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A Raisin in the Sun

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A Raisin in the Sun

Lorraine Hansberry spricht mit ihrem Drama "A Raisin in the Sun", das 1959 am Broadway uraufgeführt wurde, ein Thema an, was immer noch sehr aktuell ist: Rassismus. Die afroamerikanische Familie Younger erhält einen Scheck aus der Lebensversicherung des verstorbenen Vaters und Ehemanns. Der Großteil der Familie möchte ein schönes Haus von dem Geld kaufen, während andere Familienmitglieder das Geld anders einplanen.

Das einzige Haus, dass sie sich leisten können, steht allerdings in einer Nachbarschaft, in der nur weiße Familien und Arbeiter*innen wohnen. Schnell erfahren die Youngers, dass sie in dieser Nachbarschaft unerwünscht sind.

Das Stück spielt zur Zeit der Trennung von weißen und Schwarzen Menschen in den USA in den 50er-Jahren, die Autorin thematisiert dies auch im Drama.

Wenn Du mehr über die "Rassentrennung" in den 50er-Jahren erfahren willst, schau Dir gerne die Erklärung "The Civil Rights Movement" an.

"A Raisin in the Sun" – Charaktere

In "A Raisin in the Sun" geht es um die fünfköpfige Familie Younger, die zusammen in einer kleinen Wohnung in der South Side von Chicago wohnt.

Die South Side ist das größte Gebiet der Stadt Chicago, das im Süden liegt. Dort wohnen viele Menschen mit verschiedensten ethnischen Herkünften und unterschiedlichem Einkommen. Über die Jahre hinweg wurde die ansässige Industrie immer weiter in den Norden verlagert, was dazu führte, dass viele Arbeitsplätze verloren gingen und Menschen wegzogen. Somit stieg im Viertel die Kriminalität an und es gründetens sich Straßengangs.

Weitere Personen sind Walters Freunde Bobo und Willy Harris sowie Beneathas mögliche Liebespartner George Murchison und Joseph Asagai. Zuletzt gibt es noch Karl Lindner, der als weißer Vertreter seiner Nachbarschaft auftritt.

Walter Lee Younger

Walter ist die Hauptfigur in "A Raisin in the Sun". Er sieht sich als Versorger der Familie und kämpft dafür, sie zu ernähren, um ihnen letztendlich ein besseres Leben zu ermöglichen. Walter arbeitet als Chauffeur eines weißen wohlhabenden Mannes, ist aber sehr unzufrieden mit diesem Job. Lieber würde er seinen eigenen Spirituosenladen eröffnen, um die Familie zu finanzieren.

  • fühlt sich schnell unverstanden
  • streitet oft mit den anderen Familienmitgliedern
  • versucht neue wirtschaftliche Wege zu finden, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen

Lena Younger

Lena Younger, die auch "Mama" genannt wird, ist die Mutter von Walter und Beneatha. Ihr Ehemann ist vor Kurzem verstorben, deshalb wohnt sie bei ihrem Sohn Walter.

  • sehr gläubig
  • einfühlsam
  • für sie ist Geld nur ein Mittel zum Zweck, um ihre Träume zu erreichen
  • ihr Traum ist es, ein Haus mit Garten zu besitzen

Beneatha Younger

Benetha ist Walters jüngere Schwester. Sie ist sehr klug und studiert Medizin, um ihren Traum Ärztin zu werden, zu verwirklichen. Im Gegensatz zu ihrer Mutter glaubt Beneatha nicht an Gott und bietet den Lesenden eine feministische Perspektive. Das heißt, sie zeigt die Dinge aus einer weiblichen, den Männern gleichgestellten Sicht.

  • ist gerne unabhängig
  • sehr ehrgeizig
  • ist die gebildetste Person in der Familie

Ruth & Travis Younger

Ruth ist die Frau von Walter. Gemeinsam mit ihm hat sie einen Sohn namens Travis. Ruth arbeitet als eine Reinigungskraft für eine weiße Familie und kümmert sich nebenbei um den anfallenden Haushalt. Was ihre Wünsche für die Zukunft der Familie betrifft, so zieht sie an einem Strang mit Mama Younger: sie möchte aus der schlechten Nachbarschaft wegziehen und ein Haus für ihre Familie besitzen.

Während des Theaterstücks muss sich Ruth entscheiden, ob sie das zweite Kind, mit dem sie schwanger ist behalten möchte oder aus finanziellen Gründen abtreibt.

"A Raisin in the Sun" – Zusammenfassung der Handlung

Die Handlung des Dramas "A Raisin in the Sun" beginnt in der kleinen und dunklen Wohnung der Familie Younger. Die Wohnung hat außerdem kein eigenes Badezimmer, deshalb müssen sich die Youngers mit ihren Nachbar*innen ein Bad im Flur des Mehrfamilienhauses teilen.

Der Scheck

Die erste Szene spielt an einem Freitagmorgen, als sich die Familienmitglieder für die Schule bzw. Arbeit fertig machen. Die Familie spricht währenddessen über einen Scheck von der Versicherung im Wert von 10.000 US-Dollar, den Mama mit der Post bekommen soll. Der Scheck stammt aus der Lebensversicherung des kürzlich verstorbenen Ehemanns von Mama und dem Vater von Walter und Beneatha. Dabei stellt sich heraus, dass jedes Familienmitglied andere Vorstellungen hat, was mit dem Geld aus der Lebensversicherung passieren soll. Währenddessen kümmert sich Mama um ihre Zimmerpflanze.

Scheck-Zahlung ist heutzutage ein eher seltenes Zahlungsmittel. Schecks werden dabei auf Vordrucken der Bank angeordnet, auf denen die Geldsumme, das Datum und die Unterschrift des Ausstellenden eingetragen sein müssen. Das Geld wird vom Konto des Ausstellenden abgebucht, wenn der Empfänger den Scheck bei seiner Bank einlöst. Um einen Scheck einzulösen, geht man zu seiner Bank und erhält dort das Geld entweder bar oder auf sein Konto.

Walter erzählt, dass er, zusammen mit seinen Freunden, einen eigenen Schnapsladen eröffnen möchte, damit es die Familie finanziell in der Zukunft leichter habe. Die anderen Familienmitglieder können Walters Wunsch nicht wirklich verstehen, auch wenn er ihnen erklärt, dass er so ein Leben unabhängig von seinem Chauffeurs-Job führen will.

Mama lehnt Walters Vorhaben vor allem aus religiösen Gründen ab. Sie möchte lieber ein größeres Haus mit Garten in einem anderen Stadtviertel kaufen und auch Ruth wünscht sich ein glücklicheres Leben in einem anderen Stadtteil. Beneatha hat ebenfalls andere Pläne für das Geld, da sie es gut für ihr Medizinstudium gebrauchen könnte.

Walter ist mittlerweile aufgebrochen, um zur Arbeit zu gehen und die drei Frauen unterhalten sich weiter in der Küche.

Dabei kommen sie auf George Murchison zu sprechen. Er ist ein Mann aus einer wohlhabenden Familie, mit dem Beneatha einige Dates hatte, obwohl sie ihn eigentlich nicht wirklich mag. Ihre Familie würde eine Beziehung zu George sehr befürworten und obwohl sie ihn für oberflächlich hält, will Beneathas Familie sie überreden, sich weiter mit ihm zu treffen.

Neben George trifft sich Beneatha noch mit Joseph Asagai, der zusammen mit ihr studiert. Ihn mag sie wirklich und ähnlich wie sie hat Joseph afrikanische Wurzeln, die er ihr näher bringt.

Der nächste Morgen

Mama und Beneatha putzen zusammen die Wohnung, da Ruth beim Arzt ist. Beneatha erzählt Mama, dass sie sich später mit Joseph treffen wird. Als Ruth vom Arzt zurück ist, erzählt sie, dass dieser festgestellt hat, dass sie im 2. Monat schwanger ist. Mama versucht Ruth dabei zu helfen sich zu entspannen, da diese sich krank fühlt und Angst vor der erneuten Schwangerschaft hat.

Beneatha trifft sich mit Joseph, der ihr typisch afrikanische Kleidung mitgebracht hat. Dabei sprechen sie über die geglätteten Haare von Beneatha. Joseph findet es nicht gut, da sie sich mit ihren glatten Haaren, die für ihre Herkunft sehr unnatürlich seien, der amerikanischen Gesellschaft anpasst.

Danach spricht Joseph seine Gefühle an und fragt sich, warum Beneatha diese nicht erwidern kann. Sie entgegnet, dass sie nach mehr als einer Bilderbuchliebe strebt und eine unabhängige Frau sein möchte. Joseph verachtet ihren Wunsch, ganz zur Enttäuschung von Beneatha.

Entscheidung über den Scheck

Walter kommt wie immer von der Arbeit nach Hause, als der Scheck endlich in der Post eintrifft. Er will mit Ruth über seine Pläne sprechen und hört ihr nicht zu, als sie ihm von der Schwangerschaft erzählen will. Weil ihr Mann ihr nicht zuhören will, schließt sie sich im Schlafzimmer ein.

Mama erzählt Walter schließlich von der Schwangerschaft und ihrer Befürchtung, dass Ruth einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen will. Kurze Zeit später kommt Ruth aus dem Schlafzimmer und bestätigt Mamas Befürchtung. Sie hat bereits eine Anzahlung für den Abbruch bezahlt, da sie sich ein weiteres Kind nicht leisten können.

Ein paar Tage später kommt Mama nach Hause und erzählt der Familie, dass sie einen Teil des Geldes aus der Lebensversicherung dazu genutzt hat, um eine Anzahlung für ein neues Haus zu leisten. Zunächst freuen sich alle Familienmitglieder, bis auf Walter. Er fühlt sich betrogen, da sein Traum vom Spirituosen Geschäft für seine Familie keine Bedeutung hat. Als die Familie jedoch erfährt, dass sich das Haus in Clybourne Park befindet, sind sie beunruhigt. In dieser Nachbarschaft wohnen fast ausschließlich weiße Menschen. Mama erwidert, dass dieses Haus, das einzige war, das sie sich leisten konnten.

Walters Reaktion

Walter kann die Enttäuschung, dass sein Traum für die Familie keine Bedeutung hat, nicht wirklich verarbeiten und beginnt zu trinken. Dabei vernachlässigt er auch seine Arbeit. Sein Chef ruft bei ihm Zuhause an und erzählt Ruth, dass er seit drei Tagen nicht zur Arbeit gekommen ist.

Weil Mama sich für Walters Verhalten schuldig fühlt, beschließt sie, ihm das restliche Geld zu geben und bittet ihn, die Hälfte davon für Beneathas Studium zur Seite zu legen. Durch dieses Geld fühlt sich Walter wieder wie das Familienoberhaupt und kann so neue Energie für sein Vorhaben schöpfen ein Geschäft zu eröffnen. Er investiert zusammen mit seinen Freunden nun also Geld in ein Spirituosengeschäft.

Ruth hat sich in der Zwischenzeit wegen ihrer moralischen Vorstellungen dazu entschlossen, das Kind trotz der schwierigen Umstände zu behalten.

Schlechte Nachrichten

Mittlerweile haben auch die neuen Nachbar*innen in Clybourne Park von dem bevorstehenden Einzug der Youngers erfahren. Der weiße Vertreter der Nachbarschaft von Clybourne Park, Karl Lindner, besucht die Familie Younger, während sie gerade dabei sind, Umzugskartons für den bevorstehenden Umzug zu packen.

Er macht der Familie deutlich, dass bisher nur weiße Familien in der Nachbarschaft wohnen und dass der Einzug der Youngers zu Konflikten in der Nachbarschaft führen könnte. Er macht der Familie das Angebot, das Haus zurückzukaufen und ihnen die bereits gezahlte Anzahlung zu erstatten. Die Familie lehnt wütend ab und schickt Karl Lindner weg.

Bobo, ein Freund, mit dem Walter zusammen in das Spirituosengeschäft investiert hat, kommt zu Besuch. Er erzählt, dass Willy Harris, mit dem sie zusammen ihr Geschäft eröffnen wollten, mit dem ganzen Geld verschwunden ist. Dabei stellt sich heraus, dass Walter die ganze Summe, auch das Geld für Beneathas Studium, in das Geschäft investiert hat.

Weil die Familie jetzt wieder Geldprobleme hat, denken sie darüber nach, das Angebot, das ihnen Karl Lindner gemacht hat, anzunehmen.

Der Umzug

Die Familie packt für den Umzug und Walter erzählt, dass er beabsichtigt, das Angebot von Karl Lindner anzunehmen. Alle Familienmitglieder lehnen Walters Plan ab, sie sind zu stolz, um zu akzeptieren, dass sie aufgrund ihrer Hautfarbe nicht in eine Nachbarschaft ziehen sollen.

Wenig später treffen Umzugshelfer und auch Karl Lindner in der Wohnung der Youngers ein. Karl Lindner legt schon die Verträge aus, die Walter unterzeichnen soll, damit das Haus in der Nachbarschaft zurückverkauft wird. Doch Walter zögert und sagt, dass er das Angebot von Lindner nicht annehmen wird.

Auch wenn es nicht einfach wird, wird die Familie in ihr neues Haus, in der neuen Nachbarschaft ziehen. Karl Lindner geht also ohne unterschriebene Papiere und die Familie beginnt weiter zu packen. Mama sagt zu Ruth, dass sie glaubt, Walter sei endlich ein richtiger Mann geworden, indem er das Angebot von Lindner abgelehnt habe.

"A Raisin in the Sun" – Aufbau und Genre

Das Drama "A Raisin in the Sun" wird dem Genre des realistic drama ("realistisches Drama") zugeordnet. Denn sowohl die Sprache der Figuren (Black English) als auch das Bühnenbild der stereotypischen Wohnung einer afroamerikanischen Familie sind sehr genau abgebildet. Außerdem werden hauptsächlich drei reale Probleme angesprochen: Diskriminierung, Armut und rassistische Vorurteile.

Ein realistic drama verfolgt das Ziel, eine möglichst genaue und überzeugende Darstellung des wirklichen Lebens zu vermitteln. Die Darstellung soll dabei so authentisch sein, dass sie wirklich passieren könnte. Das realistic drama stellt oft das Leben der Arbeiterklasse dar und verwendet Umgangssprache und regionale Dialekte, um alles möglichst realitätsgetreu darzustellen.

Climax 1: Entscheidung über den Scheck

Das Drama "A Raisin in the Sun" ist in drei Akte aufgeteilt und besitzt zwei Höhepunkte. Die Handlung erstreckt sich dabei über einen Zeitraum von wenigen Wochen und beinhaltet keine Zeitsprünge.

Der erste Akt beginnt mit der Exposition, in der die Familie Younger und ihre Lebenssituation vorgestellt wird.

Der erste Akt eines Dramas beinhaltet die Exposition, die den Lesenden Informationen über Ort, Zeit, Vorgeschichte, Hintergründe gibt und stellt auch die Protagonist*innen vor.

Als die Familie von dem Scheck aus der Lebensversicherung erfährt, steigt die Spannung an. Dieser Moment wird in "A Raisin in the Sun" auch als "erregendes Moment" bezeichnet.

Die Frage, was die Familie mit dem Geld machen will, steht nun als Spannungselement im Mittelpunkt der Handlung. Der Scheck betrifft alle Familienmitglieder, sodass er das Hauptthema der Handlung wird. Der Traum von Mama, ein großes Haus für die Familie zu kaufen, ist ein weiterer Ausgangspunkt der steigenden Handlung. Ruths überraschende Schwangerschaft, die Ankunft des Schecks und Mamas Weigerung, das Geld in Walters Geschäfte zu investieren, lassen die Spannung weiter ansteigen.

Der erste Höhepunkt des Dramas wird erreicht, als Mama Walter den Rest des Geldes überlässt.

Hansberry nutzt im Stück dramatische Ironie. Die Zuschauenden bekommen das Gefühl, dass sie bereits wissen, was Walter mit dem Geld tun wird, da er immer wieder das Geschäft mit seinen Freunden erwähnt. Dabei weiß das Publikum, dass stets die Möglichkeit besteht, dass Walters Pläne, großes Geld zu verdienen, scheitern können, da es ihm an Geschäftssinn fehlt und er nicht mit Geld umgehen kann. Bei der dramatischen Ironie weiß das Publikum mehr als die Charaktere selbst.

Climax 2: Schlechte Nachrichten

Die Stimmung hat sich zum guten geändert und die Familie scheint jeglichen Stress bewältigt zu haben (retardierendes Moment). Als Karl Lindner erscheint, steigt die Spannung erneut an, bis zum zweiten Höhepunkt. Zum zweiten Höhepunkt kommt es, als Bobo verkündet, dass ihr Freund mit dem ganzen Geld verschwunden ist. Der Verlust des Geldes stellt gleichzeitig den Wendepunkt des Dramas dar und leitet damit die fallende Handlung ein. Die Handlungsstränge lösen sich auf, als jedes Familienmitglied mögliche Lösungen ihrer Probleme findet.

"A Raisin in the Sun" – Themen

In "A Raisin in the Sun" geht es vor allem um die Themen Diskriminierung und Vorurteile, Geschlechterrollen, den American Dream und die klassenlose Gesellschaft.

Diskriminierung und Vorurteile

Als Mama ein Haus kaufen will, stellt sie fest, dass viele der Häuser, die an Schwarze Familien verkauft werden, entweder in einem unvorteilhaften Stadtteil liegen oder doppelt so teuer sind wie andere Häuser:

Them houses they put up for colored in them areas way out all seem to cost twice as much as other houses. I did the best I could. 1

Mit dieser Beobachtung wird bereits deutlich, dass Schwarze zu der Zeit, in der das Drama spielt, diskriminiert werden. Aber erst durch die Figur von Karl Lindner wird die aktive Diskriminierung von Schwarzen Menschen zu einem Thema in "A Raisin in the Sun".

Die Familie wird in einen Stadtteil ziehen, in dem nur weiße Familien und Arbeiter*innen wohnen. Karl Lindner wird von einer Organisation der Nachbar*innen geschickt, um zu verhindern, dass eine Schwarze Familie in die weiße Nachbarschaft zieht. Die neuen Nachbar*innen kennen die Familie Younger noch gar nicht und machen nicht nur ihre Vorurteile schon vor dem Umzug deutlich, sondern zeigen auch klar, dass sie die Familie vor Ort nicht haben wollen.

Das Bestechungsangebot von Karl Lindner bringt die Familie dazu, ihre Werte, für die sie stehen, zu überdenken. Durch ihre finanzielle Lage sieht sich Walter dazu gezwungen, das Bestechungsgeld von Lindner anzunehmen, entscheidet sich aber letztlich doch dafür, für die Werte seiner Familien einzustehen. Die Youngers reagieren also mit Trotz und Stärke auf die Diskriminierung, die sie durch die gesamte Nachbarschaft erfahren.

"A Raisin in the Sun" zeigt einen Weg gegen Diskriminierung. Familie Younger stellt sich den Vorurteilen entgegen und bekräftigt damit die eigenen Wünsche, anstatt die Diskriminierung einfach geschehen zu lassen.

Geschlechterrollen

Auch moderne Familienstrukturen und Geschlechterrollen werden in "A Raisin in the Sun" thematisiert. In dem Drama ist Mama, eine Frau, das Familienoberhaupt, das die Familie anführt. Walter, der eigentlich das Oberhaupt der Familie sein möchte, fühlt sich gekränkt und weniger männlich.

Ruth wehrt sich, wenn auch unterbewusst, gegen ursprüngliche und traditionelle Geschlechterrollen. Sie zieht in Erwägung, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, weil die Familie nicht ausreichend Geld hat und sie nicht weiß, ob sie noch ein weiteres Kind möchte. Somit wehrt sie sich gegen die konservative Rolle der Frau, Kinder zu bekommen und diese großzuziehen. Außerdem war Abtreibung zu der Zeit, in der "A Raisin in the Sun" spielt in den USA noch illegal.

Seit 1973 sind Abtreibungen in den USA bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt.

Jedoch gab es im Jahr 2021 in den USA mehrfach Proteste für die Erhaltung dieses Abtreibungsgesetzes, da der Bundesstaat Mississippi Abtreibungen nach der 15. Schwangerschaftswoche verboten hat. Im Vorfeld hatte es bereits viele Anfechtungen des Gesetzes durch Abtreibungsgegner gegeben.

2022 wurde das ursprüngliche Abtreibungsgesetz der USA gekippt. Schwangerschaftsabbrüche sind vom Gesetzgebenden verboten und werden unter Strafe gestellt.

Auch Beneatha befreit sich von den Rollen, die von der Gesellschaft vorgegeben werden und will einen Beruf ausüben, in dem in den 1950er-Jahren überwiegend Männer arbeiteten. Sie möchte nicht von einem Mann abhängig sein, was sie den Männern in ihrem Leben auch klar kommuniziert.

Ihre Karriere ist für sie wichtiger als eine Beziehung. Damit bricht sie mit der damaligen Norm der Gesellschaft, dass Frauen zu Hause bleiben und sich um die Familie kümmern sollten. Zudem glaubt sie, anders als ihre Mutter, nicht an Gott und seine Macht.

I mean it! I'm just tired of hearing about God all the time. What has He got to do with anything? Does he pay tuition?1

Sie möchte sich nicht auf eine göttliche Vorhersehung verlassen, da ihr Gott in ihrer Situation nicht sonderlich zu helfen scheint. Stattdessen arbeitet sie lieber selbst aktiv daran, ihren Traum zu erfüllen.

American Dream

Die Youngers träumen von einem besseren Leben. Durch die Hoffnung auf ein neues Haus soll auch ihr Traum von ebendiesem Leben erfüllt werden. Jedes Familienmitglied verfolgt in "A Raisin in the Sun" seinen ganz eigenen American Dream.

Beneatha träumt von ihrer Karriere als Ärztin. Mama und Ruth träumen von einem harmonischen Familienleben in einem schönen Haus in einer guten Nachbarschaft, was Du an diesem Zitat erkennen kannst:

We had even picked out the house, Looks right dumpy today. But Lord, child, you should know all the dreams I had 'bout buying that house and fixing it up and making me a little garden in the back – And didn't none of it happen.1

Mama sagt, dass sie schon immer davon geträumt hat, wie es ist, ein eigenes Haus zu haben, was man renovieren kann. Sie würde gerne hinter dem Haus einen kleinen Garten anpflanzen. Von ihren tiefsten Wünschen und Vorstellungen ist allerdings bis zum Zeitpunkt im Stück noch nichts Realität geworden. Erst als der Scheck aus der Lebensversicherung kommt, ist es möglich, dass Mama sich ihren sehnlichsten Wunsch selbst erfüllt. Sie leistet die Anzahlung für ein eigenes Haus für die ganze Familie.

Auch Walter hat seinen ganz eigenen American Dream. Er erhofft sich durch die Eröffnung eines Spirituosenladens finanzielle Unabhängigkeit und Erfolg, denn er hasst seinen Job als Chauffeur. Er geht damit seinen eigenen Weg vom "Tellerwäsche zum Millionär". D

er Großteil der Bevölkerung in den USA glaubt an den American Dream: Wenn man nur hart genug für etwas arbeitet, kann man alles erreichen, was man sich erträumt hat. Es ist Walters Traum, aus ihrer bisherigen Armut auszubrechen und frei zu leben.

Der Amercian Dream ist die Überzeugung, dass die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Wenn Du mehr darüber erfahren willst, schau Dir die Erklärung zu "American Dream" an.

Klassenlose Gesellschaft

Zu der Zeit, zu der das Drama spielt, ist die Gesellschaft durch die Trennung von weißen und Schwarzen Menschen in zwei unterschiedliche Klassen unterteilt. Menschen, die weiß sind, wurden besser behandelt, nicht nur von der Gesellschaft, sondern auch vom Staat. Obwohl mehr als 70 Jahre zwischen der Realität des Dramas und der aktuellen Situation liegen, werden Schwarze noch immer in einigen Bereichen des Lebens benachteiligt, wie bspw. bei der Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit.

Die Familie Younger versucht in "A Raisin in the Sun" diesen Benachteiligungen unterbewusst zu entgehen, da sie in eine vorwiegend weiße Nachbarschaft ziehen will. Die "Trennung" der "Rassen" wird damit teils aufgehoben. Die Klassengesellschaft wird so zu einer klassenlosen Gesellschaft (classless society), die niemanden aufgrund einer Hautfarbe benachteiligt.

"A Raisin in the Sun" – Symbole

Beneathas Haare und Mamas Zimmerpflanze stellen in "A Raisin in the Sun" wichtige Symbole dar.

Zu Beginn trägt Beneatha ihre Haare geglättet, was der natürlichen Struktur ihres Haares widerspricht. Sie passt sich damit den Schönheitsidealen und der Gesellschaft in Amerika an. Als sie sich mit ihrem Freund Joseph Asagai trifft und dieser ihre Frisur infrage stellt, entscheidet sich Beneatha ihre Haare zu schneiden und wieder ihre natürliche Haarstruktur zu mögen und zu "tragen".

Sie setzt damit das Statement, dass auch Schwarze Frauen natürlich schön sein können und sich nicht an den von der Gesellschaft vorgeschriebenen Stil anpassen müssen. Ihre neue Frisur ermöglicht es Beneatha ihre kulturellen Wurzeln und ihre amerikanische Identität miteinander zu verbinden.

Mamas Zimmerpflanze hingegen repräsentiert in "A Raisin in the Sun" ihren Traum und ihre Fürsorge für ihre Familie. Obwohl die Pflanze in der kleinen und dunklen Wohnung nie genug Licht bekommt, ist sie trotzdem prächtig gewachsen. Darauf ist Mama sehr stolz, da sie sich um die Pflanze genauso intensiv kümmert, wie um ihre Familie. Auch wenn die Bedingungen der Umwelt nicht die Besten sind, gibt Mama für ihre Familie alles, was in ihrer Macht steht.

Die Pflanze kann aber auch den Lebenstraum von Mama, ein Haus mit Garten für die Familie zu kaufen, symbolisieren. Ihre gärtnerischen Fähigkeiten geben ihr Zuversicht, diesen Traum zu erreichen. Ihre Beharrlichkeit und die Fürsorge für die Pflanze geben ihr Hoffnung, dass ihr Traum erreicht werden kann.

"A Raisin in the Sun" – Autorin Lorraine Hansberry

Lorraine Hansberry wurde am 19. Mai 1930 in Chicago im amerikanischen Bundesstaat Illinois geboren und starb im Jahr 1965 im Alter von 34 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie ist bekannt als Aktivistin für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit. Gleichzeitig war sie die erste afroamerikanische Dramatikerin, die es an den Broadway, das Theaterviertel in New York City, geschafft hat.

  • Hansberry ist in einer afroamerikanischen Familie aufgewachsen, die Teil der Mittelschicht war.
  • Ihr Vater kaufte in ihrer Kindheit ein Haus in einer Wohngegend, in der vorwiegend weiße Menschen lebten, was Lorraine Hansberry schon früh mit Ungerechtigkeit und Rassismus in Kontakt brachte.
  • Sie studierte zwei Jahre in an der Universität in Wisconsin, bevor sie sich dazu entschied, nach New York zu gehen, um für die Zeitschrift "Freedom" zu schreiben.
  • Zudem engagierte sich Hansberry für soziale Gerechtigkeit und Frieden.
  • Ihre Erfahrungen verarbeitete Hansberry in ihrem ersten und erfolgreichsten Theaterstück "A Raisin in the Sun".
  • 1959 bekam Lorraine Hansberry für "A Raisin in the Sun" den New York Drama Critics Circle Award.

Der New York Drama Critics Circle Award ist ein US-amerikanischer Theaterpreis, der seit 1936 verliehen wird.

A Raisin in the Sun - Das Wichtigste

  • Das Drama "A Raisin in the Sun" wurde von Lorraine Hansberry geschrieben und 1959 uraufgeführt.
  • Es handelt von der afroamerikanischen Familie Younger, die in einer zu kleinen und engen Wohnung Chicago lebt. Eines Tages erhalten sie einen 10.000 Dollar Scheck aus der Lebensversicherung des verstorbenen Ehemanns und Vaters, über dessen Verwendung sie sich allerdings nicht einig sind. Um diese Entscheidung zu treffen, reden sie über ihre Wünsche und Träume, wodurch die verschiedenen Ansichten der Familienmitglieder deutlich werden.
  • Mit dem Scheck kauft Mama ein Haus in Clybourne Park, eine Nachbarschaft, in der vorwiegend nur weiße Menschen wohnen, in die die Familie schon bald ziehen soll.

  • Das Drama ist realistisch und gesellschaftskritisch.
  • Im Mittelpunkt des Dramas stehen Probleme wie Diskriminierung. Außerdem werden viele Aspekte des American Dream aufgegriffen.
  • Symbole: Beneathas Haare und Mamas Zimmerpflanze

Nachweise

  1. Hansberry (1959). A Raisin in the Sun. Reclam Verlag.
  2. Creative Media (2017). Lorraine Hansberrys's A Raisin in the Sun. Gale Cengage Learning.

Finales A Raisin in the Sun Quiz

Frage

Was wird der South Side von Chicago in "A Raisin in the Sun" zugeschrieben? 

Antwort anzeigen

Antwort

hohe Kriminalität 

Frage anzeigen

Frage

Was möchte Walter in "A Raisin in the Sun" mit dem Geld des Schecks machen? 

Antwort anzeigen

Antwort

Er möchte einen Spirituosenladen eröffnen. 

Frage anzeigen

Frage

Nenne die zwei Höhepunkte in "A Raisin in the Sun".

Antwort anzeigen

Antwort

  • Mama überreicht Walter den Rest vom Geld.
  • Bobo verkündet, dass der Geschäftspartner mit dem gesamten Geld verschwunden ist.

Frage anzeigen

Frage

Wo spielt die Handlung in "A Raisin in the Sun"?

Antwort anzeigen

Antwort

in der Wohnung der Familie Younger, in der Southside von Chicago

Frage anzeigen

Frage

Wer ist die Autorin von "A Raisin in the Sun"?

Antwort anzeigen

Antwort

Lorraine Hansberry

Frage anzeigen

Frage

In welcher Zeit spielt das Drama "A Raisin in the Sun"?

Antwort anzeigen

Antwort

 1950er-Jahre

Frage anzeigen

Frage

Welchem Genre lässt sich das Drama "A Raisin in the Sun" zuordnen?

Antwort anzeigen

Antwort

realistic drama

Frage anzeigen

Frage

Durch wen haben Walter und Bobo in "A Raisin in the Sun" viel Geld verloren?

Antwort anzeigen

Antwort

Willy Harris 

Frage anzeigen

Frage

Wie heißt der Stadtteil, in dem das neue Haus der Familie Younger aus "A Raisin in the Sun" steht?

Antwort anzeigen

Antwort

Clybourne Park

Frage anzeigen

Frage

Warum lehnt Mama es ab, Walter bei seinem Geschäft in "A Raisin in the Sun" zu unterstützen?

Antwort anzeigen

Antwort

aus religiösen Gründen

Frage anzeigen

Frage

Wer bringt Beneatha in "A Raisin in the Sun" ihre afrikanischen Wurzeln näher?

Antwort anzeigen

Antwort

Joseph Asagai

Frage anzeigen

Frage

Vervollständige die Lücke: Beneatha gilt als die Gebildeste ihrer Familie, weil sie ____ studiert.

Antwort anzeigen

Antwort

Medizin

Frage anzeigen

Frage

Wie hoch ist der Scheck, den die Familie Younger in "A Raisin in the Sun" bekommen hat? 

Antwort anzeigen

Antwort

10.000 Dollar

Frage anzeigen

Frage

Was sind die zentralen Themen von "A Raisin in the Sun"?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Diskriminierung und Vorurteile
  • Geschlechterrollen
  • klassenlose Gesellschaft
  • American Dream

Frage anzeigen

60%

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