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The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian

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The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian

Kennst Du das Gefühl, Dich keiner Gruppe richtig zugehörig zu fühlen? Diese Erfahrung macht Arnold Spirit, von seinen Freund*innen nur Junior genannt, in dem Roman "The True Diary of a Part-Time Indian". Das Buch wurde 2007 von Sherman Alexie geschrieben und behandelt das Leben des 14-jährigen Native Americans Junior. Dieser lebt im Spokane-Reservat in Washington und entscheidet sich eine High School im Nachbarort Reardan zu besuchen, auf die sonst nur weiße Jugendliche gehen.

Ein Reservat ist ein abgegrenztes Gebiet, in dem hauptsächlich Ureinwohner*innen wohnen. Diese Reservate wurden teilweise bereits im 16. Jahrhundert errichtet, da viele Siedler*innen aus Europa mehr Land für sich beanspruchen wollten und deswegen die Ureinwohner*innen in diese Gebiete verdrängten.

Der Roman ist aus Juniors Perspektive geschrieben und stellt sein Tagebuch dar. Durch dieses persönliche Schreiben und die jugendliche Figur Junior kann Alexie schwere Themen wie Rassismus, Verlust und Identität behandeln, aber auch die schönen Seiten im Leben Jugendlicher, wie Freundschaften, hervorheben.

Native Americans werden die Einheimischen in Nordamerika, vor allem in den heutigen USA genannt. Im Deutschen lautet der Titel des Romans "Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeitindianers". Da der Begriff "Indianer" jedoch als diskriminierend wahrgenommen wird, wirst Du in der folgenden Erklärung die Begriffe "Native American", "Einheimische" oder "Ureinwohner*in" lesen. Alexie selbst bezeichnet den Begriff als "liberales Schuldgefühl", weshalb er selbst sich "Indianer" nennt. Mehr zur Geschichte der Einheimischen in Amerika kannst Du in den Erklärungen "Amerikanische Ureinwohner" und "First Nations" lernen.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" – Charaktere

Junior ist ein Außenseiter, sowohl in seinem Reservat, als auch in seiner High School. Dennoch gibt es viele Charaktere, die ihn in seinem Leben begleiten.

Arnold Junior Spirit

Junior ist der 14-jährige Protagonist des Romans. Er ist im Spokane-Reservat geboren und wohnt dort gemeinsam mit seinen Eltern, Großeltern und seiner Schwester Mary.

  • hat zu Beginn des Werkes wenig Selbstbewusstsein
  • malt gerne Cartoons
  • ist ein guter Schüler
  • spielt gerne und gut Basketball
  • hat Hydrocephalus und daraus resultierend schlechte Augen, 42 statt 32 Zähne, lispelt und stottert

Hydrocephalus ist eine Krankheit, bei der sich Wasser im Gehirn bildet. Dies kann zu weiteren gesundheitlichen Schäden führen, wie es bei Junior der Fall ist.

Rowdy

Rowdy ist der beste Freund von Junior im Reservat seit ihrer Kindheit. Die beiden sind jedoch sehr unterschiedlich:

  • wird vom Vater geschlagen
  • ist oft aggressiv, beleidigend und brutal
  • liebt Comics

Penelope

Eine der ersten Personen, die Junior an der Reardan High School kennenlernt, ist Penelope. Sie stammt aus reichen Verhältnissen und ist sozial kompetent, was Du daran merken kannst, dass sie gerne Wohltätigkeitsarbeit leistet. Später findet Junior heraus, dass sie Bulimie hat, was jedoch nur dazu führt, dass die beiden eine tiefere Verbindung zueinander entwickeln. So wird aus der anfänglichen Freundschaft schließlich eine Beziehung.

Bulimie ist eine Essstörung, bei der eine Person erst sehr viel isst, um danach das Essen wieder zu erbrechen.

Gordy

Eine weitere Person, die Junior in seiner Zeit an der Reardan High School kennenlernt, ist Gordy. Er ist sehr intelligent, weshalb Junior ihn als "the genius white guy"1 bezeichnet. Er ist ein Jahr älter als Junior und manchmal fehlt es ihm an sozialem Verständnis. Doch nachdem er im Unterricht Junior vor einem rassistischen Lehrer verteidigt hat, beschließt Junior, dass Gordy sein Freund sein soll. Tatsächlich werden die beiden im Verlauf des Romans sehr gute Freunde.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" – Zusammenfassung des Buchs

Bei dem Buch "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" handelt es sich um einen Bildungsroman, oder auf Englisch eine coming-of-age novel. Das bedeutet, dass der Roman sich mit dem Erwachsenwerden und der Bildung eines Charakters beschäftigt. Das Werk ist semi-autobiografisch und beinhaltet 30 Kapitel, die wie einzelne Tagebucheinträge geschrieben sind: teils länger, teils kürzer. Des Weiteren findest Du überall im Roman kleine Cartoons, die das Gefühl geben sollen, dass es sich bei Junior auch um den Autor des Werkes handelt. Junior zeichnet gerne Cartoons und sagt, dass er sich besser in den Bildern ausdrücken kann.

Semi-autobiografisch ist die Bezeichnung eines Genres, bei dem viele Ereignisse im Roman selbst mit dem Leben des Autoren/der Autorin übereinstimmen. So ist Sherman Alexie z. B. auch in dem Spokane-Reservat in Washington aufgewachsen. Du könntest also sagen, der Roman basiert auf einer wahren Geschichte.

Du kannst den Roman in fünf Abschnitte unterteilen, die im Folgenden näher erklärt werden.

Einleitung

In den ersten fünf Kapiteln lernst Du Junior kennen. Er erzählt, dass er im Spokane-Reservat Wellpinit lebt und weder er, seine Familie noch die Gemeinschaft als ganzes, viel Geld besitzt. Junior stellt sich selbst vor und erzählt, dass er gerne zeichnet. Dann berichtet er von Rowdy: Dieser ist seit seiner frühen Kindheit sein bester Freund, auch wenn die beiden recht unterschiedlich scheinen.

Du erfährst, dass Juniors Vater Alkoholprobleme hat und seine Schwester Mary sich nach der Schule von allem abgekapselt hat und nur noch im Keller lebt. Warum sie sich dorthin zurückzieht und wie lange das schon geht, versteht Junior nicht, weshalb Du als Leser*in es nicht erfährst. Es ist jedoch anzunehmen, dass Mary drei bis fünf Jahre älter als Junior ist.

Veränderung

Die Veränderung in Juniors Leben wird in Kapitel sechs eingeleitet, in dem er einen Tag an der Schule beschreibt. Die Klasse hat Geometrie-Unterricht bei Mr. P, ein alter Lehrer, der bereits Juniors Mutter und Schwester unterrichtet hat. Junior schlägt sein Buch für den Unterricht auf und stellt fest, dass es bereits seiner Mutter gehört hatte. Er beschreibt, wie wütend es ihn macht, dass das Reservat so arm ist, dass sich die Schule seit 30 Jahren keine neuen Bücher leisten kann. In einer Zeichnung erfährst Du schließlich, dass Junior diesen Frust herauslässt, indem er das Buch in das Gesicht von Mr. P. wirft.

Junior wird von der Schule suspendiert, weshalb Mr. P. zu ihm nach Hause kommt. Statt einer Standpauke zu erhalten, erklärt Mr. P. ihm, dass es ihm leidtut, wie es den Native Americans im Reservat geht. Mr. P. rät Junior, dass er das Reservat verlassen solle, damit er nicht so hoffnungslos würde, wie es seine Mitschüler*innen scheinbar seien. Junior beschließt daraufhin nach Reardan zu wechseln. Durch diese Entscheidung zerbricht die Freundschaft zu Rowdy, da dieser Junior vorwirft, ihn zu verraten.

Im Verlauf der nächsten Kapitel erfährst Du, wie es Junior am Anfang in seiner Zeit in Reardan ergeht: Er fühlt sich als Außenseiter und wird oft rassistisch beleidigt. Aber er lernt Penelope, Roger und Gordy kennen. Roger ist zuerst ebenfalls sehr diskriminierend, doch nachdem Junior in einmal geschlagen hat, zollt Roger ihm Respekt.

Hoffnung und Basketball

Die nächsten Kapitel zeigen, wie Junior sich immer wohler in Reardan fühlt. Er gewinnt Gordy zum Freund, der ihm beim Lernen hilft. Auch mit Penelope entwickelt er eine tiefere Verbindung. Zuerst tat sie noch so, als kenne sie ihn nicht richtig, aber nachdem er herausfindet, dass sie Bulimie hat und Verständnis für sie zeigt, kommen sie sich näher. Durch seine Beziehung zu Penelope, wird Junior auch generell in Reardan mehr aufgenommen.

Gleichzeitig lernst Du als Leser*in, dass die Beziehung zwischen Rowdy und Junior nicht besser geworden ist. An Thanksgiving möchte Junior seinem ehemaligen besten Freund ein Bild schenken, das dieser nicht annimmt. Als Junior darüber nachdenkt, Penelope zu einem Schulball einzuladen, bittet er Rowdy in einem Brief um Rat. Rowdy wirft ihm jedoch Rassismus vor. In seinen Augen hat Junior nur Interesse an Penelope, da sie ein weißes Mädchen ist.

In den Folgekapiteln vergeht mehr Zeit: Junior erhält einen Brief von seiner Schwester, die mittlerweile glücklich verheiratet in einem anderen Reservat lebt. An Weihnachten überzeugt sein Vater Junior davon im Basketballteam anzufangen. Kurz darauf sieht der Coach des Teams Juniors Talent und nimmt ihn im Team auf. Das erste Spiel ist gegen Wellpinit, Juniors alte Schule und damit auch gegen Rowdy.

Das Basketball-Team der Reardans verliert, nachdem Junior mehrfach gefoult wurde und wegen Verletzungen vom Platz muss. Trotz der Niederlage muntern ihn seine Teamkamerad*innen, der Coach und Eugene, ein guter Freund seines Vaters, auf.

Tod und Trauer

Nach dem Spiel gegen Wellpinit und einigen Gesprächen mit Penelope und Gordy reflektiert Junior seine eigenen Vorurteile und vergleicht sein Leben in Wellpinit und Reardan. Er hebt besonders seine Freund*innen in Reardan hervor und betont aber auch, dass seine Großmutter das Beste im Reservat sei. Im selben Kapitel stirbt seine Großmutter, weil ein betrunkener Fahrer sie anfährt. Auf der Beerdigung seiner Großmutter sind viele Menschen zu Gast und es scheint, als seien die Menschen in Spokane nach dem Vorfall netter zu Junior.

Kurz darauf erfährt Junior, dass Eugene gestorben ist, weil sein Freund ihn erschossen hat. Der besagte Freund erhängt sich später. Junior ist wütend und seine Zeichnungen werden düsterer, er macht sich über Gott lustig und fehlt viel im Unterricht. Gordy hilft ihm in dieser Zeit seine Trauer besser zu verstehen und leiht ihm Bücher. Als Junior schließlich wieder zur Schule kommt, macht eine Lehrerin einen rassistischen Kommentar, woraufhin all seine Klassenkameraden, angeführt von Gordy, das Zimmer im Protest verlassen. Junior kann nur darüber lachen. Die Situation gibt ihm neue Kraft.

Diese Kraft nutzt Junior auch im nächsten Basketballspiel gegen die Wellpinits, das die Reardans gewinnen. Während sein Team feiert, merkt Junior, wie traurig das Team der Wellpinits ist und fühlt sich schlecht. Im darauffolgenden Kapitel beginnt er langsam seine Freundschaft mit Rowdy wieder herzustellen.

Nach dem Spiel gegen Wellpinit erfährt Junior, dass seine Schwester gestorben ist. Junior sucht daraufhin Trost bei seinen Freund*innen in Reardan.

Versöhnung mit der Welt und sich selbst

Das Ende des Romans wird mit einer Zeichnung von Juniors Zeugnis am Ende seines ersten Jahres der High School eingeläutet. Trotz der vielen Ereignisse sind seine Noten sehr gut. Im nächsten Kapitel sind seine Eltern und er am Grab ihrer Familienangehörigen. Junior weint für seine Schwester und den Stamm, in dem Wissen, dass Reservate einst als Gefängnisse gedacht waren. Er kommt zu dem Schluss, dass er trotz der schlimmen Dinge in seinem Leben positiv bleiben möchte und seine Zukunft selbst entscheiden kann.

Zu guter Letzt findet Junior auch Frieden mit Rowdy. Er erinnert sich an die Zeiten in der Vergangenheit, als sie noch Freunde waren. Als er nach dem letzten Tag des Schuljahres zu Hause sitzt, kommt Rowdy vorbei. Die beiden spielen gemeinsam Basketball und Rowdy erklärt Junior, dass er verstünde, warum er gehen musste. Rowdy respektiert Juniors Entscheidung, auch wenn er ihn vermisst. Der Roman endet damit, dass die beiden Jungen bis spät in die Nacht Basketball zusammenspielen.

Übrigens hat sich Hugh Jackman die Filmrechte an dem Buch gekauft, seit 2016 gibt es aber keine weiteren Informationen dazu. Hugh Jackman ist ein australischer Schauspieler, Filmproduzent und Sänger, den Du vielleicht auch aus seiner Rolle als Wolverine kennst.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" – Analyse

"The Absolutely True Diary of a Part Tim Indian" hat einen Ich-Erzähler: Junior. Dadurch bekommst Du als Leser*in vor allem Einblick in Juniors Gefühle und Gedanken. Durch E-Mails und Briefe, die Junior wiedergibt, ist es Dir möglich auch z. B. seine Schwester Mary und ihre Gefühle zu verstehen. Dennoch solltest Du im Hinterkopf behalten, dass Du die Charaktere hauptsächlich durch Juniors Augen siehst.

Zentrale Themen und Motive

Das zentrale Thema in "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" ist das Leben als Native American. Dazu zählen Armut und Rassismus. Außerdem spielt die Identitätssuche, wie in vielen Jugendromanen, eine wichtige Rolle.

Armut

Das Thema Armut wird vor allem deutlich gemacht, indem Junior immer wieder Unterschiede zwischen dem Reservat und Reardan hervorhebt. Das liegt vorwiegend daran, dass das Reservat eine sehr hohe Armutsrate hat, was Du auch an folgendem Zitat erkennen kannst:

I wish I were magical, but I am really just a poor-ass reservation kid living with his poor-ass family on the poor-ass Spokane Indian Reservation.1

Hier wird nicht nur deutlich, dass Junior arm ist, sondern dass seine Familie und alle Menschen, die im Reservat leben, wenig Geld zur Verfügung haben. Dadurch sind viele der Charaktere, die im Spokane-Reservat wohnen, sehr unglücklich, wodurch sich weitere Probleme ergeben. Diese spricht Junior ebenfalls an.

  • Alkoholismus
  • Glücksspielsucht
  • häusliche Gewalt und Gewalt im Generellen

Der Alkoholismus ist auch der Grund, warum drei seiner Familienmitglieder schließlich sterben:

  • Juniors Oma wird von einem betrunkenen Autofahrer getötet.
  • Sein Onkel Eugene wird beim Streit um den letzten Tropfen Alkohol erschossen.
  • Seine Schwester Mary kommt bei einem Feuer ums Leben, das entstand, weil alle Anwesenden betrunken waren und nicht darauf achteten.

Rassismus

Bereits in den ersten 15 Seiten des Romans wird deutlich, dass Rassismus ein integraler Teil des Lebens als Native American ist. Junior spricht über seine gesundheitlichen Probleme und beschreibt dabei, dass er zehn seiner Zähne gezogen bekommen musste. Das folgende Zitat zeigt Dir, wie sein Zahnarzt mit ihm umging:

[...] our white dentist believed that Indians only felt half as much pain as white people did, so he only gave us half the Novocain.1

Novocain ist ein Narkotikum, das verabreicht wird, um Operationen schmerzfrei zu machen. Juniors Zahnarzt gab ihm jedoch nur die Hälfte der Dosis, da er der rassistischen Meinung war, Junior würde als Native American nicht mehr benötigen.

Zwei weitere Formen von Rassismus werden durch Junior selbst deutlich. Zum einen der verinnerlichte Rassismus, der dazu führt, dass er sich als Native American als weniger wert fühlt als die Menschen in Reardan. Das wird besonders deutlich durch das folgende Zitat:

You start believing that you're poor because you're stupid and ugly. And then you start believing that you're stupid and ugly because you're Indian. And because you're Indian you start believing you're destined to be poor. It's an ugly circle and there's nothing you can do about it.1

Junior beschreibt, wie seine Armut damit zusammenhängt, dass er ein Native American ist. Dabei benutzt er das Wort believing, das "glauben" bedeutet und so zeigt, dass es sich nicht um einen Fakt handelt. Gleichzeitig macht Junior mit den Worten there's nothing you can do about it deutlich, dass er nicht daran glaubt, etwas ändern zu können. Die Assoziationen zwischen Armut und Native Americans sind also selbst für ihn so tief verwurzelt, dass er sich ihnen nicht entziehen kann.

Zum anderen zeigt sich Rassismus durch Junior, als er über Penelope schreibt. Statt sie beim Namen zu nennen, schreibt er Rowdy in einem Brief:

I'm in love with a white girl.1

Rowdy antwortet ihm mit einer Beleidigung und, dass er Native Americans Leid sei, die weiße Frauen wie eine Trophäe behandeln. Junior hebt Penelope auf eine höhere Stufe als sich selbst und suggeriert dadurch, dass weiße Frauen mehr wert seien, als Native Americans. Auch das ist eine Form des Rassismus, da dadurch das Individuum an sich verloren geht und idealisiert wird.

Identitätsfindung

Da es sich um eine coming of age novel handelt, ist das Heranwachsen Juniors ein wichtiger Teil des Romans. Besonders die Identitätsfindung spielt eine große Rolle: Junior ist zwar ein Native American, aber er sieht, dass er nicht weiter im Reservat leben kann, ohne sich selbst dabei zu verlieren. So beschreibt er das Reservat zum Beispiel wie folgt:

If the government wants to hide somebody, there's probably no place more isolated than my reservation, which is located approximately one million miles north of Important and two billion miles west of Happy.1

Er sieht das Reservat als einen unwichtigen und unglücklichen Platz an, was er durch die Entfernung der Millionen und Billionen Meilen beschreibt. Um dieser Hoffnungslosigkeit zu entkommen, geht Junior auf die Reardan High School. Zuvor musste er sich mit Mobbing und der Armut seines Reservats zurechtfinden, nun stellt er fest, dass er sich zwischen zwei Welten befindet.

I was half Indian in one place and half white in the other. 1

Dieses Zitat verdeutlicht, dass er zwischen dem Leben im Reservat und in Reardan steht. Auch in seinem Namen wird das deutlich: Im Reservat wird er Junior genannt und an Reardan Arnold.

Im Laufe des Romans findet Junior vor allem durch den Sport, also Basketball, seine Identität und fühlt sich weniger zerrissen zwischen seinem Leben in Reardan und dem Reservat. So endet der Roman mit folgenden Worten:

I realized that sure, I was a Spokane Indian. I belonged to that tribe. But I also belonged to the tribe of Ameican immigrants. And to the tribe of basketball players. And to the tribe of bookworms. [...] And that's when I knew that I was going to be okay.1

Junior findet also Frieden in seiner Identität. Er muss sich nicht länger für eine Seite entscheiden, wie es ihn den Roman über beschäftigt hat, sondern er realisiert, dass Identität mehr ist als sein Stamm oder "Weiß-Sein".

Sprache und Bilder

Die Sprache in "The True Diary of a Part-Time Indian" ist einfach und direkt gehalten, da sie einen 14-jährigen Jungen widerspiegeln soll. Gleichzeitig wirken viele Passagen reflektierend. Es handelt sich also nicht um einen Jugendlichen, der eine rosige Kindheit hatte, sondern um eine Person, die früh reifen musste. Das ist vor allem dem frühen Tod von Familienmitgliedern, sowie seiner Kindheit und Jugend in Armut zuzuschreiben.

Die direkte Sprache sorgte dafür, dass in einigen Schulen gefordert wurde, den Roman aus dem Lehrplan zu nehmen. Viele sahen ein Problem darin, dass beleidigendes und diskriminierendes Vokabular verwendet wurde.

Beispiele dieser direkten Sprache sind Beleidigungen, die im Roman oft vorkommen, um die Realität eines Mobbingopfers darzustellen.

Besonders auffällig ist außerdem, die Gegenüberstellung von positiven und negativen Ereignissen im Roman. Drückt sich ein Charakter besonders positiv aus, so kannst Du davon ausgehen, dass der Person im Laufe des Buchs etwas Schlimmes zustößt. Ebenso ist es aber auch andersherum: äußert sich Junior ängstlich und fürchtet Konsequenzen, so geschieht meist etwas Positives. Im Folgenden findest Du einige Beispiele für diese Gegenüberstellungen.

Im ersten Kapitel spricht Junior sehr gut von seinem Freund Rowdy. Er sagt, dass er ihm wichtiger und näher sei als seiner Familie und dass sie schon lange Freunde seien. Als Junior Rowdy jedoch mitteilt, dass er nach Reardan geht, wird Rowdy wütend und schlägt seinen besten Freund sogar. Daraufhin haben die beiden eine lange Zeit keinen richtigen Kontakt mehr zueinander.

In diesem Beispiel zeigt sich das Positive in Form von Juniors liebenden Worten gegenüber Rowdy. Das negative Ereignis, dass Rowdy den Kontakt zu ihm abbricht, steht dem entgegen. Das nächste Beispiel zeigt Dir den gegenteiligen Fall:

Junior wird im Unterricht wütend, dass er das gleiche Buch wie seine Mutter vor 30 Jahren benutzt. Daraufhin wirft er das Buch seinem Geometrielehrer Mr. P. an den Kopf. Junior wird für einige Tage der Schule verwiesen und bekommt Zuhause Besuch von seinem Lehrer. Mr. P. schreit ihn aber nicht an, sondern redet ruhig mit Junior und entschuldigt sich schließlich für die Dinge, die er in der Vergangenheit getan hat.

Bilder

Besonders wichtig sind neben der Sprache auch die Bilder bzw. Cartoons, die Du in "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" findest. Zum einen dienen sie dazu, dass Du ein besseres Bild von Charakteren bekommst. Zum anderen helfen sie Inhalte in einem näheren Detail zu beschreiben.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" – Interpretation

Da Bilder einen großen Anteil in "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" haben, sieh Dir das folgende Bild an, das Junior gezeichnet hat.

The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian Bildanalyse Junior StudySmarterAbbildung 3: Junior als "Part-Time Indian", teils Native American, teils weißQuelle: "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" Ellen Forney

Auf dem Bild siehst du Junior, der in der Mitte durch einen Strich geteilt wird. Seine linke Seite wird als white, also "weiß" betitelt und eingekästelt stehen die Worte a bright future, positive role models und hope. Des Weiteren wird sein Aussehen näher beschrieben:

  • Ralph Lauren Shirt
  • ergonomic backpack (with cell phone)
  • Timex wristwatch
  • Tommy Hilfiger khakis
  • the latest Air Jordans

Auf der rechten Seite hingegen sieht Du Juniors Native American Seite, die mit den Worten a vanishing past, a family history of diabetes and cancer und bone-crushing reality.

Auf dieser Seite wird sein Aussehen wie folgt beschrieben:

  • Kmart T-shirt
  • sears blue jeans (2 pairs for §19,99!)
  • no watch ("It's skin-thirty!")
  • glad garbage book bag
  • canvas tennis shoes (purchased in aisle 7 of a safeway supermarket)

Besonders auffällig ist dabei die Gegenüberstellung von hope, also "Hoffnung" und bone-crushing reality, also "zerschmetternde Realität". Hier wird das Vorurteil deutlich, dass Weiß-Sein etwas Gutes ist und eine Zukunft hat, während Juniors Identität als Native American als etwas Negatives, aber sehr reales beschrieben wird. Gleichzeitig macht die Zeichnung den Unterschied zwischen Juniors Bild von reichen und armen Menschen deutlich. Die weiße Kleidung wird mit bekannten Marken verbunden, wie Tommy Hilfiger, Air Jordans und einer Timex Armbanduhr. Auf der rechten Seite hingegen sind die Klamotten aus billigen Läden wie Kmart oder dem Supermarkt (seine Schuhe).

Die linke Seite des Bildes zeigt, wie Junior die weißen Menschen an der Reardan Schule sieht und er wünscht sich Teil dessen zu sein. Dieser Wunsch spiegelt sich auch im Titel des Werks wider, da er sein Dasein als Native American als Job sieht: eher etwas Lästiges, Anstrengendes, das einfach da ist.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" – Sherman Alexie

Sherman Alexie wurde 1966 in Wellpinit, dem Spokane-Reservat in Washington geboren, wo er bis 1980 aufwuchs und zur Schule ging. Sein Vater war Alkoholiker und seine Mutter arbeitete in verschiedenen Jobs gleichzeitig, um die siebenköpfige Familie zu ernähren.

Mit 14 besuchte Sherman eine High School in Reardan, wo er zu einem guten Schüler und Basketballspieler wurde. Daraufhin besuchte er die Gonzaga Universität, an der er Medizin und Jura studierte. Allerdings brach er das Studium wegen Alkoholproblemen ab. 1987 begann er an der Washington State Universität "Kreatives Schreiben" zu studieren.

Seine erste Veröffentlichung war 1992 eine Kurzgeschichtensammlung namens "The Business of Fancy Dancing". 1993 gewann er dafür den Hemmingway Award für das beste erste Buch. Daraufhin schrieb Sherman weitere Romane, Kurzgeschichten und auch Drehbücher, zu denen unter anderem die folgenden gehören:

  • "Reservation Blues" (1995)
  • "Smoke Signals" (1998)
  • "You Don't Have to Say You Love Me" (2017)

Der Roman "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" ist semi-autobiografisch und beschreibt Teile aus Sherman Alexies Leben. So sagte Sherman in einem Interview, dass er, genau wie Junior im Buch als the globe ("der Globus") bezeichnet wurde, da sein Kopf größer im Vergleich zum Rest seines Körpers ist. Auch Sherman hat Hydrocephalus. Außerdem besuchte Sherman eine High School in Reardan, obwohl er im Spokane-Reservat in Washington aufwuchs. Nach seinen Aussagen sind 78% des Romans wahr. Auch, dass Junior Basketball spielt und einen alkoholabhängigen Vater hat, entspricht der Realität Shermans.

Neben dem Hemmingway Award gewann Sherman Alexie weitere Preise für verschiedene seiner Werke. Darunter den American Book Award und PEN/Faulkner Award. Heute lebt Sherman gemeinsam mit seiner Frau und zwei Söhnen in Seattle.

The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian – Das Wichtigste

  • "The Absolute True Diary of a Part-Time Indian" wurde 2007 von Sherman Alexie geschrieben und ist ein semiautobiografischer Roman.
  • Inhalt:
    • Der Native American Arnold Junior Spirit wächst in dem Spokane-Reservat Wellpinit auf und beschließt in der nahegelegenen Kleinstadt Reardan zur Schule zu gehen. Er wird dafür verurteilt, dass er seinen Stamm verrät, findet nach ersten Anlaufschwierigkeiten und rassistischen Begegnungen jedoch Freund*innen in Roger, Penelope und Gordy.
    • Gegen Mitte seines Schuljahres sterben in kurzer Folge seine Großmutter, ein guter Freund der Familie, und seine Schwester.
    • Nachdem er mit den Verlusten umzugehen lernt, schließt er die Schule ab und findet auch wieder zu seinem Kindheitsfreund Rowdy eine Beziehung.
  • Themen: Identitätssuche zwischen Native American und Weiß-Sein, Rassismus, Armut, Alkoholismus
  • Ich-Erzähler Junior, mit einfacher und direkter Sprache, häufige Kontraste zwischen Positivismus und Negativität
  • Roman von Cartoons durchzogen, die von Junior gezeichnet sind und Details in Situationen bringen
  • Autor Sherman Alexie: selbst Spokane, 1966 geboren, besuchte die Reardan High School

Nachweise

  1. Alexie (2007). The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian. Little, Brown Books for Young Readers.
  2. Charles (2017). Textanalyse und Interpretation zu Scherman Alexie The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian. Bange Verlag.

Häufig gestellte Fragen zum Thema The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian

Der Autor Sherman Alexie sagte, dass "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" zu 78% wahr ist und auf seinem eigenen Leben beruht.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" wurde von Sherman Alexie geschrieben.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" wurde 2007 veröffentlicht.

"The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" wollte von verschiedenen Eltern verboten werden, die die Sprache zu direkt und diskriminierend fanden.

Finales The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian Quiz

Frage

Charakterisiere Junior stichpunktartig.

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Antwort

  • hat zu Beginn des Werkes wenig Selbstbewusstsein
  • malt gerne Cartoons
  • ist ein guter Schüler
  • spielt gerne und gut Basketball
  • hat Hydrocephalus und daraus resultierend schlechte Augen und 42 statt 32 Zähne, lispelt und stottert
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Wer ist Rowdy?

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Antwort

Juniors bester Freund seit der Kindheit

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Richtig oder falsch: Penelope hat Bulimie.

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richtig

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Frage

Nenne drei Freunde, die Junior an der Reardan High School findet.

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  • Roger
  • Penelope
  • Gordy
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Frage

Wer ist Mary?

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Antwort

Juniors Schwester

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Frage

Welche Themen behandelt "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian"?

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Antwort

  • Identitätsfindung
  • Armut
  • Rassismus
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Frage

Wie wird Junior von seinen Freunden in Reardan genannt?

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Antwort

Arnold

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Frage

Richtig oder falsch: Junior verliert drei nahestehende Menschen wegen Alkoholkonsum.

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Antwort

richtig

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Frage

Nenne die drei Formen des Rassismus, die in "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian" vorkommen.

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Antwort

  • direkter Rassismus von weißen gegenüber Native Americans
  • indirekter verinnerlichter Rassismus von Native Americans gegenüber sich selbst
  • verinnerlichter positiver Rassismus von Junior gegenüber Penelope
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Frage

Was ist die Erzählperspektive in "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian"?

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Antwort

Ich-Erzähler

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Frage

Was passiert, wenn Junior besonders positiv von etwas erzählt?

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Antwort

etwas negatives

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Frage

Richtig oder falsch: Junior und Rowdy sind am Ende des Romans keine Freunde mehr.

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Antwort

falsch

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Frage

Nenne die erste Situation, in der Junior Rassismus mitbekommen hat.

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Antwort

Sein Zahnarzt hat ihm nur die Hälfte des Narkotikums gegeben, da Native Americans mehr Schmerz ertragen würden.

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Frage

Zu welchem Schluss kommt Junior am Ende über seine Identität?

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Antwort

Er ist nur ein Spokane.

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Frage

Welches Stilmittel verwendet Sherman Alexie neben Text, um mehr Details zu vermitteln?

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Antwort

Cartoons/Bilder

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Frage

Wer ist der/die Autor*in von "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian"?

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Antwort

Sherman Alexie

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