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Amphetamin

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Biologie

Bei Amphetamin handelt es sich um eine chemische Verbindung, die vollkommen synthetisch hergestellt wird. Es wird sowohl als Arzneistoff verwendet, als auch unter anderem in Form von Methamphetamin als Droge missbraucht. 


Dieser Artikel gehört zum Fach Biologie und erweitert das Thema Neuromodulation


  • Du lernst...
  • ...was genau Amphetamin ist und wofür es verwendet wird.
  • ...wie Amphetamin im Nervensystem wirkt und welche körperlichen Wirkungen dies mit sich bringt.
  • ...wie Amphetamin als Medikament in der Vergangenheit benutzt wurde und wo es heute noch Anwendung findet.
  • ...wie Amphetamin als Droge missbraucht wird und welche langfristigen Schäden das Nervensystem von dem Konsum nehmen kann.



Was ist Amphetamin? 


Der Begriff Amphetamin bezeichnet eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung mit aufputschender Wirkung.


Während Amphetamin unter anderem bei Menschen mit ADHS noch als Medikament zur Behandlung verwendet wird, wird es aufgrund seiner stark stimulierenden Wirkung auch weit verbreitet als Droge konsumiert. Es kann sowohl intravenös als auch als Tablette eingenommen werden.


Man unterscheidet zwei unterschiedlichen Verbindungen: D-Amphetamin wird meistens in der Medizin verwendet, da es eine stärkere Wirkung hat, als L-Amphetamin. Meistens bezeichnet "Amphetamin" selbst einfach eine 50:50 Mischung beider Verbindungen.


Amphetamin kann noch nach vier Tagen im Urin, Blut oder in den Haaren nachgewiesen werden.



Wirkung von Amphetamin


Wird Amphetamin eingenommen, regt es die sympathischen Teile des vegetativen Nervensystems an. Diese sind vor allem für die Leistungssteigerung verantwortlich. Das Nervensystem wird extrem stimuliert, sodass es den Körper in einen Stresszustand versetzt, der eigentlich nur für lebensbedrohliche Situationen gedacht ist. In solchen Situationen ist der Organismus bereit, körperliche Höchstleistungen zu erbringen und schnell Entscheidungen zu treffen. Dabei treten verschiedene Wirkungen ein, unter anderem:


  • erhöhte Wachheit und vermindertes Schlafbedürfnis, bei geringen Dosen auch erhöhte Konzentrationsfähigkeit
  • Steigerung der körperlichen und mentalen Ausdauer
  • Euphorie
  • Rededrang
  • Appetitlosigkeit
  • Steigerung der sexuellen Bedürfnisse
  • Beschleunigung des Denkens


Wie wirkt Amphetamin auf neurologischer Ebene?


Betrachtet man das Ganze noch einmal auf neurologischer Ebene, sieht das so aus: Nachdem Amphetamin in die präsynaptischen Zellen aufgenommen wurde, werden Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin ausgeschüttet und entfalten ihre Wirkung als Neurotransmitter im synaptischen Spalt. Amphetamin sorgt außerdem dafür, dass dieser Zustand länger als normalerweise anhält, man spricht von einer Reuptake-Inhibition. Genauer gesagt bedeutet das, dass das Wiederaufnehmen der Neurotransmitter durch etwas gehemmt wird - in diesem Fall durch Amphetamin. Dadurch bleibt die Zelle über einen längeren Zeitraum stimuliert.



Amphetamin als Arzneistoff 


Früher war Amphetamin als Medikament sehr leicht zugänglich und wurde zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Asthma und Depressionen benutzt. Erst als entdeckt wurde, dass die Substanz ein hohes Abhängigkeitspotential besitzt, wurde die Verwendung stark eingeschränkt. 


Heute wird Amphetamin bei der Behandlung von ADHS eingesetzt. ADHS ist eine Verhaltensstörung, die in der Kindheit oder Jugend einsetzt und unter anderem für Probleme bei der Konzentration sorgt. Allerdings wird der Stoff nur dann als Medikament eingesetzt, wenn Behandlungen mit anderen Arzneimitteln keine oder nur wenig Wirkung gezeigt haben.



Amphetamin als Droge 


Amphetamin und Methamphetamin, eine Substanz aus der gleichen Kategorie, sind illegale, synthetische hergestellte Drogen. Dabei unterscheidet man verschiedenen Variationen. 


Speed


"Speed" ist meistens eine Mischung aus Amphetamin, Methamphetamin, Ephedrin (ein Alkaloid), Koffein und verschiedenen Streckmitteln wie Milch- oder Waschpulver. Es handelt sich dabei aufgrund seiner aufputschenden und wachhaltenden Wirkung um eine sogenannte "Partydroge". 


Die Stärke der Wirkung hängt von verschiedenen Faktoren, wie dem Umfeld, der Dosis, den Streckmitteln, der Konsumform und dem Zustand des Konsumenten ab. Die oben aufgelisteten Effekte können in ihrer Intensität variieren. Bei Menschen, die die Droge nicht zum ersten Mal konsumieren, bildet sich außerdem eine Toleranz, wodurch jedesmal mehr konsumiert werden muss, um wieder eine ähnlich starke Wirkung hervorzurufen. 


Methamphetamin


Methamphetamin, auch bekannt als "Crystal Meth", ist eng mit der Droge Speed verwandt, gilt jedoch als noch gefährlicher. Ähnlich wie andere Amphetamine wurde es in der Vergangenheit als frei zugängliches Medikament verkauft. Auch seine Wirkung ist sehr ähnlich zu Speed. Es überwindet allerdings noch schneller die Blut-Hirn-Schranke und nimmt auch einen längeren Zeitraum in Anspruch, um abgebaut zu werden. Während Speed etwa sechs bis acht Stunden Wirkung zeigt, hält Methamphetamin bis zu 16 Stunden an, selten sogar bis zu 70 Stunden. Außerdem bildet sich auch bei dieser Droge nach mehrmaligem Konsum eine Toleranz.


Amphetamin als Smart Drug


Amphetamin zählt weiterhin zu den Substanzen, die häufig als "Smart Drug" verwendet werden. Dabei handelt es sich um verschreibungspflichtige Medikamente, die von gesunden Menschen zu sich genommen werden, um die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns zu verbessern. Meistens sind die Konsumenten Schüler*innen, Studierende, Akademiker*innen und Personen, die unter besonderer Belastung stehen, wie Chirurg*innen oder Kampfpilot*innen. Aber auch dieser Konsum sollte nicht verharmlost werden: Es handelt sich immer noch um eine Droge, die schnell abhängig machen und das Nervensystem nachhaltig schädigen kann.



Was sind Folgen des Amphetamin Komsums?


Wird Amphetamin häufig und in hohen Dosen konsumiert, kann dies zu Hirnschäden führen. Dabei sind insbesondere die Bereiche des Hirns betroffen, in denen der Neurotransmitter Dopamin eine wichtige Rolle spielt. Dies wird darauf zurückgeführt, dass bei dem Konsum von Amphetaminen eine massive Menge an Dopaminen ausgeschüttet wird. Nach längerem Konsum kann es daher zu nachhaltigen Störungen des Dopaminhaushaltes und zu der Zerstörung von Nervenzellen kommen.


Die Zerstörung der Nervenzellen und ähnliche Störungen im Körper werden durch die Produktion von sogenannten freien Radikalen, die durch Amphetamine veranlasst wird, ausgelöst. Das sind Moleküle, denen ein Elektron fehlt und die dieses daher anderen Zellen wegnehmen, wodurch die Zellen anschließend durch Reperaturprozesse gestresst werden. 


Außerdem werden auch die Mitochondrien beschädigt, die bei dem Konsum von Amphetaminen ohnehin schon ausgelastet sind. Dadurch kann es zum programmierten Zelltod kommen. Dieser ist zwar im Allgemeinen für einen Organismus wichtig, um defekte Zellen zu entsorgen, doch durch Amphetamin kann es zu einer übermäßigen Zerstörung von Nervenzellen kommen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Substanz auch die Bildung neuer Nervenzellen unterbindet. Dadurch kann es zu ernsthaften langfristigen Schäden kommen.



Amphetamin - Das Wichtigste auf einem Blick!


  • Amphetamine sind chemische Verbindungen, die vollkommen synthetisch hergestellt werden.
  • Man unterscheidet D-Amphetamin und L-Amphetamin.
  • Der Konsum von Amphetamin löst einen extrem leistungssteigernden und euphorischen Zustand aus.
  • Amphetamine wurden in der Vergangenheit als frei zugängliche Medikamente verkauft, bis das starke Suchtpotential offensichtlich wurde. Heute wird es nur in manchen Fällen für die Behandlung von ADHS verwendet.
  • Amphetamin wird in verschiedenen Varianten und Mischungen als Droge verwendet. Zu den bekanntesten Formen gehören Speed und Crystal Meth.
  • Der häufige Konsum von Amphetaminen kann eine Zerstörung von Nervenzellen und Störungen des Dopaminhaushaltes zur Folge haben.



FERTIG!

Jetzt weißt du das Wichtigste zum Thema Amphetamin. Es gibt allerdings noch andere Substanzen der Neuromodulation, wie beispielsweise Endorphin oder Histamin. Wenn du also noch mehr zu diesen Themen erfahren möchtest, schau dich gerne auf StudySmarter um. 


Viel Erfolg beim Lernen!


ken.sudermann@studysmarter.de

QA


Q1


Wie lange dauert der Entzug von Amphetaminen? 


A1


Der Entzug von Amphetaminen ist vor allem ein psychischer Kampf. Der Entzug dauert zwar in den meisten Fällen "nur" ein bis zwei Wochen, allerdings wird der Abhängige durch Entzugssymptome wie Panikattacken, Depressionen und Angstzustände mental extrem beansprucht. Wie bei allen Drogen kann die Zeit des Entzuges allerdings durch verschiedene Faktoren variieren.


Q2


Wie schnell macht Amphetamin abhängig? 



A2


Amphetamin selbst hat ein hohes Abhängigkeitspotential. Wie schnell man selbst von der Droge abhängig wird, hängt trotzdem noch von individuellen Faktoren ab. Generell kann aber gesagt werden, dass bei intravenösem Konsum schnell eine größere Toleranz gebildet wird, weswegen die Abhängigkeit auch schneller auftreten kann.


Q3


Wie wirkt Amphetamin? 


A3


Amphetamine wirken vor allem leistungssteigernd und euphorisierend. Der Konsument fühlt sich körperlich und mental durchhaltender, hat ein vermindertes Schlafbedürfnis und kann bei niedrigen Dosen eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit haben.


Q4


Was fällt alles unter den Begriff Amphetamin? 


A4


Amphetamin ist ein Oberbegriff für verschiedene psychoaktive Substanzen. Dazu gehören unter anderem Methamphetamin und das Alkaloid Ephedrin. Meistens versteht man unter Amphetaminen aber die aus ihr entstehenden Drogen wie Speed oder Crystal Meth.

19:24 28.08.2021

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Finales Amphetamin Quiz

Frage

Was ist die Definition von Amphetamin?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Begriff Amphetamin bezeichnet eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung mit aufputschender Wirkung.

Frage anzeigen

Frage

Auf welche Art kann Amphetamin konsumiert werden?

Antwort anzeigen

Antwort

Amphetamin kann sowohl intravenös als auch als Tablette eingenommen werden.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird Amphetamin verwendet?

Antwort anzeigen

Antwort

Während Amphetamin unter anderem bei Menschen mit ADHS noch als Medikament zur Behandlung verwendet wird, wird es aufgrund seiner stark stimulierenden Wirkung auch weit verbreitet als Droge konsumiert.

Frage anzeigen

Frage

Wie lange und wo kann Amphetamin nach dem Konsum nachgewiesen werden?

Antwort anzeigen

Antwort

Amphetamin kann noch nach vier Tagen im Urin, Blut oder in den Haaren nachgewiesen werden.

Frage anzeigen

Frage

Welcher Teil des Nervensystems wird durch Amphetamin angeregt?

Antwort anzeigen

Antwort

Wird Amphetamin eingenommen, regt es die sympathischen Teile des vegetativen Nervensystems an.

Frage anzeigen

Frage

Nenne vier mögliche körperliche Wirkungen von Amphetamin.

Antwort anzeigen

Antwort

  • erhöhte Wachheit und vermindertes Schlafbedürfnis, bei geringen Dosen auch erhöhte Konzentrationsfähigkeit
  • Steigerung der körperlichen und mentalen Ausdauer
  • Euphorie
  • Rededrang
  • Appetitlosigkeit
  • Steigerung der sexuellen Bedürfnisse
  • Beschleunigung des Denkens
Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Reuptake-Inhibition?

Antwort anzeigen

Antwort

Eine Reuptake-Inhibition bedeutet, dass das Wiederaufnehmen der Neurotransmitter durch etwas verhindert oder gehemmt wird - in diesem Fall durch Amphetamin.

Frage anzeigen

Frage

Wie wirkt Amphetamin an der Nervenzelle direkt?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Amphetamin wird in die präsynaptische Zelle aufgenommen
  • Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet
  • Amphetamin hemmt durch Reuptake-Inhibition, dass die Neurotransmitter wieder in die präsynaptische Zelle aufgenommen werden
  • dadurch wird die postsynaptische Zelle länger stimuliert
Frage anzeigen

Frage

Wie wurde Amphetamin in der Vergangenheit verwendet?

Antwort anzeigen

Antwort

Früher war Amphetamin als Medikament sehr leicht zugänglich und wurde zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Asthma und Depressionen benutzt.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird Amphetamin heute als Medikament verwendet?

Antwort anzeigen

Antwort

Heute wird Amphetamin bei der Behandlung von ADHS eingesetzt. ADHS ist eine Verhaltensstörung, die in der Kindheit oder Jugend einsetzt und unter anderem für Probleme mit der Konzentration sorgt. Allerdings wird der Stoff nur dann als Medikament eingesetzt, wenn Behandlungen mit anderen Arzeinmitteln keine oder nur wenig Wirkung gezeigt haben.

Frage anzeigen

Frage

Woraus besteht die Droge Speed?

Antwort anzeigen

Antwort

"Speed" ist meistens eine Mischung aus Amphetamin, Methamphetamin, Ephedrin (ein Alkaloid), Koffein und verschiedenen Streckmitteln wie Milch- oder Waschpulver.

Frage anzeigen

Frage

Von welchen Faktoren hängt die Intensität der Wirkung von Speed ab?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Stärke der Wirkung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Umfeld, der Dosis, den Streckmitteln, der Konsumform und dem Zustand des Konsumenten.

Frage anzeigen

Frage

Was unterscheidet Methamphetamin (Crystal Meth) von Speed?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Methamphetamin überwindet schneller die Blut-Hirn-Schranke
  • es braucht länger, bis es abgebaut wird
  • seine Wirkung hält bis zu 16 Stunden an, manchmal sogar bis zu 70
Frage anzeigen

Frage

Was sind Smart Drugs?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei Smart Drugs handelt es sich um verschreibungspflichtige Medikamente, die von gesunden Menschen zu sich genommen werden, um die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns zu verbessern.

Frage anzeigen

Frage

In welchem Bereich des Hirns können Amphetamine viel Schaden anrichten?

Antwort anzeigen

Antwort

Beim Konsum von Amphetaminen sind besonders die Bereiche betroffen, in denen der Neurotransmitter Dopamin eine wichtige Rolle spielt. Dies wird darauf zurückgeführt, dass bei dem Konsum von Amphetaminen eine massive Menge an Dopaminen ausgeschüttet wird. Über längeren Konsum kann es daher zu nachhaltigen Störungen des Dopaminhaushaltes und der Zerstörung von Nervenzellen kommen.

Frage anzeigen

Frage

Was sind freie Radikale? Welche Schäden können sie anrichten?

Antwort anzeigen

Antwort

Freie Radikale sind Moleküle, denen ein Elektron fehlt und dieses daher anderen Zellen wegnehmen, wodurch die Zellen mit Reperaturprozessen gestresst werden. Außerdem werden auch die Mitochondrien beschädigt, die bei dem Konsum von Amphetaminen ohnehin schon ausgelastet sind. Dadurch kann es zum programmierten Zelltod kommen.

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