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Stressreaktion

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Biologie

Bei einer Stressreaktion werden Hormone ausgeschüttet, um den Körper mit Energie für eine Reaktion vorzubereiten. Stress kann sowohl im Alltag, als auch bei Extremsituationen, wie zum Beispiel beim Sport oder traumatischen Erlebnissen, vorkommen.


sieglinde.sterbling@studysmarter.de

Text z.T. fett; Grammatikfehler im ersten Absatz (Das Einwirken der Stressoren (= Stressfaktoren) verletzen das innere Gleichgewicht (= Homöostase)

20:33 16.12.2021

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Was ist eine Stressreaktion?


Eine Stressreaktion ist eine evolutionär gebildete sehr schnelle Anpassungsmöglichkeit bei auftretenden Gefahrensituationen, mit der Absicht, das Überleben zu sichern.


Das Einwirken der Stressoren (= Stressfaktoren) verletzen das innere Gleichgewicht (= Homöostase). 


Bei einer Stressreaktion wird viel Energie sichergestellt, um eine entsprechende Reaktion zu ermöglichen: Angreifen, Fliehen oder Erstarren. Außerdem wird zwischen akuten und fortwährenden Belastungen beziehungsweise Stresseinwirkungen unterschieden. Der Mensch fokussiert sich ausschließlich auf die Gefahrensituation. Bestimmte Körperprozesse werden unterdrückt, da sie in einer Stresssituation als unnötig oder einschränkend bewertet werden. Beispielsweise werden die Sexualfunktionen und Verdauungsprozesse verringert.


Von einer einheitlichen Stressreaktion kann man nicht sprechen, weil die Art und die Mechanismen der Reaktion auf den körperlichen und psychisch einwirkenden Stress je nach Art des Stressors und die daraus ergebene Emotion abweichen.



Was ist Stress?


Wirken auf einen Organismus äußerliche Reize ein, die zu einer körperlichen und/oder psychischen Anspannung und Belastung führen, spricht man von Stress.


Stress ist auch die negative Konsequenz bei Überforderung. Dennoch können auch durch stetige Unterforderung Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen entstehen, die Stress auslösen. Dazwischen befindet sich der Bereich, in dem sich der Mensch mit seinen Herausforderungen wohlfühlt. In diesem Bereich ist er maximal leistungsfähig.


Stress kann sowohl in vielen Alltagssituationen als auch bei schwerer körperlicher Betätigung (zum Beispiel Leistungssport), bei Reizüberflutung (zum Beispiel Lärm) oder bei Trauma (zum Beispiel Tod eines geliebten Menschen) vorkommen.



Stresshormone


Stresshormone werden in Stresssituationen ausgeschüttet, um den Körper mit Energie für eine Kampf- oder Fluchtreaktion ("Fight-or-Flight") vorzubereiten. Die essentiellen Stresshormone, die bei kurzfristigen Belastungen ausgeschüttet werden, sind Katecholamine, Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin.


Bestimmte Stresssituationen führen zu verschiedenen Reaktionen und Hormonausschüttungen. Jeder Stressfaktor löst eine bestimmte, physiologische Reaktion mit dementsprechenden Folgen aus. Sobald sich jemand fürchtet, wird ein Fluchtverhalten ausgelöst, wobei es zu einem deutlichen Adrenalinanstieg kommt. Ist die primäre Emotion Ärger (zum Beispiel im Kampf), werden vor allem Noradrenalin und Testosteron ausgeschüttet. Depressionen führen hingegen zu einer zunehmenden Ausschüttung von Cortisol und weniger Testosteron. 



Hormonausschüttung bei Stressreaktion


Das Gehirn benötigt viel Energie, kann diese aber nur über das (Stress-) Hormon Cortisol und die Freisetzung energiereicher Glukose aufbringen. Das dafür verwendete Energieversorgungssystem ist die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA).


Der Hypothalamus ist eine komplexe Schaltzentrale im Zwischenhirn, das grundlegende Funktionen des Körpers steuert (Wasser-, Salzhaushalt und Blutdruck). Bei einer Stressreaktion setzt er eine Reihe von Hormonen in Gang. Überraschung und Schock führen zu einer erhöhten Ausschüttung von Cortisol und zugleich zu einer verringerten Ausschüttung von Prolaktin (Geschlechtshormon). Bei Wut und Demütigung hingegen wird mehr Prolaktin und weniger Cortisol als üblich ausgeschüttet.


Cortisol hemmt das Immunsystem, unterdrückt Entzündungen, aktiviert den Glykogenabbau in den Muskelzellen, die Neubildung von Glukose in der Leber und hemmt außerdem die Ausschüttung der Hormone von Hypothalamus und Hypophyse.



Stressreaktion im Körper


Die ausgeschütteten Hormone und das allgemeine psychische Einwirken von Stress wirken sich vielfältig auf den Körper aus:


  • Blutdruck und Puls steigen,
  • der Atem wird beschleunigt,
  • die Pupillen werden erweitert,
  • die Bronchien werden ebenfalls erweitert,
  • die Niere hält Wasser zurück,
  • die Muskeln werden besser durchblutet, weil die Adern geweitet werden,
  • die Speicheldrüsen produzieren weniger und zähflüssigen Schleim,
  • Aufrichtung der Haare ("Gänsehaut"),
  • Sexualfunktionen und die Verdauung werden reduziert, um Energie zu sparen,
  • die Leber produziert mehr Blutzucker,
  • mehr rote Blutkörperchen werden ausgeschwemmt, um mehr Sauerstoff zu den Muskeln zu transportieren.


Die Erhöhung des Grundumsatzes führt zu einer Erhöhung der Körpertemperatur, wodurch die erforderlichen chemischen Reaktionen rascher ablaufen können. Auf der anderen Seite muss bei Stress durch stärkeres Schwitzen einer Überhitzung entgegengewirkt werden.



Stressreaktion in Phasen


1. Die Schockphase


In der Schockphase machen sich die körperlichen Auswirkungen von Stress, wie Blutunterdruck, Unterzuckerung, Körpertemperaturabsenkung, Verringerung der Elektrolyte Chlorid, Natrium und Kalium, bemerkbar.


2. Die Widerstandsphase


In der Widerstandsphase kommt es zur Adrenalinausschüttung. Dabei werden Glucose und Fettsäuren aus Energiespeichern der Muskeln und Leber freigesetzt. Dadurch erhöht sich der Blutdruck und die Atmung sowie die Herztätigkeit wird stimuliert. Zur Stabilisierung des Körpers werden stressabhängige Hormone wie Cortisol ausgeschüttet.


3. Die Erschöpfungsphase


Bei zu starken Stressoren folgt am Ende die Erschöpfungsphase, welche im schlimmsten Fall zu chronischen Schäden, Zusammenbruch und Tod führen kann.



Folgen von negativem Dauerstress


Dauerstress kann viele Krankheiten und sowohl mentale als auch körperliche Schäden hervorrufen. 


Mögliche Folgen sind:


  • Erhöhtes Krebsrisiko,
  • erhöhtes Herzinfarktrisiko,
  • erhöhtes Infektionsrisiko,
  • Migräne,
  • Verdauungsbeschwerden,
  • hoher Blutdruck,
  • negative Auswirkungen auf Geschlechtshormone (Mann und Frau) sowie auf den Zyklus bei Frauen.


In schlimmen Fällen kann es auch zu Depressionen, Denkstörungen und Immunsystemschwächungen kommen. Dies geschieht, wenn die Rezeptoren nicht richtig arbeiten, oder die Stressachse aus Hirnanhangdrüse, Nebenniere und Hypothalamus (Abschnitt des Zwischenhirns) so aktiv wird, dass zu viel Cortisol produziert wird. Intensiver Stress in der frühen Kindheit kann die Arbeitsweise von Genen, die an der Stressreaktion beteiligt sind, so stark beeinflussen, dass Stresshormone schneller und intensiver ausgeschüttet werden. Dieser Effekt bleibt lebenslang bestehen. Ähnliche Ergebnisse scheint es unter bestimmten genetischen Bedingungen auch bei Menschen zu geben, die ein Trauma erlebt haben.


Stressreaktion - Das Wichtigste

  • Bei einer Stressreaktion werden Hormone ausgeschüttet, um den Körper mit Energie für eine Reaktion vorzubereiten.
  • Zu viel Stress schädigt den Körper sowohl physisch als auch psychisch.
  • Bei einer Stressreaktion wird, evolutionär gesehen, entweder geflohen, erstarrt oder angegriffen.
  • Eine Stressreaktion wird in drei Phasen gegliedert: Schockphase, Widerstandsphase, Erschöpfungsphase.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Stressreaktion

Nachdem das Gehirn die Information "Gefahr" verarbeitet hat, kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen wie beispielsweise Adrenalin bei Fluchtreaktionen. Weitere körperliche Auswirkungen sind ein erhöhter Puls und Atem, Pupillenerweiterung sowie eine erhöhte Durchblutung der Muskeln.

Die Durchblutung wird angeregt, um die Muskeln mit mehr Blut zu versorgen. Die Bronchien weiten sich, um den Körper mit mehr Sauerstoff zu versorgen. Bestimmte Stresshormone, wie Adrenalin, werden ausgeschüttet. Stress kann aber auch langwierige psychische Folgen haben.

Stresssymptome sind Herzklopfen, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder auch ein allgemeines Gefühl von Unbehagen oder Hilfslosigkeit.

Stress wird nicht durch Hormone ausgelöst, sondern Hormone werden wegen Stress ausgeschüttet. Diese Hormone werden Stresshormone genannt und sind beispielsweise Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol.

Finales Stressreaktion Quiz

Frage

Was ist Stress?

Antwort anzeigen

Antwort

Wirken auf einen Organismus äußerliche Reize ein, die zu einer körperlichen und/oder psychischen Anspannung und Belastung führen, spricht man von Stress.


Frage anzeigen

Frage

Wie wirkt sich Stress auf den Körper aus?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Pupillenerweiterung
  •  erhöhte Atem- und Herzfrequenz
  • erhöhte Durchblutung
  • Bronchienerweiterung
  • Stresshormonausschüttung,...
Frage anzeigen

Frage

Welche Stresshormone gibt es?

Antwort anzeigen

Antwort

Es gibt:

  • Adrenalin, 
  • Noradrenalin
  • Dopamin
  • Cortisol
Frage anzeigen

Frage

Welche evolutionär gebildeten Reaktionen gibt es bei Stress?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Fliehen
  • Angreifen
  • Erstarren
Frage anzeigen

Frage

Welche Körperprozesse werden bei einer Stressreaktion unterdrückt?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei Stress werden oft werden die Sexualfunktionen und die Verdauung unterdrückt

Frage anzeigen

Frage

Wie heißt das Energieversorgungssystem mit dem sich das Gehirn bei Stress mit Energie versorgt?

Antwort anzeigen

Antwort

Es heißt: Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden Achse (HHNA)

Frage anzeigen

Frage

Was ist der Hypothalamus?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Hypothalamus ist eine komplexe Schaltzentrale im Zwischenhirn, das grundlegende Funktionen unseres Körpers steuert (Wasser-, Salzhaushalt und Blutdruck). Für die Stressreaktion setzt er eine Reihe von Hormonen in Gang.

Frage anzeigen

Frage

Welche langwierigen Folgen kann Dauerstress haben?

Antwort anzeigen

Antwort

  • erhöhtes Krebs
  • Infektions-
  • Herzinfarktrisiko
  • hoher Blutdruck
  • Depressionen
  • Verdauungsbeschwerden
  • negative Auswirkungen auf Geschlechtshormone bei Mann und Frau
Frage anzeigen

Frage

Wieso werden bestimmte Körperprozesse bei Stress unterdrückt?

Antwort anzeigen

Antwort

Um Energie zu sparen. Damit kann mehr Energie in die Reaktion investiert werden kann.

Frage anzeigen

Frage

Welche Körperfunktionen werden bei Stress oft unterdrückt?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Verdauung und die Sexualfunktionen werden bei Stress oft unterdrückt.

Frage anzeigen

Frage

Wie heißen die Phasen, in die man eine Stressreaktion gliedert?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Schockphase
  • Widerstandsphase
  • Erschöpfungsphase
Frage anzeigen

Frage

Was passiert bei der Widerstandsphase?

Antwort anzeigen

Antwort

Es werden die Stresshormone ausgeschüttet und die Muskeln werden mit Glucose versorgt.

Frage anzeigen

Frage

Was passiert in der Schockphase?

Antwort anzeigen

Antwort

Es werden körperliche Reaktionen wie

  •  Blutunterdruck
  • Körpertemperaturabsenkung 
  • und Unterzuckerung 

bemerkbar

Frage anzeigen

Frage

Was passiert in der Erschöpfungsphase?

Antwort anzeigen

Antwort

Zur Erschöpfungsphase kommt es bei zu langem Stress. Es kann zu chronischen Schäden sowie auch zum Tod führen.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird der erhöhten Körpertemperatur bei Stress entgegengewirkt?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch Schweiß (also Schwitzen) soll der Körper abgekühlt werden.

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Frage

Welche Hormone werden bei Überraschung und Schock ausgeschüttet?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei Schock und Überraschung kommt es zu einer erhöhten Ausschüttung von Cortisol und zugleich einer verringerten Ausschüttung von Prolaktin.

Frage anzeigen

Frage

Welche Hormone werden bei Wut und Demütigung ausgeschüttet?

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Antwort

Es wird mehr Prolaktin und weniger Cortisol als üblich ausgeschüttet.

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