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Metrum

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Metrum

Wenn Du ein Instrument spielst, hast Du Dir vielleicht schon einmal von einem Metronom den Takt vorgeben lassen. Doch nicht nur Musikstücke und Songs haben einen Rhythmus. Auch in der Lyrik gibt es das sogenannte Metrum, das den Rhythmus eines Gedichts vorgibt. Es wird auch Versmaß genannt und kann einem Gedicht eine ganz eigene Tonalität, also Grundstimmung, verleihen. Doch wie bestimmt man nun das Metrum? Und welche verschiedenen Arten von Metren gibt es?

Metrum – Definition

Das Metrum ist das Versmaß eines Gedichts und legt die Reihenfolge von unbetonten und betonten Silben in einem Vers, also einer Zeile in einem Gedicht, fest. Dank des Metrums erhält das Gedicht Rhythmus und Struktur.

Ein Metrum gibt jedoch nicht nur den Takt vor. Oft lassen sich auch Parallelen des Metrums zum Inhalt erkennen. Wenn Du ein Gedicht interpretierst, kann es sinnvoll sein, auch das Metrum in die Interpretation miteinzubeziehen. Wie beeinflusst es den Klang des Gedichts? Wie hängt der Rhythmus mit dem lyrischen Inhalt zusammen?

Metrum – Arten

Es gibt insgesamt neun verschiedene Metren oder Versmaße, von denen aber nicht alle eigenständig verwendet werden können. Die wichtigsten Versmaße beschränken sich auf vier Versfüße, davon sind zwei zweisilbig und zwei dreisilbig.

Als Versfuß bezeichnen Expert*innen den kleinsten Abschnitt eines Verses. Er besteht aus mehreren Silben und wiederholt sich immer wieder, um auf diese Weise den Vers zu bilden.

Die geläufigsten Metren sind:

Eine betonte Silbe wird auch Hebung genannt. Die Bezeichnung rührt daher, dass eine betonte Silbe beim Sprechen besonders hervorgehoben wird. Du erreichst diesen Effekt, in dem Du etwas lauter oder schärfer sprichst und die Stimme dabei leicht anhebst. Eine unbetonte Silbe ist dagegen eine Senkung. Hierbei wird die Stimme also etwas abgesenkt.

Jambus als Metrum

Der Jambus besteht aus zwei Silben und ist das wohl schlichteste der vier Versmaße. Bei einem Jambus folgt stets eine betonte Silbe (X) auf eine unbetonte Silbe (x). Ein jambischer Vers in einem Gedicht ist also folgendermaßen aufgebaut:

xX xX xX xX xX xX

Trochäus als Metrum

Der Trochäus ist das Gegenteil des Jambus. Auch er ist zweisilbig, jedoch folgt hier eine unbetonte Silbe (x) auf eine betonte Silbe (X). Durch die betonte Silbe direkt am Anfang des Verses wirkt der Trochäus oft schnell und dynamisch, fast schon etwas hektisch.

Xx Xx Xx Xx Xx Xx

Daktylus als Metrum

Der Daktylus ist ein dreisilbiges Metrum, ein Versfuß besteht hier aus drei und nicht aus zwei Silben. Auf eine betonte Silbe (X) folgen zwei unbetonte Silben (x), die meist eine erhabene und freudige, teils auch feierliche Wirkung haben. Der Aufbau dieses Metrums lässt sich besonders gut an seinem Namen veranschaulichen:

Dak | ty | lus

Die farbig hervorgehobene Anfangssilbe ("Dak") ist hierbei die betonte Silbe. Die beiden nachfolgenden Silben "ty" und "lus" werden unbetont gesprochen. Ein Vers aus Daktylen sieht so aus:

Xxx Xxx Xxx Xxx Xxx

Anapäst als Metrum

Anapäst ist das seltenste der vier Metren. Es besteht wie der Daktylus aus drei Silben. Im Gegensatz zu letzterem findet sich die betonte Silbe (X) hier jedoch am Schluss des Versfußes, wodurch oftmals eine gewisse Spannung erzeugt wird. Am Anfang und in der Mitte steht jeweils eine unbetonte Silbe (x):

xxX xxX xxX xxX

Metrum – Beispiele

Du hast nun einen kleinen Überblick über die gängigsten Metren erhalten. Doch wie genau sieht das in einem Gedicht aus? Die folgenden Beispiele sollen Dir den Aufbau der beschriebenen Versmaße noch einmal verdeutlichen.

Beispiel für den Jambus

Der Jambus ist eines der beliebtesten Metren. Er lässt sich gut an dem Gedicht "Abend" von Andreas Gryphius (1616 – 1664) verdeutlichen, das im Jahr 1650 entstand. Die betonten Silben wurden in der hier dargestellten ersten Strophe des Gedichts farbig hervorgehoben:

Der schnelle Tag ist hin, die Nacht schwingt ihre FahnUnd führt die Sternen auf. Der Menschen de ScharenVerlassen Feld und Werk; wo Tier und gel warenTraurt itzt die Einsamkeit. Wie ist die Zeit vertan!

Vielleicht ist Dir beim Lesen aufgefallen, dass die Versendungen unregelmäßig wirken. In der ersten Strophe enden die jeweils ersten und letzten Verse auf eine betonte Silbe, die mittleren Verse jedoch auf eine unbetonte. Die Endung eines Verses nennen Expert*innen Kadenz. Eine betonte Kadenz wird auch männliche, eine unbetonte dagegen weibliche Kadenz genannt.

Beispiel für den Trochäus

Um den Aufbau des Trochäus zu veranschaulichen, eignet sich das Gedicht "An den Mond" von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832). Es wurde 1778 verfasst. Auch hier wurden die betonten Silben in den dargestellten ersten beiden Strophen des Gedichts bunt gefärbt:

Füllest wieder Busch und TalStill mit Nebelglanz,sest endlich auch einmalMeine Seele ganz;

Breitest über mein GefildLindernd deinen Blick,Wie des Freundes Auge mildÜber mein Geschick.

Beispiel für den Daktylus

Die freudig erhabene Stimmung des Daktylus lässt sich in der sechsten Strophe des Gedichts "Sie bereiten sich zu seiner Geburt" von Angelus Silesius (1624 – 1677), das zwischen 1640 und 1677 entstand, beobachten:

Träufelt, ihr Himmel, und gebt uns im RegenDen Herrn der Gerechtigkeit, unsere Zier,Öffne dich, Erde, mit neuem BewegenUnd bring uns den Heiland der Menschen herfür!

Auffällig an diesem Gedicht ist die unbetonte Silbe zu Beginn des zweiten und vierten Verses. Expert*innen nennen diesen Bruch des daktylischen Rhythmus einen Auftakt. Andere Stimmen wiederum behaupten, es handele sich hierbei um einen anapästischen Vers, dessen erster Versfuß jeweils um eine unbetonte Silbe verkürzt ist. Ob es tatsächlich einen Daktylus mit Auftakt gibt, ist und bleibt weiterhin umstritten.

Beispiel für den Anapäst

Ein Beispiel für den Anapäst stellt das Gedicht "Pandora" von Johann Wolfgang von Goethe dar. Es wurde zwischen den Jahren 1807 und 1808 geschrieben und besitzt einen sogenannten "trochäischen Fuß":

Alle blinken die Sterne mit zitterndem Schein,Alle laden zu Freuden der Liebe mich ein,Zu suchen, zu wandeln den duftigen Gang,Wo gestern die Liebste mir wandelt’ und sang

Der trochäische Fuß zeigt sich im dritten und vierten Vers der Strophe. Hier wird der Anapäst zu Beginn von zwei auf eine einzelne unbetonte Silbe gekürzt. Diese Methode wird häufig beim Limerick verwendet. Der Limerick ist ein kurzes Gedicht von einfachem, häufig lustigem Charakter. Edward Lear (1812 – 1888) war einer der ersten Lyriker, der den Limerick anwandte.

Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine deutsche Übersetzung eines Limericks aus Edward Lears Limerick-Sammlung aus dem Jahr 1843. Der erste anapästische Versfuß wurde auch hier zu Beginn um jeweils eine unbetonte Silbe verkürzt:

Es war mal ein Alter mit BartBesorgt, was an geln sich paart

An Lerchen, Pirolen

An Eulen und Dohlen:„Sie alle tun’s in meinem Bart!“

Das Metrum bestimmen

Bevor Du nun das Metrum an einem vorliegenden Gedicht bestimmst, ist es sinnvoll, zunächst die Verse in den Strophen in ihre jeweiligen Silben zu unterteilen. Du kannst die einzelnen Silben zum Beispiel mit Trennstrichen voneinander separieren.

Anschließend liest Du das Gedicht mehrmals laut. Wenn Du nicht intuitiv einzelne Silben stärker beziehungsweise schwächer betonst, probiere einfach ein Versmaß nach dem anderen aus, bis Du das Metrum gefunden hast, das am besten passt.

Markiere die betonten Silben beispielsweise mit einem großen X oder einem Punkt über den jeweiligen Buchstaben. Über den unbetonten Silben platzierst Du dann etwa ein kleines x oder einen waagrechten Strich. Wie genau Du dabei vorgehst, ist nicht allzu wichtig. Bleibe aber konsistent in Deinen Markierungen und notiere in einer Legende am Rand, was das von Dir gewählte Symbol bedeutet.

Nicht immer zieht sich ein Metrum von der ersten bis zur letzten Strophe eines Gedichts durch. Bleibe daher aufmerksam und überprüfe jeden einzelnen Vers! Es lohnt sich meist, plötzliche rhythmische Veränderungen mit dem Inhalt in Verbindung zu bringen und dahin gehend zu interpretieren. Hierbei hilft es, wenn Du Dir die Wirkung des jeweiligen Metrums erneut ins Gedächtnis rufst.

Metrum - Das Wichtigste

  • Das Metrum oder auch Versmaß bestimmt den Rhythmus eines Gedichts. Genauer gesagt gibt es an, welche Silben in einem Versbetont werden und welche unbetont bleiben.
  • Ein Versfuß ist die feste Abfolge betonter und unbetonter Silben, die sich in einem Vers immer wieder wiederholt.
  • Es gibt neun verschiedene Versfüße, davon tauchen vier besonders häufig in Gedichten auf: der Jambus, der Trochäus, der Daktylus und der Anapäst.
  • Beim Jambus folgt eine betonte Silbe auf eine unbetonte, beim Anapäst folgt die betonte Silbe auf zwei unbetonte.
  • Trochäus und Daktylus bilden jeweils das metrische Gegenteil zu Jambus und Anapäst: Der Trochäus beginnt demnach mit einer betonten Silbe, gefolgt von einer unbetonten und der Daktylus mit einer betonten, gefolgt von zwei unbetonten Silben.
  • Ein Vers, der auf eine unbetonte Silbe endet, besitzt eine männliche Kadenz. Eine betonte Silbe am Ende nennt sich dagegen weibliche Kadenz.
  • Beim Bestimmen des Metrums kann es zu einer plötzlichen Änderung des Versmaßes oder aber kurzweiligen Brüchen wie einem Auftakt kommen. Es lohnt sich also, das Metrum eines Gedichts zu interpretieren!

Häufig gestellte Fragen zum Thema Metrum

Es gibt insgesamt neun Metren, von denen vier besonders häufig in Gedichten auftauchen. Dazu gehören: Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst.

Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst sind vier Metren, auch Versmaße genannt. Sie bestimmen die Reihenfolge der betonten und unbetonten Silben in den Versen eines Gedichts.

Das Metrum verleiht einem Gedicht nicht nur Rhythmus und Struktur, sondern auch eine gewisse Stimmung. Der Daktylus ist zum Beispiel ein sehr feierliches Metrum, der Trochäus dagegen eher schnell und dynamisch, der Anapäst baut Spannung auf. Der Jambus ist das gewöhnlichste Metrum.

Bevor Du das Metrum bestimmst, kann es helfen, die Silben in einem Vers mit Trennstrichen voneinander zu separieren. Anschließend liest Du Dir das Gedicht am besten laut vor und überlegst, welche Silben Du intuitiv mehr betonst als andere. Alternativ kannst Du auch die Metren der Reihe nach durchprobieren und so herausfinden, welches wohl am besten passt. Markiere Dir dabei die betonten Silben mit einem Punkt, die untbetonten Silben kannst Du stattdessen mit einem waagrechten Strich versehen.

Finales Metrum Quiz

Frage

Was ist das Metrum?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Metrum bestimmt die Reihenfolge von betonten und unbetonten Silben in einem Vers. Es verleiht einem Gedicht seinen Rhythmus und eine bestimmte Struktur.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird das Metrum noch genannt?

Antwort anzeigen

Antwort

Versmaß

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Frage

Wie nennt man eine betonte Silbe?

Antwort anzeigen

Antwort

Hebung

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Frage

Wie viele Versfüße gibt es?

Antwort anzeigen

Antwort

Es gibt neun verschiedene Versfüße, aber nicht alle von ihnen können allein stehen, um ein Metrum zu bilden. Meist wird von vier Versfüßen gesprochen, die jeweils ein Metrum bilden.

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Versfuß?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Versfuß ist der kleinste Teil eines Verses. Er besteht aus mehreren betonten und/oder unbetonten Silben und wiederholt sich immer wieder. Auf diese Weise wird das Metrum erzeugt.

Frage anzeigen

Frage

Was ist kein gängiges Metrum?

Antwort anzeigen

Antwort

Limerick

Frage anzeigen

Frage

Aus wie vielen Silben besteht der Versfuß des Daktylus?

Antwort anzeigen

Antwort

3

Frage anzeigen

Frage

Aus wie vielen Silben besteht der Versfuß des Jambus?

Antwort anzeigen

Antwort

2

Frage anzeigen

Frage

Wie lautet die Abfolge betonter (X) und unbetonter (x) Silben im Anapäst?

Antwort anzeigen

Antwort

xxX

Frage anzeigen

Frage

Wie wirkt der Daktylus?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Daktylus hat eine festliche, feierliche Wirkung. Er wirkt erhaben und oft freudig.

Frage anzeigen

Frage

Welche Stimmung verbreitet der Trochäus in einem Gedicht?

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Antwort

Durch die Betonung der ersten Silbe wirkt der Trochäus meist schnell und sehr dynamisch oder auch hektisch.

Frage anzeigen

Frage

Wie nennt sich eine unbetonte Silbe zu Beginn eines daktylischen Verses?

Antwort anzeigen

Antwort

Auftakt

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Frage

Welche Besonderheit weist der Rhythmus von Goethes Gedicht "Pandora" auf?

Antwort anzeigen

Antwort

In Goethes Gedicht "Pandora" gibt es Verse, in denen der Rhythmus des Anapäst verkürzt ist. Statt zwei unbetonte Silben zu Beginn des Verses gibt es oftmals nur eine.

Frage anzeigen

Frage

Was ist der Limerick?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Limerick ist ein kurzes Gedicht, dessen anapästischer Rhythmus zu Beginn des Verses häufig verkürzt ist. Statt zwei unbetonte Silben vor der ersten Hebung gibt es nur eine. Edward Lear war einer der ersten Lyriker, der den Limerick verwendete.

Frage anzeigen

Frage

Wie nennt sich eine betonte Silbe am Ende eines Verses?

Antwort anzeigen

Antwort

männliche Kadenz

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