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Die All-in-one Lernapp:

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Nathan der Weise

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"Nathan der Weise" ist ein Drama des deutschen Dichters Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahr 1779. Das Werk befasst sich mit der Frage, welche der drei großen Weltreligionen die Beste sei und gilt als Fürsprache für Menschlichkeit, Toleranz und Moral. Es erzählt die Geschichte des reichen Juden Nathan, der die Frage des Sultans nach der besten Religion mit der sogenannten "Ringparabel" löst. Außerdem deckt er die Verwandtschaftsverhältnisse zweier Familien auf, die zunächst durch ihren unterschiedlichen Glauben geteilt scheinen, am Ende aber doch zu einer Großfamilie vereint werden. "Nathan der Weise" gilt als eines der bekanntesten Dramen der Aufklärung.

"Nathan der Weise" – Inhaltsangabe

"Nathan der Weise" spielt in Jerusalem im 12. Jahrhundert und erzählt in fünf Akten die Geschichte des reichen und weisen jüdischen Kaufmanns Nathan und seiner Tochter Recha, die von einem christlichen Tempelritter gerettet wird. Ein zentraler Punkt der Handlung stellt seine Unterhaltung mit dem Sultan dar, der Nathan die schwierige Frage nach der wahren Religion stellt.

Die Rettung durch den Tempelritter

Der jüdische Kaufmann Nathan kehrt früher als geplant von einer Handelsreise in seine Heimat Jerusalem zurück, da sein Haus in Brand geraten war. Seine Tochter Recha entkam nur knapp dem Feuertod, da sie von einem christlichen Tempelritter rechtzeitig aus den Flammen gerettet wurde.

Die Tempelritter oder auch Tempelherren waren Angehörige des Templerordens. Hierbei handelte es sich um einen geistlichen Ritterorden, der 1118 n. Chr. im Königreich Jerusalem gegründet wurde. Der Tempelorden war der erste Orden, der die zwei Stände des Rittertums und des Mönchtums, die sonst streng voneinander getrennt waren, in sich vereinte.

Nach dem ersten Kreuzzug, bei dem Jerusalem durch die Christen im blutigen Kampf gegen die Muslime eingenommen wurde, verfolgten die Tempelritter ein Ziel: Die Kreuzfahrer und Pilger, die sich auf den Weg nach Palästina machten, zu beschützen.

Entgegen der christlichen Predigt der Armut von Mönchen erlangten die Tempelritter schnell großen Reichtum durch Schenkungen oder die Zahlung von Lösegeld. Dies wurde dem Templerorden bald zum Verhängnis, denn aufgrund von Missgunst wurden Anschuldigungen wegen Unzucht, Satanismus, Ketzerei und weiterer Vergehen gegen sie erhoben.

Schließlich mussten sie militärische Niederlagen in den Städten Jerusalem und Akron hinnehmen, die von den Muslimen zurückerobert wurden. Die Tempelritter zogen sich daraufhin nach Europa zurück. Der Templerorden wurde im Jahr 1312 n. Chr. von Papst Clemens V. aufgelöst.

Rechas Retter wurde als einziger Tempelherr von Sultan Saladin begnadigt, da er seinem verschwundenen Bruder Assad ähnlich sieht. Nur so konnte der Angehörige des Templerordens rechtzeitig zur Stelle sein, um die junge Frau zu retten.

Recha bezeichnet den Tempelherrn, der sofort nach der rettenden Tat verschwunden war, als Engel. Daraufhin wird ihre christliche Erzieherin Deja damit beauftragt, den Retter ausfindig zu machen.

In der Zwischenzeit bekommt Nathan Besuch von dem Derwisch Al-Hafi, ein Bettler und alter Freund, dem Nathan gelegentlich einen Kredit gibt. Al-Hafi berichtet Nathan begeistert davon, dass er nun kein Bettler mehr sei, sondern eine Anstellung als Schatzmeister beim Sultan habe. Trotzdem bittet er Nathan erneut um einen günstigen Kredit – dieses Mal jedoch für den Sultan selbst. Der vermögende Kaufmann erklärt sich nicht bereit, dem Sultan einen Kredit zu gewähren, dem Privatmann Al-Hafi habe er aber immer gerne geholfen.

Derwisch ist die Bezeichnung für einen Anhänger des Sufi Ordens des muslimischen Glaubens. Die Mitglieder des Ordens sind bekannt für Bescheidenheit und Disziplin sowie für ihre festlichen Rituale mit Musik und Tänzen.

Deja hat den Tempelritter in der Stadt aufgespürt und wird von Nathan damit beauftragt, ihn nicht aus den Augen zu lassen. Der Tempelherr wird währenddessen in der Stadt von einem Klosterbruder darauf angesprochen, ob er für den Patriarchen von Jerusalem den Sultan ausspionieren würde. Der Tempelherr lehnt aber ab, denn er nimmt seine Aufgaben als Soldat sehr ernst. Auch die Einladung Dejas in das Haus von Nathan schlägt der Tempelritter aus, denn er kann sich angeblich nicht an Recha erinnern und möchte das Haus eines Juden nicht betreten.

Der Patriarch in der römisch-katholischen Kirche ist ein Bischof von höchstem Rang, der an der Spitze der kirchlichen Hierarchie über dem Großerzbischof steht. Der Patriarch besitzt die Rechts- und Verwaltungshoheit über seinem Patriarchat.

Geldnot des Sultan

Bei einer Partie Schach gegen seine Schwester Sittha schmiedet der Sultan Saladin Pläne, um endlich für Frieden zwischen den Religionsgemeinschaften in der Stadt zu sorgen. Dafür plant er eine Doppelhochzeit zwischen seinen Geschwistern und den christlichen Kreuzfahrern. Diese erklären sich jedoch nur bereit dazu, wenn Sittha und Malek zuerst zum christlichen Glauben konvertieren.

Im Gespräch erklärt Saladin seiner Schwester auch, dass er finanzielle Probleme habe. Als Al-Hafi dem Sultan davon berichtet, dass Nathan keinen Kredit zahlen wolle, verzweifelt der muslimischen Herrscher.

Zur gleichen Zeit befinden sich Recha und Nathan in Nathans Haus. Recha fragt, ob Deja den Tempelherrn mitbringen wird, denn sie hätte sich in ihren Retter verliebt. Entgegen seiner Aussage in der Stadt hat der christliche Soldat schlussendlich doch noch den Weg zu Nathans Haus gefunden und beginnt ein Gespräch mit dem Kaufmann.

Die Frage nach der wahren Religion

Auf Nathans Danksagungen zu Rechas Rettung geht der Tempelherr nicht ein und schenkt dem Gespräch wenig Interesse. Er wird erst empfänglich für die Worte Nathans, als dieser anfängt, über die Werte und Gebräuche des Templerordens zu sprechen, mit denen er sich gut auskennt. Nathan beschreibt die Prinzipien des Ordens jedoch als Werte der Menschlichkeit. Dem Tempelritter gefällt die Weisheit und die Einstellung Nathans gegenüber den christlichen Werten, woraufhin sich die beiden Männer anfreunden.

Das Gespräch wird von Deja unterbrochen, da der Sultan Nathan zu sich beordert hat. Der Kaufmann und der Tempelherr, der Curd von Stauffen heißt, verabreden sich für einen späteren Zeitpunkt. Recha möchte sich aus Dank überschwänglich vor die Füße des Tempelherrn werfen, was der Ritter jedoch bescheiden ablehnt. Recha macht sich aus Trotz über ihn und den Kodex der Ordensmitglieder lustig. Curd von Stauffen ist beeindruckt von Rechas Schönheit und ihrer selbstbewussten Art. Um seinen Gefallen an ihr nicht offensichtlich zu zeigen, überlegt er sich schnell eine Ausrede und verlässt das Haus.

Mit einer Intrige möchte Saladin Nathan dazu bringen, ihm den Kredit doch noch zu gewähren. Er möchte Nathans Weisheit auf die Probe stellen und fragt ihn danach, welche der drei großen Weltreligionen (Judentum, Christentum oder Islam) am besten sei. Nathan erkennt schnell, dass der Sultan mit diesem Ablenkungsmanöver nur provozieren möchte, dass Nathan den Sultan mit seiner Aussage beleidigt, sollte er nicht den Islam als beste Religion benennen. Deshalb beginnt er eine Geschichte (die Ringparabel) zu erzählen, um dem Dilemma auszuweichen.

Die Ringparabel

Die Parabel handelt von einem wertvollen Ring, der die Macht besitzt, den Träger von allen Menschen und von Gott geliebt und angenehm zu machen. Seit Jahren wurde der Ring innerhalb einer Familie vom Vater an denjenigen Sohn weitergegeben, den er am meisten liebt. Einige Generationen später muss ein Vater den Ring an einen seiner drei Söhne weitergeben, die er jedoch alle gleichwertig liebt. Deshalb lässt er zwei weitere Ringe anfertigen, die sich dem Original gleichen, wodurch die drei Ringe nicht mehr voneinander unterschieden werden können.

Die drei Ringe stehen metaphorisch für die drei Weltreligionen. Denn es lässt sich nicht sagen, welche die wahre Religion sei.

Der Sultan entgegnet auf Nathans Geschichte hin, dass die Religionen sich im Gegensatz zu den Ringen voneinander unterscheiden würden. Nathan fährt mit der Erzählung der Parabel fort. So haben nach dem Tod des Vaters die Söhne im Streit um den richtigen Ring einen Richter aufgesucht, der ihnen sagte, dass jeder von ihnen seinen Ring so tragen solle, als wäre es der wahre und auch so leben sollen, dass sie im Sinne Gottes und zum Wohl der Menschen handeln. Der Sultan erkennt beschämt, dass sich die Frage nach der wahren Religion nicht beantworten lässt und den Menschen ein Urteil über die Religionen nicht zusteht. Daraufhin schließen Nathan und Saladin Freundschaft und der Kaufmann gewährt dem Sultan ein großzügiges Darlehen.

Rechas wahre Eltern

Trotz des Gelübdes seines Ordens gesteht sich der Tempelherr seine Gefühle für Recha ein, was er auch Nathan mitteilt, der jedoch nicht besonders begeistert auf die Nachricht reagiert. Er erklärt Curd von Stauffen, dass Recha nur seine Ziehtochter und eigentlich Christin sei, die er aber im jüdischen Glauben erzogen habe. Der Tempelherr ist empört darüber, dass Recha gegen ihre Natur erzogen wurde und wendet sich an den christlichen Patriarchen, um zu erfahren, ob die Erziehung in einem fremden Glauben erlaubt sei. Der Patriarch spricht sich strikt dagegen aus, denn es handle sich dabei um Apostasie, die mit dem Tod bestraft wird. Der Tempelritter ist erschrocken über die Härte der Bestrafung, da das Töten gegen die Prinzipien seines Glaubens verstößt, weshalb er den Patriarchen prompt wieder verlässt.

Unter Apostasie versteht man die Abwendung von einer Religionszugehörigkeit, um eine andere anzunehmen.

Sultan Saladin bietet dem Tempelritter eine Arbeit an, bei der ihm religiöse Freiheit gewährt werden würde, woraufhin der Tempelherr einwilligt. Als Saladin über Nathan redet, reagiert Curd von Stauffen gereizt. Er wirft dem Kaufmann vor, alle christlich Gläubigen in Juden verwandeln zu wollen, weshalb Nathan einer Hochzeit mit Recha nicht zustimmen würde. Der Sultan verteidigt Nathan und verspricht dafür zu sorgen, dass der Ritter und Recha zusammenkommen. Als die Schwester des Sultans Sittha hinzutritt, gibt auch sie zu, dass der Tempelritter dem verlorenen Bruder des Sultans ähnlich sehe.

Der Klosterbruder Bonafides sucht Nathan auf, um herauszufinden, welcher Jude seine christliche Tochter im "falschen" Glauben aufziehe. Jedoch weiß der Klosterbruder bereits über Nathan und seine Tochter Bescheid, denn er selbst war es gewesen, der Recha zu dem Kaufmann gebracht hatte, nachdem ihre Eltern verstorben waren. Ihr Vater Wolf von Filnek war ein guter Freund von Nathan und starb im Krieg. Nathan nahm das kleine Mädchen gerne auf, da kurz zuvor seine gesamte Familie von Christen getötet wurde. Durch das Kind konnte er seine Einsamkeit überwinden und sah wieder einen Sinn in seinem Leben.

Nathan beauftragt Bonafides damit, ihm das Gebetsbuch von Wolf von Filnek zu bringen, da er gerne mehr über die Verwandtschaftsverhältnisse herausfinden wolle und die Angehörigen der Filneks darin niedergeschrieben seien. Im Folgenden wird Recha von Daja darüber aufgeklärt, dass sie nicht Nathans leibliche Tochter sei. Auch der Tempelritter bittet Nathan um Entschuldigung und erbittet Erlaubnis, um Rechas Hand anzuhalten.

Die Figuren versammeln sich in Saladins Palast, wo Nathan ankündigt, dass er aus dem Gebetsbuch einige Erkenntnisse ziehen konnte. Der Name des Tempelritters Curd von Stauffen sei ihm schon von Anfang an bekannt vorgekommen. Der Tempelritter hatte seinen Namen von seinem Onkel, der ihn aufgezogen hatte, erhalten. Sein leiblicher Vater war Wolf von Filnek, was ihn zu Rechas Bruder machen würde, deren wahrer Name Blanda von Filnek laute. Wolf von Filnek ist wiederum der verschwundene Bruder des Sultans, der mit einer Christin verheiratet war. Nachdem die Verwandtschaftsverhältnisse aufgeklärt wurden, fällt sich die Familie glücklich in die Arme.

"Nathan der Weise" – Charakterisierung der Hauptfiguren

Die Hauptfiguren in "Nathan der Weise" sind Nathan, seine Tochter Recha und der erweiterte Familienkreis, der sich am Ende der Erzählung offenbart.

Nathan

  • Wohlhabender jüdischer Kaufmann, der häufig auf Geschäftsreisen ist,
  • fürsorglicher Vater seiner Adoptivtochter Recha,
  • großzügig, da er häufig Kredite vergibt,
  • seine Familie wurde von Christen getötet,
  • weiser und vernunftbegabter Mann, der andere zum Nachdenken bewegt,
  • diplomatisch und begabt im Umgang mit Menschen,
  • lehnt keine der Religionen ab,
  • aufgeklärter Mensch und Vordenker seiner Zeit.

Recha

  • Adoptivtochter von Nathan,
  • ca. 18 Jahre alt,
  • wird von einem Tempelritter aus einem brennenden Haus gerettet,
  • wurde von Nathan dazu erzogen, ihren Verstand zu gebrauchen,
  • verliebt sich in den Tempelritter,
  • findet später im Drama heraus, dass Nathan nicht ihr leiblicher Vater ist,
  • ist getaufte Christin, wurde aber im jüdischen Glauben erzogen,
  • ihr eigentlicher Name ist Blanda von Filnek,
  • ist die Schwester des Tempelritters und gleichzeitig die Nichte des Sultan.

Tempelherr

  • Ein Kreuzfahrer namens Curd von Stauffen,
  • wurde vom Sultan begnadigt, weil er ihn an seinen verschollenen Bruder erinnert,
  • rettet Recha aus brennendem Haus,
  • zunächst abweisend und hat Vorurteile gegenüber Andersgläubigen,
  • freundet sich dennoch mit Nathan an und verliebt sich in Recha,
  • handelt impulsiv, da er Nathan sofort anzeigt, als er erfährt, dass Recha im "falschen" Glauben erzogen wurde,
  • ist hin- und hergerissen zwischen seinem christlichen Glauben und den brutalen Handlungen der Kreuzritter und des Patriarchen, da sie sich widersprechen,
  • legt schließlich seine Vorurteile gegenüber den Juden ab,
  • ist Rechas leiblicher Bruder und der Sohn des verschwundenen Bruders von Sultan Saladin.

Sultan Saladin

  • Herrschender Sultan über Jerusalem,
  • Bruder von Sittah, Melek und dem verschollenen Assad,
  • lebt in reichen Verhältnissen, benötigt aber Geld für die Stadt, weswegen er einen Kredit bei Nathan aufnehmen möchte,
  • möchte Frieden für seine gespaltene Stadt und plant dafür eine Doppelhochzeit zwischen Sittah und Melek, mit Angehörigen der christlichen Familie von König Richard, der jedoch nicht einwilligt,
  • bespricht die Geldnot mit Sittah, die vorschlägt, Nathan eine Falle zu stellen, um sein Geld zu bekommen,
  • ihm werden von Nathan und seiner Ringparabel die Augen geöffnet, er legt seine Intoleranz ab und freundet sich mit Nathan an,
  • Onkel von Recha und dem Tempelritter, da sein Bruder Assad der Vater der beiden ist und damals zum christlichen Glauben konvertiert ist.

Nathan der Weise Charakterisierung Figurenkonstellation StudySmarterAbbildung 1: Figurenkonstellation in "Nathan der Weise"

"Nathan der Weise" – Sprache und Aufbau

"Nathan der Weise" ist ein Drama in fünf Akten, die jeweils unterschiedlich viele Szenen umfassen und entspricht mit seiner Einteilung in Exposition, Steigerung, Höhepunkt/Peripetie, retardierendes Moment und der Auflösung dem klassischen Aufbau des aristotelischen Dramas.

Das aristotelische Drama

Als aristotelisches Drama wird die ursprüngliche Form des Dramas bezeichnet. Es zeichnet sich durch die Einheit von Handlung, Zeit und Ort aus.

Dabei handelt es sich um die Prinzipien, die vom griechischen Philosophen Aristoteles für den Aufbau von Dramen festgelegt wurden. Die "Einheit der Zeit" meint, dass sich die Handlung nicht über einen längeren Zeitraum erstreckt, sondern innerhalb von ein paar Tagen abgewickelt wird. Die "Einheit des Ortes" besagt, dass die Handlung an einem Ort stattfindet und es keine Nebenschauplätze gibt. Die "Einheit der Handlung" gibt eine Haupthandlung ohne Nebenhandlungen vor.

Die Einteilung der Handlung in fünf Akte sieht wie folgt aus:

  1. Akt: Exposition → Die handelnden Figuren werden vorgestellt und ein erster Konflikt deutet sich an.
  2. Akt: Steigerung (auch erregendes Moment genannt) → Die Handlung verschärft sich und steuert auf den Höhepunkt zu.
  3. Akt: Höhepunkt (auch Peripetie genannt) → Der Höhepunkt der Handlung ist erreicht.
  4. Akt: Retardierendes Moment → Die Handlung fällt nach dem Höhepunkt etwas ab und wird im retardierenden Moment verzögert, um Spannung vor der Katastrophe aufzubauen.
  5. Akt: Katastrophe → Das Drama endet zumeist mit dem Tod des Protagonisten.

Weitere Merkmale des Dramas sind die Darstellung einer gesellschaftlichen Hierarchie und der sogenannten Ständeklausel. Das bedeutet, dass die Figuren in einer Tragödie Adelige und die Figuren in einer Komödie von niederem Stand sein müssen.

Wenn Du mehr zum "Drama" erfahren möchtest, lies Dir doch unseren Artikel dazu auf StudySmarter durch.

Die Handlung von "Nathan der Weise" lässt sich wie folgt in die fünf Akte des klassischen Dramas unterteilen:

1. Akt: Die wichtigsten Figuren des Dramas werden vorgestellt. Ein erster Konflikt zeichnet sich durch die Ablehnung des Tempelritters auf die Einladung Dejas ab. Nachdem Nathan dem Sultan keinen Kredit gewähren möchte, lässt sich auch hier ein Konflikt im weiteren Verlauf des Dramas erahnen.

2. Akt: Sultan Saladin gibt seiner Schwester Sittah gegenüber zu, dass er in Geldnot sei. Als Al-Hafi berichtet, dass Nathan keinen Kredit geben werde, schlägt Sittah eine Intrige gegen den Kaufmann vor, um doch Geld von ihm eintreiben zu können. Dieser Plan stellt eine Zuspitzung zum Höhepunkt dar, in dem Nathan seine Ringparabel vorträgt. Außerdem freunden sich Nathan und der Tempelherr in einem Gespräch an.

3. Akt: Den Höhepunkt der Handlung stellt die Frage des Sultans nach der wahren Religion und Nathans Antwort durch die Ringparabel dar. Der Kaufmann tappt nicht in die Falle Saladins, sondern bekehrt ihn zu mehr Toleranz, woraufhin sich die Männer anfreunden.

4. Akt: Als sich der Tempelherr an den Patriarchen wendet und erfährt, dass die Erziehung im falschen Glauben mit dem Tod bestraft wird, wendet er sich von ihm ab, da er sich in einem Dilemma zwischen moralischen Werten und den Vertretern seines Glaubens befindet. Die Handlung wird hinausgezögert, indem Nathan erst das Gebetbuch von Wolf von Filnek lesen muss, um sich der Verwandtschaftsverhältnisse sicher zu sein.

5. Akt: Die Auflösung erfolgt im Palast des Sultan Saladin, als sich herausstellt, dass Recha und der Tempelherr Geschwister und gleichzeitig auch die Nichte bzw. der Neffe des Sultans sind. In der Familie finden sich nun alle Religionen wieder.

Im Gegensatz zum klassischen Drama steht am Ende von "Nathan der Weise" keine Katastrophe, sondern eine friedliche Auflösung des Konflikts.

Da die Merkmale des Dramas weder auf eine Tragödie, noch auf eine Komödie hindeuten, sondern die Lehre über Toleranz und moralisches Handeln in Form der Ringparabel im Vordergrund steht, wird das Werk auch als "dramaturgisches Gedicht" bezeichnet.

"Nathan der Weise" – Sprache

"Nathan der Weise" ist durchgehend im sogenannten Blankvers verfasst. Er beinhaltet einen ungereimten, fünfhebigen Jambus, wobei ein Vers mit männlicher Kadenz aus zehn und bei weiblicher Kadenz aus elf Silben besteht.

Der Blankvers stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde zuerst in der englischen Dichtung verwendet. Da Shakespeare den blank verse in seinen dramatischen Werken verwendete, wird er auch der "Vers Shakespeares" genannt. Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Blankvers auch in der deutschen Dichtung, vor allem in der Aufklärung und Klassik verwendet.

Der Jambus ist ein zweisilbiger Versfuß, der aus einer unbetonten und einer betonten Silbe besteht, wie bei dem Wort "Gedicht", da die Betonung auf der ersten Silbe liegt, die zweite Silbe hingegen unbetont bleibt.

Die Kadenz bezeichnet die Betonung am Ende eines Verses, welche entweder betont oder unbetont sein kann. Unterschieden wird zwischen der weiblichen, der männlichen und der reichen Kadenz.

  • Männliche Kadenz: endet auf eine unbetonte und betonte Silbe, wird auch stumpfe Kadenz genannt.
  • Weibliche Kadenz: endet auf eine betonte und unbetonte Silbe, wird auch klingende Kadenz genannt.
  • Reiche Kadenz: endet auf eine betonte und mehrere unbetonte Silben, wird auch volle Kadenz genannt.

Falls Du mehr über den "Vers" oder das "Metrum" erfahren möchtest, lies Dir unsere Artikel darüber durch.

Da es sich bei "Nathan der Weise" um eine dramaturgische Dichtung handelt, sollte der Text der natürlichen Sprache nahekommen. Das ist möglich, da der Blankvers besonders flexibel ist, keine komplizierte Struktur aufweist und sich nicht reimt.

Ich komm von einer weiten Reis', auf welcher

Ich Schulden eingetrieben. Fast hab ich

Des baren Gelds zuviel. Die Zeit beginnt

Bedenklich wiederum zu werden; und

Ich weiß nicht recht, wo sicher damit hin.

Da dacht' ich, ob nicht du vielleicht, weil doch

Ein naher Krieg des Geldes immer mehr

Erfordert, etwas brauchen könntest.

Alle Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise" (2000, Ditzingen: Reclam).

Die natürliche Sprache wird ebenfalls dadurch vermittelt, dass kein Vers demselben Aufbau folgt, weshalb der Text mit Enjambements durchzogen ist. Dadurch, dass das Sinnende des Satzes nicht mit dem metrischen Satzende zusammenfällt, bleibt die Sprache lebendig. Da in "Nathan der Weise" durchgängig Enjambements verwendet werden, spricht man auch vom sogenannten Hakenstil, in dem das Werk verfasst ist.

Als Enjambement wird ein rhetorisches Stilmittel der geschriebenen Sprache bezeichnet, bei dem sich ein Satz über mehrere Zeilen (Verse) erstreckt.

Beim Hakenstil fallen im Gegensatz zum Zeilenstil das Strophen-, Satz- und Versende nicht zusammen, sodass sich Sätze über mehrere Verse oder auch Strophen hinweg fortsetzen können.

Lessing wusste zudem, dass der damals neuartige Blankvers für die Zuschauer noch unbekannt und exotisch klingen würde, was den Handlungsort Jerusalem, sowie die unterschiedlichen Herkunftsorte der Figuren authentischer wirken lasse.

Nathan: Nicht so ganz!Ich rede nicht von mir. Es ist ein andrer;Weit, weit ein andrer, den ich, Saladin,Doch auch vorher zu hören bitte.

Saladin: Wer?

Nathan: Ihr Bruder!

Saladin: Rechas Bruder?

Nathan: Ja!

Recha: Mein Bruder?So hab ich einen Bruder?

Tempelherr (aus seiner wilden, stummen Zerstreuung auffahrend):Wo? Wo ist Er, dieser Bruder? Noch nicht hier? Ich sollt'Ihn hier ja treffen.

Nathan: Nur Geduld!

Der Hakenstil wird teilweise von stichomythischen Elementen wie schnellen Wortwechseln und Einwürfen in den Dialogen unterbrochen. Durch viele Wort- und Sprecherwechsel wirkt das gesamte Stück sehr lebendig und die Handlung schreitet schnell voran.

Als Stichomythie werden schnelle Wechselreden, die zeilenweise erfolgen und zwischen mehreren Figuren stattfinden, bezeichnet. Jede der Figuren spricht bei der Stichomythie nur einen Vers, sodass eine schnelle Redeabfolge entsteht, die oftmals ein emotionsgeladenes Gespräch darstellt.

Innerhalb der Dialoge wird zudem deutlich, dass alle Figuren über das gleiche Sprachniveau verfügen und somit keine Unterschiede zwischen der Herkunft der Figuren bestehen. Die Konflikte in "Nathan der Weise" werden ausschließlich über Sprache gelöst, wodurch sie und nicht die Herkunft, der gesellschaftliche Stand oder das Vermögen der Figuren, zum Mittel der Macht erhoben wird.

"Nathan der Weise" – Interpretation

Als eines der bedeutendsten Werke der Aufklärung appelliert "Nathan der Weise" an die Vernunft, Moral, Toleranz und den Humanismus.

Vernunft als Religion

Nathan wird von Sultan Saladin dazu aufgefordert, ihm eine Antwort auf die Frage nach der wahren Religion zu liefern. In seiner Ringparabel erklärt er, dass es so etwas wie eine "wahre Religion" nicht gebe, sondern, dass die Anhänger der drei Weltreligionen so leben sollten, als sei ihre Religion die wahre. Damit würde jeder im Sinne Gottes und zum Wohl der Menschen handeln. Im Laufe des Werkes stellt sich hingegen die Vernunft als wahre Religion heraus, die die Figuren wie Saladin oder den Tempelherren dazu bewegt, ihre Vorurteile abzulegen.

Die Differenzen der Weltreligionen in "Nathan der Weise" werden an vielen Stellen deutlich dargestellt, wie beispielsweise bei der anfänglichen Ablehnung des Tempelritters gegenüber den Juden, da er Nathans Haus nicht betreten will. Jedoch werden alle Religionen am Ende des Stücks zu einer Familie vereint, als sich herausstellt, dass Recha und der Tempelherr Geschwister sind und der muslimische Sultan Saladin ihr Onkel ist. Die Vorurteile und Intoleranz gegenüber Andersgläubigen werden durch die Offenbarung aus der Ringparabel abgelegt.

Nathan dient in dem Drama als Vermittler unter den Figuren, damit diese ihre Differenzen überwinden können. Er gilt selbst als Paradebeispiel für den vernunftbegabten, aufgeklärten Menschen, da er trotz des Mordes der Christen an seiner jüdischen Familie alle Religionen weiterhin gleich respektiert.

Die Ringparabel

Die Ringparabel stellt den Höhepunkt in Lessings "Nathan der Weise" dar und befindet sich in der Mitte des Textes.

Bei der Parabel handelt es sich um einen kurzen epischen Text, der eine Lehre vermitteln soll, die vom Leser oder Zuhörer zunächst noch entschlüsselt werden muss. Das Wort Parabel lässt sich von dem altgriechischen Wort parabolѐ ableiten, was Nebeneinanderstellung, Vergleich oder Gleichnis bedeutet. Ähnlich wie bei einem Gleichnis wird bei der Parabel eine Geschichte erzählt, die auf einen anderen, eigentlich gemeinten Sachverhalt übertragbar ist.

Die Parabel besteht aus zwei Ebenen. Die Erste ist die Bildebene, die das Geschehen beschreibt. Die zweite Ebene ist die Sachebene, in der die Deutung des eigentlich Gemeinten erfolgt.

Die Deutung der Ringparabel

Die Bildebene der Parabel stellt der Vater dar, der jedem seiner drei Söhne einen Ring vererbt. Dies lässt sich auf die Sachebene übersetzen, die sich auf die Ermittlung der besten Weltreligionen bezieht. Jeder der drei Ringe steht für eine der drei Weltreligionen (Christentum, Judentum und Islam) und der Vater, der jeden seiner Söhne gleich liebt, steht für den einen Gott, auf den sich jede der Religionen beruft. Die Söhne stehen symbolisch für die Anhänger der drei unterschiedlichen Religionen und der Richter ist der vernunftbegabte, tolerante Mensch, der keine Wertung zwischen den einzelnen Religionen vornimmt.

Lehre aus der Ringparabel

Lessing spricht den Religionen vor dem Hintergrund der Aufklärung ihre absolute Geltung ab und rückt mit der Ringparabel die Toleranz gegenüber allen Weltanschauungen in den Vordergrund. Durch eine distanzierte Betrachtung der Religionen in der Ringparabel wird der Forderung der Aufklärung, dass die Menschen ihren Verstand benutzen sollen, entsprochen. Zur Zeit der Aufklärung besaßen der Adel und die Kirche die größte Macht im Staat, sodass das Denken und Handeln der Menschen durch diese beiden Institutionen stark beeinflusst und ausgenutzt wurde. Durch die Nutzung des eigenen Verstandes sollten die Menschen erkennen, dass ihre Weltanschauung durch den Adel und die Kirche fremdbestimmt sei.

Die Ringparabel vermittelt zudem, dass es nicht darauf ankommt, welche der Weltreligionen objektiv die wahre ist, sondern, dass ihre Anhänger nach ihren Prinzipien moralisch, im Sinne Gottes und zum Wohl aller Menschen handeln sollen. Neben der Toleranz gegenüber Andersgläubigen wird daher auch ein humanistisches Menschenbild vermittelt, dem unabhängig von seinem jeweiligen Glauben gefolgt werden soll.

Der Humanismus bezeichnet ein Menschenbild, das Grundwerte wie die Wahrung der Menschenwürde, Toleranz und bürgerliche Freiheiten vertritt.

Mit der Akzeptanz aller Religionen steht der Toleranzgedanke der Aufklärung im Vordergrund des Dramas. Diese Toleranz anderer Glaubensgemeinschaften erreichen die Figuren in "Nathan der Weise" durch die Anstrengungen ihres Verstandes, wie man an der Figur des Sultan erkennen kann, der die Parabel Nathans richtig deutet. Der Tempelritter dient als Beispiel für moralgesteuertes Handeln, da er eine Abwägung zwischen den Vorgaben seines Glaubens und den Vorgaben seiner Glaubensführer vornimmt, die er für unmoralisch hält.

Da in "Nathan der Weise" das philosophische Prinzip des Humanismus und das vernunftgelenkte Handeln vermittelt werden soll, wird das Werk auch als Ideendrama bezeichnet.

Als Ideendrama wird ein literarisches Drama bezeichnet, in dem die Handlung von einer philosophischen Idee oder Weltanschauung bestimmt wird. Bekannte Beispiele für Ideendramen sind "Maria Stuart", "Don Carlos" oder "Iphigenie auf Tauris".

Zeitgeschichtlicher Hintergrund des Werks

"Nathan der Weise" entstand zur Zeit der Aufklärung, in der die Forderung nach der menschlichen Vernunft durch Philosophen wie Immanuel Kant, René Descartes oder Thomas Hobbes in ganz Europa verbreitet wurde. Dies führte dazu, dass das Bürgertum sich gegen die absolutistische Herrschaft des Adels auflehnte.

Auch die Literatur befand sich in einem Wandel, denn während die Theaterstücke und Werke bis dahin überwiegend zur Unterhaltung der Adeligen diente, wurde in den Werken der Aufklärer das bürgerliche Leben in den Mittelpunkt gestellt. Da Großteile der Bevölkerung zu Beginn der Aufklärung ungebildet waren und weder lesen noch schreiben konnten, entwickelte sich eine neue Art des Theaters, die sich an dem Leben und der Probleme des einfachen Bürgers orientierte.

Die Handlung von "Nathan der Weise" spielt vor dem Hintergrund der Kreuzzüge im mittelalterlichen Jerusalem. Zu dieser Zeit eroberten christliche Kreuzfahrerstaaten unter der Leitung der katholischen Kirche Palästina, um die heilige Stadt der drei Weltreligionen von islamischer Herrschaft zu befreien. Lessings Werk spielt nach der Wiedereroberung Jerusalems durch die Muslime unter der Herrschaft von Sultan Saladin und kurz vor dem dritten Kreuzzug, in dessen Rahmen ein Waffenstillstand zwischen dem Sultan und König Richard Löwenherz von England geschlossen wurde. Dieser Waffenstillstand bildete einen kurzen Zeitraum ab, in dem die Anhänger der drei Weltreligionen friedlich in Jerusalem zusammenlebten.

Mehr zur Epoche der "Aufklärung" findest Du in unserer entsprechenden Erklärung.

"Nathan der Weise" – Autor Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessing wurde im Jahr 1729 in Kamenz in Sachsen geboren und war einer der bedeutendsten Dichter der Aufklärung, der bereits in seiner Jugend seine ersten Werke verfasste. In Leipzig und Wittenberg studierte der Pfarrerssohn Theologie, Medizin und Philosophie und ging anschließend dazu über, für die Berlinerische Privilegierten Zeitung zu schreiben. 1755 entschied er sich dazu, als freier Schriftsteller tätig zu werden und veröffentlichte sein bürgerliches Trauerspiel "Miss Sara Sampson".

In seiner Schaffenszeit wechselte der Schriftsteller häufig seinen Wohnort zwischen Leipzig und Berlin, wo er 1759 die Zeitschrift "Briefe, die neueste Literatur betreffend" mit seinen Kollegen Friedrich Nicolai und dem Philosophen Moses Mendelssohn gründete. Anschließend war er fünf Jahre als Sekretär eines Generals in Breslau tätig, ehe er 1767 sein bis dahin erfolgreichstes Stück "Minna von Barnhelm" veröffentlichte. Nach einem erfolglosen Engagement am Hamburger Nationaltheater nahm Lessing 1770 eine Stelle als Bibliothekar in Braunschweig an. Zu dieser Zeit entstanden seine beiden bekanntesten Werke "Emilia Galotti" und "Nathan der Weise".

Sein Privatleben nahm nach der Hochzeit mit Eva König im Jahr 1776 einen tragischen Verlauf, denn das erste gemeinsame Kind des Paares starb 1777, bereits einen Tag nach der Geburt. Auch die Mutter überlebte nicht. Gotthold Ephraim Lessing starb 1781 in Braunschweig.

Nathan der Weise - Das Wichtigste

  • "Nathan der Weise" ist ein Ideendrama des deutschen Schriftstellers Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahr 1779 und gleichzeitig eines der bedeutendsten Werke der Aufklärung.
  • Das Drama handelt von dem reichen Juden Nathan, der die Frage des Sultans nach der besten Religion mit der sogenannten "Ringparabel" löst und als ein Appell an die Toleranz, Vernunft, Humanismus und die Moral der Menschen gilt.
  • "Nathan der Weise" folgt dem Aufbau des klassischen aristotelischen Dramas und wird auch als "dramaturgisches Gedicht" bezeichnet, da es im sogenannten Blankvers verfasst ist, der eine lyrische, aber dennoch natürliche Sprache zulässt.
  • Die Ringparabel dient als Antwort auf die Frage, welche Religion die Wahre sei. Sie vermittelt, dass keine religiöse Weltanschauung die absolute Geltung für sich beanspruchen kann, sondern die Anhänger aller Glaubensrichtungen nach ihren Prinzipien moralisch, im Sinne Gottes und zum Wohl aller Menschen handeln sollen.
  • "Nathan der Weise" gilt als Paradewerk für das Zeitalter der Aufklärung, da es vom gesellschaftlichen und religiösen Toleranzstreben bestimmt ist.

Nathan der Weise

Nathans Weisheit liegt in der Akzeptanz und Toleranz aller Menschen unabhängig von ihrem Glauben. Er dient als Mittler unter den Figuren, damit diese ihre Differenzen zwischen den Religionen überwinden können und gilt selbst als Paradebeispiel für den vernunftbegabten, aufgeklärten Menschen, da er trotz dem Mord der Christen an seiner jüdischen Familie alle Religionen weiterhin gleich respektierte.  

„Nathan der Weise“ wurde 1779 veröffentlicht und gilt somit als ein Werk der Aufklärung. 

Mit der Akzeptanz aller Religionen steht der Toleranzgedanke der Aufklärung im Vordergrund des Dramas. Außerdem werden weitere Merkmale der Aufklärung, wie moralisches, vernunftgelenktes Handeln und die Betätigung des Verstandes in Lessings Werk thematisiert. 

„Nathan der Weise“ thematisiert die Akzeptanz und Toleranz gegenüber anderen Religionen, was auch heute noch von hoher Aktualität ist angesichts bestehender gesellschaftlicher Probleme. Dieser Toleranzgedanke lässt sich jedoch über den Glauben hinaus auf alle gesellschaftlichen Bereiche anwenden. 

Finales Nathan der Weise Quiz

Frage

Wer schrieb "Nathan der Weise"?

Antwort anzeigen

Antwort

Gotthold Ephraim Lessing 

Frage anzeigen

Frage

Wo spielt "Nathan der Weise"?

Antwort anzeigen

Antwort

Jerusalem 

Frage anzeigen

Frage

Wie lernt Recha den Tempelritter kennen?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Tempelherr rettet Recha aus einem brennenden Haus. 

Frage anzeigen

Frage

Warum wurde der Tempelherr von Sultan Saladin begnadigt? 

Antwort anzeigen

Antwort

Der Tempelherr wurde von Saladin begnadigt, weil er Assad, dem verschollenen Bruder des Sultans, ähnlich sieht. 

Frage anzeigen

Frage

Welche Frage stellt Saladin Nathan im Rahmen seiner Intrige?

Antwort anzeigen

Antwort

Saladin stellt Nathan die Frage, welche der drei Weltreligionen die wahre sei.

Frage anzeigen

Frage

Mit welchem Gleichnis antwortet Nathan auf die Frage Saladins? 

Antwort anzeigen

Antwort

Nathan antwortet Saladin mit der Ringparabel.

Frage anzeigen

Frage

Von wem handelt die Ringparabel?


Antwort anzeigen

Antwort

Die Ringparabel handelt von:

  • einem Mann, der einen Ring besitzt, der seinen Träger angenehm vor den Menschen und Gott macht und immer an den liebsten Sohn vererbt wird
  • den Ring kopiert, weil er seine drei Söhne gleich liebt
  • die Söhne im Streit um den echten Ring einen Richter aufsuchen
  • der kann den echten Ring nicht bestimmen und sagt, jeder der Brüder solle Sol leben als besäße er den echten Ring 
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Welche Lehren zieht Saladin aus der Ringparabel? 

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Er erkennt, dass es nicht darauf ankommt, welche der Weltreligionen objektiv die wahre ist, sondern, dass ihre Anhänger nach ihren Prinzipien moralisch, im Sinne Gottes und zum Wohl aller Menschen handeln sollen.

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Welche Verwandtschaftsverhältnisse stellen sich am Ende des Stücks heraus? 

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Am Ende offenbart Nathan, dass Recha und der Tempelritter Geschwister sind. Sie sind die Kinder von Wolf von Filnek, der in Wahrheit Saladin verschollener Bruder Assad ist, aber eine neue Identität angenommen hat, als er eine Christin geheiratet hat. 

So ist Saladin der Onkel von Recha und Curd von Stauffen

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Warum möchte der Tempelritter zu Beginn das Haus Nathans nicht betreten? 

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Der christliche Tempelherr verachtet Juden und ihren Glauben und will das Haus Nathan daher nicht betreten. 

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Wie möchte Saladin die gespaltene Stadt Jerusalem vereinen? 

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Er plant eine Doppelhochzeit zwischen seiner Schwester und seinem Bruder Melek und Angehörigen der Familie von König Richard I. 

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Welchem Aufbau folgt "Nathan der Weise"? 

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"Nathan der Weise" folgt dem Aufbau des klassischen aristotelischen Dramas in fünf Akten.

Das Drama wird unterteilt in:

  • Exposition
  • Steigerung
  • Höhepunkt/Peripetie
  • retardierendes Moment 
  • Auflösung
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In welcher Art des Verses ist "Nathan der Weise" verfasst?

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Blankvers 

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Welches Stilmittel der geschriebenen Sprache durchzieht das gesamte Werk

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Enjambements sind durchweg im Text zu finden. Sie beschreiben, dass das Sinnende des Satzes nicht mit dem metrischen Satzende zusammenfällt und sich daher ein Satz über mehrere Verse erstrecken kann. 

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Welche Funktion nimmt Nathan im Werk ein?

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Nathan dient in dem Drama als Mittler unter den Figuren, damit diese ihre Differenzen zwischen den Religionen überwinden können und gilt selbst als Paradebeispiel für den vernunftbegabten, aufgeklärten Menschen, da er trotz dem Mord der Christen an seiner jüdischen Familie alle Religionen weiterhin gleich respektierte.

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