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Death of a Salesman

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Das Drama "Death of a Salesman" (deutsch: "Tod eines Handlungsreisenden") wurde von Arthur Miller geschrieben und 1949 uraufgeführt. Es handelt von dem Handlungsreisenden Willy Loman aus Brooklyn, der durch sein erfolgloses Streben nach dem American Dream seinen Verstand verliert und sich letzten Endes umbringt. In zwei Akten und einem kurzen Requiem schafft es Miller, sowohl das inhumane kapitalistische Wirtschaftssystem als auch menschliche Beziehungen und Verhaltensweisen im Allgemeinen kritisch infrage zu stellen.

Ein Handlungsreisender (engl. traveling salesman) ist ein Geschäftsmann, der außerhalb des Betriebsgeländes seiner Firma Geschäfte abschließt. Demnach trifft er sich mit potenziellen Kunden seines Unternehmens oder geht von Tür zu Tür und versucht, ein Produkt zu verkaufen. In "Death of a Salesman" wird allerdings weder erklärt, was Willy Loman eigentlich verkauft, noch was sein Arbeitgeber herstellt.

Charaktere in "Death of a Salesman"

An erster Stelle handelt es sich in Millers "Death of a Salesman" um ein Familiendrama. Deshalb sind insbesondere die Figuren der Lomans in der Personenkonstellation von großer Bedeutung. Im Folgenden findest du eine kurze Beschreibung zu jedem Familienmitglied.

Death of a Salesman Dustin Hoffmann und John Malkovich in der Verfilmung von "Death of a Salesman" von 1985 StudySmarterAbbildung 1: Dustin Hoffmann (Willy) and John Malkovich (Biff) in der Verfilmung von "Death of a Salesman" von 1985 Quelle: imdb.com

Willy Loman

  • Hauptfigur des Stücks
  • 62 Jahre alt
  • Vater von Biff und Happy
  • Handlungsreisender
  • psychisch krank: hat Halluzinationen und kann oft zwischen Vergangenheit und Gegenwart nicht unterscheiden
  • einige angebliche Selbstmordversuche
  • schwierige Beziehung zu Biff; streiten sich häufig
  • Vorbild: Uncle Ben (ein Mann, der den sogenannten American Dream realisiert hat)
  • legt mehr Wert auf Persönlichkeit und Beliebtheit als Fleiß oder Zuverlässigkeit
  • widersprüchliches Selbstbild: Er sieht sich als erfolgreichen Geschäftsmann, obwohl er immer mit finanziellen Schwierigkeiten und beruflichen Misserfolgen zu kämpfen hat.

Linda

  • Willys Ehefrau
  • Mutter von Biff und Happy
  • Rolle der Friedensstifterin in der Familie
  • liebt Willy bedingungslos
  • versucht, Willy zu helfen, aber weiß auch von seiner eigenen Schuld an seinem Scheitern

Biff

  • der ältere Bruder von Happy
  • 34 Jahre alt
  • Sohn von Willy
  • Leidet immens unter dem Druck seines Vaters.
  • Schwierige Beziehung zu seinem einstigen Vorbild Willy, weil er über dessen Affäre mit "The Woman" in Boston weiß.
  • Im Vergleich zu Willy: ein realistisches Selbstbild; weiß von seinen eigenen Schwächen.

Happy

  • der jüngere Bruder von Biff
  • 32 Jahre alt
  • Sohn von Willy
  • Will wie sein Vater als Geschäftsmann reich werden.
  • Glaubt fest an den American Dream, selbst nach dem tragischen Tod seines Vaters am Ende des Dramas.

Personen aus Willys Fantasiewelt

In "Tod eines Handlungsreisenden" spielen auch die folgenden Figuren aus Willys Halluzinationen eine wichtige Rolle:

Ben

  • Willys älterer Bruder und größtes Vorbild
  • Ist als junger Mann sehr reich geworden.
  • Angeblich in Afrika gestorben und hat seinen Söhnen sein großes Vermögen hinterlassen.

The Woman

  • Eine namenlose Geliebte, mit der Willy eine Affäre in Boston hatte.

Death of a Salesman Personenkonstellation StudySmarterAbbildung 2: Figurenkonstellation "Death of a Salesman"

Inhaltszusammenfassung von "Death of a Salesman"

Willy kommt nach Hause

Mitten in der Nacht kommt Willy vollkommen erschöpft von einer Geschäftsreise vorzeitig nach Hause zurück. Seine Frau Linda macht sich Sorgen und fragt ihn, ob ihm etwas passiert sei.

Willy meint, er sei einfach nur müde. Doch es stellt sich heraus, dass er auf der Heimfahrt fast einen Autounfall verursacht hat. Linda überredet Willy dazu, seinen Chef am nächsten Tag um einen Posten im Büro in New York City zu bitten, damit er nicht mehr so viel unterwegs sein muss.

Die beiden Brüder Happy und Biff sind mittlerweile aufgewacht und hören ihren Eltern heimlich zu. Willy regt sich über Biff auf, weil er mit 34 Jahren "nur" noch für wenig Geld auf einer Farm arbeitet. Linda verteidigt ihren Sohn und versucht Willy zu beruhigen, bevor sie wieder ins Bett geht.

Der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Willy und Biff in "Death of a Salesman" ist zentral und wird im Laufe des Dramas immer wieder auftauchen.

Währenddessen besprechen Happy und Biff ihre Zukunftspläne. Beide sind von der Idee begeistert, eine eigene Farm zu kaufen – dafür benötigen sie allerdings noch finanzielle Unterstützung. Deshalb entscheidet Biff, seinen inzwischen wohlhabend gewordenen, ehemaligen Football-Trainer Bill Oliver nach Hilfe zu fragen.

Willys erstes Flashback

Derweil taucht Willy in seine Fantasiewelt ein und träumt vor sich hin. In diesem ersten Flashback kommt der junge, kluge Nachbar Bernard auf ihn zu und warnt, dass Biff in einer Prüfung durchfallen könnte. Hierauf erfährt man zum ersten Mal etwas über Willys beruflichen Misserfolge. Er verdient nämlich zu wenig, um die Haushaltskosten zu zahlen, und hat das Gefühl, bei seinen Kunden nicht mehr beliebt zu sein.

Plötzlich kommt Happy in die Küche, was den Flashback seines Vaters abrupt beendet. Daraufhin geht Happy wieder ins Bett, Willy aber bleibt und spielt mit seinem Nachbarn Charley, der gerade vorbeigekommen ist, Karten.

Charley bietet Willy eine Arbeit an, aber Willy fühlt sich beleidigt und lehnt ab. Während die beiden weiterhin Karten spielen, fängt Willy wieder an zu halluzinieren. Er unterhält sich mit seinem verstorbenen Bruder Ben, den er verehrt, weil er in Willys Augen ein leuchtendes Beispiel für einen erfolgreichen Geschäftsmann ist.

William, when I walked into the jungle, I was seventeen. When I walked out I was twenty-one. And, by God, I was rich!" (Ben, Act I)

Alle Zitate in diesem Artikel, wenn nicht anders gekennzeichnet, stammen aus Arthur Millers "Death of a Salesman" (1949).

Ben verschwindet wieder, Willy kehrt zurück in die Gegenwart und geht spazieren. Währenddessen besprechen Biff, Happy und Linda den psychischen Verfall Willys. Linda bricht weinend zusammen und erwähnt Willys Selbstmordabsichten – denn sie hat einen an die Gasleitung angeschlossenen Gummischlauch entdeckt.

Als Willy von seinem Spaziergang zurückkehrt, fängt er mit Biff einen Streit an. Jedoch mischt Happy sich ein und schlägt überraschend vor, mit seinem Bruder eine Sportartikelfirma zu gründen. Biff könnte am nächsten Tag Bill Oliver um finanzielle Unterstützung bitten, da er sich sowieso mit ihm treffen wollte. Voller Stolz auf seine Jungs, geht Willy endlich ins Bett. Somit endet auch der erste Akt des Dramas.

Willy wird entlassen

Am nächsten Morgen steht Willy im Büro seines jungen Chefs, Howard Wagner, und bittet ihn um eine feste Stelle in New York. Trotz Willys Überzeugungsversuchen lehnt Howard die Bitte sofort ab und entlässt ihn sogar. Dieser Schock löst bei Willy wieder ein Flashback aus.

Erneut erscheint Uncle Ben, der Willy anbietet, mit ihm nach Alaska zu gehen.

Willy kommt wieder zu sich und sucht Charleys Büro auf. Dort findet er Charleys inzwischen erwachsenen Sohn Bernard vor, der Rechtsanwalt geworden ist. Erstaunt von seinem beruflichen Erfolg, fragt ihn Willy, was er als Biffs Vater falsch gemacht habe. Bernard zögert kurz und fragt Willy, was in Boston passiert sei, als Biff nach seiner nicht bestandenen Abschlussprüfung seinen Vater aufgesucht hat.

Biff hätte die Prüfung einfach erneut schreiben können, aber er sei von Boston völlig verändert zurückgekommen. Willy wird wütend und verweigert eine Antwort. Dann kommt Charley hinzu, der Willy etwas Geld leiht und ihm nochmal eine Stelle anbietet. Willy fühlt sich zunächst beleidigt, aber er gesteht letztlich, dass er völlig am Ende sei.

Im Restaurant und der Vorfall in Boston

Der Schauplatz wechselt zu einem Restaurant und man sieht die beiden Brüder Happy und Biff an einem Tisch sitzend. Der ältere Bruder erzählt von seinem Treffen mit Bill Oliver, das nicht nach Plan verlief. Er musste sechs Stunden im Vorzimmer warten, und als Bill endlich kam, konnte er sich nicht einmal an Biff erinnern. Aus Frust darüber stiehlt dieser beim Gehen Bills Füllfederhalter, was er im Nachhinein aber sehr bereut.

Wie verabredet, tritt Willy ins Restaurant ein. Biff möchte seinem Vater die Wahrheit sagen, aber Happy lässt ihn kaum zu Wort kommen. Währenddessen versetzt sich Willy wieder in die Vergangenheit.

Die Brüder verlassen das Restaurant, doch Willy bleibt allein zurück und träumt von dem Vorfall in Boston. In einem Hotelzimmer beichtet der junge Biff seinem Vater, dass er die Abschlussprüfung nicht bestanden hat. Plötzlich geht die Tür auf und es erscheint "The Woman". Willy sucht erfolglos nach Ausreden, denn Biff hat die Situation schon längst durchschaut und fängt an zu weinen. Seine nicht bestandene Prüfung ist längst vergessen, aber dass Willy "The Woman" Lindas Strümpfe schenkt, ist für Biff ein unverzeihlicher Verrat. Er nennt seinen Vater einen Lügner und Betrüger und verlässt das Zimmer.

You – you gave her Mom's stockings! [...] You fake! You phony little fake! You fake!" (Biff, Akt II)

Familiendrama

Der Schauplatz wechselt erneut. Happy und Biff kommen am späten Abend nach Hause zurück, wo ihre Mutter auf sie wartet. Sie ist wütend, dass sie ihren Vater allein im Restaurant zurückgelassen haben, und verlangt, dass sie ihr Elternhaus für immer verlassen.

Währenddessen ist Willy draußen im Garten und bespricht mit dem imaginären Uncle Ben seinen Plan, Selbstmord zu begehen, damit seine Familie eine Versicherungssumme von 20.000 Dollar erhält.

Dann kommt Biff aus dem Haus heraus, um von seinem Vater endgültig Abschied zu nehmen. Willy aber will wissen, warum er sich ihm ständig widersetzt. Daraufhin gehen die beiden ins Wohnzimmer, um das Gespräch mit der ganzen Familie weiterzuführen.

Linda versucht, Biff und Willy zu versöhnen, aber sie streiten sich weiter. Es eskaliert und Biff legt plötzlich den Gummischlauch auf den Tisch. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung bricht Biff zusammen und meint, er sei doch ein Nichts und will das Ziel, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden, gar nicht mehr anstreben.

I ran down eleven flights with a pen in my hand today. And suddenly I stopped [...] in the middle of that office building and saw – the sky. [...] And I looked at the pen and said to myself, what the hell am I grabbing this for? Why am I trying to become who I don't want to be [...] when all I want is out there, waiting for me the minute I say I know who I am!" (Biff, Akt II)

Die Auseinandersetzung zwischen Willy und Biff in Akt II gilt als Höhepunkt des Stücks.

Emotional erschöpft umarmt Biff seinen Vater und geht ins Bett. In diesem Moment wird Willy tief berührt, weil er merkt, wie sehr Biff ihn wirklich liebt. Zum letzten Mal im Drama taucht Uncle Ben wieder auf und erinnert Willy an die Versicherungssumme.

Während Happy und Linda ins Bett gehen, geht Willy hinaus und steigt in sein Auto. Aus der Ferne hört man, wie Willy mit Höchstgeschwindigkeit davon rast.

Requiem – Willys Beerdigung

Linda, die Brüder Happy und Biff, Charley und Bernard stehen vor Willys Grab. Linda und Happy können nicht verstehen, warum Willy sich umgebracht hat. Charley erinnert alle daran, wie schwer es für Willy war, sich in der Geschäftswelt zu behaupten.

Biff will die Stadt verlassen und ein neues Leben führen. Er fragt Happy, ob er mitkommen will. Im Gegensatz zu Biff hat Happy jedoch nichts aus der tragischen Geschichte seines Vaters gelernt und will Willys großen Traum endlich realisieren.

Während die anderen langsam gehen, bleibt Linda allein am Grab zurück. Vor allem sie kann am wenigsten verstehen, warum Willy es getan hat. Sie hat gerade das Haus endlich abbezahlt, aber hat nun niemanden, der nach Hause kommt.

Ein Requiem ist ein Lied oder Gedicht, das einer verstorbenen Person gewidmet ist. In "Death of a Salesman" ist das Requiem die Schlussszene des Stücks, die auf Willys Beerdigung spielt.

Sprache, Symbole, Struktur in "Death of a Salesman"

Sprache

Die Sprache von "Death of a Salesman" ist vorwiegend einfach und umgangssprachlich. Dies dient dazu, dass das Publikum die Charaktere als typische Figuren des Alltags erkennt und sich leichter mit ihnen identifizieren kann. Die Verwendung von vielen Slang-Wörtern soll den Sprachstil einer durchschnittlichen Familie aus Brooklyn in der Nachkriegszeit abbilden. Ein paar Beispiele für dieses New Yorker Slang-Vokabular findest du hier unten.

"to lick someone" = jemanden reinlegen

"to take a fade" = blaumachen

Kennzeichnend für die Sprache im Drama ist auch die ausgeprägte Emotionalität und Aggressivität in vielen Dialogen. Dies äußert sich insbesondere in den Auseinandersetzungen zwischen Willy und Biff, die du in der Zusammenfassung bereits kennengelernt hast. Abgesehen von diesen Konfliktsituationen wirken Willys Dialoge häufig nervös und angriffslustig, was seinen schlechten geistigen Zustand widerspiegelt.

Now stop crying and do as I say. I gave you an order. Biff, I gave you an order! Is that what you do when I give you an order? How dare you cry!" (Willy, Akt II)

Symbole

In Arthur Millers Drama tauchen verschiedene Symbole auf, die sowohl durch die Sprache als auch das Bühnenbild geprägt sind. Zum einen gibt es sprachlich viele Anspielungen auf den Tod und das Sterben. Willy beschreibt sich beispielsweise bereits am Anfang des ersten Aktes als "tired to death", als würde er den tragischen Schluss des Stücks vorwegnehmen.

Außerdem enthalten viele Stellen Bilder, die an Feuer und Brand erinnern. So vergleicht Willy z. B. seine Entlassung mit brennenden Wäldern, um die Situation metaphorisch aufzuladen.

... the woods are burning, boys, you understand? There's a big blaze going on all around. I was fired today.

(Willy, Akt II)

Zu den Feuer und Brand Metaphern passt auch die Farbensymbolik. Häufig setzt Arthur Miller flammendes Rot oder Orange einem ruhigen Blau oder Grün gegenüber. Das Haus der Lomans wird beispielsweise zu Beginn des Dramas so beschrieben:

Only the blue light of the sky falls upon the [...] the small, fragile-seeming home. (Regieanweisungen, Akt I)

Die Umgebung des Hauses wird hingegen so dargestellt:

...the surrounding area shows an angry glow of orange. (Regieanweisungen, Akt I)

Das kleine, himmelblau beleuchtete Haus der Lomans wird dem wütenden Orange der Umgebung gegenübergestellt. Damit erscheint die Stadt um das Haus beängstigend und sogar bedrohlich, während das Haus selbst klein und zerbrechlich wirkt.

Das Bühnenbild ist für "Tod eines Handlungsreisenden" besonders relevant, denn es handelt sich in erster Linie nicht um ein realitätsgetreues Stück. In Szenen, in denen Willy halluziniert, spielt das Geschehen auf der Bühne auf zwei verschiedener Zeitebenen – Vergangenheit und Gegenwart.

Struktur des Dramas

Obwohl "Death of a Salesman" inhaltlich gesehen eine Tragödie ist, fehlt die klassische Handlungsstruktur, die du vielleicht von anderen Dramen schon kennst – Exposition, Peripetie (Wendepunkt) und Katastrophe. Stattdessen entschied sich Arthur Miller für zwei Akte und ein kurzes Requiem.

Wenn du mehr über die literarische Gattung des Dramas erfahren möchtest, dann schau doch gerne in unseren Artikel dazu rein!

Im ersten Akt lernt man die Situation Willys sowie der ganzen Familie Loman kennen. Willy kehrt erschöpft von einer Geschäftsreise zurück, und der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Biff und seinem Vater tritt das erste Mal zum Vorschein. Am Ende des ersten Aktes kommt es zwar zu einer leichten Entspannung, aber die Entdeckung des Gummischlauchs lässt vermuten, in welche Richtung es weitergehen wird.

Im zweiten Akt läuft alles schief: Willy wird entlassen und Biffs Versuch, von Bill Oliver Geld auszuleihen, erweist sich als eine Illusion.

Durch Willys Flashback mit "The Woman" in Boston erfährt das Publikum, warum es zu dem gegenwärtigen Konflikt zwischen Willy und Biff gekommen ist. Linda distanziert sich endgültig von ihren beiden Söhnen und die scheinbare Versöhnung zwischen dem ältesten Sohn und seinem Vater endet dennoch mit dem tragischen Selbstmord Willys.

Das Requiem dient einerseits dazu, die Spannung vom zweiten Akt aufzulösen und andererseits zu zeigen, wie unterschiedlich die Figuren auf Willys Tod reagieren. Einen Vergleich der groben Spannungsabläufe von einer klassischen Tragödie und "Death of a Salesman" findest du unten in der Abbildung.

 Death of a Salesman Abbildung der Spannungsabläufe in einem klassichen Drama und "Death of a Salesman" StudySmarter

 Death of a Salesman Abbildung der Spannungsabläufe in einem klassichen Drama und "Death of a Salesman" StudySmarterAbbildung 3: Vergleich der Spannungsabläufe in einem klassischen Drama und "Death of a Salesman"

Zentrale Themen & Motive in "Death of a Salesman"

Im Vordergrund von Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" steht die kritische Auseinandersetzung mit dem sogenannten American Dream. Dabei spielen drei Motive, die das amerikanische Selbstbild stark beeinflusst haben, eine zentrale Rolle.

Der amerikanische Pioniermythos

Das Erste dieser drei Motive ist der amerikanische Pioniermythos. Die europäischen Siedler (pioneers) Amerikas, die von der Ostküste bis hin zur Westküste immer mehr Land in Anspruch nahmen ("Westward Movement"), hofften auf Wohlstand und ein besseres Leben. Sie glaubten fest an die Idee, dass ihnen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt seien. Im Prinzip konnten es alle vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen, solang sie genug Mut und Durchsetzungsvermögen zeigten. Jedoch drohte immer die Gefahr des Scheiterns.

Wenn du mehr über das Westward Movement erfahren möchtest, lies unseren Artikel dazu.

In "Death of a Salesman" verkörpert Willy Loman diesen Pioniergeist und möchte auch seinen Söhnen diese Ideologie weitervermitteln. Willy vergöttert dabei sein größtes Vorbild, Uncle Ben, als Inbegriff eines selfmade man. Allerdings ist Willys fester Glaube an den Pioniermythos auch eines seiner größten Defizite. Seine Fixierung auf beruflichen Erfolg und Geld führt letztlich in den Tod.

Popularität und Persönlichkeit

Ein weiteres zentrales Thema in Millers Drama ist der Aspekt der Persönlichkeit bzw. der Popularität im amerikanischen Traum. Das Recht auf Entfaltung der eigenen Persönlichkeit gehört zur amerikanischen Ideologie und ist sogar in der Präambel der Unabhängigkeitserklärung (Declaration of Independence) festgeschrieben.

Für Willy ist die Beliebtheit in der Geschäftswelt viel wichtiger als Werte wie Fleiß und Zuverlässigkeit – wie er es im ersten Akt selbst zusammenfasst:

Because the man who makes an appearance in the business world, the man who creates personal interest, is the man who gets ahead. Be liked and you will never want." (Willy, Act I)

Diese Vorstellung hat Willy komplett verinnerlicht und möchte auch seine Söhne in diesem Sinne erziehen. Als Kontrastfigur dazu gilt Bernard, der es durch harte Arbeit und Demut schafft, ein erfolgreicher Rechtsanwalt zu werden.

Familie

Als letztes Motiv wird die Rolle der Familie im Gesamtbild des American Dream kurz analysiert. In Willys Augen ist das Erreichen des amerikanischen Traums nicht nur durch den beruflichen Erfolg bedingt, sondern auch durch seine Rolle als Vater und Ehemann. Dazu gehört auch der Besitz eines typischen amerikanischen Hauses – mit allen möglichen Haushaltsgeräten, großem Garten und einem schicken Auto. Jedoch verdient Willy nicht einmal genug Geld für wichtige Reparaturen und die Abzahlung der Schulden.

Im Zentrum aller familiären Spannungen steht Willys Verhältnis zu seinem Sohn Biff. Während ihrer Kindheit, war Willy für die Brüder Biff und Happy ihr großes Vorbild, weil sie noch zu jung und naiv waren, die große Fassade ihres Vaters zu erkennen.

Die Kenntnis über Willys Affäre mit "The Woman" ist für Biff insofern von Bedeutung, als sie seinen Vater als "phony little fake" ausweist und die Vater-Sohn-Beziehung zwischen den beiden zerstört.

Mit seinem Suizid möchte Willy zwar im Grunde etwas Gutes für seine Familie tun, aber trotz der Versicherungssumme bleiben viele der tiefgreifenden Familienprobleme ungelöst.

Why did you do it? I search and search and I search, and I can't understand it, Willy. I made the last payment on the house today. Today, dear. And there'll be nobody home." (Linda, Requiem)

Interpretation & Analyse der Schlüsselstellen

In dem Drama gibt es einige Schlüsselstellen, die besonders wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung sind. Zwei davon werden im Folgenden etwas genauer beschrieben.

Willy wird entlassen

Die Szene in Howard Wagners Büro am Anfang vom zweiten Akt gilt als Wendepunkt des ganzen Dramas. In dem Gespräch mit seinem jungen Chef verliert er nicht nur seinen Job, sondern auch seinen Verstand. Ab diesem Zeitpunkt verschlimmert sich Willys geistiger Zustand immer weiter und er kann nicht mehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden.

Willys Loyalität, Erfahrung, enge Beziehung zu Howards Vater und persönliche Probleme sind seinem Chef völlig gleich. Für Howard Wagner haben Freundschaft und Geschäft nichts miteinander zu tun – "business is business".

... but it's a business, kid, and everybody's gotta pull their own weight." (Howard Wagner, Akt II)

In diesem Sinne verkörpert Howard die negative Seite des freien Unternehmertums. So kritisiert Arthur Miller den inhumanen Aspekt des amerikanischen Kapitalismus. In einem Wirtschaftssystem, wo alle nur auf sich selbst achten, rückt nämlich oft das Wohlergehen des Individuums und der Gesellschaft in den Hintergrund. Willy ist inzwischen alt und nicht mehr so erfolgreich wie früher, also entlässt ihn sein erbarmungsloser Chef.

Die letzte Auseinandersetzung zwischen Willy und Biff

Der letzte Streit zwischen Willy und Biff ist der große Höhepunkt in "Tod eines Handlungsreisenden". Besonders für Biffs Persönlichkeitsentwicklung ist diese Szene von großer Bedeutung. In dieser Auseinandersetzung realisiert Biff, dass er den Traum seines Vaters, ein erfolgreicher, selfmade Geschäftsmann im Sinne des American Dream zu werden, nicht mehr verfolgen möchte. Biff weiß nun, was er im Leben wirklich will, und möchte, dass sein Vater den Traum auch endlich aufgibt.

Will you let me go, for Christ's sake? Will you take that phony dream and burn it before something happens?" (Biff, Akt II)

Er versucht sich somit nach all den Jahren mit Willy zu versöhnen. Der Streit eskaliert allerdings, bis Biff plötzlich zusammenbricht und weinend ins Bett geht.

In diesen intensiven, ehrlichen Momenten merkt Willy, dass Biff ihn immer noch liebt, und wird von einem starken Glücksgefühl überwältigt.

Isn't that – isn't that remarkable? Biff – he likes me! [...] He cried! He cried to me.

(Willy, Akt II)

Doch leider geht diese vermeintliche Versöhnung nicht glücklich aus. Denn während die anderen ins Bett gehen, holt Willy das Auto und bringt sich um.

"Death of a Salesman" Autor: Arthur Miller

Das in New York im Jahr 1949 uraufgeführte Drama "Death of a Salesman" gilt nicht nur als Arthur Millers (1915–2005) bekanntestes Werk, sondern kann auch zu den erfolgreichsten amerikanischen Theaterstücken gezählt werden. Erst zwei Jahre nach der Uraufführung war das Stück in mindestens elf verschiedenen Ländern auf die Bühne gebracht worden. Es ist heute immer noch eines der meistgespielten amerikanischen Theaterstücke weltweit und wurde vielfach verfilmt.

Death of a Salesman Bild von Arthur Miller in 1997 StudySmarterAbbildung 4: Arthur Miller in 1997Quelle: en.wikipedia.org

Arthur Miller, geboren in Harlem (New York) im Jahr 1915, zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Für "Tod eine Handlungsreisenden" bekam er sogar den hoch angesehenen Pulitzer-Preis verliehen. Miller stammt aus eher einfachen Verhältnissen und hat die schwierigen Zeiten während und nach der Weltwirtschaftskrise miterlebt, die "Death of a Salesman" inspiriert haben sollen.

In "Tod eines Handlungsreisenden" handelt es sich jedoch nicht nur um eine Kritik am amerikanischen Kapitalismus. Vielmehr stehen menschliche Beziehungen und Verhaltensweisen generell im Mittelpunkt. Millers Meisterwerk kann als zeitlos angesehen werden, da in gewisser Weise in uns allen der Träumer Willy Loman lebt.

"Death of a Salesman" – Das Wichtigste

  • Das Drama "Death of a Salesman" wurde von Arthur Miller geschrieben und 1949 in New York uraufgeführt.
  • Es handelt von dem Handlungsreisenden Willy Loman aus Brooklyn, der auf der Suche nach dem American Dream seinen Verstand verliert und sich letztlich umbringt. Willy kämpft seit Jahren mit beruflichen Misserfolgen, fängt an zu halluzinieren und streitet sich ständig mit seinem älteren Sohn Biff, der ihn vor einigen Jahren mit einer anderen Frau erwischt hat. Nachdem Willy seinen Job verliert, entscheidet er sich, Suizid zu begehen, damit seine Familie eine Versicherungssumme von 20.000 Dollar bekommt.
  • Die Sprache ist einfach und umgangssprachlich. Sie enthält viele für die Stadt New York damals typischen Slang-Wörter.
  • Im Gegensatz zu dem klassischen Drama (Exposition, Peripetie/Wendepunkt, Katastrophe) besteht "Death of a Salesman" aus zwei Akten und einem kurzen Requiem.
  • Zentral ist Millers kritische Auseinandersetzung mit dem sogenannten American Dream – dabei sind der amerikanische Pioniermythos, Popularität und Persönlichkeit sowie Familie wichtige Motive.
  • Das Werk zählt zu den erfolgreichsten amerikanischen Theaterstücken.

Death of a Salesman

Der amerikanische Traum wird in "Death of a Salesman" kritisch hinterfragt. Der Untergang von der Hauptfigur Willy Loman wird durch sein erfolgloses Streben nach beruflichem Erfolg ausgelöst, und endet mit seinem Tod. 

In "Death of a Salesman" äußert sich Arthur Miller kritisch zu dem sogenannten American Dream. Die Vorstellung, dass jeder es vom Tellerwäscher zum Millionär bringen kann, wird durch Willy Lomans Scheitern und Selbstmord hinterfragt. 

Das zentrale Thema von "Death of a Salesman" ist Arthur Millers kritische Auseinandersetzung mit dem American Dream. Dabei sind vor allem der amerikanische Pioniermythos, Popularität und Persönlichkeit sowie Familie wichtige Motive.

Warum Arthur Miller "Death of a Salesman" geschrieben hat, kann man nicht genau sagen. Jedoch gaben seine Erfahrungen in der Weltwirtschaftskrise von 1929 vermutlich wichtige Impulse für sein berühmtestes Werk.

Finales Death of a Salesman Quiz

Frage

Wie ist die Sprache im Drama "Tod eines Handlungsreisenden"?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Sprache ist einfach, umgangssprachlich und enthält viele Slang-Wörter.

Frage anzeigen

Frage

Welche der folgenden Figuren gilt als Kontrastfigur zu Willy Loman?

Antwort anzeigen

Antwort

Charley

Frage anzeigen

Frage

Wie unterscheidet sich der Spannungsablauf in "Death of a Salesman" von dem eines klassischen Dramas?

Antwort anzeigen

Antwort

Während das klassische Drama aus drei Akten besteht (Exposition, Wendepunkt, Katastrophe), besteht "Death of a Salesman" aus zwei Akten und einem Requiem.

Frage anzeigen

Frage

Nenne drei wichtige Motive bzw. Themen in "Tod eines Handlungsreisenden".

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Antwort

Der amerikanische Pioniermythos, Popularität bzw. Persönlichkeit sowie Familie sind drei zentrale Motive bzw. Themen, die in dem Drama vorkommen.

Frage anzeigen

Frage

Welche Szene gilt als Wendepunkt im Drama?

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Antwort

Willys Suizid

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Frage

Wer ist der Autor von "Death of a Salesman"?

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Antwort

James Baldwin

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Frage

Wo spielt das Drama "Tod eines Handlungsreisenden"?

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Antwort

Das Stück spielt in New York City.

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Frage

Wie äußert sich der Autor zum amerikanischen Traum (American Dream) im Drama?

Antwort anzeigen

Antwort

Der amerikanische Traum wird von Autor Arthur Miller kritisch hinterfragt. Willy Lomans Untergang wird durch sein erfolgloses Streben nach beruflichem Erfolg in einem inhumanen Wirtschaftssystem ausgelöst.

Frage anzeigen

Frage

Beschreibe den geistigen Zustand Willy Lomans in "Death of a Salesman".

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Antwort

Willy Loman ist psychisch krank und hat Selbstmordansichten. Er hat Halluzinationen und kann oft zwischen der Vergangenheit und Gegenwart nicht unterscheiden.

Frage anzeigen

Frage

Welches Ereignis ist für den Vater-Sohn-Konflikt zwischen Willy und Biff im Drama verantwortlich?

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Antwort

Biffs nicht bestandene Prüfung.

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Frage

Welches der folgenden Symbole taucht in "Tod eines Handlungsreisenden" nicht auf? 

Antwort anzeigen

Antwort

Die Gegenüberstellung der Farben rot und orange mit blau und grün.

Frage anzeigen

Frage

Richtig oder falsch: Biff lernt am Ende des Dramas aus der tragischen Geschichte seines Vaters.

Antwort anzeigen

Antwort

Richtig

Frage anzeigen

Frage

Richtig oder falsch: "Death of a Salesman" ist heute immer noch eines der meistgespielten amerikanischen Theaterstücke weltweit.

Antwort anzeigen

Antwort

Richtig

Frage anzeigen

Frage

Warum entscheidet sich letztendlich Willy, Suizid zu begehen?

Antwort anzeigen

Antwort

Willy bringt sich letztendlich um, damit seine Familie eine Versicherungssumme von 20.000 Dollar bekommt.

Frage anzeigen

Frage

Warum ist die Figur Uncle Ben Willy Lomans größtes Vorbild?

Antwort anzeigen

Antwort

In Willys Augen ist Ben der Inbegriff eines erfolgreichen selfmade man. Als junger Mann ist er viel gereist und sehr reich geworden.

Frage anzeigen

Frage

Warum entlässt Howard Wagner Willy?

Antwort anzeigen

Antwort

weil Willy Howard beleidigt

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