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Sympathikus

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Biologie

In diesem Artikel geht es um den Sympathikus. Wir erklären dir, was der Sympathikus ist, wie er die Organe in unserem Körper steuert und alles Wissenswerte, was du zum Sympathikus wissen solltest. Dieser Artikel gehört zum Fach Biologie und erweitert das Thema Neurobiologie.



Allgemeines zum Sympathikus 


Hast du dich schon einmal gefragt, warum vor einer wichtigen Prüfung dein Herz anfängt zu rasen und dein Mund plötzlich ganz trocken wird? Vielleicht sieht dir dein Prüfer die Aufregung sogar an deinen großen Pupillen an. 


Diese Reaktionen sind typische “Fight-or-Flight”-Reaktionen, die durch den Sympathikus ausgelöst werden. Der Sympathikus ist der Teil des vegetativen (d.h. des unwillkürlichen) Nervensystems, der anregend auf unsere Organe wirkt. Sein Ursprungsgebiet sind die Seitenhörner des Rückenmarks. Die dort entspringenden Nervenfasern erreichen, nachdem sie in den Ganglien umgeschaltet werden, nahezu alle Organe des Körpers.


Bekommst du es während eines Horrorfilms oder vor einer Prüfung mit der Angst zu tun, so zeigen sich die gleichen körperlichen Reaktionen wie bei einem Tier, das seinem Feind gegenübersteht. Ihm bleiben zwei Reaktionsmöglichkeiten: kämpfen oder fliehen. 



Unabhängig davon, für welche der beiden Optionen das Tier sich entscheidet, wird der Körper sich an die Situation anpassen und optimale Bedingungen für Kampf oder Flucht schaffen: Die Bronchien erweitern sich, damit das Blut ausreichend mit Sauerstoff angereichert werden kann, das Herz klopft schnell und stark, sodass die Muskulatur gut durchblutet wird, die Verdauung wird heruntergefahren und vieles mehr. 


Wie genau das alles funktioniert, erfährst du in den folgenden Abschnitten.



Anatomie des Sympathikus


Wie bereits erwähnt, liegen die Zellkörper der sympathischen Nervenzellen in den Seitenhörnern des Rückenmarks. 


Die Seitenhörner sind Bereiche in der grauen Substanz des Rückenmarks. Dieser Anteil des Rückenmarkes enthält vor allem die Zellkörper von Nervenzellen, was ihn gräulich erscheinen lässt. Im Gegensatz dazu steht die weißen Substanz, welche ihre Farbe durch die vielen in ihr gelegenen, myelinisierten Nervenfasern erhält. 


Genau genommen findet man diese vegetativen Seitenhörner in den Rückenmarkssegmenten C8 bis L3, also im Bereich des Brust- und Lendenmarks. Deswegen spricht man im Bezug auf den Sympathikus auch von einem "thorakolumbalen System". 


thorakal = zum Brustbereich gehörig

lumbal = zum Lendenbereich gehörig 


Von den Seitenhörnern aus ziehen die Nervenfasern der sympathischen Neuronen zunächst zusammen mit den motorischen Nervenfasern, die für die willkürlichen Bewegungen des Körpers verantwortlich sind, durch die Vorderwurzel des Rückenmarks. 


Die Vorder- und die Hinterwurzel eines Rückenmarkssegments vereinigt sich im weiteren Verlauf zu einem Spinalnerven. Die motorischen Nervenfasern verlaufen in diesem Spinalnerven weiter. Die sympathischen Fasern dagegen zweigen vor der Vereinigung zum Spinalnerv ab und ziehen als sogenannte rami communicantes albi zu den Paravertebralganglien des Grenzstranges. 


Der Grenzstrang, der auch als Truncus sympathicus bezeichnet wird, verbindet perlschnurartig die einzelnen sympathischen Paravetebralganglien miteinander. 


Die Paravertebralganglien heißen so, weil sie direkt neben ( = para)  den Wirbeln (=  vertebrae) liegen.


Für jedes Segment des Rückenmarks gibt es auf jeder Seite ein solches sympathisches Ganglion. Diese Ganglien sind die Ansammlungen der Nervenzellkörper, in denen eine Umschaltung von dem ersten auf das zweite Neuron des Sympathikus erfolgt. Hier wird der Reiz über eine Synapse von der einen auf die anderen Nervenzelle übertragen.


Die Nervenfaser der zweiten (postganglionären) Nervenzelle gelangt dann in Form eines weiteren Verbindungsastes, ramus communicans griseus, wieder zum Spinalnerven zurück. Im Spinalnerv verlaufend erreichen die sympathischen Nervenfasern ihre Erfolgsorgane. Als Erfolgsorgane bezeichnet man die Organe, auf die der Reiz am Ende übertragen werden soll.


Axone, also Nervenfasern, welche sich vor dem Ganglion befinden, bezeichnet man auch als präganglionär, während man Axone nach dem Ganglion als postganglionär bezeichnet.


Das Rückenmark, die austretenden Nervenfasern und dementsprechend auch der Grenzsstrang verhalten sich symmetrisch. Deshalb kannst du dir den Grenzstrang vorstellen wie eine Strickleiter, die entlang der Wirbelsäule verläuft und sich von der Schädelbasis bis zum Steißbein erstreckt.



Abb. 1: Schematische Darstellung der Anatomie des Sympathikus



Über diese Strickleiter erreichen also sympathische Nervenzellen fast alle Organe des Körpers. Im Halsbereich gibt es aber eine Besonderheit. 


Das erste Brustganglion ist nämlich mit dem Ganglion inferius, dem letzten der drei Halsganglien, zum Ganglion stellatum verschmolzen. Der Name kommt daher, dass dieses Ganglion mit seinen Abzweigungen einem Stern ähnelt. Die anderen beiden Halsganglien, das Ganglion superius und medius, sind nicht verschmolzen und stehen somit alleine. 


Besonders ist außerdem, dass alle drei in den Halsganglien umgeschalteten Neurone aus dem gleichen Rückenmarkssegment - nämlich C8 - entspringen.


Da auch die Kopfregion sympathisch versorgt werden muss, entsendet das oberste Halsganglion, das Ganglion cervicale superficiale, Nervenfasern zum Kopf. Dort können sie dann z.B. sympathisch auf die Augen, auf die Tränendrüsen und die Speicheldrüsen einwirken.


Neben der Paravertebralen Ganglien gibt es im Sympathikus noch die prävertebralen Ganglien. Aus diesen Ganglien ergeben sich die Nervi Splanchnici. Dazu gehören:


  • der N. splanchnicus major, 

  • der N. splanchnicus minor,

  • der N. splanchnicus tertius,

  • die Nn. splanchnici lumbales und

  • die Nn. splanchnici sacrales.


Die Zellkörper der Nn. splanchnici liegen im Seitenhorn des Rückenmarks. Hier erfolgt also keine Umschaltung in den Paravertebralganglien. Trotzdem passieren die Nn. splanchnici die paravertebralen Ganglien. Die Aufgabe der Nervi splanchnici ist die vegetative Versorgung der inneren Organe. 


Nicht zu verwechseln sind die Paravertebralganglien mit den Paraganglien des Sympathikus. 


Als größtes Paraganglion kann das Nebennierenmark betrachtet werden.  Dieses Paraganglion enthält modifizierte Neurone, sogenannte chromaffine Parenchymzellen. Diese besonderen Zellen produzieren die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin. Das Nebennierenmark wird durch präganglionäre sympathische Fasern erreicht und besagte Zellen reagieren bei einer Ausschüttung von Acetylcholin mit einer Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin.


Adrenalin und Noradrenalin sind sich sehr ähnlich. Das ist auch naheliegend, da Noradrenalin in unserem Körper die Vorstufe von Adrenalin ist. Adrenalin spielt aber als Neurotransmitter eine untergeordnete Rolle und entfaltet seine Wirkung vielmehr als Hormon. Welche Bedeutung das Noradrenalin im sympathischen Nervensystem hat, werden wir uns im nächsten Abschnitt anschauen. 



Neurotransmitter des Sympathikus


Elementar für das Gegenspiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus ist, dass beide Systeme unterschiedliche Botenstoffe verwenden. Die Botenstoffe des Nervensystems bezeichnet man als Neurotransmitter. Durch die verschiedenen Neurotransmitter von Sympathikus und Parasympathikus, sowie die entsprechenden Rezeptoren, weiß das Organ sozusagen, ob es seine Aktivität erhöhen oder senken soll. 


Es gibt zwei wichtige Neurotransmitter des Sympathikus:



Acetylcholin


Acetylcholin ist der Neurotransmitter bei der Umschaltung vom ersten auf das zweite sympathische Neuron. Das bedeutet, dass das präganglionäre Neuron an der Synapse Acetylcholin ausschüttet. Das Acetylcholin wird dazu in den Endknöpfen der Nervenfasern produziert.


Noradrenalin


Das zweite sympathische Neuron hingegen schüttet kein Acetylcholin aus. Stattdessen benutzt es zur Kommunikation mit dem Zielorgan Noradrenalin, welches aus der Aminosäure Tyrosin gebildet wird. Dieser Unterschied ist wichtig, weil der Parasympathikus sowohl an seinem prä-, als auch an seinem postganglionären Neuron Acetylcholin ausschüttet. 


Durch die verschiedenen Neurotransmitter an den Erfolgsorganen ist also die Entfaltung der verschiedenen Wirkungen möglich. Lediglich an den Schweißdrüsen und dem Nebennierenmark wird auch vom Sympathikus Acetylcholin als Botenstoff genutzt.



Abb. 2: Neurotransmitter des Sympathikus



Die Rezeptoren für das Noradrenalin bezeichnet man als Adrenorezeptoren. Sie lassen sich einteilen in α- und ß-Rezeptoren. Bei den Rezeptoren für das präganglionär ausgeschüttete Acetylcholin handelt es sich um nikotinerge Acetylcholinrezeptoren. 


Nikotinerge Acetylcholinrezeptoren heißen so, weil neben Acetylcholin auch Nikotin diese Rezeptoren aktivieren kann. Neben den nikotinergen Acetylcholinrezeptoren gibt es die muskarinergen Acetylcholinrezeptoren. Sie werden neben Acetylcholin auch durch Muskarin, einem Pilzgift, aktiviert. Muskarinerge Acetylcholinrezeptoren findet man z.B. im Parasympathikus.


Die verschiedenen Neurotransmitter werden nochmal relevant, wenn wir uns mit der medikamentösen Beeinflussung des Sympathikus beschäftigen. 



Funktionen des Sympathikus


Der Sympathikus ist Teil des vegetativen Nervensystems. Das vegetative Nervensystem wird auch als autonomes (= eigenständiges) Nervensystem bezeichnet, da es die unwillkürlich ablaufende Vorgänge steuert, die vom Menschen nicht direkt bewusst gesteuert werden können. 


Das vegetative Nervensystem setzt sich zusammen aus dem Sympathikus, dem Parasympathikus (dem Gegenspieler des Sympathikus) und dem enterischen Nervensystem. Letzteres liegt zwischen den Muskeln des Magen-Darm-Traktes und wirkt dort als eigenständiges Nervensystem. Trotzdem können Sympathikus und Parasympathikus es beeinflussen. 


Dem vegetativen Nervensystem steht das somatische Nervensystem gegenüber. Es wird auch als animalisches oder willkürliches Nervensystem bezeichnet, weil es die bewusst ablaufenden Körperfunktionen, z.B. bewusste Bewegungen steuert.


Neben der funktionellen Einteilung des Nervensystems in vegetativ und somatisch ist auch eine topographische Einteilung nach der Lage im Körper möglich. Hierbei unterscheidet man das zentrale Nervensystem, bestehend aus Rückenmark und Gehirn, und das periphere Nervensystem.


Der Sympathikus sorgt in Stresssituationen dafür, dass die Leistung des Individuums erhöht wird. Deswegen bezeichnet man die Wirkungen des Sympathikus auch als ergotrop, also als leistungssteigernd. Das zeigt sich an verschiedenen Organen auf unterschiedliche Weise. 


Wirkung des Sympathikus auf die Augen


Der Sympathikus führt am Auge zur Mydriasis, also zur Weitstellung der Pupille. Das ist möglich, weil sympathische Nervenfasern den Pupillenerweiterer versorgen. Außerdem versorgen die Fasern Anteile Augenmuskulatur, welche beim Anheben des Oberlides mitwirkt.


Wirkung des Sympathikus auf das Herz


Der Sympathikus wirkt sich in verschiedener Weise auf das Herz aus. Man beschreibt seine Effekte am Herzen als


  • Positiv chronotrop, da er die Herzfrequenz steigert;

  • Positiv inotrop, da er die Kontraktionskraft des Herzens steigert;

  • Positiv dromotrop, da er die Erregungsleitung beschleunigt;

  • Positiv lusitrop, da er zu einer schnelleren Relaxation des Herzmuskels führt. 


Wirkung des Sympathikus auf die Lunge


In der Lunge führt der Sympathikus zu einer Erweiterung der Bronchien. Dadurch kann mehr Luft in die Lunge gelangen. Diesen Effekt kann man sich auch bei der Asthmabehandlung zunutze machen, da bei dieser Erkrankung die Atemwege verengt sind.


Wirkung des Sympathikus auf den Magen-Darm-Trakt


In den bisher betrachteten Beispielen hatte der Sympathikus eine aktivierende Wirkung. Im Magen-Darm-Trakt verhält sich der Sympathikus etwas anders. 


Während der Flucht oder während eines Kampfes ist eine angeregte Verdauung der Nahrung eher störend als hilfreich und die Durchblutung der Muskulatur hat Vorrang. Es ist also naheliegend, dass der Sympathikus auf den Magen-Darm-Trakt hemmend wirkt. Überwiegt die Wirkung des Sympathikus im Magen-Darm-Trakt, so nimmt die Bewegung und die Aktivität von Drüsen des Gastrointestinaltraktes ab.



Sonstige Wirkungen des Sympathikus


Neben den besprochenen Organen wirkt der Sympathikus auf viele weitere Organe, z.B. die Harnblase oder die Speicheldrüsen. Bevor du aber alle Effekte des Sympathikus auswendig lernst, solltest du dich immer fragen, welche Reaktion in einer Kampfsituation am sinnvollsten wäre. So kannst du dir in den meisten Fällen die Aufgaben des Sympathikus ganz einfach herleiten.



Zusammenspiel des Sympathikus mit dem Parasympathikus


Dem thorakolumbalen System, also dem Sympathikus, steht das kraniosakrale System, der Parasympathikus, gegenüber. Sympathikus und Parasympathikus wirken im vegetativen Nervensystem entgegengesetzt. Deswegen bezeichnet man sie auch als Gegenspieler. 


Der Sympathikus überwiegt in “Fight-and-Flight”-Situationen, um die Leistung zu steigern. Der Parasympathikus dagegen überwiegt im “Rest-and-Digest”-Modus, also dann, wenn wir uns ausruhen und verdauen. Man bezeichnet die Wirkungen des Parasympathikus daher auch als trophotrop, d.h. auf die Ernährung ausgerichtet. 


Gute Beispiele für die entgegengesetzten Wirkungen von Sympathikus und Parasympathikus sind die Pupillen oder das Herz. Der Sympathikus sorgt für eine Erweiterung der Pupille - der Parasympathikus verengt sie. Der Sympathikus erhöht die Herzschlagfrequenz - der Parasympathikus erniedrigt sie.


Solche antagonistischen Wirkungen lassen sich an vielen Organen beobachten. Damit diese möglich sind, müssen die Organe sowohl durch sympathische Nervenfasern, als auch durch parasympathische Nervenfasern versorgt werden. 


Allerdings gibt es auch ein paar Ausnahmen. Dabei sind z.B. Venen, die glatte Muskulatur der Skelettmuskelarteriolen oder die Schweißdrüsen zu nennen, welche nur sympathisch innerviert werden. Die Tränendrüsen hingegen sind nur parasympathisch innerviert.


Hier siehst du eine kurze Übersicht über die verschiedenen Wirkungen und die jeweiligen Gegenwirkungen von Sympathikus und Parasympathikus


OrganSympathikusParasympathikus
Augen Erweiterung der PupilleVerengung der Pupille

HerzSteigerung der Herzfrequenz und KontraktionskraftVerringerung der Herzfrequenz

LungeErweiterung der BronchienVerengung der Bronchien
Magen-Darm-TraktVerringerung der Motilität und DrüsensekretionErhöhung der Motilität und Drüsensekretion



Störungen des Sympathikus


Der sympathische Anteil des vegetativen Nervensystem kann aus verschiedenen Gründen beeinträchtigt sein. 


Bei einer vegetativen Dystonie ist das Gleichgewichtsverhältnis von Parasympathikus und Sympathikus verschoben. Es gibt die Sympathikotonie, bei der vermehrt Sympathikusaktivität zu verzeichnen ist. Davon abzugrenzen ist die Parasympathikotonie, bei der der Parasympathikus überwiegt. Symptome der Sympathikotonie sind entsprechend der Wirkung des Sympathikus z.B. eine erhöhte Herzfrequenz und allgemeine Nervosität. 


Bei dem sogenannten Horner-Syndrom ist der Anteil des Sympathikus geschädigt, welcher den Augenbereich versorgt. Die Ursachen dieser Schädigung sind vielfältig, z.B. kann ein Unfall beim spielen zu einer Verletzung führen oder eine Entzündung kann die Nerven beschädigen.


Das Horner-Syndrom sieht man anhand von drei ganz typischen Symptomen. Diese kann man sich gut merken, wenn man weiß, was der Sympathikus am Auge normalerweise bewirkt. Zu den Symptomen gehören:


  • Die Verengung der Pupille,
  • ein hängendes oberes Augenlid und
  • daher ein insgesamt eingesunken erscheinender Augapfel.



Sympathomimetika und Sympatholytika


Die verschiedenen Wirkungen des Sympathikus auf Organe kann man auch mithilfe von Medikamenten beeinflussen. Dabei unterscheidet man Sympathomimetika, welche die sympathische Wirkung verstärken und Sympatholytika, welche den Sympathikus abschwächen.


Sympathomimetika


Bei den Sympathomimetika unterscheidet man direkte Sympathomimetika, welche das Noradrenalin (bzw. Adrenalin) als Neurotransmitter des Sympathikus nachahmen und indirekte Sympathomimetika, welche den Abbau der Botenstoffe im synaptischen Spalt hemmen, sodass diese dort länger ihre Wirkung entfalten können. 


Zur Anwendung kommen Sympathomimetika beispielsweise bei Asthma wegen der erweiternden Wirkung auf die Bronchien und in Nasensprays, um eine Abschwellung der Nasenschleimhaut durch die gefäßverengende Wirkung zu erzielen. 


Sympatholytika


Sympatholytika hingegen sollen die Wirkung des Sympathikus aufheben. Das kann z.B. bei chronischem Bluthochdruck sinnvoll sein. Sie wirken, indem sie die Rezeptoren für die Botenstoffe blockieren und so die Reizweiterleitung behindern. Je nachdem, welchen Rezeptor sie blockieren unterscheidet man bei den Sympatholytika die α- und die ß-Rezeptorenblocker.




  • Der Sympathikus ist ein wichtiger Anteil des vegetativen Nervensystems. Dieser vegetative Teil des Nervensystems ist verantwortlich für die unwillkürlichen Körpervorgänge. Zum vegetativen Nervensystem gehört außer dem Sympathikus auch das enterische Nervensystem und der Parasympathikus, der Gegenspieler des Sympathikus


  • Das Ursprungsgebiet des Sympathikus sind die Seitenhörner der Rückenmarkssegmente C8 bis L3, also vor allem des Brust- und Lendenmarks. Deswegen wird der Sympathikus auch als thorakolumbales System bezeichnet.


  • Die Umschaltung der sympathischen Nervenfasern, die das Rückenmark über die Vorderwurzel verlassen, erfolgt in den Paravertebralganglien. Die Struktur, die durch Aneinanderreihung dieser Ganglien entsteht, bezeichnet man als Grenzstrang. Er sieht aus wie eine Strickleiter, die der Wirbelsäule entlang läuft.


  • Der Sympathikus wirkt auf Organe im Allgemeinen leistungssteigernd. So erhöht er z.B. die Herzfrequenz, und -kontraktionskraft, erweitert die Bronchien und die Pupillen. Er ist in Kampf- und Fluchtsituationen aktiv. An den meisten Organen sind die Wirkungen des Parasympathikus genau entgegengesetzt.


  • Das sympathische Nervensystem lässt sich durch verschiedene Wirkstoffe beeinflussen. Sympathomimetika erhöhen dabei die Wirkung des Sympathikus, während Sympatholytika sie senken.



FERTIG! 

Jetzt kennst du die Bedeutung des Sympathikus und weißt, welche wichtige Rolle er im vegetativen Nervensystem spielt. Der Gegenspieler des Sympathikus ist der Parasympathikus, ein weiterer wichtiger Anteil des vegetativen Nervensystems. Artikel zu diesen und vielen weiteren Themen, Übungsaufgaben und hilfreiche Literatur findest du auf StudySmarter.


Sympathikus - Das Wichtigste auf einen Blick

Sympathikus - Alles Wichtige auf einen Blick


  • Der Sympathikus ist ein wichtiger Anteil des vegetativen Nervensystems. Dieser vegetative Teil des Nervensystems ist verantwortlich für die unwillkürlichen Körpervorgänge. Zum vegetativen Nervensystem gehört außer dem Sympathikus auch das enterische Nervensystem und der Parasympathikus, der Gegenspieler des Sympathikus


  • Das Ursprungsgebiet des Sympathikus sind die Seitenhörner der Rückenmarkssegmente C8 bis L3, also vor allem des Brust- und Lendenmarks. Deswegen wird der Sympathikus auch als thorakolumbales System bezeichnet.


  • Die Umschaltung der sympathischen Nervenfasern, die das Rückenmark über die Vorderwurzel verlassen, erfolgt in den Paravertebralganglien. Die Struktur, die durch Aneinanderreihung dieser Ganglien entsteht, bezeichnet man als Grenzstrang. Er sieht aus wie eine Strickleiter, die der Wirbelsäule entlang läuft.


  • Der Sympathikus wirkt auf Organe im Allgemeinen leistungssteigernd. So erhöht er z.B. die Herzfrequenz, und -kontraktionskraft, erweitert die Bronchien und die Pupillen. Er ist in Kampf- und Fluchtsituationen aktiv. An den meisten Organen sind die Wirkungen des Parasympathikus genau entgegengesetzt.


  • Das sympathische Nervensystem lässt sich durch verschiedene Wirkstoffe beeinflussen. Sympathomimetika erhöhen dabei die Wirkung des Sympathikus, während Sympatholytika sie senken.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Sympathikus

Der Sympathikus steht mit fast allen Organen in Verbindung und wirkt im Allgemeinen leistungsfördernd auf sie. Er ist z.B. verantwortlich für die Erweiterung der Pupillen und für die Erhöhung der Herzfrequenz. 

Sympathikus und Parasympathikus sind Teile des vegetativen Nervensystems. Weil sie meistens entgegengesetzte Wirkungen haben, werden sie auch als Gegenspieler bezeichnet. Das enterische Nervensystem ist der dritte Teil des vegetativen Nervensystems.

Der Sympathikus wirkt im Allgemeinen stimulierend auf die Organaktivität. Eine Ausnahme ist z.B. der Magen-Darm-Trakt, der unter Einfluss des Sympathikus gehemmt wird.

Der Sympathikus überwiegt in Fight-and-Flight Situationen und übernimmt in diesen die Steuerung. Der Parasympathikus hingegen ist im Rest-und-Digest- Modus aktiv. 

Finales Sympathikus Quiz

Frage

Was macht der Sympathikus?

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Antwort

Der Sympathikus steht mit fast allen Organen in Verbindung und wirkt im Allgemeinen leistungsfördernd auf sie. Er ist z.B. verantwortlich für die Erweiterung der Pupillen und für die Erhöhung der Herzfrequenz.

Frage anzeigen

Frage

Was ist der Sympathikus und Parasympathikus?

Antwort anzeigen

Antwort

Sympathikus und Parasympathikus sind Teile des vegetativen Nervensystems. Weil sie meistens entgegengesetzte Wirkungen haben, werden sie auch als Gegenspieler bezeichnet.

Frage anzeigen

Frage

Was stimuliert der Sympathikus?

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Antwort

Der Sympathikus wirkt im Allgemeinen stimulierend auf die Organaktivität. Eine Ausnahme ist z.B. der Magen-Darm-Trakt, der unter Einfluss des Sympathikus gehemmt wird.

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Frage

Wann übernimmt der Sympathikus die Steuerung?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Sympathikus überwiegt in Fight-and-Flight-Situationen und übernimmt in diesen die Steuerung. Der Parasympathikus hingegen ist im Rest-und-Digest- Modus aktiv.

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Frage

Welche Wirkungen hat der Sympathikus nicht?

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Antwort

Erweiterung der Pupille

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Frage

Wo liegen die Zellkörper der präganglionären Neurone des Sympathikus?

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Antwort

Die Zellkörper der präganglionären Neurone des Sympathikus liegen in den Seitenhörnern des Rückenmarks.

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Frage

Wie nennt man den Sympathikus aufgrund seines anatomischen Ursprungs im Körper noch?

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Antwort

Weil das Ursprungsgebiet des Sympathikus in den Seitenhörnern von C8 bis L3 liegt, bezeichnet man den Sympathikus auch als thorakolumbales System.

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Frage

Welche Struktur des Sympathikus ähnelt einer Strickleiter?

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Antwort

Der Grenzstrang, der die paravertebralen Ganglien des Sympathikus miteinander verbindet, ähnelt einer Strickleiter. Er verläuft entlang der Wirbelsäule.

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Frage

Über welche Struktur verlassen die Nervenfasern des Sympathikus das Rückenmark?

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Antwort

Die Nervenfasern des Sympathikus verlassen das Rückenmark zusammen mit den motorischen Nervenfasern über die Vorderwurzel.

Frage anzeigen

Frage

Welchen Neurotransmitter benutzt das präganglionäre Neuron des Sympathikus an der Synapse?

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Antwort

Das präganglionäre Neuron nutzt Acetylcholin als Neurotransmitter.

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Frage

Welchen Neurotransmitter benutzt das postganglionäre Neuron des Sympathikus am Erfolgsorgan?

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Antwort

Das postganglionäre Neuron des Sympathikus nutzt Noradrenalin als Neurotransmitter.

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Frage

Um welche Art von Acetylcholinrezeptoren handelt es sich im Sympathikus?

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Antwort

Bei den Acetylcholinrezeptoren des Sympathikus handelt es sich um nikotinerge Acetylcholinrezeptoren.

Frage anzeigen

Frage

Wo erfolgt die Umschaltung des ersten auf das zweite Neuron im Sympathikus?

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Antwort

Die Umschaltung des ersten auf das zweite sympathische Neuron erfolgt in den Paravertebralganglien.

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Frage

Wie nennt man Wirkstoffe, die die Wirkung des Sympathikus fördern?

Antwort anzeigen

Antwort

Wirkstoffe, die die Wirkung des Sympathikus fördern, bezeichnet man als Sympathomimetika.

Frage anzeigen

Frage

Wie nennt man Wirkstoffe, die die Wirkung des Sympathikus herabsetzten?

Antwort anzeigen

Antwort

Wirkstoffe, die die Wirkung des Sympathikus herabsetzten, bezeichnet man als Sympatholytika.

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Frage

Welche Effekte hat der Sympathikus auf das Herz?

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Antwort

Der Sympathikus wirkt am Herzen


  • positiv chronotrop, da er die Herzfrequenz steigert;

  • positiv inotrop, da er die Kontraktionskraft des Herzens steigert;

  • positiv dromotrop, da er die Erregungsleitung beschleunigt;

  • positiv lusitrop, da er zu einer schnelleren Relaxation des Herzmuskels führt. 

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