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Emphase

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Emphase
Der Begriff Emphase leitet sich vom griechischen Wort émphasis ab und bedeutet so viel wie "Verdeutlichung".

Vielleicht kennst du das englische Verb "to emphasize", was ebenfalls mit "betonen" übersetzt werden kann.

Die Emphase gehört zu den Tropen. "Tropen" ist der Überbegriff für Stilmittel, die sich dadurch auszeichnen, dass sie einen Ausdruck durch einen anderen ersetzen. Das Gesagte weicht also von dem Gemeinten ab, indem es anders ausgedrückt wird. Stilmittel wie die Synekdoche, die Metapher, der Euphemismus, die Ironie, etc. zählen zu den Tropen.

Emphase: Definition, Stilmittel & Beispiel

Emphasen sind ein häufiges Phänomen der gesprochenen Sprache, unter anderem, weil das Gesagte meist erst durch die Aussprache und die Betonung richtig zum Ausdruck kommt. In der Literatur findest Du dieses Stilmittel daher vorwiegend in wörtlicher Rede bzw. in dramatischen Texten.

Die Emphase hilft, etwas zu verdeutlichen bzw. hervorzuheben. Dazu wird ein anderer Begriff verwendet, der die Eigenschaften des eigentlich gemeinten Begriffs beinhaltet.

Bei der Emphase handelt es sich um eine Begriffsverschiebung. Das gemeinte Wort wird durch einen Überbegriff ersetzt, der die Eigenschaft des gemeinten Wortes enthält.

Ein gängiges Beispiel aus dem Alltag wäre:

Ich bin doch auch nur ein Mensch.

Häufig sagt man diesen Satz, wenn man einen Fehler gemacht hat oder nicht alles perfekt hinbekommen hat. Gemeint ist demnach nicht der Mensch als biologisches Wesen, was die Kernbedeutung von Mensch ist. Der Begriff bezieht sich in diesem Kontext eher auf die Eigenschaft des Menschen, fehlbar zu sein. Die Bedeutung des Begriffs "fehlbar" wird auf den Überbegriff "Mensch" übertragen.

Ein berühmtes Beispiel aus der Weltliteratur nutzt ebenfalls den Begriff "Mensch".

"Zufrieden jauchzet Groß und Klein,

Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein."

(Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil.)

Auch in diesem Zitat wird der Begriff "Mensch" genutzt. Nachdem sich Faust in der Nacht zuvor das Leben nehmen wollte, macht er am nächsten Morgen mit seinem Schüler Wagner einen Osterspaziergang. Währenddessen spürt er die positiven Seiten des menschlichen Lebens. Mit dem Begriff Mensch sind demnach in diesem Kontext vor allem Eigenschaften des Menschen wie Zufriedenheit, Lebensfreude und Geselligkeit gemeint.

Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass die Drogeriemarktkette "dm" einen ihrer Werbeslogans von ebendiesem Zitat abgeleitet hat.

Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein.

Auch hierbei handelt es sich um eine Emphase. Der Begriff Mensch meint hier alle menschlichen Bedürfnisse, die "dm" erfüllen könne.

Wirkung der Emphase

Mit einer Emphase kann die Bedeutung einer Aussage verstärkt werden. Meistens wird die ursprüngliche Bedeutung des genannten Begriffs auf einen Ausdruck übertragen, der diesen verstärkt. So wird meist ein Überbegriff verwendet, der die Eigenschaften beinhaltet. Dadurch wird der eigentliche Begriff besonders hervorgehoben.

Beispielsweise macht es einen großen Unterschied, ob Du sagst:

Ich habe keine Lust, meine Hausaufgaben zu machen. Ich möchte mich lieber mit meinen Freunden treffen.

Oder:

Ich habe keine Lust, meine Hausaufgaben zu machen. Ich will einfach nur mein Leben leben.

Das erste Beispiel sagt einfach nur aus, dass es schönere Dinge gibt, als Hausaufgaben zu machen – in diesem konkreten Beispiel: Freunde treffen.

Der zweite Satz betont den vermeintlich geringen Wert von Hausaufgaben für das Leben. Hausaufgaben werden in dem Fall nicht zu einem erfüllten Leben dazu gezählt.

Wie bei jedem sprachlichen Mittel wird die konkrete Wirkung erst im Kontext des gesamten Satzes erkennbar und kann dementsprechend von Satz zu Satz abweichen.

Unterscheidung: Emphase und Metapher

Die Emphase ist ein Stilmittel der Begriffsverschiebung. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem geschriebenen Wort und seiner eigentlichen Bedeutung.

Ich bin auch nur ein Mensch.

Diese Aussage ist im Prinzip eine Rechtfertigung für einen Irrtum oder einen Fehler. Die Fehlbarkeit ist eine Eigenschaft des Menschen, deshalb handelt es sich (nur) um eine Begriffsverschiebung. Die Bedeutungen beider Wörter stehen miteinander in Verbindung.

Anders ist es bei der Metapher. Bei ihr handelt es sich um ein Stilmittel der Bedeutungsübertragung. Das heißt, dass das geschriebene Wort eigentlich keinen Bezug zum Gemeinten hat.

Paul ist ein Fuchs.

Gemeint ist: Paul ist schlau. Paul hat aber keine Ähnlichkeiten zu einem Fuchs. Die Bedeutung des Wortes "schlau" wird auf den Fuchs "übertragen", da dieses Tier vor allem in Fabeln und Märchen als intelligent beschrieben wird.

Wenn Du mehr zu dem Stilmittel wissen möchtest, lies Dir gerne unseren Artikel "Metapher" durch.

Unterscheidung: Emphase und Synekdoche

Die Unterscheidung zwischen Emphase und Synekdoche ist bedeutend schwieriger, da sich die beiden Stilmittel ähnlich sind. Auch bei der Synekdoche wird eine Bezeichnung verwendet, welche eigentlich eine Andere aus demselben Wortfeld meint.

Anders als bei der Emphase wird hier aber nicht zwingend ein Überbegriff gesucht; der Begriff kann auch eine ähnliche Bedeutung haben oder ein Teil vom Gemeinten sein.

Unser tägliches Brot gib uns heute. (Vater Unser)

In diesem Fall steht Brot für Nahrung. Es ist ein Beispiel für den Ersatz einer Gattung (Nahrung) durch eine Art (Brot) und dient v.a. zur Veranschaulichung.

Eine Synekdoche kann auch einen Teil für das Ganze ersetzen:

Wir leben unter einem Dach. (anstelle von Haus)

Oder der Singular kann den Plural ersetzen:

Die Jugend (anstelle von die Jugendlichen) von heute ist schwierig.

Wenn du mehr zur "Synekdoche" wissen möchtest, lies Dir gerne unseren Artikel dazu durch.

Emphase im Theater

Mit dem Begriff der Emphase muss nicht zwingend das Stilmittel gemeint sein. Es kann auch schlicht etwas verdeutlichen bzw. betonen.

Im Schauspiel gibt es verschiedene Arten, eine Aussage besonders hervorzuheben, die somit ebenfalls als Emphase bezeichnet werden können.

Phonetik

Es ist möglich, die Aussage phonetisch hervorzuheben. Die Phonetik beschäftigt sich mit der menschlichen Lauterzeugung. Soll eine Aussage also phonetisch hervorgehoben werden, handelt es sich um eine Betonung durch das Anheben oder Senken der Stimme.

Syntaktik

Gleichermaßen kann eine Aussage auf syntaktischer Ebene hervorgehoben werden. Die Syntax beschäftigt sich mit Sätzen und deren Aufbau. Eine Aussage kann hervorgehoben werden, indem sie beispielsweise durch eine rhetorische Frage oder eine Exklamatio (einen Ausruf) umgesetzt wird.

Deklamation

Eine weitere Möglichkeit der Betonung ist die Deklamation. Dabei handelt es sich um eine kurze Sprechpause vor oder nach dem Wort, welches betont werden soll.

Körpersprache

Zu guter Letzt spielen im Theater auch die Körpersprache, also Mimik und Gestik, eine bedeutende Rolle. Auch dadurch können Aussagen hervorgehoben werden.

Die zuletzt angeführten Punkte gelten in gleicher Weise für die Alltagssprache.

Emphase in gedruckten Werken

Die Körpersprache oder die phonetische Realisierung eines Ausdrucks lässt sich in gedruckten Werken schwer umsetzen. Andererseits spielt der syntaktische Aufbau auch hier eine große Rolle und auch Deklamationen können durch Gedankenstriche/-punkte o. ä. angedeutet werden.

Des Weiteren kommen in gedruckten Werken Markierungsmöglichkeiten zu Hervorhebung hinzu. Dazu gehören farbliche Markierungen, fett oder kursiv gedruckte Wörter oder eine andere Schriftart.

Emphase - Das Wichtigste

  • Emphase leitet sich vom griechischen Wort émphasis ab und bedeutet "Verdeutlichung".
  • Beim Stilmittel der Emphase wird ein anderer Begriff aus demselben Wortfeld verwendet, der den gemeinten Begriff mit einbezieht.
  • Die Begriffsverschiebung auf einen in der Regel bedeutungsvolleren Begriff soll die Bedeutung des Gemeinten steigern und betonen.
  • Die Emphase tritt meistens als Substantiv, manchmal auch als Verb oder Adjektiv auf.
  • Unter Emphase ist nicht zwingend das Stilmittel zu verstehen. Es kann auch einfach die Betonung eines Ausdrucks bedeuten. Diese findet sich häufig im Theater oder der Alltagssprache, kann aber auch in gedruckten Schriften vorkommen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Emphase

Unter Emphase im eigentlichen Sinne versteht man die Hervorhebung eines Ausdrucks. Die Emphase ist aber auch ein Stilmittel der Grenzverschiebung. Dabei wird ein anderer Begriff verwendet, der die Eigenschaften des eigentlich gemeinten Begriffs beinhaltet.

"Ich bin doch auch nur ein Mensch".

Impliziert wird hier die Fehlbarkeit des Menschen, nicht der Mensch als biologisches Individuum.

Finales Emphase Quiz

Frage

Was bedeutet "Emphase" wörtlich übersetzt?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Begriff Emphase leitet sich vom griechischen Wort émphasis ab und bedeutet so viel wie "Verdeutlichung".

Frage anzeigen

Frage

Was ist die Wirkung der Emphase?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch die Bedeutungsübertragung auf einen bedeutungsvolleren Begriff wird dieser hervorgehoben.

Frage anzeigen

Frage

Welche Bedeutung kann die Emphase neben dem Stilmittel noch haben?

Antwort anzeigen

Antwort

Mit Emphase kann auch einfach die Betonung eines Wortes gemeint sein.

Frage anzeigen

Frage

Wie funktioniert das Stilmittel Emphase?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Bedeutung des gemeinten Begriffs wird auf einen Überbegriff übertragen.

Frage anzeigen

Frage

Womit kann man Wörter betonen?

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Antwort

Mit Phonetik, Syntaktik, Deklamation und Körpersprache kann man Wörter betonen.

Frage anzeigen

Frage

Er hat ein Herz aus Stein.

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Antwort

Emphase

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Frage

Solange du unter meinem Dach wohnst, gelten meine Regeln.

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Antwort

Emphase

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Frage

Du bist eine richtige Dame geworden!

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Antwort

Emphase

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Frage

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Emphase und einer Synekdoche?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei der Synekdoche handelt es sich, anders als die Emphase, nicht zwingend um einen Überbegriff.

Frage anzeigen

Frage

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Emphase und einer Metapher?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei der Emphase handelt es sich um eine Bedeutungsverschiebung; bei der Metapher um eine Bedeutungsübertragung.

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