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A Streetcar Named Desire

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Englisch

Im Jahr 1947 eroberte Tennessee Williams mit seinem Theaterstück "A Streetcar Named Desire" die Weltbühne. Das Werk verfolgt die Geschichte der Blanche DuBois, die aus den Südstaaten nach New Orleans reist, um bei ihrer Schwester Stella Zuflucht zu suchen. Dabei trifft sie auf Stellas Ehemann Stanley Kowalski und dessen Freund Harold Mitchell ("Mitch"). Das Stück greift Sexualität sowie psychische Probleme auf und galt deshalb für seine Zeit als revolutionär.

Personenkonstellation

"A Streetcar Named Desire" stellt vor allem Blanche, Stella, Stanley und Mitch in den Vordergrund. Neben ihnen wird von Blanches Ex-Ehemann und einem Ölmillionär erzählt, die in ihrer Vergangenheit beide eine Rolle spielten. Zusätzlich lernt der Zuschauende das Ehepaar Eunice und Steve kennen, das Stella und Stanley ihre Wohnung vermietet. Die folgende Grafik soll dir einen ersten Überblick über die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander geben.

Charakterisierung: Blanche DuBois

  • ca. 30 Jahre alt
  • achtet auf ihr Äußeres und versucht, elegant zu erscheinen
  • empfindsam
  • neurotisch
  • unmoralische Vergangenheit
  • verblassende Südstaatenschönheit ("faded Southern belle")
  • Alkohol als Flucht vor der Realität

Eine Southern belle bezeichnet eine junge Frau aus den Südstaaten, die eine Lady werden soll. Es ist ein Stereotyp, der die Frau als jung, kultiviert und gebildet beschreibt. Sie solle als oft flirtend, aber gleichzeitig eher prüde wahrgenommen werden. Wenn von einer "verblassenden" ("faded") Südstaatenschönheit gesprochen wird, ist häufig eine ältere Frau gemeint, die nicht mehr als jung gilt.

Charakterisierung: Stella Kowalski

  • ca. 25 Jahre alt
  • Blanches Schwester
  • bodenständig
  • einfühlsam, möchte helfen
  • verheiratet und schwanger
  • ihrem Mann gegenüber treu bis zu dem Ausmaß, dass sie sich selbst belügt, um ihr Leben in normalen Bahnen zu erhalten

Charakterisierung: Stanley Kowalski

  • zwischen 28 und 30 Jahre alt
  • verheiratet mit Stella
  • kommt aus Polen
  • stolz
  • gerissen
  • aufbrausend
  • brutal
  • proletenhaft
  • ein Macho

Gleichzeitig wird er nach seinen Wutausbrüchen immer wieder als weicher Mensch dargestellt, der Stella nicht verlieren will. Nach einem Streit zwischen den beiden fleht er sie beispielsweise auf Knien an, ihr zu verzeihen.

Charakterzüge von Mitch

Einer der Arbeitskollegen Stanleys, mit denen er regelmäßig Poker spielt, ist Mitch. Er ist in etwa so alt wie Stanley, wird aber als Kontrast zu diesem vorgestellt. Er lebt allein mit seiner kranken Mutter und hat Angst, nach ihrem Tode allein zu sein. Diese Sorge verbindet ihn mit Blanche. Zusätzlich hat er eine einfühlsame Art und hört aufmerksam zu.

Zusammenfassung von "A Streetcar Named Desire"

Anders als viele Theaterstücke ist "A Streetcar Named Desire" nicht in drei Akte aufgeteilt. Dennoch können Einführung, Klimax, Wendepunkt und Katastrophe in dem Stück gefunden werden. Anhand dieser Struktur lernst Du im Folgenden die Handlung näher kennen.

Szene 1 – Einführung

Das Stück spielt in New Orleans in einem Viertel, in welchem Menschen verschiedener Ethnien leben. Stanley geht mit seinen Freunden zum Bowling, während Stella ihre Schwester Blanche Dubois trifft.

Nachdem Blanche sich eine Weile die kleine Wohnung und Stellas vermeintliche Gewichtszunahme kritisiert, erzählt sie ihrer Schwester, dass der Familienbesitz Belle Reve verloren ist. Blanche klagt, dass Stella nicht da gewesen sei, und bringt ihre Schwester zum Weinen, indem sie ihr Vorwürfe macht.

Während Stella sich weinend zurückzieht, kommt Stanley nach Hause. Blanche und er reden über ihren Wohnort Laurel, ihre Tätigkeit als Lehrerin für englische Literatur und über ihren verstorbenen Mann. Dass Blanche eine Weile bei ihnen wohnen wird, scheint für Stanley in Ordnung zu sein.

Szene 2 bis 6 – Steigerung

Am nächsten Tag erzählt Stella ihrem Mann von Belle Reve und bittet ihn, freundlich zu ihrer Schwester zu sein. Stanley wird misstrauisch aufgrund von Belle Reve. Laut herrschendem Recht in New Orleans ist er ebenso Erbe wie Stella. Er fürchtet, Blanche habe sie um ihr Erbe beraubt. Stanley konfrontiert Blanche, die nur widerwillig die Dokumente übergibt. Schließlich treffen Stanleys Freunde ein und Stella und Blanche verlassen das Haus.

In der Szene bezieht sich Stanley auf den Napoleonic Code, ein Gesetz, das 1804 unter französischer Herrschaft eingesetzt wurde, als New Orleans noch zu französischem Gebiet gehörte. Das Gesetz gilt zu Teilen noch heute und besagt unter anderem, dass ein Mann Recht auf das Eigentum seiner Frau habe.

Als die Schwestern zurückkommen, eskaliert das Aufeinandertreffen von Blanche und Stanley. Der Konflikt endet, als Stanley seine Frau schlägt und sie daraufhin flüchtet. Nachdem er sich wieder beruhigt hat, kehrt Stella zu ihm zurück und verzeiht ihm. Blanche hat kein Verständnis für Stellas Verhalten und verlässt das Haus, um Trost bei Mitch zu suchen. Sie hat ihn am selben Abend kennengelernt, zwischen den beiden herrscht Zuneigung.

Am nächsten Tag reden die Schwestern über den Vorabend. Blanche zeigt kein Verständnis für Stella, die den Ausbruch ihres Mannes verteidigt. Sie macht deutlich, dass sie Stanley als Tier und primitiv wahrnimmt. Als er kurz darauf nach Hause kommt, gibt er sich, als sei nichts gewesen.

Als "primitiv" wird manchmal ein einfältiger Mensch bezeichnet. Oft wird der Begriff auch als Abwertung einer anderen Person genutzt, um zu verdeutlichen, dass man (in diesem Fall Blanche) über einer Person steht.

Die folgenden Tage bleiben angespannt. Stanley recherchiert weiter zu Blanches Vergangenheit. Diese wiederum versucht, eine Beziehung zu Mitch aufzubauen.

Während einer Verabredung reden Blanche und Mitch über ihre Gefühle: Mitch hat Angst, sich einsam zu fühlen, wenn seine Mutter einmal stirbt. Blanche hingegen öffnet sich bezüglich ihres verstorbenen Ehemanns. Dieser sei homosexuell gewesen, wovon sie nichts gewusst hatte. Sobald sie davon erfahren hatte, reagierte sie mit Schock und Ablehnung, woraufhin er Selbstmord beging. Seitdem leidet Blanche an Schuldgefühlen, für den Tod ihres Mannes verantwortlich zu sein.

Szene 6 endet in einem beruhigten Moment, in dem Mitch und Blanche sich im gegenseitigen Verständnis in den Armen liegen.

Szenen 7 bis 9 – Höhe- und Wendepunkt

Im Höhepunkt des Theaterstücks holt Blanches Vergangenheit sie schließlich ein. Stanley führt Beweise auf, nach denen Blanche mehrfach gelogen hat. So sei Blanche z. B. nicht für einen Erholungsurlaub von der Schule gegangen, wie sie erzählt hatte, sondern entlassen worden, weil sie einen 17-jährigen Schüler verführt habe. Stanley ist wütend aufgrund der Lügen. Als Blanche zusätzlich nicht aufhört, ihn als "Polack" zu bezeichnen, wirft er einen Teller zu Boden und verlässt den Raum.

"Pollack" ist ein abwertendes Wort für eine Person aus Polen.

Als Blanche, Stanley und Stella wieder aufeinandertreffen, dauert es nicht lange, bis Blanche Stanley erneut einen "Polack" nennt. Daraufhin reicht er ihr ein Busticket zurück nach Laurel. Blanche verlässt die Wohnung. Stanley versucht, seiner Frau zu verdeutlichen, dass er nicht grausam sei und sich alles bessern würde, sobald Blanche weg ist. Der Konflikt endet abrupt, da Stellas Wehen einsetzen und sie und Stanley zum Krankenhaus fahren.

In der Zwischenzeit bleibt Blanche in der Wohnung, wo kurz darauf Mitch eintrifft. Stanley hat Mitch von Blanches Vergangenheit erzählt. Als er und Blanche aufeinandertreffen, ist nichts mehr von dem gegenseitigen Verständnis zu spüren, das zuvor herrschte. Zwar reden die beiden miteinander, doch es wird deutlich, dass das Vertrauen zwischen ihnen zerstört ist.

Szenen 10 und 11 – Katastrophe und Nachspiel

Nachdem Mitch geht, kommt Stanley nach Hause. Stella und dem Kind gehe es gut. Stanley sieht, wie verletzlich Blanche ist, und nähert ihr sich ihr in der Absicht an, sie sexuell zu nutzen. Blanche versucht, sich verbal gegen Stanley zu wehren, der schließlich handgreiflich wird. Es ist anzunehmen, dass er Blanche am Ende von Szene 10 vergewaltigt.

Am Ende des Stücks wird Blanche in ein Heim für psychisch Kranke überführt. Zuerst möchte sie nicht gehen, wird aber schließlich durch den Oberarzt beruhigt und weggebracht. Stella macht sich Vorwürfe, sie fühlt sich schlecht. Stanley kommt zu ihr und beruhigt sie.

Das Ende des Stückes führte vor allem in den 1950er-Jahren zu großen Kontroversen. Die Verfilmung, die 1951 entstand, verzichtete daher auf das Ende des Stückes, in dem Stella bei ihrem gewalttätigen Ehemann bleibt. Stattdessen verlässt sie ihn hier.

Analyse von "A Streetcar Named Desire"

Nachdem Du nun die Charaktere und die Geschichte des Werkes kennengelernt hast, erfährst Du im Folgenden mehr über die Motive, Themen und Symbole in "A Streetcar Named Desire".

Zentrale Themen

Es gibt vier zentrale Themen in Tennessee Williams Stück:

  1. Sexualität
  2. psychische Probleme
  3. American Dream und American Nightmare
  4. Gegensätze zwischen Empfindsamkeit und Brutalität: Stella und Blanche stellen empfindsame Personen dar und werden durch den brutalen Stanley kontrastiert.

In der Zeit, in der das Werk veröffentlicht wurde, bildeten insbesondere die ersten beiden Punkte absolute Tabu-Themen. Williams betrat also Neuland mit seiner Thematik. Während die Rezensionen in Amerika dennoch weitestgehend positiv ausfielen, war die britische Elite nicht sehr angetan von der Thematisierung von Sexualität und psychischen Problemen.

Sexualität in "A Streetcar Named Desire"

Schon der Titel lässt auf dieses Thema schließen: Desire kann auf Deutsch sowohl "Wunsch", als auch "sexuelle Sehnsucht" bedeuten. Blanche möchte mit ihren sexuellen Begegnungen die Leere in sich zu füllen, was nicht gut funktioniert. Schließlich unterdrückt sie ihre Sexualität, um wieder Teil der Gesellschaft zu werden und nicht mehr aus dieser ausgestoßen zu sein.

Zudem dient die Beziehung von Stella und Stanley dazu, zu zeigen, wie viel sexuelle Anziehung in einer Ehe ausmacht. Die beiden streiten sich häufig, doch ihre sexuelle Leidenschaft scheint sie immer wieder zusammenzubringen.

Ein drittes Beispiel für Sexualität ist Blanches verstorbener Mann, der homosexuell war. Da das Stück im Jahr 1947 entstanden ist, herrschten strenge Regeln. Jenen, die sich als homosexuell offenbarten, drohte strafrechtliche Verfolgung. Blanche reagierte für ihre Zeit also typisch auf die Tatsache, dass ihr Mann homosexuell war.

Psychische Probleme in "A Streetcar Named Desire"

Durch Blanche wird vor allem die "Hysterie" als psychische Krankheit angesprochen. Heute wird der Begriff durch die Bezeichnung "Histrionische Persönlichkeitsstörung (HPS)" ersetzt. Charakteristisch dabei ist ein egozentrisches, theatralisches Verhalten, das bei Stress in Aggressivität umgewandelt wird. Zusätzlich haben betroffene Personen häufig ein geringes Selbstwertgefühl, sodass sie Bestätigung in ihrem Umfeld suchen und zu starker Selbstdarstellung neigen.

Blanche zeigt dieses Verhalten, in dem sie immer wieder nach Komplimenten eifert und auf ihr Aussehen eingeht. Wenn sie diese Bestätigung nicht bekommt, flüchtet sie sich in eine Illusion. Das wird am folgenden Beispiel deutlich:

I don't want realism. [...] I´'l tell you what I want. Magic! (S. 130, Z. 6ff)

(Ich will keinen Realismus. Ich sage dir, was ich will. Magie!)

Alle im Text verwendeten Zitate stammen aus Tennessee Williams "A Streetcar Named Desire". Die Seitenzahlen beziehen sich auf die 1988 erschienene Ausgabe von Reclam.

Blanche gibt also selbst zu, dass sie nicht nach den realistischen Dingen im Leben strebt, sondern sich etwas Außergewöhnliches wünscht: Magie.

"A Streetcar Named Desire" zeigt, welche Probleme mit einer solchen Störung einhergehen: Verdrängung der Realität sowie Abhängigkeit von Menschen und Substanzen (Alkohol).

American Dream und American Nightmare in "A Streetcar Named Desire"

Als American Dream wird die amerikanische Philosophie "Vom Tellerwäscher zum Millionär" bezeichnet. Diese besagt, dass jeder egal welcher Herkunft, Religion, etc. Ruhm und Reichtum erreichen kann, wenn er hart dafür arbeitet.

American Nightmare hingegen bezeichnet alle Schattenseiten des American Dreams. So ist es zum Beispiel nur den wenigsten möglich, den American Dream zu verwirklichen. Viele landen in der Arbeitslosigkeit.

Lies gerne mehr zum (Alb-)Traum von Amerika in den zugehörigen Zusammenfassungen.

Die Gegenüberstellung von American Dream und American Nightmare kann allgemeiner formuliert auch den Gegensatz von Altem und Neuem darstellen. Blanche entstammt der reichen Oberschicht der Südstaaten und hat über die Jahre alles verloren, was ihr lieb und teuer war. Sie klammert sich nostalgisch an die alten Zeiten.

Als Blanche jedoch ihre Heimat verlässt und nach New Orleans reist, erfährt sie ihren persönlichen American Nightmare. Statt in dem großen Familiensitz Belle Reve zu leben, muss sie sich nun in eine kleine Wohnung mit ihrer Schwester und deren Mann zwängen. Zusätzlich weckt das Bühnenbild durch laute Geräusche, Durcheinander auf der Straße und viele Menschen den Eindruck einer eher Slum-ähnlichen Gegend. Das steht im starken Kontrast zu Blanches vorherigem Leben.

Auch Stanley stellt zu Teilen den American Dream und auch den American Nightmare dar. Er stammt aus Polen und ist somit ein Einwanderer in die USA. Obwohl er nicht viel hat, ist anzunehmen, dass er seine Erfahrung nicht als Albtraum, sondern als American Dream wahrnimmt – denn er hat eine Frau und Familie, ist nicht obdachlos und hat Arbeit. Außerdem ist er stolz darauf, Amerikaner zu sein, denn er kämpfte im Zweiten Weltkrieg in der Armee.

Anders als Blanche ist er in ein neues Land gekommen und hat sich mit der ungewohnten Situation arrangiert. Er macht das Beste daraus.

Symbole und Sprache in "A Streetcar Named Desire"

Typisch für Williams Theaterstücke sind der Einsatz von Beleuchtung, Farben und Musik. Dies wird heutzutage auch plastic theatre genannt. Es setzt Licht, Farben, Symbolen und Sprache ein.

Licht und Farben

Das Licht im Schlafzimmer, in dem sich Blanche die meiste Zeit aufhält, ist nahezu immer abgedunkelt. Im Wohnzimmer, wo die Poker-Runde zusammenkommt, sind grelle und bunte Farben vorherrschend. Auch in der Kleidung der Pokerspieler zeigen sich bunte Töne wie blau, grün und rot. Blanche auf der anderen Seite kleidet sich in Weiß. Diese Farbe steht für Unschuld und Reinheit.

Der Name Blanche kommt aus dem Französischen und bedeutet "weiß". Es betont noch einmal, wie wichtig es Blanche ist, als unschuldig wahrgenommen zu werden.

Der Papierlampenschirm

Das wichtigste Symbol ist der Papierlampenschirm. Blanche lässt ihn von Mitch anbringen, damit die nackte Glühbirne in der Wohnung nicht mehr so grelles Licht abgibt. Die Glühbirne kann dabei als Symbol der Realität gesehen werden: kalt und rau. Blanche kommt mit dieser nicht zurecht und versucht, sich zu schützen.

Blanche nutzt den Schirm außerdem, um sich in einem guten Licht dastehen zu lassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Der künstliche Schein hilft ihr, ihre Altersanzeichen zu verdecken und sich gut zu präsentieren. Das Anbringen des Lampenschirms zeigt, dass Blanche scharfsinnig ist und weiß, wie sie andere hinters Licht führt.

Wichtig ist, zu beachten, dass der Lampenschirm aus Papier ist. Daran kannst Du erkennen, wie filigran der Schutzschild ist, den Blanche sich aufgebaut hat. Sowohl Mitch als auch Stanley reißen den Lampenschirm ab, als sie Blanche bloßstellen.

Sprache

"A Streetcar Named Desire" weiß außerdem, die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den zwei Schwestern und der Pokerrunde zu verdeutlichen. Stanley und die anderen Männer kommen aus einer tendenziell ungebildeten Schicht, was durch falsche Grammatik und Abkürzungen gezeigt wird. Im folgenden Zitat wird aus is not zum Beispiel ain´t:

She ain't coming down (S. 120, Z. 2)

(Sie wird nicht runter kommen)

Die Männer der Runde sprechen also in rauem Englisch und nutzen Slang. Deshalb sticht Mitch aus der Runde heraus. Zwar nutzt auch er nicht immer die korrekten Ausdrücke, doch redet er in einem angenehmen Ton.

Blanche und Stella kommen hingegen aus einer gehobenen Bildungsschicht. Sie verwenden grammatikalisch korrektes Englisch und reden ruhig und eher leise. Für Blanche ist die Sprache ihre Waffe. Sie redet schnell und viel, um ihr Gegenüber in die Enge zu treiben. So drückt sie ihre Überlegenheit aus. Generell steht für Blanche eine bessere Sprache und Bildung dafür, dass ihr Gegenüber ein besserer Mensch ist. Das zeigt sich in ihrem Urteil zu Mitch:

That one seems – superior to the others. (S. 50, Z. 6)

(Dieser da wirkt – den anderen überlegen.)

Sie behauptet, dass Mitch den anderen Männern überlegen sei, weil er seinen Ton und seine Sprache mehr zu nutzen weiß. Damit kannst Du annehmen, dass sie sich Stanley und seinen Freunden überlegen fühlt.

Interpretation der Schlüsselszene

Bei der Schlüsselszene handelt es sich um Szene 3, die auch "Die Pokernacht" genannt wird. Stanley sitzt mit seinen Freunden beim Poker in der kleinen Wohnung in New Orleans. Blanche und Stella kommen von ihrer Fahrt in die Stadt zurück und ziehen sich in das Schlafzimmer zurück. Doch ihr Gespräch stört Stanley. Als sie schließlich das Radio anschalten, wirft er es aus dem Fenster und schlägt Stella. Die beiden Frauen flüchten zu der Nachbarin Eunice. Das Ende der Szene zeigt Stella, wie sie zu Stanley zurückkehrt, und Blanche, die fassungslos auf der Treppe des Hauses sitzt und Trost bei dem kurz vorher kennengelernten Mitch sucht.

Stella und Stanley

Das Verhältnis zwischen Stella und Stanley beruht auf traditionellen Rollenbildern: Der Mann verdient das Essen, die Frau kocht und umsorgt die Kinder. Dadurch wird der Mann, also Stanley, zum unumstrittenen Bestimmer – oder wie er es nennt, "König" (S. 118, Z. 25 f.). Auch im Umgang mit seinen Freunden zeigt er sich als "Alleinherrscher": Er unterbricht sie und kommandiert sie herum. Das folgende Zitat zeigt, wie er Mitch ins Wort fällt:

Shut up (S. 46, Z. 21) – Aw, for God's sake, go home, then! (S. 47, Z. 6)

(Halt die Klappe! – Ach, um Gottes Willen, dann geh' halt heim!)

Mitch äußert, dass er nach Hause möchte, da es schon spät sei. Er macht sich Sorgen um seine kranke Mutter, die auf ihn wartet. Stanley zeigt jedoch keine Empathie. Erst versucht er, Mitch mit "Shut up" ruhigzustellen. Als das nicht gelingt, gibt er zwar nach und lässt Mitch nach Hause gehen. Doch er zeigt, wie sehr ihn die Situation stört.

Stanley empfindet die beiden Frauen in dieser Szene als Eindringlinge, die seine Pokerrunde stören. Schließlich kann er seine Aggression nicht mehr zurückhalten und zerstört das Radio, das ihn in diesem Moment den Auslöser darstellt. Als Stella ihn wütend auf seinen Jähzorn aufmerksam macht, löst das noch mehr Erregung in Stanley aus. Off stage schlägt er seine Frau, da sie ihm Widerstand leistet.

Off stage bedeutet, dass etwas nicht direkt auf der Bühne stattfindet, sondern hinter dem Vorhang. Dadurch sehen die Zuschauer*innen nicht, was genau geschieht, sondern hören höchstens etwas.

Blanche bringt ihre Schwester in Sicherheit, während Stanleys Freunde versuchen, ihn unter einer kalten Dusche zu beruhigen. Schließlich kommt er zu Sinnen und merkt, dass er Stella vertrieben hat. Der winselnde Stanley ruft den Namen seiner Frau, die ihm schließlich wieder verzeiht. Er kniet und bettelt um Verzeihung, dann trägt er sie wie Beute aus dem Raum (vgl. S. 62, Z. 16 ff.).

Stella und Stanley führen eine toxische Beziehung. Doch Stella kann mit den Launen ihres Mannes leben und fügt sich. Sie ist keine Rebellin wie Blanche, stattdessen wird sie als fügsame Ehefrau porträtiert. Dafür lebt auch sie in einer Lüge, denn um ihr Leben weiter bewältigen zu können, muss sie die Augen verschließen. Szene 3 ist dabei ein Vorzeichen des Endes von "A Streetcar Named Desire".

Am Ende des Stückes wird Blanche von Stanley vergewaltigt. Anstatt zu gehen und Konsequenzen zu ziehen, bleibt Stella bei ihrem Mann. Sie redet sich ein, dass gar nichts passiert sein kann. Auch in der letzten Szene schaut Stella weg und lebt in ihrer Lebenslüge.

Blanche und Mitch

Blanche und Mitch treffen in Szene 3 das erste Mal aufeinander. Mitch fällt durch sein freundliches Verhalten auf. Während die Männer der Pokerrunde ihn als "Muttersöhnchen" verspotten, ist es genau diese Sorge für seine Mutter, die Blanche anziehend findet. Der Gewaltausbruch Stanleys sowie die Tatsache, dass Stella zu ihrem Mann zurückgeht, hinterlässt Blanche fassungslos. Sie fühlt sich einsam und sucht nach Freundlichkeit.

I need kindness now (S. 63, Z. 25)

(Ich brauche jetzt Freundlichkeit)

Mit diesen Worten gegenüber Mitch gesteht sie sich ein, dass sie Hilfe benötigt. Diese erhofft sie sich von Mitch.

Auch Mitch denkt, in Blanche eine potenzielle Partnerin zu treffen. Er kommt aus einer unglücklichen Beziehung und möchte nicht einsam sein. Blanche fasziniert ihn und gibt ihm das Gefühl, jemanden gefunden zu haben, mit dem er der Einsamkeit entkommen kann. Beide Charaktere sind also von dem ersten Moment an voneinander angezogen und sehen einen Weg, mit dem jeweils Anderen der Einsamkeit zu entkommen.

In Szene 3 bringt Mitch auch den Papierlampenschirm für Blanche an. Wenn Du noch einmal nachlesen willst, was dieser bedeutet, siehe unter "Symbolen" nach.

Über den Autor

Tennessee Williams (Abb. 2) wurde am 26. März 1911 unter dem Namen Thomas Lanier Williams geboren. Er wuchs in Columbus (Mississippi) auf. Da sein Vater selten Zuhause war, wurden er und seine jüngere Schwester von einer Hausangestellten großgezogen. Als Tennessee schließlich etwa sieben Jahre alt war, musste er durch eine berufliche Versetzung seines Vaters nach New Orleans ziehen. Dort begegnete er durch seine Herkunft aus einem Südstaat vielen Anfeindungen.

Für seine Theaterstücke zog Tennessee vor allem Inspiration aus seinem Umfeld: Sein Vater war Alkoholiker und verspielte das Geld der Familie. Seine Mutter kleidete sich gerne im Luxus und war eine "typische Südstaatendame", schön und auf ihren gesellschaftlichen Status Wert legend. Für Blanche nahm er sich seine Schwester als Vorlage, die bereits früh mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte und schließlich in einer Psychiatrie operiert wurde. Als die OP fehlschlug, blieb von ihr nicht mehr als eine willenlose Frau übrig.

Tennessee sah im Schreiben seinen Ausweg und schloss ein Studium der englischen Literatur ab. Glücklich in einer Beziehung mit Frank Merlo produzierte er in den 50er-Jahren seine erfolgreichsten Stücke "A Streetcar Named Desire" und "27 Waggons Full of Cotton" (1955). Mit dem Tod seines Freundes 1961 endete seine Karriere schließlich. Die folgenden Jahre verdrängte er seine eigenen psychischen Probleme mit Alkohol und Tabletten, bis er am 24. Februar 1983 starb.

A Streetcar Named Desire - Das Wichtigste

  • "A Streetcar Named Desire" wurde 1947 von Tennessee Williams geschrieben und hat 11 Szenen.
  • Inhalt: Die Südstaatenschönheit Blanche DuBois reist nach New Orleans zu ihrer Schwester Stella, um Unterstützung zu erhalten. Dort trifft sie auf Stanley Kowalski, den brutalen Mann Stellas. Er vermutet, um sein Erbe gebracht worden zu sein. Blanche trifft zudem Mitch, Stanleys Freund, mit dem sie sich eine Beziehung erhofft. Als Stanley aufdeckt, dass Blanche unmoralisch gelebt und ihn und Stella angelogen hat, eskaliert die Situation. Blanche wird am Ende in eine Nervenheilanstalt gebracht.
  • Themen: Sexualität, psychische Probleme, Gegensätze von Empfindsamkeit und Brutalität, American Dream und American Nightmare
  • Symbole: Licht und Farben stellen den Kontrast zwischen Stanley und Blanche dar, der Papierlampenschirm steht für das filigrane Schutzschild Blanches, der Spiegel steht für die Illusion, in der Blanche lebt. Durch Sprache werden Bildungsunterschiede aufgezeigt.
  • Schlüsselszene: "Die Pokernacht" (Szene drei). Sie zeigt die Beziehung zwischen Stella und Stanley sowie Anfänge der Beziehung zwischen Mitch und Blanche.

A Streetcar Named Desire

Bei Blanche Dubois liegt die psychische Krankheit "histrionische Persönlichkeitsstörung (HPS)" vor. Im Umgangssprachlichen wird diese auch "Hysterie" genannt.

Die Moral von "A Streetcar Named Desire" ist, dass Sexualität und gesellschaftliche Norm gemeinsam koexistieren müssen, weil eines allein nicht glücklich macht.

A "Streetcar Named Desire" wurde verboten, weil Sexualität und "unmoralisches Verhalten" gezeigt wurde.

Stanley in "A Streetcar Named Desire" repräsentiert den männlichen Versorger der Familie, traditionelle Ideale und animalistische Triebe des Menschen.

Finales A Streetcar Named Desire Quiz

Frage

Welche pschische Krankheit hat Blanche DuBois, die auch unter HPS bekannt ist?

Antwort anzeigen

Antwort

histrionische Persönlichkeitsstörung

Frage anzeigen

Frage

Erkläre kurz, wofür der Papierlampenschirm steht?

Antwort anzeigen

Antwort

filigraner Schutz vor der nackten, rauen Realität

Frage anzeigen

Frage

Nenne vier zentrale Themen in "A Streetcar Named Desire".

Antwort anzeigen

Antwort

  • Sexualität
  • psychische Probleme
  • American Dream und American Nightmare
  • Gegensätze zwischen Empfindsamkeit und Brutalität
Frage anzeigen

Frage

Richtig oder falsch: Personen, die von histrionischer Persönlichkeitsstörung betroffen sind, neigen zu wenig Selbstwertgefühl und starker Selbstdarstellung.

Antwort anzeigen

Antwort

richtig

Frage anzeigen

Frage

Erkläre kurz, warum Stanley als ein Beispiel für den amerikanischen (Alb-)traum gesehen werden kann. 

Antwort anzeigen

Antwort

Stanley kam als polnischer Einwanderer nach Amerika und baute sich dort ein Heim auf. Er scheint gute Arbeit zu haben und mit der kleinen Wohnung mit Stella glücklich zu sein, weshalb er seine Erfahrung vielleicht als American Dream betrachtet.

Frage anzeigen

Frage

Was kann an dem folgenden Zitat belegt werden: "She ain´t coming down" (S. 120, Z. 2 "A Streetcar Named Desire").

Antwort anzeigen

Antwort

Sprache kann als Indikator verwendet werden, um zu zeigen, dass jemand gebildet ist oder nicht. Das Zitat zeigt eine Formulierung, die grammatikalisch nicht korrekt ist und lässt deshalb darauf schließen, dass der/die Sprecher*in einen niedrigen Bildungsstatus hat.

Frage anzeigen

Frage

Warum ist Stanley misstrauisch gegenüber Blanche?

Antwort anzeigen

Antwort

Stella erzählt ihm, dass das Familienerbe aufgegeben werden musste. Stanley vermutet, dass er um sein Erbe gebracht wurde, weil ihm als Mann von Stella dieses ebenfalls zusteht.

Frage anzeigen

Frage

Was verbindet Mitch und Blanche?

Antwort anzeigen

Antwort

Angst vor Einsamkeit

Frage anzeigen

Frage

Wer ist der/die Autor*in von "A Streetcar Named Desire"?

Antwort anzeigen

Antwort

Tennessee Williams

Frage anzeigen

Frage

Erkläre kurz, was in Szene 3 passiert.

Antwort anzeigen

Antwort

  • Stanley spielt Poker mit seinen Freunden.
  • Stella und Blanche kommen nach Hause und nerven mit ihrem Gespräch Stanley.
  • Die Situation eskaliert und Stanley schlägt Stella.
  • Nachdem Stanley sich beruhigt hat kommt Stella zu ihm zurück und versöhnt sich.
  • Blanche ist fassungslos und sucht Trost bei Mitch.
Frage anzeigen

Frage

Wie endet das Theaterstück "A Streetcar Named Desire"?

Antwort anzeigen

Antwort

Blanche wird in eine Nervenheilanstalt gebracht.

Frage anzeigen

Frage

Warum hat Blanche Schuldgefühle?

Antwort anzeigen

Antwort

Blanche fühlt sich verantwortlich für den Tod ihres Exmannes. Dieser war homosexuell und weil sie ihn deshalb verspottet hat, hat er sich selbst umgebracht.

Frage anzeigen

Frage

Wähle alle Charaktereigenschaften, die Blanche zuzuschreiben sind:

Antwort anzeigen

Antwort

empfindsam

Frage anzeigen

Frage

Warum sticht Mitch unter Stanley und seinen Freunden hervor?

Antwort anzeigen

Antwort

Er spricht nicht laut, sondern in angenehmen Ton.

Frage anzeigen
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