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Frühlings Erwachen

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Frühlings Erwachen

Fehlende Aufklärung, eine ungewollte Schwangerschaft und ein Selbstmord – das sind die Themen, die Frank Wedekind in seinem Drama "Frühlings Erwachen" thematisiert. Das Werk entstand in den Jahren 1890 und 1891 und wurde 1906 in Berlin uraufgeführt. Im Zentrum der Handlung steht eine Gruppe Jugendlicher, die vergeblich nach den Antworten auf die drängenden Fragen der Pubertät sucht.

"Frühlings Erwachen" – Zusammenfassung

Das Drama "Frühlings Erwachen" ist in drei Akte unterteilt. Die Zusammenfassung der verschiedenen Akte findest Du in den folgenden Unterkapiteln.

"Frühlings Erwachen" – Inhaltsangabe des ersten Akts

Das Drama beginnt im Wohnzimmer der Familie Bergmann, deren Tochter Wendla gerade 14 Jahre alt geworden ist. Ihre Mutter möchte nicht, dass Wendla noch ein Prinzessinnenkleid trägt, sondern ein längeres, ihrem Alter angemessenes Kleid anzieht. Wendla wehrt sich dagegen und ihre Mutter gibt schließlich nach.

Bei einem Spieleabend langweilen sich einige Schüler des Gymnasiums. Sie unterhalten sich über die Hausaufgaben, die sie für die Schule noch erledigen müssen. Besonders Melchior Gabor und Moritz Stiefel empfinden die Hausaufgaben als Belastung und fühlen sich ihrer Freizeit beraubt. Nachdem die anderen gegangen sind, unternehmen Melchior und Moritz einen Spaziergang.

In einem Gespräch thematisieren sie die Kindererziehung. Melchior – der in dieser Hinsicht bereits aufgeklärter ist als sein Freund – weist Moritz darauf hin, dass es ab einem gewissen Alter Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn Mädchen und Jungen engen Kontakt pflegen. Die beiden unterhalten sich weiterhin über ihre ersten sexuellen Regungen. Melchior nimmt diese gelassen hin, während Moritz seinem Freund von wachsenden Ängsten und Unsicherheit berichtet.

Obwohl Moritz bereits 15 Jahre alt ist, ist er bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgeklärt worden. Melchior – der Ältere von beiden bietet Moritz an, ihn aufzuklären. Auch Melchior wurde nicht aufgeklärt, sondern hat sich das entsprechende Wissen selbst angeeignet. Moritz sieht sich selbst zu einem solchen Gespräch nicht in der Lage und bittet Melchior, sein Wissen zu verschriftlichen.

In der nächsten Szene unterhalten sich Wendla und ihre Freundinnen – Thea und Martha – über stereotypische Mädchenthemen – wie Jungs und Frisuren. Martha leidet darunter, dass sie von ihren Eltern geschlagen wird und verkündet, ihre eigenen Kinder später anders aufwachsen zu lassen. Wendla und Thea haben auf ähnliche Art und Weise unter ihren Eltern zu leiden. Alle drei Mädchen wünschen sich Kinder, wissen aber nicht, wie Kinder gezeugt werden.

Mit einigen Mitschülern unterhält sich Melchior über seinen Freund Moritz, dessen Versetzung in die nächste Klassenstufe gefährdet ist. Die meisten Anwesenden gönnen Moritz sein Scheitern und begegnen ihm mit wenig Mitgefühl. Moritz kommt hinzu und verkündet, belauscht zu haben, dass er unter Vorbehalt in die nächste Klasse aufsteigen darf.

An einem sonnigen Nachmittag treffen sich Wendla und Melchior im Wald. Sie unterhalten sich über Wendlas ehrenamtliches Engagement. Melchior zweifelt an, dass es so etwas wie Selbstlosigkeit tatsächlich gibt. Das Gespräch der beiden wendet sich ernsteren Themen zu. Wendla, die weiß, dass ihre Freundin Martha regelmäßig von ihren Eltern geschlagen wird, kann sich nicht vorstellen, wie sich das anfühlen muss. Sie hat bereits versucht, sich selbst zu schlagen – allerdings erfolglos. Sie bittet Melchior, sie zu schlagen. Dieser lehnt zunächst sehr heftig ab, willigt dann aber ein. Seine Schläge werden derart heftig, dass er sich über sich selbst entsetzt ist und tiefer in den Wald läuft.

"Frühlings Erwachen" – Inhaltsangabe des zweiten Akts

Moritz ist zu Besuch bei Melchior und verkündet, hart arbeiten zu wollen, um seine provisorische Versetzung nicht zu gefährden. Sollte er scheitern, kündigt er an, sich selbst erschießen zu wollen. Frau Gabor – die Mutter von Melchior – unterbricht das Gespräch und bringt den beiden eine Tasse Tee.

Sie bemerkt, dass ihr Sohn "Faust" von Goethe liest und ist überzeugt, dass Melchior dafür noch nicht reif genug ist. Melchior und Moritz spekulieren, dass die Gretchen-Tragödie der Grund für die Überzeugung seiner Mutter ist. Das Gespräch der beiden wendet sich den schriftlichen Ausführungen zu, die Melchior für Moritz verfasst hat. Während Moritz die Ausführungen schwärmerisch betrachtet, sieht Melchior das Ganze nüchterner.

Die Gretchen-Tragödie ist ein Drama von Johann Wolfgang von Goethe, das der Autor in einer überarbeiteten Version in "Faust I" integrierte. Thematisch geht es in der Gretchen-Tragödie um das Auseinanderbrechen der Liebesbeziehung von Faust und Margarete – genannt Gretchen.

Gretchen verbringt eine Liebesnacht mit Faust und um bei dieser ungestört zu sein, verabreicht sie ihrer Mutter einen Trank, durch den diese stirbt. Aus dieser Liebesnacht geht ein Kind hervor, das Gretchen am Ende aus Verzweiflung tötet.

Die Handlung der Gretchen-Tragödie kann also als Vorausdeutung auf die weiteren Geschehnisse des Dramas "Frühlings Erwachen" betrachtet werden.

Wenn Du mehr über die Gretchen-Tragödie erfahren möchtest, schau Dir gern die Erklärung "Faust" auf StudySmarter an!

In der nächsten Szene versucht Wendlas Mutter, ihr weiszumachen, dass der Storch Wendlas Schwester Ina einen kleinen Jungen gebracht hat. Wendla erklärt ihrer Mutter, dass sie mit 14 Jahren nicht mehr an den Storch glaube und bittet ihre Mutter um sexuelle Aufklärung. Wendlas Mutter weicht der Bitte ihrer Tochter aus und sagt lediglich, dass eine Frau einen Mann, mit dem sie verheiratet ist, lieben müsste, um ein Kind mit ihm zu zeugen.

Hänschen Rilow – ebenfalls ein Schüler des Gymnasiums und Freund von Melchior und Moritz – hat sich auf der Toilette eingeschlossen und kämpft mit seinen sexuellen Nöten. Er versenkt ein Bild der Venus aus der Renaissance in der Toilette und bildet sich ein, durch die Vernichtung des Frauenbildes seine sexuelle Not lindern zu können.

Auf dem Heuboden kommt es zu einer sexuellen Interaktion zwischen Melchior und Wendla. Melchior ist derart stark erregt, dass er sich selbst nicht unter Kontrolle hat. Er küsst Wendla, die panisch reagiert, da ihre Mutter ihr gesagt hat, dass Liebe zu einer Schwangerschaft führt. Nach einem kurzen Widerstand Wendlas kommt es letztendlich zu einer Vereinigung der beiden. Dabei wird Wendla ungewollt schwanger.

Im weiteren Verlauf der Handlung erfährt Moritz, dass er doch nicht in die nächste Klassenstufe versetzt werden kann. Aus Angst vor der Reaktion seiner Eltern plant er, nach Amerika zu fliehen. Er bittet Frau Gabor in einem Brief um Geld und droht damit, sich selbst das Leben zu nehmen, sollte sie seine Bitte ablehnen. Frau Gabor warnt ihn vor einer Kurzschlussreaktion und beendet den Brief mit einer herzlichen Wendung.

Moritz gibt sich daraufhin seinen melancholischen Gedanken hin. Er hat das Gefühl, nicht in diese Welt zu passen, gibt allerdings niemandem die Schuld dafür. Der einzige Ausweg scheint es zu sein, sein Leben zu beenden. Dabei bedauert er es, nicht in den Genuss der körperlichen Liebe gekommen zu sein.

Ilse – eine Kindheitsfreundin von Moritz – reißt diesen aus seinen melancholischen Gedanken. Sie berichtet ihm von ihrem Leben als Künstlermodell. Sie lädt Moritz sogar zu sich nach Hause ein, er lehnt allerdings an. Moritz verfasst eine Antwort an Frau Gabor und nimmt sich daraufhin das Leben.

"Frühlings Erwachen" – Inhaltsangabe des dritten Akts

Als Melchiors Aufklärungsschrift mit dem Titel "Der Beischlaf" in den Sachen von Moritz gefunden wird, wird Melchior für dessen Selbstmord verantwortlich gemacht. In einer Lehrerkonferenz spricht sich der Rektor dafür aus, Melchior der Schule zu verweisen.

Melchior wird zur Konferenz dazu geholt und mit den Anschuldigungen konfrontiert, erhält allerdings nicht die Möglichkeit, sich dazu zu äußern – er erhält lediglich die Möglichkeit, ausgewählte Fragen mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten. Dennoch versucht Melchior, sich zu erklären. Erbost über Melchiors Aufmüpfigkeit, lässt der Rektor ihn von der Schule verweisen.

In der nächsten Szene findet die Beerdigung von Moritz Stiefel statt. Anwesend sind der Pastor, einige Mitschüler, Vater und Onkel von Moritz und Mitglieder des Lehrerkollegiums. Der Pastor fällt dabei ein vernichtendes Urteil über Selbstmörder, während der Vater seinen eigenen Sohn verleugnet. Einzig und alleine Martha und Ilse scheinen vom Tod ihres Mitschülers ehrlich betroffen zu sein.

Die Eltern von Melchior führen eine Auseinandersetzung über die richtige Erziehung ihres Sohnes. Während seine Mutter Melchior als unschuldigen Sündenbock sieht, fährt sein Vater einen strengeren Kurs: Er möchte seinen Sohn in eine Erziehungsanstalt stecken. Seine Frau droht ihm damit, ihn zu verlassen, sollte Herr Gabor diesen Plan in die Tat umsetzen wollen. Sie ändert jedoch ihre Meinung, als sie erfährt, dass Melchior Wendla Bergmann geschwängert hat.

Melchior wird in eine Erziehungsanstalt eingewiesen. Dort versucht er, einen der Jungen als Freund zu gewinnen, um seine Fluchtpläne realisieren zu können. Zur selben Zeit bespricht der Leiter der Anstalt mit einem Schlosser, wie die Anstalt besser gesichert werden könnte.

Wendla geht es nicht gut, weshalb ihre Mutter einen Arzt rufen lässt. Dieser verschreibt Wendla ein Mittel gegen Bleichsucht. Nachdem der Arzt gegangen ist, kommt Wendlas Schwester Ina dazu und unterhält sich mit Wendla. Diese befürchtet, dass die Diagnose des Arztes falsch ist und hat Angst davor zu sterben, doch Ina bemerkt das nicht.

Ihre Mutter eröffnet Wendla schließlich, dass es sich bei ihren Beschwerden um eine Schwangerschaft handelt. Frau Bergmann macht ihrer Tochter Vorwürfe und versucht sich gleichzeitig dafür zu rechtfertigen, dass sie Wendla nicht aufgeklärt hat. Letztendlich veranlasst die Mutter eine Abtreibung, bei der Wendla allerdings verstirbt.

In einer nächsten Szene tritt Hänschen Rilow noch einmal auf. Er wälzt sich mit einem anderen Jungen – Ernst Röbel im Gras. Sie führen ein tiefgründiges Gespräch, das letztendlich im Austausch von seelischen und körperlichen Zärtlichkeiten endet.

Melchior ist es mittlerweile gelungen, aus der Erziehungsanstalt zu fliehen. Er besucht Wendlas Grab und sieht dabei sich selbst als Verantwortlichen für ihren Tod. Auf dem Friedhof erscheint ihm zudem der Geist seines ehemaligen Freundes Moritz und versucht, Melchior zum Selbstmord zu verführen.

Aus Selbstverachtung möchte Melchior dem Verführungsversuch des Geistes nachgeben, als ein vermummter Mann auf der Bildfläche erscheint. Dieser hält Melchior von einem Selbstmordversuch ab und schickt den Geist von Moritz weg. Der Vermummte möchte seine Identität nicht preisgeben, fordert Melchior allerdings auf, ihm zu vertrauen und sagt ihm im selben Zug, dass er sich in Zukunft um ihn kümmern werde. Das Drama endet damit, dass das Gespenst in sein Grab zurückkehrt und Melchior mit dem vermummten Mann die Szene verlässt.

"Frühlings Erwachen" – Zentrale Charaktere

Die erwachsenen Figuren im Drama "Frühlings Erwachen" sind Vertreter des Bildungsbürgertums. Dieser Gesellschaftsschicht ging es vor allem darum, ihren Kindern eine gute Bildung zukommen zu lassen, damit diese sich von der Arbeiterklasse abheben können. Die Ausbildung an einer höheren Schule geht für die Kinder dabei einerseits mit besseren Chancen im Berufsleben einher, bedeutet aber andererseits, sich psychisch und materiell vom Elternhaus abhängig zu machen. Das Schicksal der Jugendlichen in "Frühlings Erwachen" wird durch diesen Umstand entscheidend geprägt.

Wendla Bergmann

  • Wendla Bergmann ist die Tochter von Frau Bergmann.
  • Sie wächst in einem liebevollen, aber überbehüteten Elternhaus auf.
  • Ihre Mutter verweigert ihr sexuelle Aufklärung, als Wendla danach verlangt.
  • Wendla verliebt sich in Melchior und wird ungewollt von ihm schwanger. Bei der von der Mutter geforderten Abtreibung stirbt sie.
  • Sie neigt zum Masochismus, d. h. sie erlebt sexuelle Lust durch Demütigung und Schmerzen.

Melchior Gabor

  • Melchior Gabor ist der Sohn von Herr und Frau Gabor.
  • Er hilft seinem Freund Moritz durch die Aufklärungsschrift "Der Beischlaf".
  • Er verliebt sich in Wendla und schwängert sie ungewollt.
  • Am Ende wird er für den Tod von Moritz und Wendla verantwortlich gemacht.
  • Melchior verfügt über einen wachen und kritischen Verstand, er ist sensibel und selbstkritisch.

Moritz Stiefel

  • Moritz Stiefel ist der Sohn von Rentier Stiefel.
  • Er ist ein schwacher Schüler, dessen Versetzung gefährdet ist.
  • Von seinen ersten sexuellen Regungen ist er verunsichert und wurde bisher auch noch nicht aufgeklärt.
  • Moritz wird von einem Minderwertigkeitsgefühl beherrscht.
  • Er ist mutlos und psychisch labil. Am Ende des Dramas begeht er Selbstmord.

Frau Bergmann

  • Frau Bergmann ist die Mutter von Wendla.
  • Sie hat eine körper- und sexualfeindliche Grundeinstellung und ist nicht dazu bereit, ihre Tochter aufzuklären.
  • Sie zwingt ihre Tochter, eine Abtreibung in Anspruch zu nehmen.

Frau Gabor

  • Frau Gabor ist die Mutter von Melchior und die Ehefrau von Herrn Gabor.
  • Sie hat eine liberale und menschenfreundliche Grundeinstellung und bringt ihrem Sohn viel Verständnis entgegen.
  • Dennoch lehnt sie es ab, Moritz finanziell zu unterstützen.

Herr Gabor

  • Herr Gabor ist der Vater von Melchior und der Ehemann von Frau Gabor.
  • Er vertritt in Erziehungsfragen sehr harte Grundsätze.
  • Er ist dafür, seinen Sohn in eine Erziehungsanstalt einweisen zu lassen.

Rentier Stiefel

  • Rentier Stiefel ist der Vater von Moritz Stiefel.
  • Gemeinsam mit seiner Frau übt er einen enormen Leistungsdruck auf seinen Sohn aus.
  • Durch den Selbstmord seines Sohnes sieht er seinen sozialen Status gefährdet und verleugnet ihn daher.

"Frühlings Erwachen" – Aufbau, Sprache und Epoche

In den folgenden Unterkapiteln erfährst du mehr über den Aufbau und die Sprache des Stücks. Außerdem erfährst du, warum sich das Drama der literarischen Epoche des Expressionismus zuordnen lässt.

Aufbau des Dramas

Das Drama "Frühlings Erwachen" gliedert sich in drei Akte und insgesamt 19 Szenen, wobei der erste Akt aus fünf und die beiden folgenden Akte aus jeweils sieben Szenen bestehen. Ein solch dreiaktiger Aufbau wurde in der Regel eher für Schauspiele und Komödien, anstatt für Tragödien genutzt.

So ist das Stück zwar als "Kindertragödie" untertitelt, allerdings folgt Wedekind in seinem Drama nicht dem klassischen Aufbau einer Tragödie.

Der klassische Aufbau einer Tragödie folgt üblicherweise diesem Schema:

  • Exposition: Einführung in die Handlung und Vorstellung der Charaktere
    • Das erregende Moment führt den zentralen Konflikt ein und wird vor allem genutzt, um Spannung zu erzeugen.
  • Steigende Handlung: Ausbau des Konflikts, dramatische Handlung wird in Gang gesetzt
  • Höhe- und Wendepunkt: plötzliches Umschlagen der Handlung, Ausgang der Handlung wird ersichtlich.
  • Fallende Handlung: Hinführung zum unvermeidbaren Schluss
    • Das retardierende Moment zögert den unvermeidlichen Ausgang der Geschehnisse heraus und macht kurzzeitig Hoffnung auf ein anderes Ende.
  • Katastrophe: Tragisches Ende eines Dramas

Die drei aristotelischen Einheiten von Zeit, Ort und Handlung werden im Stück nicht gewahrt. Die Dauer des Dramas erstreckt sich – anstatt über die üblichen 24 Stunden über ein ganzes halbes Jahr. Die Orte der Handlung wechseln häufig. Und auch die Einheit der Handlung ist nicht gewahrt, da sich die Handlung des Stücks in drei Hauptstränge aufgliedert, die sich jeweils an den drei Protagonisten – Melchior, Moritz und Wendla – orientieren.

Bei den drei aristotelischen Einheiten handelt es sich um die Einheit der Zeit, der Handlung und des Ortes. Diese Prinzipien wurden von Aristoteles für den Dramenaufbau festgelegt.

  • Die Einheit der Zeit meint, dass die Dauer der Aufführung mit der Dauer der dargestellten Zeit identisch ist.
  • Die Einheit des Ortes besagt, dass es keine Nebenschauplätze geben darf, sondern sich die Handlung auf einen Schauplatz begrenzen soll.
  • Die Einheit der Handlung gibt vor, dass es lediglich eine Haupthandlung ohne ausgestaltete Nebenhandlung geben darf.

Innerhalb des Stücks sind die Szenen lose aneinandergereiht. Die Handlung setzt unvermittelt an einem bestimmten Punkt ein und endet so, dass problemlos noch weitere Szenen hinzugefügt werden könnten.

Auf den ersten Blick scheinen die Szenen willkürlich aneinander gereiht zu sein, allerdings verfolgt die Aneinanderreihung das Prinzip der Kontrastierung. Im ersten Akt werden dabei die Szenen, in denen Wendla und ihre Freundinnen auftreten, von denen kontrastiert, in denen Melchior und Moritz den Mittelpunkt bilden. Erst ab der fünften Szene laufen die beiden Handlungsstränge ineinander über.

Sprache des Dramas

Im Drama "Frühlings Erwachen" kommen unterschiedliche Ausprägungen von Sprache vor, die jeweils über eine gesonderte Funktion verfügen. Grundsätzlich ist die Sprache im Stück durch Alltagssprache gekennzeichnet, auf eine poetische Kunstsprache verzichtet der Autor vollkommen.

Authentische Jugendsprache

Treten die Jugendlichen in den Dialog miteinander, zeichnet sich ihre Sprache durch eine sehr natürliche und ungekünstelte Art und Weise des Sprechens aus. Das trifft im Verlauf des Stücks allerdings eher auf die Mädchen als auf die Jungen zu.

So verkündet Martha, als sie sich mit Wendla und Thea darüber unterhält, dass sie von ihren Eltern geschlagen wird:

Um Gottes willen, Wendla! Papa schlägt mich krumm, und Mama sperrt mich drei Nächte ins Kohlenloch.1

Ausdrucksstarke Sprache

Im Verlauf des Stücks wird immer wieder deutlich, dass die agierenden Jugendlichen ihr Umfeld und ihr eigenes Handeln viel eher emotional als rational erleben. Besonders auf das Themenfeld der Sexualität trifft diese Beobachtung zu.

So erleben Wendla und Melchior ihr Liebesabenteuer als eine Art Überfall befremdlicher und bis dato noch unbekannter Emotionen. Später beschreibt Melchior diese Erfahrung als bis dahin noch nie erfahrenes Glück und Wendla als Seligkeit.

Die Jugendlichen beschreiben die von ihnen erlebten Situationen expressiv. Dazu verwenden sie kurze oder immer wieder unterbrochene Sätze und wortgewaltige Vergleiche. Auch Emphasen und rhetorische Fragen sind im Drama häufig vorzufinden.

Eine Emphase ist ein rhetorisches Stilmittel zur Begriffsverschiebung. Dabei wird etwas verdeutlicht beziehungsweise hervorgehoben, indem ein anderer Begriff verwendet wird, der die Eigenschaften des eigentlich gemeinten Begriffs beinhaltet.

Ein klares Beispiel dafür gibt Melchior, der kurz vor seinem Liebesabenteuer mit Wendla folgenden Vergleich anstellt:

Der Himmel draußen muß schwarz wie ein Bahrtuch sein.

Gefühlvolle Sprache

Die Erwachsenen im Stück vertreten durchgängig eine harte und relativ strikte Erziehung. Lediglich Frau Gabor – die Mutter von Melchior – fällt aus diesem Raster heraus. Das zeigt sich besonders in dem Antwortbrief, den sie Moritz Stiefel schreibt. Ihre Sprache ist darin zwar durchaus differenziert, allerdings auch einfühlsam und gefühlsbetont.

So schreibt sie beispielsweise:

Es wird mir stets zur Freude gereichen, meinen Sohn mit einem jungen Manne umgehn zu sehn, der sich, mag ihn nun die Welt beurteilen, wie sie will, auch meine vollste Sympathie zu gewinnen vermochte.1

Zuordnung zur Epoche des Expressionismus

Das Drama "Frühlings Erwachen" lässt sich der literarischen Epoche des Expressionismus zuordnen.

Die Literaturepoche des Expressionismus erstreckte sich von 1910 bis 1925. Der Begriff "Expressionismus" kommt von dem lateinischen Wort expressio, das mit dem Wort "Ausdruck" übersetzt wird. Expressionistische Literatur ist besonders geprägt durch den intensiven Ausdruck von Emotionen und individuellem Erleben. Die meist sehr jungen Dichterinnen und Dichter der Epoche setzten sich mit der Welt auseinander, die sich durch die Industrialisierung stark verändert hatte.

Für die literarische Epoche des Expressionismus war es typisch, dass Emotionen intensiv Ausdruck verliehen wird. Das trifft auch auf "Frühlings Erwachen" zu. Innerhalb des Stücks müssen sich die jugendlichen Protagonisten in die Gesellschaft einfügen. Dabei hat jeder sein eigenes Schicksal und die damit einhergehenden Gefühle zu bewältigen.

Der Autor Frank Wedekind bricht mit seinem Drama mehr als nur eine Regel. So hält er sich weder an die drei aristotelischen Einheiten noch an den klassischen Aufbau einer Tragödie. Damit steht er ganz im Zeichen einer jungen Generation expressionistischer Autoren, die den Wunsch hegten, mit den alten Traditionen zu brechen und einen Neubeginn zu wagen.

Wedekind bricht mit seinem Drama "Frühlings Erwachen" nicht nur Regeln, sondern setzte sich auch noch bewusst mit dem tabuisierten Thema der Sexualität auseinander. In seinem Stück zeigt er auf, wie die jugendlichen Protagonisten unter der mangelnden sexuellen Aufklärung ihrer Eltern zu leiden haben und welche zum Teil extremen Erziehungsmaßnahmen ihnen drohen.

"Frühlings Erwachen" – Interpretation

Das Drama von Frank Wedekind war seiner Zeit voraus. Mutig und fest entschlossen hat er die festen Moralvorstellungen im 19. Jahrhundert angeprangert und das daraus entstehende Leid kritisiert.

"Frühlings Erwachen" ist mittlerweile zu einem Klassiker der Literaturgeschichte geworden und hat auch in der heutigen Zeit weder an Aktualität noch an Bedeutung verloren. Denn auch heute führt fehlende Aufklärung, mangelndes Einfühlungsvermögen der Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder verbreitete Gleichgültigkeit zu vielen schulischen und sexuellen Problemen Jugendlicher. Das Stück appelliert an die Gesellschaft und die Institutionen, angesprochene Tabuthemen zu normalisieren.

Tabuthemen

Das Drama "Frühlings Erwachen" bricht mit vielen Tabus und thematisiert Bereiche des Lebens, die ansonsten eher unter Verschluss gehalten wurden. Dazu zählen der Beischlaf, Homosexualität und Selbstmord.

Sexualität

Sexualität war zu der Zeit, in der das Drama "Frühlings Erwachen" spielt, ein Tabuthema. Von jungen Mädchen wurde Keuschheit bis zum Vollzug der Ehe erwartet, junge Männer sollten sich auf ihre schulische Laufbahn konzentrieren und gute Leistungen erbringen. Somit war es ein Ziel der Erziehung, sexuelle Triebe zu unterdrücken. Dazu beigetragen haben erfundene Geschichten über die Folgen von Selbstbefriedigung. Dadurch sollte verhindert werden, dass die Jugendlichen ihre eigene Sexualität und damit auch ihren Körper erkunden.

Homosexualität

Dass das Drama "Frühlings Erwachen" mit Tabus bricht, macht auch der Themenkomplex der Homosexualität deutlich. Die Szenen um Hänschen Rilow und Ernst Röbel tragen zu keinem der drei Hauptstränge der Handlung etwas bei, dennoch wurden diese Szenen bewusst in das Drama eingebettet.

Trotz der erfundenen Geschichten über die Folgen von Masturbation, passiert Hänschen Rilow im Verlauf des Stücks nichts Schlimmes. Dadurch macht der Autor deutlich, dass weder Selbstbefriedigung noch Homosexualität etwas Problematisches darstellen.

Selbstmord

Die drei Protagonisten werden im Verlauf des Stücks allesamt von Selbstmordgedanken geplagt.

Wendla denkt oft über den Tod nach und diskutiert das Thema vor allem mit ihrer Mutter, die sich über die Gedanken ihrer Tochter immer wieder entsetzt zeigt. Wendla fragt ihre Mutter, ob es sündhaft sei, über solche Themen nachzudenken. Aber ähnlich wie beim Themenkomplex der Sexualität erhält sie auch hier von ihrer Mutter keine zufriedenstellende Antwort.

Besonders bei der Beerdigung von Moritz Stiefel wird deutlich, dass Selbstmord als schlimmes Vergehen ausgelegt wird. Moritz wird keinerlei Empathie entgegengebracht, selbst sein Vater distanziert sich von ihm, um dem Ruf der Familie nicht weiter zu schaden.

Melchior soll am Ende vom Geist seines Freundes Moritz zum Selbstmord verführt werden, wird allerdings vom vermummten Mann davon abgehalten. Aber auch schon zu früheren Zeitpunkten im Stück beschäftigt er sich mit dem Gedanken an Selbstmord. So verkündet er eines Abends aus heiterem Himmel:

Das Leben ist von einer ungeahnten Gemeinheit. Ich hätte nicht übel Lust, mich in die Zweige zu hängen!1

Gesellschaftskritik

Das Drama "Frühlings Erwachen" ist gerade durch die angesprochenen Tabuthemen bewusst provokativ und hat das Ziel, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Wedekind arbeitet deutlich heraus, dass die Tabuisierung dieser Themen die Ursache für das Schicksal ist, das den Jugendlichen widerfährt. Das Publikum empört sich darüber – wird sich allerdings gleichzeitig darüber bewusst, dass diese Empörung das grundlegende Problem ist.

Ebenso übt der Autor deutliche Kritik an den erwachsenen Figuren im Stück. So erfährt Martha – eine Freundin von Wendla – Gewalt im Elternhaus und das nicht nur zu scheinbar pädagogischen Zwecken, sondern aus reinem Sadismus. Auch Melchiors Vater legt harte Erziehungsmethoden an den Tag und setzt sich dafür ein, dass sein Sohn in eine Besserungsanstalt geschickt wird.

Historischer Hintergrund von "Frühlings Erwachen"

Das Drama "Frühlings Erwachen" spielt zu der Zeit, in der das Deutsche Kaiserreich gerade gegründet worden war. 1871 übernahm der Kaiser Wilhelm I. die politische Führungsposition. Im 19. Jahrhundert hatte sich zudem ein starkes Bürgertum geformt, das zwar deutlich von der Arbeiterklasse abzugrenzen war, aber über deutlich weniger Einfluss verfügte als der Adel.

Das Deutsche Kaiserreich wurde 1871 gegründet und bestand bis 1918. Dabei handelt es sich um einen Staatenbund vieler einzelner deutscher Staaten. Innerhalb des Deutschen Kaiserreichs regierte der Kaiser gemeinsam mit dem Reichskanzler. Diese Form der Herrschaft stand dabei im deutlichen Kontrast zur fortschreitenden gesellschaftlichen Industrialisierung und Modernisierung des Landes.

Durch den Zusammenschluss Deutschlands das zuvor aus vielen einzelnen Fürstentümern bestand erhoffte sich das Bürgertum, seine eigene Position innerhalb der Gesellschaft zu verbessern. Diese Hoffnungen wurden allerdings rasch zerschlagen, da das Deutsche Kaiserreich zwar über demokratische Grundzüge verfügte, dennoch ein absolutistisch geleiteter Staat war.

Der Absolutismus ist eine Regierungsform, bei der ein alleiniger Herrscher uneingeschränkt über sein Volk und dessen Leben bestimmen kann. Die Bevölkerung selbst hat weder Rechte noch Möglichkeiten zur Mitsprache und muss sich jedem Befehl ihres Herrschers fügen.

So gab es im Deutschen Kaiserreich weiterhin sehr klar voneinander abzugrenzende Klassen – die Arbeiter, das Bürgertum und den Adel. Ein Aufstieg von einer Klasse in die andere war kaum möglich, da die jeweils höhere Klasse darauf bedacht war, ihren Lebensstandard zu erhalten und an den Nachwuchs weiterzugeben.

Man ging zudem davon aus, dass Männer und Frauen grundverschieden seien. Während den Männern Rationalität und Stärke zugesprochen wurde, wurden Frauen als emotional, weich und gefühlsbetont eingestuft. Damals galt es zudem als Privileg, wenn der Mann genügend Geld verdiente, sodass die Frau zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern konnte.

Außerdem wurde von Frauen erwartet, dass sie rein und unverdorben heirateten. Beischlaf durfte lediglich zum Zweck der Fortpflanzung betrieben werden, nicht etwa zum persönlichen Vergnügen. Eine Frau riskierte eine nicht standesgemäße Heirat, wenn sie sich auf ein außereheliches Verhältnis einließ. Ziel der Erziehung war es daher, sexuelle Triebe zu unterdrücken. Eine Thematik, die in "Frühlings Erwachen" aufgegriffen und stark kritisiert wird.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Zeit, in der Wedekind lebte, durch viele unterschiedliche Strömungen und das absolutistische System des Kaiserreichs geprägt war.

"Frühlings Erwachen" – Über den Autor Frank Wedekind

Frank Wedekind wurde am 24. Juli 1864 als Benjamin Franklin Wedekind in Hannover geboren und verstarb am 9. März 1918 in München. Er gilt als bedeutender Schriftsteller und Dramatiker der Moderne. Aufgrund der sensiblen Themen, die Wedekind in seinen Werken behandelt, wurden viele seiner Werke zensiert und als moralisch verwerflich empfunden – so auch das Drama "Frühlings Erwachen".

Die literarische Epoche der Moderne erstreckt sich über den Zeitraum von 1880 bis 1920 und ist eine Art Sammelbegriff für unterschiedliche Strömungen wie den Expressionismus und Symbolismus. Zentral für die Epoche ist der Bruch mit den Traditionen. Die Autorinnen und Autoren gestalteten ihre Werke frei nach ihren eigenen Vorstellungen.

Wedekind verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in der Schweiz. Im Anschluss an sein Matura studierte er zunächst deutsche und französische Literatur, brach das Studium allerdings rasch wieder ab. Für ein Studium der Rechtswissenschaften, das Wedekind danach auf den Wunsch seines Vaters hin aufnahm, zog er nach München, brach allerdings auch dieses Studium ab.

Daraufhin arbeitete er als Journalist, Schriftsteller und Schauspieler. In seinen eigenen Theaterstücken wirkte Wedekind als Schauspieler mit und provozierte das Publikum immer wieder bewusst. Dabei übte er deutliche Kritik an der Scheinmoral der Bevölkerung und dem Abstreiten von Gefühlen. Wedekind wurde mehrmals vorgeworfen, dass seine Werke Pornografie beinhalten würden. Das trifft auch auf das Drama "Frühlings Erwachen" zu, weswegen dieses erst im Jahr 1906 zur Uraufführung freigegeben wurde.

Wedekind lebte mit wechselnden Partnerinnen und hatte mehrere Kinder. Ganz in Zeichen seiner verfassten Werke wurde auch Wedekinds Beerdigung im Jahr 1918 zum Skandal – unter anderem, weil mehrere Damen aus dem Rotlichtmilieu daran teilnahmen.

Weitere bekannte Werke von Frank Wedekind sind die Dramen "Kinder und Narren" (1891) und "Der Erdgeist" (1895) sowie die Erzählung "Die Fürstin Russalka" (1897) und das Gedicht "Der Tantenmörder" (1902).

Frühlings Erwachen - Das Wichtigste

  • Das Drama "Frühlings Erwachen" wurde in den Jahren 1890 und 1891 von Frank Wedekind geschrieben und 1906 erstmalig aufgeführt.
  • Im Zentrum der Handlung stehen drei jugendliche Protagonisten – Wendla, Melchior und Moritz –, die vergeblich nach den Antworten auf die drängenden Fragen der Pubertät suchen.
  • Im Verlauf der Handlung wird Wendla ungewollt von Melchior schwanger und stirbt bei der Abtreibung, während sich Moritz selbst das Leben nimmt, als sich herauskristallisiert, dass er die Versetzung in die nächste Klassenstufe nicht schaffen wird.
  • Das Stück gliedert sich in drei Akte und insgesamt 19 Szenen und folgt dabei weder dem klassischen Tragödienaufbau noch den drei aristotelischen Einheiten.
  • In "Frühlings Erwachen" gibt es unterschiedliche Ausprägungen von Sprache, die jeweils eine bestimmte Funktion erfüllen – zum einen gibt es authentische Jugendsprache sowie ausdrucksstarke und gefühlvolle Sprache.
  • "Frühlings Erwachen" lässt sich insbesondere im Hinblick auf die Tabuthemen, die es behandelt, interpretieren – diese sind: Sex, Homosexualität und Selbstmord. Dadurch übt der Autor entschiedene Gesellschaftskritik.
  • Das Drama lässt sich der literarischen Epoche des Expressionismus zuordnen.


Nachweise

  1. Projekt-Gutenberg.org: Frühlings Erwachen von Frank Wedekind (29.06.2022)
  2. Lektürehilfe.de: Interpretation Frühlings Erwachen von Frank Wedekind (29.06.2022)
  3. Inhaltsangabe.de: Biografie und Werke von Frank Wedekind (29.06.2022)

Häufig gestellte Fragen zum Thema Frühlings Erwachen

Das Drama "Frühlings Erwachen" ist geografisch nicht genauer verortet, spielt allerdings an einer Vielzahl von Schauplätzen. Dazu gehören: die Wohnräume der Familie, die Straße, das Gymnasium, in der Natur und auf dem Friedhof.

Das Drama "Frühlings Erwachen" ist als Kindertragödie untertitelt, da es sich mit den tragischen Schicksalen befasst, die den jugendlichen Protagonisten im Stück widerfahren. Wendla stirbt bei der Abtreibung nach einer ungewollten Schwangerschaft, Moritz begeht Selbstmord, als klar wird, dass er nicht in die nächste Klassenstufe versetzt wird und auch Melchior liebäugelt immer wieder mit dem Tod.

Wendla Bergmann ist im Drama "Frühlings Erwachen" in Melchior Gabor verliebt. Aus einem gemeinsamen Liebesabenteuer der beiden wird eine ungewollte Schwangerschaft.

Der Titel des Dramas "Frühlings Erwachen" steht für das Aufkeimen der ersten sexuellen Neigungen bei den jugendlichen Protagonisten.

Finales Frühlings Erwachen Quiz

Frage

Von wem stammt das Drama "Frühlings Erwachen"?
Antwort anzeigen

Antwort

Das Drama "Frühlings Erwachen" wurde von Frank Wedekind geschrieben. 

Frage anzeigen

Frage

Wann entstand das Drama "Frühlings Erwachen"?
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Antwort

1890/91
Frage anzeigen

Frage

Worum geht es in dem Drama "Frühlings Erwachen"?
Antwort anzeigen

Antwort

Im Zentrum der Handlung steht eine Gruppe Jugendlicher, die vergeblich nach den Antworten auf die drängenden Fragen der Pubertät sucht. Im Verlauf der Handlung wird Wendla ungewollt von Melchior schwanger und stirbt bei der Abtreibung, während sich Moritz selbst das Leben nimmt, als sich herauskristallisiert, dass er die Versetzung in die nächste Klassenstufe nicht schaffen wird.

Frage anzeigen

Frage

Wie lässt sich die Art des Dramas noch bezeichnen? 
Antwort anzeigen

Antwort

Das Drama könnte ebenfalls als "Kindertragödie" bezeichnet werden, da es sich mit den tragischen Schicksalen befasst, die den jugendlichen Protagonisten im Stück widerfahren. 

Frage anzeigen

Frage

Womit beginnt das Drama "Frühlings Erwachen"?
Antwort anzeigen

Antwort

Das Drama beginnt im Wohnzimmer der Familie Bergmann, deren Tochter Wendla gerade 14 Jahre alt geworden ist. Ihre Mutter möchte nicht, dass Wendla noch ein Prinzessinnenkleid trägt, sondern ein längeres, ihrem Alter angemessenes Kleid anzieht. Wendla wehrt sich dagegen und ihre Mutter gibt schließlich nach. 

Frage anzeigen

Frage

Was macht Melchior, um seinem Freund Moritz am Anfang des Stücks "Frühlings Erwachen" zu helfen?
Antwort anzeigen

Antwort

Da Moritz im Gegensatz zu Melchior noch nicht aufgeklärt ist, verfasst Melchior eine Aufklärungsschrift mit dem Titel "Der Beischlaf" für ihn. 
Frage anzeigen

Frage

In wen in Wendla Bergmann verliebt
Antwort anzeigen

Antwort

Melchior Gabor

Frage anzeigen

Frage

In wie viele Akte gliedert sich das Drama "Frühlings Erwachen"? 

Antwort anzeigen

Antwort

3

Frage anzeigen

Frage

Inwiefern werden die drei aristotelischen Einheiten im Drama "Frühlings Erwachen" nicht gewahrt? 

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Antwort

Die drei aristotelischen Einheiten von Zeit, Ort und Handlung werden im Stück nicht gewahrt. Die Dauer des Dramas erstreckt sich – anstatt über die üblichen 24 Stunden über ein ganzes halbes Jahr. Die Orte der Handlung wechseln häufig. Und auch die Einheit der Handlung ist nicht gewahrt, da sich die Handlung des Stücks in drei Hauptstränge aufgliedert, die sich jeweils an den drei Protagonisten – Melchior, Moritz und Wendla – orientieren. 

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Die Aneinanderreihung der Szenen im Stück erscheint willkürlich, folgt allerdings dem Prinzip _____. 

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... der Kontrastierung.

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Grundsätzlich ist die Sprache im Stück durch _____ gekennzeichnet, auf eine poetische Kunstsprache verzichtet der Autor vollkommen. 
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Alltagssprache 
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Welche unterschiedlichen Ausprägungen von Sprache gibt es im Drama "Frühlings Erwachen"? 

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Authentische Jugendsprache
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Wie endet das Drama "Frühlings Erwachen"?
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Das Drama "Frühlings Erwachen" endet damit, dass Melchior vom Geist seines verstorbenes Freundes Moritz zum Selbstmord verführt werden soll, allerdings von einem vermummten Mann gerettet wird

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Vor welchem zeitgeschichtlichen Hintergrund wurde "Frühlings Erwachen" verfasst?
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Das Drama "Frühlings Erwachen" spielt zu der Zeit, in der das Deutsche Kaiserreich gerade gegründet worden war. Dort gab es weiterhin sehr klar voneinander abzugrenzende Klassen. Ein Aufstieg von einer Klasse in die andere war kaum möglich, da die jeweils höhere Klasse darauf bedacht war, ihren Lebensstandard zu erhalten. Außerdem wurde von Frauen erwartet, dass sie rein und unverdorben heirateten. Beischlaf durfte lediglich zum Zweck der Fortpflanzung betrieben werden, nicht etwa zum persönlichen VergnügenZiel der Erziehung war es daher, sexuelle Triebe zu unterdrücken. Eine Thematik, die in "Frühlings Erwachen" aufgegriffen und stark kritisiert wird. 

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Welche Tabuthemen spielen in "Frühlings Erwachen" eine große Rolle?
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Sexualität

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Was oder wen kritisiert der Autor mit seinem Werk "Frühlings Erwachen"?
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Das Drama "Frühlings Erwachen" ist gerade durch die angesprochenen Tabuthemen bewusst provokativ und hat das Ziel, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Wedekind arbeitet deutlich heraus, dass die Tabuisierung dieser Themen die Ursache für das Schicksal ist, das den Jugendlichen widerfährt. Damit kritisiert er das zeitgenössische Publikum. Das Publikum empört sich darüber – wird sich allerdings gleichzeitig darüber bewusst, dass diese Empörung das grundlegende Problem ist. 

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Welcher Epoche lässt sich das Drama "Frühlings Erwachen" zuordnen? 

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Expressionismus

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Was sind weitere bekannte Werke des Autors Frank Wedekind? 

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Weitere bekannte Werke von Frank Wedekind sind die Dramen "Kinder und Narren" (1891) und "Der Erdgeist" (1895) sowie die Erzählung "Die Fürstin Russalka" (1897) und das Gedicht "Der Tantenmörder" (1902). 

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Welche rhetorischen Mittel werde im Drama "Frühlings Erwachen" immer wieder genutzt? 

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Besonders die Sprache der Jugendlichen im Stück ist sehr expressiv. Dazu verwenden sie kurze oder immer wieder unterbrochene Sätze und wortgewaltige Vergleiche. Auch Emphasen und rhetorische Fragen sind im Drama häufig vorzufinden. 

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Warum verleugnet Rentier Stiefel seinen eigenen Sohn auf dessen Beerdigung? 

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Rentier Stiefel distanziert sich von seinem Sohn, um dem Ruf der Familie nicht noch weiter zu schaden. 

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