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Hidden Figures

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Hidden Figures

Hast Du schon einmal bei einer Gruppenarbeit mitgemacht, bei der Du am Ende die ganze Arbeit allein gemacht hast? Schlimm genug, wenn die Namen der Unbeteiligten dann bei der Präsentation auftauchen. Aber stell Dir vor, Deine Arbeit würde für die Arbeit der anderen ausgegeben und Du wirst gar nicht erst erwähnt.

So geht es den Protagonistinnen in dem Buch "Hidden Figures" ("Unerkannte Heldinnen"), das in 23 Kapiteln die wahre Geschichte afroamerikanischer Frauen erzählt, die durch ihre Arbeit den USA verhalfen, den Wettlauf ins All (space race) für sich zu entscheiden. Auch damit zusammenhängende wichtige Geschehnisse des 20. Jahrhunderts wie die Bürgerrechtsbewegung (civil rights movement) und der Kampf für Geschlechtergleichheit (gender equality) werden thematisiert.

"Hidden Figures" – Zusammenfassung des Inhalts

Dadurch, dass das Buch eine Nacherzählung einer wahren Geschichte ist, ist der Inhalt etwas anders, als er es zum Beispiel bei einem fiktionalen Roman wäre – es gibt zwar einen Anfang und ein Ende, allerdings es keine direkten Auseinandersetzungen mit einem/einer Gegner*in oder Bösewicht. In der Geschichte müssen die Frauen sich andauernd mit mehreren Gegner*innen auseinandersetzen, die zwar nicht menschlich, aber ein Teil vieler Menschen: Rassismus und Sexismus.

1943 hatte die NACA (National Advisory Committee for Aeronautics) großen Bedarf an Computern und stellte daher im Langley Aeronautical Laboratory ("Langley Luftfahrtlabor") in Hampton, Virginia, erstmals afroamerikanische Frauen mit den entsprechenden Qualifikationen ein.

Die NACA (später NASA (National Aeronautics and Space Administration)) ist die Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft der USA und Forschungsinstitution für Geowissenschaft.

Afroamerikanische Frauen wurden zu dieser Zeit unterschätzt und wegen ihres Geschlechts sowie ihrer Hautfarbe diskriminiert. Später wurden sie wegen des Fachkräftemangels an entscheidenden Projekten der Luft- und Raumfahrt beteiligt.

Bevor es elektronische Computer gab (Mitte der 1940-er Jahre), wurden Menschen, die mathematische Rechnungen durchführten "Computer" genannt (frühes 17. Jahrhundert). Seit dem späten 19. Jahrhundert benutzte man diesen Begriff, um (meist weibliche) Teams zu beschreiben, die zusammen lange und komplexe Berechnungen durchführen mussten. Häufig wurde parallel von mehreren Leuten die gleiche Aufgabe bearbeitet, um sicherzugehen, dass die Ergebnisse korrekt sind. Der Ausdruck human computer wird seit dem Ende des 20. Jahrhunderts für sehr intelligente Menschen mit außergewöhnlich hohen mathematischen Fähigkeiten benutzt.

Die Schwarzen Frauen wurden gelegentlich Ingenieurteams zugewiesen und arbeiteten zusammen mit weißen Männern an Projekten und forschten gemeinsam an Lösungen, um für die USA den Wettlauf ins All zu gewinnen. Gemeinsam schafften sie es, als erste mit dem "Mercury" Projekt Menschen in den Orbit zu bringen und später sogar mit den "Apollo"-Missionen den ersten Menschen auf den Mond zu befördern.

Der Orbit (lat. orbis für "Bahn“ oder "Kreisbahn“) ist in der Raumfahrt oder Astronomie die Umlaufbahn eines Objektes um einen größeren Himmelskörper. In diesem Fall ging es um den Orbit der Erde.

Die Geschichte "Hidden Figures" folgt der beruflichen Laufbahn von vier Frauen, deren Berechnungen und Erkenntnisse wichtige Bestandteile der Weltraumprogramme "Mercury" und "Apollo" waren.

Dorothy Vaughan

Am meisten wird in Bezug auf Dorothy Vaughan geschrieben. Sie begann 1943 im Langley Aeronautical Laboratory für die ausschließlich Schwarze West Area Computing Unit zu arbeiten. Das Jobangebot von Langley war nur auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) begrenzt, brachte aber mehr als doppelt so viel Gehalt ein, wie ihre bisherige Lehrerinnentätigkeit.

Ihr Organisationstalent und ihre Entschlossenheit führten dazu, dass sie zur Schichtleiterin und letztlich zur Leiterin ihrer Einheit befördert wurde. Später war sie durch ihre Fähigkeiten deshalb an den Berechnungen vom Projekt "Scout" beteiligt.

Projekt "Scout" war Teil die Vorbereitung der NASA für die bemannte Raumfahrt. Es handelte sich um eine mit Feststofftriebwerken ausgestatteten Trägerrakete, die auf Wallops Island, West Virginia, getestet wurde.

Mary Jackson

Ab 1951, also acht Jahre nachdem Dorothy bei Langley ihre Arbeit begonnen hatte, nahm auch Mary Jackson in Dorothys Einheit ihre Tätigkeit als Computer auf. Später konnte sie ihr Wissen in der Windkanalforschung auch praktisch anwenden. Sie entschied sich dazu, weiter zur Schule zu gehen, um Ingenieurin zu werden. Ihr Vorgesetzter ermutigte sie in diesem Bestreben.

Dem Ziel ihrer Weiterbildung stand allerdings viel Bürokratie im Weg. Nur mit einer Sondergenehmigung der Stadt Hampton durfte sie ihre Ausbildung zur Ingenieurin an der University of Virginia machen. Die Nachtkurse wurden an der Hampton High School einer Schule für ausschließlich weiße Schüler*innen angeboten.

Katherine Goble Johnson

Zwei Jahre nach Jackson begann Katherine Goble Johnson – ab 1953 – ihre Arbeit im West Areal des Langley Aeronautical Laboratory als Computer in Dorothys Einheit. Katherine wurde Teil des Flight Research Team als Datenanalystin und Forscherin. Im Gegensatz zu den anderen Frauen machte ihr die alltägliche Diskriminierung wenig aus.

Katherine war etwas hellhäutiger als die anderen Frauen, weshalb sie gelegentlich anderen Frauen mit dunklerer Haut bevorzugt wurde – und damit gewissermaßen von ihnen getrennt wurde. Diesen Sachverhalt nennt man Colorism: Diskriminierung aufgrund dunklerer Haut.

Ende der NACA, Beginn der NASA

1958, als alle drei Frauen zwischen fünf und fünfzehn Jahren ihrer Arbeit als Computer nachgegangen waren, wurde aus der NACA die NASA. Im Gegensatz zu vorher mussten die Mitarbeiter*innen nicht mehr so streng geheim halten, woran sie arbeiteten, denn die Erfolge sollten von nun an in den Medien für Aufmerksamkeit sorgen. Auch das Langley Aeronautical Laboratory wurde in Langley Research Center ("Langley Forschungszentrum") umbenannt.

Zudem wurden in diesem Jahr – mit dem Imagewechsel – die Ost und West Areale aufgehoben und damit die Trennung von Weißen und Schwarzen. Für Dorothy bedeutete dieser Wechsel, dass sie keine Vorgesetzte mehr war, sondern wieder ein Computer, wie die anderen Frauen.

John Glenn fragte dennoch Tage vor seiner Mercury-Atlas-6-Mission "Friendship 7" explizit nach ihr, da sie die Berechnungen der elektronischen Computer prüfen sollte, um sicherzugehen, dass kein Fehler unterlaufen sei.

Blick in die Zukunft

Mary und Katherine wollten Schwarze Schulkinder und neue Schwarze Mitarbeiter*innen in Langley ermutigen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Eines dieser Schulkinder war die wissbegierige Christine Mann (später Darden). Auch viele Jahre nach 1969 war Rassismus und Sexismus noch ein Problem, dem sich die neue Generation stellen musste – und bis heute muss. Christine arbeitete für die NASA als Datenanalystin. Später wurde sie zur Luft- und Raumfahrtingenieurin befördert und folgte so dem Beispiel von Dorothy Vaughan, Mary Jackson und Katherine G. Johnson.

"Hidden Figures" – Charaktere

Im folgenden Abschnitt werden die Hauptcharaktere von "Hidden Figures" vorgestellt.

Katherine Goble Johnson

Katherine Goble Johnson war Lehrerin an einer öffentlichen Schule für Schwarze in Marion, Virginia, bis sie 1953 ihre Arbeit bei der NACA aufnahm.

  • 1918 in White Sulphur Springs, West Virginia geboren (2020 gestorben)
  • neugierig, talentiert, intelligent, bescheiden

Mary Jackson

Mary Jackson war ab 1951 Mathematikerin bei der NACA (und ab 1958 Ingenieurin bei der NASA) und erkämpfte sich das Recht auf Weiterbildung zur Ingenieurin an der University of Virginia an der Hampton High School.

  • 1921 in Hampton, Virginia, geboren (2005 gestorben)
  • intelligent, talentiert, persönlichkeits- und meinungsstark

Die Hampton University, die Jackson noch vor ihrer Arbeit bei der NACA besuchte, hieß von 1930 bis 1984 Hampton Institute und zählt zu den historisch afroamerikanischen Colleges und Universitäten (engl. historically black colleges and universities (HBCU)).

Dorothy Vaughan

Dorothy Vaughan war Highschool Mathematiklehrerin in Farmville, Virginia, bis sie 1943 ihre Arbeit für die NACA aufnahm.

  • 1910 in Kansas City, Missouri geboren (2008 gestorben)
  • intelligent, talentiert, entschlossen, organisiert, bescheiden

Christine Darden

Auch Christine Darden (geboren: Mann) war einige Jahre (von 1962 bis 1965) Lehrerin, bevor sie begann, für die NASA zu arbeiten.

  • 1942 in Monroe, North Carolina geboren
  • ab 1967 Datenanalystin für die NASA am Langley Research Center

Neben den drei Hauptcharakteren, auf die auch in dem Film "Hidden Figures" der Fokus gelegt wird, gibt es außerdem noch weitere erwähnenswerte Charaktere:

  • Dorothy Hoover wurde 1951 als Co-Autorin in einem Bericht über ein neues Flügeldesign für Flugzeuge genannt – das machte sie zu einer der ersten afroamerikanischen Frauen, die als Autorin in einem solchen Bericht erwähnt wurde.
  • Miriam Mann entfernte die Schilder mit der Aufschrift Colored Computers aus der Cafeteria und erreichte es, dass noch vor der Aufhebung der "Rassentrennung" (engl. segregation) keine solchen Schilder mehr aufgestellt wurden. Sie gewann später wegen ihrer Mitarbeit an Rechnungen den Apollo-Team-Achievement Award.

"Hidden Figures" – Erzählperspektie und Sprache

Shetterly entschied sich für eine Perspektive der dritten Person (third-person narrator) und schrieb in einem neutralen Ton, der dem Anspruch eines Sachbuchs gerecht wird. Lange und verschachtelte Sätze sind keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass der Text durch Fachbegriffe der Mathematik oder Physik, Namen von Organisationen, Titel von Studien und vielen historischen Informationen teilweise anspruchsvoll zu lesen ist. Das folgende Zitat gibt Dir ein Gefühl für die in dem Buch verwendete Sprache:

A number transposed in calculating the launch azimuth, a significant digit too few in measuring the fully loaded weight of the capsule, a mistake in accounting for the rocket’s speed and acceleration or the rotation of the Earth could cascade through the chain of dependencies, causing serious, perhaps catastrophic, consequences.1

Ein Azimut ist in der Astronomie eine von zwei Koordinaten, die benötigt werden, um einen Punkt im horizontalen Koordinatensystem der Erde zu bestimmen.

Dieses Sprachniveau ist aufgrund komplexer Inhalte oftmals schwierig zu lesen. Aber deswegen gibt es auch eine Young Readers Edition (Ausgabe für junge Leser*innen), in der einfachere Sprache verwendet wird.

Im Buch gibt es unter Notes am Ende alle erwähnten Studien, Pressemitteilungen und andere Quellen aufgelistet zum Nachlesen und Vertiefen – fast wie in einer wissenschaftlichen Arbeit.

Durch Erzählungen und Shetterlys Recherche (z. B. Protokolle) war es auch möglich wörtliche Rede in das Sachbuch einzubringen, wodurch die Strenge der Informationen gelegentlich mit Zitaten unterbrochen wird. Hier wird mithilfe der wörtlichen Rede die Situation nachempfunden, wie Blanche Sponsler eine von Dorothys Rechnerinnen bei einem Meeting eine anspruchsvolle Rechnung vorstellt:

"I’m trying to explain how to go from SP-1 to P-20," she told him, adding that the number of SP-1 employees in her group was "0 ±1 to three significant figures," and that there was "one P-75,000" in the section. She then said that she was trying to explain the difference between zero and infinity.1

"Hidden Figures" – Themen

In "Hidden Figures" werden die Lebens- und Karrierewege afroamerikanischer Frauen im 20. Jahrhundert erzählt. Dementsprechend gibt es viele Themen, die angesprochen werden, die sich hauptsächlich in Bildung und Arbeit, sowie Diskriminierung unterteilen lassen.

Bildung und Arbeit

Im Buch kommt deutlich zur Geltung, wie wichtig den "Hidden Figures" Dorothy Vaughan, Mary Jackson und Katherine G. Johnson Bildung ist. Alle absolvierten die Highschool und ihren Bachelor überdurchschnittlich schnell und gut. Für ihre Weiterbildung zur Ingenieurin musste Mary kämpfen.

Einen komplexen Karriereweg zur Mathematikerin einzuschlagen, fordert sehr viel Hingabe. Auch wenn afroamerikanische Frauen oftmals nur Aussichten auf Stellen als Lehrerinnen an Schwarzen Schulen hatten, wagten sie diesen Weg aus Leidenschaft. Im Buch beschreibt Shetterly Katherines Liebe zu ihrem Beruf und Wissensdurst wie folgt:

Katherine Goble had fallen in love with her job at Langley virtually the moment she walked through the door of West Computing. The four years she had spent doing monotonous calculations on gust alleviation had only intensified the desire to drain every drop of knowledge she could from the engineers she worked with.1

Alle drei Frauen haben Karriere, Weiterbildung und Familie unter einen Hut gebracht. Als Katherines Mann 1956 starb, war sie bis sie 1959 Jim Johnson heiratete alleinerziehende Mutter und alleinige Versorgerin der Familie. Auch unbezahlte Arbeit, die im häuslichen Rahmen stattfindet, ist somit ein großer Teil des Lebens dieser und vieler Frauen. Die Bildung ihrer Kinder ist den "Hidden Figures" ebenfalls wichtig – sie geben ihre Werte an die nächste Generation weiter.

Diskriminierung

Diskriminierung ist die Benachteiligung, Abwertung oder Unterdrückung von einer Person oder einer Personengruppe anhand bestimmter Merkmale.

Als Betroffene von Abwertung und Benachteiligung prägte Diskriminierung das Leben der "Hidden Figures". Vor allem als West Computer schienen sie für die Ingenieure eher unwichtig und austauschbar und wurden abwertend behandelt. Erst als sie in Ingenieurteams aufgenommen wurden, erkannte man ihre Expertise. Rassismus und Sexismus erschwerte ihnen in jedem Zusammenhang das Leben.

Rassismus

Rassismus ist die Diskriminierung einer Person oder Personengruppe aufgrund (biologischer) Merkmale.

Der Begriff Rassismus wird nur verwendet, wenn die Bevölkerungsgruppe in der Geschichte systematisch diskriminiert wurde, z. B. Schwarze oder Juden/Jüdinnen. Es wäre zum Beispiel kein Rassismus, wenn man nach Augenfarbe oder Hobby unterscheidet – das wäre Diskriminierung.

In Langley waren die Schwarzen Frauen im West Areal von all ihren anderen Kolleg*innen isoliert separiert. So sahen es die Jim Crow Laws vor.

Jim Crow Laws (dt. "Jim-Crow-Gesetze") sind Gesetze, die von 1865 bis Mitte der 1960er die Trennung (segregation) von weißen und Schwarzen Menschen festlegten. Sie wurden nach der Abschaffung der Sklaverei zur vermeintlichen Eingliederung der Schwarzen in die Gesellschaft eingeführt. Nach dem Motto separate but equal (dt. "getrennt, aber gleich") wurden Schilder mit den Aufschriften colored (dt. "farbig") und white (dt. "weiß") aufgehängt, die alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen voneinander abgegrenzten. Es gab zum Beispiel colored und white WCs oder Eingänge, aber auch ganze Nachbarschaften nur für eine bestimmte Hautfarbe.

Shetterly beschreibt im Buch einige Situationen, in denen die Protagonistinnen von Rassismus betroffen sind. Ein Beispiel dafür ist, wie Dorothy Mary für einen Computer-Job im weißen Ost Areal vorschlägt. Mary, die sich im Ost Areal noch nicht auskennt, fragt, als sie dort ist, weiße Frauen, wo das WC zu finden sei. Die weißen Frauen meinen, sie wüssten nicht, wo das WC für Mary explizit sei da sie auf eines für colored Frauen gehen müsste. Im Ost Areal gab es kein WC für Schwarze, da es nie vorgesehen war, dass dort Schwarze arbeiten.

Schau Dir zur Vertiefung des Hintergrunds die Erklärungen von "Sklaverei" und "The Civil Rights Movement in the USA" an.

Sexismus

Sexismus ist die Diskriminierung einer Person oder Personengruppe aufgrund des Geschlechts. Meist äußert sich das durch die Annahme, dass ein Geschlecht dem anderen unterlegen sei.

Die "Hidden Figures" waren afroamerikanische Frauen und demnach waren sie neben Rassismus zusätzlich Sexismus ausgesetzt. Im 20. Jahrhundert war Sexismus weiter verbreitet und wurde meist offen kommuniziert – teilweise sogar als Tatsache akzeptiert. Frauen wurden systematisch unterschätzt und deshalb abwertend behandelt und nicht fair entlohnt.

Wenn man von mehreren Diskriminierungsformen betroffen ist, nennt man das "intersektionale Diskriminierung" (engl. intersectional discrimination).

Auch Shetterly lässt diesen Aspekt nicht unbeachtet. Die "Hidden Figures" seien nicht weniger neugierig, leidenschaftlich oder intelligent gewesen, aber sie würden erst die Hürde der niedrigen Erwartungen und Vorurteile gegenüber Frauen – besonders Schwarzen Frauen überwinden müssen. Deshalb sei ihr Weg zum Erfolg holpriger, als der ihrer männlichen weißen Kollegen:

They matched their male colleagues in curiosity, passion, and the ability to withstand pressure. Their path to advancement might look less like a straight line and more like some of the pressure distributions and orbits they plotted, but they were determined to take a seat at the table. First, however, they had to get over the high hurdle of low expectations.1

Die "Hidden Figures" trugen dazu bei, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, indem sie Grenzen für Frauen überschritten und den Weg für kommende Generationen von Schwarzen (und) Frauen ebneten, in von weißen Männern dominierten Berufsfeldern zu arbeiten.

"Hidden Figures" – Geschichtlicher Hintergrund

Da die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, nahmen wahre Umstände Einfluss auf das Geschehen, das in Shetterlys Buch wiedergegeben wird. Vor allem spielt eine Rolle, dass sich die Handlung in den USA abspielte, da das 20. Jahrhundert auch das Amerikanische Jahrhundert war.

Man nennt das 20. Jahrhundert auch Amerikanisches Jahrhundert (engl. American Century), weil die USA in diesem Jahrhundert in vielerlei Hinsicht eine politisch und wirtschaftlich weltweite Machtposition einnahmen.

Im 20. Jahrhundert gab es einige Herausforderungen für die Bewohner*innen der USA, die auch den Verlauf des Lebens der "Hidden Figures" beeinflussten.

The Civil Rights Movement

Die Bürgerrechtsbewegung der USA war nicht ein großes Ereignis, das die Bürgerrechte für alle Amerikaner*innen sicherte. Sie bestand aus vielen, meist kleinen, aber anstrengenden Schritten, die von 1954 bis 1968 getan wurden. Die verschiedenen Ereignisse werden im Buch als Medienmeldungen eingebracht und von Shetterly ausführlich erklärt. Ein einschneidendes Beispiel ist Little Rock Nine.

Little Rock Nine

1954 wurde die Rassentrennung im Bildungssystem Amerikas für verfassungswidrig erklärt. Das entschied der Oberste Gerichtshof (supreme court) im Fall Brown v. Board of Education. So gingen fortan neun Schwarze Schüler*innen auf eine zuvor alleinig weiße Schule in Little Rock, Arkansas, – sie wurden die Little Rock Nine.

Brown v. Board of Education ist eine Sammelklage betroffener Eltern gegen vier Bundesstaaten und heißt vollständig "Oliver Brown et al. v. Board of Education of Topeka et al."

Trotz des Beschlusses waren viele der weißen Bevölkerung Little Rocks gegen die Umsetzung des Gesetzes und protestierten gegen die neun afroamerikanischen Schüler*innen. Weil von den Protestierenden Gefahr ausging, mussten die Neun von Soldaten der US-Armee zur Schule begleitet werden. Medial sorgten die sogenannten Little Rock Nine für viel Aufsehen. Sie wurden zu einem wichtigen Symbol der Bürgerrechtsbewegung.

Der Beschluss sorgte schließlich auch dafür, dass Mary, ihre Kinder und schließlich alle kommenden Generationen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe von einer Schule abgelehnt werden konnten.

Wettlauf ins All

Der Wettlauf ins All ist wohl mit das präsenteste Thema des Buches, denn es ist der Beruf und die Leidenschaft der "Hidden Figures" gewesen.

Man bezeichnet den Wettstreit um die Vorherrschaft in der Raumfahrt (und damit im All) zwischen den USA und der Sowjetunion während des Kalten Krieges als "Wettlauf ins All".

1955 startete der in drei Phasen unterteilte Wettlauf:

  1. erster Satellit im All (1957, Sputnik 1)
  2. der erste Mensch im All (1961, Juri Gagarin)
  3. erste bemannte Mondlandung (1962, Neil Armstrong)

Obwohl die Sowjetunion die ersten beiden Phasen vorn lag, endete der Wettlauf ins All 1962 mit der erfolgreichen Mondlandung ("Apollo 11" Mission) der USA. Katherine, Mary und Dorothy leisteten alle ihren wissenschaftlichen Beitrag zu dem Erfolg der "Apollo 11" Mission sowie alle darauf vorbereiteten Missionen.

Die Sowjetunion – oder auch UdSSR – war ein Einparteienstaat, der bis 1992 existierte. Ihr gehörten Russland und 14 weitere Länder an.

American Dream

Der American Dream ("amerikanische Traum") bezeichnet die Überzeugung, dass es jede*r, egal welcher Herkunft, in den USA durch Entschlossenheit und harte Arbeit vom "Tellerwäscher zum Millionär" (from rags to riches) schaffen kann.

Die Protagonistinnen in "Hidden Figures" lebten auf ihre Weise ihren American Dream. Sie schafften es mit ihrem Talent, ihrer Entschlossenheit und harter Arbeit Grenzen zu überwinden, die vor ihnen keiner gewagt hatte, zu überqueren. Ihre Version von riches (im Deutschen: "Millionär") war wohlhabend genug zu sein, um keine Geldprobleme zu haben und an den neuesten Innovationen der Weltraumfahrt beteiligt zu sein.

Falls Du mehr zum "American Dream" lesen möchtest, schau Dir die gleichnamige Erklärung an.

"Hidden Figures" – Interpretation und Analyse einer Stelle des Buches

Da es in "Hidden Figures" oft darum geht, wie die Frauen übersehen werden und es das Ziel ist, gleich behandelt zu werden und für seine Leistungen die Anerkennung zu bekommen, die man verdient hat, erfährst Du hier mehr über eine Szene, wo dies der Fall ist.

Kapitel 21: "Out of the Past, the Future"

Wegen der Mercury-Atlas-6-Mission "Friendship 7" feierte man John Glenn, den Piloten – der nach Abschluss der Mission auch Nationalheld der USA war. Aber nicht nur John Glenn bekam Aufmerksamkeit. Katherine Johnsons Rolle in dem Erfolg der Mission zirkulierte in der Schwarzen Community erst lokal und breitete sich dann im ganzen Land aus.

Die weiße Gesellschaft der USA hielt die Aufmerksamkeit auf ihrem weißen und männlichen Helden, der besser in ihr Weltbild passte. Der Pittsburgh Courier veröffentlichte trotzdem am 10. März 1962 auf der Titelseite Katherines Portrait:

On March 10, 1962, a glamorous Katherine Johnson, bedecked in pearls and an elegant suit that would have made Jackie Kennedy proud, smiled from the front page of the Pittsburgh Courier.1

Sie soll ein stolzes Lächeln und einen eleganten Anzug mit Perlen getragen haben, der Jackie Kennedy stolz gemacht hätte.

Jackie Kennedy war als Ehefrau von John F. Kennedy von 1961 bis 1963 die First Lady der USA. Bekannt war sie durch ihren Modestil und ihre Kulturförderungsprojekte. Später bekam sie einen den Spitznamen "Jackie O".

Zu dem Bild gab es einen sehr detaillierten Artikel über Katherines Herkunft und Karriere mit dem Titel:

Her name… in case you haven’t already guessed it… is Katherine Johnson: mother, wife, career woman1

Mit diesem Artikel öffneten sich neue Türen. Eine schwarze Frau, die im Hintergrund arbeitete, bekam die Aufmerksamkeit, die ihr zustand. Aber auch jüngere Generationen sahen, dass es möglich war, sich als afroamerikanische Frau in der Wissenschaft einen Namen zu machen.

Folgende Unterschiede lassen sich zwischen dem ebenfalls 2016 veröffentlichten Film und dem Buch finden:

  • Der Film ist darauf ausgelegt, das Publikum zu unterhalten und ein positives Erlebnis zu schaffen. Deshalb ist er emotionaler und schnelllebiger als das Buch.
  • Das Buch beschreibt mehr dokumentativ das Leben der Frauen. Es geht um allerlei historische Ereignisse, denen im Buch ganze Passagen gewidmet sind. Im Film hingegen werden diese Ereignisse nicht genauer beschrieben oder erklärt. Sie sind visuelle Teile der Handlung, bei denen die Zuschauer*innen sich ihren Teil denken sollen.
  • Im Buch geht es um die Lebensgeschichte von vier Frauen, im Film nur um drei. Der Grund Christine Darden zu streichen, war wohl der, dass sie nach den anderen drei Frauen anfing, bei der NASA zu arbeiten und dadurch nichts zu den frühen Projekten der NACA beitrug.
  • Anders als im Film dargestellt, waren die drei auch nicht eng befreundet.

"Hidden Figures" – Kritik

Positiv hervorgehoben wurde von der Leserschaft, dass das Sachbuch "Hidden Figures"

  • fundiert recherchiert sei.
  • einen guten Überblick, wie auch detaillierte Einblicke in die Geschichte gäbe.
  • trotz des Fokus auf den Lebensgeschichten und Arbeit der Frauen, die bei der NACA und NASA arbeiteten, auch detaillierte interessante Einblicke in die Black History ("Schwarze Geschichte") gäbe.

Zu bemängeln hatten einige Leser*innen, dass

  • die langen, verschachtelten Sätze und die Informationsflut es jungen Leser*innen nicht einfach machen würden, die Geschichte zu verstehen.
  • häufig Vergleiche oder Anekdoten (wie z. B. Jackie Kennedy) angebracht wurden, die Menschen mit eingeschränktem historischen oder kulturellen Wissen wahrscheinlich nicht verstehen würden.

Wegen des zweiten Kritikpunktes gibt es allerdings die Young Readers Edition, die an acht bis zwölfjährige adressiert ist.

"Hidden Figures" – Autorin Margot Lee Shetterly

Margot Lee Shetterly ist eine amerikanische non-fiction Autorin. Sie wurde 1969 in Hampton, Virginia, geboren. Ihr Vater war ein Forschungswissenschaftler im Langley Research Center bei der NASA und arbeitete mit vielen der Hauptfiguren des Buches zusammen. Als die Autorin aufwuchs, kannte sie einige afroamerikanische Familien, deren Mitglieder bei der NASA arbeiteten, was ihr bei ihrer Recherche für "Hidden Figures" geholfen hat.

2010 begann Margot Lee Shetterly die Recherche und das erste Schreiben an dem Buch. 2013 gründete sie eine Organisation, die die Arbeit der Frauen archivieren soll, die früher als Computer und Mathematikerinnen bei der NACA und NASA arbeiteten – "The Human Computer Project". Schon vor Veröffentlichung des Buches verkaufte Shetterly die Filmrechte ihres Romans im Jahr 2014.

Besonders viel und persönlich konnte Shetterly über Katherine Johnson schreiben, weil Katherine die einzige der Hauptprotagonistinnen war, die so sehr an dem Wettlauf ins All beteiligt war und nach 2010 noch lebte.

Der 2016 veröffentlichte Film bekam insgesamt drei Oscar Nominierungen für Best Picture, Best Adapted Screenplay und Best Supporting Actress für Octavia Spencer. 2018 veröffentlichte Margot Lee Shetterly ein Kinderbuch "Hidden Figures: The True Story of Four Black Women and the Space Race" mit Illustrationen von Laura Freeman.

"Hidden Figures" - Das Wichtigste

  • "Hidden Figures" ist ein 2016 veröffentlichtes Sachbuch von Margot Lee Shetterly.
  • Inhalt: Die wahre Geschichte afroamerikanischer Frauen, die durch ihre Arbeit der USA verhalfen, den Wettlauf ins All (space race) für sich zu entscheiden. Die Geschichte spielt von 1943 bis 1969 und die Leserschaft erfährt neben der Geschichte des amerikanischen Jahrhunderts auch die persönlichen Geschichten der Frauen, ihres Arbeits- und Privatlebens.

  • Im Fokus der Geschichte: Dorothy Vaughan, Katherine Goble Johnson und Mary Jackson

  • Sprachlich bewegt das Buch sich auf einem hohen Niveau, da viel über wissenschaftliche Vorhaben und Fakten geschrieben wird.

  • zentrale Themen: Bildung und Arbeit, Diskriminierung, Geschichte des 20. Jahrhunderts


Nachweise

  1. Shetterly (2016). Hidden Figures. William Morrow and Company.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Hidden Figures

Der Kerninhalt von "Hidden Figures" ist, die Geschichte der Heldinnen der Wissenschaft zu zeigen. Diese beeindruckenden Lebensgeschichten der Frauen zeigen, wie wichtig Entschlossenheit, harte Arbeit und Widerstandsfähigkeit sind.

"Hidden Figures“ basiert auf den wahren Lebensgeschichten von Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson.

Es gibt für jede Einheit und jedes Team Vorgesetzte. Oft sind diese Einheiten unabhängig, weshalb es auf diese Frage nicht nur eine Antwort gibt.

Von den drei Frauen im Fokus der Geschichte wird Dorothy Vaughan zum Beispiel die Vorgesetzte der Rechnerinnen in der ausschließlich schwarzen West Area Computing Unit. Somit ist sie von den anderen beiden Frauen Mary Jackson und Katherine G. Johnson zeitweise die Vorgesetzte. Bevor Mary selbst Ingenieurin wird, wird sie Teil des Teams von Kazimierz Czarnecki, wodurch dann er ihr Chef ist. 

"Hidden Figures" von Margot Lee Shetterly ist, soweit es möglich ist, historisch akkurat. 

Finales Hidden Figures Quiz

Frage

Welche der genannten Personen zählt nicht zu den Hidden Figures?

Antwort anzeigen

Antwort

Rosa Parks

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Frage

Beruht "Hidden Figures" auf einer wahren Geschichte?

Antwort anzeigen

Antwort

ja

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Frage

Wer hat "Hidden Figures" geschrieben?

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Antwort

Margot Lee Shetterly

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Frage

Wann wurde der Roman "Hidden Figures" erstmals veröffentlicht?


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Antwort

2016

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Frage

Für wen arbeiten die Hidden Figures?

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Antwort

NASA

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Frage

Nenne die Änderungen, die bei der Adaption des Buches zum Film gemacht wurden. 

Antwort anzeigen

Antwort

Der Film:

  • emotionaler
  • zur Unterhaltung; gutes Gefühl für Zuschauer*innen
  • Fokus auf drei Frauen
  • fiktive Freundschaft zwischen Hauptprotagonistinnen
  • fiktive Charaktere
  • weniger Charaktere

Frage anzeigen

Frage

Was sind wichtige Themen in "Hidden Figures"?

Antwort anzeigen

Antwort

Bildung

Frage anzeigen

Frage

Welche historischen Ereignisse werden in "Hidden Figures" angesprochen?

Antwort anzeigen

Antwort

Little Rock Nine

Frage anzeigen

Frage

Warum nennt man das 20. Jahrhundert auch Amerikanisches Jahrhundert?

Antwort anzeigen

Antwort

weil die USA eine weltweite Machtposition einnahmen

Frage anzeigen

Frage

Wie erfuhr die Autorin von den sogenannten "Hidden Figures"?

Antwort anzeigen

Antwort

Ihr Vater arbeitete mit einigen der "Hidden Figures" zusammen.

Frage anzeigen

Frage

Um welche Erzählperspektive handelt es sich bei "Hidden Figures"?

Antwort anzeigen

Antwort

dritte Person Singular (third person narrator)

Frage anzeigen

Frage

Wo arbeitete Mary Jackson kurz bevor sie Ingenieurin wurde?

Antwort anzeigen

Antwort

Windkanalforschung

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Frage

Ab wann arbeitete Dorothy Vaughan in Langley als Computer?

Antwort anzeigen

Antwort

1943

Frage anzeigen

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