Ohr: Anatomie, Funktion & Gleichgewichtssinn | StudySmarter
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Ohr

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Biologie

In diesem Artikel geht es um das Sinnesorgan "Ohr". Wir erklären dir, wie das Ohr aufgebaut ist, wie wir überhaupt hören können und unsere Ohren Körperbewegungen registrieren. Dieser Artikel gehört zum Fach Biologie und erweitert das Thema Sinnesorgane.



Wie ist das Ohr aufgebaut?


Die Außenohren


Zu den Außenohren gehören die Teile, die für uns gut sichtbar sind. Sie bestehen aus Ohrknorpel, Ohrmuschel, äußerem Gehörgang und der Außenseite des Trommelfells. Die Ohrmuschel fängt Schallwellen ein und leitet diese durch den äußeren Gehörgang an das Trommelfell weiter.


Die Mittelohren


Die Mittelohren sind luftgefüllte Hohlräume, die auch als Paukenhöhle bezeichnet werden. Sie liegen zwischen den Außenohren und den Innenohren und dienen der Weiterleitung des Schalls. Hier eine Grafik, damit du dir den Aufbau der Ohren genauer vorstellen kannst: 


                       

Abbildung 1: Aufbau des Ohrs; Quelle via cotral.de


Aufbau der Mittelohren


Vom äußeren Gehörgang werden sie durch das Trommelfell getrennt. In den Mittelohren befinden sich die Gehörknöchel. Sie bestehen aus Hammer, Amboss und Steigbügel. Außerdem befindet sich die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) hier. Über die Ohrtrompete sind die Mittelohren mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden.


Durch die aus- und einströmende Luft über den Nasen-Rachen-Raum werden die unterschiedlichen Druckverhältnisse in der Umgebung ausgeglichen. Über diesen Weg können aber auch Krankheitserreger in die Mittelohren gelangen.


Wie wird der Schall von den Mittelohren zu den Innenohren weitergeleitet?


Trifft ein Schallwelle auf das Trommelfell, bringt diese den Hammer in Schwingung, da diese miteinander verwachsen sind. Die Schallwellen werden dann an den Amboss, danach den Steigbügel und anschließend an das ovale Fenster übertragen. Da nach dem ovalen Fenster der Perilymphe folgt, müsste die Lautstärke abgeschwächt sein. Allerdings wissen wir, dass das Trommelfell um einiges größer ist als das ovale Fenster. Dadurch wird der Schall um etwas das 20-Fache verstärkt.

 

Das kannst du dir so vorstellen: Um den selben Ton zu erzeugen, brauchst du bei einem großen Gong, einen größeren Hammer, als bei einem kleineren Gong. Außerdem sind die Gehörknöchel wie Hebel angeordnet. Diese können die Kraft, hier in Form der Schwingungen umwandeln und verstärken den Schall ebenfalls.


In den Innenohren angekommen werden die Schallwellen dann von der Gehörschnecke aufgenommen.


Die Innenohren


Die Innenohren sind mit Flüssigkeit gefüllt. Hier werden Schallwellen, die weitergeleitet wurden in Nervenreize umgewandelt und zum Hörnerv weitergeleitet. Neben der Gehörschnecke befindet sich hier auch das Gleichgewichtsorgan.


Aufbau der Innenohren


In den Innenohren liegt ein komplexes Hohlraumsystem, das sogenannte knöcherne Labyrinth (Höhrschnecke). Sie enthält eine Flüssigkeit, die Perilymphe genannt wird. Dieses befindet sich in der Felsenbeinpyramide. Im knöchernen Labyrinth wiederum befindet sich das häutige Labyrinth, das mit Endolymphe gefüllt ist.  


  • Die Perilymphe ähnelt in ihrer Zusammensetzung dem Liquor - der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit.
  • Die Endolymphe ähnelt in ihrer Zusammensetzung der Zellflüssigkeit und ist reich an Eiweiß und Kalium.

Die Gehörschnecke 


In diesem Labyrinth finden wir das eigentliche Hörorgan, die Gehörschnecke. Sie wird auch als Cochlea bezeichnet. Sie ist direkt hinter den Mittelohren und wird durch das ovale und runde Fenster vom Mittelohr getrennt. 


Die Schwingungen laufen dann durch die kreisförmige Windungen. Im ovalen Fenster ist der Steigbügel verankert. Durch ihn werden die Schwingungen der Gehörknöchelchen auf die Flüssigkeit der Gehörschnecke übertragen. 


Im Corti-Organ der Gehörschnecke befinden sich ca. 15000 feine Flimmerhärchen, sogenannte Haarsinneszellen. Haarzellen sind Mechanorezeptoren und mit Neuronen verbunden. Wenn die Flüssigkeit in der Gehörschnecke durch Schallübertragung am ovalen Fenster in Bewegung gerät, bewegen sich dementsprechend die eingebetteten Haarzellen. Das führt dann zu einem elektrischen Impuls, der bis zum Hirnstamm weitergeleitet wird. 


                                           

Abbildung 2: Anatomie des Innenohrs; Quelle via wikipedia.de


Das Gleichgewichtsorgan


Das Gleichgewichtsorgan wird auch Vestibularapparat genannt. Es vermittelt uns Information über Linear- (Zunahme der Geschwindigkeiten) und Drehbewegungen (nach oben, unten, zur Seite). Aber wie geht das? Zunächst einmal zum Aufbau:


Zum Gleichgewichtsorgan gehören die drei Bögengänge und die Makularorgane. Diese bestehen aus zwei bläschenförmigen Teilen: Dem Sacculus (kleines Vorhofsäckchen) und dem Utriculus (großes Vorhofsäckchen). In den Epithelien sitzt eine Membran mit Sinneshärchen und Kalkkristallen.


Wenn Du nun deinen Kopf beispielsweise drehst, bewegt sich die Flüssigkeit mit den Kristallen und die Härchen werden dadurch gebogen. Dadurch entsteht ein elektrischer Nervenimpuls und Informationen zur Lage und Geschwindigkeit werden vermittelt, damit der Körper dementsprechend reagieren kann.


Der Hörbereich des Menschen


Der Mensch hört im Bereich von ca. 20 bis 20000 Hertz. Diesen Bereich bezeichnet man als Hörbereich des Menschen. Am besten hören wir tatsächlich Frequenzen um 4000 Hertz, da diese der Lautstärke einer menschlichen Stimme entspricht. Die Schmerzschwelle liegt bei ca. 130 dB. Das ist das Maß für den Schalldruckpegel - ein logarithmisches Maß für den Schalldruck. Mehr hierzu findest du in den weiterführenden Artikeln auf StudySmarter.



Das Ohr – Das Wichtigste auf einen Blick !


  • Die Ohren lassen sich unterteilen in Außenohr, Mittelohr und Innenohr.


  • Die Außenohren bestehen aus: Ohrknorpel, Ohrmuschel, äußerem Gehörgang und der Außenseite des Trommelfells. Hier werden die Schallwellen aufgefangen und zum Trommelfell weitergeleitet.


  • Die Mittelohren sind ein komplexes Hohlraumsystem. Hier befinden sich die Gehörknöchel: Hammer, Amboss und Steigbügel. Diese leiten die Schallwellen bis zum ovalen Fenster weiter. 


  • In den Mittelohren befindet sich außerdem die Ohrtrompete. Diese ist mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden, wodurch Luft einströmen kann. Das kann für eine Druckausgleich sorgen. 


  • In den Innenohren befindet sich die Gehörschnecke. Diese ist mit Flüssigkeit (Perilymphe) gefüllt und wird bei Schallübertragung in Schwingung gebracht. Im Corti-Organ der Gehörschnecke befinden sich Haarsinneszellen, die in Bewegung gebracht werden. Sie sind mit Neuronen verknüpft und lösen elektrische Nervenimpulse aus.


  • Das Gleichgewichtsorgan befindet sich auch im Innenohr. Es vermittelt uns Informationen zu Linear- und Drehbewegungen.


  • Der Mensch hat einen Hörbereich von ca. 20-20000 Hz, mit einer Schmerzschwelle von ca. 130 dB. 



FERTIG! 

Jetzt hast du einen Überblick über die Ohren, einen wichtigen Teil der Sinnesorgane. Dennoch gibt es noch weitere Sinnesorgane, die du kennen solltest, wenn du etwas über alle fünf Sinnesorgane lernen willst. Weitere Artikel und wichtige Themen findest du auf StudySmarter. 



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