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Rückenmark

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Biologie

sieglinde.sterbling@studysmarter.de

alter Einleitungssatz, Meta-Infos nicht mehr aktuell 

21:11 12.12.2021

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In diesem Artikel geht es um das Rückenmark. Wir erklären dir, wie das Rückenmark aufgebaut ist, welche Funktionen es in unserem Körper erfüllt und alles Wissenswerte, was du zum Rückenmark wissen solltest. Dieser Artikel gehört zum Fach Biologie und erweitert das Thema Neurobiologie.



Wie funktioniert das Rückenmark?


Das Rückenmark (lateinisch = Medulla spinalis) ist ein von Hüllen umgebener Strang, der in der Wirbelsäule verläuft. Es besteht größtenteils aus den Körpern und Fasern von Nervenzellen. Zusammen mit dem Gehirn bildet es das zentrale Nervensystem. Vom Rückenmark gehen die 31 paarigen Spinalnerven aus, welche die Brücke zum peripheren Nervensystem schlagen. Das Rückenmark ist wesentlich an der Entstehung von Reflexen beteiligt und ermöglicht als Verbindungsstück die Informationsweiterleitung zwischen Körper und Gehirn.




Lage und äußere Gestalt des Rückenmarks 


Das empfindliche Rückenmark liegt geschützt im knöchernen Wirbelkanal. Dieser wird durch die Aneinanderreihung der Löcher der einzelnen Wirbel der Wirbelsäule gebildet. Das Rückenmark ist weißlich und zeigt eine zylindrische Form, ist aber stellenweise etwas abgeplattet. Daher erscheint es im Querschnitt im Großen und Ganzen eher queroval als einheitlich rund.


Das Rückenmark verläuft beim i.d.R. Menschen vom 1. Halswirbel bis zum 2. Lendenwirbel. Kopfwärts schließt sich dem Rückenmark die Medulla oblongata (= das verlängerte Mark) des Hirnstammes an. An seinem Ende läuft das Rückenmark spitz zu. Dadurch ähnelt es in diesem Bereich einem Kegel, weswegen dieser Abschnitt des Rückenmarks auch als Markkegel (= Conus medullaris) bezeichnet wird. 


Entwicklungsbedingt endet das Rückenmark mit seinem Markkegel vor der Wirbelsäule. Der Grund dafür ist, dass das Rückenmark in der embryonalen Entwicklung weniger in Längsrichtung wächst als die Wirbelsäule. Deshalb entsteht die sogenannte Cauda equina (= Pferdeschweif) im Anschluss an das Rückenmark. Darunter versteht man die vielen Spinalnervenwurzeln, die gesammelt weiter durch den Wirbelkanal verlaufen. 



Wie eben erwähnt, endet das Rückenmark eines erwachsenen Menschen bereits vor dem Ende der Wirbelsäule. Diese Eigenschaft macht man sich im Rahmen der Lumbalpunktion zu nutze. Dazu wird zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel eingestochen, ohne dass das Rückenmark verletzt wird. Das macht man um den sogenannten Liquor cerebrospinalis - also das Nervenwasser - zu entnehmen. Die Lumbalpunktion kann z.B. sinnvoll sein, wenn ein Verdacht auf eine Entzündung besteht.



Segmente des Rückenmarks


Man kann das Rückenmark in verschiedene Segmente einteilen. Diese lassen sich wiederum zu Abschnitten zusammenfassen, welche je nach Lage unterschiedlich bezeichnet werden.


  • Zervikalmark (Halsmark)
  • Thorakalmark (Brustmark)
  • Lumbalmark (Lendenmark)
  • Sakralmark (Kreuzmark)


Insgesamt besteht das Rückenmark aus 31-33 solcher Segmente. Im Bereich des Zervikalmarks liegen besonders viele Nervenzellkörper, weswegen hier das Rückenmark etwas verdickt ist. Diesen Bereich bezeichnet man als Intumescentia cervicalis. Gleiches gilt für den Bereich des Lenden- und Kreuzmarks, weswegen man diesen als Intumescentia lumbosacralis bezeichnet. 


Diese Verdickungen lassen sich damit begründen, da in diesen Bereichen die Nerven für die Gliedmaßen entspringen. Es sind also mehr Nerven notwendig als für die anderen Bereiche des Rumpfes.



Die Hüllen des Rückenmarks


Wie bereits erwähnt, liegt das Rückenmark in dem knöchernen Wirbelkanal. Dort wird es umgeben von mehreren Bindegewebshüllen, den Rückenmarkshäuten (= Meningen). Darüber hinaus befinden sich im Wirbelkanal Venen, Fett und Zerebrospinalflüssigkeit (= Liquor cerebrospinalis), welche dem empfindlichen Rückenmark einen Schutz bieten. 


Ab dem Foramen magnum - also der großen Öffnung des Schädels, welche den Übergang zwischen Gehirn und Rückenmark markiert - werden die Rückenmarkshäute als Hirnhäute bezeichnet. Die Hirnhäute sind aber grundsätzlich so aufgebaut wie die Rückenmarkshäute.


Ausgehend vom Rückenmark unterscheidet man folgende Häute:


  • Weiche Rückenmarkshaut, zusammengesetzt aus:
    • Pia mater spinalis (= zarte Hirnhaut) und
    • Arachnoidea mater spinalis (= Spinngewebshaut)
  • Harte Rückenmarkshaut (= Dura mater spinalis)
  • Knochenhaut (= Periost)


Weiche Rückenmarkshaut


Die weiche Rückenmarkshaut wird von vielen Gefäßen durchzogen. Dem Rückenmark liegt unmittelbar die Pia mater an. Sie trägt - wie die anderen Rückenmarkshäute auch - zum Schutz des Rückenmarks bei.


Auf die Pia mater folgt nach außen hin die Spinngewebshaut (= Arachnoidea mater spinalis). Zwischen ihr und der Pia mater ergibt sich ein kleiner Spalt, der sogenannte Subarachnoidalraum. Dieser ist ausgefüllt von Nervenwasser. Außerdem befinden sich in dem Subarachnoidalraum viele bindegewebige Bälkchen, welche die Spinngewebshaut und die Pia mater miteinander verbinden. Weil das dadurch entstehende Muster einem Spinnennetz ähnelt, erhielt die Arachnoidea ihren Namen. 


Harte Rückenmarkshaut


Die Arachnoidea liegt der Dura mater dicht an. Trotzdem ergibt sich auch zwischen der Arachnoidea und der harten Rückenmarkshaut ein schmaler Spalt, den man als Subduralspalt bezeichnet. Zwischen der Knochenhaut, die den Wirbelkanal auskleidet, und der Dura mater liegt der Epidural- bzw. Periduralraum mit fettreichen Bindegewebe und Venen.


Wie für Knochen üblich, werden auch die knöchernen Wirbel der Wirbelsäule mit Knochenhaut überzogen. Man bezeichnet sie auch als Periost. Das Periost kann man als die letzte bindegewebsartige Schicht betrachten, die um das Rückenmark herum liegt. Das Periost unter anderem ist dafür zuständig, den Knochen mit Nährstoffen zu versorgen.


Abb. 1: Schematische Darstellung der Rückenmarkshüllen


Im Rahmen der Periduralanästhesie (kurz PDA) wird in den Periduralspalt das Narkosemittel injiziert. Eines der bekanntesten Anwendungsgebiete für die PDA ist die Geburt.



Wie ist das Rückenmark aufgebaut?


Betrachtet man den Querschnitt des Rückenmarks, so lassen sich zwei unterschiedliche Anteile unterscheiden:


  • Die graue Substanz (= Substantia grisea)
  • Die weiße Substanz  (= Substantia alba)


Die weiße Substanz umhüllt dabei die graue Substanz, die sich im Bezug auf ihre Form mit einem Schmetterling vergleichen lässt. Interessanterweise sind im Gehirn die Verhältnisse genau anders herum, denn dort bildet die graue Substanz die Rinde und im Inneren liegt überwiegend weiße Substanz vor.


Die verschiedenen Farben kommen dadurch zustande, dass die weiße Substanz vor allem myelinisierte Axone enthält. Die graue Substanz hingegen, in der sich viele Zellkörper von Neuronen befinden, erscheint im Präparat gräulich.

Das Verhältnis von weißer zu grauer Substanz ist nicht auf der ganzen Länge des Rückenmarks gleich.  


Beim Menschen weist das Halsmark beispielsweise im Vergleich zu den anderen Abschnitten mehr weiße Substanz auf. Das liegt daran, dass alle zum Gehirn aufsteigenden und absteigenden Bahnen zwangsläufig das Halsmark durchqueren müssen. Dagegen müssen in Richtung des Sakralmarks keine Informationen der vorderen Abschnitte weitergeleitet werden, weswegen entsprechende Abschnitte fehlen. 


Das Rückenmark wird durch zwei Furchen in zwei symmetrische Hälften geteilt. An der Vorderfläche ist das die sog. Fissura mediana anterior und auf der Rückseite der Sulcus medianus posterior.


Exkurs: Neuron


Um den Aufbau des Rückenmarks zu verstehen, müssen wir mit den Grundlagen über das Nervensystem vertraut sein. 

Nervenzellen werden auch als Neuronen bezeichnet. Das sind Zellen, welche für die Reizweiterleitung im Nervensystem verantwortlich sind. Alle Nervenzellen zeigen einen ähnlichen Bauplan. 


Sie besitzen für gewöhnlich ein Perikaryon bzw. Soma, welches den Zellkörper darstellt. Darüber hinaus verfügt eine Nervenzelle über mindestens ein Axon. Das Axon ist ein langer Fortsatz, welcher den Reiz in Form des Aktionspotentials ähnlich wie ein Kabel weiterleitet. Neben den Axonen besitzt ein Neuron noch weitere Fortsätze, welche sich unter anderem mit anderen Nervenzellen verbinden können. Diese Zellausläufer bezeichnet man als Dendriten. 



Abb. 2: Grundaufbau eines Neurons


Nervenfasern können verschiedene Qualitäten aufweisen. Grundsätzlich können Nerven Informationen entweder zum ZNS (= afferente Nervenfasern) oder in die Peripherie (= efferente Nervenfasern) leiten.


Innerhalb der afferenten Nerven unterscheidet man solche, die Informationen des Körpers, wie z.B. Hörsinn und Temperaturwahrnehmung zum ZNS leiten (= somatisch). Weiterhin gibt es auch Afferenzen, die Informationen von inneren Organen zum ZNS weiterleiten (= viszeral).


Neben den Afferenzen gibt es die Efferenzen. Auch hier wird wieder zwischen somatischen Efferenzen und viszeralen Efferenzen unterschieden. Somatische Efferenzen sind solche, die motorische Informationen zu den Skelettmuskeln entsenden. Viszeralen Efferenzen entsenden als Teil des vegetativen Nervensystems Informationen des ZNS an die glatte, unwillkürliche Muskulatur und regulieren somit z.B. die Funktion von Drüsen.


Weiße Substanz im Rückenmark


Die weiße Substanz besteht vor allem aus Nervenfasern. Man unterscheidet aufsteigende und absteigende Bahnen, die zum Gehirn hin ziehen oder vom Gehirn zum Rückenmark verlaufen. 


Die Bahnen des Rückenmarks kannst du dir vorstellen wie Kabel, die super schnell Informationen zwischen Gehirn und Rückenmark austauschen können. Dabei leiten die aufsteigenden Bahnen i.d.R. sensorische Informationen und die absteigenden Bahnen motorische Informationen. Die wichtigste motorische Bahn ist die "Pyramidenbahn", welche Informationen des Gehirns über Bewegungen an die Muskulatur weiterleitet. 


Die verschiedenen Nervenfasern werden zu Bündeln zusammengefasst und je nach Lage unterschiedlich bezeichnet. Man unterscheidet: 


  • einen Hinterstrang (= Funiculus posterior),
  • einen Seitenstrang (= Funiculus lateralis) und 
  • einen Vorderstrang (= Funiculus anterior).


Graue Substanz im Rückenmark


Die graue Substanz besteht im Wesentlichen aus den Zellkörpern von Neuronen und Gliazellen. Gliazellen sind Zellen des Nervensystems, welche die Nervenzellen stützen und der elektrischen Isolation dienen. Innerhalb der grauen Substanz unterscheidet man ein Vorder- und ein Hinterhorn, sowie im Bereich des Brust- und Lendenmarks auch ein Seitenhorn.


  • Im Vorderhorn (= Cornu anterius) liegen die Nervenzellen für die quergestreifte Muskulatur. Diese Nervenzellen bezeichnet man als motorische Neurone oder Motoneurone.


  • Das Seitenhorn befindet sich zwischen dem Hinterhorn und dem Vorderhorn. Es beinhaltet die Nervenzellen des Sympathicus, einem wichtigen Teil des vegetativen (= autonomen) Nervensystems.


  • Im Hinterhorn findet die Umschaltung der sensorischen Nervenfasern statt. Das Hinterhorn ist also dafür verantwortlich, dass sensorische Reize an dein Gehirn weitergeleitet werden.


Innerhalb der grauen Substanz durchzieht der Zentralkanal das Rückenmark auf seiner ganzen Länge. Er enthält Liquor cerebrospinalis. Dieses sogenannte Nervenwasser ist sehr wichtig für das Rückenmark, denn es schützt dieses mechanisch und nimmt eine wichtige Rolle bei dem Stoffwechsel und der Versorgung der Neurone ein.


Links und rechts verlassen jeweils zwei Nervenwurzeln das Rückenmark. Nach ihrer Lage lassen sich auf beiden Seiten des Rückenmarks eine Hinterwurzeln und eine Vorderwurzel unterscheiden. Bei genauerer Betrachtung findet man einen kleinen Knoten an den Hinterwurzeln, den man als Spinalganglion bezeichnet. In ihm liegen viele Zellkörper von pseudounipolaren Nervenzellen, welche sensible Signale über die Hinterwurzel zum Rückenmark weiterleiten. 



Als pseudounipolar bezeichnet man Nervenzellen, welche ein Axon und einen Dendriten aufweisen. Diese Zellen besitzen allerdings nur einen Abgang für beide Zellausläufer, was sie von den bipolaren Nervenzellen unterscheidet.


Die Vorderwurzel enthält die efferenten Nervenfasern, die die Erregung vom Rückenmark zu den Muskeln leiten.

Die Vorder- und Hinterwurzel vereinigen sich zu einem Spinalnerv. Da in der Hinterwurzel sensible, afferente Nervenfasern verlaufen und in der Vorderwurzel motorische Fasern ergibt sich ein gemischter Spinalnerv mit verschiedenen Faserqualitäten. 


Die Spinalnerven sind dann in der Peripherie verantwortlich nervale Versorgung der verschiedenen Körperregionen.

 


Abb. 3: Querschnitt des Rückenmarks



Rückenmark - Bedeutung im ZNS


Das Nervensystem der Wirbeltiere lässt sich grundsätzlich funktionell oder topographisch einteilen. Topographisch, d.h. anhand der Lage im Körper, unterscheidet man das zentrale und das periphere Nervensystem. Das Zentralnervensystem (ZNS) umfasst das Rückenmark, sowie das Gehirn. Das periphere Nervensystem hingegen umfasst alle Nerven außerhalb des ZNS, also z.B. die Spinalnerven oder die Hirnnerven.


Das Rückenmark ist nicht “nur” ein Verbindungsstück zwischen Gehirn und peripheren Nervensystem. Das wird klar, wenn man sich die Bedeutung von Reflexen anschaut. 


Auch wird die Relevanz des Rückenmarks klar, wenn man die Gewichtsanteile der beiden ZNS-Bestandteile bei anderen Tierarten betrachtet. Beim Menschen ist das Gehirn deutlich schwerer als das Rückenmark, während z.B. bei Vögeln das Rückenmark einen deutlich höheren Anteil des Gewichts im ZNS einnimmt als beim Menschen. 



Rückenmark Funktionen


Das Rückenmark als Informationsvermittler


Wie bereits erwähnt, stellt das Rückenmark das wesentliche Teilstück für die Reizweiterleitung zwischen Gehirn und peripheren Nervensystem dar. Auf diese Weise kann dein Gehirn deinem Körper z.B. Befehle geben oder dein Körper Empfindungen an das Gehirn weiterleiten. 


Möchtest du beispielsweise deinen Arm heben, so gibt dein Gehirn den Befehl dazu und leitet ihn über die absteigenden Bahnen des Rückenmarks zu den entsprechenden Spinalnerven, die sich nach und nach als Armnerven in der Armmuskulatur aufzweigen und dort die notwendige Kontraktion hervorrufen.


Rückenmark Reflexe


Neben der eben beschriebenen willkürlichen Bewegung gibt es auch unwillkürliche Bewegungen in Form von Reflexen. 


Bestimmt hat dein Arzt bei dir schon den sogenannten "Patellarsehnenreflex" getestet. Dazu schlägt dir der Arzt für gewöhnlich leicht mit einem kleinen Reflexhammer auf die Sehne des vierköpfigen Oberschenkelmuskels unterhalb der Kniescheibe. Sind deine Oberschenkelnerven und dein Rückenmark intakt, so führt das zu einer Kontraktion der Streckmuskulatur. Dadurch streckst du dein Kniegelenk durch. 




Wie kommt es nun zu dieser schnellen, unwillkürlichen Kontraktion?

Deine Nervenfasern leiten den Reiz des Schlags an das Rückenmark. Dort wird die Erregung über Interneurone (“Verschaltungsneurone”) von den sensorischen Nervenzellen auf motorische Neurone übertragen. Die Motoneurone sorgen dafür, dass der Muskel kontrahiert. Das Gehirn wird hierbei also umgangen und die Reaktion auf einen Reiz kann so viel schneller erfolgen.

Der Patellarsehnenreflex gehört zu den Eigenreflexen, da hier das gleiche Organ im Rahmen des Reflexes reagiert, das zuvor gereizt worden ist. Weil hier nur eine Synapse beteiligt ist, spricht man auch von einem monosynaptischen Reflex. 


Neben den Eigenreflexen gibt es noch den Fremdreflex. Bei einem Fremdreflex ist das gereizte Organ ein anderes als das mit dem  Reflex reagierende Organ. 


Ein Beispiel für einen Fremdreflex ist der Würgereflex, bei dem eine Reizung im hinteren Bereich des Mundes zu einer Kontraktion im hinteren Rachenraum führt. Hierzu sind mehrere Synapsen notwendig, weswegen man auch von einem polysynaptischen Reflex spricht.



Erkrankungen und Verletzungen des Rückenmarks


Das Rückenmark ist ein sehr empfindliches Organ. Es kann auf verschiedenster Art und Weise geschädigt werden. In der Fachsprache bezeichnet man derartige Beeinträchtigungen als Myelopathien. Da wir nun über die Wichtigkeit des Rückenmarks Bescheid wissen, ist klar, wieso solche Schädigungen gravierende Folgen für ein Individuum haben können. 


Oft liegt die Ursache einer Myelopathie dabei gar nicht im Rückenmark selbst. Stattdessen wird von außen Druck auf das Rückenmark ausgeübt und es wird dadurch geschädigt. Auslöser kann z.B. ein Bandscheibenvorfall, ein Abszess oder ein Tumor sein.


Bei einer Spinalkanalstenose, die nicht selten bei älteren Menschen vorkommt, kann ein zu enger Wirbelkanal auf das Rückenmark drücken und so starke Schmerzen hervorrufen.


Auch eine Meningitis, also eine Entzündung der Rückenmarkshaut, kann zu einer Schädigung des Rückenmarks führen. So kann sich die Entzündung z.B. auf das Rückenmark ausweitet. Eine Entzündung des Rückenmarks bezeichnet man als Myelitis. 


Die Myelitis ist einer der vielen möglichen Ursachen für eine Querschnittlähmung. Viel häufiger sind aber Unfälle mit Beteiligung der Wirbelsäule Ursache einer Querschnittslähmung. Die Folgen einer Querschnittlähmung sind gravierend und reichen von Sensibilitätsstörungen bis zu Lähmungen der Extremitäten. 


Vielleicht hast du auch schon einmal von der Krankheit Multiple Sklerose (kurz MS) gehört. Sie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen junger Menschen. 


MS ist eine unheilbare Erkrankung, bei der das ZNS entzündet ist. Durch die Entzündung werden die Myelinscheiden der Nervenzellen zerstört. Das führt zur Beeinträchtigung der Reizweiterleitung und somit zu Symptomen wie Sehstörungen, Taubheitsgefühlen und Spastiken.


Selten kommt es auch zu Infarkten des Rückenmarks. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass das Rückenmark nicht mehr richtig mit Blut versorgt wird und es in der Folge zu einem Sauerstoffmangel kommt. Diese Sauerstoffunterversorgung führt dann zu einer Schädigung. 



FERTIG!

Jetzt kennst du den Aufbau des Rückenmarks und weißt, welche wichtige Rolle es in unserem Körper spielt. Zusammen mit dem Gehirn bildet das Rückenmark das zentrale Nervensystem. Artikel zu diesen und vielen weiteren Themen, Übungsaufgaben und hilfreiche Literatur findest du auf StudySmarter.


Rückenmark - Das Wichtigste auf einen Blick

Das Wichtigste zum Rückenmark auf einen Blick 


  • Das Rückenmark liegt umgeben von den Rückenmarkshüllen in dem knöchernen Wirbelkanal der Wirbelsäule. Man unterscheidet eine weiche Rückenmarkshaut, die aus der pia mater spinalis und der arachnoidea mater spinalis bestehen, und eine harte Rückenmarkshaut, die dura mater spinalis. 


  • Das Rückenmark dient als Teil des ZNS der Reizleitung zwischen Gehirn und peripheren Nervensystem. Es ist aber auch unabhängig vom Gehirn im Rahmen von Reflexen bedeutend.


  • Man teilt das Rückenmark nach seiner Lage in verschiedene Segmente ein: Halsmark, Brustmark, Lendenmark und Sakralmark.


  • Im Querschnitt lässt sich im Rückenmark die graue Substanz, welche v.a. aus Zellkörpern besteht, von der weißen Substanz unterscheiden. Die weißen Substanz erhält ihre Farbe durch das Myelin, welches die Axone der Nervenzellen umgibt.


  • Aus dem Rückenmark treten auf beiden Seiten jeweils zwei Nervenwurzeln aus. Diese vereinigen sich zu den Spinalnerven, welche einen wichtigen Teil des peripheren Nervensystems bilden. 


  • Es gibt viele Ursachen für Schädigungen des Rückenmarks. Die Folgen solcher Schädigungen können gravierend sein.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Rückenmark

Das Rückenmark ist ein wichtiger Teil des zentralen Nervensystems. Es stellt die Verbindung zwischen dem Gehirn und dem peripheren Nervensystem dar. Außerdem ist es verantwortlich für die Reflexe.

Das Rückenmark befindet sich innerhalb der Wirbelsäule im knöchernen Wirbelkanal. Es stellt die Verbindung zwischen dem Gehirn und dem peripheren Nervensystem dar. 

Das Rückenmark kann auf verschiedene Weisen geschädigt werden, z.B. durch Tumore, Abzesse oder Unfälle. Die Folgen können bis zur Querschnittlähmung reichen. Hierbei kommt es unter anderem zu Sensibilitätsstörungen und Lähmungen.

Das Rückenmark besitzt die Form eines zylinderartigen Stranges. Im Querschnitt lässt sich die weiße Substanz von der grauen Substanz abgrenzen. Die graue Substanz ähnelt im Bezug auf ihre Form einem Schmetterling.

Finales Rückenmark Quiz

Frage

Was hat das Rückenmark für eine Aufgabe?

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Antwort

Das Rückenmark ist ein wichtiger Teil des zentralen Nervensystems. Es stellt die Verbindung zwischen dem Gehirn und dem peripheren Nervensystem dar. Außerdem ist es verantwortlich für die Reflexe.

Frage anzeigen

Frage

Wo befindet sich das Rückenmark und welche Funktion hat es? 


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Antwort

Das Rückenmark befindet sich innerhalb der Wirbelsäule im knöchernen Wirbelkanal. Es stellt die Verbindung zwischen dem Gehirn und dem peripheren Nervensystem dar.

Frage anzeigen

Frage

Was passiert wenn das Rückenmark geschädigt wird? 


Antwort anzeigen

Antwort

Das Rückenmark kann auf verschiedene Weisen geschädigt werden, z.B. durch Tumore, Abzesse oder Unfälle. Die Folgen können bis zur Querschnittlähmung reichen. Hierbei kommt es unter anderem zu Sensibilitätsstörungen und Lähmungen.

Frage anzeigen

Frage

Welche Form hat das Rückenmark? 


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Antwort

Das Rückenmark besitzt die Form eines zylinderartigen Stranges. Im Querschnitt lässt sich die weiße Substanz von der grauen Substanz abgrenzen. Die graue Substanz ähnelt im Bezug auf ihre Form einem Schmetterling.

Frage anzeigen

Frage

In welche Abschnitte lässt sich das Rückenmark einteilen?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Rückenmark lässt sich in verschiedene Abschnitte einteilen. Das sind:


  • Zervikalmark (Halsmark),
  • Thorakalmark (Brustmark),
  • Lumbalmark (Lendenmark) und
  • Sakralmark (Kreuzmark).


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Frage

Welche Rückenmarkshäute gibt es?

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Antwort

Das Rückenmark wird von mehreren Häuten umgeben. Zu den Rückenmarkshäuten gehören:


  • Die weiche Rückenmarkshaut, bestehend aus
    • Pia mater spinalis und
    • Arachnoidea mater spinalis
  • Die harte Rückenmarkshaut (Dura mater spinalis)


Darüber hinaus wird der Wirbelkanal von Knochenhaut, dem Periost, ausgekleidet.

Frage anzeigen

Frage

Welche Substanzen unterscheidet im Rückenmark?

Antwort anzeigen

Antwort

Im Querschnitt des Rückenmarks lassen sich zwei verschiedenfarbige Substanzen unterscheiden. Das sind zum einen die graue Substanz und zum anderen die weiße Substanz.

Frage anzeigen

Frage

Welches Organ bildet zusammen mit dem Rückenmark das zentrale Nervensystem?

Antwort anzeigen

Antwort

Das zentrale Nervensystem setzt sich zusammen aus Rückenmark und Gehirn.

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Frage

Wie nennt man die Nerven, die aus dem Rückenmark austreten?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Nerven, die aus dem Rückenmark hervorgehen, bezeichnet man als Spinalnerven. Insgesamt treten 31 paarige Spinalnerven aus dem Rückenmark aus. 

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Frage

Wodurch kommt die Farbe der weißen Substanz im Rückenmark zustande?

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Antwort

Die weiße Substanz besteht vor allem aus Nervenfasern. Diese werden von den sogenannten Myelinscheiden umgeben. Das Myelin erscheint weiß und gibt damit der weißen Substanz ihren Namen.

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Frage

In welchem Bereich des Rückenmarks befinden sich überwiegend Zellkörper von Nervenzellen?

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Antwort

Die Zellkörper von Nervenzellen liegen im Rückenmark überwiegend innerhalb der grauen Substanz

Frage anzeigen

Frage

Welche Hörner unterscheidet man im Rückenmark?

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Antwort

Die graue Substanz des Rückenmarks lässt sich in verschiedene Bereiche aufteilen, welche man als Hörner bezeichnet.  Dabei unterscheidet man:


  • ein Vorderhorn,
  • ein Hinterhorn und 
  • ein Seitenhorn im Brust- und Lendenmark. 
Frage anzeigen

Frage

Wie nennt man die wichtigste motorische Bahn im Rückenmark?

Antwort anzeigen

Antwort

Die wichtigste motorische Bahn im Rückenmark ist die Pyramidenbahn.

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Frage

Wie nennt man die unwillkürlichen Bewegungen, bei denen das Rückenmark die zentrale Rolle spielt?

Antwort anzeigen

Antwort

Eine unwillkürliche Bewegung, für die das Rückenmark verantwortlich ist, wird als Reflex bezeichnet. Man unterscheidet innerhalb der Reflexe Fremd- und Eigenreflexe.

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