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Prinz Friedrich von Homburg

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Prinz Friedrich von Homburg

Befehlsmissachtung, vorschnelles Handeln und ein unterschriebenes Todesurteil – damit befasst sich Heinrich von Kleist in seinem 1809 und 1810 niedergeschriebenen Drama "Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin". Das Stück wurde zehn Jahre nach dem Tod des Autors im Jahr 1821 uraufgeführt.

Zusammenfassung von "Prinz Friedrich von Homburg"

Die Handlung des Dramas ereignet sich in einem Schloss und dem angrenzenden Garten in Fehrbellin, in Berlin und im Gefängnis von Fehrbellin. Das Stück spielt vor dem historischen Hintergrund der Schlacht von Fehrbellin im Jahr 1675. In dieser Schlacht kämpfte Brandenburg gegen Schweden. Sowohl Friedrich Wilhelm – der Kurfürst von Brandburg – als auch der Prinz Friedrich von Homburg haben real existiert.

Fehrbellin liegt etwa 60 km nordwestlich von Berlin.

Erster Akt

Der Protagonist des Dramas ist Prinz Friedrich von Homburg. Dieser verpasst den Abmarsch seiner Truppe. Der Graf von Hohenzollern findet ihn gemeinsam mit dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, seiner Frau und deren Nichte, der Prinzessin Natalie von Oranien, schlafwandelnd im Schlossgarten.

Bei dem Haus Oranien handelt es sich um das regierende Königshaus der Niederlanden.

Der Kurfürst erlaubt sich, ein Experiment mit dem schlafwandelnden Prinzen durchzuführen: Er schlingt seine Kette um einen Lorbeerkranz und beauftragt seine Nichte, den Prinzen damit zu krönen. Der Prinz bezeichnet Natalie als seine Braut. Als sie versucht, sich dem Prinzen zu entziehen, gelangt der Prinz in den Besitz ihres linken Handschuhs. Der Kurfürst zeigt sich entrüstet: Er ist überzeugt, dass Ruhm und Liebe nicht im schlafwandelnden Zustand errungen werden können. Der Handschuh steht dabei symbolisch für die Liebe der Prinzessin, der Lorbeerkranz für den Ruhm in der Schlacht.

Ein Lorbeerkranz ist eine Auszeichnung für einen errungenen Sieg oder Erfolg. Daher wird er auch als Siegerkranz bezeichnet. Der Kranz wird aus den Zweigen und Blättern des Lorbeers geformt.

Der Graf, das Kurfürstenpaar und Natalie lassen den nach wie vor schlafwandelnden Prinzen alleine im Schlossgarten zurück. Verwundert blickt der Prinz zur Tür, durch die die Hofgesellschaft verschwunden ist. Im Schloss lässt der Kurfürst dem Grafen von Hohenzollern ausrichten, dass dieser das Experiment des Kurfürsten für sich behalten solle.

Der Graf von Hohenzollern kehrt zum Prinzen zurück und spricht ihn mit seinem Namen an, um ihn aus dem schlafwandelnden Zustand wieder in die Wirklichkeit zu befördern. Der Prinz erwacht. Er ist verwirrt und erinnert sich an die Liebe und den Ruhm: Beides hat er im Traum errungen und kann diese Errungenschaften im Traum nun nicht mehr von der Realität unterscheiden. Der Prinz zeigt sich verwundert darüber, dass sich ein Handschuh in seinem Besitz befindet.

Seinen Traum von Ruhm und Glück vertraut der Prinz seinem Freund – dem Grafen von Hohenzollern – an. Der Prinz versteht nicht, wie ein Artefakt aus dem Traum – der Damenhandschuh – es in die Wirklichkeit geschafft hat. Der Graf von Hohenzollern erinnert sich an die Bitte des Kurfürsten, das Experiment für sich zu behalten und verheimlicht die Tatsache, dass der Handschuh der Prinzessin von Oranien gehört. Der Graf macht Scherze darüber, dass diese oder jene Hofdame ihren Handschuh schlichtweg beim Prinzen vergessen haben wird.

Im Inneren des Schlosses wird die Abreise der Kurfürstin und ihrer Nichte vorbereitet, da eine kriegerische Auseinandersetzung mit den Schweden bevorsteht. Die beiden sollen vom morgigen Kriegsschauplatz weggeführt werden. Der Feldmarschall Dörfling erläutert den Offizieren den Kriegsplan, allerdings ohne die volle Aufmerksamkeit von Prinz Friedrich von Homburg zu haben, da dieser immer noch seinen Träumen nachhängt.

Als Feldmarschall wird der Dienstgrad eines Offiziers bezeichnet. Es handelt sich dabei um den höchsten militärischen Dienstgrad unterhalb des Generalfeldmarschalls.

Dem Prinzen fällt auf, dass die Prinzessin einen Handschuh vermisst und spielt ihr den Handschuh zu, der auf scheinbar mysteriöse Weise in seinen Besitz gelangt ist. Verwirrt, aber dennoch glücklich stellt der Prinz fest, dass der Handschuh tatsächlich der Prinzessin gehört.

Der Prinz hat den Kurfürsten durch übereiltes Eingreifen in die Kriegshandlung bereits um zwei Siege gebracht, daher wird ihm eingeschärft, dass er erst auf ausdrücklichen Befehl des Kurfürsten in die Schlacht ziehen darf. Der Prinz gibt vor, den Befehl verstanden zu haben, in Wahrheit sind die Worte aber vollkommen an ihm vorbeigegangen.

Zweiter Akt

Bei Fehrbellin warten Obrist Kottwitz und seine Truppen auf dem Schlachtfeld. Prinz Friedrich von Homburg stößt zu ihnen und bittet den Grafen von Hohenzollern im Vertrauen darum, ihm den Kriegsplan noch einmal zu erläutert. Der Prinz gibt zu, gedanklich nicht bei der Sache zu sein.

Als Obrist wird der Dienstgrad eines Offiziers bezeichnet. Es handelt sich dabei um militärischen Kommandeur des Regimentsinhabers. Obrist ist die Kurzform für Obristfeldhauptmann.

Die Schlacht beginnt sich langsam zu entwickeln. Gerade als sich ein Sieg der brandenburgischen Truppen abzeichnet, führt der Prinz die Reiter entgegen des ihm erteilten Befehls in den Kampf. Keinem der Offiziere gelingt es, den Prinzen davon abzuhalten. Ein Untergebener rät, den Prinzen vorsorglich festnehmen zu lassen, um die Missachtung des Befehls zu verhindern, doch der Prinz übernimmt die volle Verantwortung für sein Handeln und stürzt sich in die Schlacht.

Die Kurfürstin und Natalie erhalten die Nachricht über den Sieg und den Tod des Kurfürsten, als sie noch auf Reisen sind. Da die Gefahr durch den Krieg gebannt ist, müssen die beiden nun nicht mehr evakuiert werden. Der Prinz von Homburg eilt heran und bestätigt die Botschaft. Er verspricht der Kurfürstin, dass er das Werk ihres Mannes vollenden wolle und die Schweden endgültig besiegen werde. Außerdem hält er um die Hand der verzweifelten Natalie an. Die beiden gestehen sich ihre Liebe.

Ein Bote tritt heran und überbringt die Nachricht, dass der Kurfürst doch noch am Leben sein. Der Stallmeister Froben habe, um das Leben des Kurfürsten zu schützen, mit ihm die Pferde getauscht, weshalb die Schweden nun zwar glauben, den Kurfürsten getötet zu haben, in Wahrheit ist allerdings der Stallmeister gefallen.

Bei den Friedensverhandlungen in Berlin verurteilt der Kurfürst die Reiterei, da sie eigenmächtig gehandelt und sich durch das frühzeitige Eingreifen des Todes schuldig gemacht habe. Er droht dem Führer – Prinz Friedrich von Homburg – mit dem Kriegsgericht. Der Prinz wird festgenommen. Dieser begreift die Festnahme nicht, da er sein Verhalten nicht als falsch ansieht, da er siegreich aus der Schlacht hervorging. Homburg wird nach Fehrbellin überstellt, dort soll das Kriegsgericht über sein Schicksal entscheiden.

Dritter Akt

Im Gefängnis in Fehrbellin besucht Hohenzollern seinen Freund. Der Prinz wurde bereits vor das Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt, dennoch sieht der Prinz zuversichtlich seiner Entlassung entgegen, da er sich der Zuneigung des Kurfürsten sicher ist. Hohenzollern zeigt sich bestürzt darüber, dass der Prinz den Ernst der Lage nicht begreift.

Hohenzollern führt an, dass Homburgs heimliche Verlobung mit Natalie ebenfalls dazu beigetragen hat, den Kurfürsten zu verärgern. Eine Hochzeit von Natalie und dem schwedischen König war Teil der Friedensverhandlungen. Hohenzollern kündigt dem Prinzen an, dass er keine Begnadigung zu erwarten habe. Der Prinz realisiert nun langsam aber sicher, wie schlecht es um ihn steht. Sein Freund rät ihm, die Kurfürstin um Hilfe zu bitten.

Der Prinz nimmt sich den Rat seines Freundes zu Herzen und sucht die Kurfürstin auf. Er darf das Gefängnis verlassen, da sein Rang als ausreichende Garantie dafür betrachtet wird, dass er nicht die Flucht ergreifen wird. Er wirft sich der Kurfürstin vor die Füße und fleht sie an, beim Kurfürsten ein gutes Wort für ihn einzulegen. Der Prinz ist erschüttert und von Todesangst ergriffen, da er auf dem Weg zur Kurfürstin das für ihn ausgehobene Grab gesehen hat. Er ist bereit, alles aufzugeben – auch Natalie – und als Bauer fernab des Hofes zu leben, sofern er nicht sterben müsse.

Die Kurfürstin willigt ein, ein gutes Wort für den Prinzen einzulegen, allerdings erfährt dieser später, dass die Kurfürstin erfolglos war. Natalie möchte sich daraufhin für ihren Liebsten einsetzen.

Vierter Akt

Natalie sucht den Kurfürsten auf und bittet um die Begnadigung des Prinzen. Der Kurfürst ist allerdings der festen Überzeugung, das Handeln von Homburg bestrafen zu müssen, um die Rechtsordnung im Land aufrechtzuerhalten. Natalie stellt den Worten des Kurfürsten eine Staatsordnung gegenüber, in der das menschliche Gefühl stärker ins Gewicht fällt als die Worte des Gesetzes.

Offen berichtet Natalie dem Kurfürsten von der Verzweiflung und Todesangst des Prinzen. Der Kurfürst zeigt sich betroffen und überrascht. Er entschließt sich dazu, den Prinzen zu begnadigen, sollte dieser das ausgesprochene Urteil als ungerecht zurückweisen. Er setzt einen Brief auf, den Natalie dem Prinzen überbringen soll.

Auf dem Weg zum Gefängnis wird Natalie von Graf Reuß aufgehalten, der sie darum bittet, ein von Obrist Kottwitz aufgesetztes Gnadengesuch für den Prinzen zu unterschreiben. Reuß versichert Natalie, dass auch die Vorgesetzten anderer Regimente bereit wäre, für den Prinzen einzutreten, allerdings weiter entfernt sind. Natalie unterschreibt das Gnadengesuch und möchte Kottwitz im Namen des Kurfürsten befehligen, nach Fehrbellin zu kommen. Vor Ort könnte Kottwitz als Fürsprecher des Prinzen auftreten.

Im Gefängnis wirkt Prinz Friedrich von Homburg gelassen und denkt über die Vergänglichkeit des Lebens nach. Natalie trifft ein und überreicht dem Prinzen den Brief mit der Bedingung seiner Begnadigung. Der Prinz steht vor einer Entscheidung, begreift aber, dass er schuldig ist und nimmt das Urteil an. Zuerst versucht Natalie, ihren Liebsten umzustimmen, bewundert ihn jedoch für seine Haltung.

Fünfter Akt

Das Regiment von Obrist Kottwitz steht mitten in der Nacht vor dem Schloss in Fehrbellin. Der Kurfürst zeigt sich erstaunt darüber und erfährt, dass sich alle Truppen für die Begnadigung von Prinz Friedrich von Homburg einsetzen. Dem Kurfürsten ist klar, dass sich sein Militär gegen ihren verschworen hat – womöglich sogar einen Putsch plant. Er möchte versuchen, Kottwitz eigenhändig davon zu überzeugen, wieder zu seinem Stützpunkt zurückzukehren.

Bei einem Putsch handelt es sich um einen vom Militär durchgeführten Umsturzversuch zur Übernahme der Regierungsgeschäfte.

Feldmarschall Dörfling betritt die Szene und spricht von einer sich anbahnenden Rebellion. Es sei geplant, dem Kurfürsten ein Gnadengesuch zugunsten des Prinzen zu überreichen, sollte der Kurfürst dies jedoch ablehnen, sei weiterhin geplant, den Prinzen gewaltsam aus seiner Haft zu befreien. Dörfling rät, den Prinzen zu begnadigen, bevor sich die politische Lage weiter zuspitzt.

Kottwitz bittet darum, zum Kurfürsten gelassen zu werden. Zur gleichen Zeit trifft die Antwort des Prinzen ein. Darin bittet er den Kurfürsten, ihn zum Tod zu verurteilen.

Kottwitz überreicht dem Kurfürsten das Gnadengesuch zugunsten des Prinzen und legt offen, dass Natalie diejenige war, die ihn von seinem Stützpunkt aus nach Fehrbellin bestellt hat. Der Kurfürst verlangt zu erfahren, warum Kottwitz sich derart für den Prinzen einsetzt. Kottwitz führt an, dass Homburg durch sein Eingreifen eine Reorganisation des rechten Flügels der Schweden verhindert habe – zum Zeitpunkt seines Eingreifens schien lediglich der linke Flügel besiegt. Auch im Gespräch mit Kottwitz setzt der Kurfürst sich für die Wahrung von Recht und Ordnung ein.

Der Kurfürst gibt sich den Argumenten von Kottwitz geschlagen und schickt nach dem Prinzen. Daraufhin erinnert Hohenzollern den Kurfürsten an die Nacht, in der sich Homburg in Träume versunken in die Prinzessin verliebte. Dadurch sei er derart zerstreut gewesen, dass er der Strategiebesprechung nicht folgen konnte. Der Kurfürst trage also zumindest eine Mitschuld an den Taten des Prinzen.

Der Prinz betritt die Szene und zeigt sich gerührt von der Loyalität seiner Offiziere. Trotzdem möchte er das Urteil anerkennen und für sein Vergehen sterben. Als letzte Bitte äußert Homburg, dass der Kurfürst den Frieden mit Schweden nicht durch die Vermählung von Natalie erkaufen wird. Der Kurfürst sagt ihm das zu.

Der Kurfürst kündigt an, der Bitte von Homburg gemäß, den Krieg gegen Schweden in drei Tagen fortzusetzen. Er zerreißt das Todesurteil und fragt die Anwesenden, ob sie noch einmal mit Homburg in die Schlacht ziehen werden, was alle bejahen.

Mit verbundenen Augen wird der Prinz in den Schlossgarten geführt. Er zeigt sich erleichtert, dass das Todesurteil endlich vollstreckt werden soll und er nicht weiter leiden muss. Doch die Hinrichtung wird nicht vollzogen, stattdessen wird dem Prinzen die Augenbinde abgenommen. Der Kurfürst überreicht Natalie den Lorbeerkranz, um den – wie im Traum – seine Kette geschlungen ist. Damit schmückt sie den Prinzen, der ehrfürchtig auf die Knie sinkt.

Zum Abschluss des Stücks erklingt der Ruf der Schlacht. Die Anwesenden sind entschlossen, die Schweden nun endgültig aus Brandenburg zu vertreiben.

Charakterisierung der wichtigsten Personen in "Prinz Friedrich von Homburg"

Bei den miteinander interagierenden Figuren im Drama "Prinz Friedrich von Homburg" handelt es sich hauptsächlich um preußische Offiziere und Adelige.

Prinz Friedrich von Homburg

  • Der Prinz von Homburg ist ein jugendlicher Draufgänger, Träumer und Schlafwandler.
  • Er schwankt charakterlich und ist in seiner Identität unsicher.
  • Im Kampf agiert er willkürlich und erteilt dabei Befehle, die den direkten Anweisungen seiner Vorgesetzten widersprechen.
  • Er ist in Prinzessin Natalie verliebt und hält um ihre Hand an.
  • Am Ende ist er bereit, seine Fehler einzugestehen und dem Tod entgegenzutreten.

Kurfürst Friedrich Wilhelm

  • Friedrich Wilhelm ist der Kurfürst von Brandenburg und damit der Repräsentant der staatlichen Ordnung.
  • Dabei beharrt er starr darauf, dass Recht und Gesetz gewahrt werden.
  • Er ist ein zentraler Akteur im Krieg mit den Schweden.
  • Er möchte den Frieden mit der Vermählung von Natalie erkaufen.
  • Am Ende verzichtet er auf eine Vollstreckung des Todesurteils des Prinzen von Homburg und lässt Milde walten.

Die Kurfürstin

  • Die Kurfürstin ist die Frau des Kurfürsten Friedrich Wilhelm.
  • Sie verfügt über keinerlei politische Macht, hat allerdings ein gutes Herz.
  • Sowohl für Natalie als auch für den Prinzen fungiert sie als mütterliche Vertraute.

Prinzessin Natalie von Oranien

  • Natalie ist die Prinzessin von Oranien und die Nichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm.
  • Am Anfang zeigt sich Natalie zurückhaltend und mädchenhaft.
  • Sie verliebt sich in Prinz Friedrich und akzeptiert seinen Antrag.
  • Erst am Ende des Stücks ergreift sie die Initiative, als sie sich beim Kurfürsten für den Prinzen einsetzt.
  • Ihrer Auffassung nach sollten das menschliche Gefühl und das Gesetz gleichberechtigt auf einer Stufe stehen.

Graf Hohenzollern

  • Der Graf von Hohenzollern ist ein Freund und Vertrauter des Prinzen.
  • Dennoch hat er nicht eingegriffen, als der Kurfürst ein Experiment an seinem schlafwandelnden Freund durchgeführt hat.
  • Hohenzollern versteht nicht, wie der Prinz selbst im Gefängnis noch so gelassen sein kann.
  • Im Gespräch holt er den Prinzen auf den Boden der Tatsachen zurück und stürzt ihn damit in tiefe Verzweiflung.
  • Der Graf gehört zum Hof des Kurfürsten.

Obrist Kottwitz

  • Obrist Kottwitz ist der Mentor und Vertraute des Prinzen von Homburg.
  • Er setzt sich für die Begnadigung des Prinzen ein und begehrt dabei gegen den Kurfürsten auf.
  • Kottwitz hat dem Kurfürsten immer treu gedient, möchte sich allerdings von ihm abwenden, als dieser zunächst an dem Todesurteil gegen den Prinzen festhält.

Historischer Hintergrund von "Prinz Friedrich von Homburg"

Die Schlacht von Fehrbellin im Jahr 1675 bildet den historischen Hintergrund für Kleists Drama "Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin". Der Autor verarbeitet diesen historischen Stoff literarisch rund 135 Jahre später.

Im Zentrum der Handlung von Kleists Drama stehen der Kurfürst Friedrich Wilhelm und Prinz Friedrich von Homburg. Auch, wenn Friedrich Wilhelm, der Kurfürst von Brandburg, bis heute historisch kaum greifbar ist, ist er dennoch eng mit einem historischen Ereignis, der Schlacht von Fehrbellin, verbunden. In dieser Schlacht kämpfte Brandenburg gegen Schweden und konnte letztendlich den Sieg davon tragen.

Die historischen Persönlichkeiten

Der Kurfürst Friedrich Wilhelm lebte von 1620 bis 1688. Ab 1640 war er der Kurfürst von Brandenburg und der Herzog in Preußen. Der Sieg über die schwedischen Truppen bei Fehrbellin brachte ihm den Beinamen der "Große Kurfürst" ein. Er stand für eine tolerante Religionspolitik in Form einer reformierten Kirche. Sowohl wirtschaftlich als auch kulturell sorgte der Kurfürst für einen Aufschwung Brandenburgs.

Friedrich II. von Hessen-Homburg – auch der Prinz von Homburg genannt – lebte von 1633 bis 1708. Geboren wurde er als siebtes und damit letztes Kind von Friedrich I. Dadurch war er in der Erbfolge sehr weit hinten angesiedelt und fokussierte sich entsprechend eher auf eine militärische Karriere. In der Schlacht von Fehrbellin gelang es ihm, die schwedischen Truppen hinzuhalten und damit zum Sieg Brandenburgs – aber auch zur Missstimmung des Kurfürsten – beizutragen.

Der Kurfürst Friedrich Wilhelm regierte Brandenburg von 1640 bis zu seinem Tod 1688. In dieser Regierungsperiode musste er feindlichen Angriff der Schweden verhindern, die sich zu diesem Zeitpunkt mit den Franzosen verbündet hatten. Zwar war es dem Prinzen von Hessen-Homburg – anders als in Kleists Drama – nicht möglich, die Schlacht im Alleingang zu entscheiden, allerdings gelang es ihm, die Truppen der Schweden hinzuhalten. Damit erkaufte er die für einen Sieg Brandenburgs notwendige Zeit.

Aus Aufzeichnungen von Friedrich dem Großen aus dem Jahr 1751 ist überliefert, dass der Prinz von Hessen-Homburg in der Schlacht von Fehrbellin eigenmächtig und ohne direkten Befehl gehandelt und damit den Sieg in der Schlacht herbeigeführt hat.

Die historische Persönlichkeit

Friedrich der Große oder auch Friedrich II. lebte von 1712 bis 1768. Ab 1740 war er der Markgraf von Brandenburg und ab 1772 der König von Preußen. Er führte die drei Schlesischen Kriege gegen Österreich. Nach dem letzten dieser Kriege – dem Siebenjährigen Krieg von 1765 bis 1763 – wurde Preußen neben Frankreich, England, Österreich und Russland als fünfte Großmacht anerkannt. Friedrich der Große schaffte nicht nur die Folter ab, sondern trieb auch den Ausbau des Bildungssystems voran.

Kleist hat aus dem eigenmächtigen Handeln ohne Befehl für sein Drama "Handeln gegen einen direkten Befehl" gemacht. Dadurch hat er den dramatischen Konflikt weiter zugespitzt.

Aufbau und Sprache von "Prinz Friedrich von Homburg"

"Prinz Friedrich von Homburg" steht zwischen zwei Literaturepochen – der Weimarer Klassik und der Romantik. Das zeigt sich nicht nur strukturell, sondern auch sprachlich.

Aufbau des Dramas

Heinrich von Kleist orientiert sich mit "Prinz Friedrich von Homburg" am klassischen Aufbau des Dramas. Die drei aristotelischen Einheiten werden dabei erfüllt. Die Einheit der Handlung ist erfüllt, da der Prinz stets – ganz gleich, ob an- oder abwesend – das Zentrum der Aufmerksamkeit ist. Es gibt daher keine ausgestaltete Nebenhandlung, alles bezieht sich auf den Prinzen. Die Einheit der Zeit wird gewahrt, da sich die Handlung in einem Zuge abspielt. Die Handlung beginnt in einer Nacht, erstreckt sich über den folgenden Tag und endet in der darauffolgenden Nacht. Die Einheit des Ortes ist nicht ganz erfüllt, da es mehr als einen Schauplatz gibt.

Bei den drei aristotelischen Einheiten handelt es sich um die Einheit der Zeit, der Handlung und des Ortes. Diese Prinzipien wurden vom griechischen Philosophen Aristoteles für den Dramenaufbau festgelegt.

Die Einheit der Handlung gibt vor, dass es lediglich eine Haupthandlung ohne ausgestaltete Nebenhandlung geben darf. Die Einheit der Zeit meint, dass das Drama sich nicht über einen zu langen Zeitraum erstrecken, sondern lediglich einen Sonnenlauf (also 24 Stunden) umfassen soll. Die Einheit des Ortes besagt, dass es keine Nebenschauplätze geben darf, sondern sich die Handlung auf einen Schauplatz begrenzen soll.

Die Dramaturgie des Stücks folgt dem klassischen Pyramidenaufbau, allerdings mit einer Verschiebung nach vorne. Der Höhe- und Wendepunkt des Stücks befindet sich nicht in der Mitte des Dramas, sondern bereits in der zehnten Szene des zweiten Akts. In dieser Szene wird der Prinz vom Kriegssieger zum Gefangenen.

Exposition in der ersten Szene des ersten Akts

In Kleists Drama wird die Exposition verhältnismäßig kurz gehalten – normalerweise erstreckt sich diese über den kompletten ersten Akt. Der Graf von Hohenzollern, das Kurfürstenpaar, Natalie und der Prinz von Homburg werden als Figuren eingeführt. Aus den Erläuterung Hohenzollerns geht hervor, warum der Prinz gesucht werden musste und wie sich die Handlung weiter entwickeln wird. Durch das erregende Moment erhält der/die Leser*in eine Vorahnung des sich anbahnenden Konflikts.

Als Exposition wird die Einführung in die Handlung bezeichnet. Die Charaktere werden vorgestellt und die Handlung eingeleitet. Das erregende Moment leitet den zentralen Konflikt ein und wird vor allem genutzt, um Spannung zu erzeugen.

Steigende Handlung im ersten und zweiten Akt

Im Zuge des Experiments des Kurfürsten gelangt der Prinz in den Besitz des Handschuhs der Prinzessin und vermag, Realität und Traum nicht mehr auseinanderzuhalten. Infolgedessen ist der Prinz abgelenkt und kann der militärischen Strategie und damit auch dem direkt an ihn gerichteten Befehl nicht mehr folgen. Dadurch spitzt sich der Konflikt weiter zu.

Nachdem in der Exposition die Ausgangssituation dargelegt wurde, wird durch die steigende Handlung der Konflikt weiter ausgebaut und zugespitzt. Die dramatische Handlung wird in Gang gesetzt.

Peripetie in der zehnten Szene des zweiten Akts

Das Blatt wendet sich in der zehnten Szene des zweiten Akts als der Prinz vom Kriegssieger zum Kriegsgefangenen wird. Der Kurfürst stellt den Prinzen aufgrund der Missachtung eines direkten Befehls vor das Kriegsgericht.

Als Peripetie wird der Höhe- und Wendepunkt eines Dramas bezeichnet. Dabei handelt es sich um das plötzliche Umschlagen der Handlung. Der Ausgang der Handlung wird ersichtlich.

Fallende Handlung im dritten und vierten Akt

Den Anstrengungen, um den Prinzen vor der Vollstreckung des Todesurteils zu retten, wird in Kleists Drama sehr viel Raum gegeben. Sie fungieren als retardierendes Moment. Natalie spricht beim Kurfürsten vor und versucht, diesen von einer Begnadigung des Prinzen zu überzeugen. Als das nicht gelingt, fordert sie die Unterstützung von Obrist Kottwitz an.

Die fallende Handlung führt zum unvermeidbaren Schluss. Das retardierende Moment zögert den unvermeidlichen Ausgang der Geschehnisse heraus und macht kurzzeitig Hoffnung auf ein anderes Ende.

Lösung im fünften Akt

Am Ende des Dramas folgt eine scharfe Kehrtwende. Alles steuert auf die scheinbar unvermeidliche Hinrichtung zu, selbst der Prinz akzeptiert das Todesurteil. Dennoch endet das Drama mit der Begnadigung des Prinzen durch den Kurfürsten und einer Wiederaufnahme des Kriegs mit den Schweden, sodass auch die Problematik um die Verlobung des Prinzen mit Natalie aufgelöst wird.

Als Lösung bezeichnet man die Auflösung aller Konflikte am Ende eines Dramas.

Sprache des Dramas

Das Drama wurde von Kleist im klassischen Blankvers verfasst. Dabei handelt es sich um einen ungereimten, fünfhebigen Jambus. Der Blankvers macht es möglich, zusammenhängende Textpassagen ruhig und mit fließenden Übergängen zu transportieren. Allerdings hinderte das Kleist nicht daran, der Sprache im Drama eine bis zur höchsten Intensität gesteigerten Ausdruckskraft zu verleihen. So kann es in Dialogen passieren, dass eine Figur einen Blankvers anfängt, der von einer anderen Figur beendet wird.

Verslehre

Bei einem Jambus handelt es sich um einen Versfuß, der sich aus zwei Elementen zusammensetzt: Einer unbetonten und einer betonten Silbe. Die betonte folgt dabei auf die unbetonte Silbe.

Ist der Jambus fünfhebig, bedeutet das, dass das Vermaß aus fünf aufeinanderfolgenden Jamben besteht.

Der fünfhebige Jambus ist in der deutschen Literatur der Weimarer Klassik ein verbreitetes Vermaß. Selten tritt er als gereimter Vers aus, sondern eher ungereimt. Bei einem ungereimten Vers spricht man von einem Blankvers.

Im Gespräch zwischen einem Offizier und dem Prinzen wird das besonders deutlich. Der Prinz hat den direkten Befehl, den er erhalten hat, missachtet und widersetzt sich daraufhin einer versuchten Verhaftung. Die beiden folgenden Sätze greifen ineinander und werden jeweils nicht zu Ende gebracht. Verdeutlicht wird dies durch den Einsatz des Gedankenstrichs.

Erster Offizier (taumelnd). Mein Prinz, die Tat, bei Gott –!

Der Prinz von Homburg (auf ihn einschreitend). Den Mund noch öffnest –?

Alle Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus Heinrich von Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" (Projekt Gutenberg).

Die Gefühle und Emotionen des Prinzen werden vor allem sprachlich transportiert. Die Palette an Stimmungen umfasst leise Zurückgezogenheit, wütende Ausbrüche und ratlose Einsilbigkeit. Gelangt der Prinz an die Grenzen seines Verstandes, verliert er sich in Interjektionen.

Interjektionen werden auch als Ausrufe- oder Empfindungswörter bezeichnet. Damit werden Gefühle, wie Entsetzen, Überraschung oder Freude zum Ausdruck gebracht.

Ein Beispiel dafür ist der Moment, in dem der Prinz vom Kriegssieger zum Kriegsverbrecher wird und der Kurfürst ihn verhaften lässt. Der Prinz begreift nicht, wie ihm geschieht.

Der Prinz von Homburg (mit Bitterkeit). So – so, so, so!

Ebenfalls hervorzuheben bei Kleists Drama "Prinz Friedrich von Homburg" ist der Satzbau des Stücks. Immer wieder finden sich Schachtelsätze und grammatikalisch nicht korrekt gesetzte Kommata, durch die sonst eher untergeordnete Satzteile ein ganz eigenes Gewicht erhalten.

Im Gespräch mit der Kurfürstin bittet der Prinz sie darum, für ihn beim Kurfürsten Fürsprache zu halten. Das grammatikalisch falsch gesetzte Komma am Ende des zweiten Verses nach "umschauerte" unterstreicht dabei das Leid, das der Prinz empfindet. Die Attribute "rettenden" und "schlechtesten" werden nachgestellt, dadurch innerhalb des Satzes isoliert und besonders hervorgehoben.

Der Prinz von Homburg. O meine Mutter, also sprachst du nicht,Wenn dich der Tod umschauerte, wie mich!Du scheinst mit Himmelskräften, rettenden,Du mir, das Fräulein, deine Fraun, begabt,Mir alles rings umher, dem Troßknecht könnt ich,Dem schlechtesten, der deiner Pferde pflegt,Gehängt am Halse flehen: rette mich!

Zuordnung zur Epoche der Romantik und Klassik

Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" lässt sich nicht ausschließlich einer Epoche zuordnen, sondern weist Merkmale der Literaturepochen der Weimarer Klassik und der Romantik auf.

Die Weimarer Klassik erstreckte sich über den Zeitraum von 1786 bis 1805 und endete mit dem Tod von Friedrich Schiller. Manchmal wird das Ende der Klassik auch auf 1832 datiert – das Todesjahr von Johann Wolfgang von Goethe. Ihren Namen erhielt die Epoche, da sich der Großteil des literarischen Schaffens in der Stadt Weimar abspielte. Zentral für die Weimarer Klassik war, dass der rebellische Ton des Sturm und Drang aufgeben und das antike Griechenland wieder als Vorbild genommen wurde. Der klassische Dramenaufbau und die aristotelischen Einheiten von Handlung, Zeit und Ort gewannen dadurch wieder an Bedeutung.

Die Epoche der Romantik wird auf den Zeitraum von 1795 bis 1835 datiert und untergliedert sich in die Frühromantik (bis 1804), die Hochromantik (bis 1815) und die Spätromantik (bis 1835). Die Romantik befasst sich grundsätzlich mit einer Abkehr von den Idealen der Weimarer Klassik. Zentrale Motive dieser Strömung waren Weltflucht, die Rückbesinnung auf die Natur, die Nacht sowie die Flucht vor der Realität in Traum- oder Fantasiewelten.

Wenn Du Dich noch genauer in die Epoche einlesen möchtest, kannst Du das in den entsprechenden Erklärungen zur "Weimarer Klassik" und "Romantik" auf StudySmarter machen.

Für einer Zuordnung des Stücks zur Weimarer Klassik spricht, dass sich die Autoren dieser Epoche das antike Griechenland wieder zum Vorbild nahmen. Kleists Dramas erfüllt die Vorgaben des klassischen Dramas: Das Stück gliedert sich in fünf Akte und die Einheit von Handlung, Ort und Zeit sind weitestgehend erfüllt. Der Blankvers ist ebenfalls ein Merkmal der Klassik. Allerdings gilt hier anzuführen, dass sich die Peripetie nicht – wie üblich – im dritten Akt vollzieht, sondern bereits im zweiten Akt. Ebenso spricht das Vermaß zwar für eine Epochenzuordnung zur Klassik, wird von Kleist aber nicht streng eingehalten, sondern stellenweise aufgelockert.

Literarische Werke der Weimarer Klassik griffen oftmals auf realhistorische Ereignisse und Charaktere zurück. Auch in dieser Hinsicht fügt sich Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" nahtlos in die Epoche ein.

Für eine Zuordnung zur Romantik sprechen hingegen die Themenkomplexe, die im Stück behandelt werden. Das Nachtmotiv wird direkt zu Beginn des Dramas aufgegriffen, wenn der Prinz im Schlossgarten schlafwandelt. Der Prinz wird im Verlauf des Stücks als individuelle Persönlichkeit dargestellt und steht damit im Kontrast zur Gesellschaft.

Interpretation von "Prinz Friedrich von Homburg"

Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" bietet zwei zentrale Interpretationsansätze: zum einen den Konflikt zwischen Individuum und Staat und zum anderen das Motiv des Schlafwandelns.

Individuum vs. Staat

Das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" handelt vorwiegend von dem Konflikt zwischen der Freiheit des Individuums und der Rechtsordnung der Gesellschaft und des Staates. Der Konflikt deutet sich bei der militärischen Strategiebesprechung an. Der Prinz klinkt sich vollkommen aus der gleichgeschalteten Masse an Soldaten aus und existiert in diesem Moment ausschließlich als Individuum.

Kleist löst diesen Konflikt, indem er das persönliche Wertebild des Protagonisten in das größere Ganze des bestehenden Staatssystems eingliedert. Am Ende des Stücks ordnet der Prinz sich dem Gesetz unter und erkennt das Todesurteil an – trotz zahlreicher Unterstützer und einer Auflehnung des Militärs gegen den Kurfürsten. Dadurch wird eine Aussöhnung von Individuum und Staat möglich.

Schlafwandeln

Schlafwandeln wird auch als Somnambulismus bezeichnet. Das Wort leitet sich von lateinisch somnus und ambulare ab und bedeutet so viel wie "Schlaf" und "umherwandern, spazieren". Dabei handelt es sich um das Phänomen, dass ein Schlafender das Bett verlässt und umherwandert, ohne davon aktiv Notiz zu nehmen und ohne aufzuwachen.

Das Phänomen des Somnambulismus fügt sich – gemeinsam mit dem Motiv der Nacht nahtlos in den Themenkomplex der romantischen Literatur ein. Die Romantiker vertraten dabei die Meinung, dass der Weg zur Wahrheit durch das Unterbewusstsein führen müsse. Der Somnambulismus ebnete diesen Weg entsprechend und ist in Kleists Drama keinesfalls als Krankheit zu betrachten, sondern viel eher als Zeichen seelischer Gesundheit.

Der Somnambulismus erfüllt eine ähnliche Funktion wie die Ohnmacht. Ist der menschliche Geist mit einer Situation überfordert und kann die entsprechenden Informationen nicht verarbeiten, fungieren sowohl das Schlafwandeln als auch eine Ohnmacht als eine Art Reset, das heißt: Im Zustand des Schlafwandels oder der Ohnmacht findet der Geist Zuflucht und kann erfrischt daraus hervorgehen.

Heinrich von Kleist, der Autor von "Prinz Friedrich von Homburg"

Der Autor Heinrich von Kleist wurde entweder am 10. oder am 18. Oktober 1777 geboren. Bei dem erstgenannten Datum handelt es sich um eine eigene Angabe des Autors, das zweite Datum steht im Kirchenbuch. Kleist nahm sich am 21. November 1811 selbst das Leben.

Als Autor prägte er besonders die Literaturepochen der Weimarer Klassik und der Romantik. Die zentralen Themen und Motive seines Gesamtwerkes sind die Frage nach der individuellen Schuld und dem Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft.

Heinrich von Kleist wurde als Sohn eines alten pommerschen Adelsgeschlechts geboren. Ganz im Sinne der Familientradition trat er nach Beendigung der Schule dem Militär bei. Seine militärische Laufbahn endete 1799. Im selben Jahr nahm Kleist sein Studium der Mathematik an der Universität Frankfurt an der Oder auf, brach es jedoch nach drei Semestern wieder ab.

Von da an führte Kleist ein unbeständiges Leben. Zunächst verschlug es ihn nach Paris, dann in die Schweiz, nach Königsberg, schließlich nach Dresden und zuletzt nach Berlin. Sein Leben war geprägt von der ständigen Suche nach Glück und innerer Unruhe.

Für seinen Weg in den Tod fand Kleist eine Begleiterin: Die unheilbar an Krebs erkrankte Henriette Vogel. Mit ihrem Einverständnis erschoss er am 21. November 1811 erst sie und dann sich selbst.

Weitere bekannte Werke von Heinrich von Kleist sind die Dramen "Der zerbrochne Krug" (1808) und "Penthesilea" (1808) und die Erzählung "Die Marquise von O..." (1808).

Prinz Friedrich von Homburg - Das Wichtigste

  • "Prinz Friedrich von Homburg" wurde in den Jahren 1809 und 1810 von Heinrich von Kleist geschrieben und im Jahr 1821 uraufgeführt.
  • Die Schlacht von Fehrbellin im Jahr 1675 bildet den historischen Hintergrund des Dramas.
  • Das Stück handelt von dem schlafwandelnden Prinzen vom Homburg, der bei einer militärischen Strategiebesprechung unaufmerksam ist und dadurch zu früh und gegen ausdrücklichen Befehl in die Schlacht bei Fehrbellin eingreift.
  • Der Prinz von Homburg führt mit seiner Handlung zwar den Sieg herbei, zieht aber auch den Zorn des Kurfürsten auf sich.
  • Das Drama lässt sich sowohl der literarischen Epoche der Weimarer Klassik als auch der Romantik zuordnen.
  • Kleist folgt mit seinem Werk dem klassischen Dramenaufbau und wahrt die drei aristotelischen Einheiten, nimmt sich dabei allerdings gewisse Freiheiten heraus.
  • Sprachlich ist das Drama im klassischen Blankvers verfasst.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Prinz Friedrich von Homburg

"Prinz Friedrich von Homburg" lässt sich nicht genau einer einzigen Epoche zuordnen. Das Drama von Heinrich von Kleist bewegt sich zwischen den literarischen Epochen der Klassik und der Romantik. 

Das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" wurde in den Jahren 1809 und 1810 vom Autor Heinrich von Kleist geschrieben. Uraufgeführt wurde das Drama erst nach dem Tod des Autors im Jahr 1821. 

Das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" spielt um 1675 und basiert auf realhistorischen Gegebenheiten. Im Zentrum steht die Schlacht um Fehrbellin. Sowohl Friedrich Wilhelm – der Kurfürst von Brandenburg – als auch Prinz Friedrich von Homburg haben real existiert. 

Finales Prinz Friedrich von Homburg Quiz

Frage

Wer hat das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" geschrieben?

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Antwort

Das Drama wurde von Heinrich von Kleist geschrieben. 

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Frage

Wann wurde das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" geschrieben? 

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Antwort

1809 und 1810

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Frage

Wie endet das Drama "Prinz Friedrich von Homburg"? 

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Das Drama endet damit, dass der Prinz das Todesurteil durch den Kurfürsten akzeptiert, der Kurfürst sich mittlerweile allerdings den Argumenten der Befürworter einer Begnadigung geschlagen gegeben hat. Am Ende wird der Prinz begnadigt und darf Natalie – die Prinzessin von Oranien – heiraten. Der Kurfürst bricht die Friedensverhandlungen mit den Schweden ab und kündigt eine Wiederaufnahme der Kämpfe an. 

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Frage

Welchen gesellschaftlichen Stand haben die Figuren im Drama "Prinz Friedrich von Homburg"? 

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Antwort

Bei den Figuren im Drama handelt es sich um hochrangige preußische Offiziere und Adelige

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Frage

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ist der Repräsentant der _____ Ordnung. 

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staatlichen

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Frage

Welches Ereignis bildet den historischen Hintergrund des Dramas "Prinz Friedrich von Homburg"? 

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Antwort

Die Schlacht von Fehrbellin im Jahr 1675 bildet den historischen Hintergrund für Kleists Drama. Dabei griff der Prinz von Homburg ohne direkten Befehl in die Kriegshandlung ein und konnte damit entscheidend zum Sieg Brandenburgs beitragen

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Frage

Welchen Literaturepochen lässt sich das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" zuordnen?

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Antwort

Weimarer Klassik

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Frage

Inwiefern sind die drei aristotelischen Einheiten im Drama "Prinz Friedrich von Homburg" erfüllt? 

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Die Einheit der Handlung ist erfüllt, da sich alles auf den Prinzen bezieht – ganz gleich, ob er an- oder abwesend ist. Die Einheit der Zeit wird gewahrt, da sich die Handlung in einem Zug abspielt und nicht länger als 24 Stunden dauert. Die Einheit des Ortes ist nicht ganz erfüllt, da es mehr als einen Schauplatz gibt. 

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Frage

Was ist der Höhe- und Wendepunkt des Dramas "Prinz Friedrich von Homburg"? 

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Antwort

Der Höhe- und Wendepunkt des Dramas vollzieht sich in der zehnten Szene des zweiten Akts als der Prinz vom scheinbaren Kriegssieger zum Kriegsgefangenen wird. Der Kurfürst stellt den Prinzen aufgrund der Missachtung eines direkten Befehls vor das Kriegsgericht. 

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Frage

In welchem Vermaß wurde das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" verfasst? 

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Antwort

Das Drama wurde von Kleist im Blankvers geschrieben. Dabei handelt es sich um einen ungereimten fünfhebigen Jambus

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Frage

In wie viele Akte ist das Drama "Prinz Friedrich von Homburg" eingeteilt?

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5

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Frage

Durch welches rhetorische Mittel wird sprachlich zum Ausdruck gebracht, dass der Prinz an die Grenzen seines Verstandes stößt? 

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Interjektion

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Frage

Wie wird der Konflikt zwischen Individuum und Staat im Drama "Prinz Friedrich von Homburg" gelöst? 

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Antwort

Kleist löst diesen Konflikt zwischen Staat und Individuum, indem er das persönliche Wertebild des Protagonisten in das größere Ganze des bestehenden Staatssystems eingliedert.  Der Prinz ordnet sich dem Gesetz unter und erkennt das Todesurteil an. Dadurch wird eine Aussöhnung von Individuum und Staat möglich.

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Frage

Was versteht man unter Somnambulismus? 

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Antwort

Unter Somnambulismus versteht man das Phänomen des Schlafwandels ohne davon aktiv Notiz zu nehmen und ohne aufzuwachen

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Frage

Was sind weitere bekannte Werke von Heinrich von Kleist? 

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Antwort

Weitere bekannte Werke von Heinrich von Kleist sind die Dramen "Der zerbrochne Krug" (1808) und "Penthesilea" (1808) und die Erzählung "Die Marquise von O..." (1808). 

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