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Die Abenteuer des Huckleberry Finn

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Die Abenteuer des Huckleberry Finn

Mark Twain ist berühmt für seine Abenteuerromane, in denen Tom Sawyer und Huckleberry Finn sich auf die verschiedensten Abenteuer begeben, egal, wie gefährlich sie zu sein scheinen.

Doch "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" ist nicht nur ein Jugendroman, der von einfachen Abenteuern handelt. Viel mehr beschäftigt sich Mark Twain in seinem 1884 geschriebenen Roman mit Kritik an der damaligen Gesellschaft.

In "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" geht es um Sklaverei, moralisches Handeln, aber vor allem um wahre Freundschaft. So beschließt Huck den Sklaven Jim, mit dem er im Verlauf des Romans eine Freundschaft entwickelt, vor seinem Schicksal, ein Sklave zu sein, zu retten.

Der Roman "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" spielt zwischen 1835 und 1845 als die Sklaverei in Amerika noch legal war. Gerade in den Südstaaten von Amerika wurden Sklaven und Sklavinnen in der Landwirtschaft eingesetzt. Dabei verhalfen sie ihren "Besitzer*innen" oft zu großem Reichtum und Einfluss durch ihre Arbeit. Die Nordstaaten Amerikas wollten die Sklaverei abschaffen und übten Druck auf die Südstaaten aus.

1860 wurde Abraham Lincoln dann Präsident von Amerika, der Gegner der Sklaverei war. Auch er wollte die Sklaverei in den Südstaaten abschaffen. Um dem zu entgehen, kam es dazu, dass die Südstaaten nach und nach aus dem Staatenbund der USA austraten. Diese Staaten schlossen sich als "Confederate States of America" zusammen.

Wegen dieser Spannungen zwischen den Nord- und Südstaaten kam es 1861 zum sogenannten Sezessionskrieg, auch Bürgerkrieg genannt, in Amerika. Erst 1865 endete dieser Krieg mit der Kapitulation des Südens. Mehr dazu kannst Du in der Erklärung "Amerikanische Revolution" lernen.

Charaktere in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"

Huckleberry Finn, der meistens einfach nur Huck genannt wird, ist die Hauptperson in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn". Er ist dreizehn Jahre alt und muss auf eigene Faust überleben, da sein Vater Alkoholiker ist und seiner Vaterrolle nicht wirklich nachkommt. Seine Mutter ist früh verstorben.

Huck ist ein sehr nachdenklicher und intelligenter Junge, auch wenn er nicht wirklich gebildet ist. Aber trotzdem ist er der Erste in seiner Familie, der lesen und schreiben lernt, obwohl sein Vater nicht viel von einer konventionellen Bildung hält. Huck ist ein Außenseiter und kann leicht von anderen Personen beeinflusst werden. Weitere wichtige (Haupt-) Personen sind:

PersonBeschreibung
Jim
  • Schwarzer Haussklave von Miss Watson
  • emotional und abergläubig
  • vermisst seine Familie
Tom Sawyer
  • bester Freund von Huck
  • im gleichen Alter wie Huck
  • in einer Familie der Mittelschicht aufgewachsen, daher hatte es Tom recht "bequem"
  • spielt Anderen oft Streiche
Pap Finn
  • Vater von Huck
  • stadtbekannter Alkoholiker
  • oft gewalttätig
  • missachtet Hucks Ausbildung (Schreiben und Lesen)


Weitere wichtige Nebenfiguren sind der König und der Herzog, Tante Polly und Tante Sally, die beide Tanten von Tom Sawyer sind, Miss Watson und die Witwe Douglas.

"Die Abenteuer des Huckleberry Finn" – Zusammenfassung

Der Roman beginnt mit einem Bezug auf das vorherige Buch "Tom Sawyers Abenteuer und Streiche", um den Lesenden die Vorgeschichte von Huck und Toms Schatz zu erzählen.

Im vorherigen Roman "Tom Sawyers Abenteuer und Streiche" lebt Tom Sawyer zusammen mit seinem Halbbruder Sid als Waise bei seiner Tante Polly. Zusammen mit seinem Freund Huckleberry Finn erlebt Tom viele Abenteuer. Eins der vielen Abenteuer endet für Huck und Tom ziemlich erfolgreich.

Sie finden eine Höhle, in der sie auf den Verbrecher Indiana Joe treffen, der sein Diebesgut in dieser Höhle versteckt hat. Nachdem Indiana Joe nicht mehr aus der Höhle kommt, Huck und Tom allerdings schon, kehren die beiden zurück, um den "Schatz" zu finden. Sie kehren mit 12.000 $ zurück in die Stadt. Ein Richter legt das Geld für beide Jungen bei der Bank an.

"Die Abenteuer des Huckleberry Finn" spielt zwischen 1835 und 1845 in St. Petersburg, einer kleinen Stadt am Mississippi.

"Die Abenteuer des Huckleberry Finn" wurden sogar als "Die Abenteuer des Huck Finn" in Deutschland verfilmt. Der Abenteuerfilm erschien 2012 in den deutschen Kinos. Zudem gab es schon 1939 und 1993 Verfilmungen des Romans.

Flucht aus der Gesellschaft

Huckleberry Finn, der oft nur Huck genannt wird, soll im Haushalt der Witwe Douglas leben, da er keine wirkliche Bezugsperson hat. Sie möchte Huck an ein zivilisiertes Leben heranführen, da sein Vater mal wieder verschwunden und seine Mutter bereits früh verstorben ist. Huck fühlt sich allerdings von diesen Erziehungsversuchen eingeschränkt und rebelliert gegen die Witwe Douglas.

Hucks Vater beschließt, seinen Sohn, wenn auch auf gewaltsame Art und Weise, zu sich zurückzuholen, weil er an das Geld kommen möchte, das Huck aus einem früheren Abenteuer mit Tom Sawyer besitzt.

Um nicht länger unter dem Einfluss von anderen zu stehen, die ihn erziehen möchten und ihm Denkweisen aufzwingen wollen, beschließt Huck seinen Tod vorzutäuschen. Er tötet ein Wildschwein und verteilt Blut im Haus, damit es den Anschein macht, Räuber wären eingebrochen und hätten ihn getötet. Danach stiehlt Huck ein Kanu, um ein Leben auf der Jackson-Insel im Mississippi zu beginnen.

Die Jackson-Insel im Mississippi Fluss gibt es wirklich. Erst der Roman "Huckleberry Finn" hat sie berühmt gemacht. Die Insel ist heute ein beliebtes Touristenziel.

Nach einigen Tagen auf der Insel entdeckt Huck den Rauch eines Feuers, was bedeutet, dass wohl noch jemand anderes auf der Insel lebt. Er macht sich auf den Weg, um nach dieser Person zu suchen, obwohl er Angst vor den Fremden hat. Er findet den Schwarzen Sklaven Jim, der im Haushalt von Miss Watson gearbeitet hat. Jim hatte herausgefunden, dass er an einen Sklavenhändler verkauft werden sollte und möchte wieder mit seiner Familie vereint sein. Deshalb ist auch er auf die Insel geflüchtet.

Jim glaubt zu wissen, dass ein Unwetter das ganze Land treffen wird. Damit behält er Recht, denn die Insel wird ganze 12 Tage lang überflutet. Es wird sogar eine Hütte angespült, in der Jim einen toten Mann entdeckt, dem in den Rücken geschossen wurde. Er kann erkennen, dass es sich um Hucks Vater handelt, da er für ihn als stadtbekannter Alkoholiker kein Fremder ist. Jim aber beschließt, Huck nichts zu sagen, um ihn zu schützen. Er lässt die Leiche einfach weiter mit dem Strom treiben. Die beiden Jungen haben sich auf den nicht überfluteten Teil der Insel gerettet und überleben so. Wenig später holen sie alle Sachen aus der Hütte, die sie zum Leben benötigen könnten.

Um zu erfahren, was in ihrer Heimatstadt vor sich geht, verkleidet sich Huck als Mädchen. Dabei erfährt er, dass sein Vater beschuldigt wird, ihn umgebracht zu haben. Außerdem steht Jim, als geflüchteter Schwarzer Sklave, ebenfalls im Verdacht an Hucks Tod beteiligt gewesen zu sein. Es wird spekuliert, dass sich Jim auf der Jackson-Insel befindet. Huck eilt zurück und fordert Jim auf, seine Sachen zu packen, damit die beiden fliehen können. Sie packen ihre Sachen und begeben sich mit ihren Booten auf den Mississippi.

Abwärts Strömung

Jim und Huck reisen zusammen weiter, damit sie immer noch unentdeckt bleiben. Huck beginnt mit seinem Gewissen zu hadern, da er Jim bei der Flucht hilft und das eigentlich gegen das Gesetz verstößt. Er beschließt aber, dass ein Mensch wie Jim diese Gewissensbisse wert ist, weil er sich als ein guter Mensch herausstellt.

Schlechtes Wetter kommt auf und die beiden beschließen eine Pause am Ufer zu machen. Das Floß bindet Huck allerdings an einer ungünstigen Stelle fest, sodass es vom Strom des Flusses mit sich gerissen wird. Er versucht, mit dem zweiten Floß dem Floß zu folgen, auf dem sich Jim immer noch befindet. Sie werden durch eine große Insel in der Mitte des Flusses eine ganze Nacht lang getrennt. Stundenlang hören sie nichts als die Rufe des anderen, aber am nächsten Morgen gelingt es den beiden sich wiederzufinden. Huck macht einen Spaß, dass die Trennung nur ein Traum gewesen wäre, doch dies verletzt Jim sehr.

Eigentlich wollten Huck und Jim nach Kairo in Illinois, aber wegen des Nebels und des schlechten Wetters sind sie an der Stadt vorbeigefahren. Also beschließen sie gegen den Strom zurück zu paddeln. Während sie nachts schlafen, löst sich ein Floß vom Liegeplatz, sodass ihnen nur noch eins bleibt.

Ein Liegeplatz ist ein Platz, an dem Schiffe festgemacht werden und liegen können.

Doch auch dieses Floß wird zerstört, als ein großes Schiff es überrollt. Jim und Huck können gerade noch von Bord springen, aber nur Huck wird an das Ufer gespült. Er kann Jim nicht finden.

Rückkehr in die Zivilisation

Huck wird, nachdem er angespült wurde, von einem Mann gefunden, der ihn in seine Familie aufnimmt. Außerdem kann Huck, nach langer Suche, erkennen, dass Jim sich auch ans Ufer retten konnte und sich nun im Schilf versteckt. Huck beschließt, nachdem er Zeuge von Familienstreitigkeiten wird, zu flüchten und Jim im Schilf aufzusuchen.

Nachdem Huck und Jim die Überreste von ihrem Floß gefunden haben, retten sie zwei Männer aus dem Wasser. Sie nennen sich "König" und "Herzog" und es stellt sich heraus, dass sie Trickbetrüger sind. Die beiden nehmen das Floß von Huck und Jim mit den beiden darauf in Beschlag und lassen es treiben, bis sie das Haus von drei Waisenmädchen erreichen. "König" und "Herzog" geben sich als deren Onkel aus, da sie die Mädchen um ihr Erbe berauben wollen, was letztlich sogar klappt. Als Nächstes wollen sie Jim als Sklaven verkaufen.

Jim wird tatsächlich verkauft und ist nun der Sklave von Tom Sawyers Tante Sally. Huck gibt sich als Tom aus und besucht seine Tante, doch dort trifft er auf Tom, der sich als Toms kleiner Bruder Sid ausgibt. Tom sollte nämlich eigentlich seine Tante besuchen, doch als er auf Huck trifft, spielt er in seinem Plan mit.

Huck und sein Freund Tom können herausfinden, dass Jim in einer Hütte abseits vom Grundstück untergebracht ist. Um Jim zu befreien, verbreiten die beiden Jungs in der Stadt das Gerücht, dass Jim von Dieben gestohlen werden soll. Als sie Jim in der Nacht befreien und flüchten wollen, wird Tom von einem Bewohner angeschossen. Huck holt einen Arzt für seinen Freund. Dieser kümmert sich um Toms Wunden, legt daraufhin aber Jim in Ketten.

Gleichzeitig kommt Toms Tante Polly zu Besuch, da Tante Sally ihr von Toms und Sids Besuch geschrieben hatte. Tante Polly erzählt, dass Miss Watson gestorben ist. Das, bedeutet, dass Jim mit dem Tod von Miss Watson ein freier Mensch ist, weil eine entsprechende Klausel in ihrem Testament steht. Sie war die "Besitzerin" von Jim und hat es ihm durch diese Klausel ermöglicht, nach ihrem Tod ein freier Mann zu sein. Jim gesteht, dass der tote Mann, den er im Haus, das auf die Insel gespült wurde, gesehen hat, Hucks Vater war. Bevor Jim geht, geben ihm Huck und Tom noch 40 Dollar für die Strapazen, die er durchleben musste.

Der Roman endet mit Hucks Ablehnung der Gesellschaft. Tante Sally würde ihn zwar adoptieren wollen, doch das möchte Huck nicht. Die Adoption brächte nämlich auch mit sich, dass sich Huck der Gesellschaft anpassen müsste. Davon hat er aber erst mal genug.

Analyse von "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"

"Die Abenteuer des Huckleberry Finn" ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und ermöglicht es den Lesenden aus der Sicht von Huck die Geschehnisse zu verfolgen. Die Lesenden können also sowohl alle äußeren Handlung, aber auch die Gedanken und Gefühle von Huck verstehen. Weil aus der Perspektive von Huck berichtet wird, kann der/die Lesende die ganze Breite an Emotionen eines heranwachsenden Jungen erkennen, wie zum Beispiel Naivität und Neugierde.

Zentrale Themen in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"

Zwei der wichtigsten Themen in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" sind Rassismus und Sklaverei. Weil diese so wichtig sind, bezieht sich die Interpretation, die Du weiter unten findest, speziell auf diese Themen. Weitere wichtige Themen sind die Flucht aus der Gesellschaft, Geld und Moralvorstellungen.

Flucht aus der Gesellschaft

Als Witwe Douglas Huck bei sich aufnimmt, hat sie den Wunsch den Jungen zu zivilisieren. Aber Huck will ein solches Leben nicht leben. Allein die Kleidung, die er tragen soll, bringt ihn dazu zu schwitzen und sich zu quälen.

Auch die Religion, über die Huck einiges lernen soll, versteht er nicht. Als er zusammen mit Witwe Douglas die Bibel liest und sie ihm erzählt, dass Moses schon eine lange Zeit tot ist, denkt Huck:

After supper she got out her book and learned me about Moses and the Bulrushers, and I was in a sweat to find out all about him; but by and by she let it out that Moses had been dead a considerable long time; so then I didn't care no more about him, because I don't take no stock in dead people.1

Huck kann nicht verstehen, weshalb man über Menschen spricht, die schon lange tot sind. Er kann nicht begreifen, was ihn tote und begrabene Menschen überhaupt angehen, denn er hat kein Interesse an ihnen.

Allerdings ist Hucks Leben auch bei seinem Vater nicht wirklich besser. Sein Vater kümmert sich nicht um seine Vaterrolle und überlässt Huck sich selbst. Zudem droht er ihm immer wieder im alkoholisierten Zustand Gewalt an.

Als er Jim auf seiner Flucht trifft, lernt Huck eine neue Art von Leben kennen. Er lebt mit Jim ein Leben weit weg von der Gesellschaft und deren Werten, das einzige, was sich auf die beiden auswirken kann, ist die Natur. So stellt Huck fest:

Sometimes we'd have that whole river all to ourselves for the longest time. [..] It's lovely to live on a raft.1

Manchmal hatten Huck und Jim den ganzen Mississippi für sich allein. Das Leben auf einem Floß kann sehr lieblich und idyllisch sein. Auf dem Fluss gibt es niemanden, der einem vorschreibt, welche Kleidung man tragen soll oder welche religiösen Bücher man lesen soll. Es ist für Huck ein freies Leben. So beschließt er auch am Ende des Romans, dass er nie wieder in eine zivilisierte Gesellschaft zurückkehren will, denn für ihn ist es schlichtweg nicht möglich ein freies Leben innerhalb dieser Gesellschaft zu führen.

Geld

Geld verursacht in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" meist nur Probleme. Das Geld, dass Huck mit Tom Sawyer zusammen gefunden hat, bringt Huck in problematische Situationen.

Ein Problem, das aufgrund von Hucks Geld entsteht, ist der Versuch von Pap, also Hucks Vater, seinen Sohn zurückzubekommen. Pap möchte auch von der Geldsumme seines Sohnes profitieren können, indem er mehr Alkohol kaufen kann.

Looky here—mind how you talk to me; I'm a-standing about all I can stand now—so don't gimme no sass. I've been in town two days, and I hain't heard nothing but about you bein' rich. I heard about it away down the river, too. That's why I come. You git me that money to-morrow—I want it.1

Pap gibt zu, dass er wegen des Vermögens gekommen ist, das sein Sohn jetzt haben soll. Von dem angeblichen Reichtum seines Sohnes hat er bereits in der Stadt gehört, aber auch weiter unten am Fluss erzählt man sich darüber. Der Wunsch nach Hucks Vermögen ist getrieben von Paps Sucht nach Alkohol, für den er das Geld wahrscheinlich auch ausgeben wird. Wenn Huck ihm dieses nicht geben sollte, ist Pap auch bereit Gewalt gegen seinen eigenen Sohn anzuwenden, um sich zu bereichern.

Nur als Jim von Huck und Tom 40 Dollar bekommt, um sein neues Leben als freier Mann zu beginnen, scheint Geld das erste Mal keine Probleme zu bereiten, sondern sogar eine erlösende Rolle einzunehmen. Geld garantiert Jim seine Freiheit, nicht mehr als Sklave leben zu müssen. Doch angesichts der viele Probleme, die das Geld innerhalb des Romans bereitet hat, ist es unklar, ob Jim auch solche Probleme bekommen wird.

Moralvorstellungen

Moralvorstellungen spielen in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" eine große Rolle. Die Sorge um moralisch richtiges Handeln und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Auswirkungen wirken sich auf Huck aus. Wegen des Weltbilds, das Huck in der zivilisierten Gesellschaft durch Witwe Douglas vermittelt bekommt, glaubt er, dass es verwerflich ist, mit einem Sklaven wie Jim befreundet zu sein und ihm sogar bei seiner Flucht zu helfen. Dabei machen ihm die möglichen Reaktionen der Gesellschaft Angst, die ihn für seine Taten verachten und bestrafen würden.

Während des Romans entwickelt sich Huck von einem Kind zu einem heranwachsenden Erwachsenen mit eigenen moralischen Vorstellungen. Doch obwohl er immer wieder zweifelt, macht sich Huck schließlich von allem frei, was die Leute versucht haben, ihm beizubringen. Er entschließt sich, sein eigenes Leben nach seinen Vorstellungen zu führen, frei von dem, was er ursprünglich gelernt hat.

An diesem Zitat erkennst Du eine von Hucks größten moralischen Entscheidung innerhalb des Romans:

That's just the way: a person does a low-down thing, and then he don't want to take no consequences of it. Thinks as long as he can hide it, it ain't no disgrace. That was my fix exactly.1

Huck muss sich entscheiden, ob er Jim weiterhin bei seiner Flucht aus der Gefangenschaft helfen will. Dabei stellt er sich vor, wie es wäre Jim zu verraten, was ein doppeltes Schamgefühl in ihm auslösen würde. Denn Huck würde nicht nur seinen Freund verraten, er würde auch zugeben, damals eine Straftat begangen zu haben. Es wäre eine moralisch schwache Handlung Jim zu verraten, da Huck damit probieren würde, eine Straftat, nämlich Jim bei der Flucht zu helfen, durch eine andere Tat zu kompensieren.

"Die Abenteuer des Huckleberry Finn" – Interpretation

Diese Interpretation bezieht sich auf das explizit auf das Thema Rassismus und Sklaverei. Das Thema bietet nur einen von vielen Interpretationsansätzen von "Die Abenteuer des Huckleberry Finn".

Zu der Zeit, als Mark Twain den Roman "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" schrieb, war die Sklaverei in Amerika bereits abgeschafft, allerdings spielt der Roman einige Jahrzehnte vorher, als die Sklaverei noch ein großes Thema innerhalb der amerikanischen Bevölkerung war.

Die Rassenproblematik ist eines der offensichtlichsten Themen in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn". Besonders erkennbar ist sie an der Freundschaft, die sich zwischen Huck und dem Schwarzen Sklaven Jim entwickelt. Zu Beginn des Romans scheint Huck zunächst die gleichen Vorurteile wie sein Freund Tom, der in einer Familie der Mittelschicht aufgewachsen ist, zu haben. Tom spielt, teilweise auch zusammen mit Huck, Schwarzen Menschen Streiche und spricht ihnen jedes eigenständige Denken und Urteilsvermögen ab.

Auch Hucks Vater Pap hält wenig von Schwarzen Menschen, woraus er auch kein Geheimnis macht. Er glaubt, die Schwarze Bevölkerung sei das erste Anzeichen für den Untergang von Amerika und bringe somit auch einen gesellschaftlichen Rückschritt mit sich. Seine Einstellung zur Schwarzen Bevölkerung kannst Du an diesem Zitat klar erkennen:

And that ain't the wust. They said he could vote when he was at home. Well, that let me out. 1

Hucks Vater sagt, dass das Schlimmste noch komme. Ein Schwarzer dürfe in seiner Heimat in den Nordstaaten sogar wählen, was er gar nicht fassen kann. Huck wurde damit schon von Kindheit auf beigebracht, dass Sklav*innen von Natur aus den weißen Menschen unterlegen sind. Sie haben nicht den gleichen Wert wie weiße Menschen und auch nicht die gleichen Rechte. Sie sind eine minderwertige Bevölkerung, nach den Vorgaben der Gesellschaft.

Doch während des Romans entwickelt sich zwischen Huck und Jim eine Freundschaft, die über die gesellschaftlichen "Rassen" hinwegsieht, denn Huck hält eigentlich nicht viel von den gesellschaftlichen Vorgaben, vor denen er den ganzen Roman hindurch flüchtet. Trotzdem denkt Huck zunächst, dass es falsch wäre einem Schwarzen Sklaven bei der Flucht zu helfen. Besonders die Reaktion der Gesellschaft macht Huck Angst, denn er stellt fest, dass sie ihn dafür verachten und "tot hauen" würden, aber er hält an seinem Versprechen fest, Jim nicht zu verraten:

I said I wouldn't, and I'll stick to it. Honest injun I will. People would call me a low down Ablitionist, and despise me for keeping mum—but that don't make no difference. I ain't agoing to tell, and I ain't agoing back there anyways. So now, le's know all about it.1

Huck wird sein Wort halten, auch wenn es für ihn ein persönliches Unglück bedeuten würde, nämlich von der Gesellschaft ausgegrenzt und verachtet zu werden. Weiter stellt er fest, dass er aber sowieso nicht in diese Gesellschaft zurückkehren will und es daher egal ist.

Im Verlauf wird Huck immer klarer, dass alles, was er von der Gesellschaft über die "Rasse" von Schwarzen Menschen gelernt hat, nicht wahr ist. Er stellt fest, dass Jim eine liebenswerte und eigene Persönlichkeit hat, genau wie er selbst oder jeder andere weiße Mensch. Zudem erkennt er die Ungerechtigkeit, dass Menschen mit einer anderen Hautfarbe jegliche eigenverantwortliche Handlungsfähigkeit abgesprochen wird. Er findet es nicht gut, dass diese Menschen trotz ihrer Fähigkeiten, dazu gezwungen sind, Sklav*innen zu werden. Neben seinem Streben nach Freiheit lehnt Huck das Leben innerhalb der Gesellschaft deshalb ab, weil er das "Rassendenken" der Menschen nicht akzeptieren will.

"Die Abernteuer des Huckleberry Finn" – Autor Mark Twain

Mark Twain, der im eigentlichen Leben Samuel Clemens hieß, wurde 1835 in Missouri in den USA geboren. Er wuchs während des Bürgerkrieges in den USA auf und verarbeitet seine Erfahrungen in einem seiner bekanntesten und erfolgreichsten Romane "Die Abenteuer des Huckleberry Finn".

  • Als Twain 25 Jahre alt war, brach in Amerika der Bürgerkrieg aus.
  • Das damit verbundene Thema der Sklaverei blieb ihm im Kopf, sodass er es in seinen Büchern aufgreift.
  • Twain brach früh die Schule ab, um eine Ausbildung in einer Druckerei zu machen, wo er einige Artikel für die Zeitung seines Bruders schrieb.
  • Danach wurde Twain Lotse auf einem Dampfer auf dem Missisippi River.

Der Künstlername Twain stammt aus der Flussschifffahrt und ist an die Maßeinheit der Wassertiefe angelehnt. Twain bedeutet übersetzt so viel wie zwei Faden, was einer Wassertiefe von 3,70 m entspricht.

  • Nach seiner Zeit auf dem Schiff arbeitete Twain als Goldgräber in Nevada.
  • In dieser Zeit schrieb Twain seinen Text "Der berühmte Springfrosch von Calaveras".
  • Seinen ersten Roman veröffentlichte er im Jahr 1869, der allerdings nicht sonderlich gut ankam, was Twain entmutigte weiterzuschreiben.
  • Erst nach seiner Hochzeit und der Geburt seines Kindes, begann Twain wieder zu schreiben, da sich Schulden anhäuften.
  • Mark Twain verstarb am 21. April 1910 in Redding, Connecticut.

Die Abenteuer des Huckleberry Finn – Das Wichtigste

  • "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" ist ein Roman, der 1884 von Mark Twain geschrieben wurde.
  • In dem Roman geht es um Huckleberry Finn, der dem Leben innerhalb der Gesellschaft entfliehen möchte. Dazu täuscht er seinen Tod vor und flüchtet auf eine Insel im Mississippi, auf der er den Sklaven Jim trifft. Jim und Huck entwickeln eine Art Freundschaft und Huck verhilft Jim bei seiner Flucht aus der Sklaverei.
  • Zentrale Themen sind Moralvorstellungen, Geld, Gesellschaft und Zivilisation sowie Rassismus und Sklaverei.
  • Eine Interpretationsmöglichkeit bietet das Thema Rassismuss und Sklaverei. Huck, der mit allen Vorurteilen und Einstellungen der weißen Gesellschaft aufgewachsen ist, fragt sich über den ganzen Roman hinweg, ob sein Handeln, Jim bei seiner Flucht zu helfen, richtig ist. Die Leute, die er kennt, würden ihn dafür verurteilen und bestrafen. Doch Huck merkt schnell, dass die Vorurteile der Leute nicht stimmen und dass Jim ein liebenswerter Freund ist. Zudem beschließt Huck am Ende des Romans, dass er kein Teil dieser Gesellschaft sein möchte.
  • Mark Twain (1885 bis 1910), der eigentlich Samuel Clemens heißt, wuchs während des Bürgerkriegs in Amerika auf. Das Thema der Sklaverei ist ihm so im Kopf geblieben, sodass er es in seinen Büchern aufnimmt.

Nachweise

  1. Twain (2012). The Adventures of Huckleberry Finn. Penguin Books Ltd..
  2. Herwald (o.J.) Die Abenteuer des Huckleberry Finn- Lektürenhilfe. Der Querdenker.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Die Abenteuer des Huckleberry Finn

Mark Twain schrieb "Die Abenteuer des Huckleberry Finn".

Die Geschiche "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" ist zum Teil eine wahre Geschichte.

Sie basiert auf einer Person, die es wirklich gegeben hat. Die Figur von Huckleberry Finn basiert auf einem Jugendfreund von Mark Twain.

Der Roman "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" spielt zwischen 1835 und 1845. 

Der Hauptcharakter in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" ist Huckleberry Finn, der aber immer nur "Huck" genannt wird.

Finales Die Abenteuer des Huckleberry Finn Quiz

Frage

Wer sind wichtige Figuren in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"?

Antwort anzeigen

Antwort

Tom Sawyer, Jim und Pap Finn

Frage anzeigen

Frage

Zu welchem Genre gehört "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"?

Antwort anzeigen

Antwort

Abenteuerromanen

Frage anzeigen

Frage

Wann wurde "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" geschrieben?

Antwort anzeigen

Antwort

1884

Frage anzeigen

Frage

Wer ist der Autor von "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"?

Antwort anzeigen

Antwort

Mark Twain

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Nachname von Mark Twain?

Antwort anzeigen

Antwort

zwei Faden

Frage anzeigen

Frage

Warum will Hucks Vater, dass Huck bei ihm lebt?

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Antwort

Hucks Vater möchte an das Geld von Huck kommen.

Frage anzeigen

Frage

Was sind zentrale Themen in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Rassismus und Sklaverei
  • Geld
  • Moralvorstellungen
  • Zivilisation und Gesellschaft 

Frage anzeigen

Frage

Aus welcher Perspektive wird "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" erzählt?

Antwort anzeigen

Antwort

Ich-Perspektive

Frage anzeigen

Frage

Wie endet "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"?

Antwort anzeigen

Antwort

Huck leht den Vorschlag ab adoptiert zu werden und entschließt sich für ein Leben außerhalb der Gesellschaft.

Frage anzeigen

Frage

Wie viel Geld geben Tom und Huck dem Sklaven Jim als sie ihn befreien?

Antwort anzeigen

Antwort

40 Dollar

Frage anzeigen

Frage

Wer sind "König" und "Herzog"?

Antwort anzeigen

Antwort

Trickbetrüger, die Huck und Jim auf der Flucht begegnen

Frage anzeigen

Frage

Warum werden Huck und Jim voneinander getrennt?

Antwort anzeigen

Antwort

Ihr Floß wird von einem Dampfer überrollt.

Frage anzeigen

Frage

Auf welche Insel will Huck flüchten?

Antwort anzeigen

Antwort

Jackson-Insel

Frage anzeigen

Frage

Wer ist der tote Mann, den Jim in der angespülten Hütte entdeckt?

Antwort anzeigen

Antwort

Hucks Vater 

Frage anzeigen

Frage

Wie täuscht Huck seinen Tod vor?

Antwort anzeigen

Antwort

Er tötet ein Wildschwein und verteilt das Blut in der Hütte.

Frage anzeigen

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