ihn schließlich in der Schlacht tötet.

Genaue Gründe, warum Shakespeare "Macbeth" geschrieben hat, sind nicht bekannt. Allerdings wurde das Stück zum ersten Mal im Jahr 1606 vor dem damaligen Englands König vorgespielt. Es wird vermutet, dass Shakespeare das Stück schrieb, um das Wohlwollen des damaligen Königs zu erlangen.

Finales Macbeth Quiz

Frage

Wer ist der Autor des Dramas "Macbeth"?

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Antwort

William Shakespeare 

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Frage

Wovon handelt das Stück?

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Antwort

von Folgen von Gier, Machtsucht und Mord

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Frage

Aus wie vielen Akten besteht das Theaterstück "Macbeth"?

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Antwort

​5 

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Frage

Wer ist Lady Macbeth?

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Antwort

die Ehefrau von Macbeth 

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Frage

Wer verleitet Macbeth dazu König Duncan zu ermorden?

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Antwort

Lady Macbeth 

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Frage

Was prophezeien die drei Hexen im ersten Akt von "Macbeth"?

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Antwort

Sowohl Macbeth als auch die Nachkommen von Banquo werden den Thron von Schottland besteigen.

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Frage

Wer ermordet den König Schottlands?

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Antwort

Macbeth 

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Frage

Was ist das Besondere an der Verfilmung des Theaterstücks "Macbeth" von 2021?

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Antwort

Sie ist in schwarz-weiß.

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Frage

Wer tötet Macbeth am Ende?

Antwort anzeigen

Antwort

Macduff 

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Frage

Wie viele Hexen geben Macbeth und Banquo am Anfang die Prophezeiung?

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Antwort

3

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Frage

Wie stirbt Lady Macbeth in dem Drama "Macbeth"?

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Antwort

Suizid (Selbstmord)

Frage anzeigen

Frage

Wer besteigt am nach Macbeths Tod den Thron Schottlands?

Antwort anzeigen

Antwort

Malcolm

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Frage

Welche Motive kommen in dem Theaterstück "Macbeth" vor?

Antwort anzeigen

Antwort

Liebe

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Frage

Welche Symbole treten in "Macbeth" auf?

Antwort anzeigen

Antwort

Schlaf

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Frage

Wo findet in dem Drama "Macbeth" die finale Schlacht statt?

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Antwort

auf dem Hügel von Dunsinane

Frage anzeigen

Frage

Welche Themen werden in "Macbeth" behandelt?

Antwort anzeigen

Antwort

Prophezeiungen

Frage anzeigen

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