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Metonymie

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Deutsch

Der Begriff Metonymie geht auf den griechischen Begriff "metōnymíā" zurück. Es lässt sich mit "Umbenennung" oder "Namensvertauschung" übersetzen. Es geht also um das Umbenennen einer Sache.

Bei der Metonymie wird ein Wort durch ein anderes ersetzt. Dabei kommen beide Wörter aus demselben Themenbereich und stehen in einer realen Beziehung zueinander. Das wird auch als Kontiguität bezeichnet.

Kontiguität beschreibt das Verhältnis inhaltlich benachbarter Wörter. Sie bezeichnet die begriffliche Nähe von Inhalten.

Es gibt verschiedene Formen der Kontiguität. Alle basieren auf einer Beziehung zwischen Wörtern. Unterschieden wird in:

  • situative Kontiguität: hier – da, Ich – Du
  • kulturelle Kontiguität: Operation – Krankenhaus, Zug – Schiene
  • ontologische Kontiguität: Pflanze – Wurzel, Schwein – grunzen
  • logische Kontiguität: Frage – Antwort, Start – Landung, Anfang – Ende

Beispiel: Die Lehrerin stand vorn, merkte aber gar nicht, was hinten vor sich ging.

In diesem Satz gibt es eine situative Kontiguität. Durch das Wort "Lehrerin" ist der Kontext klar. Du befindest dich in einem Klassenraum und hinten in diesem Raum passiert etwas, was der Lehrerin entgeht. Die Wörter "vorn" und "hinten" sind inhaltlich benachbarte Wörter. Sie stehen also in einem realen Zusammenhang.

Beim Verwenden der Metonymie gibt einen logischen, räumlichen, ursächlichen oder auch zeitlichen Zusammenhang zwischen Gesagtem und Gemeintem. Metonymien meinen also etwas anderes, als sie sagen, werden aber nicht beliebig gewählt.

Die Metonymie gehört in die Gruppe der Tropen, denn sie spielt mit der Bedeutung von Wörtern.

Trope: Tropen sind rhetorische Stilmittel. Trope ist ein Überbegriff. Dazu gehören alle Stilmittel, die etwas anderes sagen, als sie meinen. Damit wird die Sprache ausgeschmückt – sie wird lebendiger und anschaulicher.

Anwendung der Metonymie

Es gibt sieben Formen der Metonymie. Diese sind nicht willkürlich gewählt, sondern wurden von einem antiken römischen Lehrer der Rhetorik, Quintilian (35–96 n. Chr.), vorgeschlagen.

1. Ursache einer Sache für Sache

Bei dieser Form steht die Ursache (zum Beispiel der Erzeuger oder der Urheber) einer Sache für die Sache selbst. Das kann ein Erfinder sein, der für eine Erfindung steht, ein Autor für ein Werk, ein Künstler für ein Kunstwerk, ein Regisseur für einen Film oder auch Gottheiten für ihre Aufgabe.

Ich habe Goethe gelesen.

Wenn Du also sagst, dass Du "Goethe liest", dann meinst Du nicht, dass Du den Autor selbst liest, sondern Du meinst seine Werke (zum Beispiel Faust, Erlkönig, Der Zauberlehrling). Goethe (der Urheber) steht also stellvertretend für das Werk (das Erzeugnis). Der Begriff Goethe steht dabei in einer realen Beziehung zu dem von ihm verfassten Werk.

Ich habe mir gestern einen Van Gogh angesehen.

Gemeint ist hier ein Werk des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh, welches Du dir angeschaut hast (z.B. Sternennacht). Der Künstler (Urheber) steht für sein Werk (Erzeugnis).

Amor versteckt sich vor mir.

Amor ist der Gott der Liebe. Amor (Urheber) steht hier für die Liebe (Erzeugnis), die Du nicht findest.

Ich schaue mir den neuen Spielberg an.

Wenn Du ins Kino gehst und diesen Satz sagst, ist jedem klar, dass Du dir einen Film von Steven Spielberg anschaust, nicht den Regisseur selbst.

2. Sache für Ursache einer Sache

Hier verhält es sich genau anders herum. Die Sache selbst wird anstelle der Ursache (Erzeuger, Urheber) genannt.

Ich schenke dir Freude.

Natürlich schenkst Du nicht wirklich Freude. Aber aus dem, was Du schenkst, resultiert Freude. Die Freude ist also die Wirkung der Sache, die Du schenkst.

3. Rohstoff für das Produkt

Eine weitere Form der Metonymie liegt vor, wenn ein Rohstoff anstelle eines daraus erzeugten Produktes genannt wird.

Du hast tote Bäume in deinen Regalen stehen.

Auch hier ist etwas anderes gemeint, als gesagt wird. Die Bücher in den Regalen sind aus Holz – also Bäumen –gemacht. Anstelle der fertigen Ware, dem Buch, nennst Du aber den Rohstoff, das Holz, aus dem das Papier für die Bücher hergestellt wird. Alternativ könntest Du auch sagen: "Du hast viel Papier in Deinem Regal stehen."

Du solltest kein Leder tragen.

Leder ist ein Rohstoff, der erst verarbeitet werden muss, ehe er als Kleidung getragen werden kann. Hier ist also nicht das Leder an sich gemeint, sondern vielleicht Schuhe aus Leder oder eine Lederjacke.

Ein ähnliches Beispiel bezieht sich auf Fell.

Du sollst kein totes Tier tragen.

4. Person für eine Sache

Hier steht eine Person für eine Sache oder ein Befehlshaber für eine Truppe.

Der Nachbar wurde gestern weggespült.

Ein Satz, der anders gemeint ist, als das was gesagt wird, denn nicht der Nachbar wurde weggespült, sondern sein Haus.

5. Kollektivabstraktum für Konkretum

Bei dieser Form wird ein Kollektivabstraktum für ein Konkretum gebraucht.

Abstraktum: Als Abstraktum wird etwas bezeichnet, wenn es nicht gegenständlich ist. Nicht gegenständlich ist zu verstehen als nicht "berührbar". Dazu gehören zum Beispiel Gefühle, Handlungen, Zustände, Zeitangaben, Eigenschaften und Ähnliches.

Beispiele für Abstrakta sind:

Liebe, Glück, Stress, Freude, Vormittag.

Konkretum: Ein Konkretum ist etwas Gegenständliches. Du könntest es also anfassen.

Gemeint ist etwas Dingliches, also zum Beispiel:

Schmetterling, Auto, Kirche, Kind.

Ein nicht-gegenständliches Wort wird für die Masse, das Kollektiv gebraucht. Gemeint ist aber das Konkrete. Dabei ist das Konkretum meist Teil des Kollektivs, das genannt wird. Damit wird eine reale Beziehung zwischen Gesagtem und Gemeintem hergestellt.

Der Markt regelt die Nachfrage.

Gemeint ist hier, dass die Akteure am Markt die Nachfrage regeln, also die Käufer. Die Käufer sind das Konkretum, der Markt das Kollektivabstraktum.

6. Ort, Land, Gefäß, Zeit für Inhalt oder Person(en)

Steht ein Ort, ein Land, ein Gefäß oder eine Zeit für einen Inhalt oder für eine oder mehrere Personen, handelt es sich auch um eine metonymische Form.

Der Expressionismus hat viele Gedichte hervorgebracht.

Nicht der Expressionismus hat die Gedichte geschrieben, sondern die Dichter, die in der Zeit des Expressionismus lebten. Die Zeit (Expressionismus) steht hier für seine Vertreter (Personen).

7. Sinnbild (Symbol) für etwas Abstraktes

Bei dieser Form steht ein Symbol für etwas Abstraktes, also etwas, was nicht gegenständlich ist.

Um gute Noten zu bekommen, musst Du den Berg erklimmen.

Der Berg (Symbol) steht für Erfolg (Abstraktum). Den Berg zu erklimmen heißt nicht, Bergsteigen zu müssen, sondern durch eigene Anstrengungen Erfolg zu haben. Zum Beispiel: Wenn Du viel lernst, bekommst Du bessere Noten.

Abgrenzung der Metonymie zu anderen Stilmitteln

Die Metonymie ähnelt in ihrer Verwendung anderen rhetorischen Stilmitteln. Sie ist verwandt mit der Metapher sowie mit der Synekdoche. In einzelnen Fällen kann es zu Überschneidungen der Stillmittel kommen.

Metapher

Die Metapher ist eine sprachliche Bedeutungsübertragung. Dabei werden zwei Bereiche miteinander verbunden, die keine reale Beziehung zueinander haben.

"Die grüne Lunge."

Die grüne Lunge steht im allgemeinen Sinn für Bäume, also zum Beispiel einen Park oder einen Wald. Im übertragenen Sinn kommt das Organ ins Spiel, denn Bäume produzieren Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen. Und das machen wir mit der Lunge.

Der Unterschied zwischen Metapher und Metonymie besteht darin, dass eine Metapher stets einen Begriff aus einem anderen Bereich verwendet – die Bedeutungsübertragung findet zwischen zwei nicht miteinander verbundenen Bereichen statt. Bei der Metonymie hingegen steht das Gesagte und Gemeinte immer in einer realen Beziehung zueinander.

Synekdoche

Die Synekdoche arbeitet mit Ober- und Unterbegriffen. Anders gesagt mit Begriffen für das Allgemeine und das Besondere. Das Ersetzen funktioniert dabei in beide Richtungen.

Ein Dach über dem Kopf haben.

Damit ist nicht das Dach selbst, sondern eine Wohnung oder ein Haus gemeint. Das Dach ist nur Teil des Ganzen, also ein Unterbegriff.

Es gibt eine Form der Metonymie, die sehr stark der Synekdoche ähnelt. Die Form, welche ein Gefäß, eine Zeit, einen Ort oder ein Land anstelle des Gemeinten nennt.

Ein Glas trinken.

Dieses Beispiel ist eine Synekdoche, weil das Glas als Teil eines Ganzen (sämtliche Trinkgefäße) eingesetzt wird. Es ist also ein Unterbegriff. Gleichzeitig ist es auch eine Metonymie, weil das Gefäß stellvertretend für den Inhalt steht. Es wird nicht das Glas, sondern der Inhalt getrunken.

Die meisten Synekdochen können auch Metonymien sein, aber nicht umgekehrt.

Die Wirkung der Metonymie

Der Zuhörer oder Leser wird dazu animiert, über das Gesagte nachzudenken – es bleibt somit auch länger im Gedächtnis. Außerdem kann das Gesagte verbildlicht werden. Beim Spruch "Sie zaubert ihm mit diesem Satz ein Lächeln in das Gesicht", entsteht ein Bild im Kopf des Zuhörers oder Lesers. Metonymien sorgen also auch dafür, abstrakte Dinge besser darstellen zu können.

Metonymie - Das Wichtigste

  • Es wird etwas anderes gesagt, als gemeint ist.
  • Ein Wort wird durch ein anderes aus demselben Themenbereich ersetzt.
  • Es gibt einen logischen, räumlichen, ursächlichen oder auch zeitlichen Zusammenhang zwischen Gesagtem und Gemeintem.
  • Verwandt mit Metapher und Synekdoche.
  • Lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers.

Metonymie

Es gibt mehrere Stilmittel, mit denen etwas anderes gesagt wird, als gemeint ist. Dazu gehören zum Beispiel die Metapher, die Metonymie und die Synekdoche.

Die Metonymie lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers. Sie verbildlicht Gesagtes und regt den Zuhörer zum Nachdenken an. Das Bild, das dabei entsteht, bleibt lange im Gedächtnis.

Die Metonymie ist ein Stilmittel, bei dem ein Wort durch ein anderes ersetzt wird. Beide Wörter kommen aus demselben Themenbereich und stehen in einer realen Beziehung zueinander. 

Metonymisch ist eine Aussage, wenn sie eine Metonymie enthält. Dieser Satz ist dann nicht wortwörtlich zu verstehen, sondern als etwas, das anders gemeint ist. Eine metonymische Aussage ist zum Beispiel: "Goethe lesen."

Finales Metonymie Quiz

Frage

Was bedeutet Metonymie ins Deutsche übersetzt?

Antwort anzeigen

Antwort

Umbenennung

Frage anzeigen

Frage

Bei der Metonymie stimmen Gesagtes und Gemeintes ...

Antwort anzeigen

Antwort

nicht überein.

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Formen der Metonymie gibt es?

Antwort anzeigen

Antwort

7

Frage anzeigen

Frage

Welches der Beispiele gehört zur Form "Erzeuger für Erzeugnis"?

Antwort anzeigen

Antwort

Ich habe Schiller gelesen.

Frage anzeigen

Frage

Zu welcher Form der Metonymie gehört der folgende Satz: 


Der Nachbar ist abgebrannt.

Antwort anzeigen

Antwort

Besitzer für Besitztum.

Frage anzeigen

Frage

Zu welcher Form der Metonymie gehört der folgende Satz:


Wir gehen ein Glas trinken.

Antwort anzeigen

Antwort

Gefäß, Zeit, Ort oder Land für Inhalt.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet Kontiguität?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Verhältnis inhaltlich benachbarter Wörter.


Frage anzeigen

Frage

Metonymie ist verwandt mit den Stilmitteln Metapher und Elipse.

Antwort anzeigen

Antwort

Falsch

Frage anzeigen

Frage

Welche Wirkung erzielt die Metonymie?

Antwort anzeigen

Antwort

​Sie verbildlicht Gesagtes.

Frage anzeigen

Frage

Bei der Metonymie gibt es  einen logischen, räumlichen, ursächlichen oder auch zeitlichen Zusammenhang zwischen Gesagtem und Gemeintem.


Antwort anzeigen

Antwort

Richtig.

Frage anzeigen

Frage

Zu welcher Form der Metonymie gehört der folgende Satz:


Das Stadion jubelt.

Antwort anzeigen

Antwort

Gefäß, Zeit, Ort, Land für Inhalt 


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