Inhibitorische Neurotransmitter: Definition, Beispiele | StudySmarter
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Inhibitorische Neurotransmitter

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Biologie

Begriffserklärung Inhibitorische Neurotransmitter


  • Inhibition
    Der Begriff „Inhibition“ bedeutet Hemmung. Die inhibitorischen Neurotransmitter wirken demnach hemmend auf den Körper beziehungsweise die Erregungsleitung im Nervensystem. Das Gegenteil zu inhibitorischen Neurotransmittern sind jene, die eine exzitatorische Wirkung am Neuron herbeiführen.

  • Neurotransmitter
    Neurotransmitter wirken erregend, solange sie nicht gerade inhibitorisch sind. Allgemein sind Neurotransmitter für die Signalweiterleitung im Nervensystem zuständig. Dafür haben sie am Neuron spezielle Rezeptoren


Der Verlauf der inhibitorischen Neurotransmission


Inhibitorische Neurotransmitter haben zunächst einmal den gleichen Weg wie exzitatorische Neurotransmitter am Neuron im Nervensystem. Dabei wirken sie an der Synapse. Sie sind in speziellen Vesikeln im Endknöpfchen der Postsynapse des Neurons enthalten.


Inhibtorische Neurotransmitter, Synapse, Aufbau, Erregungsübertragung, StudySmarterAbbildung 1: Aufbau einer Synapse
Quelle: biologie-unterricht.com.


Inhibitorische Neurotransmitter an der Präsynapse


Wenn nun ein Aktionspotential an diesem Endknöpfchen der Nervenzelle eintrifft, dann wandern die Vesikel, gefüllt mit inhibitorischen Neurotransmittern, in Richtung des synaptischen Spalts der Synapse. Von da aus fusionieren sie mit der Membran der Nervenzelle. Dabei werden dann inhibitorischen Neurotransmitter ausgeschüttet.


Falls du nicht mehr so ganz genau weißt, wie die Erregungsübertragung funktioniert, schau dir am besten vorher nochmal unseren Artikel dazu an.


Inhibitorische Neurotransmitter im synaptischen Spalt


Die in den synaptischen Spalt vom Neuron abgegebenen inhibitorischen Transmitter, beispielsweise GABA, wandern durch diesen Spalt. Dabei schaffen sie es, von der Präsynapse eines Neurons zur Postsynapse eines anderen Neurons zu diffundieren. Diese ergeben zusammen mit dem synaptischen Spalt die Synapse. Daraufhin docken sie an die Postsynapse, der zweiten Nervenzelle der Synapse, an.


Inhibitorische Neurotransmitter an der Postsynapse


Wenn nun die inhibitorischen Transmitter an der Postsynapse der Nervenzelle andocken, tun sie das nicht willkürlich, sondern an speziellen ligandengesteuerten Rezeptoren. Beim Beispiel mit GABA als Neurotransmitter der Synapse, dockt dieser dann an spezielle GABA Rezeptoren am Neuron an. Daraufhin löst dieser Transmitter-Rezeptor-Komplex meist ein IPSP an der Postsynapse aus. 


Dies geschieht nur durch den GABA Rezeptor, andere Rezeptoren lösen andere Wirkungen an der Synapse aus. Die Wirkung eines Neurotransmitters ist also maßgeblich abhängig von seinem Rezeptor. 



Die häufigsten inhibitorischen Neurotransmitter


Im Körper und Nervensystem gibt es ein paar inhibitorische Neurotransmitter, die an ihre Rezeptoren an der Nervenzelle andocken:


Mehr über GABA und Glycin erfährst du in den entsprechenden Artikeln auf unserer Seite.


1. GABA


GABA ist der am häufigsten vorkommende Neurotransmitter im Nervensystem. GABA ist die Abkürzung für Gamma-Aminobuttersäure, welche aus der proteinogenen Aminosäure Glutamat hergestellt wird. Sie dockt an ihrem typischen GABA Rezeptor an, um seine Wirkung zu entfalten. GABA wirkt überwiegend im synaptischen Spalt und damit hemmend auf die Postsynapse der Nervenzelle.


2. Glycin


Glycin ist ebenso ein häufig vorkommender Neurotransmitter im Nervensystem. Dabei wirkt der Transmitter besonders im ZNS inhibierend. Es kann nur postysynaptisch angreifen. Dabei hemmt auch Glycin, genau wie GABA, die Erregungsweiterleitung. Der Transmitter hat dabei auch einen eigenen Rezeptor an der Nervenzelle. Glycin ist aber im Gegensatz zu GABA seltener vorhanden und gehört zu den proteinogenen Aminosäuren. GABA hingegen ist das biogene Amin der proteinogenen Aminosäure Glutamat, aber keine Aminosäure an sich.


 

Sowohl GABA als auch Glycin kommen an der Präsynapse in small clear core vesicles (SCCV) mit einem Durchmesser von 50–200 nm vor. Daran können sie teilweise erkannt werden.



Das Inhibitorische Postsynaptische Potential (IPSP)


Ein inhibitorisches Postsynaptisches Potential, kurz IPSP, wird von den inhibitorischen Neurotransmittern an der Postsynapse ausgelöst. Dort sorgen spezielle Rezeptoren für dieses negative, also hemmende Membranpotential, an der Postsynapse.

Der Ablauf an der Postsynapse findet wie folgt statt:


  1. Der inhibitorische Neurotransmitter dockt an die Rezeptoren der postsynaptischen Membran des Neurons an.

  2. Die Kanäle öffnen sich dadurch (Schlüssel-Schloss-Prinzip) und meist werden durch den Rezeptor Chloridionen in die Postsynapse aufgenommen.

  3. Das Membranpotential der Postsynapse wird vom normalen Wert beim Ruhepotential (ca. -70mV) negativiert.

  4. Die Erregungsweiterleitung in diesem Teil des Nervensystems wird dadurch eingeschränkt oder ganz gehemmt.


Wirkung der inhibitorischen Neurotransmitter


Das postsynaptische Potential ist essenziell für die Weiterleitung der Erregung im Nervensystem. Erst, wenn dieses Potential positiv genug ist, (oft bei ca. - 40mV), kann ein Aktionspotential am Axonhügel ausgelöst werden. Nur mit Aktionspotential kann eine Erregungsweiterleitung stattfinden.

Die Positivierung oder Negativierung der postsynaptischen Membran geschieht auf zwei unterschiedliche Weisen:


1. Die räumliche Summation bei inhibitorischen Neurotransmittern


Das Soma und die Dendriten der Postsynapse ist nicht nur mit einer, sondern mit vielen Nervenzellen verknüpft. Wenn nun viele hemmende und wenig erregende Synapsen an einer Stelle des Somas der Nervenzelle anknüpfen und all diese ihre Wirkung entfalten, wird die erregende von den Hemmenden überdeckt und es kommt zum IPSP. Dies geschieht nur bei naher Distanz der Rezeptoren, da sonst der Abstand zur Summation zu groß wäre.


2. Die zeitliche Summation bei inhibitorischen Neurotransmittern


Die zweite Beeinflussung der erregenden und hemmenden Synapsen an das nächste Soma (Nervenzellkörper) ist die zeitliche Summation. Bei dieser geht es darum, wie schnell eine Synapse wie viele Impulse auf einmal an die Postsynapse sendet. Wenn die inhibitorische Synapse mehr „feuert“ als die exzitatorische Synapse, dann überlagert sie dadurch die exzitatorische. Somit kommt es dadurch wieder zum IPSP.


Summation der inhibitorische Neurotransmitter


Die räumliche und zeitliche Summation der Neurotransmitter darf man nun aber nicht getrennt sehen. Beide Faktoren, also Abstand und Intensität der Weiterleitung, haben einen wichtigen Einfluss auf die Postsynapse und damit auf die Erregungsweiterleitung. Somit werden bei jeder Erregungsübertragung im Nervensystem sowohl die räumliche als auch die zeitliche Summation berücksichtigt. Zusammen ergibt sich dann möglicherweise ein Aktionspotential, welches weitergeleitet wird.


Inhibitorische Neurotransmitter, Summation Synapse, Erregungsübertragung, StudySmarterDie räumliche (mittig) und zeitliche Summation (rechts) gegenüber einer einzelnen Erregung. Das Beispiel zeigt den Prozess für eine erregende Synapse, das gleiche Prinzip gilt aber auch bei einer inhibitorischen Synapse Quelle: eref.thieme.de.



Inhibitorische Neurotransmitter im Körper


Doch warum sind die inhibitorischen Neurotransmitter im Nervensystem nun so wichtig? Wenn sie die Erregungsweiterleitung hemmen, scheint es, als hätten GABA und Co. einen negativen Einfluss auf den Körper und das Nervensystem. Dem ist aber nicht so.


Filter der Neurotransmission durch inhibitorische Neurotransmitter


Inhibitorische Neurotransmitter sind elementar für das Funktionieren des Organismus'. Sie fungieren als eine Art Filter der Neurotransmission. Ohne die Inhibition wären manche Nerven dauerhaft gereizt und eine Differenzierung der Reize sowie ihre Einordnung wäre für den Körper und das Zentralnervensystem sehr belastend. Durch die inhibitorischen Neurotransmitter kann das ZNS also die Neurotransmission eindämmen.


GABA hemmt beispielsweise den Thalamus, also den Ort im Gehrin, der für die Umschaltung von Sinneseindrücken zuständig ist. Somit kommt es durch GABA nicht zu einer Überforderung des Gehirns.


Verhinderung der Reizüberflutung durch inhibitorische Neurotransmitter


Die inhibitorischen Neurotransmitter stellen eine Art Schutz für den Organismus dar. Damit kann der Körper die Reize besser einordnen. Zudem kann es durch die inhibitorischen Neurotransmitter nicht dazu kommen, dass der Körper überlastet wird. Wenn nämlich alle Reize im Gehirn ankommen würden und es keine Hemmung der Reizweiterleitung gäbe, wäre der Körper völlig überlastet. 


Schaut euch am besten noch den Artikel zu exzitatorischen Neurotransmittern an!

Inhibitorische Neurotransmitter - Das Wichtigste

  • Inhibitorische Neurotransmitter haben eine hemmende (inhibitorische) Wirkung.

  • Die inhibitorischen Neurotransmitter befinden sich in Vesikeln der Präsynapse und werden in den synaptischen Spalt abgegeben.

  • Meist geschieht die Hemmung durch die inhibitorischen Neurotransmitter durch ein IPSP.

  • Beim IPSP wird das Membranpotential der Postsynapse negativer.

  • Das postsynaptische Potential setzt sich zusammen durch räumliche und zeitliche Summation.

  • Inhibitorische Neurotransmitter sind entscheidend für die Abstimmung im ZNS und Organismus und verhindern eine Reizüberflutung.

Finales Inhibitorische Neurotransmitter Quiz

Frage

Was bedeutet Inhibition?

Antwort anzeigen

Antwort

​Ein inhibierender Stoff ist einer, der etwas hemmt bzw. hemmend wirkt.

Frage anzeigen

Frage

Was machen Neurotransmitter?

Antwort anzeigen

Antwort

Neurotransmitter leiten elektrische Signale die ankommen in chemischer Form weiter.

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Frage

Welche bekannten inhibitorischen Neurotransmitter kennst du?

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Antwort

Die Neurotransmitter GABA und Glycin.

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Frage

In welcher Art können Nervensignale auf das Soma des nächsten Neurons wirken?

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Antwort

Durch:

  • räumliche Summation
  • zeitliche Summation
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Frage

Welche Summationsart am Neuron beeinflusst dieses am Ende?

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Antwort

Sowohl zeitliche als auch räumliche Summation hat Einfluss auf die Weiterleitung.

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Frage

Aus was ist eine Synapse zusammengesetzt?

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Antwort

Aus der Präsynapse, dem synaptischen Spalt und der Postsynapse.

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Frage

In welcher Reihenfolge geht ein Signal wie durch die Synapse?

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Antwort

  1. Präsynapse (eintreffendes Aktionspotential)
  2. synaptischer Spalt (chemisch durch Neurotransmitter)
  3. Postsynapse (Summation und möglicherweise weiteres Aktionspotential)
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Frage

Welches Signal löst eine klassiche inhibitorische Nervenzelle an der Postsynapse aus?

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Antwort

Ein inhibitorisches postsynaptisches Signal, kurz IPSP.

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Frage

In welcher Art verändert das IPSP das Membranpotential?

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Antwort

Durch das IPSP wird das Membranpotential negativer.

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Frage

Woran docken die inhibitorischen Neurotransmitter an der Postsynapse an?

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Antwort

An ihre spezifischen Rezeptorkanäle.

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Frage

Welcher Ioneneinstrom ist typisch für das IPSP?

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Antwort

Der Einstrom von negativen Chloridionen in die Postsynapse.

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Frage

Welche Aufgabe hat eine Aminosäure?

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Antwort

Sie dient unter anderem als Baustein für Proteine.

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Frage

Was ist das besondere an der Aminosäure Glycin?

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Antwort

Sie ist die einzig achirale proteinogene Aminosäure unseres Körpers.

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Frage

Was bedeutet Achiralität?

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Antwort

Dass (meist) an dem mittleren C-Atom zwei gleiche Gruppen gebunden sind.

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Frage

Welche Hauptaufgabe hat Gylcin im ZNS?

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Antwort

Es dient als Neurotransmitter.

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Frage

Ist Glycin eine essentielle Aminosäure?

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Antwort

Nein sie kann aus Serin gebildet werden, ist also nicht essentiell.

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Frage

Woraus besteht das Glutathion?

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Antwort

Aus den Aminosäuren Cystein, Glutamat und Glycin.

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Frage

Welche Funktion hat das Glutathion?

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Antwort

Es sorgt für die Reduzierung zellschädigender Stoffe in der Zelle.

Frage anzeigen

Frage

Wie wrikt Glycin am GlyR Rezeptor?

Antwort anzeigen

Antwort

Es wirkt inhibierend und löst ein IPSP aus.

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Frage

Was passiert mit dem Membranpotential bei einem IPSP.

Antwort anzeigen

Antwort

Das Potential wird negativer.

Frage anzeigen

Frage

Wo und wie wirkt Tetanus Toxin?

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Antwort

Am GlyR Rezeptor wirkt es und Hemmt diese. Das  sorgt für eine Übererregung der Muskeln.

Frage anzeigen

Frage

Mit was wirkt Glycin am NMDA Rezeptor?

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Antwort

Mit der Aminosäure Glutamat.

Frage anzeigen

Frage

Was ist die NMDA Rezeptorwirkung?

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Antwort

Die Aktivierung sorgt für den Umbau von Synapsen, ist also am Lernen beteiligt.

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Frage

Wo im Körper sitzt der NMDA Rezeptor?

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Antwort

Im Gehirn, größtenteils im ZNS im Hippocampus und Großhirn.

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